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Sicheres Arbeiten mit Werkzeugen und Maschinen - Schmied 1

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Sicheres Arbeiten mit Werkzeugen und Maschinen - Schmied 1




Sicheres Arbeiten mit Werkzeugen und Maschinen - Schmied


Einleitung

Beim Schmieden wirken hohe Temperaturen, große Kräfte, Lärm, Funken, Zunder und bewegte Maschinenteile gleichzeitig. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann zu Verbrennungen, Augenverletzungen, Quetschungen, Gehörschäden oder Bränden führen. Sicheres Arbeiten ist deshalb keine Zusatzaufgabe, sondern ein fester Bestandteil fachgerechter Schmiedearbeit.

Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende in metalltechnischen Berufen, besonders an angehende Metallbauerinnen und Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung. Der traditionelle Begriff Schmied bezeichnet heute häufig ein berufliches Tätigkeitsfeld. In Deutschland gehören das Handhaben von Schmiedefeuern sowie das manuelle und maschinelle Herstellen von Schmiedeteilen zum Ausbildungsprofil der Fachrichtung Metallgestaltung. Der Hufbeschlagschmied bzw. die Hufbeschlagschmiedin ist dagegen eine gesondert staatlich geregelte Qualifikation.

Wichtiger Hinweis: Dieser Lernkurs ersetzt weder die betriebliche Unterweisung noch eine Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung oder Bedienungsanleitung. Du darfst Maschinen nur benutzen, wenn Du dafür unterwiesen, vom Betrieb beauftragt und mit den konkreten Schutzmaßnahmen vertraut bist.

Beobachtungsauftrag: Achte im Video auf Arbeitsabläufe, Körperhaltung, Werkzeugführung, Kommunikation und mögliche Gefährdungen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses Kurses kannst Du Gefährdungen an Schmiedewerkzeugen und Schmiedemaschinen systematisch erkennen. Du kannst geeignete Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip auswählen, Handwerkzeuge vor dem Einsatz prüfen, heiße Werkstücke sicher kennzeichnen und transportieren sowie typische Sicherheitsregeln für Schmiedehammer, Winkelschleifer, Schleifbock und Ständerbohrmaschine begründen. Außerdem kannst Du bei Störungen und Unfällen angemessen reagieren.


Sicherheit organisieren


Gefährdungsbeurteilung und Schutzmaßnahmen

Vor jeder Tätigkeit wird geklärt, welche Gefährdungen auftreten und wie sie beherrscht werden. Grundlage sind die betriebliche Gefährdungsbeurteilung, die Betriebsanweisung, die Bedienungsanleitung des Herstellers und die Unterweisung durch eine fachkundige Person. Veränderte Werkstücke, neue Werkzeuge, ungewohnte Werkstoffe oder Störungen können eine erneute Bewertung erforderlich machen.

Schutzmaßnahmen werden in einer Rangfolge ausgewählt. Persönliche Schutzausrüstung ist wichtig, steht aber nicht am Anfang der Maßnahmenkette.

Rang Maßnahme Beispiel aus der Schmiede
S Substitution Ein weniger gefährliches Verfahren oder einen weniger gefährlichen Stoff einsetzen
T Technische Maßnahme Schutzhaube, Absaugung, Einhausung, Lichtgitter oder sichere Werkstückaufnahme verwenden
O Organisatorische Maßnahme Arbeitsbereich absperren, Zuständigkeiten festlegen, Wartung planen und Unterweisung durchführen
P Persönliche Maßnahme Geeignete Schutzbrille, Gehörschutz, Sicherheitsschuhe und weitere festgelegte PSA tragen

Das Warnzeichen weist auf heiße Oberflächen hin. Verlasse Dich trotzdem nie allein auf ein Schild: Ein Werkstück kann noch Verbrennungen verursachen, obwohl es nicht mehr glüht.


Persönliche Schutzausrüstung und Arbeitskleidung

Die erforderliche Persönliche Schutzausrüstung ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Typisch sind eine Schutzbrille mit Seitenschutz, bei starkem Partikelflug zusätzlicher Gesichtsschutz, Sicherheitsschuhe, Gehörschutz und geeignete körperbedeckende Arbeitskleidung. Bei Hitze, Flammen oder Metallspritzern kann spezielle Hitzeschutzkleidung erforderlich sein. Eine Lederschürze kann den Rumpf zusätzlich schützen, ersetzt aber keine geeignete Arbeitskleidung.

