Projekt Elektromobilität im Servicebetrieb – Ein Elektromobilitätsangebot fachlich präsentieren
Projekt Elektromobilität im Servicebetrieb – Ein Elektromobilitätsangebot fachlich präsentieren
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Projekt Elektromobilität im Servicebetrieb – Ein Elektromobilitätsangebot fachlich präsentieren
Projektorientierter Lernkurs für die Berufsausbildung
Zielgruppe: Auszubildende im Kfz-Service, insbesondere Kfz-Mechatronikerinnen und Kfz-Mechatroniker, sowie verwandte technische und kaufmännische Ausbildungsberufe.
Leitfrage: Wie präsentierst Du ein Elektromobilitätsangebot technisch richtig, sicher und ohne unrealistische Versprechen?
Lernform: Sechs kurze Lerneinheiten, ein fortlaufendes Projektdossier und eine begründete Abschlusspräsentation.
Zeitrahmen: Etwa 4 bis 6 Unterrichtsstunden einschließlich Projektarbeit.

Bildimpuls: Was erwarten Kundinnen und Kunden von einem Elektromobilitätsservice?
Einleitung
Elektromobilität verändert den Kfz-Service. Kundinnen und Kunden benötigen verständliche Informationen über Elektroantrieb, Traktionsbatterie, Ladeinfrastruktur, Reichweite, Kosten und Sicherheit.
Du entwickelst ein Elektromobilitätsangebot für einen fiktiven Servicebetrieb. Das Ergebnis besteht aus einer fachlichen Präsentation und einem überprüfbaren Projektdossier.
Deine Lernziele:
- Technik: Du erklärst wichtige Fahrzeugkomponenten und Energieflüsse.
- Laden: Du vergleichst AC- und DC-Laden und berechnest Modellwerte.
- Sicherheit: Du erkennst Tätigkeitsgrenzen und erforderliche Freigaben.
- Prüfdaten: Du interpretierst simulierte Daten ohne voreilige Diagnosen.
- Beratung: Du formulierst ein nachvollziehbares Serviceangebot.
- Präsentieren: Du belegst Aussagen, benennst Grenzen und beantwortest Rückfragen.
Verbindliche Sicherheitsgrenze: Arbeiten an Hochvoltsystemen, Traktionsbatterien und PV-Gleichspannungsanlagen erfolgen in diesem Lernkurs ausschließlich theoretisch, anhand vorhandener Dokumentation oder in dafür geeigneten, sicheren Simulationen. Es gibt keine Arbeiten am geöffneten Hochvoltsystem, keine realen Hochvoltmessungen und keine Anleitung zur Spannungsfreischaltung. Der Kurs vermittelt weder eine HV-Qualifikation noch eine betriebliche Arbeitsfreigabe.
Der Ausbildungsfall
Kundenauftrag: Servicebetrieb Stromblick
Der fiktive Kfz-Servicebetrieb Stromblick möchte ein Angebot namens E-Mobilitäts-Ladecheck und Kundenberatung vorstellen.
Eine Kundin berichtet: „Mein Elektroauto lädt manchmal langsamer als erwartet. Ich möchte wissen, welche Lademöglichkeit zu meinem Alltag passt und was Ihre Werkstatt sicher prüfen kann.“
| Falldatum | Angabe |
|---|---|
| Fahrzeug | Fiktives Modell E60 |
| Nutzbare Batteriekapazität | 60 kWh |
| Ladezustand zu Beginn | 30 % |
| Gewünschter Ladezustand | 80 % |
| AC-Ladeleistung laut Fallbeschreibung | maximal 11 kW |
| DC-Ladeleistung laut Fallbeschreibung | maximal 100 kW |
| Alltag | 60 km Fahrstrecke pro Tag |
| Modellverbrauch | 17,5 kWh je 100 km |
| Modellstrompreis | 0,35 € je kWh |
| Angenommener AC-Gesamtladewirkungsgrad | 90 % |
Wichtig: Fahrzeug, Kundin, Messwerte und Preise sind erfundene Unterrichtsdaten, keine Herstellerdaten, Messprotokolle oder aktuellen Marktangebote.
Dein Auftrag: Erstelle eine Empfehlung mit nachvollziehbaren Berechnungen, einer Sicherheitsabgrenzung und klaren Bedingungen für weiterführende Werkstattleistungen.
