Zum Inhalt springen

Simone de Beauvoir und Freiheit - Ethik

Aus MOOCsWiki Staging
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.

Simone de Beauvoir und Freiheit - Ethik




Simone de Beauvoir und Freiheit - Ethik


Einleitung

Was bedeutet es, frei zu sein? Reicht es, zwischen mehreren Möglichkeiten wählen zu können? Oder gehört zur Freiheit auch, Verantwortung zu übernehmen und die Freiheit anderer Menschen zu schützen?

Die französische Schriftstellerin und Philosophin Simone de Beauvoir verbindet Freiheit mit Verantwortung, Gleichberechtigung und dem Widerstand gegen Unterdrückung. Für sie leben Menschen nicht außerhalb der Welt. Körper, Herkunft, Regeln, Erwartungen und Machtverhältnisse beeinflussen ihre Möglichkeiten. Trotzdem können Menschen handeln, Stellung beziehen und neue Möglichkeiten schaffen.

In diesem aiMOOC lernst Du Beauvoirs Freiheitsverständnis kennen und wendest es auf Schule, Alltag, Geschlechterrollen und gesellschaftliche Konflikte an.


Leitfrage

Wie kann ich meine Freiheit leben, ohne die Freiheit anderer Menschen einzuschränken?


Lernziele

Du kannst … Beispiel
Beauvoirs Freiheitsbegriff erklären Freiheit ist mehr als spontane Willkür.
Freiheit und Situation verbinden Nicht alle Menschen besitzen dieselben Handlungsmöglichkeiten.
Verantwortung begründen Entscheidungen haben Folgen für andere.
Unterdrückung erkennen Menschen dürfen nicht zu bloßen Objekten gemacht werden.
Geschlechterrollen untersuchen Erwartungen können Lebensentwürfe öffnen oder begrenzen.
ethische Konflikte beurteilen Du entwickelst begründete Handlungsalternativen.


Simone de Beauvoir: Kurzprofil

Simone de Beauvoir lebte von 1908 bis 1986. Sie arbeitete als Schriftstellerin, Philosophin, Essayistin und politische Aktivistin. Sie wird dem Existentialismus und der feministischen Philosophie zugeordnet.

Wichtige Werke sind:

  1. Für eine Moral der Ambiguität: 1947 entwickelt Beauvoir eine Ethik der Freiheit und Verantwortung.
  2. Das andere Geschlecht: 1949 untersucht sie, wie Frauen gesellschaftlich zum „Anderen“ gemacht werden.
  3. Die Mandarins von Paris: Ein Roman über politische und persönliche Verantwortung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die historische Aufnahme der Sorbonne macht sichtbar, in welchem akademischen Umfeld Beauvoir Philosophie studierte.


Beauvoir und der Existentialismus

Der Existentialismus geht davon aus, dass Menschen keinen vollständig festgelegten Lebensplan besitzen. Sie entwickeln sich durch Entscheidungen und Handlungen.

Für Beauvoir bedeutet das:

Gedanke Kurz erklärt
Menschen sind nicht fertig Du entwirfst Dich durch Dein Handeln.
Freiheit ist unvermeidbar Auch Nichtentscheiden hat Folgen.
Freiheit ist situiert Deine Möglichkeiten hängen von realen Bedingungen ab.
Handeln schafft Werte Entscheidungen zeigen, was Du für wichtig hältst.
Freiheit verlangt Verantwortung Deine Projekte berühren andere Menschen.


Freiheit in einer konkreten Situation

Beauvoir beschreibt Menschen zugleich als frei und begrenzt. Du kannst handeln, aber nie unter selbst gewählten Idealbedingungen.

Zu Deiner Situation gehören zum Beispiel:

  1. Dein Körper und Deine Bedürfnisse
  2. Deine Familie und Deine Lebensgeschichte
  3. Geld, Bildung und gesellschaftliche Regeln
  4. Vorurteile und Rollenbilder
  5. Beziehungen zu anderen Menschen
  6. politische Rechte und Machtverhältnisse

Diese Bedingungen nennt die existentialistische Philosophie häufig Faktizität. Freiheit bedeutet nicht, sie zu leugnen. Freiheit zeigt sich darin, wie Du mit ihnen umgehst und welche Veränderungen Du anstrebst.