Lange Haare werden zusammengebunden und sicher verwahrt. Schmuck, Schals, Kordeln und lose Kleidungsstücke können hängen bleiben oder erfasst werden und gehören nicht an den Arbeitsplatz. Handschuhe werden tätigkeitsbezogen ausgewählt: Beim Transport heißer oder scharfkantiger Werkstücke können geeignete Schutz- oder Hitzeschutzhandschuhe notwendig sein. An laufenden Bohrmaschinen und anderen offenen rotierenden Teilen dürfen keine Handschuhe getragen werden, weil Einzugsgefahr besteht.


Ordnung, Verkehrswege und Kommunikation

Zangen, Hämmer und Hilfswerkzeuge erhalten feste Ablageplätze. Verkehrswege, Fluchtwege, Feuerlöscheinrichtungen und Not-Halt- und Not-Aus-Einrichtungen bleiben frei. Stolperstellen durch Kabel, Schläuche, Zunder oder Materialreste werden sofort beseitigt. Heiße Teile werden in einem gekennzeichneten Bereich abgelegt und gegen unbeabsichtigtes Berühren gesichert.

Bei gemeinsamer Arbeit müssen Kommandos eindeutig sein. Besonders beim Zuschlagen mit dem Vorschlaghammer oder beim Bedienen eines Maschinenhammers wird vor Arbeitsbeginn festgelegt, wer führt, wer schlägt und welches Kommando Beginn, Unterbrechung und Ende bedeutet. Niemand tritt ohne Blickkontakt und Freigabe in den Schlag- oder Gefahrenbereich.


Sicherer Umgang mit Handwerkzeugen


Hammer, Setzwerkzeug und Schrot

Ein Schmiedehammer muss zur Tätigkeit und zur Körperkraft passen. Vor dem Einsatz prüfst Du Hammerbahn, Finne, Haus und Stiel. Der Stiel muss fest, rissfrei und sicher verkeilt sein. Ausgebrochene Kanten, aufgestauchte Ränder oder lose Hammerköpfe sind Ausschlusskriterien. Beschädigte Werkzeuge werden gekennzeichnet und aus dem Verkehr gezogen; improvisierte Reparaturen sind unzulässig.

Die Schlagbahn muss frei sein. Du stehst stabil, führst den Hammer kontrolliert und schlägst nur auf die vorgesehene Fläche. Setzhämmer, Durchschläge und Schrote werden so gehalten, dass Hände nicht zwischen Werkzeug und Werkstück geraten. Aufgestauchte Köpfe an Schlagwerkzeugen müssen fachgerecht instand gesetzt werden, bevor Splitter abbrechen können.


Schmiedezangen und Werkstückhaltung

Eine Schmiedezange muss zur Geometrie und zum Querschnitt des Werkstücks passen. Die Backen sollen das Material sicher fassen, ohne nur punktförmig zu klemmen. Schenkel, Niet und Maul werden auf Risse, Verformung und Leichtgängigkeit geprüft. Eine zu kurze Zange vergrößert die Wärmeeinwirkung, eine zu lange oder unpassende Zange verschlechtert die Kontrolle.

Das Werkstück wird so gegriffen, dass es beim Schlag nicht kippt oder aus dem Maul rutscht. Zangenringe oder andere Sicherungen dürfen nur verwendet werden, wenn sie für die konkrete Zange und Tätigkeit geeignet sind. Das Nachgreifen erfolgt außerhalb des Schlagmoments und nach klarer Abstimmung.


Amboss und Arbeitsplatzhöhe

Der Amboss muss standsicher befestigt sein. Lose Unterlagen, beschädigte Kanten und ungeeignete Behelfsunterbauten erhöhen die Unfallgefahr. Das Werkstück liegt beim Schlag möglichst sicher auf der Ambossbahn oder auf dem dafür vorgesehenen Werkzeug. Vierkantloch und Rundloch werden nur mit passenden Einsatzwerkzeugen benutzt.

Eine ergonomisch geeignete Arbeitshöhe, ausreichend Bewegungsraum und ein rutschhemmender Stand vermindern Fehlbelastungen. Häufige Wechsel zwischen Ofen, Amboss und Ablage werden so organisiert, dass keine Person den Weg eines heißen Werkstücks kreuzt.

