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Mandoline - Verlaine, Paul-Marie - Gedichtanalyse

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Mandoline - Verlaine, Paul-Marie - Gedichtanalyse

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Einleitung

Mandoline - Verlaine, Paul-Marie - Gedichtanalyse

Zielgruppe: Klasse 9–10, mit Vertiefungen für Klasse 11–13

Epoche: Internationale Moderne – mit Bezügen zum französischen Symbolismus.

Kurzbeschreibung: „Sie, die klimpern auf den Saiten“ – ein Gedicht mit 16 Versen über Musik, Begegnungen und eine geheimnisvolle Abendstimmung.

In diesem aiMOOC untersuchst Du das Gedicht Mandoline von Paul Verlaine. Du erfährst, wie Wörter klingen, welche Bilder entstehen und warum ein Gedicht mehrere Bedeutungen haben kann.

Die vorhandene Textseite: Gedicht – Mandoline – Verlaine, Paul-Marie

Dieser Lernkurs ergänzt die Textseite durch Erklärungen, Hörbeispiele und Übungen. Die Textseite bleibt die zentrale Verknüpfung für das Gedicht.

Lernziele: Du kannst den Inhalt zusammenfassen, die Form beschreiben, sprachliche Mittel mit Verszitaten belegen und eine eigene Deutung schreiben.

Paul Verlaine. Fotografie von Dornac, um 1892. Musée Carnavalet / Paris Musées. Quelle: Wikimedia Commons. Gemeinfrei (Public Domain Mark).


Textgrundlage


Vier wichtige Begriffe

  1. Quellfassung: Der belegte französische Ausgangstext von Paul Verlaine. Hier verwenden wir den Druck von 1891.
  2. Lesefassung: Eine gut lesbare Darstellung der deutschen Gedichtübertragung. Die Strophen bleiben unverändert.
  3. Übersetzung: Die Übertragung des französischen Gedichts durch Graf Wolf von Kalckreuth. Sie ist kein ursprünglich deutsch geschriebenes Gedicht von Verlaine.
  4. Interpretation: Eine begründete Erklärung der möglichen Bedeutung. Sie muss durch Textstellen gestützt werden.

Wichtig: Ein Zitat ist eine Textstelle, die wirklich im Gedicht steht. Eine Deutung ist Deine Erklärung dieser Textstelle.


Quellfassung: Französischer Originaltext

Paul Verlaine: Mandoline

Les donneurs de sérénades
Et les belles écouteuses
Échangent des propos fades
Sous les ramures chanteuses.

C’est Tircis et c’est Aminte,
Et c’est l’éternel Clitandre,
Et c’est Damis qui pour mainte
Cruelle fait maint vers tendre.

Leurs courtes vestes de soie,
Leurs longues robes à queues,
Leur élégance, leur joie
Et leurs molles ombres bleues

Tourbillonnent dans l’extase
D’une lune rose et grise,
Et la mandoline jase
Parmi les frissons de brise.

Textquelle: Paul Verlaine, Fêtes galantes, Ausgabe von 1891, S. 37–38. Wikisource: Mandoline, Ausgabe 1891.

Das Gedicht erschien unter dem Titel Mandoline bereits 1869 in Fêtes galantes. Eine frühere Veröffentlichung erfolgte 1867 unter dem Titel Trumeau. Die oben wiedergegebene Fassung folgt dem belegten Druck von 1891 und beansprucht nicht, die allererste Druckgestalt zu zeigen.


Lesefassung: Deutsche Übersetzung

Paul Verlaine: Mandoline

Übertragung: Graf Wolf von Kalckreuth

Strophe 1 – Verse 1–4

Sie, die klimpern auf den Saiten,
Und die Schönen, welche lauschen,
Tauschen matte Höflichkeiten,
Wo die grünen Zweige rauschen.

Strophe 2 – Verse 5–8

Tircis und Aminte sind es,
Auch Clitander darf nicht fehlen.
Damis, um manch spröden Kindes
Herz mit zartem Reim zu stehlen.