Beispiel: Zwei Jugendliche dürfen denselben Beruf wählen. Eine Person erhält Unterstützung, Geld und gute Beratung. Die andere erlebt Vorurteile und muss neben der Schule arbeiten. Beide besitzen Handlungsmöglichkeiten, aber ihre Freiheit ist unterschiedlich abgesichert.


Ambiguität: Die Mehrdeutigkeit des Menschseins

Ambiguität bedeutet Mehrdeutigkeit. Beauvoir beschreibt mehrere Spannungen:

Einerseits Andererseits
Du bist ein handelndes Subjekt. Andere erleben Dich auch als Objekt.
Du kannst Neues beginnen. Du bist an Bedingungen gebunden.
Du entwirfst Deine Zukunft. Du kannst nicht alles kontrollieren.
Du bist eigenständig. Du bist auf andere angewiesen.
Du suchst Orientierung. Es gibt nicht für jede Lage eine fertige Antwort.

Eine verantwortliche Ethik beseitigt diese Spannungen nicht. Sie lernt, mit ihnen umzugehen.


Freiheit ist nicht Willkür

Willkür bedeutet: Ich tue einfach, was ich möchte. Beauvoirs Freiheitsbegriff ist anspruchsvoller.

Eine Entscheidung ist nicht schon deshalb gut, weil sie freiwillig getroffen wurde. Ethisch wichtig sind auch:

  1. die Folgen für andere
  2. die vorhandenen Machtverhältnisse
  3. die tatsächlichen Alternativen
  4. die Möglichkeit zur Mitbestimmung
  5. die Frage, ob Menschen als freie Subjekte anerkannt werden

Alltagsfall: Eine Gruppe veröffentlicht ohne Zustimmung ein peinliches Video einer Mitschülerin. Die Gruppenmitglieder handeln freiwillig. Trotzdem verletzen sie Würde, Privatsphäre und Handlungsmöglichkeiten der Betroffenen.


Freiheit und Verantwortung

Für Beauvoir entsteht Verantwortung, weil Handlungen eine gemeinsame Welt gestalten. Wer eine Möglichkeit auswählt, verwirft andere Möglichkeiten und beeinflusst die Zukunft.

Verantwortung bedeutet deshalb:

Prüffrage Bedeutung
Was bewirkt meine Handlung? Folgen beachten
Wer kann mitentscheiden? Beteiligung ermöglichen
Wer trägt das Risiko? Macht und Belastungen prüfen
Wessen Freiheit wird erweitert? neue Handlungsmöglichkeiten schaffen
Wessen Freiheit wird blockiert? Unterdrückung und Ausgrenzung erkennen


Die Freiheit der anderen

Beauvoir verbindet die eigene Freiheit mit der Freiheit anderer Menschen. Niemand entwickelt sich völlig allein. Sprache, Bildung, Anerkennung und Zusammenarbeit entstehen gemeinsam.

Ethische Freiheit heißt daher:

  1. sich selbst als handelndes Subjekt ernst nehmen
  2. andere ebenfalls als Subjekte anerkennen
  3. vermeidbare Unterdrückung zurückweisen
  4. Bedingungen schaffen, unter denen Menschen handeln können

Die Freiheit anderer ist keine bloße Grenze Deiner Freiheit. Sie kann Deine Freiheit auch erweitern: durch Vertrauen, Wissen, Kritik, Freundschaft und gemeinsame Projekte.

Das Foto zeigt Beauvoir und Jean-Paul Sartre auf einer Reise. Beide diskutierten Freiheit und Existentialismus, Beauvoir entwickelte jedoch eine eigenständige Ethik, die soziale Bedingungen und die Freiheit anderer besonders hervorhebt.


Unterdrückung

Unterdrückung liegt vor, wenn Menschen systematisch daran gehindert werden, eigene Projekte zu verfolgen. Unterdrückte Menschen werden nicht als gleichberechtigte Subjekte behandelt.

Mögliche Formen sind:

Bereich Beispiel
Recht Eine Gruppe besitzt weniger Rechte.
Bildung Zugänge werden absichtlich versperrt.
Wirtschaft Abhängigkeit verhindert eigene Entscheidungen.
Sprache Menschen werden abgewertet oder unsichtbar gemacht.
Alltag Drohungen und Gewalt begrenzen Bewegungsfreiheit.
Rollenbilder Ein Lebensweg wird als einzig „normaler“ Weg dargestellt.

