Literatur verstehen - Strafe - Ferdinand von Schirach
Einleitung
Strafe ist ein 2018 im Luchterhand Literaturverlag erschienener Band mit zwölf Erzählungen von Ferdinand von Schirach (ISBN 978-3-630-87538-5; gebundene Ausgabe mit 192 Seiten). Er gehört zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. In diesem aiMOOC untersuchst du, wie Geschichten über strafrechtliche Konflikte Fragen nach Gerechtigkeit, Schuld, Lebensumständen und menschlicher Verantwortung aufwerfen. Das Buch ist kein Roman mit durchgehender Handlung: Die Erzählungen müssen jeweils für sich gelesen werden. Die Zusammenfassung bleibt deshalb bewusst knapp.
Lernziele: Du kannst nach der Lektüre Ereignisse und Wertungen unterscheiden, eine Erzählperspektive am Text belegen, sprachliche Reduktion untersuchen, juristische und moralische Urteile auseinanderhalten, Rezensionen gegeneinander abwägen und eine eigene textgestützte Position vertreten. Für die Klassen 9–13 sind unterschiedliche Vertiefungen vorgesehen.
Arbeitsgrundlage und Grenze: Der vollständige Primärtext liegt diesem Kurs nicht vor. Einzelne Geschichten, Figurennamen, Erzählperspektiven und Wortlautdetails werden deshalb nicht ausgedacht. Für genaue Belege, Seitenzahlen und Textstellen benötigst du eine rechtmäßig zugängliche Ausgabe, zum Beispiel über den Buchhandel oder die örtliche beziehungsweise schulische Bibliothek. Verwende in deinen Antworten die Seitenzahlen deiner Ausgabe. Es werden keine unbelegten Buchzitate wiedergegeben.
Merke: Eine Interpretationshypothese ist kein Werkfakt. Kennzeichne sorgfältig: (a) nachprüfbare bibliografische Angabe, (b) Beobachtung an einer tatsächlich gelesenen Textstelle, (c) begründete Deutung, (d) mögliche Gegenlesart.

Medienauftrag: Warum wäre es falsch, allein aus dem Beruf des Schriftstellers zu schließen, dass alle Geschichten autobiografische Tatsachenberichte seien? Bildquelle und Lizenz, Lizenztext.
Werk, Kontext und Gattung
Bibliografie und Entstehungszusammenhang
Ferdinand von Schirach ist Schriftsteller und Strafverteidiger; sein biografischer Normdatensatz trägt die GND 138992215. Strafe erschien im März 2018. Zusammen mit den früheren Erzählbänden Verbrechen (2009) und Schuld (2010) lässt sich eine thematische Folge lesen: Tat, Zuschreibung von Schuld und Bestrafung. Das ist eine Deutungsachse, nicht die Behauptung einer einheitlichen Buchhandlung.
Beispiel für Quellenkritik: Die Angabe „2018, zwölf Erzählungen“ ist bibliografisch überprüfbar. Die Aussage „jede Figur ist schuldig“ wäre hingegen unzulässig: Sie müsste erst an jeder ausgewählten Geschichte überprüft werden.
Merke: Biografische Berufserfahrung erklärt ein literarisches Interesse, beweist aber nicht die Faktizität einer erzählten Handlung.
Kurzprosa statt zusammenhängender Kriminalroman
Ein Erzählband stellt mehrere selbstständige Prosatexte zusammen. Anders als bei einem durchgehenden Roman kann sich von Geschichte zu Geschichte verändern, wer erzählt, welche Informationen fehlen und wie die Figuren ihre Lage erleben. Untersuche deshalb jede gewählte Erzählung getrennt: Ausgangssituation, Konflikt, Wendepunkt, Schluss, offene Fragen.
Leseprotokoll: Trage für zwei Erzählungen nur belegte Befunde in eine Tabelle ein: Geschichte und Ausgabe; beteiligte Figuren; nachweisbares Ereignis; offener Punkt; Deutung; alternative Deutung. Schreibe keine ausführliche Inhaltsersatznacherzählung.
Merke: Der gleiche Themenkreis macht zwei Geschichten noch nicht zu einer einzigen fortlaufenden Geschichte.