Dein fortlaufendes Projektdossier
Nutze eine Mappe, eine Präsentationsdatei oder ein digitales Portfolio.
| Baustein | Dein Arbeitsergebnis |
|---|---|
| D1 – Kundenauftrag | Bedarf, Fragen und Serviceziel |
| D2 – Systemskizze | Beschrifteter Energiefluss |
| D3 – Sicherheitskonzept | Gefahren, Grenzen, Qualifikation, Freigabe |
| D4 – Prüfdatenblatt | Auswertung simulierter Daten |
| D5 – Rechen- und Simulationsblatt | Energie, Ladezeiten, Kosten und Annahmen |
| D6 – Serviceangebot | Leistungsumfang und Ausschlüsse |
| D7 – Projektabgabe | Präsentation, Quellen, Reflexion und begründete Entscheidung |
Arbeitsregel: Kennzeichne jede Information mit F für Fallannahme, S für Simulation oder Q für nachgewiesene Fachquelle. Ergänze Datum und Fundstelle bei Quellen.
Lerneinheit 1: Das Elektroauto verstehen
Zeit: 10–15 Minuten | Dossier: D1 und D2

Lernbild: Grundstruktur eines batterieelektrischen Fahrzeugs. Beschrifte die Bauteile mit deutschen Fachbegriffen.
Die Traktionsbatterie speichert elektrische Energie. Die Leistungselektronik steuert den Energiefluss. Der Elektromotor wandelt elektrische in mechanische Energie um.

Beispiel einer Fahrzeugbatterie als Anschauungsbild – nicht öffnen oder bearbeiten.

Fünf Begriffe: BMS überwacht Batteriezustände, Wechselrichter wandelt Gleichstrom für den AC-Antrieb um, Elektromotor erzeugt Bewegung, Rekuperation gewinnt Bremsenergie teilweise zurück und Bordladegerät ermöglicht die AC-Ladung der Batterie.
Mini-Auftrag: Zeichne den vereinfachten Energiefluss Batterie → Leistungselektronik → Motor → Räder. Ergänze den Rückfluss bei der Rekuperation.
Dossier D2: Eine eigene beschriftete Skizze mit kurzer Funktionsbeschreibung.
Fachquelle: ADAC: Aufbau und Funktion des Elektroantriebs
Lerneinheit 2: AC und DC fachlich erklären
Zeit: 15 Minuten | Dossier: D2 und D5

Steckervergleich: links CCS Combo 2, rechts Typ 2. Erkenne die Unterschiede.
ADAC: E-Auto laden – Ladearten und Ladestecker.
| Kriterium | AC-Laden | DC-Laden |
|---|---|---|
| Stromart | Wechselstrom | Gleichstrom |
| Typischer Anschluss in Europa | Typ 2 | CCS Combo 2 |
| Umwandlung in Gleichstrom | Durch das Bordladegerät | Durch die externe Ladeeinrichtung |
| Entscheidende Begrenzungen | Fahrzeug, Ladepunkt und Installation | Fahrzeug, Ladestation, Temperatur und Batteriezustand |
| Typische Verwendung | Laden während längerer Standzeiten | Schnelleres Nachladen unterwegs |
Merksatz: Die maximale Ladeleistung eines Ladepunkts ist kein Versprechen für die tatsächlich erreichte Fahrzeugladeleistung.
EWE SMARTGEBER: Typ 2, CCS und Schuko im Vergleich. Das Video dient der Kundenberatung, nicht als Arbeitsanweisung.
Mini-Auftrag: Stelle AC- und DC-Laden als zwei Pfeildiagramme dar. Markiere, wo die Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom erfolgt.
Dossier D5: Eine Vergleichsskizze mit einer begründeten Empfehlung für tägliches Laden und Langstreckenfahrten.
Fachquelle: Bundesnetzagentur: Anforderungen an Ladeanschlüsse
Lerneinheit 3: Sicherheit und Fachfreigaben
Zeit: 15 Minuten | Dossier: D3

Grundsatz: Eine technische Erklärung ist keine Berechtigung zu einer technischen Arbeit.
Für Arbeiten an Serienfahrzeugen mit Hochvoltsystemen beschreibt die DGUV Information 209-093 ein gestuftes Qualifizierungskonzept.
| Stufe im Service | Bedeutung für die Einordnung |
|---|---|
| S | Sensibilisierte Person für den vorgesehenen Umgang mit HV-Fahrzeugen |
| 1S | Fachkundig unterwiesene Person für festgelegte allgemeine, nichtelektrotechnische Arbeiten |
| 2S | Fachkundige Person Hochvolt für bestimmte Arbeiten an HV-Systemen im spannungsfreien Zustand |
| 3S | Besondere Fachkunde für Arbeiten an unter Spannung stehenden HV-Systemen |
Die Stufen allein ersetzen keine Gefährdungsbeurteilung, keine aktuelle Unterweisung, keine Herstellervorgaben und keine konkrete betriebliche Freigabe. Voraussetzungen hängen von der Tätigkeit und den nachgewiesenen Kompetenzen ab.
