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Säcksche Festspiele - Tucholsky, Kurt - Gedichtanalyse

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Säcksche Festspiele - Tucholsky, Kurt - Gedichtanalyse

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Säcksche Festspiele - Tucholsky, Kurt - Gedichtanalyse

Fach: Deutsch | Klasse: 9–10 | Thema: Lyrik, Satire, Gedichtanalyse


Einleitung

Kurzbeschreibung:

Das Gedicht „Säcksche Festspiele“ stammt von Kurt Tucholsky. Es besteht aus 16 Versen in vier Strophen.

Es beschreibt ein lautes Fest mit Uniformen, Pferden, Musik und militärischen Vorführungen. Die Darstellung wirkt komisch und übertrieben.

Deutungsansatz: Das Gedicht macht sich über militärischen Heldenkult und übertriebenen Patriotismus lustig.

Du lernst, den Text genau zu lesen, sprachliche Mittel zu erkennen und eine Deutung mit Zitaten zu begründen.

Kurt Tucholsky 1928 in Paris. Foto: Sonja Thomassen, Wikimedia Commons, GFDL 1.2.


Der Autor und die historische Ausgabe

Kurt Tucholsky lebte von 1890 bis 1935. Er war Schriftsteller, Journalist und Satiriker. Er kritisierte häufig Machtmissbrauch und Militarismus.

Gesicherte Erstveröffentlichung:

Kurt Tucholsky: „Säcksche Festspiele“, Die Schaubühne, 8. Mai 1913, Nr. 19, S. 526.

Der Text trägt die Signatur „Ignaz“. Später erschien er auch in der Sammlung Fromme Gesänge von 1919.

Die Zuordnung ist in den Textnachweisen von Wikisource und im TextGrid Repository dokumentiert.

Wichtig: Das Erscheinungsjahr des Erstdrucks ist 1913, nicht 1919.

Zeno.org – Säcksche Festspiele, Werke 1913

TextGrid – Gedicht und bibliografischer Nachweis

Wikisource – Tucholsky-Textnachweise


Quellfassung

Textgrundlage: Die folgende Fassung gibt den Wortlaut der digitalen Textüberlieferung bei TextGrid wieder. Sie ist mit dem Erstdruck von 1913 verknüpft. Die TextGrid-Edition beruht jedoch auf einer späteren Ausgabe. Ein vollständiger Zeichenvergleich mit dem Druck von 1913 wurde hier nicht vorgenommen.

Alte Schreibweisen und ungewöhnliche Wörter bleiben erhalten. Der in der digitalen Quelle sichtbare Seitenmarker gehört nicht zu den Gedichtversen.


Säcksche Festspiele – Kurt Tucholsky

In jeder Stadt streicht ein Nabolium sich die schwarze Locke
aus seiner Stirn –
jedweder Bürger prangt in prallem Waffenrocke
und einem blanken Pappmaché-Theaterhirn.

Zweihundert Pferde machen Staub und andre Sachen –
ein Böller kracht . . .
Handlungsgehilfen, Handwerksmeister wachen
lang hingestreckt, auf Posten, in der Sommernacht.

Ein Orden winkt; laut klopfen aller Herzen –
bengalisch Feuer flammt . . .
Ein Sängerchor greift tief erregt in falsche Terzen,
Nabolium schwitzt, und Yorckn rutscht die Hose – au verdammt!

Die Brücke fliegt! Gehulter und Gepulter . . .
Ein lebend Bild – wer hätte das gedacht!
Und nachher kloppt der Zar dem Friedrich Wilhelm auf die Schulter:
»Das hammer ganz fermost gemacht!«

Text: Kurt Tucholsky, gemeinfrei in Deutschland. Digitale Überlieferung: TextGrid Repository.


Lesefassung mit Versnummern

Diese Fassung erleichtert das Lesen und Zitieren.

Bearbeitung: Die Versnummern wurden ergänzt. Die Wörter bleiben unverändert. Lediglich die Zeichen für Auslassungen und die Schlussanführungszeichen sind lesefreundlich gesetzt.

Keine Übersetzung. Das Gedicht wurde ursprünglich auf Deutsch geschrieben.

01 In jeder Stadt streicht ein Nabolium sich die schwarze Locke
02 aus seiner Stirn –
03 jedweder Bürger prangt in prallem Waffenrocke
04 und einem blanken Pappmaché-Theaterhirn.