Figuren, Lebenslagen und Konflikte
Handlung knapp sichern und Rollen unterscheiden
Das Buch richtet den Blick auf Menschen, die in Konflikte mit Unrecht, Verantwortung, Justiz oder gesellschaftlichen Erwartungen geraten. Welche konkreten Ereignisse im Einzelfall vorliegen, muss aus der gewählten Erzählung belegt werden. Unterscheide eine Beschuldigung, eine bewiesene Handlung, eine gerichtliche Entscheidung und deine moralische Bewertung. Diese vier Dinge sind nicht identisch.
Methodenbeispiel (frei erfunden, nicht aus Strafe): Eine Person nimmt aus Not ein fremdes Lebensmittel. Was geschah? Was lässt sich über die Absicht belegen? Welche Konsequenzen sind rechtlich denkbar, welche moralisch nachvollziehbar? So kannst du argumentieren, ohne einer Buchfigur eine erfundene Tat zuzuschreiben.
Merke: Eine Tatbeschreibung antwortet auf die Frage „Was geschah?“, eine Deutung auf „Was bedeutet es?“.
Beziehungen und ungleiche Voraussetzungen
Familienbindungen, Abhängigkeiten, Isolation, Nähe und Fremdheit können beeinflussen, wie du Figuren verstehst. Prüfe an deiner Lektüre: Wer besitzt Wissen oder Macht? Wem glaubt die Umgebung? Welche Vorgeschichte wird ausdrücklich erzählt und welche bleibt offen? Entscheide nicht allein anhand einer sozialen Zuschreibung über Schuld.
Anschauliches Analyseverfahren: Markiere in einer gelesenen Szene getrennt Aussagen über äußere Handlungen, Beschreibungen des Umfelds und Vermutungen über innere Motive. Erkläre danach, wo die Erzählinstanz Informationen begrenzt.
Merke: Lebensumstände können eine Handlung verständlicher machen, ohne sie automatisch zu rechtfertigen.

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Strafrecht, Gerechtigkeit und moralisches Urteil
Strafe als rechtlicher und sozialer Begriff
Im Strafrecht sind Straftatbestand, individuelle Verantwortlichkeit, Verfahren und Sanktion voneinander zu unterscheiden. Literarische Erzählungen können zusätzlich nach persönlicher Scham, Vergeltung, Vergebung oder gesellschaftlicher Ausgrenzung fragen. Ein Rechtssystem muss allgemeine Regeln anwenden; eine Erzählung kann zeigen, wie unverwechselbar Lebensläufe sind.
Denkanstoß: Gleiche Konsequenzen für gleiche Taten können formale Gleichbehandlung bedeuten. Sind die unterschiedlichen Umstände berücksichtigt? Formuliere eine Position und eine begründete Gegenposition. Trenne dabei fachliche Rechtsinformation und literarisch-moralische Diskussion.
Merke: Rechtmäßigkeit und empfundene Gerechtigkeit sind unterschiedliche Fragen. Der Kurs ist keine Rechtsberatung.

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Urteil, Verantwortung und Perspektivenwechsel
Frage bei einer gewählten Erzählung nach mindestens drei Perspektiven: die einer handelnden Figur, die einer betroffenen Person und die einer urteilenden Öffentlichkeit. Es muss nicht jede Position im Text selbst zu Wort kommen. Wenn du eine fehlende Stimme ergänzst, kennzeichne dies als eigene imaginierte Perspektive, niemals als Zitat.
Beispiel für einen Schreibimpuls: Formuliere zwei gegensätzliche Stellungnahmen zu einer tatsächlich gelesenen Konfliktsituation. Die erste berücksichtigt besonders Rechtsgleichheit, die zweite persönliche Lebensumstände. Welche Wertung lässt der Text zu, welche nicht?
Merke: Empathie bedeutet, jemanden verstehen zu wollen; sie bedeutet nicht, jede Handlung gutzuheißen.
Erzählen, Sprache und Leerstellen
Erzählperspektive präzise bestimmen
Eine Erzählinstanz kann mehr wissen als eine Figur, nur einer Wahrnehmung folgen oder äußere Vorgänge beschreiben. Prüfe bei jeder ausgewählten Geschichte an Verben der Wahrnehmung, Gedankenwiedergabe, Zeitordnung und kommentierenden Sätzen, welche Perspektive vorliegt. Behaupte keine einheitliche Perspektive für alle zwölf Texte, wenn du nicht alle überprüft hast.