Unterdrückung ist mehr als eine unangenehme Einzelentscheidung. Sie wirkt häufig durch Regeln, Gewohnheiten, Institutionen und ungleiche Macht.


„Das andere Geschlecht“

In Das andere Geschlecht untersucht Beauvoir, wie die Frau in patriarchalen Gesellschaften häufig als Abweichung von einer männlich gesetzten Norm dargestellt wird. Der Mann erscheint als allgemeines Subjekt, die Frau als „das Andere“.

Beauvoirs berühmter Gedanke lautet sinngemäß: Eine Frau ist nicht durch eine unveränderliche Rolle festgelegt; gesellschaftliche Erfahrungen und Erwartungen tragen dazu bei, was aus ihr gemacht wird.

Damit bestreitet sie nicht, dass Körper existieren. Sie kritisiert, dass aus körperlichen Unterschieden feste Rangordnungen und Lebenspläne abgeleitet werden.


Das Selbst und das Andere

Menschen erleben sich selbst als Mittelpunkt ihres Handelns. Gleichzeitig begegnen ihnen andere Personen mit eigenen Zielen.

Problematisch wird die Beziehung, wenn eine Gruppe:

  1. sich selbst zur allgemeinen Norm erklärt
  2. andere auf eine Eigenschaft reduziert
  3. für andere spricht, ohne ihnen zuzuhören
  4. ungleiche Macht als natürlich darstellt
  5. fremde Lebensentwürfe kontrolliert

Beispiel Schule: Technik gilt als „typisch männlich“, Fürsorge als „typisch weiblich“. Solche Zuschreibungen können Interessen, Wahlfächer und Berufe beeinflussen. Beauvoirs Ansatz fragt: Welche Möglichkeiten werden dadurch eröffnet, und welche werden verschlossen?


Immanenz und Transzendenz

Beauvoir verwendet zwei wichtige Begriffe:

Begriff Bedeutung Schulbeispiel
Immanenz Festlegung auf Wiederholung, Passivität oder eine enge Rolle „Du bist eben so und kannst nichts anderes.“
Transzendenz Überschreiten des Gegebenen durch Projekte und neue Möglichkeiten „Du kannst lernen, entscheiden und etwas verändern.“

Jeder Mensch braucht Ruhe, Alltag und Wiederholung. Das ethische Problem entsteht, wenn Menschen gegen ihren Willen dauerhaft auf Immanenz festgelegt werden, während andere frei handeln dürfen.


Freiheit und Geschlechterrollen

Geschlechterrollen bestehen aus Erwartungen daran, wie Menschen angeblich aussehen, fühlen oder handeln sollen. Sie können Orientierung geben, aber auch Freiheit einschränken.

Prüfe eine Rollenerwartung mit vier Fragen:

Frage Ethischer Zweck
Ist die Erwartung freiwillig? Zwang erkennen
Gilt sie für alle gleich? Doppelte Standards prüfen
Welche Folgen hat ein Verstoß? Sanktionen sichtbar machen
Welche Alternativen sind möglich? Freiheit erweitern

Das Bild einer Demonstration zum Internationalen Frauentag verweist auf den politischen Kampf um gleiche Rechte und reale Handlungsmöglichkeiten.


Freiheit im Schulalltag

Beauvoirs Ethik hilft bei konkreten Konflikten:

Situation Beauvoirs Frage
Gruppendruck Entscheidest Du selbst oder versteckst Du Dich hinter der Gruppe?
Cybermobbing Wird ein Mensch zum Objekt der Unterhaltung gemacht?
Berufswahl Welche Rollenbilder begrenzen Möglichkeiten?
Klassenregeln Konnten die Betroffenen mitbestimmen?
Leistungsdruck Welche Bedingungen sind veränderbar?
Zivilcourage Wie kann Dein Handeln die Freiheit anderer schützen?

Merksatz: Freiheit zeigt sich nicht nur darin, zwischen Möglichkeiten zu wählen. Sie zeigt sich auch darin, gerechtere Möglichkeiten zu schaffen.


