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Literatur verstehen - Jedermann - Hugo von Hofmannsthal

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Literatur verstehen - Jedermann - Hugo von Hofmannsthal

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Literatur verstehen - Jedermann - Hugo von Hofmannsthal


Einleitung

Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes ist ein Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal. Es erschien 1911 und wurde im selben Jahr in Berlin uraufgeführt. Seit 1920 gehört es eng zu den Salzburger Festspielen.

Im Mittelpunkt steht ein reicher Mann, der glaubt, sein Geld und sein gutes Leben seien sicher. Dann erscheint plötzlich der Tod. Jedermann soll vor Gott Rechenschaft über sein Leben ablegen. Seine Freunde, seine Verwandten und sein Reichtum können ihm dabei nicht helfen. Erst als er sein Leben überdenkt, gewinnen Glaube und gute Werke Bedeutung.

Der Text verbindet Stoffe aus älteren Moralitäten und Mysterienspielen mit Fragen der Zeit um 1900. Dazu gehören Lebensgenuss, Geld, soziale Verantwortung, Religion, Tod und die Frage: Was bleibt von einem Menschen, wenn Besitz und gesellschaftliche Stellung keine Rolle mehr spielen?

Dieser aiMOOC richtet sich vor allem an die Klassen 9 bis 10. Einzelne Vertiefungen eignen sich auch für die Klassen 11 bis 13.

Medienhinweis: Das Porträt von Hugo von Hofmannsthal wurde 1910 von Nicola Perscheid aufgenommen. Die Datei liegt auf Wikimedia Commons und ist gemeinfrei.

Das Video zeigt Ausschnitte und Eindrücke einer neueren Salzburger Inszenierung. Vergleiche beim Sehen besonders Bühne, Kostüme und Sprechweise mit Deinen Vorstellungen beim Lesen.


Die vorhandene Buchausgabe

Für den vollständigen Text verwendest Du die bereits vorhandene MOOCwiki-Buchseite:

Buch - Jedermann - Hofmannsthal, Hugo von

Diese Buchseite ist die Grundlage für die Leseaufgaben dieses Kurses. Es wird keine zweite Buchseite angelegt.

Zusätzlich kann der gemeinfreie Text bei Project Gutenberg zum Vergleich herangezogen werden: https://www.gutenberg.org/files/28949/28949-h/28949-h.htm


Kurzbeschreibung des Buches

Jedermann ist reich, selbstbewusst und an ein bequemes Leben gewöhnt. Schon früh im Stück wird sichtbar, dass er Geld anders bewertet als ein armer Nachbar oder ein Schuldknecht. Später feiert er mit seiner Buhlschaft und seinen Gästen.

Dann kommt der Tod. Jedermann soll sofort vor Gott treten. Er versucht verzweifelt, Begleiter für den Weg zu finden. Doch weder Freundschaft noch Verwandtschaft noch Geld können mitgehen. Sein Besitz erscheint sogar als Figur: Mammon.

Schließlich begegnet Jedermann seinen Werken. Sie sind schwach, weil er zu wenig Gutes getan hat. Mit Hilfe des Glaubens verändert er seine Haltung. Am Ende ist er bereit zu sterben.

Die Handlung ist einfach gebaut. Gerade deshalb wird die zentrale Frage deutlich: Was besitzt wirklich Wert, wenn der Tod alles Äußere beendet?


Leseplan mit textbezogenen Aufgaben

Arbeite mit der Buchseite Jedermann – Volltext.


Leseabschnitt 1: Spielansager und Beginn

Zu Beginn erklärt der Spielansager, dass das Publikum nicht nur einer Handlung folgen, sondern daraus eine Lehre ziehen soll. Im Volltext heißt es:

„Dahinter aber liegt noch viel“

Diese Stelle zeigt: Das Stück will mehr sein als Unterhaltung.

Leseaufgaben:

  1. Spielansager: Erkläre in zwei Sätzen, welche Aufgabe der Spielansager hat.
  2. Lehre des Stücks: Suche im Anfang nach Wörtern, die auf Vergänglichkeit hinweisen.
  3. Publikum: Erkläre, warum das Publikum direkt angesprochen wird.


Leseabschnitt 2: Jedermann und die Armen

Achte auf die Begegnungen mit dem armen Nachbarn und dem Schuldknecht.

Leseaufgaben:

  1. Reichtum: Notiere, wie Jedermann über Besitz denkt.
  2. Armut: Beschreibe, worin sich die Sicht des armen Nachbarn von Jedermanns Sicht unterscheidet.
  3. Macht: Suche eine Stelle, an der Geld nicht nur Sicherheit, sondern auch Macht über andere bedeutet.

Hilfsfrage: Wer entscheidet? Wer muss gehorchen? Wer kann sich Freiheit leisten?


Leseabschnitt 3: Fest und Buhlschaft

Das Fest steht für Lebensfreude, Genuss und Sicherheit. Gerade dort dringt der Tod in Jedermanns Welt ein.

Leseaufgaben:

  1. Fest: Beschreibe die Stimmung vor dem Auftreten des Todes.
  2. Kontrast: Erkläre den Gegensatz zwischen Fest und Todesankündigung.
  3. Buhlschaft: Prüfe, wie sich ihre Beziehung zu Jedermann verändert, sobald sein Tod wirklich wird.


Leseabschnitt 4: Der Tod erscheint

Der Tod unterbricht Jedermanns Leben ohne Vorwarnung. Damit fällt seine bisherige Sicherheit zusammen.

Leseaufgaben:

  1. Tod: Beschreibe den Tod nicht als Person, sondern als dramatische Funktion.
  2. Zeit: Suche Wörter oder Aussagen, die zeigen, dass Jedermann plötzlich unter Zeitdruck steht.
  3. Verhandlung: Untersuche, ob Jedermann zunächst Verantwortung übernimmt oder versucht, den Tod aufzuschieben.


Leseabschnitt 5: Freunde, Verwandte und Besitz

Jedermann sucht Begleiter. Doch die Menschen, auf die er vertraut hat, gehen nicht mit.

Leseaufgaben:

  1. Freundschaft: Was verspricht der gute Gesell zunächst?
  2. Verwandtschaft: Worin liegt die Grenze familiärer Nähe?
  3. Besitz: Erkläre, warum Mammon als Figur auftritt und nicht nur als Gegenstand erwähnt wird.


Leseabschnitt 6: Werke und Glaube

Die Figur Werke steht für Jedermanns gute Taten. Sie ist zunächst schwach. Das zeigt bildlich, dass Jedermann in seinem bisherigen Leben zu wenig Verantwortung für andere übernommen hat.

Im Text sagt Werke später:

„Nun geh ich mit dir, wohin es auch sei.“

Die Veränderung der Figur macht Jedermanns innere Veränderung sichtbar.

Leseaufgaben:

  1. Werke: Beschreibe die Figur zuerst und später.
  2. Glaube: Erkläre, weshalb der Glaube Jedermann nicht einfach beruhigt, sondern ihn zuerst prüft.
  3. Entwicklung: Zeige an zwei Textstellen, wie sich Jedermanns Sprache verändert.


Leseabschnitt 7: Schluss

Am Ende nimmt Jedermann den Tod an. Das ist keine Rückkehr zum Anfang. Seine Haltung hat sich verändert.

Leseaufgaben:

  1. Schluss: Beschreibe Jedermanns Haltung zum Grab.
  2. Veränderung: Vergleiche den Jedermann am Fest mit dem Jedermann am Schluss.
  3. Deutung: Entscheide, ob das Ende für Dich eher beruhigend, bedrohlich oder widersprüchlich wirkt. Begründe mit dem Text.


Figuren


Jedermann

Jedermann ist keine rein realistische Einzelperson. Sein Name zeigt bereits: Er kann stellvertretend für jeden Menschen stehen.

Am Anfang vertraut er auf Besitz, Genuss und gesellschaftliche Beziehungen. Der Tod zwingt ihn dazu, diese Sicherheiten zu prüfen.

Für eine Interpretation ist wichtig: Jedermann verändert sich nicht einfach von „böse“ zu „gut“. Er durchläuft Angst, Abwehr, Verzweiflung, Reue und schließlich Annahme.


Tod

Der Tod ist eine Personifikation. Ein abstrakter Begriff wird als handelnde Figur dargestellt. Dadurch wird etwas Unsichtbares sichtbar und auf der Bühne direkt ansprechbar.

Medienhinweis: Die Darstellung zeigt die Figur des Todes aus einer frühen Drucküberlieferung des englischen Everyman-Stoffs. Die Vorlage stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert und ist gemeinfrei.


Mammon

Mammon steht für Geld und materiellen Besitz. Dass Mammon sprechen kann, macht eine wichtige Idee sichtbar: Jedermann glaubt, er besitze sein Geld. Im Stück entsteht aber die Gegenfrage, ob nicht sein Besitz längst Macht über ihn gewonnen hat.


Werke

Werke verkörpert die guten Taten. Die Figur ist zunächst schwach. Ihre körperliche Schwäche ist ein Bild für Jedermanns bisheriges Handeln.


Glaube

Glaube führt Jedermann nicht sofort zur Sicherheit. Die Figur stellt Fragen, fordert ihn heraus und zwingt ihn zu einer bewussten Entscheidung.


Buhlschaft

Die Buhlschaft gehört zu Jedermanns Welt des Genusses. Sie ist nicht bloß eine Liebesfigur. An ihr wird auch sichtbar, wie schnell Nähe an eine Grenze kommt, wenn Tod und Verantwortung ins Spiel kommen.


Sprache und Form

Hofmannsthals Text ist fast vollständig in Versen geschrieben. Die Sprache klingt teilweise älter, als sie 1911 tatsächlich war. Formen wie „nit“ oder altertümlich wirkende Satzstellungen erzeugen bewusst Abstand zur Alltagssprache.

Die Sprache ist deshalb keine genaue Nachbildung mittelalterlichen Deutschs. Hofmannsthal schafft vielmehr eine künstlich ältere Bühnensprache.

Wichtig sind:

  1. Vers: Viele Aussagen erhalten durch Rhythmus und Reim Nachdruck.
  2. Personifikation: Tod, Mammon, Werke und Glaube handeln wie Personen.
  3. Allegorie: Die Handlung verweist auf allgemeine Fragen des menschlichen Lebens.
  4. Kontrast: Fest und Tod, Besitz und Verlust, körperliche Schwäche und innere Stärke stehen einander gegenüber.
  5. Wiederholung: Wiederholungen verstärken Angst, Dringlichkeit und feierliche Wirkung.


Aufbau

Das Stück lässt sich vereinfacht in fünf Schritte gliedern:

  1. Sicherheit: Jedermann lebt reich und selbstbewusst.
  2. Störung: Der Tod erscheint.
  3. Verlust: Freunde, Verwandte und Besitz helfen nicht.
  4. Erkenntnis: Werke und Glaube verändern Jedermanns Blick.
  5. Annahme: Jedermann geht vorbereitet in den Tod.

Diese klare Bewegung ähnelt älteren Moralitäten. Gleichzeitig eröffnet sie moderne Fragen nach Besitz, Identität und gesellschaftlicher Verantwortung.


Historische Quellfassung und Stoffgeschichte

Hofmannsthals Stück hat nicht nur eine einzige Vorlage. Die Stoffgeschichte ist älter und verzweigt.

Eine wichtige Quelle ist die spätmittelalterliche Moralität Everyman. Der englische Text entstand am Ende des 15. beziehungsweise zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Eng verwandt ist die niederländische Moralität Elckerlijc. In der Forschung wird häufig davon ausgegangen, dass Elckerlijc früher entstand. Auch weitere Bearbeitungen wie Hecastus von Georgius Macropedius und Hans Sachs' Bearbeitung des sterbenden reichen Menschen gehören zur Stoffgeschichte.

Hofmannsthal selbst nennt in seinem Vorwort eine lange Überlieferung und gestaltet daraus einen neuen deutschsprachigen Text.

Medienhinweis: Die Abbildung zeigt die erste Seite eines frühen Drucks von Everyman. Die historische Vorlage ist gemeinfrei.


Originalsprache vergleichen

Die englische Moralität Everyman ist in älterem Englisch überliefert. Hofmannsthals Jedermann ist dagegen ein deutschsprachiges Werk des frühen 20. Jahrhunderts.

Ein kurzer Vergleich:

Everyman, historischer englischer Text:

„I pray you all, give your audience.“

Sinngemäße Lernübersetzung:

„Ich bitte euch alle: Hört aufmerksam zu.“

Hofmannsthal:

Auch sein Spielansager fordert das Publikum direkt zum Zuhören und Nachdenken auf.

Wichtig: Die deutsche Lernübersetzung oben ist keine Zeile aus Hofmannsthals Jedermann und keine historische Übersetzung. Sie dient nur dazu, den Sinn der englischen Zeile verständlich zu machen.


Originaltext und Interpretation unterscheiden

Beim Arbeiten mit Literatur gilt:

Textbeleg: Was steht tatsächlich im Text?

Beobachtung: Welche sprachliche oder dramaturgische Form fällt auf?

Interpretation: Was könnte diese Form bedeuten?

Beispiel:

Textbeleg: Werke ist zuerst körperlich schwach.

Beobachtung: Eine abstrakte Größe erhält einen Körper.

Interpretation: Die Schwäche kann zeigen, dass Jedermann zu wenig gute Taten getan hat.

Die Interpretation ist begründet, aber sie ist nicht mit dem Wortlaut des Textes identisch.


Epochenkontext: Moderne und frühes 20. Jahrhundert

Hofmannsthal schrieb Jedermann in einer Zeit großer kultureller Veränderungen.

Der Begriff Moderne bezeichnet keine einzige, einheitliche Stilrichtung. Um 1900 und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestehen verschiedene Strömungen nebeneinander oder nacheinander, zum Beispiel:

  1. Symbolismus: Bilder, Zeichen und Symbole gewinnen besondere Bedeutung.
  2. Wiener Moderne: Autoren und Künstler in Wien beschäftigen sich unter anderem mit Wahrnehmung, Sprache, Gesellschaft und innerem Erleben.
  3. Impressionismus: Flüchtige Eindrücke und Stimmungen werden wichtig.
  4. Expressionismus: Später werden starke Zuspitzung, Krise und innere Erschütterung wichtiger.
  5. Neue Sachlichkeit: In den 1920er Jahren entstehen nüchternere und gesellschaftlich beobachtende Formen.

Jedermann lässt sich nicht sinnvoll auf nur eine dieser Richtungen reduzieren. Das Stück verbindet ältere Formen des religiösen Theaters mit Problemen der modernen Gesellschaft.

Hofmannsthal arbeitet mit einem alten Stoff, um Gegenwartsfragen sichtbar zu machen. Das macht das Stück zugleich historisch und modern.


Wiener Moderne

Hofmannsthal gehört zu den wichtigen Autoren der Wiener Moderne. Wien war um 1900 ein Zentrum von Literatur, Musik, Kunst, Architektur und Wissenschaft.

Für Hofmannsthal ist besonders wichtig, dass Sprache nicht immer einfach und sicher Wirklichkeit abbildet. In anderen Werken wird diese Sprachskepsis noch deutlicher. In Jedermann setzt er dagegen bewusst auf starke Bilder und Figuren: Tod, Geld, Glaube und Werke stehen körperlich auf der Bühne.


Jedermann und die Salzburger Festspiele

Die Uraufführung fand 1911 in Berlin statt. Seit 1920 ist das Stück eng mit den Salzburger Festspielen verbunden. Max Reinhardt inszenierte es auf dem Domplatz.

Medienhinweis: Das Foto zeigt Jedermann, Buhlschaft und Tischgesellschaft bei den Salzburger Festspielen 2024. Foto: Monika Rittershaus, Salzburger Festspiele. Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE.

Medienhinweis: Das Foto zeigt eine Jedermann-Aufführung 2010 am Berliner Dom. Quelle: Wikimedia Commons. Die Lizenzangaben sind auf der Dateiseite dokumentiert.

Sehauftrag: Beobachte drei Minuten einer Aufführung und notiere: Wie wird der Gegensatz zwischen Fest, Reichtum und Tod auf der Bühne sichtbar gemacht?


Audio und weitere freie Medien

Diese Aufnahme enthält nicht Jedermann, sondern Hofmannsthals Gedicht Die beiden. Sie ist deshalb kein Textbeleg für das Drama. Du kannst sie aber nutzen, um den Klang einer anderen literarischen Sprache Hofmannsthals zu hören.

Quelle und Lizenz: Sprecherin Anneke Wolf, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5.

Datei:Everyman - a morality (IA everymanmorality00newy).pdf

Die Datei enthält eine historische englischsprachige Ausgabe von Everyman aus dem Jahr 1907. Sie ist auf Wikimedia Commons als gemeinfreie Ausgabe verfügbar.


Mediennachweise

  1. : Nicola Perscheid, 1910, Wikimedia Commons, gemeinfrei.
  2. : anonyme historische Vorlage, frühes 16. Jahrhundert, Wikimedia Commons, gemeinfrei.
  3. : früher Druck von Everyman, Wikimedia Commons, gemeinfrei.
  4. : Monika Rittershaus / Salzburger Festspiele, CC BY-SA 3.0 DE.
  5. : Szene einer Jedermann-Aufführung, Wikimedia Commons; Lizenz und Namensnennung siehe Dateiseite.
  6. : Anneke Wolf, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5.
  7. Datei:Everyman - a morality (IA everymanmorality00newy).pdf: historische Ausgabe, Wikimedia Commons / Internet Archive, gemeinfrei.


Gestufte Hilfen


Hilfe 1: leicht

Frage Dich zuerst: Was passiert in der Szene? Schreibe nur zwei einfache Sätze.


Hilfe 2: genauer

Markiere ein wichtiges Wort oder eine kurze Textstelle. Frage: Warum steht genau dieses Wort hier?


Hilfe 3: Interpretation

Verbinde Text und Bedeutung:

Textstelle → sprachliche Beobachtung → mögliche Wirkung → Deutung

Beispiel:

Mammon spricht selbst → Geld wird zur Figur → Besitz wirkt mächtig → Jedermann ist nicht nur Besitzer, sondern auch abhängig von seinem Besitz.


Hilfe 4: Oberstufe

Prüfe zusätzlich, ob Deine Deutung auch anders möglich wäre. Formuliere dann:

Eine mögliche Deutung ist ... Dafür spricht ... Eine andere Lesart wäre ...


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was zwingt Jedermann dazu, sein bisheriges Leben neu zu betrachten? (Das Auftreten des Todes) (!Ein Streit mit seinem Nachbarn) (!Der Verlust seines Hauses) (!Eine Reise nach Salzburg)




Wofür steht die Figur Mammon? (Für Geld und materiellen Besitz) (!Für Freundschaft) (!Für die Kirche) (!Für die Mutter)




Was ist eine Personifikation? (Ein abstrakter Begriff tritt wie eine Person auf) (!Eine Szene wird gekürzt) (!Ein Erzähler berichtet über die Zukunft) (!Eine Figur spricht nur im Monolog)




Welche Aussage zur Sprache des Stücks ist richtig? (Sie wirkt bewusst altertümlich, ist aber keine genaue mittelalterliche Sprachrekonstruktion) (!Sie entspricht vollständig dem Mittelhochdeutschen) (!Sie ist nur in moderner Alltagssprache geschrieben) (!Sie besteht vollständig aus Prosa)




Welche Figur verkörpert Jedermanns gute Taten? (Werke) (!Buhlschaft) (!Tod) (!Hausvogt)




Was geschieht mit Werke im Verlauf des Stücks? (Sie gewinnt an Kraft) (!Sie wird zu Mammon) (!Sie verlässt Jedermann endgültig) (!Sie übernimmt die Rolle des Todes)




Welche Aussage zum Epochenkontext ist richtig? (Die Moderne umfasst mehrere unterschiedliche Strömungen) (!Die Moderne ist eine einzige einheitliche Stilrichtung) (!Jedermann gehört ausschließlich zum Expressionismus) (!Die Wiener Moderne beginnt erst nach 1945)




Welche ältere Tradition ist für Jedermann besonders wichtig? (Die Moralität mit personifizierten Figuren) (!Das antike Epos) (!Der bürgerliche Roman des 19. Jahrhunderts) (!Das naturalistische Zeitungsinterview)




Was ist bei einer Interpretation wichtig? (Textbeleg und Deutung voneinander zu unterscheiden) (!Nur die eigene Meinung aufzuschreiben) (!Den Text in moderne Sprache umzuschreiben) (!Alle Figuren als reale Personen zu behandeln)




Wo wird Jedermann seit 1920 besonders bekannt aufgeführt? (Bei den Salzburger Festspielen) (!Bei den Bayreuther Festspielen) (!Auf der Frankfurter Buchmesse) (!Im Wiener Parlament)





Memory

Jedermann reicher Mann und Hauptfigur
Tod Vorladung zum Ende des Lebens
Mammon personifizierter Besitz
Werke gute Taten
Glaube religiöse Umkehr
Everyman ältere englische Moralität





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Personifikation Ein abstrakter Begriff tritt als Figur auf
Mammon Geld und Besitz
Werke gute Taten
Moralität didaktisches Theater mit allegorischen Figuren
Wiener Moderne kultureller Kontext um 1900





Kreuzworträtsel

Mammon Welche Figur verkörpert Geld und Besitz?
Glaube Welche Figur hilft Jedermann bei seiner Umkehr?
Werke Welche Figur steht für gute Taten?
Salzburg In welcher Stadt ist Jedermann besonders mit den Festspielen verbunden?
Moderne Zu welchem großen Epochenzusammenhang gehört Hofmannsthals Werk?
Everyman Wie heißt eine wichtige ältere englische Stofffassung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Hugo von Hofmannsthals Stück heißt

. Die Hauptfigur wird plötzlich mit dem

konfrontiert. Ihr Reichtum erscheint in der Figur

. Die guten Taten werden durch die Figur

personifiziert. Eine wichtige ältere Stofffassung heißt

. Die Sprache des Stücks wirkt bewusst

. Seit 1920 ist das Werk eng mit den Salzburger

verbunden. Der Epochenbegriff

bezeichnet keine einheitliche Stilrichtung.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Standbild: Stellt zu zweit ein Standbild zur Begegnung von Jedermann und Tod her. Erklärt anschließend, welche Körperhaltung Ihr gewählt habt.
  2. Figurenkarte: Gestalte eine Figurenkarte zu Mammon mit Symbol, drei Eigenschaften und einer passenden Textstelle.
  3. Szenentitel: Gib drei wichtigen Szenen eigene kurze Überschriften und begründe jede Überschrift.
  4. Medienvergleich: Vergleiche ein Commons-Bild mit Deiner Vorstellung aus dem Text. Nenne zwei Unterschiede.


Standard

  1. Textvergleich: Vergleiche den Spielansager in Jedermann mit dem Beginn des englischen Everyman. Arbeite eine Gemeinsamkeit und einen Unterschied heraus.
  2. Inszenierung: Entwickle für das Auftreten des Todes Licht, Geräusch und Bewegung. Begründe jede Entscheidung mit einer Textbeobachtung.
  3. Mammon heute: Übertrage die Figur Mammon vorsichtig in die Gegenwart. Was könnte sie heute verkörpern, ohne den historischen Text umzuschreiben?
  4. Figurenrede: Schreibe eine kurze Verteidigungsrede aus Sicht der Buhlschaft und markiere anschließend, welche Teile vom Text gestützt sind und welche erfunden sind.


Schwer

  1. Allegorie: Untersuche, wie Personifikationen den inneren Konflikt Jedermanns nach außen verlagern.
  2. Moderne: Erkläre, warum ein Rückgriff auf mittelalterliche Formen trotzdem modern sein kann.
  3. Quellenvergleich: Vergleiche einen kurzen Abschnitt aus Everyman mit der entsprechenden Situation bei Hofmannsthal. Trenne Wortlaut, Übersetzung und Interpretation sauber.
  4. Urteil: Beurteile, ob Jedermanns Umkehr überzeugend vorbereitet ist. Nutze mindestens drei konkrete Textstellen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Besitz und Freiheit: Erkläre anhand von Mammon, warum Besitz im Stück zugleich Sicherheit und Abhängigkeit bedeuten kann.
  2. Dramaturgie: Zeige, wie das Auftreten des Todes die Struktur des Stücks verändert.
  3. Figuren als Ideen: Vergleiche zwei Personifikationen und erkläre, warum Hofmannsthal diese Ideen als Figuren auf die Bühne bringt.
  4. Tradition und Moderne: Begründe, warum Jedermann trotz seiner alten Stoffgrundlage als Werk des frühen 20. Jahrhunderts gelesen werden kann.
  5. Inszenierungsvergleich: Vergleiche eine historische oder aktuelle Bühnenaufnahme mit dem Text. Beurteile, welche Deutung durch die Inszenierung verstärkt wird.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du:

  1. den Handlungsverlauf sicher zusammenfassen können,
  2. zentrale Figuren und Personifikationen erklären können,
  3. mindestens drei konkrete Textstellen sinnvoll deuten können,
  4. Textbeleg und Interpretation unterscheiden können,
  5. die Sprache und den Verscharakter beschreiben können,
  6. die Stoffgeschichte mit Everyman und weiteren älteren Fassungen einordnen können,
  7. Jedermann in den Kontext von Moderne, Symbolismus und Wiener Moderne einordnen können, ohne eine einheitliche Stilrichtung zu behaupten,
  8. erklären können, warum die Salzburger Aufführungsgeschichte für die Wirkung des Stücks wichtig ist,
  9. eine Inszenierungsentscheidung mit dem Text begründen können.




OERs zum Thema

Weitere freie und gemeinfreie Quellen:

  1. MOOCwiki-Volltextausgabe
  2. Project Gutenberg: https://www.gutenberg.org/files/28949/28949-h/28949-h.htm
  3. Historischer Everyman-Text bei Project Gutenberg: https://www.gutenberg.org/files/19481/19481-h/19481-h.htm
  4. Wikimedia Commons – Kategorie Jedermann: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Jedermann
  5. Wikimedia Commons – Kategorie Everyman: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Everyman



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