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Literatur verstehen - Amphitryon - Heinrich von Kleist

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Literatur verstehen - Amphitryon - Heinrich von Kleist

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Literatur verstehen - Amphitryon - Heinrich von Kleist


Einleitung

Für die Klassen 9–10 und 11–13

Wer bin ich? Wem kann ich vertrauen? Und was geschieht, wenn jemand genau so aussieht wie ich?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt von Amphitryon von Heinrich von Kleist. Du liest kurze Textstellen, untersuchst Figuren und Sprache und vergleichst das Theaterstück mit älteren Fassungen und modernen Inszenierungen.

Heinrich von Kleist, Porträt von Peter Friedel, 1801. Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei.


Das Buch kurz erklärt

Autor: Heinrich von Kleist (1777–1811)

Titel: Amphitryon. Ein Lustspiel nach Molière

Entstehung: 1803

Erstdruck: 1807

Textsorte: Theaterstück mit drei Akten

Originalsprache von Kleists Werk: Deutsch

Kurzbeschreibung: Der Gott Jupiter nimmt das Aussehen des Feldherrn Amphitryon an. So täuscht er dessen Frau Alkmene. Auch Merkur verwandelt sich: Er sieht aus wie der Diener Sosias. Bald weiß niemand mehr sicher, wer wirklich vor ihm steht. Das Stück ist an manchen Stellen komisch, an anderen traurig und beunruhigend.

Leitfrage: Kannst Du Deinen Augen und Gefühlen immer vertrauen?


Volltext und Leseausgabe

Hier findest Du den Volltext in der vorhandenen MOOCwiki-Buchseite:

Buch - Amphitryon - Kleist, Heinrich von – Volltext und Buchausgabe

Diese Buchseite bleibt die gemeinsame Lesegrundlage. Es wird keine zweite Buchseite angelegt. Lies die angegebenen Akte und Szenen dort und notiere Deine Fundstellen.

Zusätzliche Textquellen zum Nachschlagen:

  1. Kleist digital – wissenschaftlich bereitgestellte Textfassung des Erstdrucks
  2. Projekt Gutenberg – lesbarer deutscher Volltext
  3. Wikimedia Commons – digitalisierter Erstdruck von 1807

Wichtig: Der historische Druck, eine digital aufbereitete Fassung und die MOOCwiki-Buchausgabe können sich in Schreibweise, Zeichensetzung oder Seiteneinteilung unterscheiden. Ändere Zitate deshalb nicht stillschweigend. Nenne immer die verwendete Ausgabe und die Szene.

Datei:Heinrich von Kleists Amphitryon- ein Lustspiel nach Molière (IA 10112330bsb).pdf Historischer Druck von 1807. Wikimedia Commons, gemeinfrei. Er dient zum Vergleich der Textüberlieferung.


Inhalt und Figuren


Wer ist wer?

Amphitryon ist ein Feldherr. Nach einem Krieg kehrt er nach Hause zurück.

Alkmene ist seine Frau. Sie wird von Jupiter getäuscht, denn sie hält den Gott für ihren Ehemann.

Jupiter ist der oberste römische Gott. Er erscheint in Amphitryons Gestalt.

Sosias ist Amphitryons Diener. Er trifft auf einen Doppelgänger.

Merkur ist ein Gott und Jupiters Helfer. Er nimmt Sosias' Aussehen an.

Charis ist Sosias' Frau und Alkmenes Dienerin.

Merke: Alkmene wird durch eine Täuschung in eine Situation gebracht, die sie nicht durchschauen kann. Eine Deutung muss diese fehlende Kenntnis berücksichtigen.


Die Handlung in drei Akten

Abschnitt Das geschieht Deine Leseaufgabe
Erster Akt Sosias begegnet Merkur, der genauso aussieht wie er. Auch Jupiter tritt als Amphitryon auf. Lies I,1 und I,2. Warum zweifelt Sosias an seiner eigenen Identität?
Zweiter Akt Amphitryon kehrt zurück. Die Aussagen der Figuren widersprechen sich. Alkmene entdeckt ein rätselhaftes Zeichen. Lies II,4. Welche Rolle spielt das Diadem?
Dritter Akt Die beiden Amphitryon-Gestalten sorgen für große Verwirrung. Jupiter offenbart sich. Alkmene bleibt erschüttert. Lies III,11. Welche Gefühle könnte Alkmenes letztes Wort ausdrücken?