Strophe 3 – Verse 9–12

Ihrer langen Schleppen Seide,
Ihre Westen, ihre glatten,
Ihre Feinheit, ihre Freude,
Ihre weichen, blauen Schatten

Strophe 4 – Verse 13–16

Wirbeln, wo der Mond verdüstert
Ros'ger bald erscheint, bald grauer,
Und die Mandoline flüstert
In des Abendwindes Schauer.

Textnachweis: TextGrid Repository: Mandoline. Die deutsche Übertragung wird dort in einer Ausgabe von 1983 nachgewiesen. Die Zuschreibung an Graf Wolf von Kalckreuth wird auch im Werk Schäferfeste und bei Projekt Gutenberg: Ausgewählte Gedichte bestätigt.

Die Strophenüberschriften und Versangaben sind Lesehilfen. Sie gehören nicht zum Gedichttext.

Leseauftrag: Lies die deutsche Fassung zweimal. Beim zweiten Mal achtest Du auf die Wörter „klimpern“, „rauschen“, „Wirbeln“ und „flüstert“.


Original und Übersetzung vergleichen

Eine Übersetzung muss nicht jedes Wort genau gleich wiedergeben.

Im französischen Original heißt es in Vers 15: „Et la mandoline jase“. Das Verb jase bedeutet ungefähr plaudert oder schwatzt. In Kalckreuths deutscher Fassung heißt es: „Und die Mandoline flüstert“ (V. 15).

Im Original scheinen die Zweige zu singen: „Sous les ramures chanteuses“ (V. 4). In der deutschen Übertragung rauschen dagegen die Zweige: „Wo die grünen Zweige rauschen“ (V. 4).

Vergleichsfrage: Wie verändert sich die Stimmung, wenn ein Instrument „plaudert“ statt „flüstert“?


Gedichtanalyse


Inhalt und Situation

In der ersten Strophe begegnen sich musizierende Menschen und Zuhörende. Sie tauschen Höflichkeiten aus. Die Wörter „matte Höflichkeiten“ (V. 3) können darauf hindeuten, dass ihre Gespräche nicht besonders tiefgründig sind.

Die zweite Strophe nennt Tircis, Aminte, Clitander und Damis. Die Namen erinnern an Figuren aus der Welt der Schäferdichtung und an höfische Liebesszenen.

In der dritten und vierten Strophe stehen Kleidung, Farben, Bewegung und Musik im Mittelpunkt. Die Gestalten und ihre Schatten wirken wie Teile einer bewegten Nachtszene.


Lyrisches Sprechen

Im Gedicht steht keine ausdrückliche Ich-Aussage. Eine beobachtende Stimme beschreibt die Menschen und die Umgebung.

Du erfährst wenig über die persönlichen Gefühle dieser Stimme. Dadurch wirkt die Szene wie ein Bild, das Du von außen betrachtest.

Deutung: Diese Distanz kann dazu beitragen, dass die Menschen wie Figuren auf einer Bühne erscheinen.


Form und Aufbau

Das Gedicht besteht aus vier Strophen mit jeweils vier Versen. Insgesamt sind es 16 Verse.

In der deutschen Übersetzung findet sich überwiegend ein Kreuzreim: Der erste und dritte sowie der zweite und vierte Vers einer Strophe klingen ähnlich.

Beispiele aus der ersten Strophe:

  1. „Saiten“ – „Höflichkeiten“ (V. 1 und 3)
  2. „lauschen“ – „rauschen“ (V. 2 und 4)

Nicht alle Reime sind vollkommen gleich. „Seide“ und „Freude“ (V. 9 und 11) bilden zum Beispiel einen unreinen Reim.

Beachte: Die Reimbeobachtung bezieht sich auf Kalckreuths deutsche Übersetzung. Die französische Originalfassung muss gesondert untersucht werden.


