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Pleinairmalerei - Kunst

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Pleinairmalerei - Kunst



Pleinairmalerei - Kunst


Einleitung

Pleinairmalerei bedeutet Malen unter freiem Himmel. Du beobachtest ein reales Motiv, zum Beispiel einen Baum, einen Schulhof oder eine Straße, und setzt Licht, Farbe und Raum direkt vor Ort um. Der französische Ausdruck en plein air bedeutet „im Freien“.

Bildimpuls: John Singer Sargent zeigt Claude Monet beim Malen am Waldrand.

Pleinairmalerei trainiert genaues Sehen, schnelle Entscheidungen und einen bewussten Umgang mit Farbe, Licht, Komposition und Perspektive. Ein Bild muss dabei nicht fotografisch genau sein. Es soll eine beobachtete Stimmung überzeugend gestalten.


Was ist Pleinairmalerei?

Bei der Freilichtmalerei entsteht ein wesentlicher Teil des Bildes direkt vor dem Motiv. Das unterscheidet sie von der reinen Ateliermalerei, bei der vor allem nach Erinnerung, Skizzen oder Fotos gearbeitet wird.

Vergleiche die Arbeitsplätze: Links steht eine transportable Staffelei, rechts wird mit einem kleinen Malkasten gearbeitet.

Typisch sind:

  1. Beobachtung: Du prüfst Formen, Farben, Helligkeiten und Abstände.
  2. Zeit: Licht, Wetter und Schatten verändern sich.
  3. Auswahl: Du vereinfachst das Motiv und setzt einen Schwerpunkt.
  4. Malweise: Pinselspuren dürfen sichtbar und lebendig bleiben.

Wichtig: Pleinairmalerei ist eine Arbeitsweise und nicht automatisch eine Stilrichtung. Sie kann realistisch, impressionistisch, abstrakt oder experimentell sein.


Geschichte in Kürze

Künstlerinnen und Künstler zeichneten schon lange draußen. Im 19. Jahrhundert wurde das Malen vor Ort leichter: transportable Staffeleien, Malkästen und industriell hergestellte Farben in Tuben machten Material beweglicher. Die Schule von Barbizon und später der Impressionismus nutzten die Arbeit im Freien besonders intensiv.

Farbtuben erleichtern den Transport und schützen die Farbe.

Claude Monet, Camille Pissarro, Berthe Morisot und Pierre-Auguste Renoir untersuchten wechselnde Licht- und Farbstimmungen. Monet malte dasselbe Motiv mehrfach, um Unterschiede nach Tageszeit und Wetter sichtbar zu machen.

Mittagslicht: Helligkeiten und warme Farbtöne bestimmen die Wirkung.

Schneewirkung: Dasselbe Motiv kann durch Wetter und Licht völlig anders erscheinen.


Sehen wie eine Künstlerin oder ein Künstler


Motiv und Ausschnitt

Ein guter Ausschnitt zeigt nicht alles. Nutze einen selbst gebauten Sucher aus Papier oder forme mit den Händen einen Rahmen. Prüfe: Wo liegt der Blickfang? Welche Linien führen ins Bild? Was kann entfallen?


Licht und Schatten

Beginne mit drei großen Helligkeitsgruppen: hell, mittel und dunkel. Beobachte die Richtung der Schatten. Da sich die Sonne bewegt, solltest Du eine einmal gewählte Lichtsituation beibehalten, auch wenn sie sich später verändert.

Untersuche Gegenlicht, Schatten im Gesicht und die Bewegung von Stoff und Gras.


Farbe und Atmosphäre

Mische beobachtete Farben statt fertige „Dingfarben“ zu verwenden. Ein Baum ist nicht einfach grün. Licht, Entfernung, Nachbarfarben und Wetter verändern seinen Farbton. Entfernte Formen wirken oft kontrastärmer und kühler als nahe Formen. Das nennt man Luftperspektive.


Raum und Komposition

Ordne Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund. Wege, Mauern oder Schatten können als Blickführung dienen. Vermeide es, den wichtigsten Gegenstand zufällig genau in die Mitte zu setzen. Eine klare Komposition ist wichtiger als viele Einzelheiten.


Material für die Schule

Für eine einfache Schulaufgabe reichen Zeichenbrett, festes Papier, Bleistift, Radiergummi, Klammern, Wasserbehälter, Lappen, wenige Pinsel und ein überschaubarer Farbkasten. Geeignet sind Aquarellfarbe, Gouache, Acrylfarbe, Ölkreiden oder Farbstifte.

Ein mobiler Arbeitsplatz soll stabil, übersichtlich und schnell aufzubauen sein.