Für Deinen Ausbildungsfall gilt:
- Kundenberatung: Technische Informationen aus verlässlichen Quellen erläutern.
- Simulation: Datensätze auswerten und Entscheidungen begründen.
- Gefährdungsbeurteilung: Risiken und zuständige Fachpersonen benennen.
- Hochvolttechnik: Keine realen Eingriffe, Öffnungen, HV-Messungen oder Prüfabläufe durchführen.
- Photovoltaik: Keine elektrischen Arbeiten an PV-Modulen, DC-Leitungen oder Wechselrichtern durchführen.
Bei einer unbekannten Beschädigung, Auffälligkeit oder unklaren Freigabe: Keine eigenständige technische Weiterarbeit. Sachverhalt dokumentieren und an das zuständige Fachpersonal übergeben.
Auch Ladeleitungen unterliegen spezifischen Anforderungen: Für wiederkehrende Prüfungen verweist die 2026 veröffentlichte FBETEM-009 auf zusätzliche Qualifizierungen. Eine allgemeine HV-Kursbescheinigung ersetzt diese nicht.
Dossier D3: Erstelle eine Freigabe-Ampel für die drei Kategorien „theoretisch zulässig“, „nur nach betrieblicher Freigabe“ und „außerhalb unseres Lernprojekts“.
Verbindliche Quellen: DGUV Information 209-093 und DGUV FBETEM-009, Juli 2026.
Lerneinheit 4: Simulierte Prüfdaten lesen
Zeit: 15 Minuten | Dossier: D4
ADAC: Lebensdauer und Gesundheitszustand von Elektroauto-Batterien.
Der State of Charge (SoC) beschreibt den Ladezustand. Der State of Health (SoH) beschreibt einen geschätzten Gesundheitszustand der Batterie und hängt von der verwendeten Bestimmungsmethode ab.
Simulierter Datenauszug aus der Lernsoftware – keine realen Prüfergebnisse:
| Datensatz | Simulierte Beobachtung | Fachliche Frage |
|---|---|---|
| A | AC-Ladepunkt bietet 11 kW; Fahrzeug nimmt 7,4 kW auf | Welche Begrenzung könnte vorliegen? |
| B | DC-Ladepunkt bietet bis zu 100 kW; Anzeige zeigt 42 kW bei 75 % SoC und 8 °C | Welche Randbedingungen könnten relevant sein? |
| C | Simulierte App zeigt keinen Fehlercode | Was lässt sich daraus gerade nicht sicher ableiten? |
Hinweise zur Interpretation: Die angebotene Leistung entspricht nicht automatisch der aufgenommenen Leistung. Eine einzelne Ladeleistungsanzeige beweist keinen Batteriedefekt. Kein Fehlercode bedeutet nicht, dass der Batteriezustand nachgewiesen einwandfrei ist.

Denke bei der Analyse an Temperaturmanagement, BMS, Ladezustand und die Grenzen der verwendeten Daten.
Mini-Auftrag: Schreibe zu jedem Datensatz eine mögliche Erklärung, eine offene Frage und den nächsten zulässigen organisatorischen Schritt. Trenne Beobachtung von Vermutung.
Dossier D4: Eine Tabelle mit Beobachtung – Hypothese – fehlender Nachweis – sichere Weitergabe.
Fachquelle: ADAC: Batteriecheck und Aussagekraft eines Batterietests, 08.10.2026
Lerneinheit 5: Ladezeiten und Kosten simulieren
Zeit: 15 Minuten | Dossier: D5
Rechenmodell: Nutze ausschließlich die angegebenen fiktiven Fallwerte.