Klang und Musik

Die Wörter „klimpern“ (V. 1), „rauschen“ (V. 4) und „flüstert“ (V. 15) erinnern an hörbare Geräusche.

Die Mandoline ist ein Saiteninstrument. Ihre Erwähnung verbindet das Thema des Gedichts mit seiner Klangwirkung.

Historische italienische Mandoline aus dem 19. Jahrhundert, Sammlung des Metropolitan Museum of Art, Inventarnummer 89.4.1069. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenz: CC0 1.0.

Hörbeispiel: Klang einer Mandoline

Klangbeispiel von StephanDo: Auszug aus dem „Schneewalzer“, auf einer Konzertmandoline gespielt. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenz: CC0 1.0. Das Stück ist keine Vertonung von Verlaines Gedicht.

Hörauftrag: Beschreibe drei Wörter, die zum Klang passen. Vergleiche sie anschließend mit „klimpern“ und „flüstert“.


Animation: Wie schwingt eine Saite?

Animation verschiedener Schwingungsformen einer an beiden Enden befestigten Saite. Urheber: Adjwilley. Quelle: Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY-SA 3.0. Unverändert eingebunden.

Die Animation erklärt einen physikalischen Vorgang. Sie ist keine Darstellung von Verlaines Gedicht.

Frage: Welche Verbindung gibt es zwischen einer schwingenden Saite und der Entstehung eines Tons?


Bildsprache und Stimmung

Das Gedicht verwendet auffällige Farben. Besonders wichtig sind „weichen, blauen Schatten“ (V. 12) und das wechselnde Mondlicht in Vers 13 und 14.

Die Formulierung „Und die Mandoline flüstert“ (V. 15) ist eine Personifikation. Ein Instrument erhält eine menschliche Eigenschaft.

So verbindet das Gedicht menschliche Begegnungen, Natur, Farben und Musik.

Jean-Antoine Watteau: „Fête champêtre“, 1718. Art Institute of Chicago. Quelle: Wikimedia Commons. Gemeinfreies Werk, digitale Reproduktion CC0 1.0.

Bildvergleich: Das Gemälde entstand lange vor dem Gedicht. Es ist keine Originalillustration. Vergleiche trotzdem die Kleidung, die Umgebung und die dargestellten Begegnungen mit Verlaines Text.


Epochenkontext: Internationale Moderne

Verlaine lebte von 1844 bis 1896. Mandoline gehört zu seinem Gedichtband Fêtes galantes von 1869.

Die Bilderwelt erinnert an die galanten Feste der französischen Rokoko-Malerei. Zugleich zeigt das Gedicht Eigenschaften, die für die spätere moderne Lyrik wichtig wurden.

Dazu gehören der besondere Klang der Sprache, die mehrdeutigen Bilder und die Bedeutung von Stimmungen.

Verlaine ist mit dem französischen Symbolismus verbunden und gilt als wichtiger Wegbereiter der internationalen literarischen Moderne. Das Gedicht von 1869 sollte deshalb nicht einfach mit Werken des frühen 20. Jahrhunderts gleichgesetzt werden.


Deutungsmöglichkeiten

Deutung A – Ein schönes Fest: Die Musik, die Kleidung und der Mond lassen eine elegante und verträumte Szene entstehen.

Deutung B – Kritik an oberflächlichen Begegnungen: Die „matten Höflichkeiten“ (V. 3) können bedeuten, dass die Gespräche wenig Persönliches enthalten.

Deutung C – Eine künstliche Traumwelt: Die historischen Figuren, die blauen Schatten und das wechselnde Mondlicht können eine unwirkliche Atmosphäre schaffen.

Merksatz: Mehrere Deutungen sind möglich. Entscheidend ist, ob Du sie mit passenden Textstellen begründen kannst.


Musik und Gedicht


Claude Debussy: Mandoline

Der französische Komponist Claude Debussy vertonte Verlaines Gedicht 1882 als Lied für Singstimme und Klavier.