Textarbeit: Suche eine kurze, zulässig paraphrasierte Stelle. Notiere: Wer spricht? Was wird als sicher dargestellt? Was kann die Leserin nur erschließen? Verändert die Informationsverteilung dein Urteil über eine Figur?
Merke: Autor, Erzähler und Figur sind drei verschiedene analytische Kategorien.
Reduzierte Sprache und Wirkung des Ungesagten
Die Rezension von Samuel Hamen im Deutschlandfunk (23.03.2018) hebt knappe Sprache und emotionale Distanz als auffällige Eigenschaften hervor. Prüfe selbst, ob du an einer konkreten Stelle kurze Sätze, wenig Ausgestaltung, sachlichen Ton oder Auslassungen findest. „Knapp“ ist zunächst eine beschreibbare Beobachtung, „kalt“ bereits eine mögliche Wirkung und Wertung.
Vergleichsbeispiel (selbst erfunden): „Sie ging. Niemand folgte.“ gegenüber „Mit schweren Schritten verließ sie den Raum und wartete vergeblich auf Hilfe.“ Diskutiere nur an diesem konstruierten Satzpaar, wie Satzlänge und explizite Gefühle die Interpretation verändern; setze es nicht als Wortlaut des Romans aus.
Merke: Gerade das Weggelassene fordert Leserinnen und Leser zu eigenen Schlussfolgerungen heraus. Diese Schlussfolgerungen bleiben begründungspflichtig.
Motive: Einsamkeit, Fremdheit und Ungewissheit
In zeitgenössischen Kritiken werden Einsamkeit, Fremdheit und die Schwierigkeit gerechter Urteile als wiederkehrende Aspekte beschrieben. Nutze die Rezension als Interpretationsangebot. Suche mindestens zwei belegte Details aus deiner Lektüre, die eine dieser Deutungen stützen; suche bewusst ein Detail, das ihr widerspricht.
Aufgabe zum Motivvergleich: Vergleiche zwei ausgewählte Erzählungen unter der Leitfrage, ob Strafe nur durch Institutionen entsteht oder auch als eigene innere Last, Beziehungskrise oder soziale Reaktion erlebt wird.
Merke: Ein Motiv lässt sich durch wiederkehrende beobachtbare Elemente stützen; ein bloßes Themawort ist noch kein Nachweis.
Rezeption, Medienvergleich und ethische Lektüre
Rezensionen als strittige Lesarten
Samuel Hamen beschreibt in seiner Deutschlandfunk-Rezension eine erkaltete Welt und diskutiert mangelnde emotionale Nähe. Eine andere Rezension von Deutschlandfunk Kultur (03.03.2018) betont die Verbindung lakonischen Erzählens mit menschlichen Abgründen. Das sind Kritikurteile, keine unumstößlichen Fakten über jede Einzelgeschichte.
Vergleichsmethode: Schreibe nebeneinander (1) Behauptung der Kritik, (2) nachprüfbare Beobachtung in deinem Text, (3) deine Deutung, (4) mögliche Gegenlesart. Beurteile, ob erzählerische Distanz Leserempfindungen verringert oder gerade verstärkt.
Merke: Eine gute Rezension begründet Bewertungen; eine gute Literaturanalyse prüft sie am Primärtext.
Vom Buch zur Fernseh-Anthologie
2022 erschien die sechsteilige deutsche Fernseh-Anthologie Strafe nach Stoffen des Erzählbands auf RTL+. Es handelt sich um eine Adaption von sechs der zwölf Erzählungen, nicht um den Originaltext und nicht um eine vollständige filmische Wiedergabe des Bandes. Beurteile einen Ausschnitt nur, wenn er legal verfügbar ist und nach vorheriger Alterseinschätzung eingesetzt werden darf.
Medienvergleich: Ermittele bei einer tatsächlich gelesenen und verfilmten Geschichte Unterschiede in Informationsvergabe, Perspektive, Zeitgestaltung, Ton und Mimik. Begründe, warum ein Film stärker als der Text eine bestimmte Figur emotional hervorheben könnte. Auf eine Filmvorführung wird nicht angewiesen; die Aufgaben sind auch mit einer Produktionsbeschreibung bearbeitbar.