Fallbeispiel: Der Klassenchat

Im Klassenchat wird über einen Schüler abgestimmt: Er soll von einer Gruppenarbeit ausgeschlossen werden, weil er „nicht zum Team passt“. Viele stimmen zu, obwohl sie Zweifel haben.

Beauvoirs Ethik lenkt den Blick auf vier Ebenen:

  1. Eigene Freiheit: Jede Person entscheidet, ob sie mitmacht, schweigt oder widerspricht.
  2. Verantwortung: Auch Schweigen stabilisiert eine Situation.
  3. Freiheit des anderen: Der ausgeschlossene Schüler verliert Beteiligungs- und Lernmöglichkeiten.
  4. Situation: Gruppendruck erschwert Widerspruch, hebt Verantwortung aber nicht vollständig auf.

Eine verantwortliche Handlung könnte darin bestehen, die Abstimmung zu stoppen, Gründe offen zu besprechen und eine faire Aufgabenverteilung vorzuschlagen.


Politisches Handeln

Beauvoir verstand Freiheit auch politisch. Gesetze, Bildung, Arbeit und ökonomische Unabhängigkeit beeinflussen, welche Lebensentwürfe Menschen verwirklichen können.

Das Foto von 1960 zeigt Beauvoir, Sartre und Ernesto Che Guevara in Kuba. Es erinnert daran, dass Beauvoir politische Bewegungen beobachtete und unterstützte. Ihre Stellungnahmen müssen dennoch – wie jedes politische Urteil – kritisch im historischen Kontext geprüft werden.

Politische Freiheit verlangt nach Beauvoir nicht nur formale Rechte. Menschen benötigen reale Möglichkeiten, diese Rechte zu nutzen.


Grenzen und Kritik

Beauvoirs Denken bleibt einflussreich, wird aber weiterentwickelt und kritisiert.

  1. Spätere feministische Ansätze untersuchen stärker das Zusammenwirken von Geschlecht, Herkunft, sozialer Lage, Behinderung und Sexualität.
  2. Manche Beschreibungen in „Das andere Geschlecht“ verallgemeinern Erfahrungen und verwenden heute problematisch wirkende Wertungen.
  3. Beauvoirs eigene politischen Entscheidungen und Beziehungen werden kontrovers beurteilt.
  4. Ihre zentrale Frage bleibt aktuell: Unter welchen Bedingungen können unterschiedliche Menschen tatsächlich frei handeln?

Kritik bedeutet nicht, einen Ansatz vollständig abzulehnen. Sie prüft Begriffe, blinde Flecken und Folgen.


Zusammenfassung

Schlüsselbegriff Kerngedanke
Freiheit Menschen können sich durch Handlungen entwerfen.
Situation Freiheit besteht immer unter konkreten Bedingungen.
Ambiguität Menschen sind zugleich frei und begrenzt.
Verantwortung Entscheidungen gestalten eine gemeinsame Welt.
Andere Andere Menschen sind freie Subjekte, keine bloßen Objekte.
Unterdrückung Macht kann Handlungsmöglichkeiten systematisch blockieren.
Geschlechterrolle Gesellschaftliche Erwartungen prägen Lebensentwürfe.
Ethik Gute Entscheidungen fördern eigene und fremde Freiheit.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kennzeichnet Beauvoirs Freiheitsbegriff? (Freiheit besteht immer in einer konkreten Situation) (!Freiheit bedeutet vollständige Unabhängigkeit von anderen) (!Freiheit setzt unbegrenzte Macht voraus) (!Freiheit ist nur ein inneres Gefühl)




Was bedeutet Ambiguität bei Beauvoir? (Der Mensch ist zugleich frei und begrenzt) (!Jede Entscheidung ist moralisch gleichwertig) (!Wahrheit hängt nur von der Stimmung ab) (!Menschen besitzen keine Verantwortung)




Warum führt Freiheit zu Verantwortung? (Weil Entscheidungen Folgen für eine gemeinsame Welt haben) (!Weil jede Entscheidung gesetzlich vorgeschrieben ist) (!Weil freie Menschen niemals Fehler machen) (!Weil Verantwortung nur Erwachsene betrifft)