05 Zweihundert Pferde machen Staub und andre Sachen –
06 ein Böller kracht …
07 Handlungsgehilfen, Handwerksmeister wachen
08 lang hingestreckt, auf Posten, in der Sommernacht.

09 Ein Orden winkt; laut klopfen aller Herzen –
10 bengalisch Feuer flammt …
11 Ein Sängerchor greift tief erregt in falsche Terzen,
12 Nabolium schwitzt, und Yorckn rutscht die Hose – au verdammt!

13 Die Brücke fliegt! Gehulter und Gepulter …
14 Ein lebend Bild – wer hätte das gedacht!
15 Und nachher kloppt der Zar dem Friedrich Wilhelm auf die Schulter:
16 „Das hammer ganz fermost gemacht!“

Lesehilfe: Lies jede Strophe einzeln. Markiere Wörter, die ungewöhnlich oder lustig wirken.


Schwierige Wörter

Wort Einfache Erklärung
Nabolium Erfundenes Spottwort, vermutlich eine Anspielung auf Napoleon
Waffenrock Teil einer militärischen Uniform
Pappmaché Masse aus Papier und Klebstoff; hier Zeichen für etwas Künstliches
Böller Gerät für einen lauten Knall
bengalisches Feuer Farbiger pyrotechnischer Lichteffekt
Terzen Musikalische Tonabstände; „falsche Terzen“ klingen schief
Yorckn Wahrscheinlich eine spöttische Anspielung auf General Yorck
Zar Historischer Herrschertitel in Russland
Gehulter und Gepulter Spielerische, geräuschvolle Wortbildung
fermost Verfremdete Aussprache von „famos“, also großartig


Hören und Sprechen

Höre eine historische Textaufnahme von Tucholskys Werk und achte auf Betonung und Sprachrhythmus.

Hinweis: Die folgende Commons-Aufnahme enthält „Die Kartoffeln“, einen anderen Tucholsky-Text aus dem Jahr 1913. Sie ist ausdrücklich keine Aufnahme von „Säcksche Festspiele“.

Audio: LibriVox, gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Deine Leseaufgabe: Lies „Säcksche Festspiele“ selbst laut. Betone „Böller kracht“ (V. 6) und die Schlussrede (V. 16) unterschiedlich. Welche Stelle klingt spöttischer?


Historischer Hintergrund


Die Zeit um 1813

Im Jahr 1813 kämpften europäische Staaten gegen Napoleon Bonaparte.

Bei der Völkerschlacht bei Leipzig kämpften unter anderem russische und preußische Truppen gegen Napoleon und seine Verbündeten.

Auch der russische Zar Alexander I. und der preußische König Friedrich Wilhelm III. gehörten damals zu Napoleons Gegnern.

Das Gedicht erschien hundert Jahre später, 1913.

Deutungsmöglichkeit: Die Figuren im Gedicht erinnern an die Befreiungskriege. Es könnte um eine nachgestellte historische Heldenszene gehen. Der Text nennt aber keinen eindeutig nachweisbaren konkreten Festspielort.

Siegesmeldung nach der Völkerschlacht bei Leipzig. Lithografie von Franz Wolf nach Johann Nepomuk Hoechle, 1835. Gemeinfrei. Die Darstellung zeigt ein historisches Ereignis, nicht Tucholskys Festspiel.

Historische Quelle von 1813: Aufruf „An Mein Volk“ des preußischen Königs. Gemeinfrei.

Denkfrage: Warum könnte man hundert Jahre nach einer Schlacht eine große Feier veranstalten? Was könnte daran problematisch sein?


Historische Bilder und satirische Bilder

Johann Michael Voltz: „Die neue Europäische Barbierstube“, Karikatur von 1813. Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, CC BY-SA 4.0.

Eine Karikatur übertreibt, um Menschen oder Ereignisse zu kritisieren.

Tucholskys Gedicht arbeitet ähnlich: Die Figuren erscheinen wie auf einer komischen Bühne.

Bildvergleich: Beschreibe, wie die Karikatur und das Gedicht mächtige Personen darstellen.


Animierte historische Karte

Animation zum Russlandfeldzug Napoleons 1812, Marcuswikipedian, CC BY-SA 3.0.