| Fragestellung | Modellrechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Energiebedarf pro Tag | 60 km × 17,5 kWh / 100 km | 10,5 kWh |
| Batteriezuwachs von 30 auf 80 % SoC | 60 kWh × 0,50 | 30 kWh |
| Netzenergie bei 90 % Wirkungsgrad | 30 kWh / 0,90 | rund 33,3 kWh |
| Idealisierte AC-Ladezeit bei 11 kW | 33,3 kWh / 11 kW | rund 3,0 Stunden |
| Idealisierte AC-Ladezeit bei 7,4 kW | 33,3 kWh / 7,4 kW | rund 4,5 Stunden |
| Modellkosten des Netzbezugs | 33,3 kWh × 0,35 €/kWh | rund 11,67 € |
Einordnung: Die vereinfachte Rechnung setzt konstante Ladeleistung und den angenommenen Gesamtwirkungsgrad voraus. In der Realität können Leistung, Verluste, Vorkonditionierung und Nebenverbrauch abweichen. Sie ist weder ein verbindliches Ladezeitversprechen noch ein Preisangebot.
Sichere DC-Simulation: Vergleiche die folgenden vom Simulator vorgegebenen Leistungsabschnitte.
| SoC-Bereich | Modellierte mittlere Leistung | Zugeladene Batterieenergie | Idealisierte Zeit |
|---|---|---|---|
| 30–50 % | 70 kW | 12 kWh | rund 10,3 Minuten |
| 50–65 % | 50 kW | 9 kWh | rund 10,8 Minuten |
| 65–80 % | 30 kW | 9 kWh | rund 18,0 Minuten |
| Gesamt | Veränderliche Ladeleistung | 30 kWh | rund 39,1 Minuten |
Grenze: Diese modellierte Ladekurve ist frei erfunden und nicht auf ein reales Fahrzeug übertragbar. Zusätzliche Verluste und Ladeunterbrechungen sind nicht enthalten.
ADAC: Öffentliches Laden und transparente Ladebedingungen.
Mini-Auftrag: Zeichne aus den simulierten DC-Daten ein Säulendiagramm. Erkläre, warum „100 kW maximal“ keine konstante Ladeleistung bedeutet.
Dossier D5: Berechnungsblatt, Diagramm, verwendete Annahmen und zwei mögliche Fehlerquellen.
Lerneinheit 6: PV-Option und Serviceangebot
Zeit: 15–20 Minuten | Dossier: D6

Photovoltaik im Parkraum – ein möglicher Bestandteil der Ladeinfrastruktur.

Vergleiche die Flächennutzung. Welche Informationen bräuchte eine fachgerechte Planung?

Vereinfachtes PV-Energieflussschema. Nur theoretische Betrachtung.
Eine Photovoltaikanlage erzeugt Gleichstrom. Ein geeigneter Wechselrichter und die weitere Ladeinfrastruktur ermöglichen die Nutzung im Gebäude und für das Fahrzeug.
PV-Modellsimulation:
| Modellgröße | Beispielwert |
|---|---|
| Momentane PV-Leistung | 3,5 kW |
| Gleichzeitige Gebäudelast | 1,2 kW |
| Rechnerischer Überschuss | 2,3 kW |
Interpretation: 2,3 kW rechnerischer Überschuss bedeuten nicht automatisch, dass das Fahrzeug ausschließlich mit PV-Strom laden kann. Mindestladestrom, Phasenbetrieb, Energiemanagement, Netzbezug und Fahrzeugkompatibilität müssen fachgerecht berücksichtigt werden.
Es werden keine PV-Schaltungen, Anschlussarbeiten oder Messungen an realen PV-Spannungen durchgeführt. Installation und Prüfung gehören ausschließlich in entsprechend qualifizierte und beauftragte Hände.
Fachquelle: ADAC: PV-Überschussladen, September 2026
Dein Serviceangebot
| Angebotsbaustein | Inhalt und Grenze |
|---|---|
| Kundenberatung | Ladearten, Steckertypen, Alltagsbedarf und nachvollziehbare Modellrechnungen erläutern |
| Transparente Ladeanalyse | Freigegebene oder simulierte Daten mit Herkunftsangabe auswerten und Auffälligkeiten einordnen |
| Dokumentierte Empfehlung | Geeignete Ladeoption, Annahmen und offene Fragen schriftlich festhalten |
| Weiterführende Fachprüfung | Nur als gesonderter, konkret freigegebener Werkstattauftrag durch nachweislich qualifizierte Personen |
| Nicht enthalten | Hochvoltöffnung, HV-Messung im Lernprojekt, Batteriereparatur, PV-Elektroinstallation und nicht belegte Batteriezertifikate |
Mini-Auftrag: Erstelle eine einseitige Angebotskarte mit Kundennutzen, technischen Aussagen, Grenzen und einem Feld „Noch fachlich zu klären“.