Arbeite umweltbewusst: Nimm Abfall und Farbreste wieder mit. Schütte Malwasser nicht in Beete oder Gewässer. Beachte Wetter, Sonnenschutz, Verkehr und die Regeln des Lernortes. Lösemittelhaltige Farben gehören nur in fachlich betreute Unterrichtssituationen.


Eine einfache Arbeitsmethode

  1. Motivwahl: Suche ein übersichtliches Motiv mit deutlichen Hell-Dunkel-Flächen.
  2. Sucher: Lege Hochformat oder Querformat und den Bildausschnitt fest.
  3. Skizze: Zeichne nur große Formen und wichtige Richtungen.
  4. Tonwerte: Markiere helle, mittlere und dunkle Bereiche.
  5. Farbflächen: Beginne großflächig und arbeite von allgemein zu genau.
  6. Akzente: Setze wenige starke Kontraste am Blickfang.
  7. Abschluss: Höre rechtzeitig auf und notiere Ort, Wetter und Uhrzeit.


Bildvergleich

Blanche Hoschedé malt im Freien. Achte auf die hellen Farbflecken zwischen den Bäumen.

Vergleiche die Medien auf dieser Seite:

  1. Welche Lichtstimmung erkennst Du?
  2. Wo liegt der Blickfang?
  3. Welche Formen wurden vereinfacht?
  4. Wie erzeugen Pinselspuren Bewegung?
  5. Was verrät das Bild über Ort, Wetter und Tageszeit?


Mini-Projekt: Unser Schulhof im Licht

Wähle einen ruhigen Standort auf dem Schulgelände. Erstelle zuerst drei kleine Kompositionsskizzen. Male danach 30 bis 45 Minuten an einem ausgewählten Ausschnitt. Wiederhole das Motiv später bei anderem Licht. Präsentiere beide Bilder mit einer kurzen Reflexion: Was änderte sich in Farbe, Schatten und Stimmung?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bedeutet Pleinairmalerei? (Malen unter freiem Himmel) (!Malen nur nach Fotografien) (!Drucken mit einer Metallplatte) (!Gestalten ausschließlich am Computer)




Was verändert sich beim Malen draußen besonders schnell? (Licht und Schatten) (!Der Name des Motivs) (!Das Format des Papiers) (!Die Anzahl der Pinsel)




Welche Erfindung erleichterte im 19. Jahrhundert den Farbtransport? (Farbe in Tuben) (!Der Laserdrucker) (!Die Digitalkamera) (!Die Sprühdose)




Was hilft bei der Wahl des Bildausschnitts? (Ein Sucher aus Papier) (!Ein Wörterbuch) (!Ein Taschenrechner) (!Ein Notenständer)




Womit sollte eine Pleinairskizze beginnen? (Mit großen Formen und Richtungen) (!Mit jedem einzelnen Blatt) (!Mit einer Signatur) (!Mit einem Bilderrahmen)




Was beschreibt die Luftperspektive? (Entfernte Formen wirken oft kühler und kontrastärmer) (!Nahe Formen werden immer kleiner) (!Alle Schatten sind schwarz) (!Der Horizont liegt immer in der Bildmitte)




Welche Aussage zur Pleinairmalerei stimmt? (Sie ist eine Arbeitsweise) (!Sie ist nur eine Epoche) (!Sie ist nur mit Ölfarbe möglich) (!Sie verbietet Skizzen)




Was ist für einen mobilen Arbeitsplatz wichtig? (Stabilität und Übersicht) (!Möglichst viele schwere Geräte) (!Ein dunkler geschlossener Raum) (!Eine feste Bühnenbeleuchtung)




Wie gehst Du mit Farbresten im Freien um? (Du nimmst sie wieder mit) (!Du schüttest sie in ein Gewässer) (!Du verteilst sie auf Pflanzen) (!Du lässt sie am Arbeitsplatz liegen)




Was macht eine Bildserie desselben Motivs sichtbar? (Veränderungen von Licht und Wetter) (!Nur den Preis der Farben) (!Die Länge der Pinsel) (!Die Größe des Klassenraums)





Memory

Pleinair Malen im Freien
Sucher Bildausschnitt wählen
Tonwert Helligkeitsstufe
Blickfang Wichtigster Bildbereich
Luftperspektive Ferne wirkt kontrastärmer
Staffelei Bildträger halten
Palette Farben mischen
Reflexion Arbeitsprozess auswerten





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Pleinairmalerei
Motivwahl Einen übersichtlichen Gegenstand oder Ort bestimmen
Sucher Den Bildausschnitt festlegen
Skizze Große Formen und Richtungen erfassen
Tonwerte Hell, mittel und dunkel ordnen
Farbflächen Große Bereiche zuerst anlegen
Akzente Den Blickfang gezielt verstärken