Eine kurze Inhaltsübersicht als Video

Michael Sommer: „Amphitryon“ mit Spielfiguren nacherzählt. Quelle: Sommers Weltliteratur to go.

Aufgabe zum Video: Schreibe drei Ereignisse auf, die auch im Drama vorkommen. Prüfe sie anschließend im Volltext. Das Video ist eine Nacherzählung, kein Originaltext.


Genau lesen: Drei wichtige Textstellen


Textstelle 1: Wer ist „Ich“?

Erster Akt, zweite Szene

Merkur fragt Sosias:

„Was für ein Ich?“

Quelle: Kleist, Amphitryon, I,2; überprüfbar in Kleist digital.

Sosias weiß eigentlich, wer er ist. Doch ein anderer besitzt sein Aussehen und seinen Namen. Dadurch wird etwas Alltägliches plötzlich unsicher.

Leseauftrag: Suche die Frage im Volltext. Lies auch die Antworten davor und danach. Wer hat hier die Macht? Warum?

Sprachhilfe: Ein Doppelgänger ist eine Person oder Gestalt, die jemand anderem zum Verwechseln ähnlich sieht.


Textstelle 2: Ein Buchstabe verändert alles

Zweiter Akt, vierte Szene

Charis sagt über die Zeichen auf dem Diadem:

„Hier steht ein J.“

Quelle: Kleist, Amphitryon, II,4; überprüfbar in Kleist digital.

Alkmene erwartet das Zeichen ihres Mannes. Doch das Diadem trägt einen anderen Buchstaben. Dieses kleine Detail stellt ihre Erinnerung infrage.

Leseauftrag: Suche die ganze Szene. Was erwartet Alkmene? Was erkennt Charis? Warum erschüttert der Unterschied Alkmene so stark?

Denke weiter: Ist ein sichtbares Zeichen immer ein sicherer Beweis?


Textstelle 3: Das letzte Wort

Dritter Akt, elfte Szene

Alkmenes letztes Wort lautet:

„Ach!“

Quelle: Kleist, Amphitryon, III,11; überprüfbar in Kleist digital.

Das Drama endet nicht mit einer langen Erklärung Alkmenes. Ein einziges Wort bleibt stehen.

Leseauftrag: Lies die letzte Szene vollständig. Notiere zwei mögliche Bedeutungen dieses Wortes. Begründe beide Möglichkeiten mit dem Geschehen unmittelbar davor.

Wichtig: Trauer, Erschöpfung, Enttäuschung oder Erschütterung sind Deutungen. Das Wort allein legt nicht eindeutig fest, was Alkmene fühlt.


Sprache und Aufbau

Kleist schreibt ein Drama in drei Akten. Die Figuren sprechen oft in Versen. Häufig verwendet Kleist den Blankvers: einen meist fünfhebigen jambischen Vers ohne Endreim.

Die Sprache zeigt viele Fragen, Ausrufe und abgebrochene Gedanken. Das passt zu den verunsicherten Figuren.

Untersuche im Text:

  1. Dialog: Wer fragt, wer antwortet und wer weicht aus?
  2. Sprachliche Mittel: Wo häufen sich Fragen oder Ausrufe?
  3. Dramatischer Konflikt: Wer weiß mehr als eine andere Figur?
  4. Tragikomödie: Was wirkt komisch, obwohl die Situation für Betroffene schmerzhaft ist?

Historische Aufführung von Kleists „Amphitryon“, Paris 1963. Foto: Roger Pic, Wikimedia Commons, vom Fotografen gemeinfrei freigegeben.

Bildaufgabe: Beschreibe zunächst nur, was Du siehst. Erst danach deutest Du Körperhaltung, Abstand und mögliche Beziehungen der Figuren. Ein Theaterfoto ist keine genaue Wiedergabe des geschriebenen Textes.


Historischer Kontext: Literatur um 1800


Weimarer Klassik und andere Wege

Um 1800 entstehen viele unterschiedliche literarische Werke.