Dossier D6: Deine fertige Angebotskarte.
Projektdossier: Hilfen und Feedback
Drei gestufte Hilfen
| Stufe | Unterstützung |
|---|---|
| Hilfe 1 – Leitfrage | Was weiß ich? Woher? Was ist noch unklar? |
| Hilfe 2 – Struktur | Zeichnung: Quelle → Umwandlung → Speicher → Verbraucher. Daten: Beobachtung → Erklärung → Grenze. |
| Hilfe 3 – Musteransatz | Ladeenergie in der Batterie = nutzbare Kapazität × SoC-Differenz. Netzenergie = Batterieenergie / Wirkungsgrad. Jede Rechnung benötigt Einheiten und Annahmen. |
Nutze zunächst Hilfe 1 und dokumentiere, welche Hilfestufe Du tatsächlich benötigt hast.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
| Niveau | Aufgabe | Begründetes Feedback zur Selbstkontrolle |
|---|---|---|
| Basis | B1: Beschrifte Batterie, Motor, Wechselrichter und Bordladegerät. | Richtig ist eine funktionale Zuordnung. Die Bauteile übernehmen unterschiedliche Aufgaben, die im Energiefluss nicht vertauscht werden dürfen. |
| Basis | B2: Ordne Typ 2 und CCS den üblichen Ladearten zu. | Typ 2 steht beim europäischen Pkw typischerweise für AC-Laden; CCS Combo 2 ermöglicht DC-Laden. Entscheidend bleibt die tatsächliche Fahrzeugkompatibilität. |
| Basis | B3: Unterscheide SoC von SoH. | SoC beschreibt den Ladezustand, SoH einen geschätzten Gesundheitszustand. Ein einzelner SoC-Wert beweist keinen Batteriezustand. |
| Anwendung | A1: Berechne den Energiebedarf für 60 km. | Bei 17,5 kWh pro 100 km sind es 10,5 kWh. Die Einheit und der angenommene Verbrauch müssen angegeben werden. |
| Anwendung | A2: Analysiere Datensatz B aus der Simulation. | 42 kW sind eine Beobachtung, kein Defektnachweis. SoC, Temperatur und Ladekurve können wesentlich sein. |
| Anwendung | A3: Formuliere eine sichere Zuständigkeitsgrenze. | Eine dokumentierte Übergabe an zuständiges Fachpersonal ist richtig, weil Fachkunde und Freigabe tätigkeitsbezogen erforderlich sind. |
| Transfer | T1: Reagiere auf die Kundenforderung „100 kW müssen immer verfügbar sein“. | Ein seriöses Angebot erläutert begrenzende Faktoren. Die Angabe der Maximalleistung allein ermöglicht keine verbindliche Zeitprognose. |
| Transfer | T2: Beurteile PV-Überschussladen an einem bewölkten Tag. | Schwankende PV-Leistung kann die Ladung begrenzen oder Netzbezug erfordern. Der rechnerische Überschuss allein reicht als Eignungsnachweis nicht aus. |
| Transfer | T3: Eine Person verlangt einen SoH-Nachweis allein aus einer Ladeleistungsanzeige. | Das muss begründet abgelehnt werden. Ein überprüfbarer Batteriezustandsbericht erfordert ein geeignetes validiertes Verfahren und die nötige Zuständigkeit. |
Feedback-Regel: Vergleiche erst nach Deiner eigenen Lösung. Korrigiere das Projektdossier und notiere in einem Satz, warum die Änderung notwendig war.
Abschlussprojekt: Das Angebot fachlich präsentieren
Deine Abgabe: Eine Präsentation von 4–6 Minuten und das vollständige Projektdossier D1–D7.