Merke: Filmische Darstellung ist eine neue Interpretation des literarischen Stoffes und kein Beweis für den genauen Buchwortlaut.
Ethik, Schutz und selbstständige Bewertung
In der Lektüre können Straftaten, Gewalt, sexualisierte Übergriffe, psychische Belastungen und verletzliche Beziehungen vorkommen. Deshalb gilt: Für Klasse 9 wird eine einzelne Geschichte erst nach Sichtung durch die Lehrkraft ausgewählt; bei besonders belastenden Passagen stehen eine inhaltlich gleichwertige Alternativgeschichte und die Möglichkeit zum Themenwechsel bereit. Keine Person muss eigene Erfahrungen offenlegen. Die Serienadaption wird nicht automatisch als altersgerecht angesehen.
Abschlussfrage: Kann der Verzicht auf eindeutige moralische Erklärungen gerechter sein als ein schnell gesprochenes Urteil? Entwickle eine These, stütze sie an zwei belegten Textbeobachtungen, formuliere eine ernstzunehmende Einwendung und gewichte beide Seiten.
Merke: Interpretation verlangt Textbelege und reflektierte Ethik statt vorschneller Etiketten.
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Medien zum vertieften Vergleich: bpb-Video „Gleichheit und Gerechtigkeit“ (Bundeszentrale für politische Bildung, Prime Productions, 2020, sechs Minuten, CC BY-NC-ND 4.0; Diskussionsauftrag: Vergleiche normative Aussagen mit literarischen Einzelfällen). Deutschlandfunk-Buchkritik und Podcast (Samuel Hamen, 23.03.2018; für Ton und Text gelten die Rechte von Deutschlandradio, hier ausschließlich verlinkt). Konkrete YouTube-Adressen konnten nicht unmittelbar verifiziert werden und werden deshalb nicht eingebettet.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste dein Wissen
Welche Gattung hat der Band Strafe? (Sammlung von zwölf eigenständigen Erzählungen) (!Ein fortlaufender historischer Roman) (!Ein Drama in fünf Akten) (!Ein autobiografischer Schulbericht)
Rückmeldung: Der Band besteht aus mehreren Geschichten; deshalb sind Handlung und Figuren jeweils einzeln zu untersuchen.
In welchem Jahr erschien Strafe? (2018) (!2009) (!2010) (!2022)
Rückmeldung: 2018 ist das Erscheinungsjahr des Buchs; 2022 erschien die Fernseh-Anthologie.
Was unterscheidet eine Textbeobachtung von einer Deutung? (Sie lässt sich an einer Stelle in der eigenen Ausgabe überprüfen) (!Sie ist automatisch moralisch richtig) (!Sie braucht nie einen Beleg) (!Sie übernimmt die Meinung einer Rezension)
Rückmeldung: Beobachtungen müssen anhand des gelesenen Wortlauts nachprüfbar sein; Deutungen begründen dessen mögliche Bedeutung.
Wie gehst du mit der Erzählperspektive im Band um? (Du untersuchst die Perspektive jeder gelesenen Geschichte am Text) (!Du setzt in allen Geschichten einen Ich-Erzähler voraus) (!Du setzt Erzähler und Autor gleich) (!Du bestimmst die Perspektive allein am Buchtitel)
Rückmeldung: Eine Perspektive ist nur durch sprachliche Merkmale der konkreten Erzählung belegbar.
Welche Aussage über menschliche Lebensumstände ist plausibel? (Sie können Verhalten erklären ohne es automatisch zu rechtfertigen) (!Sie heben jeden rechtlichen Konflikt auf) (!Sie beweisen stets eine Straftat) (!Sie sind für jede Deutung bedeutungslos)
Rückmeldung: Erklären und rechtfertigen sind unterschiedliche Argumentationsschritte.
Was meint sprachliche Reduktion in einer Erzählung? (Konzentration auf wenige ausgewählte sprachliche Mittel und Informationen) (!Fehlen eines literarischen Themas) (!Ausschließliche Verwendung juristischer Fachwörter) (!Vollständige Wiedergabe sämtlicher Gedanken)
Rückmeldung: Reduktion kann durch Kürze, Auslassungen und zurückhaltende Wertungen wirken.
