Literatur verstehen - Seine Letzte - Dora Duncker
Literatur verstehen - Seine Letzte - Dora Duncker
Ein aiMOOC für Deutsch, Klasse 9–10 und 11–13
Thema: Eine Erzählung über Liebe, Familie, soziale Unterschiede und gesellschaftliche Erwartungen im Berlin um 1900.
Du lernst: eine historische Erzählung genau zu lesen, Figuren zu verstehen, Textstellen zu deuten und Literatur in ihre Zeit einzuordnen.
Wichtig: Die Erzählung behandelt auch sozialen Druck, die schwierige Lage junger Frauen und am Ende einen Suizid. Du kannst die Schlussseiten bei Bedarf mit einer Lehrkraft besprechen oder zunächst nur die früheren Abschnitte bearbeiten.

Dora Duncker, Aufnahme von 1898. Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Einleitung
Das Buch kurz erklärt
Seine Letzte ist eine Erzählung der Berliner Schriftstellerin Dora Duncker (1855–1916).
Die junge Verkäuferin Lieschen Wendemann verliebt sich in den Offizier Hans von Friesen. Ihr Vater arbeitet als Bote und sorgt sich um seine Tochter. Lieschen hält die Beziehung geheim. Hans plant seine Zukunft anders, als Lieschen es erwartet. Als der Vater von der Verbindung erfährt, spitzt sich die Geschichte tragisch zu.
Der Text fragt: Wie frei kann ein Mensch entscheiden, wenn Geld, Herkunft, Familie und gesellschaftliche Regeln das Leben bestimmen?
Der Titel bezieht sich auf Lieschen: Sie ist die jüngste Tochter ihres Vaters, seine „Letzte“.
Das Wichtigste über die Ausgabe
Originalsprache: Deutsch.
Historische Textausgabe: Berlin, 1907.
Volltext auf MOOCwiki: Seine Letzte – vorhandene Buchseite mit dem vollständigen Text.
Wissenschaftlich erschlossene Vergleichsfassung: Seine Letzte – Volltext im TextGrid Repository.
Ausgabenachweis: TextGrid-Edition von 1907.
Die Leseaufgaben dieses Kurses beziehen sich auf die historische TextGrid-Fassung von 1907. Die Seitenzahlen folgen den im Text markierten Druckseiten. Vergleiche diese Fassung mit der vorhandenen MOOCwiki-Buchseite. Falls Du Abweichungen bemerkst, notiere sie. Die Buchseite wird hier nur verlinkt, nicht neu angelegt oder abgeschrieben.
Den Volltext lesen
Leseplan mit Aufgaben
Lies die vollständige Erzählung auf der bestehenden Buchseite oder in der Quellfassung von TextGrid.
- Seiten 41–48 – Berlin und Lieschen: Wo lebt Lieschen? Wer ist Menke? Markiere zwei Stellen, die Angst oder Unsicherheit zeigen.
- Seiten 49–63 – Vater und Geliebter: Welche Hoffnungen hat der Vater? Was erzählt Hans über seine Familie? Vergleiche die Wünsche beider Männer.
- Seiten 64–74 – Zweifel und Rosen: Wie verändert sich Lieschens Verhältnis zu Hans? Warum ist die Szene mit den Rosen wichtig?
- Seiten 75–81 – Wissen und Geheimnisse: Was weiß das Lesepublikum schon, was Lieschen und ihr Vater noch nicht wissen? Beschreibe den Wendepunkt.
- Seiten 82–87 – Tragisches Ende: Welche Rolle spielen Angst vor Schande und gesellschaftliche Erwartungen? Unterscheide die Gedanken des Vaters von Deiner eigenen Bewertung.
Leseregel: Schreibe zu jeder Antwort mindestens eine Seitenzahl. Wenn Du wörtlich zitierst, übernimm die Schreibweise unverändert.