| Präsentationsphase | Inhalt |
|---|---|
| Einstieg | Kundenproblem und Auftrag |
| Technik | Eigene System- und Ladeskizze |
| Prüfdaten | Simulierte Beobachtungen und fachliche Unsicherheit |
| Berechnung | Verbrauch, Ladezeit und Kosten mit Annahmen |
| Sicherheit | Zuständigkeiten, Qualifikation und Arbeitsgrenzen |
| Empfehlung | Verständliches Serviceangebot mit transparenten Ausschlüssen |
Abschlusssatz: „Ich empfehle dieses Angebot, weil … . Die Aussage gilt unter folgenden Annahmen … . Folgende Fragen müssen durch zuständige Fachpersonen geprüft werden … .“
D7: Ergänze eine persönliche Reflexion: Welche Deiner ersten Annahmen hast Du aufgrund von Daten, Feedback oder Fachquellen verändert?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welches Bauteil speichert beim batterieelektrischen Fahrzeug die elektrische Fahrenergie? (Traktionsbatterie) (!Bremsscheibe) (!Differenzial) (!Ladebuchse)
Welche Aufgabe übernimmt der Wechselrichter im Elektroantrieb? (Er wandelt Gleichstrom in geeigneten Wechselstrom um) (!Er speichert elektrische Energie chemisch) (!Er misst den Reifenluftdruck) (!Er ersetzt die mechanische Betriebsbremse)
Wo erfolgt beim typischen AC-Laden die Umwandlung für die Traktionsbatterie? (Im Bordladegerät des Fahrzeugs) (!Im Reifen) (!Im Antriebsdifferenzial) (!Im Fahrwerksdämpfer)
Welcher Anschluss wird in Europa üblicherweise für das DC-Schnellladen von Pkw verwendet? (CCS Combo 2) (!HDMI) (!USB Typ A) (!RJ45)
Was beschreibt der State of Charge? (Den aktuellen Ladezustand) (!Die garantierte Batterielebensdauer) (!Die Geschwindigkeit des Elektromotors) (!Die Qualifikation einer Servicefachkraft)
Wie muss ein frei erfundener Messdatensatz im Projektdossier gekennzeichnet werden? (Als Simulation) (!Als zertifizierte Fahrzeugprüfung) (!Als bestätigte Herstellerdiagnose) (!Als tatsächliche Kundenmessung)
Welche Grundlage beschreibt Qualifizierungen für Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen? (DGUV Information 209-093) (!Straßenverkehrsordnung) (!Schulordnung) (!Führerscheinprüfungsverordnung)
Welche Schlussfolgerung ist bei niedriger DC-Ladeleistung in einer einzelnen Beobachtung zulässig? (Die Ursache bleibt zunächst offen) (!Die Traktionsbatterie ist sicher defekt) (!Das Fahrzeug muss sofort ersetzt werden) (!Die Ladestation ist immer fehlerhaft)
Was ergibt sich aus 3,5 kW PV-Leistung und 1,2 kW Gebäudelast rechnerisch? (2,3 kW Überschuss) (!4,7 kW Überschuss) (!3,5 kWh Batteriekapazität) (!1,2 kWh Ladeverlust)
Was zeichnet ein fachlich seriöses Serviceangebot aus? (Es nennt Leistungen Voraussetzungen und Grenzen) (!Es garantiert stets die maximale Ladeleistung) (!Es ersetzt alle erforderlichen Fachfreigaben) (!Es verspricht ohne Prüfung eine fehlerfreie Batterie)
Memory
Finde passende Fachbegriffe und ihre Bedeutungen.
| Traktionsbatterie | Chemischer Fahrenergiespeicher |
| Wechselrichter | Umwandlung für den elektrischen Antrieb |
| Rekuperation | Rückgewinnung von Bremsenergie |
| Bordladegerät | Wechselstromladung im Fahrzeug |
| Ladekurve | Verlauf der Ladeleistung |
| Fachfreigabe | Betriebliche Erlaubnis für eine bestimmte Tätigkeit |
| Batteriemanagementsystem | Überwachung von Batteriezuständen |
Drag and Drop
Ordne die Begriffe den passenden technischen Funktionen zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Kundenberatung | Verständliche Erklärung des Leistungsumfangs |
| Gleichstromladen | Externe Umwandlung für die Batterieladung |
| Sicherheitskonzept | Tätigkeitsgrenzen und Zuständigkeiten |
| Simulationsprotokoll | Gekennzeichnete künstliche Prüfdaten |
| Batteriezustandsbewertung | Methodisch begründete Aussage zum Gesundheitszustand |
Kreuzworträtsel
| Rekuperation | Wie heißt die teilweise Rückgewinnung von Energie beim Bremsen? |
| Wechselrichter | Welches Gerät wandelt Gleichstrom für den Wechselstromantrieb um? |
| Wallbox | Wie heißt eine fest installierte Ladeeinrichtung für Elektrofahrzeuge im Gebäudeumfeld? |
| Ladekurve | Wie heißt die Darstellung der Ladeleistung im Verlauf eines Ladevorgangs? |
| Photovoltaik | Welche Technik wandelt Sonnenlicht unmittelbar in elektrische Energie um? |
| Fachkunde | Wie heißt die auf Ausbildung und Kenntnissen beruhende Kompetenz für bestimmte technische Aufgaben? |
LearningApps
Die folgende Suchansicht dient zum Finden ergänzender Aufgaben. Sie ist keine fachlich geprüfte Einzelanwendung. Kontrolliere Inhalte und Quellen vor der Nutzung.
