Kernfluch - Petöfi, Sándor - Gedichtanalyse
Einleitung
Kernfluch - Petöfi, Sándor - Gedichtanalyse
Fach: Deutsch
Klassenstufe: 9–10
Thema: Gedichte verstehen, Gefühle erkennen und Sprache untersuchen
Textgrundlage: Sándor Petőfi, Kernfluch, deutsche Übersetzung von Ignaz Schnitzer
Umfang: 12 Verse
Lernzeit: etwa 60–90 Minuten
In diesem aiMOOC lernst Du das Gedicht Kernfluch kennen.
Es handelt von einem Menschen, der sehr wütend ist. Er leidet unter seinem Leben und möchte seine Wut loswerden. Statt zu weinen, will er fluchen.
Du lernst, wie ein Gedicht Gefühle mit Bildern, Vergleichen und Reimen ausdrückt.
Deine Lernziele:
- Lyrisches Ich: Du unterscheidest die Stimme im Gedicht vom Autor.
- Gedichtanalyse: Du erklärst Inhalt, Sprache und Reime.
- Textbeleg: Du begründest Deine Aussagen mit Versangaben.
- Interpretation: Du entwickelst eine eigene Deutung.

Sándor Petőfi auf einer Lithografie von Miklós Barabás aus dem Jahr 1848. Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Der Dichter und seine Zeit
Sándor Petőfi (1823–1849) war ein ungarischer Dichter.
Er schrieb über Liebe, Freiheit, Alltag und starke Gefühle. Später beteiligte er sich an der ungarischen Revolution von 1848.
Das Gedicht, das wir untersuchen, entstand bereits 1843. Es gehört damit zu seinen frühen Gedichten.
Der ungarische Originaltitel lautet Lánggal égő teremtette….
Die hier verwendete deutsche Fassung trägt den Titel Kernfluch.
Wichtig: Petőfi schrieb das ungarische Original. Ignaz Schnitzer übersetzte es ins Deutsche. Deshalb stammen die deutschen Formulierungen der untersuchten Fassung von Schnitzer.
Die historische Ausgabe, auf die sich die TextGrid-Digitalisierung bezieht, wird mit Leipzig 1910 angegeben. Das ist nicht das Entstehungsjahr des Gedichts.
Hörbeispiel: So klingt der Name des Dichters auf Ungarisch.
Audio: Teemeah, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Dies ist eine Namensaussprache, keine Gedichtlesung.
Die historische Textgrundlage
Quellfassung: Die deutsche Übersetzung
Sándor Petőfi: Kernfluch
Übersetzung: Ignaz Schnitzer
Historische Textfassung: Nach der in TextGrid mit Leipzig 1910 verzeichneten Ausgabe.
Beginn des Gedichts:
Da fahre des Blitzes Flamme drein,
Der vollständige historische Text umfasst 12 Verse.
Lies hier die vollständige Quellfassung:
Kernfluch bei Zeno.org – historische deutsche Fassung
Kernfluch im TextGrid Repository – digitalisierte Textfassung
Arbeitsauftrag:
Öffne die Quellfassung. Lies alle zwölf Verse und nummeriere sie von 1 bis 12.
Achte auf Wörter, die Du heute kaum noch benutzt.
Hilfe: Beginne mit den Begriffen Verdruß, jäh, Flenne und kraus.
Lesefassung: Einfach erklärt
Die folgende Fassung erklärt den Inhalt der zwölf Verse in einfachen Worten.
Achtung: Sie ist eine moderne sinngemäße Umschreibung für diesen aiMOOC. Sie ist weder Petőfis Original noch Schnitzers Übersetzung.
| Verse | Inhalt in einfacher Sprache |
|---|---|
| 1–4 | Die sprechende Person ist sehr wütend. Sie spürt die Wut im ganzen Körper. Ihre Gefühle sind unruhig und heftig. Sie vergleicht sich mit einem großen, aufgewühlten See. |
| 5–8 | Das Leben erscheint ihr schwer. Sie erlebt viel Ärger und Schmerz. Sie stellt sich vor, sie könnte wie ein Mädchen weinen. Dabei benutzt sie ein altes Rollenbild. |
| 9–12 | Die Person möchte nicht weinen. Andere dürfen das tun. Sie entscheidet sich stattdessen für einen Fluch. Damit will sie ihre Wut herauslassen. |
Merksatz: Die Stimme im Gedicht empfindet starke Wut. Sie versucht, mit Worten darauf zu reagieren.
Schwierige Wörter
| Wort | Einfache Erklärung |
|---|---|
| Verdruß | Ärger oder schlechte Laune |
| jäh | plötzlich und heftig |
| Mark und Bein | der ganze Körper; etwas wird sehr stark empfunden |
| blaß | blass; mit wenig Farbe im Gesicht |
| Flenne | umgangssprachliche Form von weinen |
| kraus | hier etwa wild oder ungewöhnlich |
| Plattensee | deutscher Name des Balaton in Ungarn |
Lesehilfe: Manche Wörter sind heute anders geschrieben. Die historische Schreibweise bleibt in der Quellfassung erhalten.
Gedichtanalyse
Was passiert im Gedicht?
Der Text lässt sich in drei Sinnabschnitte gliedern.
Verse 1–4: Die Wut wird sehr stark. Die Stimme verwendet Bilder von Feuer und Wasser.
Verse 5–8: Die sprechende Person beklagt ihr schweres Leben. Sie denkt über das Weinen nach.
Verse 9–12: Sie lehnt das Weinen für sich ab. Sie will ihren Zorn durch Fluchen loswerden.
Deutung: Das Gedicht könnte zeigen, wie ein Mensch versucht, seine Gefühle durch Sprache zu beherrschen.
Das ist eine mögliche Interpretation, keine sichere Aussage über Petőfis persönliche Gefühle.
Wer spricht im Gedicht?
Die Stimme, die im Gedicht von sich spricht, heißt Lyrisches Ich.
Es ist nicht automatisch der Dichter selbst.
Unterscheide drei Ebenen:
- Sándor Petőfi: Er schrieb das ungarische Gedicht.
- Ignaz Schnitzer: Er übersetzte es ins Deutsche.
- Lyrisches Ich: Es spricht innerhalb des Gedichts.
Hilfe zum Schreiben:
„Das lyrische Ich wirkt ..., weil es in Vers ... von ... spricht.“
So beschreibst Du die Textstimme, ohne Petőfi eine bestimmte persönliche Erfahrung zu unterstellen.
Sprachbild: Der Blitz