Claude Debussy: erste Seite des Autographs von „Mandoline“, 1882. Quelle: Bibliothèque nationale de France / Gallica, über Wikimedia Commons. Gemeinfrei.

Historische Tonaufnahme von 1913:

Claude Debussy: „Mandoline“, Text von Paul Verlaine, gesungen von Nellie Melba. Aufnahme von 1913. Quelle: Wikimedia Commons. Als gemeinfrei gekennzeichnet.

Hörauftrag: Achte darauf, wie sich Klavier und Gesang bewegen. Wo hörst Du besonders schnelle oder leichte Klänge?


YouTube: Zwei Vertonungen vergleichen

Claude Debussy – Mandoline

Aufzeichnung von Geelvinck Music: Irene Maessen (Sopran) und Marta Liebana Martinez (Klavier), Fortepiano Festival 2014.

Gabriel Fauré – Mandoline

Aufnahme mit Lori Joachim Fredrics (Sopran) und Leanne Singh-Levett (Klavier), 2009. Aufnahme und Videobearbeitung: Howard Fredrics.

Vergleichsauftrag: Welche Vertonung wirkt auf Dich lebendiger? Welche klingt eher zart oder geheimnisvoll? Beschreibe einen Unterschied im Tempo, Gesang oder Klavierspiel.

Rechtehinweis: Beide Videos werden nur als externe YouTube-Streams eingebunden. Eine freie Lizenz zur Weiterverwendung der Aufnahmen ist nicht nachgewiesen. Die Videos sind deshalb nicht als frei kopierbare OER ausgewiesen. Die Rechte an den Aufnahmen und den verwendeten Bildern sind von den Rechten am gemeinfreien Gedicht zu unterscheiden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Beantworte die zehn Fragen. Die angegebenen Verse beziehen sich auf die deutsche Lesefassung.

Was geschieht laut „Sie, die klimpern auf den Saiten“ (V. 1)? (Menschen spielen auf Saiteninstrumenten) (!Menschen schwimmen in einem Fluss) (!Menschen kämpfen miteinander) (!Menschen fahren mit einem Schiff)




Was tauschen die Menschen laut Vers 3 aus? (Matte Höflichkeiten) (!Geheime Briefe) (!Wertvolle Geschenke) (!Alte Bücher)




Wo findet die Begegnung laut „Wo die grünen Zweige rauschen“ (V. 4) statt? (In einer Umgebung mit Bäumen) (!Auf einem Bahnhof) (!In einer Fabrik) (!In einer Bibliothek)




Welche beiden Namen stehen gemeinsam in Vers 5? (Tircis und Aminte) (!Romeo und Julia) (!Faust und Gretchen) (!Hänsel und Gretel)




Wer möchte laut Vers 7 und 8 mit einem zarten Reim ein Herz gewinnen? (Damis) (!Verlaine) (!Debussy) (!Der Mond)




Welches Material wird in „Ihrer langen Schleppen Seide“ (V. 9) genannt? (Seide) (!Leder) (!Eisen) (!Wolle)




Welche Farbe haben die Schatten in Vers 12? (Blau) (!Rot) (!Gelb) (!Grün)




Was wird in Vers 13 und 14 beschrieben? (Das wechselnde Erscheinungsbild des Mondes) (!Ein Schiff bei Sonnenaufgang) (!Ein Gewitter über dem Meer) (!Ein brennendes Haus)




Welches sprachliche Mittel enthält „Und die Mandoline flüstert“ (V. 15)? (Personifikation) (!Vergleich mit wie) (!Direkte Rede) (!Rhetorische Frage)




Welche Aussage beschreibt die Form des Gedichts richtig? (Vier Strophen mit jeweils vier Versen) (!Zwei Strophen mit jeweils acht Versen) (!Acht Strophen mit jeweils zwei Versen) (!Eine Strophe mit sechzehn Versen)





Memory

Finde die zusammengehörenden Begriffe und Erklärungen.