Welche Frage betrifft die moralische Ebene? (Ob eine rechtlich mögliche Strafe unter den Umständen als gerecht empfunden wird) (!Welche ISBN die Ausgabe trägt) (!Wann das Buch veröffentlicht wurde) (!Wie viele Texte der Band enthält)
Rückmeldung: Die moralische Ebene fragt nach Wertmaßstäben und kann sich mit der Rechtslage überschneiden, ohne damit identisch zu sein.
Wie ist eine Rezension sinnvoll zu nutzen? (Als überprüfbare Deutungsposition neben anderen) (!Als unfehlbarer Ersatz für die Lektüre) (!Als wörtlichen Originaltext des Buchs) (!Als Beweis für alle Figurenmotive)
Rückmeldung: Kritik ist ein interpretierender Sekundärtext und muss gegen den Primärtext gelesen werden.
Was beschreibt die Fernsehproduktion Strafe von 2022? (Eine sechsteilige Adaption ausgewählter Erzählungen) (!Ein vollständiges Hörbuch der zwölf Texte) (!Die ursprüngliche Buchausgabe von 2018) (!Eine Dokumentation mit Originalgerichtsakten)
Rückmeldung: Die Fernseh-Anthologie adaptiert sechs Erzählungen und ist ein eigenständiges Medium.
Welches Vorgehen ist bei belastenden Inhalten im Unterricht angemessen? (Altersgerechte Auswahl und Möglichkeit einer alternativen Aufgabe) (!Verpflichtende Offenlegung persönlicher Gewalterfahrungen) (!Ungesichtete Filmszenen in jeder Klassenstufe) (!Ausschluss aller unterschiedlichen Wertungen)
Rückmeldung: Der Unterricht schützt persönliche Grenzen und ermöglicht zugleich sachbezogene Analysen.
Memory-Spiel
Finde jeweils den passenden Fachbegriff und seine Bedeutung.
| Primärtext | Die tatsächlich gelesene literarische Vorlage |
| Rezension | Begründete Bewertung durch einen kritischen Sekundärtext |
| Leerstellen | Nicht ausdrücklich mitgeteilte Informationen im Erzählen |
| Perspektive | Auswahl und Begrenzung des erzählerischen Wissens |
| Sanktion | Rechtsförmig festgelegte Folge eines Regelverstoßes |
| Motiv | Im Text wiederkehrendes bedeutungstragendes Element |
Drag and Drop
Ordne jeweils die Analysetätigkeit ihrem Ziel zu.
| Passenden Begriff zuordnen | Beschreibung |
|---|---|
| Inhalt sichern | Nachweisbare Handlungsschritte kurz und sachlich zusammenfassen |
| Perspektive prüfen | Informationsstand von Erzählinstanz und Figuren vergleichen |
| Sprache untersuchen | Satzbau, Wortwahl und Auslassungen auf Wirkungen beziehen |
| Urteile abwägen | Juristische und moralische Kriterien unterscheiden |
| Rezeption vergleichen | Unterschiedliche Rezensionsthesen am Primärtext prüfen |
Kreuzworträtsel
Trage die Fachwörter zu den Hinweisen ein.
| Strafe | Rechtsfolge, die im Buchtitel genannt wird |
| Motiv | Wiederkehrendes bedeutungstragendes Textelement |
| Erzähler | Sprachliche Instanz, die eine Geschichte vermittelt |
| Empathie | Fähigkeit zum verstehenden Nachvollzug fremder Perspektiven |
| Rezension | Kritische Besprechung eines literarischen Werks |
| Perspektive | Blickwinkel und Informationsvergabe einer Erzählung |
LearningApps
Suche nach geeigneten, vor einer Nutzung didaktisch und datenschutzrechtlich zu prüfenden interaktiven Materialien zu Ferdinand von Schirach und Strafe. Diese Suchanzeige ist keine Behauptung, dass eine bestimmte App bereits überprüft wurde.
Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite jeweils passende Aufgaben in drei Niveaustufen. Du brauchst für textbezogene Nachweise deine rechtmäßig zugängliche Ausgabe. Die Lösungshinweise beschreiben überprüfbare Vorgehensweisen, nicht vorgegebene Interpretationspflichten.