Die Animation zeigt den Russlandfeldzug von 1812. Er gehört zur Vorgeschichte der Ereignisse von 1813.

Achtung: Sie zeigt weder die Völkerschlacht von 1813 noch das Festspiel aus dem Gedicht.


Video zum historischen Zusammenhang

Terra X History: 5 Fakten zur Völkerschlacht bei Leipzig 1813

Arbeitsfrage: Was unterscheidet die wirklichen Folgen einer Schlacht von ihrer späteren Darstellung als großes Fest?


Gedichtanalyse


Inhalt der vier Strophen

Strophe 1 – Verse 1–4:

Bürger tragen Uniformen. Die erfundene Figur „Nabolium“ tritt auf. Das Wort „Pappmaché-Theaterhirn“ lässt die Szene künstlich und lächerlich wirken.

Strophe 2 – Verse 5–8:

Pferde, ein Böller und Menschen auf Posten sorgen für viel Bewegung und Lärm.

Strophe 3 – Verse 9–12:

Ein Orden lockt. Feuer leuchtet. Ein Chor singt schief. Die feierliche Stimmung wird komisch gebrochen.

Strophe 4 – Verse 13–16:

Eine Brücke fliegt in die Luft. Die Herrscherfiguren scheinen zufrieden. Die Schlussrede klingt übertrieben und umgangssprachlich.


Form und Reime

Das Gedicht hat vier Strophen mit jeweils vier Versen.

Die Strophen nutzen überwiegend Kreuzreime nach dem Muster ABAB.

Beispiele:

„Locke“ – „Waffenrocke“ (V. 1 und 3)

„Stirn“ – „Theaterhirn“ (V. 2 und 4)

„Sachen“ – „wachen“ (V. 5 und 7)

Die unterschiedlich langen Verse erzeugen einen bewegten Sprechrhythmus.

Lernpunkt: Prüfe Reime am Klang. Ein regelmäßiges Versmaß solltest Du nicht einfach behaupten, sondern erst untersuchen.


Sprache und Stilmittel

Zitat Stilmittel Mögliche Wirkung
„Nabolium“ (V. 1) Wortspiel Eine Herrscherfigur wird verspottet
„Pappmaché-Theaterhirn“ (V. 4) Metapher Menschen wirken wie künstliche Bühnenfiguren
„Zweihundert Pferde“ (V. 5) Eindruck großer Masse Das Fest erscheint riesig und überladen
„ein Böller kracht“ (V. 6) Klangwirkung Der Leser stellt sich Lärm vor
„falsche Terzen“ (V. 11) Ironie im Zusammenhang Der feierliche Chor wirkt misslungen
„Yorckn rutscht die Hose“ (V. 12) Komische Brechung Eine Heldenfigur verliert ihre Würde
„Gehulter und Gepulter“ (V. 13) Lautmalerei und Wortspiel Die Szene klingt chaotisch
„Das hammer ganz fermost gemacht!“ (V. 16) Verfremdete Umgangssprache Die Schlussrede wirkt lächerlich

Merke: Ein sprachliches Mittel allein ist noch keine vollständige Analyse. Erkläre immer auch seine Wirkung.


Wer spricht im Gedicht?

Kurt Tucholsky ist der Autor.

Die lyrische Stimme beschreibt die Ereignisse und setzt die Figuren sprachlich in Szene. Ein ausdrücklich sprechendes lyrisches Ich steht nicht im Mittelpunkt.

Die Rede in Vers 16 gehört zur dargestellten Szene.

Wichtig: Die lyrische Stimme, die Figurenrede und der historische Autor sind nicht dasselbe.


Mögliche Deutung

Das Gedicht kann als Kritik an der Begeisterung für Militär und historische Heldendarstellungen gelesen werden.

Das „Pappmaché-Theaterhirn“ (V. 4) lässt die Beteiligten künstlich wirken.

Die „falschen Terzen“ (V. 11) stören die feierliche Stimmung.

Die komische Schlussrede (V. 16) kann zeigen, wie lächerlich die Selbstzufriedenheit der Figuren wirkt.

Deutungshypothese: Tucholskys Gedicht könnte davor warnen, Krieg und militärische Macht als bloßes Unterhaltungsspektakel zu feiern.

Das ist eine begründete Interpretation, keine wörtliche Aussage des Gedichts.


Video: Was ist Satire?

Kurt Tucholsky – „Was darf die Satire?“

Das Video behandelt Tucholskys Satireverständnis und nicht unmittelbar „Säcksche Festspiele“.

Arbeitsfrage: Warum kann Spott ein Mittel sein, um Macht und gesellschaftliche Gewohnheiten zu kritisieren?


So schreibst Du Deine Gedichtanalyse

Dein Text braucht drei Teile.

Einleitung: Nenne Autor, Titel, Erscheinungsjahr und Thema.

Hauptteil: Erkläre Inhalt, Form, Sprache und Wirkung. Benutze mindestens drei kurze Zitate mit Versangaben.

Schluss: Formuliere, welche Kritik Du im Gedicht erkennst.

Beispiel:

Das Wort „Pappmaché-Theaterhirn“ (V. 4) wirkt abwertend. Es lässt die Bürger wie künstliche Figuren erscheinen. So könnte das Gedicht gedankenlose Begeisterung für militärische Feiern kritisieren.

Hilfssatz:

„In Vers ... steht ... . Dieses Wort wirkt ... , weil ... . Dadurch könnte ... kritisiert werden.“


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Zitiergestütztes Lesequiz – 10 Fragen

Lies bei jeder Frage die angegebene Textstelle. Wähle die passende Antwort.

Was ist „Nabolium“ in Vers 1? (Ein erfundener Spottname) (!Ein nachgewiesener Ortsname) (!Ein Musikstück) (!Ein Pferdename)



Was beschreibt „Waffenrocke“ in Vers 3? (Eine militärische Kleidung) (!Eine Theaterkulisse) (!Ein Musikinstrument) (!Eine Brücke)



Welche Vorstellung entsteht durch „Pappmaché-Theaterhirn“ in Vers 4? (Die Bürger wirken künstlich und gedankenlos) (!Die Bürger besitzen besonders viel Wissen) (!Die Bürger bauen eine Schule) (!Die Bürger lesen Theaterkritiken)



Was wird in Vers 5 ausdrücklich genannt? (Zweihundert Pferde) (!Zweihundert Sänger) (!Zweihundert Brücken) (!Zweihundert Könige)



Welches Geräusch nennt Vers 6? (Einen Böllerknall) (!Das Läuten einer Glocke) (!Das Rauschen eines Flusses) (!Das Pfeifen eines Zuges)



Was wird in Vers 9 in Aussicht gestellt? (Ein Orden) (!Ein Theaterpreis) (!Ein Schulzeugnis) (!Ein Reisegutschein)



Wie wird der Gesang in Vers 11 beschrieben? (Er enthält falsche Terzen) (!Er erklingt völlig fehlerfrei) (!Er bleibt unhörbar) (!Er wird von einer einzigen Flöte gespielt)



Was passiert der Figur Yorckn in Vers 12? (Ihr rutscht die Hose) (!Sie verliert ihren Hut) (!Sie besteigt ein Pferd) (!Sie schläft ein)



Was geschieht nach Vers 13? (Eine Brücke fliegt in die Luft) (!Eine Brücke wird neu gestrichen) (!Eine Brücke wird eingeweiht) (!Eine Brücke wird vermessen)



Wie wirkt die Schlussrede „Das hammer ganz fermost gemacht!“ in Vers 16 im Zusammenhang des Gedichts? (Spöttisch und komisch) (!Traurig und feierlich) (!Wissenschaftlich und sachlich) (!Bedrohlich und geheimnisvoll)





Memory

Finde die passenden Begriffe und Erklärungen.

Waffenrock Uniformkleidung
Pappmaché Papiermasse
Böller Knallgerät
Terzen Tonabstände
Zar Russischer Herrschertitel
Nabolium Erfundenes Spottwort
Kreuzreim Wechselndes Reimmuster





Drag and Drop

Ordne die sprachlichen Mittel ihren Wirkungen zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Wirkung
Ironie Spöttischer Gegensatz
Lautmalerei Nachahmung von Geräuschen
Metapher Bildlicher Ausdruck
Kreuzreim Wechselnder Reimklang
Wortspiel Veränderung von Wortbedeutungen
Übertreibung Verstärkte Darstellung





Kreuzworträtsel

Satire Wie nennt man spöttische Gesellschaftskritik in der Literatur?
Schaubühne In welcher Zeitschrift erschien das Gedicht 1913?
Böller Was kracht im sechsten Vers?
Terzen Was klingt beim Sängerchor falsch?
Napoleon An welchen historischen Herrscher erinnert der Spottname Nabolium?
Yorck Welcher preußische General könnte mit Yorckn gemeint sein?





LearningApps

Suche nach weiteren Übungen zu diesem Gedicht und zu Tucholsky.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Kurt Tucholsky veröffentlichte das Gedicht im Jahr

.
Die Zeitschrift hieß Die

.
Das Gedicht besteht aus vier

.
Insgesamt hat es sechzehn

.
Die erfundene Figur heißt

.
Die Bürger tragen einen militärischen

.
In der zweiten Strophe kracht ein

.
Der Sängerchor singt in falschen

.
In der letzten Strophe fliegt eine

in die Luft.
Ein russischer Herrscher wird als

bezeichnet.
Spöttische Gesellschaftskritik kann man als

bezeichnen.
Die Darstellung kann eine Kritik am

sein.




Offene Aufgaben

Diese Aufgaben werden nicht automatisch bewertet. Besprich Deine Ergebnisse mit der Lehrkraft oder Deiner Lerngruppe.


Leicht

  1. Textverständnis: Schreibe zu jeder Strophe einen einfachen Satz.
  2. Wortschatz: Erkläre fünf schwierige Wörter aus dem Gedicht mit eigenen Worten.
  3. Textbelege: Suche drei lustige Wörter. Notiere die Versnummern und begründe Deine Auswahl.
  4. Bildbeschreibung: Beschreibe eine historische Abbildung aus dem Kurs in fünf Sätzen. Erkläre, warum sie nur ein Kontextbild ist.

Hilfe: Beginne mit „In dieser Strophe passiert ...“ oder „Das Wort ... klingt komisch, weil ...“.


Standard

  1. Gedichtanalyse: Schreibe einen Analyseabsatz zu „Pappmaché-Theaterhirn“ mit Zitat, Erklärung und Wirkung.
  2. Satire: Schreibe einen kurzen Kommentar darüber, warum eine militärische Feier zugleich beeindruckend und lächerlich erscheinen kann.
  3. Kreatives Schreiben: Verfasse einen fiktiven Tagebucheintrag eines Zuschauers des Festspiels. Kennzeichne ihn als erfundenen Text.
  4. Perspektivwechsel: Schreibe eine kurze Szene aus Sicht eines der Pferde. Zeige dabei den Unterschied zwischen großem Heldenfest und alltäglicher Wirklichkeit.

Hilfe: Nutze die Reihenfolge „Beobachtung – Textbeleg – Erklärung – Deutung“.


Schwer

  1. Gedichtinterpretation: Verfasse eine vollständige Gedichtanalyse von etwa 300 bis 400 Wörtern mit mindestens drei Zitaten.
  2. Quellenkritik: Vergleiche die digitale Gedichtfassung mit einer anderen Ausgabe. Dokumentiere genau, wo Du Unterschiede in Schreibung oder Zeichensetzung findest.
  3. Kreatives Schreiben: Schreibe eine eigene kurze Satire über eine übertriebene öffentliche Inszenierung. Erkläre anschließend zwei Deiner Stilmittel.
  4. Geschichtsbewusstsein: Schreibe einen argumentierenden Text darüber, wie historische Kriege heute erinnert werden sollten. Beziehe das Gedicht und mindestens eine seriöse historische Quelle ein.

Hilfe: Unterscheide historische Tatsachen, Beobachtungen im Gedicht und eigene Bewertungen. Begründe jede wichtige Deutung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Die folgenden Aufgaben verlangen Zusammenhänge und eigene Überlegungen.