Berlin als Schauplatz
Die Geschichte beginnt in einer heißen, vollen Stadt. Menschen, Straßenbahnen, Geschäfte und enge Wohnungen prägen den Alltag.
Originalzitat, Seite 41:
„Ein Juliabend von drückender Schwüle. Ein grauer, schwerer Dunst lag über der Stadt.“
Deutung: Die drückende Luft kann die angespannte Stimmung verstärken. Das ist eine Interpretation, keine zusätzliche Aussage der Erzählerin.

Friedrichstraße um 1900. Historisches Foto von F. Albert, gemeinfrei.

Stadtplan von T. Sineck, Ausgabe 1905, gemeinfrei.
Mini-Aufgabe: Suche Friedrichstraße und Leipziger Straße auf einer historischen oder heutigen Karte. Vergleiche die Orte mit dem ersten Absatz. Trenne dabei reale Stadtgeschichte und erfundene Handlung.
Karl Hoeffkes – Berlin um 1900; historisches Filmmaterial, veröffentlicht auf dem YouTube-Kanal „Xerxes – It's All About History“. Der Film zeigt das damalige Stadtleben, nicht die erfundene Handlung.
Inhalt und Figuren verstehen
Lieschen und ihr Vater
Lieschen ist jung und arbeitet in einem Geschäft. Sie liebt Hans und fürchtet zugleich die Reaktion ihres Vaters.
Wendemann verdient sein Geld als Bote, im Text „Expreß“ genannt. Er möchte seiner jüngsten Tochter eine sichere Zukunft ermöglichen. Seine Vorstellungen von Anstand sind sehr streng.
Originalzitat, Seite 52:
„Sein Glück und sein Stolz war sie, seine Letzte!“
Leseauftrag: Unterstreiche im Satz die Wörter, die Wendemanns Gefühle zeigen. Erkläre, warum diese Liebe auch zum Druck auf Lieschen werden kann.

Heinrich Zille: Milieustudie einer beengten Wohnung, um 1900, gemeinfrei. Das Bild zeigt nicht Lieschens tatsächliche Wohnung.
Datei:So wohnten die Berliner in der Kaiserzeit (CC BY 4.0).webm Terra X/ZDF: Wohnen in Berlin um 1900. Historischer Erklärfilm, CC BY 4.0.
Vergleichsfrage: Welche Informationen über Wohnverhältnisse gibt der Film? Welche Informationen über Lieschens Wohnung liefert allein der literarische Text?
Hans von Friesen
Hans ist Oberleutnant. Er gehört einer Offiziersfamilie an, besitzt aber selbst wenig Geld. Seine Mutter hat Vorstellungen von seiner späteren Ehe.
Hans und Lieschen sprechen nicht offen über ihre gemeinsame Zukunft. Lieschen hofft auf dauerhafte Liebe. Hans vermeidet klare Zusagen.
Originalzitat, Seite 64:
„»Wer wird so weit vorausdenken!« hatte er gesagt.“
Leseauftrag: Lies zusätzlich die Szene auf Seite 53. Vergleiche Hansens Worte mit seinem späteren Verhalten. Was zeigt sich über seine Verantwortung?

Historische Ansicht aus dem Grunewald, um 1900, Goens & Nau, gemeinfrei. Sie zeigt nicht den genauen Treffpunkt der Figuren.
Die Rosen: Ein wichtiges Motiv
Lieschens Vater hat Rosen für sie gekauft. Doch er bemerkt kostbare Rosen, die sie bereits von Hans bekommen hat.
Originalzitat, Seite 74:
„Ohne daß sie etwas davon merkte, wischte er die Rosen mit dem Rockärmel unter den Tisch.“
Deutung: Die beiden Geschenke stehen im Gegensatz. Sie können für verschiedene Formen von Liebe, für Geld und für soziale Unterschiede stehen.
Leseauftrag: Lies die ganze Szene auf Seite 74. Warum spricht Wendemann seine Enttäuschung nicht direkt aus?