Lückentext
Offene Aufgaben
Erstelle eigene Produkte und dokumentiere sie im Projektdossier. Alle praktischen Demonstrationen erfolgen ohne Eingriff in gefährliche elektrische Systeme.
Leicht
- Bauteilposter: Erstelle eine beschriftete Zeichnung mit Batterie, Motor, Leistungselektronik und Ladeanschluss.
- Kundenfragen: Sammle sechs typische Kundenfragen und formuliere kurze, überprüfbare Antworten.
- Steckervergleich: Gestalte eine Bildkarte zu Typ 2 und CCS mit korrekten Bildnachweisen.
- Technikbegriffe: Erstelle sechs Lernkarten, die Fachbegriffe in verständlicher Sprache erklären.
Standard
- Ladeprotokoll: Erstelle ein Diagramm aus dem simulierten Datensatz und kennzeichne Annahmen und Unsicherheiten.
- Energievergleich: Berechne den täglichen Modellenergiebedarf und untersuche eine abweichende Fahrstrecke.
- Sicherheitsampel: Ordne die Tätigkeiten des Serviceangebots nachvollziehbar nach Zuständigkeit und Freigabebedarf.
- Kundenvideo: Produziere ein 60- bis 90-sekündiges Video zu AC- und DC-Laden mit selbst gezeichneten Skizzen.
Schwer
- Diagnoseentscheidung: Entwickle einen Entscheidungsbaum für unklare Ladeleistungsanzeigen, ohne reale HV-Prüfschritte zu beschreiben.
- PV-Angebotsvergleich: Vergleiche rechnerische PV-Überschüsse und Ladebedarfe bei zwei Wetter- und Nutzungssituationen.
- Angebotskalkulation: Entwirf ein fiktives Kundenangebot mit Annahmen, Leistungsabgrenzung, Preisstruktur und begründeter Nichtleistung.
- Fachgespräch: Präsentiere Dein Angebot vor einer Gruppe, verteidige die Entscheidungen und überarbeite Dein Dossier anhand begründeter Rückmeldungen.


Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden Transferaufgaben schriftlich oder in einem Fachgespräch. Entscheidend ist die Begründung.
- Kundenversprechen: Eine Kundin erwartet wegen einer 150-kW-Ladesäule dauerhaft 150 kW am Fahrzeug. Analysiere die Behauptung und formuliere eine fachlich korrekte Antwort.
- Unsichere Datenlage: Eine Ladeleistungsanzeige fällt bei hohem SoC deutlich ab. Entwickle drei mögliche Erklärungen und erkläre, weshalb noch keine eindeutige Diagnose möglich ist.
- Qualifikationsgrenze: Ein nicht nachweislich freigegebener Beschäftigter soll eine HV-Prüfung übernehmen. Begründe die richtige organisatorische Reaktion anhand von Qualifikation, Gefährdungsbeurteilung und Freigabe.
- Energieplanung: Eine PV-Anlage erzeugt mittags Überschuss, das Fahrzeug ist aber nur abends verfügbar. Entwickle zwei Lösungsansätze und erläutere deren technische und wirtschaftliche Grenzen.
- Vertrauenswürdigkeit: Vergleiche ein Angebot mit garantierten Ladezeiten und ein Angebot mit transparenten Modellannahmen. Bewerte, welches fachlich verantwortlicher ist.
- Datenqualität: Überprüfe ein fiktives Prüfprotokoll ohne Angaben zu Temperatur, Herkunft und Messverfahren. Erkläre, welche Schlussfolgerungen nicht zulässig sind.
- Überarbeitung: Begründe zwei Veränderungen, die Du an Deinem ursprünglichen Elektromobilitätsangebot nach der Fachrecherche vorgenommen hast.
Lernnachweis
Ein vollständiger Lernnachweis umfasst:
- Projektdossier: D1 bis D7 mit nachvollziehbarer Versionsentwicklung.
- Systemskizze: Korrekte Bauteile und Energieflüsse.
- Sicherheitsnachweis: Tätigkeitsgrenzen und Verweis auf erforderliche Qualifikation und Freigabe.
- Datenblatt: Simulierte Prüfdaten, plausible Hypothesen und gekennzeichnete Unsicherheiten.