Weimarer Klassik: Vor allem Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller prägen diesen Zusammenhang. Wichtige Fragen betreffen Menschlichkeit, Freiheit, Maß und Bildung.

Heinrich von Kleist: Seine Figuren erleben oft Unsicherheit, innere Konflikte und den Verlust fester Gewissheiten. Kleist nimmt eine eigenständige Position zwischen den literarischen Bewegungen seiner Zeit ein.

Friedrich Hölderlin und Jean Paul sind ebenfalls eigenständige Autoren um 1800. Sie dürfen nicht pauschal der Weimarer Klassik zugeordnet werden.

Merksatz: Die Zeit um 1800 ist vielfältig. Nicht jeder Autor dieser Jahre gehört zur Weimarer Klassik.

Goethe und Schiller in Weimar. Foto: Andreas Praefcke, Wikimedia Commons, CC0.

Vergleichsfrage: Welche Vorstellung von einem sicheren, vernünftigen Menschen gerät in Kleists Doppelgänger-Geschichte unter Druck?


Kleist und Molière

Molière, Porträt von Pierre Mignard. Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Der französische Autor Molière schrieb seine Komödie Amphitryon 1668. Kleist begann mit einer Bearbeitung dieses Stücks, entwickelte daraus aber ein eigenständiges deutsches Drama.

Kleists Untertitel lautet „Ein Lustspiel nach Molière“. „Nach“ bedeutet hier nicht, dass jeder Satz wortgetreu übersetzt wurde.

Aufgabe: Vergleiche die Figurenlisten. Molières Figur Cléanthis heißt bei Kleist Charis. Welche weiteren Gemeinsamkeiten und Unterschiede findest Du?

Französischer Text von Molières „Amphitryon“ bei Wikisource, Edition 1910

Französischer Originaldruck von 1668 als Digitalisat


Quellenvergleich: Latein, Französisch und Deutsch

Der Stoff ist älter als Kleists Stück.

Verfasser Werk Sprache Zeit
Plautus Amphitruo Latein Antikes Rom, um 200 v. Chr.
Molière Amphitryon Französisch 1668
Heinrich von Kleist Amphitryon Deutsch 1807 veröffentlicht

Drei belegte kurze Ausschnitte zur Frage der Identität:

Plautus, lateinisch: „Quis ego sum saltem, si non sum Sosia?“

Molière, französisch: „Qui, moi ?“

Kleist, deutsch: „Was für ein Ich?“

Diese Ausschnitte stammen aus unterschiedlichen Textfassungen und sind keine drei wortgleichen Übersetzungen derselben Replik. Auch die sprechenden Figuren und ihre Gesprächsstellen müssen im jeweiligen Text geprüft werden.

Arbeitsauftrag: Markiere in der lateinischen Frage ego und sum. Finde in den französischen und deutschen Ausschnitten die Wörter, die sich auf das eigene Ich beziehen. Was haben alle drei Fassungen thematisch gemeinsam?

Original oder Übersetzung? Plautus schrieb Latein, Molière Französisch und Kleist Deutsch. Eine heutige deutsche Übersetzung des Plautus-Textes ist nicht dessen Original. Kleists deutsches Stück ist zugleich keine wortgetreue Übersetzung Molières.

Plautus, lateinischer Text bei Wikisource


Hören: Plautus in lateinischer Sprache

Datei:Prologus to Plautus Amphitruo.webm Gesprochener Prolog zu Plautus' „Amphitruo“. Gaius Annaeus Iacobus, Wikimedia Commons, CC BY 4.0.

Hörauftrag: Höre einen kurzen Ausschnitt. Welchen Unterschied bemerkst Du zwischen dem Klang des Lateinischen und Kleists deutscher Sprache?

Beachte: Du hörst den Prolog der antiken Plautus-Fassung, nicht eine Lesung von Kleists Drama.


Bildquelle: Der Mythos ist älter als das Drama

Antike Vasenmalerei mit Alkmene. Foto: ArchaiOptix, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Quellenkritik: Das Bild zeigt eine andere Episode der Alkmene-Sage. Es ist keine Illustration einer bestimmten Szene aus Kleists Drama.

Aufgabe: Erkläre, warum antike Bilder wertvoll sind, aber nicht beweisen, wie Kleist seine Figuren auf der Bühne darstellen wollte.