Heinrich Zille: Berliner Hof um 1900, gemeinfrei. Ein ergänzender Einblick in städtische Lebenswelten.
Aufbau und Wendepunkt
Der Text beginnt mitten im Berliner Alltag. Rückblicke erklären das Kennenlernen der Figuren. Später wechseln die Einblicke in die Gedanken von Lieschen, Hans und Wendemann.
Originalzitat, Seite 75:
„Hans von Friesen hatte Lieschen nicht die volle Wahrheit gesagt.“
Hier weiß das Lesepublikum mehr als Lieschen. Solche Wissensunterschiede können Spannung erzeugen. Man spricht auch von dramatischer Ironie.
Der entscheidende Wendepunkt folgt auf den Seiten 80–81: Hans möchte ein Geschenk an Lieschen schicken. Ausgerechnet ihr Vater soll es als Bote überbringen.
Leseauftrag: Erkläre, warum diese Begegnung für Wendemann erschütternd ist. Beschreibe auch, was Hans in diesem Moment nicht erkennt.
Das Ende achtsam lesen
Die Erzählung endet mit Wendemanns Tod durch Suizid.
Originalzitat, Seite 87:
„Stumm schloß sich das glatt gewordene Wasser wieder und gab nichts von seinem Geheimnis heraus.“
Deutung: Das Schweigen des Wassers kann als Bild für fehlende Antworten gelesen werden. Das Ende fordert dazu heraus, über starre Ehrvorstellungen, Scham und gesellschaftlichen Druck nachzudenken.
Wichtig: Wendemanns Entscheidung darf nicht als Schuld seiner Tochter dargestellt werden. Die Erzählung zeigt seine Gedanken; sie legt damit keine allgemein gültige moralische Wahrheit fest.
Alternative Leseaufgabe: Wenn Du die Schlussseiten nicht bearbeiten möchtest, untersuche stattdessen die Rosen-Szene und die Entscheidung von Hans auf den Seiten 74–76.
Sprache und historische Quelle
Originaltext, heutiges Deutsch und Deutung
Duncker schreibt auf Deutsch. Eine Übersetzung aus einer anderen Originalsprache ist deshalb nicht nötig. Wir können aber die historische Schreibweise mit heutigem Deutsch vergleichen.
Beispiel aus Seite 41:
Historische Schreibweise: „Einlaß“
Heutige Schreibweise: „Einlass“
Beispiel aus Menkes Rede, Seite 41:
Original: „Hat wohl Überstunden jejeben in der Seisohn morte?“
Sinngemäß in heutigem Deutsch: „Gab es etwa Überstunden in der ruhigen Saison?“
Die zweite Formulierung ist eine Erklärung, kein wörtliches Zitat und keine veröffentlichte Übersetzung. Menkes Sprachform ist Teil der Figurenzeichnung. Wenn wir sie glätten, geht etwas von seiner Berliner Sprechweise verloren.
Audio: Wie klingt das Wort „Mietskaserne“ im heutigen Deutsch?
Sprecher: Jeuwre; Aufnahme von 2020, CC BY-SA 4.0. Keine historische Tonaufnahme.
Hör- und Leseauftrag: Höre das Wort an. Untersuche anschließend Menkes Rede auf Seite 42. Welche Wirkung erzielt die Schreibung seiner Umgangssprache?
Vier Schritte der Textanalyse
- Beobachten: Welche Wörter, Handlungen oder Bilder findest Du wirklich im Text?
- Belegen: Auf welcher Seite steht die Stelle?
- Deuten: Welche Bedeutung könnte sie haben?
- Prüfen: Welche andere Deutung wäre möglich?
Beispiel: Auf Seite 74 versteckt der Vater seine Rosen. Das ist die Textbeobachtung. Dass er sich dadurch zurückgesetzt fühlt, ist eine begründete Deutung.