Kreuzworträtsel

Staffelei Worauf kann ein Bildträger beim Malen gestellt werden?
Palette Worauf werden Farben gemischt?
Sucher Womit lässt sich der Bildausschnitt prüfen?
Schatten Welcher dunklere Bereich entsteht durch verdecktes Licht?
Horizont Wie heißt die scheinbare Grenze zwischen Himmel und Landschaft?
Komposition Wie heißt die Anordnung der Bildelemente?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Pleinairmalerei findet unter freiem

statt. Ein

hilft bei der Wahl des Ausschnitts. Zuerst werden große

erfasst. Helle und dunkle Bereiche heißen

. Entfernte Formen erscheinen oft

. Ein gezielter Kontrast kann den

betonen. Farbreste werden wieder

. Eine Bildserie zeigt wechselnde Licht- und

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Farbbeobachtung: Sammle draußen fünf Farbtöne, die Du vorher nur „grün“ genannt hättest, und mische sie auf einem Blatt nach.
  2. Rahmensucher: Baue einen Sucher aus Papier und zeichne drei verschiedene Ausschnitte desselben Ortes.
  3. Schattenstudie: Zeichne einen Gegenstand und seinen Schatten in zehn Minuten mit nur drei Helligkeitsstufen.
  4. Materialcheck: Plane ein leichtes, sicheres und umweltfreundliches Pleinair-Set für eine Schulstunde.


Standard

  1. Pleinairskizze: Male einen Schulausschnitt 30 Minuten lang und beschränke Dich auf sechs selbst gemischte Farben.
  2. Bildvergleich: Vergleiche zwei Darstellungen desselben Motivs bei unterschiedlichem Licht und beschreibe die Wirkung.
  3. Fotodokumentation: Dokumentiere Standort, Motiv, Zwischenstand und Ergebnis, ohne fremde Personen erkennbar abzubilden.
  4. Klang und Farbe: Notiere Geräusche am Malort und übersetze drei davon in Linien, Rhythmen oder Farbflächen.


Schwer

  1. Lichtserie: Male dasselbe Motiv morgens und nachmittags und begründe alle wichtigen Farbänderungen.
  2. Kuratorischer Text: Verfasse für eine Schulausstellung einen kurzen Text, der Arbeitsweise, Bildentscheidung und Wirkung erklärt.
  3. Ortsinterview: Befrage eine Person zur Bedeutung des dargestellten Ortes und entwickle daraus eine zweite Bildfassung.
  4. Pleinair und Klima: Gestalte eine Bildserie, die eine sichtbare Umweltveränderung sachlich beobachtet, und reflektiere Chancen und Grenzen Deiner Darstellung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Motiventscheidung: Du hast nur 25 Minuten und wechselndes Wetter. Entwickle einen begründeten Arbeitsplan vom Standort bis zum letzten Akzent.
  2. Bilddiagnose: Ein Bild wirkt unruhig und hat keinen Blickfang. Nenne drei mögliche Ursachen und schlage konkrete Änderungen vor.
  3. Materialtransfer: Entscheide für einen windigen Schultag zwischen Aquarell, Gouache und Farbstiften. Begründe Deine Wahl anhand von Arbeitsweise, Sicherheit und Wirkung.
  4. Lichtrekonstruktion: Ein Schatten wandert während des Malens. Erkläre, wie Du ein glaubwürdiges Lichtkonzept beibehältst, ohne das Motiv nur zu kopieren.
  5. Kunstvergleich: Vergleiche Pleinair- und Atelierarbeit. Beurteile, welche Methode sich für eine flüchtige Wetterstimmung und welche für eine detailreiche Endfassung besser eignet.
  6. Umweltethik: Entwickle Regeln für eine Klasse, die in einem Park malt, und begründe, wie diese Regeln Natur, Menschen und Kunstmaterial berücksichtigen.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis sind wichtig:

  1. Eine erkennbare Motivwahl mit begründetem Bildausschnitt
  2. Eine Vorstudie mit großen Formen und Tonwerten
  3. Ein eigenes Pleinairbild oder eine kleine Lichtserie
  4. Sichtbare Entscheidungen zu Farbe, Raum und Blickfang
  5. Ein sicherer und umweltbewusster Materialeinsinsatz
  6. Eine kurze schriftliche oder mündliche Reflexion über Beobachtung, Veränderung und Ergebnis




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche

Pleinairmalerei verbindet Wahrnehmung, Kunstgeschichte, Gestaltung und Umweltlernen.


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