Theater sehen und vergleichen


Historische Inszenierung

„Amphitryon“-Aufführung in Freiburg, 1972. Foto: Willy Pragher / Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Freiburg W 134 Nr. 088960f, CC BY 4.0.

Aufgabe: Welche Mittel nutzt das Theater, um Figuren zu unterscheiden? Denke an Kleidung, Licht, Bewegung und Stimme.


Zwei Bühnenvideos

Nationaltheater Mannheim: „Amphitryon“, Inszenierung von Elmar Goerden

Staatstheater Kassel: „Amphitryon“ von Heinrich von Kleist, Inszenierung von Thomas Bockelmann

Vergleichsauftrag: Schau Dir beide Ausschnitte an. Wie wirken Kostüme, Körperhaltung und Bühne? Entscheide, welche Inszenierung die Unsicherheit der Figuren besser sichtbar macht. Begründe Deine Meinung.

Unterscheide: Der Dramentext stammt von Kleist. Kostüme, Bühnenbild, Schauspiel und Schnitt gehören zur jeweiligen Inszenierung.


Hilfen für das selbstständige Lesen


Hilfe 1: Leicht

Lies nur wenige Sätze auf einmal.

Frage Dich: Wer spricht? Wen meint die Figur? Was ist gerade passiert?

Schreibe schwierige Wörter in eine eigene Liste.


Hilfe 2: Standard

Ergänze eine kurze Tabelle mit Figur – Aussage – Wissen – Gefühl. Markiere eine Textstelle, die Deine Vermutung stützt.

Trenne dabei: Was steht wirklich im Text? Was schließe ich daraus?


Hilfe 3: Schwer

Untersuche, wie Sprache und Handlung zusammenwirken. Prüfe mindestens zwei mögliche Deutungen.

Vergleiche eine Stelle mit Molière oder Plautus. Notiere dabei die unterschiedlichen Sprachen, Ausgaben und Sprecher.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wer schrieb das Drama „Amphitryon“, das 1807 veröffentlicht wurde? (Heinrich von Kleist) (!Johann Wolfgang von Goethe) (!Friedrich Schiller) (!Jean Paul)




In welcher Sprache schrieb Kleist sein Drama? (Deutsch) (!Latein) (!Französisch) (!Griechisch)




Welche Gestalt nimmt Jupiter an? (Die Gestalt Amphitryons) (!Die Gestalt des Sosias) (!Die Gestalt des Merkur) (!Die Gestalt eines Feldherrn namens Labdakus)




Wer erscheint als Doppelgänger des Sosias? (Merkur) (!Jupiter) (!Amphitryon) (!Herkules)




Welche Figur wird durch Jupiters Verwandlung getäuscht? (Alkmene) (!Charis) (!Molière) (!Juno)




Was steht auf dem Diadem statt des erwarteten Buchstabens A? (J) (!B) (!M) (!S)




Mit welchem Wort endet Alkmenes Rede im Drama? (Ach) (!Nein) (!Liebe) (!Lebwohl)




In welcher Sprache schrieb Molière seine Fassung von „Amphitryon“? (Französisch) (!Deutsch) (!Latein) (!Englisch)




Welche Autoren stehen besonders im Mittelpunkt der Weimarer Klassik? (Goethe und Schiller) (!Kleist und Jean Paul) (!Plautus und Molière) (!Merkur und Jupiter)




Was ist eine Interpretation einer Textstelle? (Eine begründete Erklärung ihrer möglichen Bedeutung) (!Eine erfundene Rede einer Figur) (!Eine unveränderte Abschrift des ganzen Werks) (!Eine Angabe zur Buchauflage)





Memory

Alkmene Frau des Feldherrn Amphitryon
Merkur Göttlicher Doppelgänger des Sosias
Jupiter Göttlicher Doppelgänger des Amphitryon
Sosias Diener des Feldherrn
Charis Frau des Dieners
Diadem Schmuckstück mit rätselhaftem Zeichen
Plautus Lateinischer Dramatiker
Molière Französischer Komödienautor





