M5 E - Fermi-Aufgaben lösen

M5 E - Fermi-Aufgaben lösen
Einleitung
M5 E - Fermi-Aufgaben lösen führt Dich in eine besondere Art des mathematischen Modellierens ein. Bei einer Fermi-Aufgabe fehlen absichtlich einige genaue Angaben. Du sollst deshalb nicht raten, sondern vernünftig schätzen, passende Referenzgrößen nutzen, das Problem in Teilprobleme zerlegen und Deine Annahmen offen nennen. Das Ergebnis ist meist keine exakt richtige Zahl, sondern eine begründete Größenordnung oder eine sinnvolle Spanne.
Der Name erinnert an den Physiker Enrico Fermi. Bekannt wurde er unter anderem dafür, komplizierte quantitative Fragen mit wenigen Informationen durch geschickte Abschätzungen zu bearbeiten. Für Dich ist vor allem die Methode wichtig: Frage verstehen → Annahmen wählen → rechnen → prüfen → verbessern.

Lernziel: Du kannst am Ende offene Fermi-Fragen auf E-Niveau lösen, indem Du Annahmen begründest, Einheiten sicher verwendest, Überschläge mit , , und durchführst, Ergebnisse in Diagrammen darstellst und ihre Plausibilität prüfst.
Was ist eine Fermi-Aufgabe?
Eine Fermi-Aufgabe ist eine quantitative Frage, für die zunächst nicht alle nötigen Daten vorliegen. Ein Beispiel ist:
| Offene Frage | Was fehlt? | Was kannst Du tun? |
|---|---|---|
| Wie viele Blatt Papier verbraucht eine Schule in einem Jahr? | Zahl der Lernenden, Blätter pro Tag, Zahl der Schultage | sinnvolle Annahmen treffen und später mit echten Daten vergleichen |
| Wie viele Schritte gehst Du an einem Schultag? | Wege, Raumwechsel, Pausenwege, persönliche Schrittlänge | Schulweg im Gebäude in Teilstrecken zerlegen und Stichproben messen |
| Wie viel Trinkwasser sollte für eine Veranstaltung bereitstehen? | Teilnehmendenzahl, Dauer, Bedingungen, Reserve | Szenarien rechnen und eine Sicherheitsreserve als Modellannahme begründen |
Eine typische Fermi-Rechnung hat die Form
Das Zeichen bedeutet ungefähr gleich. Es erinnert Dich daran, dass Du mit einem Modell arbeitest.
Der Fermi-Kompass: sieben Schritte
| Schritt | Leitfrage | Mathematische Handlung |
|---|---|---|
| 1. Frage klären | Was soll ungefähr bestimmt werden? | gesuchte Größe und Einheit notieren |
| 2. Referenzgrößen suchen | Welche bekannten Größen helfen? | bekannte Vergleichswerte sammeln |
| 3. Annahmen festlegen | Welche fehlenden Daten kann ich sinnvoll ersetzen? | jede Annahme mit Einheit notieren |
| 4. Teilprobleme bilden | Wie lässt sich die große Frage zerlegen? | Teilrechnungen planen |
| 5. Überschlagen | Welche gerundeten Zahlen reichen? | einfache, einheitenrichtige Modellrechnung durchführen |
| 6. Plausibilität prüfen | Ist die Größenordnung vernünftig? | Gegenprobe, Einheitencheck, untere und obere Grenze bilden |
| 7. Modell verbessern | Welche Annahme beeinflusst das Ergebnis besonders stark? | messen, recherchieren oder Szenarien vergleichen |
Eine nützliche Kurzschreibweise lautet:
Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle \boxed{\text{Fermi-Ergebnis}=\text{Annahmen}+\text{Modellrechnung}+\text{Plausibilitätscheck}}}
Visualisierung: ein aufklappbarer Rechenweg
| Beispiel: 24 Klassen mit ungefähr 25 Lernenden – wie viele Lernende sind das? |
|---|
| 1. Runde Referenzgrößen: und Lernende je Klasse. |
| 2. Überschlag: . |
| 3. Genauere Modellrechnung mit 24 Klassen: . |
| 4. Aussage: Die Schule hat in diesem Modell ungefähr Lernende. Die Zahl ist eine Annahme, keine Messung. |
Referenzgrößen und Einheiten
Referenzgrößen sind Vergleichswerte, die Du kennst, messen kannst oder als Modellannahme ausdrücklich festlegst.