Epoche: Moderne und frühes 20. Jahrhundert
Viele Strömungen statt einer einzigen
Die Erzählung gehört zeitlich in die Literatur um 1900. Diese Zeit wird oft zur literarischen Moderne gezählt. Es gab aber keine einheitliche Stilrichtung.
Naturalismus und realistische Erzählweisen zeigen häufig soziale Verhältnisse, Armut und Alltagssprache. Dazu passen einige Beobachtungen in Dunckers Text.
Impressionismus richtet den Blick auf flüchtige Eindrücke und Stimmungen. Dafür lässt sich zum Beispiel der schwüle Beginn untersuchen.
Symbolismus arbeitet mit verdichteten Bildern und Symbolen. Die Rosen und das Schlussbild des Wassers können Anlass für einen Vergleich sein. Ein Symbol allein macht eine Erzählung jedoch noch nicht zu einem symbolistischen Werk.
Wiener Moderne bezeichnet ein vielfältiges Kulturleben besonders in Wien um 1900. Zu ihrem Umfeld gehören etwa Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal. Dunckers Berliner Erzählung ist nicht allein deshalb ein Werk der Wiener Moderne, weil sie im gleichen Zeitraum entstand.
Expressionismus und später die Neue Sachlichkeit zeigen weitere Entwicklungen bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie können zum Vergleich dienen, sind aber keine automatisch zutreffenden Etiketten für die Ausgabe von 1907.

Gustav Klimt: Der Kuss, 1907/08, gemeinfrei. Ein Bild aus dem Umfeld der Wiener Moderne, keine Illustration von Dunckers Erzählung.
Vergleichsaufgabe: Was wirkt bei Klimt anders als in Dunckers Rosen-Szene? Unterscheide Kunstform, Stimmung und Bedeutung. Behaupte keine direkte Verbindung zwischen den Werken ohne Beleg.
„Literaturepochen im Überblick“, musstewissen Deutsch/funk. Nutze das Video zur Orientierung; Epochenbegriffe bleiben vereinfachende Modelle.
„Epoche 1890 1920 Moderne 1“, OberPrima.com. Vergleiche den Überblick kritisch mit den konkreten Merkmalen der Erzählung.
Berlin verändert sich
Um 1900 wachsen Großstädte, Verkehrsnetze und soziale Unterschiede werden sichtbar. Die „elektrischen Wagen“ im Erzählbeginn sind ein Hinweis auf moderne Verkehrstechnik.

Animation eines Gleichstrommotors von Abnormaal, CC BY-SA 3.0. Sie erklärt ein technisches Prinzip, nicht den genauen Antrieb einer Bahn aus der Erzählung.
Datei:Geschichte der Hauptstadt Berlin (CC BY-SA 4.0).webm ZDF/Terra X: animierter Überblick zur Geschichte Berlins, CC BY-SA 4.0.
Medienfrage: Welche Informationen liefern historische Bilder, Filmaufnahmen, technische Animationen und literarische Texte jeweils? Was kann keines dieser Medien allein beweisen?
Musik als Zeitvergleich
Paul Lincke: Berliner Luft. Auf Wikimedia Commons verfügbare digitale Wiedergabe aus einer MIDI-Datei, bearbeitet bzw. konvertiert von Subfader, gemeinfrei. Es ist keine originale Tonaufnahme von 1907.
Höraufgabe: Welche Stimmung vermittelt die Musik? Vergleiche Deinen Eindruck mit dem bedrückenden Beginn der Erzählung. Warum darf ein Musikstück nicht als Beweis für die Lebenswirklichkeit aller Berliner gelten?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer schrieb „Seine Letzte“? (Dora Duncker) (!Arthur Schnitzler) (!Heinrich Zille) (!Hugo von Hofmannsthal)
In welcher Sprache wurde die Erzählung verfasst? (Deutsch) (!Französisch) (!Englisch) (!Italienisch)
Wer ist Lieschen Wendemann? (Eine junge Verkäuferin) (!Eine Opernsängerin) (!Eine Lehrerin) (!Eine Offizierin)
Was ist der Beruf ihres Vaters? (Bote) (!Arzt) (!Bankier) (!Richter)
Welchen Beruf hat Hans von Friesen? (Offizier) (!Schriftsteller) (!Pförtner) (!Musiker)
Wo treffen sich Lieschen und Hans heimlich? (Im Grunewald) (!Auf einem Schiff) (!In einer Schule) (!In einem Theater)
Worauf verweist der Titel „Seine Letzte“? (Auf Wendemanns jüngste Tochter) (!Auf einen verlorenen Zug) (!Auf Hansens letztes Geldstück) (!Auf die letzte Berliner Straßenbahn)
Warum versteckt Wendemann auf Seite 74 seine Rosen? (Er sieht bereits kostbare Rosen an Lieschen) (!Er hat die Blumen gestohlen) (!Lieschen verbietet ihm Blumen) (!Die Rosen sind vollständig verbrannt)
Warum ist die Begegnung zwischen Hans und dem Boten auf Seite 81 besonders spannend? (Der Bote ist Lieschens Vater) (!Hans kennt den Boten seit seiner Kindheit) (!Lieschen führt heimlich das Geschäft) (!Menke trägt eine Offiziersuniform)
Was ist bei der Epochenzuordnung der Erzählung wichtig? (Mehrere Strömungen der Zeit zu unterscheiden) (!Jeden Text von 1907 dem Symbolismus zuzuordnen) (!Alle Texte um 1900 Wiener Moderne zu nennen) (!Den historischen Zusammenhang auszublenden)
Memory
Ordne jeder Figur oder jedem Begriff die passende Beschreibung zu.
| Lieschen Wendemann | Junge Verkäuferin |
| Hans von Friesen | Oberleutnant |
| Herr Menke | Pförtner |
| Vater Wendemann | Berliner Bote |
| Grunewald | Heimlicher Treffpunkt |
| Maréchal Niel | Kostbare Rosen |
| TextGrid | Digitale Quellfassung |
Drag and Drop
Ordne den Elementen des Erzählaufbaus ihre Funktion zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Funktion im Text |
|---|---|
| Erzählbeginn | Stadt und Schwüle |
| Rückblick | Kennenlernen im Geschäft |
| Figurenkonflikt | Liebe und Familienerwartung |
| Rosenmotiv | Gegenüberstellung der Geschenke |
| Wendepunkt | Übergabeversuch durch den Boten |
| Schlussbild | Schweigendes Wasser |
Kreuzworträtsel
| Mundart | Wie nennt man die regionale Sprechweise des Pförtners? |
| Rückblende | Wie heißt der erzählerische Rückgriff auf frühere Ereignisse? |
| Kontrast | Wie nennt man die deutliche Gegenüberstellung der beiden Rosengeschenke? |
| Erzähler | Wer vermittelt das Geschehen und die Gedanken der Figuren? |
| Symbol | Wie nennt man ein Bild mit möglicher übertragener Bedeutung? |
| Grunewald | In welchem Berliner Waldgebiet treffen sich die Liebenden? |
LearningApps
Hier kannst Du nach weiteren Übungen zum Werk und zur Autorin suchen. Die Suchergebnisse sind kein Ersatz für den Originaltext.
Lückentext
Gestufte Hilfen
Hilfe 1 – Einstieg: Suche zuerst die angegebene Seite. Markiere Namen, Handlungen und wichtige Wörter.
Hilfe 2 – Vertiefung: Frage Dich: Wer spricht oder denkt hier? Was wissen die anderen Figuren zu diesem Zeitpunkt? Was ist Beobachtung, was Vermutung?
Hilfe 3 – Schreibgerüst: Nutze drei Schritte: Textstelle nennen → sprachliches Detail beschreiben → mögliche Bedeutung begründen.
Für Klasse 9–10: Eine verständliche Erklärung und ein passender Textbeleg reichen oft als erster Schritt.
Für Klasse 11–13: Untersuche zusätzlich Erzählperspektive, historische Voraussetzungen und mögliche Gegenargumente.
Offene Aufgaben
Leicht
- Figurenkonstellation: Erstelle eine Übersicht zu Lieschen, Wendemann, Hans und Menke. Beschreibe ihre Beziehungen in einfachen Sätzen. Belege zwei Aussagen mit Seitenzahlen aus dem Volltext.
Hilfe: Beginne mit Seite 41 und Seite 52. Verwende die Begriffe „hofft“, „fürchtet“ und „weiß“.
Standard
- Motivanalyse: Schreibe eine kurze Deutung der Rosen-Szene auf Seite 74. Vergleiche die Geschenke von Hans und Wendemann und untersuche, was sie über Geld, Zuneigung und gesellschaftliche Unterschiede aussagen. Nutze mindestens zwei konkrete Textstellen.
Hilfe: Trenne erst die beobachtbaren Handlungen und dann Deine Deutungen. Erkläre auch, weshalb Wendemann schweigt.
Schwer
- Literaturinterpretation: Verfasse einen begründeten Essay: „Seine Letzte – vor allem Gesellschaftskritik oder psychologische Erzählung?“ Untersuche mindestens drei Szenen und vergleiche Merkmale realistischer Erzählweisen mit Strömungen der Moderne. Begründe, warum eine einzige Epochenbezeichnung nicht ausreicht.
Hilfe: Untersuche zunächst die Stadtbeschreibung, die Gedanken von Hans und die Rosen-Szene. Nenne dann ein Gegenargument und stütze Dein Urteil auf genaue Textbelege.


Lernkontrolle
- Erzählperspektive: Erkläre an den Seiten 75–81, wie der Wechsel zwischen Figurenwissen und Leserwissen Spannung erzeugt. Was würde sich ändern, wenn nur Lieschen erzählen würde?
- Soziale Ungleichheit: Vergleiche die Lebensmöglichkeiten von Lieschen und Hans. Welche Rolle spielen Geld, Beruf und Familie? Übertrage Deine Beobachtungen vorsichtig auf heutige Lebenssituationen.
- Symbolik: Vergleiche die Rosen-Szene mit dem Schlussbild des Wassers. Welche unterschiedlichen Bedeutungen lassen die Bilder zu? Begründe Deine Deutung, ohne sie als gesicherte Tatsache auszugeben.
- Sprachwandel: Übertrage eine kurze Stelle mit Menkes Mundart in heutiges Standarddeutsch. Erkläre, welche Wirkung dadurch verloren geht. Kennzeichne die Übertragung ausdrücklich als Deine eigene.
- Medienkritik: Vergleiche eine historische Aufnahme mit dem Erzählanfang. Was zeigt die Aufnahme wirklich? Welche Einzelheiten stammen ausschließlich aus der Literatur?
- Literaturgeschichte: Prüfe, welche Textmerkmale zu realistischen Erzählweisen, zum Impressionismus oder zu symbolischer Gestaltung passen könnten. Unterscheide Beobachtung und Epochenetikett.
- Ethische Reflexion: Untersuche Wendemanns Ehrvorstellungen anhand einer Textstelle. Erkläre, weshalb eine Figurenperspektive nicht automatisch die Bewertung des Werkes oder der heutigen Lesenden darstellt.
Lernnachweis
Für einen gelungenen Lernnachweis solltest Du Folgendes zeigen:
- Du kannst Inhalt und Aufbau der Erzählung verständlich wiedergeben.
- Du kannst die wichtigsten Figuren, ihre Wünsche und ihre Konflikte erklären.
- Du kannst Originalzitate mit Seitenangabe unverändert übernehmen.
- Du kannst zwischen Textbeobachtung und eigener Interpretation unterscheiden.
- Du kannst Sprachmerkmale wie Mundart, Rückblende, Kontrast und Bildmotiv erkennen.
- Du kannst historische Schreibweisen von heutigen Übertragungen unterscheiden.
- Du kannst die Erzählung in die vielfältige Literatur um 1900 einordnen, ohne eine einheitliche Stilrichtung zu behaupten.
- Du kannst mindestens eine Deutung durch ein Gegenargument prüfen.
- Du kannst sensible Themen sachlich, respektvoll und ohne Schuldzuweisung besprechen.
OERs zum Thema
Vorhandener vollständiger Buchtext auf MOOCwiki: Buch - Seine Letzte - Duncker, Dora.
Historische Quellfassung: Dora Duncker: Seine Letzte, TextGrid-Volltext.
Bibliografischer Nachweis: TextGrid, Ausgabe Berlin 1907.
Autorin bei Wikipedia:
Literaturgeschichtlicher Vergleich:
Quellen, Medienrechte und Namensnennung
Text: Dora Duncker, Seine Letzte, historische Ausgabe Berlin 1907. Der zugrunde liegende literarische Text ist gemeinfrei. TextGrid stellt seine digitale Erschließung und Metadaten unter CC BY 3.0 Deutschland bereit; Namensnennung: TextGrid und www.editura.de. Zitate dieses Kurses wurden mit der TextGrid-Fassung abgeglichen.
Gemeinfreie Bilder von Wikimedia Commons:
- Dora Duncker.jpg – unbekannter Fotograf, Berliner Leben, 1898; gemeinfrei.
- Friedrichstraße, Berlin 1900.jpg – F. Albert, Berliner Landesarchiv, um 1900; gemeinfrei.
- Sineck Situations-Plan von Berlin 1905.jpg – T. Sineck, 1905; gemeinfrei.
- Zille Heinrich (1858-1929) Milljöhstudie.jpg – Heinrich Zille, um 1900; gemeinfrei.
- Zille hof im kroegel.jpg – Heinrich Zille, um 1900; gemeinfrei.
- Grunewald, Restaurant Hundekehle – Goens & Nau, um 1900; gemeinfrei.
- Klimt – The Kiss.jpg – Gustav Klimt, 1907/08; gemeinfrei.
Weitere freie Medien von Wikimedia Commons:
- De-Mietskaserne.ogg – Sprecher Jeuwre, 2020; CC BY-SA 4.0.
- Paul Lincke – Berliner Luft.ogg – Komposition Paul Lincke, MIDI-Konvertierung durch Subfader; auf Commons als gemeinfrei gekennzeichnet.
- Electric motor.gif – Abnormaal, 2008; CC BY-SA 3.0.
- So wohnten die Berliner in der Kaiserzeit – ZDF/Terra X/Story House Productions/Jochen Ruderer/Jürgen Rehberg/Ronald Rist/Eike Wichmann/Fritz Göran Vöpel/Martin Wolkinger/Jörg Barton/Roger Grein; CC BY 4.0.
- Geschichte der Hauptstadt Berlin – ZDF/Terra X/Gruppe 5/Friedrich Scherer/Jörg Adams/Mathias Meyer/Faber Courtial/Jörg Courtial; CC BY-SA 4.0.
Die Dateien wurden hier unverändert verlinkt beziehungsweise eingebunden. Historische Fotografien, Kunstwerke, moderne Erklärvideos und digitale Musikfassungen werden ausdrücklich voneinander unterschieden.
YouTube: Die eingebetteten Videos stammen von „Xerxes – It's All About History“, „musstewissen Deutsch“ und „OberPrima.com“. Die Einbettung bedeutet keine Freigabe zur freien Weiterverwendung. Es gelten die Rechte der jeweiligen Anbieter.
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