Was ist ein Merkmal von Unterdrückung? (Handlungsmöglichkeiten werden systematisch blockiert) (!Alle Beteiligten verfügen über gleiche Macht) (!Jede Person kann ohne Risiko widersprechen) (!Unterschiedliche Meinungen werden offen verhandelt)




In welchem Werk entwickelt Beauvoir eine Ethik der Ambiguität? (Für eine Moral der Ambiguität) (!Kritik der reinen Vernunft) (!Der Gesellschaftsvertrag) (!Also sprach Zarathustra)




Welches Werk untersucht die gesellschaftliche Lage von Frauen? (Das andere Geschlecht) (!Der Mythos des Sisyphos) (!Leviathan) (!Nikomachische Ethik)




Was kritisiert Beauvoir am Bild der Frau als das Andere? (Frauen werden gegenüber einer männlichen Norm abgewertet) (!Frauen erhalten dadurch automatisch mehr Freiheit) (!Biologische Unterschiede verschwinden vollständig) (!Jede Form von Gemeinschaft wird unmöglich)




Was meint Immanenz in Beauvoirs Kritik? (Festlegung auf Passivität und eine enge Rolle) (!Eröffnung neuer selbst gewählter Projekte) (!Gleichberechtigte politische Beteiligung) (!Befreiung von allen gesellschaftlichen Bedingungen)




Was ist ein Projekt im existentialistischen Sinn? (Ein Handeln, durch das Menschen Möglichkeiten verwirklichen) (!Ein unveränderlicher Plan der Natur) (!Eine Entscheidung ohne Folgen) (!Eine Regel, die jede Situation gleich behandelt)




Wann ist Freiheit nach Beauvoir ethisch ausgerichtet? (Wenn sie auch die Freiheit anderer anerkennt) (!Wenn die stärkste Person ihren Willen durchsetzt) (!Wenn Folgen vollständig ignoriert werden) (!Wenn Menschen jede Verantwortung ablehnen)





Memory

Freiheit Möglichkeit, sich durch Handeln zu entwerfen
Situation konkrete Bedingungen des Handelns
Ambiguität Gleichzeitigkeit von Freiheit und Begrenzung
Verantwortung Einstehen für Folgen einer Entscheidung
Unterdrückung systematische Blockierung von Möglichkeiten
Immanenz Festlegung auf Passivität und Wiederholung
Transzendenz Überschreiten des Gegebenen durch Projekte
Das Andere Person oder Gruppe außerhalb der gesetzten Norm





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Freiheitsethik
Situierte Freiheit Handeln unter konkreten Bedingungen
Willkür Handeln nur nach dem eigenen Wunsch
Verantwortung Folgen für andere berücksichtigen
Immanenz Festlegung auf eine begrenzende Rolle
Transzendenz neue Möglichkeiten durch Projekte eröffnen
Unterdrückung Freiheit systematisch behindern






Kreuzworträtsel

Ambiguität Wie nennt Beauvoir die Mehrdeutigkeit des Menschseins?
Freiheit Welcher Begriff steht im Zentrum von Beauvoirs Ethik?
Verantwortung Was entsteht aus Entscheidungen und ihren Folgen?
Unterdrückung Wie heißt die systematische Blockierung von Handlungsmöglichkeiten?
Immanenz Welcher Begriff bezeichnet die Festlegung auf Passivität?
Transzendenz Welcher Begriff bezeichnet das Überschreiten des Gegebenen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Simone de Beauvoir gehört zum

. Menschen handeln immer in einer konkreten

. Die Gleichzeitigkeit von Freiheit und Begrenzung nennt Beauvoir

. Freiheit ist für sie nicht mit bloßer

gleichzusetzen. Jede Entscheidung erzeugt

. Ethisches Handeln erkennt andere Menschen als freie

an. Systematisch blockierte Handlungsmöglichkeiten kennzeichnen

. Die Festlegung auf Passivität bezeichnet Beauvoir als

. Das Überschreiten des Gegebenen durch eigene Projekte heißt

. In ihrem Werk „Das andere Geschlecht“ untersucht Beauvoir gesellschaftliche

. Eine gerechte Gesellschaft soll die Freiheit möglichst vieler Menschen

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Freiheitstagebuch: Notiere an einem Schultag drei Entscheidungen und beschreibe jeweils eine Bedingung, die Deine Wahl beeinflusst hat.
  2. Begriffsbild: Gestalte ein Bild oder eine Collage zu den Begriffen Freiheit, Situation und Verantwortung.
  3. Rollenerwartungen: Sammle Werbesprüche oder Medienbilder und untersuche, welche Erwartungen an Geschlechter vermittelt werden.
  4. Perspektivwechsel: Schreibe den Fall des Klassenchats aus Sicht der ausgeschlossenen Person.