| Größe | Referenz oder Modellannahme | Mathematische Darstellung |
|---|---|---|
| A4-Blatt | Seitenlängen und | |
| Liter | ||
| Masse | ||
| Schrittlänge | im Beispiel wird pro Schritt angenommen | |
| Schultage | im Papiermodell werden Tage angenommen | tatsächliche Zahl kann je nach Schule und Schuljahr abweichen |
| Kopierpapier | für das Modell werden angenommen | je A4-Blatt |

Interaktive Zahlengerade: Größenordnungen sehen
Nutze die dynamische Zahlengerade, um Schätzwerte, Untergrenzen und Obergrenzen sichtbar zu machen.
Beispiel: Liegt die Schrittzahl eher bei , oder ? Eine Zahlengerade hilft Dir, unplausible Größenordnungen schnell zu erkennen.
Interaktives Stellenwertmodell: große Zahlen sicher lesen
Bei Fermi-Aufgaben entstehen schnell große Zahlen. Im Stellenwertmodell kannst Du Ziffern verschieben und beobachten, wie sich der Wert verändert.
Beispiel:
Ein Faktor zu viel oder zu wenig fällt im Stellenwertmodell besonders gut auf.
Interaktiver Überschlag
Bevor Du genau rechnest, kannst Du Zahlen runden. So erkennst Du die erwartete Größenordnung.
Beispiel:
Der Überschlag liefert eine Vergleichszahl. Wenn eine genauere Rechnung später ergäbe, wäre ein Fehler sehr wahrscheinlich.
Bewegliche Bruchdarstellung: Anteile modellieren
Fermi-Aufgaben enthalten oft Anteile: Vielleicht nutzt nur ein Teil der Lernenden die Mensa oder nur ein Teil der Blätter wird einseitig bedruckt. Mit Bruchstreifen kannst Du solche Anteile sichtbar machen.
Beispiel:
Wenn ungefähr drei Viertel von Personen an einer Veranstaltung teilnehmen, modellierst Du also etwa Teilnehmende.
Schulgebäude, Karten und Grundrisse als Datenquellen
Ein Schulgebäude lässt sich mathematisch als Netz aus Wegen, Räumen, Etagen und Flächen betrachten. Eine Karte oder ein Grundriss hilft Dir, Wege zu zerlegen und Größen zu schätzen.

| Karte | Grundriss |
|---|---|
Wichtig: Die abgebildeten Schulen sind nur Anschauungsbeispiele. Für Deine eigene Fermi-Aufgabe verwendest Du einen Plan Deiner Schule nur dann, wenn Du ihn rechtmäßig nutzen darfst. Persönliche Daten, Raumbelegungen oder sensible Sicherheitsinformationen gehören nicht in ein öffentliches Lernprodukt.
Drei gelöste Fermi-Aufgaben
Use-Case 1: Papierverbrauch einer Schule
Fermi-Frage: Wie viele A4-Blätter verbraucht eine Beispielschule ungefähr in einem Schuljahr?
Schritt 1: Annahmen sichtbar machen
| Modellgröße | Annahme | Begründung im Modell |
|---|---|---|
| Lernende | runde Größe für eine mittelgroße Beispielschule | |
| Papier pro Lernendem und Schultag | Blatt | angenommener Mittelwert für Arbeitsblätter, Kopien und Ausdrucke |
| Schultage | runde Jahresannahme | |
| zusätzliches Papier | Blatt | angenommene Kopien für Verwaltung, Lehrkräfte, Prüfungen und Reserve |
| Papiermasse | Modellwert für Kopierpapier |
Schritt 2: Teilproblem Lernendenpapier
Einheiten helfen beim Denken:
Schritt 3: Zusatzpapier addieren
Modellergebnis: ungefähr Blatt pro Schuljahr.
Schritt 4: Wie viele Pakete sind das?
Wenn ein Paket im Modell Blatt enthält:
Schritt 5: Welche Masse hat das Papier?
Für ein A4-Blatt mit der Fläche und dem Modellwert gilt:
Damit:
Das ist eine anschauliche Umrechnung, aber die tatsächliche Papiermasse hängt von der verwendeten Papiersorte ab.
Schritt 6: Dynamische Geometrie – warum ein A4-Blatt eine Fläche hat
Verändere im Rechteck-Modell Länge und Breite. Beobachte, wie sich die Fläche verändert.
Für A4:
Schritt 7: Sensitivität – was passiert bei einer anderen Annahme?
| Blätter je Lernendem und Tag | Modellrechnung | Jahresmenge | ungefähre Masse bei je Blatt |
|---|---|---|---|
Schon ein zusätzliches Blatt je Lernendem und Schultag verändert das Jahresmodell um:
und bei je Blatt um:
Fermi-Lektion: Eine scheinbar kleine Annahme kann bei vielen Personen und vielen Tagen einen großen Unterschied machen.
Use-Case 2: Anzahl von Schritten an einem Schultag
Fermi-Frage: Wie viele Schritte geht eine Schülerin oder ein Schüler ungefähr innerhalb eines Schultags im Schulgebäude und auf dem Schulgelände?

Schritt 1: Den Schultag in Wege zerlegen
| Teilweg | Modellannahme | Rechnung |
|---|---|---|
| Eingang zum Klassenraum | Schritte | |
| acht Raumwechsel | je Schritte | |
| zwei große Pausen | je Schritte | |
| Mensa, Toilette, Bibliothek oder ähnliche Wege | zusammen Schritte | |
| spontane Zusatzwege | Schritte | |
| Klassenraum zum Ausgang | Schritte |
Schritt 2: Schritte addieren
Modellergebnis: ungefähr Schritte.
Schritt 3: Schritte in Wegstrecke umrechnen
Wir nehmen für dieses Modell eine mittlere Schrittlänge von an:
Gerundet:
Die Schrittlänge ist individuell verschieden. Du kannst Dein Modell verbessern, indem Du eine bekannte Strecke gehst, Deine Schritte zählst und rechnest:
Schritt 4: Mit einer Spanne statt einer einzigen Zahl arbeiten
Nehmen wir für unterschiedliche Schultage zwischen und Schritte an.
Untere Modellgrenze:
Obere Modellgrenze:
Damit lautet eine bessere Fermi-Aussage:
Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle \boxed{\text{etwa }3500\text{ bis }5500\text{ Schritte bzw. }2{,}1\text{ bis }3{,}3\,\mathrm{km}}}
Schritt 5: Dynamische Zahlengerade für die Spanne
Markiere auf der Zahlengeraden , und . So erkennst Du, dass nur ein mittleres Szenario ist.
Use-Case 3: Benötigte Trinkwassermenge bei einer Veranstaltung
Fermi-Frage: Wie viel Trinkwasser sollte für eine vierstündige Schulveranstaltung mit ungefähr Teilnehmenden logistisch bereitgestellt werden?


Hinweis: Die folgenden Werte sind Planungsannahmen für eine Fermi-Modellrechnung und keine persönliche medizinische Trinkempfehlung. In der Realität müssen Wetter, Aktivität, Veranstaltungsort und geltende Vorgaben berücksichtigt werden.
Schritt 1: Mittleres Szenario festlegen
Wir nehmen für die Veranstaltungslogistik im Modell an:
| Größe | Modellannahme |
|---|---|
| Teilnehmende | |
| Veranstaltungsdauer | |
| bereitgestellte Wassermenge pro Person für das vierstündige Ereignis | |
| zusätzliche Reserve |
Als zugehörige Modellrate kann man schreiben:
Zuerst ohne Reserve:
Mit Reserve:
Als Fermi-Planungswert runden wir auf:
Schritt 2: Behälterzahl modellieren
Bei je Behälter:
Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle \frac{300\,\mathrm{L}}{10\,\mathrm{L/Behälter}}=30\,\mathrm{Behälter}}
Bei je Behälter:
Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle \frac{300\,\mathrm{L}}{20\,\mathrm{L/Behälter}}=15\,\mathrm{Behälter}}
Schritt 3: Zweites Szenario für wärmere oder aktivere Bedingungen
Als bewusst höhere Modellannahme verwenden wir pro Person für die gesamte Veranstaltung:
Gerundet:
Für die Logistik ergibt sich damit als Fermi-Spanne:
Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle \boxed{\text{ungefähr }300\text{ bis }400\,\mathrm{L}}}
Diese Spanne ist kein allgemeingültiger Bedarf pro Person, sondern das Ergebnis der ausdrücklich gewählten Planungsannahmen.
Schritt 4: Liter anschaulich machen
Schritt 5: Faltbarer und rotierbarer 3D-Körper
Ein Wasserbehälter kann näherungsweise als Quader modelliert werden. Falte im interaktiven Modell ein Quadernetz und untersuche die Flächen.
Für einen quaderförmigen Behälter gilt:
Da , kann zum Beispiel gelten:
So verbindet die Fermi-Aufgabe Volumen, Längen, Einheiten und reale Planung.
Plausibilitätscheck und Sensitivität
Drei schnelle Änderungsrechnungen
Eine Sensitivitätsrechnung fragt: Wie stark verändert sich das Ergebnis, wenn sich eine Annahme verändert?
| Modell | Änderung einer Annahme | Auswirkung |
|---|---|---|
| Papier | Blatt je Lernendem und Tag | Blatt mehr pro Jahr |
| Schritte | Schritte | bei je Schritt: mehr |
| Wasser | je Person | vor Reserve: mehr |
Mit Reserve würde die letzte Änderung sogar
mehr Planungsmenge bedeuten.
Untergrenze, Mittelwert und Obergrenze
Eine Fermi-Antwort wird besser, wenn Du nicht nur eine einzelne Zahl nennst.
Beispiel Schritte:
Beispiel Wasserplanung:
Das Zeichen bedeutet hier sinngemäß ungefähr kleiner oder gleich.
Der Einheitencheck
Ein guter Rechenweg verrät durch seine Einheiten, ob das Modell zusammenpasst.
Papier:
Schritte zu Weg:
Wasser:
Wenn am Ende eine unpassende Einheit steht, solltest Du den Rechenweg prüfen.
Diagramme statt Zahlenwüste
Szenarien als Balken vergleichen

Für das Papiermodell kannst Du zum Beispiel diese drei Werte in ein Balkendiagramm übertragen:
| Szenario | Jahresmenge |
|---|---|
| sparsam | Blatt |
| mittel | Blatt |
| hoch | Blatt |
Die Balken sollen bei beginnen. So vergleichst Du die Größen fair. Beschrifte Achse und Einheit deutlich.
Visuelle Schritt-für-Schritt-Erklärung: vom Problem zum Diagramm
| Klicke zum Aufklappen: Modellierungsweg |
|---|
| Frage: Wie viel Papier? |
| Annahmen: Lernende, Tage, // Blatt je Tag, plus Blatt. |
| Formel: |
| Szenarien: , , |
| Diagramm: drei Balken mit gleicher Skala und Einheit Blatt. |
| Aussage: Die Annahme beeinflusst das Ergebnis stark. |
Interaktive Modellierungswerkstatt
Station 1: Zahlengerade – Größenordnungen
Ordne gedanklich die Werte , , und auf einer Zahlengeraden ein. Entscheide dann, welche Größenordnung zu Schritte an einem Schultag und welche zu Blätter einer Schule pro Jahr passen könnte.
Station 2: Stellenwert – Faktorfehler entdecken
Vergleiche:
Welche Zahl ist zehnmal so groß wie ? Welche ist zehnmal so klein? Erkläre, warum Faktorfehler bei Fermi-Aufgaben besonders auffallen können.
Station 3: Runden – Überschlag vor genauer Rechnung
Schätze zuerst:
Berechne danach genauer und vergleiche. Ein sinnvoller Überschlag ist eine Fehlerwarnanlage.
Station 4: Brüche – Teilgruppen modellieren
Wenn von Lernenden ungefähr an einer Aktion teilnehmen:
Verändere den Anteil im Bruchmodell. Überlege, wie sich dadurch die benötigte Wassermenge verändert.
Station 5: Dynamische Geometrie – Flächen verändern
Verdoppele bei einem Rechteck nur die Länge. Was passiert mit der Fläche?
Verdoppelst Du bei unverändertem , dann gilt:
Solche Zusammenhänge helfen Dir bei Schätzungen von Papierflächen, Bodenflächen oder Plakatgrößen.
Station 6: 3D-Modell – Behälter und Volumen
Untersuche ein Quadernetz, falte es gedanklich oder im Modell und verbinde es mit:
Prüfe anschließend, ob ein Behälter mit in Deinem Modell plausibel dimensioniert ist.
Medien und offene Lizenzen
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| Medium | Lernzweck | Lizenzhinweis laut Commons-Dateiseite |
|---|---|---|
| Enrico Fermi 1943-49.jpg | historischer Bezug | gemeinfrei / Public Domain |
| Sasebo-es-school-front-01.webp | Schulgebäude als Modellierungsraum | gemeinfrei / Public Domain |
| A4 PAPER.jpg | Papierformat und Flächenmodell | CC BY-SA 4.0 |
| Pedometer K+R.jpg | Schritte messen | gemeinfrei / Public Domain |
| Water Dispenser Kaercher WPD.jpg | Wasserlogistik | CC BY-SA laut Dateiseite |
| Water 0012.jpg | Trinkwasser im Schulkontext | CC BY-SA 4.0 |
| SchoolMap.jpg | Wege auf einer Schulkarte | gemeinfrei / Public Domain |
| Gymnasium Bremervörde Grundriss.svg | Weg- und Flächenmodell im Schulgrundriss | CC BY-SA 3.0 |
| WDQS - Bar Chart.gif | animierte Diagrammdarstellung | CC BY-SA 4.0 |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist typisch für eine Fermi-Aufgabe? (Es fehlen zunächst genaue Daten) (!Alle nötigen Daten sind vollständig gegeben) (!Es gibt immer genau eine exakte Lösung) (!Man darf keine Annahmen verwenden)
Was ist nach dem Verstehen der Frage ein sinnvoller nächster Schritt? (Sinnvolle Annahmen und Referenzgrößen festlegen) (!Sofort eine zufällige Zahl nennen) (!Alle Einheiten weglassen) (!Nur das Endergebnis aufschreiben)
Warum zerlegt man eine Fermi-Frage in Teilprobleme? (Weil kleinere Teilfragen leichter zu schätzen und zu rechnen sind) (!Weil dadurch jede Schätzung automatisch exakt wird) (!Weil man dann keine Einheiten mehr braucht) (!Weil man dadurch immer dieselbe Zahl erhält)
Wie viele Blätter ergeben 600 Lernende mal 4 Blätter pro Tag mal 190 Tage? (456000) (!45600) (!536000) (!650000)
Wie viele Blätter ergeben sich im Papiermodell nach dem Addieren von 80000 Zusatzblättern? (536000) (!456000) (!616000) (!1072000)
Welche Wegstrecke ergeben 4300 Schritte bei einer angenommenen Schrittlänge von 0,60 Metern? (2580 Meter) (!258 Meter) (!4300 Meter) (!7167 Meter)
Wie viel Wasser ergeben 450 Personen mal 0,6 Liter im mittleren Modell ohne Reserve? (270 Liter) (!27 Liter) (!297 Liter) (!450 Liter)
Wie viel sind 270 Liter mit 10 Prozent Reserve? (297 Liter) (!280 Liter) (!3000 Liter) (!243 Liter)
Wozu dient eine Sensitivitätsrechnung? (Sie zeigt wie stark Annahmen das Ergebnis verändern) (!Sie macht jede Annahme automatisch wahr) (!Sie ersetzt alle Messungen) (!Sie löscht Unsicherheiten vollständig)
Wie formuliert man ein gutes Fermi-Ergebnis? (Als begründete Näherung mit Annahmen und möglichst einer Spanne) (!Als exakte Zahl ohne Erklärung) (!Als Vermutung ohne Rechnung) (!Als Zahl ohne Einheit)
Memory
| Annahme | begründete Ersatzangabe |
| Referenzgröße | bekannte Vergleichsgröße |
| Teilproblem | kleiner lösbarer Baustein |
| Überschlag | grobe Rechnung |
| Plausibilitätscheck | Prüfung der Größenordnung |
| Spanne | Bereich zwischen Grenzen |
| Modell | vereinfachte Beschreibung der Wirklichkeit |
| Sensitivität | Einfluss einer Annahme auf das Ergebnis |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Fermi-Schritt |
|---|---|
| Gesuchte Größe klären | Frage verstehen |
| Bekannte Vergleichswerte nutzen | Referenzgrößen wählen |
| Fehlende Daten begründet ersetzen | Annahmen notieren |
| Großes Problem in Bausteine zerlegen | Teilprobleme bilden |
| Mit gerundeten Werten rechnen | Überschlag durchführen |
| Ergebnis mit Alltag und Einheit vergleichen | Plausibilität prüfen |
Kreuzworträtsel
| Annahme | Wie heißt eine begründete Ersatzangabe für einen fehlenden Wert? |
| Ueberschlag | Wie nennt man eine grobe Rechnung zur Größenordnung? |
| Teilproblem | Wie heißt ein kleiner lösbarer Baustein einer großen Frage? |
| Referenzwert | Wie heißt ein bekannter Vergleichswert zum Schätzen? |
| Plausibilitaet | Welches Wort beschreibt die Prüfung, ob ein Ergebnis vernünftig wirkt? |
| Modellierung | Wie heißt das mathematische Vereinfachen einer realen Situation? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fermi-Tagebuch: Wähle eine Alltagsfrage wie „Wie viele Bleistifte gibt es ungefähr in unserer Schule?“. Notiere mindestens drei Annahmen mit Einheit und begründe jede davon.
- Schritte messen: Zähle fünf Minuten lang Deine Schritte auf einem normalen Weg. Nutze die Stichprobe, um eine Schätzung für einen längeren Schulabschnitt zu entwickeln. Veröffentliche dabei keine personenbezogenen Bewegungsdaten.
- Papierstichprobe: Beobachte mit Erlaubnis einen Tag lang, wie viele Arbeitsblätter in einer Lerngruppe verwendet werden. Rechne daraus ein Modell für eine Woche und kennzeichne klar, was gemessen und was geschätzt wurde.
- Wasserbehälter: Suche zu Hause oder in der Schule drei Behälter mit Literangaben. Entwickle daraus eine anschauliche Zusammenstellung für ungefähr 50 Liter, ohne schwere Behälter unnötig zu bewegen.
Standard
- Schulwegmodell: Erstelle mit einem freigegebenen oder selbst gezeichneten vereinfachten Schulplan ein Wegenetz. Schätze die Schritte eines Schultags aus mindestens fünf Teilwegen und vergleiche Dein Ergebnis mit einer Stichprobe.
- Papierszenarien: Rechne den Jahresverbrauch einer Beispielschule mit drei Annahmen für Blätter pro Person und Tag. Stelle die Ergebnisse in einem Balkendiagramm dar und erkläre, welche Annahme am stärksten wirkt.
- Dateninterview: Führe mit Zustimmung ein kurzes Interview mit einer zuständigen Person über Papierbestellungen oder Veranstaltungslogistik. Vergleiche die reale Angabe mit Deinem vorherigen Fermi-Modell, ohne Namen oder interne Daten öffentlich zu machen.
- Wasserstation planen: Entwickle drei Versorgungsszenarien für eine fiktive Schulveranstaltung. Gib Teilnehmendenzahl, Modellmenge pro Person, Reserve, Gesamtmenge und Behälterzahl jeweils mit Einheit an.
Schwer
- Eigene Fermi-Aufgabe: Erfinde eine neue Fermi-Frage aus Schule oder Freizeit. Entwickle Referenzgrößen, Teilprobleme, eine Modellgleichung sowie eine untere und obere Grenze und begründe Dein Ergebnis.