Analyseauftrag: Benenne mindestens drei sichere und drei verbesserungsfähige Beobachtungen. Beziehe Dich auf Werkzeugzustand, Grifftechnik, Abstand und Kommunikation.


Hitze, Schmiedefeuer und heiße Werkstücke


Schmiedefeuer sicher betreiben

Kohleesse, Gasschmiedeofen und andere Erwärmungseinrichtungen dürfen nur nach Betriebsanweisung betrieben werden. Vor Arbeitsbeginn werden Brennstoffversorgung, Luftzufuhr, Absaugung, Leitungen, Armaturen und sichtbare Schutzeinrichtungen kontrolliert. Bei Gasgeruch, ungewöhnlicher Flamme oder Ausfall der Lüftung wird die Anlage nicht weiter betrieben. Du folgst der betrieblichen Störungs- und Notfallregelung.

Verbrennungsabgase und Kohlenmonoxid können die Gesundheit gefährden. Deshalb müssen Lüftung und Absaugung wirksam sein. Brennbare Stoffe, Druckgasbehälter und nicht benötigte Materialien gehören nicht in den Funken- und Wärmestrahlungsbereich. Löschmittel müssen zugänglich und für die möglichen Brandklassen geeignet sein.


Heiße Werkstücke erkennen, ablegen und transportieren

Die Farbe eines Werkstücks ist kein verlässlicher Temperaturanzeiger. Auch dunkles Metall kann noch sehr heiß sein. Heiße Teile werden mit geeigneten Zangen bewegt und auf einer festgelegten, hitzebeständigen Ablage abgelegt. Der Bereich wird gekennzeichnet, und andere Personen werden eindeutig gewarnt.

Feuchte Werkzeuge oder Werkstücke können an sehr heißen Oberflächen schlagartig Dampf erzeugen und Zunder oder Flüssigkeit verspritzen. Vor dem Erwärmen werden deshalb ungeeignete Feuchtigkeit, geschlossene Hohlräume und Verunreinigungen berücksichtigt. Hohlkörper dürfen nur nach festgelegtem Verfahren erwärmt werden, damit sich kein gefährlicher Druck aufbaut.


Abschrecken und Kühlen

Beim Abschrecken können Dampf, Spritzer und heiße Flüssigkeit austreten. Das Werkstück wird kontrolliert eingetaucht, ohne Gesicht und Körper über das Becken zu bringen. Behälter müssen standsicher, ausreichend groß und für das Medium geeignet sein. Verunreinigte oder ungeeignete Abschreckmedien dürfen nicht ohne Freigabe verwendet werden. Nach dem Kühlen wird geprüft, ob das Werkstück tatsächlich handhabungssicher ist.


Sicheres Arbeiten an Schmiedemaschinen


Kraftbetriebener Schmiedehammer und Schmiedepresse

Beim Schmiedehammer und an der Schmiedepresse bestehen Quetsch-, Scher-, Schlag- und Einzugsgefahren. Bedienen darf nur, wer für die konkrete Maschine unterwiesen und beauftragt ist. Schutzfelder, Lichtgitter, trennende Schutzeinrichtungen, Zweihandsteuerungen und Verriegelungen dürfen niemals umgangen oder unwirksam gemacht werden.

Vor dem Start prüfst Du den Arbeitsraum, die Werkzeugeinspannung, die sichere Funktion der vorgesehenen Bedienelemente und die freie Sicht. Zangen und Hilfswerkzeuge müssen für die auftretenden Kräfte geeignet sein. Hände und andere Körperteile bleiben außerhalb des Gefahrenbereichs. Bei Mehrpersonenbedienung braucht jede beteiligte Person eine sichere Arbeitsweise und eindeutige Freigabe.

Beim Rüsten, Reinigen, Beheben von Störungen oder Instandhalten wird die Maschine stillgesetzt, gegen Wiedereinschalten gesichert und von gefährlichen Energien getrennt. Vor Arbeiten im Werkzeugeinbauraum werden vorhandene Sicherungen benutzt, zum Beispiel die Hammerbärsicherung am Schmiedehammer oder die mechanische Hochhalteeinrichtung an der Presse. Restenergien sind nach betrieblichem Verfahren abzubauen.


Winkelschleifer

Der Winkelschleifer wird vor dem Einsatz auf Kabel, Stecker, Schalter, Zusatzhandgriff und Schutzhaube geprüft. Schleif- oder Trennscheibe müssen für Maschine, Werkstoff, Arbeitsart und zulässige Drehzahl geeignet sein. Beschädigte, falsch gelagerte oder nicht eindeutig gekennzeichnete Scheiben werden nicht eingesetzt.

Das Werkstück wird sicher gespannt. Der Winkelschleifer wird mit beiden Händen geführt, der Funkenflug von Personen, brennbaren Stoffen, Leitungen und Gasflaschen weg gerichtet. Die Schutzhaube bleibt montiert und passend eingestellt. Seitliches Schleifen mit einer Trennscheibe ist unzulässig. Nach dem Ausschalten wird die Maschine erst abgelegt, wenn das Werkzeug stillsteht und eine sichere Ablage vorhanden ist.

Prüfauftrag: Vergleiche die gezeigten Regeln mit der Betriebsanweisung Deines Ausbildungsbetriebs. Abweichungen werden mit der ausbildenden Fachkraft geklärt.


Schleifbock und Bandschleifmaschine

Am Schleifbock drohen Augenverletzungen durch Partikel, Einziehen an Auflaufstellen, Schleifkörperbruch, Lärm, Staub und Verbrennungen am Werkstück. Schleifkörper, Schutzhaube, Sichtschutz und Werkstückauflage müssen unbeschädigt und korrekt eingestellt sein. Vor dem Aufspannen keramischer Schleifkörper ist die vorgeschriebene Prüfung durch eine fachkundige Person durchzuführen. Nach einem Wechsel erfolgt ein Probelauf nach betrieblichem Verfahren; niemand steht dabei im Streubereich.

Die zulässige Umfangsgeschwindigkeit darf nicht überschritten werden. Geschliffen wird nur auf den dafür freigegebenen Flächen. Kleine Werkstücke werden mit einer geeigneten Haltehilfe geführt. Die Werkstückauflage wird rechtzeitig nachgestellt, damit kein gefährlicher Spalt entsteht. Schutzhauben und Auflagen dürfen nicht eigenmächtig verändert werden.


Ständerbohrmaschine

An der Ständerbohrmaschine können Werkstück, Bohrer, Späne oder Kleidung erfasst werden. Vor dem Start wird das Werkstück im Maschinenschraubstock oder mit geeigneten Spannmitteln befestigt. Der Spannschlüssel wird sofort entfernt. Drehzahl und Werkzeug werden an Werkstoff und Bohrdurchmesser angepasst.

Während die Spindel läuft, trägst Du keine Handschuhe. Lange Haare und lose Kleidung sind gesichert. Späne werden erst nach Stillstand mit Pinsel, Spänehaken oder einem anderen vorgesehenen Hilfsmittel entfernt. Das Werkstück wird niemals mit der Hand gegen das Drehmoment gehalten. Messen, Reinigen und Nachspannen erfolgen nur bei stillgesetzter Maschine.


Gesundheitsschutz und Instandhaltung


Lärm, Vibration, Staub und Hitze

Hämmern, Schleifen und maschinelles Schmieden können hohe Lärmbelastungen erzeugen. Technische Lärmminderung, räumliche Trennung und organisatorische Maßnahmen haben Vorrang; der festgelegte Gehörschutz wird konsequent getragen. Hand-Arm-Vibrationen werden durch geeignete, gewartete Werkzeuge, begrenzte Expositionszeiten und sichere Arbeitstechnik reduziert.

Zunder, Schleifstaub und Beschichtungsreste können Augen und Atemwege belasten. Entstehungsnahe Absaugung und geeignete Reinigungsverfahren sind wirksamer als das Verteilen von Staub. Kleidung und Haut werden nicht mit Druckluft abgeblasen. Bei Hitze werden Trinkpausen, Arbeitswechsel, Lüftung und geeignete Schutzkleidung nach betrieblicher Regelung organisiert.


Prüfung, Wartung und Störungsbeseitigung

Vor Benutzung erfolgt eine Sicht- und Funktionskontrolle. Wiederkehrende Prüfungen werden von dafür befähigten Personen in den festgelegten Fristen durchgeführt und dokumentiert. Defekte Arbeitsmittel werden sofort stillgesetzt, gekennzeichnet und gegen weitere Benutzung gesichert.

Störungen werden nicht durch Hineingreifen, Überbrücken von Schaltern oder Schlagen auf Maschinenteile beseitigt. Vor Instandhaltungsarbeiten werden elektrische, pneumatische, hydraulische, mechanische und thermische Energien sicher beherrscht. Reparaturen dürfen nur Personen ausführen, die dafür qualifiziert und beauftragt sind.


Verhalten bei Brand, Störung und Unfall

Bei einer gefährlichen Störung gilt: Arbeit stoppen, Maschine sicher stillsetzen, Gefahrenbereich räumen oder absichern und die zuständige Person informieren. Der Not-Halt setzt gefahrbringende Bewegungen oder Prozesse schnellstmöglich still. Der Not-Aus schaltet zur Abwehr elektrischer Gefährdungen die betroffene Stromversorgung ab. Beide sind ergänzende Notbefehlseinrichtungen und ersetzen weder Schutzeinrichtungen noch das reguläre Ausschalten.

Bei einem Unfall achtest Du zuerst auf den Eigenschutz. Du setzt die betriebliche Rettungskette in Gang, alarmierst Ersthelfende und bei schweren Verletzungen den Notruf 112. Eingeklemmte Personen werden nicht durch unkontrolliertes Bewegen der Maschine zusätzlich gefährdet. Augenverletzungen werden nicht gerieben. Brandwunden werden nach den aktuellen betrieblichen Erste-Hilfe-Vorgaben versorgt; großflächige Verbrennungen werden wegen Unterkühlungsgefahr nicht gekühlt, steril abgedeckt und unverzüglich medizinisch behandelt. Erste-Hilfe-Leistungen werden dokumentiert.


Merkschema vor Arbeitsbeginn

Nutze vor jeder Tätigkeit die kurze Denkfolge Auftrag – Arbeitsmittel – Arbeitsplatz – Schutz – Freigabe:

  1. Auftrag: Ist klar, was hergestellt oder bearbeitet werden soll?
  2. Arbeitsmittel: Sind Werkzeug, Maschine, Einsatzwerkzeug und Spannmittel geeignet und unbeschädigt?
  3. Arbeitsplatz: Sind Verkehrswege, Schlagraum, Funkenflugbereich und Ablagen sicher?
  4. Schutz: Funktionieren technische Schutzmaßnahmen und trägst Du die festgelegte PSA?
  5. Freigabe: Bist Du unterwiesen, beauftragt und mit Störungen sowie Notfallmaßnahmen vertraut?


Fachliche Grundlagen und Quellen

  1. Bundesinstitut für Berufsbildung: Metallbauerin und Metallbauer, Fachrichtung Metallgestaltung
  2. DGUV Regel 109-607: Branche Metallbau
  3. DGUV: Schmiedepressen und Schmiedehämmer – Schutz vor mechanischen Gefährdungen
  4. BGHM: Musterbetrieb Hufbeschlagschmiede
  5. BGHM Arbeitsschutz Kompakt: Winkelschleifer
  6. BGHM Arbeitsschutz Kompakt: Arbeiten am Schleifbock
  7. DGUV Information 204-007: Handbuch zur Ersten Hilfe
  8. BGHM: Stillsetzen im Notfall – Not-Halt und Not-Aus


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Maßnahme hat nach dem STOP-Prinzip Vorrang vor persönlicher Schutzausrüstung? (Eine technische Schutzmaßnahme) (!Ein Warnruf) (!Eine private Zusatzversicherung) (!Eine längere Arbeitszeit)




Was ist vor der Benutzung eines Schmiedehammers zu prüfen? (Fester rissfreier Stiel und unbeschädigter Hammerkopf) (!Nur die Farbe des Hammerkopfes) (!Nur das Gewicht des Werkstücks) (!Nur die Temperatur des Ambosses)




Warum darfst Du ein dunkles Werkstück nicht als kalt ansehen? (Es kann weiterhin Verbrennungen verursachen) (!Es wird dadurch magnetisch) (!Es verliert sofort seine Festigkeit) (!Es ist grundsätzlich gehärtet)




Welche Aussage zur Schmiedezange ist richtig? (Sie muss Form und Querschnitt des Werkstücks sicher fassen) (!Sie soll möglichst nur an einem Punkt greifen) (!Sie wird unabhängig vom Werkstück ausgewählt) (!Sie darf ein beschädigtes Niet besitzen)




Was ist beim Rüsten eines kraftbetriebenen Schmiedehammers erforderlich? (Maschine sichern und vorhandene Hammerbärsicherung benutzen) (!Lichtgitter überbrücken) (!Hammer im Dauerlauf lassen) (!Werkzeuge mit der Hand unter dem Hammerbär ausrichten)




Welche Regel gilt für den Winkelschleifer? (Die Schutzhaube bleibt montiert und passend eingestellt) (!Eine Trennscheibe darf seitlich belastet werden) (!Das Gerät darf laufend abgelegt werden) (!Das Werkstück wird grundsätzlich mit der Hand gehalten)




Wie werden Späne an der Ständerbohrmaschine sicher entfernt? (Nach Stillstand mit einem vorgesehenen Hilfsmittel) (!Mit der bloßen Hand bei laufender Spindel) (!Mit einem Handschuh an der laufenden Spindel) (!Durch kräftiges Anblasen)




Was ist bei gemeinsamer Arbeit mit einem Vorschlaghammer besonders wichtig? (Eindeutige Kommandos und ein freier Schlagbereich) (!Möglichst laute Musik) (!Wechselnde Kommandos) (!Arbeiten ohne Blickkontakt)




Was geschieht mit einem defekten Arbeitsmittel? (Es wird stillgesetzt und gegen weitere Benutzung gesichert) (!Es wird bis zum Schichtende weiterverwendet) (!Es wird unmarkiert zurückgelegt) (!Es wird ohne Auftrag zerlegt)




Was ist bei einer gefährlichen Störung zuerst zu tun? (Arbeit stoppen und den Gefahrenbereich sichern) (!Die Schutzeinrichtung entfernen) (!Die Maschine schneller laufen lassen) (!Die Störung allein durch Hineingreifen lösen)





Memory

Hammerbärsicherung Sichert den beweglichen Hammerteil bei Arbeiten im Gefahrenbereich
Schmiedezange Hält ein heißes Werkstück mit passender Backenform
Schutzhaube Schirmt gefährliche Teile und Funkenflug ab
Werkstückauflage Führt das Werkstück am Schleifbock
Gefährdungsbeurteilung Ermittelt Risiken und legt Schutzmaßnahmen fest
Unterweisung Vermittelt arbeitsplatzbezogene Regeln und Verhalten
Absaugung Erfasst Staub und Rauch möglichst an der Entstehungsstelle
Not-Halt Stoppt eine gefahrbringende Bewegung im Notfall





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Schmiedehammer Hammerbärsicherung
Winkelschleifer Schutzhaube
Ständerbohrmaschine Werkstückspannmittel
Schleifbock Werkstückauflage
Schmiedefeuer Wirksame Lüftung






Kreuzworträtsel

Gefährdung Was wird in einer Beurteilung systematisch ermittelt?
Schutzhaube Welche Einrichtung schirmt beim Winkelschleifer die Scheibe teilweise ab?
Hammerbär Wie heißt der bewegliche Schlagteil eines Maschinenhammers?
Absaugung Welche technische Einrichtung erfasst Staub an der Entstehungsstelle?
Nothalt Welche Einrichtung setzt eine gefahrbringende Bewegung im Notfall still?
Unterweisung Wie heißt die arbeitsplatzbezogene Vermittlung von Sicherheitsregeln?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Vor dem Arbeiten wird die betriebliche

beachtet. Technische Maßnahmen stehen in der Schutzrangfolge vor der persönlichen

. Ein heißes Werkstück wird mit einer passenden

gehalten. Am kraftbetriebenen Schmiedehammer sichert die

den beweglichen Schlagteil bei Arbeiten im Gefahrenbereich. Die Schutzhaube am

darf nicht entfernt werden. An der Ständerbohrmaschine wird das Werkstück mit geeigneten

befestigt. Späne werden erst nach dem vollständigen

entfernt. Staub soll durch eine wirksame

möglichst an der Entstehungsstelle erfasst werden. Bei einer gefährlichen Störung wird zuerst die Arbeit

. Schwere Unfälle werden über den Notruf

gemeldet.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugprüfung: Erstelle eine bebilderte Checkliste für die Sichtprüfung von Schmiedehammer, Schmiedezange und Amboss.
  2. Sicherheitszeichen: Fotografiere oder skizziere fünf Sicherheitszeichen aus Deiner Werkstatt und erkläre ihre Bedeutung.
  3. PSA: Ordne typische PSA einem konkreten Schmiedearbeitsschritt zu und begründe jede Auswahl.
  4. Heißes Werkstück: Entwirf eine klare Kennzeichnung für den betrieblichen Ablageplatz heißer Teile.