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Erklärung
Originaltext Wortlaut des Werks in seiner ursprünglichen Sprache
Interpretation Begründete Deutung einer Textstelle
Inszenierung Künstlerische Umsetzung eines Theaterstücks
Doppelgänger Zum Verwechseln ähnliche Gestalt
Dialog Gespräch zwischen Figuren
Textbeleg Nachweis aus einer konkreten Stelle des Werks





Kreuzworträtsel

Alkmene Wie heißt die Frau des Feldherrn Amphitryon?
Merkur Welcher Gott erscheint als Sosias?
Jupiter Welcher Gott täuscht Alkmene?
Sosias Wie heißt Amphitryons Diener?
Diadem Welches Schmuckstück trägt das rätselhafte Zeichen?
Kleist Welcher Nachname gehört zum Autor des deutschen Dramas?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Heinrich von Kleists Drama heißt

.
Das Werk erschien erstmals im Jahr

.
Der Gott

tritt in der Gestalt des Feldherrn auf.
Sein Helfer heißt

.
Der Diener des Feldherrn trägt den Namen

.
Die Frau des Feldherrn heißt

.
Auf dem Diadem steht der Buchstabe

.
Kleist bearbeitete ein französisches Stück von

.
Die ältere römische Fassung stammt von

.
Das letzte gesprochene Wort des Stücks lautet

.




Offene Aufgaben

Wähle zuerst eine der drei Projektstufen. Zu jeder Stufe gehören vier kurze Arbeitsaufträge. Du kannst allein oder mit anderen arbeiten.


Leicht: Figuren und Handlung verstehen

  1. Figurenkonstellation: Zeichne eine Übersicht der sechs wichtigsten Figuren. Zeige mit Pfeilen, wer wessen Gestalt annimmt.
  2. Inhaltsangabe: Erzähle die Handlung der drei Akte in sechs einfachen Sätzen.
  3. Szenisches Lesen: Lest I,2 zu zweit mit verteilten Rollen. Überlegt, wann Sosias verwirrt oder eingeschüchtert wirkt.
  4. Bildbeschreibung: Wähle ein historisches Theaterfoto aus diesem Kurs. Beschreibe zuerst fünf sichtbare Details und erkläre danach Deine Vermutung zur Szene.


Standard: Text und Bühne untersuchen

  1. Textanalyse: Suche in I,2 drei Fragen oder Ausrufe. Erkläre ihre Wirkung und nenne die Stelle.
  2. Symbol: Untersuche in II,4 das Diadem. Gestalte eine kleine Zeichnung mit einer schriftlichen Erklärung seiner Bedeutung.
  3. Figurencharakterisierung: Verfasse einen Tagebucheintrag aus Alkmenes Sicht nach ihrer Entdeckung in II,4. Ergänze anschließend zwei echte Textbelege, die Deine Gestaltung stützen.
  4. Theatervergleich: Vergleiche zwei Videos. Erstelle eine Tabelle zu Bühne, Kostümen und Wirkung.


Schwer: Kritisch deuten und vergleichen

  1. Dramenanalyse: Entwickle zwei Deutungen von Alkmenes letztem „Ach!“. Prüfe beide am Schluss des Dramas.
  2. Literaturvergleich: Vergleiche die Frage nach dem eigenen Ich bei Plautus, Molière und Kleist. Unterscheide Originalsprache, Textfassung und eigene Deutung.
  3. Literaturgeschichte: Begründe anhand einer Textstelle, warum Kleists Werk nicht einfach als typisches Drama der Weimarer Klassik eingeordnet werden sollte.
  4. Literarische Erörterung: Schreibe einen argumentierenden Text zur Frage, ob Jupiter seine Macht missbraucht. Beachte die Täuschung Alkmenes und stütze Dein Urteil auf mindestens drei genaue Textstellen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Perspektivwechsel: Erkläre die Doppelgänger-Situation einmal aus der Sicht von Sosias und einmal aus der Sicht Merkurs. Warum sind ihre Handlungsmöglichkeiten ungleich?
  2. Argumentation: Kann eine Person etwas sicher wissen, wenn alle sichtbaren Beweise dagegen sprechen? Verbinde Deine Antwort mit einer Szene des Dramas.
  3. Symbolanalyse: Erläutere, warum ein einzelner Buchstabe eine ganze Beziehung erschüttern kann.
  4. Medienvergleich: Eine Theaterinszenierung zeigt Jupiter als freundlichen Menschen. Eine andere stellt ihn bedrohlich dar. Welche Textstellen können die beiden Entscheidungen stützen?
  5. Epochenvergleich: Vergleiche Kleists Darstellung menschlicher Unsicherheit mit einem zentralen Gedanken der Weimarer Klassik. Vermeide die Behauptung, alle Autoren um 1800 hätten gleich geschrieben.
  6. Quellenkritik: Erläutere, warum ein historischer Buchdruck, eine modernisierte Textfassung und ein YouTube-Video nicht als dieselbe Quelle behandelt werden dürfen.


Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis gibst Du eine kurze Mappe oder digitale Präsentation ab.

Sie enthält:

  1. Eine selbst formulierte Inhaltsübersicht über alle drei Akte.
  2. Eine verständliche Figurenübersicht mit beiden Doppelgänger-Paaren.
  3. Drei überprüfbare Textstellen mit Akt, Szene und Angabe der benutzten Ausgabe.
  4. Eine Analyse von Sprache oder Symbolik an einer ausgewählten Szene.
  5. Zwei begründete Deutungen des Schlusses.
  6. Einen kurzen Vergleich mit Molière oder Plautus unter Angabe der Originalsprache.
  7. Eine Erklärung zur Literatur um 1800 und zu Kleists eigenständiger Position.
  8. Eine vollständige Quellenliste für verwendete Texte, Bilder und Videos.

Bewertungsschwerpunkte: Texttreue, nachvollziehbare Begründung, Unterscheidung von Beobachtung und Deutung sowie sorgfältiger Umgang mit Quellen.


OERs zum Thema

Frei zugängliche Texte und Informationen:

  1. MOOCwiki-Buchseite mit der vorhandenen Textausgabe
  2. Kleist digital – deutsche historische Textfassung
  3. Projekt Gutenberg – Amphitryon
  4. Wikisource – Molière auf Französisch
  5. Wikisource – Plautus auf Latein
  6. Kleist-Museum – Hintergrundinformationen

Wikipedia-Artikel zum Werk:


Quellen, Medienrechte und Namensnennung

Wikimedia-Commons-Medien:

  1. Kleist-Porträt: Peter Friedel, 1801; gemeinfrei.
  2. Molière-Porträt: Pierre Mignard; gemeinfrei.
  3. Goethe-Schiller-Denkmal: Foto Andreas Praefcke; CC0.
  4. Theaterfoto von 1963: Roger Pic; vom Urheber gemeinfrei freigegeben.
  5. Theaterfoto von 1972: Willy Pragher / Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Freiburg, W 134 Nr. 088960f; CC BY 4.0.
  6. Antike Vasenmalerei: Foto ArchaiOptix; CC BY-SA 4.0.
  7. Historischer Kleist-Druck von 1807: gemeinfrei.
  8. Historischer Molière-Druck von 1668: gemeinfrei.
  9. Lateinische Prologaufnahme: Gaius Annaeus Iacobus; CC BY 4.0.

YouTube-Videos:

  1. Michael Sommer – „Amphitryon“: Sommers Weltliteratur to go.
  2. Nationaltheater Mannheim – „Amphitryon“: Theatertrailer zur Inszenierung von Elmar Goerden.
  3. Staatstheater Kassel – „Amphitryon“: Bühnenvideo zur Inszenierung von Thomas Bockelmann; Video Philipp Rosendahl.

Die YouTube-Videos werden über die jeweiligen Plattformlinks eingebunden. Eine freie Creative-Commons-Lizenz wird für diese drei Videos nicht behauptet. Für eine Weiterverwendung gelten die jeweiligen Rechtebedingungen.

Textnachweise: Die drei kurzen Kleist-Zitate und ihre Szenenzuordnung wurden mit Kleist digital abgeglichen. Die lateinischen und französischen Beispiele stammen aus den oben verlinkten Originalsprachfassungen. Eigene Erklärungen und Deutungsfragen sind keine Zitate.

Hinweis: Die Bilddateien sind mit ihren dokumentierten Rechten genannt. Es wurden keine neuen Bilder, Tonaufnahmen oder Animationen erzeugt.


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