Kreuzreim Wechselnde Reimfolge zwischen den Versen
Personifikation Ein Gegenstand erhält eine menschliche Eigenschaft
Lesefassung Gut lesbare Darstellung eines belegten Textes
Quellfassung Nachweisbarer historischer Ausgangstext
Übersetzung Übertragung eines Textes in eine andere Sprache
Lyrische Sprechweise Art der sprachlichen Darstellung im Gedicht
Symbolismus Literarische Strömung mit besonderer Bedeutung von Klang und Andeutung





Drag and Drop

Ordne die Textstellen und Begriffe den passenden Erklärungen zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Matte Höflichkeiten Wenig tiefgründige Gespräche
Blaue Schatten Auffälliges Farbbild
Mandoline flüstert Personifikation
Saiten und Rauschen Hörbare Klangvorstellungen
Mond und Abendwind Elemente der nächtlichen Umgebung





Kreuzworträtsel

Trage die richtigen Wörter ein.

Mandoline Welches Instrument wird in Vers 15 genannt?
Damis Welche Figur möchte mit einem Reim ein Herz gewinnen?
Aminte Welche Figur wird zusammen mit Tircis vorgestellt?
Seide Aus welchem Material bestehen die in Vers 9 genannten Schleppen?
Schatten Was wird in Vers 12 als weich und blau beschrieben?
Freude Welches Gefühl steht in Vers 11 neben der Feinheit?





LearningApps

Hier findest Du weitere Lernmöglichkeiten zum Thema.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Paul

schrieb das französische Gedicht Mandoline.
Die deutsche Übertragung stammt von Wolf von

.
Das Gedicht besteht aus insgesamt

Versen.
Die erste Strophe beschreibt das Spielen auf

.
In Vers drei werden matte

ausgetauscht.
In der zweiten Strophe begegnet uns die Figur

.
Die Kleider der Menschen bestehen teilweise aus

.
In Vers zwölf erscheinen blaue

.
Über der Szene befindet sich der

.
Die Mandoline

in Vers fünfzehn.
Die beobachtende Stimme spricht nicht ausdrücklich als

.
Die Reimfolge der deutschen Strophen ist überwiegend ein

.
Der Text wurde unter anderem von Claude

vertont.
Eine begründete Erklärung der Gedichtbedeutung nennt man

.




Gestufte Hilfen

Nutze die Hilfen, wenn Du bei einer Aufgabe nicht weiterkommst.

Hilfe 1 – Verstehen: Lies zuerst nur eine Strophe. Frage Dich: Wer handelt? Was passiert? Welche Wörter verstehe ich?

Hilfe 2 – Untersuchen: Suche eine auffällige Textstelle. Markiere ein Klangwort, eine Farbe oder eine Personifikation.

Hilfe 3 – Deuten: Verbinde die Textstelle mit einer möglichen Bedeutung. Schreibe nach diesem Muster:

Behauptung: Die Szene wirkt geheimnisvoll.

Beleg: In Vers 12 werden „weiche, blaue Schatten“ beschrieben.

Erklärung: Die ungewöhnliche Farbe lässt die Umgebung traumartig erscheinen.


Offene Aufgaben


Leicht – Klasse 9–10

  1. Ein Gedichtbild beschreiben: Schreibe einen kurzen Text mit fünf bis sieben Sätzen. Beschreibe den Ort, die Menschen und die Stimmung in „Mandoline“. Verwende mindestens zwei genaue Verszitate. Hilfe: Beginne mit „In der ersten Strophe ...“ und „Das Wort ... zeigt ...“.


Standard – Klasse 9–13

  1. Eine eigene Gedichtanalyse schreiben: Verfasse eine Analyse mit Einleitung, Hauptteil und Schluss. Untersuche die beobachtende Sprechweise, den Kreuzreim, die Klangwörter und die blauen Schatten. Nutze mindestens vier belegte Textstellen. Hilfe: Schreibe zu jeder Textstelle erst Deine Beobachtung und dann ihre mögliche Wirkung.