- Schulfläche modellieren: Schätze die Fläche eines Schulbereichs aus selbst gemessenen oder freigegebenen Längen. Zerlege unregelmäßige Formen in Rechtecke und dokumentiere, welche Vereinfachungen Dein Ergebnis beeinflussen.
- Unsicherheitsanalyse: Nimm eine gelöste Fermi-Aufgabe und ordne ihre Annahmen danach, wie stark sie das Ergebnis verändern. Verbessere nur die wichtigste Annahme durch eine Messung oder zuverlässige Quelle und berechne das Modell neu.
- Erklärvideo: Produziere ein kurzes Erklärvideo zu einer eigenen Fermi-Lösung. Zeige mindestens eine Formel, eine Einheitenprüfung, ein Diagramm und einen Plausibilitätscheck. Nutze nur eigene oder offen lizenzierte Medien und filme keine Personen ohne Zustimmung.


Lernkontrolle
- Modelle vergleichen: Zwei Gruppen berechnen für dieselbe Schule und Blatt pro Jahr. Entwickle je ein mögliches Annahmenset, das zu den Ergebnissen passt, und beurteile, ob beide Modelle zugleich plausibel sein können.
- Fehlendes Teilproblem: Ein Schrittmodell berücksichtigt nur Raumwechsel im Unterricht. Erkläre, welche Wege fehlen könnten, ergänze mindestens zwei Teilprobleme und zeige rechnerisch, wie sich das Ergebnis verändert.
- Proportionalität prüfen: Bei einer Veranstaltung verdoppelt sich die Zahl der Gäste, die Dauer halbiert sich. Prüfe, welche Teile eines einfachen Wassermodells proportional verändert werden können und welche Annahmen neu überlegt werden müssen.
- Grenzen bilden: Formuliere für eine selbst gewählte Fermi-Frage eine glaubwürdige Untergrenze und Obergrenze. Begründe, warum das echte Ergebnis nach Deinem Modell dazwischen liegen könnte.
- Einheitenfehler finden: Eine Rechnung endet für eine Wassermenge mit der Einheit Meter. Rekonstruiere, welche Art von Modellfehler vorliegen könnte, und formuliere eine einheitenrichtige Rechnung.
- Modell validieren: Plane eine kleine Stichprobe, mit der Du eine wichtige Annahme aus einer Fermi-Aufgabe überprüfen kannst. Beschreibe, wie Du das Modell nach der Stichprobe verändern würdest, falls Messwert und Annahme deutlich voneinander abweichen.
Lernnachweis
Für einen guten Lernnachweis zu diesem Thema sind folgende Bestandteile wichtig:
- Fermi-Frage: eine klar formulierte offene quantitative Frage mit gesuchter Einheit.
- Annahmen: eine Tabelle, die Messwerte, bekannte Referenzgrößen und eigene Annahmen deutlich unterscheidet.
- Teilprobleme: eine nachvollziehbare Zerlegung der großen Frage in kleinere Rechenschritte.
- Modellrechnung: ein einheitenrichtiger Rechenweg mit geeigneten , , und .
- Überschlag: eine grobe Vergleichsrechnung zur erwarteten Größenordnung.
- Ergebnisbereich: möglichst eine untere Grenze, ein plausibler Mittelwert und eine obere Grenze.
- Sensitivität: mindestens eine Rechnung, die zeigt, wie sich eine veränderte Annahme auf das Ergebnis auswirkt.
- Plausibilitätscheck: eine begründete Aussage dazu, warum das Ergebnis vernünftig erscheint oder wie es verbessert werden müsste.
- Reflexion: eine kurze Erklärung, welche zusätzliche Messung oder Recherche das Modell am stärksten verbessern würde.
OERs zum Thema
Der Wikipedia-Artikel zum Fermi-Problem bietet Hintergrundinformationen zur Methode und zu ihrem Namensgeber.
Weitere freie interaktive Lernmöglichkeiten im aiMOOC sind die oben eingebetteten GeoGebra-Materialien zu Zahlengeraden, Stellenwert, Überschlag, Brüchen, Flächen und Quadernetzen.
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