Leicht
- Leseprotokoll: Wähle eine altersgerecht freigegebene Erzählung und halte Ausgangslage, Wendepunkt und offenes Ende in maximal 120 eigenen Wörtern fest; Lösungshinweis: nur Belegbares erfassen; Kriterium: Vollständigkeit ohne Nacherzählungsersatz.
- Text und Meinung: Markiere vier konkrete Textbeobachtungen in deiner eigenen Ausgabe und formuliere zwei davon getrennte Deutungen; Lösungshinweis: Signalwörter „im Text“ und „das könnte“; Kriterium: klare Trennung.
- Begriffe darstellen: Erstelle ein Glossar zu Schuld, Sanktion, Gerechtigkeit und Empathie mit je einem selbst erfundenen Beispiel; Lösungshinweis: keine Kategorien gleichsetzen; Kriterium: begriffliche Genauigkeit.
- Bild deuten: Vergleiche das Wikimedia-Bild einer Justitia mit einer belegten Frage aus deiner Lektüre; Lösungshinweis: Symbole und Textstellen getrennt beschreiben; Kriterium: passender Vergleich.
Standard
- Figurenbeziehung: Erstelle eine textgestützte Beziehungsskizze zu einer Geschichte und erläutere zwei Abhängigkeiten; Lösungshinweis: Beweisstellen deiner Ausgabe angeben; Kriterium: keine erfundenen Biografien.
- Sprachvergleich: Untersuche zwei kurze Passagen aus deiner rechtmäßig genutzten Ausgabe auf Satzlänge, Informationslücken und wertende Sprache; Lösungshinweis: Beobachtung vor Wirkung; Kriterium: präzise Analyse.
- Rezensionsdialog: Vergleiche die Besprechungen von Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur und verorte zwei strittige Thesen; Lösungshinweis: Kritiktext genau verlinken; Kriterium: fairer Vergleich.
- Hör- und Videokritik: Untersuche anhand der bpb-Videoquelle den Begriff Gerechtigkeit und setze ihn zur Buchfrage in Beziehung; Lösungshinweis: normative Aussage und Fiktion trennen; Kriterium: Medienbeobachtung.
Schwer
- Erörterung: Diskutiere anhand zweier gelesener Geschichten, ob strafrechtliches Urteil und moralische Verantwortung auseinanderfallen können; Lösungshinweis: Gegenargument mitbehandeln; Kriterium: begründete Abwägung.
- Perspektivisches Schreiben: Schreibe eine ausdrücklich fiktive ergänzende Stellungnahme einer im Text kaum gehörten Position und reflektiere ihre Grenzen; Lösungshinweis: keine erfundenen Zitate; Kriterium: Empathie und Quellenklarheit.
- Medienadaption: Entwickle ein analytisches Storyboard für eine Szene, ohne sie nachzuerzählen; erkläre drei Entscheidungen über Kamera, Ton oder Auslassung; Lösungshinweis: nur eigenes Konzept; Kriterium: nachvollziehbare Wirkung.
- Forschungskolloquium: Präsentiere eine These zum reduzierten Erzählen und prüfe sie anhand von Primärtext, zwei Rezensionen und einer ernsthaften Gegenlesart; Lösungshinweis: Ausgaben und Quellen nennen; Kriterium: Argumentationslogik.


Lernkontrolle
- Textbasis: Stelle an zwei Geschichten je einen gesicherten Befund und eine begründete Deutung vor; Kriterium: präzise Ausgabe- und Fundstellenangabe.
- Perspektiven: Zeige an einer Erzählung, wie Informationsvergabe das Urteil über eine Figur beeinflusst; Kriterium: Textbeobachtung und Gegenlesart.
- Sprachanalyse: Untersuche drei Mittel sprachlicher Reduktion und erläutere ihre mögliche Wirkung; Kriterium: Fachbegriffe und Belege.
- Rechtsfrage: Wäge an einem belegten Konflikt juristische und moralische Gesichtspunkte ab; Kriterium: Trennung von Recht und persönlicher Wertung.
- Medientransfer: Vergleiche ein geprüften Kontextbild oder das bpb-Video mit der Darstellung im Text; Kriterium: Medienmerkmale und Grenzen.