Schwer – Klasse 11–13

  1. Original und Übersetzung vergleichen: Untersuche die französischen Wörter „jase“ und „ramures chanteuses“ und ihre deutschen Entsprechungen. Erkläre, wie die Übersetzung die Stimmung verändert. Ergänze eine eigene, begründete Gesamtdeutung und vergleiche sie mit einer Vertonung. Umfang: ungefähr 300 bis 450 Wörter. Hilfe: Unterscheide genau zwischen wörtlichem Befund, Übersetzungsentscheidung und eigener Interpretation.




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Lernkontrolle

Die folgenden Aufgaben prüfen nicht nur Fakten, sondern auch Dein Verständnis.

  1. Textbelege: Erkläre, warum „matte Höflichkeiten“ (V. 3) sowohl eine höfliche als auch eine oberflächliche Begegnung andeuten können.
  2. Bildsprache: Vergleiche die Wirkung der blauen Schatten mit einer gewöhnlichen Beschreibung der Nacht.
  3. Gedichtinterpretation: Begründe zwei unterschiedliche Deutungen des Gedichts mit jeweils mindestens zwei Versbelegen.
  4. Literarische Übersetzung: Erkläre, weshalb „jase“ und „flüstert“ keine bedeutungsgleichen Wörter sind. Welche Wirkung entsteht durch den Unterschied?
  5. Musik und Literatur: Vergleiche eine der verlinkten Vertonungen mit dem Gedicht. Erkläre, wie Tempo und musikalischer Ausdruck die Textwirkung verstärken oder verändern können.
  6. Internationale Moderne: Zeige an zwei Textstellen, warum Verlaine als Wegbereiter moderner Lyrik verstanden werden kann. Berücksichtige dabei das Entstehungsjahr des Gedichts.


Lernnachweis

Für einen gelungenen Lernnachweis solltest Du folgende Fähigkeiten zeigen:

  1. Den Inhalt des Gedichts in eigenen Worten wiedergeben.
  2. Die vier Strophen und die Reimstruktur der deutschen Lesefassung beschreiben.
  3. Die beobachtende lyrische Sprechweise erkennen und erklären.
  4. Mindestens drei sprachliche Mittel oder auffällige Bild- und Klangwirkungen untersuchen.
  5. Richtige Verszitate mit Versangaben verwenden.
  6. Quellfassung, Lesefassung, Übersetzung und Interpretation unterscheiden.
  7. Mindestens zwei Deutungsmöglichkeiten nachvollziehbar begründen.
  8. Einen kurzen, zusammenhängenden Analysetext mit Einleitung und Schluss verfassen.

Bewertung: Besonders wichtig sind die Genauigkeit der Textbelege, die Verständlichkeit Deiner Aussagen und die Begründung Deiner Interpretation.


OERs zum Thema

Bereits vorhandene Textseite:

Gedicht – Mandoline – Verlaine, Paul-Marie

Quelltexte und bestehende Materialien:

  1. Wikisource: Mandoline – französischer Text nach der Ausgabe von 1891
  2. TextGrid: Mandoline – deutsche Übertragung
  3. TextGrid: Schäferfeste – Werk- und Übersetzungsnachweis
  4. Projekt Gutenberg: Ausgewählte Gedichte von Paul Verlaine
  5. Wikimedia Commons: Medien zu Paul Verlaine
  6. IMSLP: Debussy – Mandoline, Noten
  7. IMSLP: Reynaldo Hahn – Fêtes galantes, Noten

Wikipedia: Paul Verlaine

Hinweis zur Nutzung: Der französische Originaltext und Kalckreuths historische Übertragung sind gemeinfrei. Die TextGrid-Annotationen und Metadaten unterliegen den dort genannten Lizenzbedingungen (CC BY 3.0 DE, Namensnennung TextGrid). Für Commons-Medien gelten jeweils die auf der Dateiseite angegebenen Lizenzen. YouTube-Einbettungen sind nicht automatisch offene Bildungsmaterialien.


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