- Rechenblatt: Korrekte Energie-, Ladezeit- und Kostenberechnung mit Einheiten.
- Serviceangebot: Klarer Nutzen, Leistungsumfang und Ausschlüsse.
- Quellenverzeichnis: Überprüfbare Fundstellen, Aktualitäts- und Lizenzprüfung.
- Fachpräsentation: Verständliche Empfehlung und begründete Antworten auf Rückfragen.
- Eigene Bewertung: Erkennbare Abwägung und selbst begründete Entscheidung.
Bewertungsraster:
| Kriterium | Punkte |
|---|---|
| Sicherheit und fachliche Zuständigkeitsgrenzen | 20 |
| Technische Richtigkeit | 20 |
| Datenauswertung und Modellrechnungen | 20 |
| Transparenz von Annahmen und Grenzen | 15 |
| Projektdossier und Quellenarbeit | 15 |
| Fachpräsentation und Reflexion | 10 |
| Gesamt | 100 |
Nachweisart: Schulische bzw. betriebliche Projektleistung. Diese Bewertung ist ausdrücklich keine Befähigungsbescheinigung, keine Fachkundeprüfung für Hochvoltarbeiten und keine betriebliche Freigabe.
OERs zum Thema
Wikipedia: Überblick zur Elektromobilität
Weitere freie und fachlich relevante Lernquellen:
- Elektromobilität: Überblick zu Fahrzeugarten und elektrischen Antrieben.
- Elektroauto: Grundlegender Aufbau, Energieversorgung und Ladeverhalten.
- Traktionsbatterie: Energiespeicherung im Fahrzeug.
- Rekuperation: Energierückgewinnung beim Fahren.
- Ladestation: Aufbau und Nutzung von Ladeinfrastruktur.
- Photovoltaik: Stromerzeugung aus Sonnenenergie.
Geprüfte fachliche Primär- und Ergänzungsquellen
Recherche- und Prüfstand: 11. Oktober 2026. Vor realen Tätigkeiten sind neuere Ausgaben, betriebliche Vorgaben und Herstellerinformationen erneut zu prüfen.
- DGUV Information 209-093: Qualifikationsstufen und organisatorische Voraussetzungen für Arbeiten an HV-Fahrzeugen.
- DGUV FBETEM-009, Ausgabe Juli 2026: Zusätzliche Qualifizierung für wiederkehrende Prüfungen an Lade- und Notladeleitungen.
- Bundesnetzagentur: Ladeinfrastruktur und technische Anschlussanforderungen.
- ADAC: Fahrzeugkomponenten und Elektroantrieb.
- ADAC, Juli 2026: Elektromobilitätsbegriffe.
- ADAC, Oktober 2026: Grundlagen und Grenzen von Batteriechecks.
- ADAC, September 2026: PV-Überschussladen und technische Voraussetzungen.
Medienquellen und Nutzungsrechte
Die folgenden Wikimedia-Commons-Dateien wurden anhand ihrer Dateiseiten ausgewählt. Bei Weiterverwendung gelten die jeweils angegebenen Lizenzbedingungen einschließlich Urhebernennung, Lizenzlink und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen.
| Medium | Urheber und Rechte |
|---|---|
| Ladestationsfoto | Rgaenzle, CC BY-SA 3.0 |
| Fahrzeugdiagramm | Ian Furst, CC BY-SA 4.0 |
| Batterieabbildung | Gereon Meyer, unter anderem CC BY-SA 4.0 |
| Elektromotor-Darstellung | Sevenchw, CC BY-SA 4.0 |
| Steckervergleich | Paul Sladen, CC0 1.0 |
| Warnzeichen | Party Pop, CC BY-SA 3.0 |
| PV-Parkplatz | Hanjin, CC BY-SA 3.0 |
| Solardach | kevindooley, CC BY 2.0 |
| PV-Diagramm | Tennessee Valley Authority, als gemeinfrei in den USA ausgewiesen; territoriale Nutzungsbedingungen gesondert prüfen |
Videos: Die eingebundenen YouTube-Videos stammen vom ADAC und von EWE SMARTGEBER. Die Einbettung erfolgt zur Wiedergabe über den Videoplayer. Daraus ergibt sich keine freie Lizenz zum Herunterladen, Verändern oder erneuten Veröffentlichen des Videomaterials. Die Verfügbarkeit und Einbettungserlaubnis sind bei der Nutzung erneut zu prüfen.
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