- Kritikfähigkeit: Stelle zwei Rezensionsthesen gegenüber und begründe, welche Lesart du nach eigener Lektüre überzeugender findest; Kriterium: logische Argumentation ohne Scheingewissheit.
Bewertungsraster (20 Punkte): Texttreue und Belege 0–6; Analyse von Sprache und Perspektive 0–5; abgewogene Argumentation samt Gegenposition 0–5; Quellen- und Medienkritik 0–2; verständliche und respektvolle Darstellung 0–2. Bei einer noch nicht vollständig gelesenen Geschichte gelten Hypothesen als vorläufig; unbelegte Details werden nicht als Tatsachen anerkannt.
Lernnachweis
Wissen: Du benennst Erscheinungsjahr, Gattung, zwölf Erzählungen sowie den Unterschied zwischen Buch und sechsteiliger Fernseh-Adaption.
Methoden: Du legst eine Tabelle zu Beobachtung, Deutung und Gegenposition vor; ergänzt fundstellenbezogene Sprachanalysen und würdigst die Grenzen einer Rezension.
Produkte: Wähle ein kommentiertes Lesejournal, eine vergleichende Stellungnahme, eine Argumentationskarte oder ein ausdrücklich fiktionales mediales Konzept. Ein zulässiges Projekt kommt ohne kopierten Volltext aus.
Transfer: Du diskutierst begründet den Unterschied zwischen gleichförmiger Anwendung von Regeln und Einzelfallgerechtigkeit, ohne persönliche Erlebnisse preisgeben zu müssen.
Selbsteinschätzung: Prüfe deine Arbeit: Sind alle Werkfakten nachprüfbar? Sind Textbeobachtungen belegt? Sind Medien und Urheber genannt? Sind Meinungen als Meinungen ausgewiesen? Hat eine begründete Gegenposition Platz?
OER und Wikipedia
Bibliografie und Zugang:
- DNB-Ausgangsdatensatz (direkter Zugriff während der Recherche technisch nicht möglich; bibliografische Angaben gegengeprüft anhand von Buchhandels- und Verlagsmetadaten).
- Ausgabe Strafe, Luchterhand 2018, ISBN 978-3-630-87538-5 – legaler Bezugsweg; nutze alternativ Schul- oder öffentliche Bibliotheken.
- GND-Ausgangsdatensatz und Deutsche Biographie, Ferdinand von Schirach – Normdaten zur Person.
Sekundärquellen:
- Samuel Hamen: Das Versagen der Empathie, Deutschlandfunk, 23.03.2018 – kritische Position zur Erzählweise.
- Deutschlandfunk Kultur: Das Böse von nebenan, 03.03.2018 – zweite Lesart.
- RTL+: Fernseh-Anthologie Strafe – Beschreibung der sechs Adaptionen; keine Vollfilmübernahme.
- bpb: Gleichheit und Gerechtigkeit, Prime Productions/bpb, 2020, CC BY-NC-ND 4.0 – Videokontext, kein Ersatz für Primärlektüre.
Offene Bildmedien (Datei – Quelle – Urheberschaft – Lizenz):
| Datei | Nachweis auf Wikimedia Commons | Urheberschaft | Lizenz |
|---|---|---|---|
| File:Ferdinand von Schirach.jpg | Bildseite | Paulus Ponizak / Piper Verlag | CC BY-SA 3.0 |
| File:Bundesarchiv B 145 Bild-F088483-0007, Berlin, Landgericht Berlin, Justitia.jpg | Bildseite | Bundesarchiv / Joachim F. Thurn | CC BY-SA 3.0 DE |
| File:Scales of Justice and Wreath.svg | Dateiseite | Ahmer Jamil Khan | CC0 1.0 |
| File:Allegorie Justitia Altes Rathaus Mannheim.JPG | Bildseite | 3268zauber | CC BY-SA 3.0 |
Rechtehinweis: Bei CC-BY-SA sind Namen, Quellen und Lizenz anzugeben und Bearbeitungen zu kennzeichnen. Buchcover, vollständige Texte, nicht frei lizenzierte Hörbücher und Filme werden nicht kopiert.
Wikipedia-Kontext: Der geprüfte deutschsprachige Personenartikel ist ein Einstieg; für genaue Werkinterpretationen ist er nicht ausreichend.
Verknüpfte Lernbereiche
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