Standard

  1. Ethik-Podcast: Produziere eine dreiminütige Audiofolge zur Frage „Ist Schweigen auch eine Entscheidung?“
  2. Freiheitsinterview: Befrage zwei Personen unterschiedlicher Generationen dazu, was Freiheit für sie bedeutet, und vergleiche die Antworten.
  3. Fallanalyse: Untersuche einen Konflikt aus dem Schulalltag mit den Begriffen Situation, Verantwortung und Freiheit der anderen.
  4. Gegenwerbung: Entwickle ein Plakat, das eine einschränkende Geschlechterrolle sichtbar macht und eine Alternative zeigt.


Schwer

  1. Philosophisches Streitgespräch: Inszeniere eine Diskussion zwischen Beauvoir und einer Person, die Freiheit als reine Privatsache versteht.
  2. Schulprojekt Gleichberechtigung: Untersuche, ob Räume, Angebote und Beteiligungsmöglichkeiten an Deiner Schule für alle gleich zugänglich sind.
  3. Dokumentarfilm Freiheit: Drehe einen Kurzfilm über sichtbare und unsichtbare Grenzen von Freiheit in Deinem Wohnort.
  4. Ethik-Konzept: Formuliere Regeln für einen gerechten Klassenchat und begründe jede Regel mit Beauvoirs Freiheitsverständnis.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Freiheit und Gruppendruck: Eine Schülerin stimmt einer Ausgrenzung zu, weil sie Angst vor der Gruppe hat. Beurteile ihre Verantwortung, ohne den Gruppendruck zu ignorieren.
  2. Formale und reale Freiheit: Zwei Personen dürfen dieselbe Ausbildung beginnen, besitzen aber sehr unterschiedliche finanzielle und familiäre Voraussetzungen. Erkläre, warum gleiche Rechte noch keine gleichen Möglichkeiten garantieren.
  3. Konflikt der Freiheiten: Ein Schüler beruft sich auf Meinungsfreiheit und beleidigt andere. Entwickle eine Lösung, die freie Äußerung und die Freiheit der Betroffenen berücksichtigt.
  4. Rollenbilder im Alltag: Analysiere eine konkrete Geschlechtererwartung. Zeige, wer von ihr profitiert, wer eingeschränkt wird und welche Alternative möglich wäre.
  5. Verantwortliches Nichtstun: Prüfe an einem Beispiel, ob Nichtstun eine verantwortbare Entscheidung sein kann.
  6. Gerechte Institution: Entwirf eine Veränderung an Deiner Schule, die bisher begrenzte Handlungsmöglichkeiten erweitert. Begründe sie mit mindestens drei Begriffen Beauvoirs.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis sind wichtig:

  1. Du erklärst Freiheit als situierte und verantwortliche Freiheit.
  2. Du verwendest die Begriffe Ambiguität, Situation, Immanenz, Transzendenz und Unterdrückung korrekt.
  3. Du unterscheidest Freiheit von Willkür.
  4. Du beziehst die Freiheit anderer in Deine Begründung ein.
  5. Du erkennst Machtverhältnisse und ungleiche Handlungsmöglichkeiten.
  6. Du wendest Beauvoirs Gedanken auf einen neuen Fall an.
  7. Du entwickelst eine begründete und umsetzbare Handlungsalternative.
  8. Du setzt Dich kritisch mit Grenzen von Beauvoirs Ansatz auseinander.




OERs zum Thema

Wikimedia Commons: Freie Medien zu Simone de Beauvoir

Bundeszentrale für politische Bildung: Zur Ethik bei Simone de Beauvoir



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte





Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




aiMOOCs



aiMOOC Projekte












THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


© The Monkey Dance on Spotify, YouTube, Amazon, MOOCit, Deezer, ...



Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen