Literatur verstehen - Der Sekundant - Arthur Schnitzler
Einleitung
Literatur verstehen: Der Sekundant von Arthur Schnitzler. Dieser aiMOOC richtet sich an die Klassen 11 bis 13. Du lernst eine Erzählung über Ehre, Tod, Liebe, Verdrängung und Verantwortung kennen. Kurze Erklärungen helfen dir beim Lesen. Die Aufgaben führen vom Verstehen zum selbstständigen Deuten.
Lies den vollständigen Text in der vorhandenen Buchausgabe: Buch – Der Sekundant – Schnitzler, Arthur (MOOCwiki-Volltext). Nutze genau diese Buchseite als Lesegrundlage; hier wird keine zweite Buchseite angelegt. Für einen Vergleich steht eine frei lesbare Online-Transkription zur Verfügung. Vergleiche bei Abweichungen immer die Wörter mit deiner MOOCwiki-Ausgabe. Übernimm Schreibweisen und Zitate nur nach eigener Prüfung.
Kurzbeschreibung: Ein junger Mann begleitet Eduard Loiberger als Sekundant zu einem Duell. Eduard stirbt. Der Sekundant soll dessen Frau Agathe benachrichtigen. Doch in ihrem Haus schweigt er, obwohl er den Tod kennt. Zwischen beiden entwickelt sich eine intime Begegnung. Sein späterer Bericht zeigt, wie er sein Handeln erklärt und zugleich verschleiert.

Bild: Arthur Schnitzler, Aufnahme von Ferdinand Schmutzer (1912), gemeinfrei; Wikimedia Commons.
Lernziele: Du kannst die Handlung sicher ordnen, Aussagen des Erzählers kritisch prüfen, die Bedeutung des Traums untersuchen, mit konkreten Textstellen argumentieren und das Werk in die vielfältige literarische Moderne einordnen.
Buchausgabe, Erstveröffentlichung und Sprache
Arthur Schnitzler lebte von 1862 bis 1931. Der Sekundant erschien nach seinem Tod vom 1. bis 4. Januar 1932 in der Vossischen Zeitung. Der Text entstand früher. Über den endgültigen Werkzustand urteilt die Forschung nicht völlig einheitlich. Verwechsle die Entstehungszeit, die Erstveröffentlichung und das Jahr einer neueren Buchausgabe nicht.
Originalsprache: Deutsch. Eine Übersetzung ins Deutsche ist daher nicht nötig. Die historische Textfassung kann ältere Rechtschreibung und Zeichensetzung zeigen. Eine heutige Ausgabe kann Schreibweisen anpassen. Notiere zwei mögliche Unterschiede nur dann, wenn du sie wirklich in beiden Fassungen findest. Eine bloße Anpassung der Rechtschreibung ist noch keine neue Interpretation.
Original und Deutung unterscheiden: „Eduard stirbt im Duell“ gehört zur Handlung. „Der Erzähler sucht Ausreden für sein Schweigen“ ist eine begründbare Deutung. Belege diese Deutung mit dem Gespräch bei Agathe und mit der Nachrichtenszene. Die wissenschaftliche Werkdatenbank nennt die frühe Veröffentlichung.
Figuren, Handlung und Konflikte
Wer ist wer?
Der Ich-Erzähler: Als junger Mann übernimmt er die Aufgabe eines Sekundanten. Er berichtet erst Jahre später. Seine Erinnerungen, Wertungen und Auslassungen sind nicht automatisch objektiv.
Eduard Loiberger: Ehemann Agathes. Nach einem Konflikt um eine Liebesaffäre nimmt er an einem Duell teil und wird getötet.
Agathe Loiberger: Eduards Frau. Sie kennt den tödlichen Ausgang des Duells zunächst nicht. Deute ihr Verhalten deshalb nicht so, als wüsste sie zu diesem Zeitpunkt bereits alles.
Dr. Mülling: Weiterer Sekundant und Vertrauter Eduards. Er übernimmt schließlich die Übermittlung der Todesnachricht.
Urpadinsky: Offizier und Duellgegner Eduards. Auch seine Rolle zeigt, wie private Beziehungen und gesellschaftliche Ehrvorstellungen zusammenwirken.
Hinweis: Erzähler und Autor sind nicht dieselbe Person. Dass Schnitzler die Erzählung geschrieben hat, bedeutet nicht, dass er die Ansicht des Erzählers teilt.
Das Geschehen in sechs Schritten
- Rückblick: Ein älterer Erzähler erinnert sich an sein siebtes Duell als Sekundant.
- Vorbereitung: Die Beteiligten verschleiern den wahren Anlass und verhalten sich scheinbar alltäglich.
- Tod: Eduard wird im Duell erschossen; die Nachricht muss zu Agathe gelangen.
- Schweigen: Der Erzähler trifft Agathe in ihrem Haus und bringt die Nachricht nicht über die Lippen.
- Traum und Forderungen: Nach ihrer Nähe vermischen sich Angst, Schuld, Wunsch und Eifersucht.
- Aufklärung und Rückblick: Mülling überbringt die Nachricht. Später bleibt die Bedeutung der Begegnung für Agathe aus Sicht des Erzählers ungewiss.
Leitfrage: Wann verwandelt sich ein Zeuge in einen Akteur? Der Erzähler beschreibt selbst, wie aus einer Nebenrolle eine Hauptrolle wird. Prüfe, ob er damit Verantwortung übernimmt oder sich wichtig macht.

Bild: Paul-Albert Besnard, Le duel (1900), Radierung, National Gallery of Art, CC0. Vergleichsbild zum gesellschaftlichen Thema Duell, keine Illustration einer Szene aus Schnitzlers Text; Commons-Nachweis.
Textnah lesen: sechs Leseetappen
Suche jede angegebene Szene im verlinkten Volltext. Seitenzahlen können je nach Ausgabe abweichen. Verwende deshalb die genannten Handlungsmomente als genaue Suchhilfen. Schreibe bei jeder Antwort eine überprüfbare Textstelle oder einen kurzen, wortgetreuen Beleg dazu.
Leseetappe A: Die Einleitung und die Ehre
Fundstelle: Beginn der Erzählung, als der Erzähler sein Alter und das siebte Duell nennt. Der Text beginnt mit „Ich war damals dreiundzwanzig Jahre alt“. Anschließend verteidigt der Erzähler die frühere Duellkultur und spricht einen scheinbaren Zuhörer an.
Auftrag: Unterstreiche drei Aussagen über Ehre. Unterscheide in einer Tabelle Behauptung des Erzählers und dein Einwand. Weshalb klingt die Verteidigung des Duells rückblickend ironisch?
Gestufte Hilfe: Leicht: Markiere Wörter für Rang, Würde oder Mut. Standard: Untersuche den Gegensatz zwischen feierlicher Sprache und tödlichem Ergebnis. Schwer: Erkläre, wie die scheinbar persönliche Anrede die Glaubwürdigkeit des Berichts beeinflusst.
Leseetappe B: Vorwand und tödlicher Zweikampf
Fundstelle: Zugfahrt, Besichtigung des Duellplatzes, Gespräch vor der Nacht und Duellszene mit dem Vergleich des Geschehens mit Marionetten.
Auftrag: Kläre, welcher Anlass nach außen genannt wird und welche privaten Verwicklungen hinter dem Duell stehen. Analysiere den Vergleich mit Marionetten: Wirken die Männer darin selbstbestimmt oder fremdgesteuert?
Gestufte Hilfe: Leicht: Wer duelliert sich? Wer sekundiert? Standard: Sammle zwei Beobachtungen zum Schweigen vor dem Kampf. Schwer: Vergleiche die anfängliche Rede von persönlicher Ehre mit dem Bild mechanischer Marionetten.
Leseetappe C: Der Weg zu Agathe
Fundstelle: Nach Eduards Tod und auf der Reise bzw. beim Besuch in der Villa. Der Erzähler hat einen klaren Auftrag, zögert aber.
Auftrag: Schreibe drei kurze Sätze: Was weiß er? Was müsste er mitteilen? Was tut er stattdessen? Suche die Textstelle, an der seine Pflicht mit seinen Wünschen kollidiert.
Gestufte Hilfe: Leicht: Notiere einen Zeitstrahl. Standard: Achte auf innere Rechtfertigungen. Schwer: Untersuche, ob der Erzähler die Verzögerung im Rückblick verharmlost.
Leseetappe D: Agathes Perspektive
Fundstelle: Gespräch und gemeinsamer Nachmittag in der Villa. Agathe kennt die Todesnachricht noch nicht.
Auftrag: Sammle ausschließlich belegte Aussagen über Agathes Worte und Handlungen. Schreibe daneben getrennt, was der Erzähler über ihre Absichten vermutet. Welche Deutung kann der Text nicht eindeutig bestätigen?
Gestufte Hilfe: Leicht: Zwei Spalten gesagt/getan und vermutet. Standard: Achte auf unterschiedliche Wissensstände. Schwer: Erörtere, wie die Ich-Perspektive Agathes eigenständige Sicht begrenzt.
Leseetappe E: Der Traum
Fundstelle: Die Traumszene nach dem gemeinsamen Nachmittag. Der tote Eduard erscheint innerhalb wechselnder, nicht realistisch verbundener Bilder.
Auftrag: Notiere drei Traumbilder in der Reihenfolge des Textes. Ordne jedem ein mögliches Gefühl zu: Angst, Schuld, Wunsch, Kontrollverlust. Schreibe zu jeder Zuordnung: Das ist meine Interpretation, nicht eine gesicherte Traumübersetzung.
Gestufte Hilfe: Leicht: Was ist Traum, was geschieht vor oder nach dem Schlaf? Standard: Welche Grenzen von Ort und Zeit lösen sich auf? Schwer: Prüfe, wie der Traum den Selbstentwurf des Erzählers stört, ohne ihn als medizinische Diagnose zu behandeln.
Leseetappe F: Todesnachricht und offenes Ende
Fundstelle: Eintreffen Müllings und der Freundin Agathes, Übermittlung der Todesnachricht sowie die spätere Begegnung nach Jahren.
Auftrag: Vergleiche den Sprecher der Todesnachricht mit dem ursprünglich Beauftragten. Begründe, warum Agathes späterer Blick nicht eindeutig als Erinnerung oder Vergessen gelesen werden muss.
Gestufte Hilfe: Leicht: Wer informiert Agathe am Ende? Standard: Stelle geplantes und tatsächliches Handeln einander gegenüber. Schwer: Erörtere, wessen Deutungsmacht über die Vergangenheit der Text unsicher lässt.
Erzähltechnik, Sprache und Moderne
Ich-Erzählung statt allwissender Bericht
Der Erzähler sagt ich und erinnert sich an Vergangenes. Das ist eine rückblickende Ich-Erzählung, kein durchgehender innerer Monolog wie in manchen anderen Werken Schnitzlers. Er kennt sein eigenes Erleben, aber nicht sicher die Gedanken Agathes. Prüfe seine Lücken, Übertreibungen und Entschuldigungen.
Sprachbeobachtung: Markiere Ausdrücke, in denen er den Vorgang groß oder würdevoll nennt. Suche danach Stellen, in denen er selbst wie ein Zuschauer, eine Figur oder ein Getriebener wirkt. Die Spannung zwischen den Formulierungen ist wichtiger als das bloße Etikett einer Stilepoche.
Erzählen in zwei Zeiten
Erzählte Zeit: Duell, Villa, Traum und die spätere Begegnung. Erzählzeit: Der ältere Erzähler berichtet rückblickend. Seine Reihenfolge springt. Eine Rückblende kann Wissen verändern, ohne Ereignisse rückgängig zu machen. Erstelle beim Lesen zwei Zeitlinien.

Bild: historischer Plan von Wien um 1900 (Artaria & Co., Rainer/Peucker), öffentlich zugängliches historisches Kartenmaterial, Wikimedia Commons. Er dient dem Epochenkontext; die Handlung der Villa lässt sich daraus nicht punktgenau ableiten.
Ehre, Geschlechterrollen und Verantwortung
Die gesellschaftliche Konvention fordert vom Mann Mut und öffentliches Ansehen. Gleichzeitig schweigt der Sekundant, als jemand ein Recht auf eine lebenswichtige Nachricht hat. Prüfe: Schützt sein Schweigen Agathe oder ihn selbst? Berücksichtige den Zeitpunkt: Sie hat noch keine Kenntnis von Eduards Tod. Formuliere ein Urteil ohne Schuldzuweisung an die unwissende Figur.
Text und Gegenwart: Vergleiche die Pflicht zur wahrheitsgemäßen Mitteilung mit heutigen Situationen, in denen Menschen unangenehme Nachrichten verschieben. Der Vergleich soll Unterschiede zur historischen Duellgesellschaft ausdrücklich nennen.
Viele Strömungen, kein einziges Epochenetikett
Schnitzler gehört zur Wiener Moderne. Ihr Umfeld wird mit Impressionismus, Symbolismus, Ästhetizismus und psychologisch genauer Figurenzeichnung verbunden. Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts existieren daneben etwa Naturalismus, Expressionismus und Neue Sachlichkeit mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Diese Strömungen bilden keinen einheitlichen Stil und dürfen nicht pauschal der Erzählung zugeschrieben werden.
Vergleichsauftrag: Das genaue Beobachten flüchtiger Eindrücke kann impressionistisch wirken. Die besondere Bedeutung von Traum und Zeichen kann zu einer symbolischen Lesart anregen. Der eher nüchterne Ablauf des Duells kann kontrastierend erscheinen. Für jede Zuordnung brauchst du einen Textbeleg; bloße Jahreszahlen reichen nicht.
Historische Einordnung: Das Wien um 1900 war von gesellschaftlichem Wandel und kreativen Kunstbewegungen geprägt, aber auch von Klassenunterschieden, Geschlechterhierarchien und Antisemitismus. Die Erstpublikation 1932 liegt bereits nach dem Ersten Weltkrieg. Österreichische Nationalbibliothek: Wien um 1900.
Medienwerkstatt
Autorenporträt im Video
Video: Arthur Schnitzler – Vom Dichter der Wiener Moderne zum Weltautor; Quelle: YouTube, Kanalzuordnung David Grisot, veröffentlicht 2021; Rechte am Video beim jeweiligen Rechteinhaber. Das Video behandelt den Autor, nicht die Handlung von Der Sekundant; die Angaben zu Thema und Video wurden mit einem veröffentlichten Videodatensatz abgeglichen. Aufgabe: Sammle zwei Aussagen über das soziale Milieu, die du später am Text überprüfen kannst. Gib Video und Text getrennt als Quellen an.
Musik als Spur im Text
In der Erinnerung an das gesellige Haus kommen Musik und das Lied An Sylvia von Franz Schubert vor. Hier hörst du eine moderne Aufnahme des Liedes. Es ist keine historische Tonaufnahme aus Schnitzlers Zeit.

Bild: historische Notenausgabe An Silvia, Breitkopf & Härtel; Commons, gemeinfrei.
Audio: Schubert, An Sylvia, Interpretation Petrica Ariton / Paloma Camacho (2023), veröffentlicht durch Associació Franz Schubert, CC BY-SA 4.0, Datei und Namensnennung auf Wikimedia Commons. Nicht bearbeitet. Aufgabe: Suche die musikalische Erinnerung im Text und prüfe, ob sie die Stimmung verklärt oder den Konflikt unterbricht.
Bewegung und Reise als Vergleich

Animation: Schematische Gegenüberstellung zweier Zugbewegungen, erstellt von Vcohen, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons. Keine historische Aufnahme und kein Nachweis für Fahrpläne um 1900. Aufgabe: Finde die Zugfahrt im Text. Was bewirken Ortswechsel und Erzähltempo für die Wahrnehmung der Verantwortung?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Wissen prüfen
Wer erzählt die Geschichte? (Ein rückblickender Ich-Erzähler, der selbst Sekundant war) (!Ein allwissender Erzähler ohne eigene Rolle) (!Agathe in Form eines Tagebuchs) (!Dr. Mülling als neutraler Chronist)
Welche Aufgabe erhält der Erzähler nach dem Duell? (Er soll Agathe die Todesnachricht überbringen) (!Er soll das Duell erneut organisieren) (!Er soll Urpadinsky verhaften) (!Er soll Agathe nach Wien begleiten)
Wer stirbt bei dem Duell? (Eduard Loiberger) (!Dr. Mülling) (!Agathe Loiberger) (!Der Ich-Erzähler)
Warum ist Agathes Wissensstand für die Deutung wichtig? (Sie weiß bei der Begegnung zunächst nichts vom Tod ihres Mannes) (!Sie kennt von Anfang an den genauen Ablauf des Duells) (!Sie erfährt die Nachricht vor der Ankunft des Erzählers) (!Sie berichtet selbst vom Tod ihres Mannes)
Wer überbringt Agathe schließlich die Todesnachricht? (Dr. Mülling) (!Urpadinsky) (!Ein zufälliger Musiker) (!Der tote Eduard)
Was kennzeichnet die erzählerische Perspektive? (Der Erzähler berichtet seine eigene Sicht rückblickend) (!Alle Figuren erklären abwechselnd ihre Gedanken) (!Der Text besteht ausschließlich aus Regieanweisungen) (!Die Handlung wird nur in Briefen dargestellt)
Wie sollte der Traum untersucht werden? (Als erzählte Erfahrung mit mehreren möglichen Deutungen) (!Als objektiver Bericht real geschehener Ereignisse) (!Als sichere ärztliche Diagnose des Erzählers) (!Als Nachricht aus Agathes Tagebuch)
Welche Aussage trennt Textbeobachtung und Interpretation? (Die Nachricht wird verzögert, deshalb lässt sich Verantwortungsvermeidung diskutieren) (!Jede Vermutung des Erzählers ist bewiesene Wahrheit) (!Eine Traumfigur hat den Duelltod tatsächlich verursacht) (!Die Autorenmeinung stimmt immer mit der Erzählermeinung überein)
Was trifft auf die literarische Moderne zu? (Es bestehen mehrere Strömungen mit unterschiedlichen Merkmalen) (!Alle Autoren schreiben in genau demselben Stil) (!Symbolismus und Neue Sachlichkeit bedeuten dasselbe) (!Literarische Strömungen hängen nie mit Geschichte zusammen)
In welcher Sprache wurde Der Sekundant ursprünglich verfasst? (In deutscher Sprache) (!In englischer Sprache) (!In französischer Sprache) (!In italienischer Sprache)
Memory-Spiel
Ordne jeweils eine Figur oder einen Begriff der passenden Erklärung zu.
| Sekundant | Begleiter und Beistand eines Duellierenden |
| Agathe | Ehefrau, die zunächst die Todesnachricht nicht kennt |
| Mülling | Weiterer Zeuge, der die Nachricht schließlich überbringt |
| Rückblick | Bericht über etwas, das früher geschehen ist |
| Deutung | Begründete Lesart, keine automatisch sichere Tatsache |
| Traumsequenz | Abschnitt mit nicht realistisch verbundenen Bildern |
Drag and Drop: Begriffe richtig zuordnen
| Ordne den Begriff zu. | Passende Beschreibung |
|---|---|
| Erzählperspektive | Standort, von dem das Geschehen wahrgenommen und berichtet wird |
| Duellkonvention | Historische Regelvorstellung über den bewaffneten Ehrenkampf |
| Wissensvorsprung | Unterschied zwischen dem Wissen des Berichtenden und dem einer Figur |
| Symbolische Lesart | Deutung, bei der ein Bild über den bloßen Gegenstand hinausweist |
| Textbeleg | Nachweis aus einer konkreten Stelle der gelesenen Ausgabe |
Kreuzworträtsel
Trage die sechs Begriffe ein.
| Sekundant | Welche Rolle übernimmt der junge Ich-Erzähler beim Duell? |
| Agathe | Wie heißt Eduards Ehefrau? |
| Mülling | Welcher Arzt beziehungsweise Doktor bringt schließlich die Nachricht? |
| Duell | Welcher Zweikampf endet tödlich? |
| Traum | Welche Erzählpassage zeigt sprunghafte Bilder des Unbewussten? |
| Ehre | Welcher soziale Wert wird am Beginn als Rechtfertigung genannt? |
LearningApps
Hier kannst du nach weiteren Zuordnungs- und Wiederholungsaufgaben suchen. Die Suchergebnisse sind externe Lernangebote und nicht automatisch Teil dieses geprüften Kurses.
Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite die Aufgaben in der Reihenfolge deines Lernstands. Die jeweils erste Aufgabe pro Niveau ist eine besonders wichtige Kernaufgabe.
Leicht
- Inhaltsangabe: Fasse die Handlung in sieben eigenen, sachlichen Sätzen zusammen und nenne eine genaue Textstelle pro Wendepunkt.
- Figurenkonstellation: Zeichne ein Schaubild für Erzähler, Eduard, Agathe, Mülling und Urpadinsky; kennzeichne nur belegte Beziehungen.
- Lesetagebuch: Notiere zu drei Leseetappen je ein beobachtetes Wort, eine Frage und eine Vermutung.
- Textbeleg: Wähle einen kurzen Satz aus der verlinkten Buchausgabe, schreibe ihn buchstabengetreu ab und erkläre seine Funktion.
Standard
- Erzählperspektive: Untersuche in zwei Textstellen, wie der Rückblick des Ich-Erzählers Agathes Sicht auf das Geschehen begrenzt.
- Ehre: Vergleiche die Verteidigung des Duells am Anfang mit der Darstellung des Todes; begründe den Widerspruch.
- Traumdeutung: Beschreibe drei tatsächliche Traumbilder und entwirf dazu zwei alternative, klar als Deutung bezeichnete Lesarten.
- Wiener Moderne: Gestalte eine Zeitleiste mit Schnitzlers Lebensdaten, Entstehungsumfeld und Erstveröffentlichung; kennzeichne historische Belege.
Schwer
- Literarische Erörterung: Beurteile mit Gegenargument und mindestens drei Textbelegen, inwiefern der Erzähler Verantwortung für Agathes Unwissen trägt.
- Vergleichende Literaturanalyse: Vergleiche die Darstellung des gesellschaftlichen Ehrbegriffs mit einer überprüften Stelle aus Schnitzlers Leutnant Gustl; beachte unterschiedliche Erzählverfahren.
- Editionsvergleich: Prüfe an drei kurzen Textabschnitten die MOOCwiki-Buchausgabe gegen die zugängliche historische Transkription; dokumentiere nur nachgewiesene Abweichungen und ihre mögliche Wirkung.
- Perspektivwechsel: Verfasse eine alternative Szene aus Agathes Sicht und erläutere anschließend genau, welche Gedanken deine eigene Erfindung sind und welche Informationen der Originaltext liefert.


Lernkontrolle
- Analyse der Erzählhaltung: Wähle den Beginn oder das Ende und belege, warum die Erzählerstimme nicht mit der Stimme des Autors verwechselt werden darf.
- Ethische Fallanalyse: Beschreibe die Entscheidung des Sekundanten mit den Begriffen Pflicht, Wunsch und Folge und begründe ein differenziertes Urteil.
- Erzählzeit: Ordne vier Ereignisse chronologisch und erkläre, warum die Reihenfolge ihrer Darstellung anders sein kann.
- Historische Einordnung: Stelle zwei Merkmale der Wiener Moderne heraus und bewerte mit Textstellen, was davon auf die Erzählung tatsächlich zutrifft.
- Quellenkritik: Unterscheide nachprüfbar zwischen erster Zeitungspublikation, moderner Buchausgabe, Online-Transkription und eigener Interpretation.
- Transfer: Erörtere, in welchen heutigen Situationen das Verschweigen unangenehmer Wahrheiten ähnliche Konflikte erzeugt und worin die Unterschiede zum Duellmilieu liegen.
Lernnachweis
Du hast das Lernziel erreicht, wenn du folgende Ergebnisse zeigen kannst: Wissen: eine richtige Übersicht zu Personen, Handlung, Veröffentlichung und literarischem Umfeld. Fertigkeiten: fünf sorgfältig verortete Textbelege, eine Analyse des Ich-Erzählers und eine begründete Beschreibung der Traumsequenz. Produkte: ein Lesetagebuch, eine Figurenübersicht und ein eigener Text auf dem gewählten Niveau. Transfer: ein abgewogenes Urteil über Verantwortung, Ehrvorstellungen und Geschlechterrollen. Achte bei allen Arbeiten auf die Trennung von Textaussage, Forschungsaussage und eigener Deutung.
Selbstprüfung: Sind die Zitate wortgetreu? Ist jede Behauptung einer Quelle zugeordnet? Habe ich Agathe nichts unterstellt, was die Erzählung nicht zeigt? Sind Bild, Musikaufnahme und Film als unterschiedliche Quellen gekennzeichnet?
OER und Wikipedia
Primärtext und wissenschaftliche Orientierung:
- Vorhandene MOOCwiki-Buchausgabe und vollständiger Lesetext – Hauptgrundlage dieses Kurses.
- Arthur Schnitzler – Der Sekundant, Online-Transkription – Vergleichslesetext, Schreibungen gegen die verwendete Buchausgabe prüfen.
- Arthur-Schnitzler-Werkdatenbank – wissenschaftlicher Nachweis der historischen Erstveröffentlichung.
- Wikipedia: Der Sekundant – ergänzende Übersicht, nicht Ersatz für den Originaltext.
- Österreichische Nationalbibliothek: Wien um 1900 – historischer Kontext.
Medien, Urheber und Nutzungsrechte: Wikimedia Commons führt die konkreten Dateien und deren Lizenzangaben. Alle Darstellungen sind als historische oder didaktische Vergleichsmedien gekennzeichnet, nicht als eigens erstelltes Bild zur Handlung. Fremdes Videomaterial wird nur über einen externen YouTube-Einbettungslink verwendet; daraus entsteht keine offene Lizenz für das Video.
| Verwendete Datei oder URL | Dateinachweis und Quelle | Urheber oder Interpret | Nachgewiesener Status |
|---|---|---|---|
| File:Arthur Schnitzler 1912.jpg | Wikimedia Commons | Ferdinand Schmutzer | Gemeinfrei nach Commons-Dateibeschreibung |
| File:Albert Besnard, The Duel (Le duel), 1900, NGA 71645.jpg | Wikimedia Commons / National Gallery of Art | Paul-Albert Besnard | CC0 1.0 |
| File:Plan der K.K. Reichshaupt und Residenzstadt Wien 1900.jpg | Wikimedia Commons | Artaria & Co.; Rainer / Peucker | Historisches gemeinfreies Kartenmaterial laut Commons |
| File:An Silvia.png | Wikimedia Commons | Historische Druckausgabe, Breitkopf & Härtel | Gemeinfrei laut Commons |
| File:Schubert-An Sylvia-D 891 n 4-Petrica Ariton-Paloma Camacho-2023.ogg | Wikimedia Commons / Associació Franz Schubert | Petrica Ariton / Paloma Camacho; Associació Franz Schubert | CC BY-SA 4.0; Aufnahme nicht verändert |
| File:Train animation (local and express).gif | Wikimedia Commons | Vcohen | CC BY-SA 4.0; Animation nicht verändert |
| https://www.youtube.com/watch?v=velkKYCH0HM | YouTube-Video / Kanal und Videonachweis | David Grisot / angegebener YouTube-Kanal | Urheberrecht beim Videoanbieter; keine freie Nachnutzung behauptet |
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