Standard

  1. Gefährdungsbeurteilung: Analysiere das manuelle Ausschmieden eines Vierkantstabs und ordne Maßnahmen nach dem STOP-Prinzip.
  2. Betriebsanweisung: Vergleiche die Betriebsanweisung eines Winkelschleifers mit dem tatsächlichen Arbeitsplatz und dokumentiere Abweichungen.
  3. Arbeitsplatzgestaltung: Zeichne einen sicheren Materialfluss zwischen Schmiedefeuer, Amboss, Maschinenhammer, Kühlplatz und Ablage.
  4. Unterweisung: Produziere in einer Kleingruppe ein dreiminütiges Unterweisungsvideo zum sicheren Arbeiten am Schleifbock.


Schwer

  1. Unfallanalyse: Entwickle aus einem fiktiven Beinaheunfall am Maschinenhammer einen Ursachenbaum und leite technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen ab.
  2. Rüstvorgang: Plane einen sicheren Werkzeugwechsel am Schmiedehammer mit Energieabschaltung, Sicherung und Freigabeschritten.
  3. Lärmschutz: Untersuche einen Schmiedearbeitsplatz auf Lärmquellen und entwickle ein Maßnahmenkonzept mit Prioritäten.
  4. Sicherheitsaudit: Führe mit der ausbildenden Fachkraft einen strukturierten Werkstattrundgang durch, dokumentiere Befunde und präsentiere einen realistischen Verbesserungsplan.




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Lernkontrolle

  1. Transfer Schmiedeauftrag: Du sollst einen langen Vierkantstab am Amboss bearbeiten. Entwickle einen sicheren Ablauf von der Erwärmung bis zur Ablage und begründe die Wahl von Zange, PSA und Verkehrsweg.
  2. Maschinenstörung: Am Schmiedehammer verkantet ein Werkstück. Beschreibe, wie Du vorgehst, ohne in den Gefahrenbereich zu greifen, und erkläre die Funktion der Hammerbärsicherung.
  3. Verfahrensvergleich: Vergleiche manuelles Schmieden und maschinelles Schmieden hinsichtlich Gefährdungen, Schutzmaßnahmen und Kommunikation.
  4. PSA-Grenzen: Erkläre an zwei Beispielen, warum PSA technische Schutzmaßnahmen nicht ersetzen kann.
  5. Werkstattplanung: Bewerte einen Arbeitsplatz, an dem Funken des Winkelschleifers in Richtung Gasflaschen und Verkehrsweg fliegen. Entwickle mindestens drei vorrangige Verbesserungen.
  6. Beinaheunfall: Formuliere eine sachliche Meldung zu einem beinahe aus der Zange gerutschten Werkstück und leite daraus vorbeugende Maßnahmen ab.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Regeln aufsagen, sondern auf neue Arbeitssituationen übertragen kannst.

  1. Du erkennst mechanische, thermische, elektrische, stoffliche und ergonomische Gefährdungen.
  2. Du ordnest Schutzmaßnahmen nachvollziehbar nach dem STOP-Prinzip.
  3. Du prüfst ausgewählte Handwerkzeuge und Maschinen anhand einer Checkliste.
  4. Du begründest die Auswahl von Spannmitteln, Zangen, Schutzeinrichtungen und PSA.
  5. Du beschreibst einen sicheren Rüst- oder Störungsablauf mit Energieabschaltung und Sicherung gegen Wiedereinschalten.
  6. Du kommunizierst bei Teamarbeit eindeutig und kennst die betriebliche Rettungskette.
  7. Du dokumentierst Beobachtungen, Mängel und Verbesserungsmaßnahmen fachsprachlich korrekt.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche

Sicheres Schmieden verbindet Werkstofftechnik, Fertigungstechnik, Maschinenkunde, Ergonomie, Brandschutz und betriebliche Organisation. Fachgerechte Arbeit entsteht erst aus dem Zusammenspiel von geeignetem Werkstoff, beherrschtem Verfahren, intaktem Arbeitsmittel und wirksamer Schutzmaßnahme.


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  17. Arbeitsheft
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