  1. Satire und Wirkung: Erkläre mit zwei Zitaten, warum ein scheinbar feierliches Ereignis im Gedicht lächerlich wirkt.
  2. Geschichte und Literatur: Begründe, warum sich ein 1913 veröffentlichtes Gedicht auf historische Gestalten aus der Zeit um 1813 beziehen könnte, ohne selbst ein historischer Bericht zu sein.
  3. Sprache und Macht: Untersuche, wie ein Spottname die Wahrnehmung einer mächtigen Person verändert.
  4. Text und Bild: Vergleiche die Karikatur „Die neue Europäische Barbierstube“ mit dem Gedicht. Arbeite eine Gemeinsamkeit und einen Unterschied heraus.
  5. Lyrische Stimme: Erkläre, warum Du die Figurenrede in Vers 16 nicht einfach als Meinung des Autors bezeichnen darfst.
  6. Transfer: Übertrage Tucholskys satirische Technik auf eine heutige, selbst gewählte Inszenierung. Bleibe dabei sachlich und respektvoll.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis erstellst Du eine kurze schriftliche Gedichtanalyse.

Wichtige Bestandteile:

  1. Textkenntnis: Du kannst die vier Strophen in eigenen Worten zusammenfassen.
  2. Historische Einordnung: Du nennst den Erstdruck von 1913 korrekt.
  3. Form: Du erkennst Strophen, Verse und Reime.
  4. Sprache: Du erläuterst mindestens drei sprachliche Auffälligkeiten.
  5. Zitate: Du verwendest korrekte Versangaben.
  6. Deutung: Du unterscheidest gesicherte Beobachtungen von möglichen Interpretationen.
  7. Eigenleistung: Du entwickelst eine begründete Aussage zur Wirkung der Satire.
  8. Quellenarbeit: Du unterscheidest historische Quellen, digitale Textfassungen und eigene Bearbeitungen.

Bewertung: Textverständnis, Nachvollziehbarkeit, passende Zitate, eigene Argumentation und sprachliche Klarheit. Die Lehrkraft bewertet die offenen Antworten, nicht ein automatisches System.




OERs zum Thema


Freie Texte und historische Quellen

  1. Zeno.org: Säcksche Festspiele
  2. TextGrid Repository: Gedicht mit bibliografischem Nachweis
  3. Wikisource: Tucholsky-Textnachweise
  4. Wikisource: Historische Zeitschrift und Digitalisate
  5. Deutsches Historisches Museum: Kurt Tucholsky
  6. Deutsches Historisches Museum: 1813 – Völkerschlacht

Wikipedia – Kurt Tucholsky:

Rechtehinweis: Der Gedichttext ist in Deutschland gemeinfrei, weil Kurt Tucholsky 1935 starb und die reguläre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Digitale Editionen besitzen eigene Metadaten und gegebenenfalls eigene Nutzungsbedingungen.

Die Wikipedia-Texte und die hier verwendeten Commons-Dateien besitzen jeweils ihre eigenen ausgewiesenen Lizenzen. YouTube-Videos sind externe Einbettungen und deshalb nicht automatisch freie OER zur Weiterveröffentlichung.


Mediennachweise und Lizenzen

Alle folgenden Mediendateien stammen aus Wikimedia Commons. Die angegebenen Lizenzen beziehen sich jeweils auf die genannte Datei.

Medium Urheber und Rechte Dateiseite
Tucholsky-Porträt 1928 Sonja Thomassen, GFDL 1.2 Commons
Siegesmeldung Leipzig 1813 Franz Wolf nach Johann Nepomuk Hoechle, 1835, gemeinfrei Commons
Aufruf „An Mein Volk“ Historisches Dokument von 1813, gemeinfrei Commons
Karikatur „Barbierstube“ Johann Michael Voltz, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, CC BY-SA 4.0 Commons
Animierte Karte zum Russlandfeldzug Marcuswikipedian, CC BY-SA 3.0 Commons
Hördatei „Die Kartoffeln“ Kurt Tucholsky, LibriVox, gemeinfreie Aufnahme Commons

Lizenztexte:

GNU Free Documentation License 1.2

CC BY-SA 4.0

CC BY-SA 3.0

Bearbeitungsvermerk: Die Commons-Medien werden hier unverändert eingebunden. Die gekennzeichnete Lesefassung des Gedichts ist eine redaktionelle Texthilfe. Die Animation und die Tonaufnahme beziehen sich auf historische Zusammenhänge beziehungsweise andere Werke und werden nicht als Originaldokumentation der Gedichtszene ausgegeben.

YouTube-Nachweise:

  1. Terra X History: 5 Fakten zur Völkerschlacht bei Leipzig 1813
  2. MOOCit: Kurt Tucholsky – Was darf die Satire?


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