Blitzanimation aus Duisburg. DocWoelle, Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Ein Blitz ist plötzlich, hell und heftig.
Im Gedicht passt dieses Bild zur großen Wut der Stimme.
Mögliche Wirkung: Die Leserinnen und Leser können sich die Wut wie einen plötzlichen Ausbruch vorstellen.
Höre nun einen echten Donner:
Tonaufnahme: Bidgee, Wikimedia Commons, CC BY 3.0.
Höraufgabe: Welche drei Wörter passen zum Donner? Vergleiche sie mit der Stimmung des Gedichts.
Hilfe: laut – plötzlich – bedrohlich – sanft – ruhig.
Sprachbild: Der Plattensee

Der Balaton bei Tihany. Takkk, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Der Balaton heißt auf Deutsch Plattensee.
Er ist ein großer See in Ungarn.
Das lyrische Ich vergleicht seine innere Unruhe mit diesem See.
Die Aussage ist ein Vergleich, denn die Stimme stellt eine Ähnlichkeit her.
Der See kann ruhig sein. Bei Wind kann seine Oberfläche stark bewegt werden.
Deutung: Der Vergleich lässt die Wut groß, unruhig und schwer kontrollierbar erscheinen.

Panorama der Balaton-Region. BeOCeKa, Wikimedia Commons, CC0 1.0.
Bildaufgabe: Beschreibe zuerst das ruhige Wasser. Stelle Dir anschließend einen Sturm vor. Erkläre, warum der See als Vergleich für Wut geeignet ist.
Die Fotos zeigen den wirklichen Balaton. Sie zeigen nicht das Wetter zur Entstehungszeit des Gedichts.
Gefühle und Gegensätze
Im Gedicht stehen zwei Reaktionen gegenüber:
Weinen und Fluchen.
Die Stimme stellt das Weinen als etwas dar, das nicht zu ihrer Haltung passt.
Sie entscheidet sich für einen sprachlichen Ausbruch.
Wichtig: In den Versen 7 und 8 kommt ein überholtes Rollenbild vor: Mädchen werden mit häufigem Weinen verbunden.
Das ist eine Vorstellung innerhalb des historischen Textes. Sie beschreibt keine allgemeine Wahrheit.
Menschen aller Geschlechter können weinen, wütend sein und ihre Gefühle ausdrücken.
Denkfrage: Ist das Fluchen im Gedicht ein Zeichen von Stärke oder von Hilflosigkeit? Beide Antworten können begründet werden.
Aufbau und Reime
Die deutsche Fassung hat 12 Verse.
Je zwei aufeinanderfolgende Verse reimen sich.
Diese Reimform nennt man Paarreim.
Das Reimschema lautet:
aabbccddeeff
Beispiel: Die Endwörter der Verse 1 und 2 bilden ein Reimpaar.
Mögliche Wirkung: Die regelmäßigen Reime geben dem heftigen Gefühlsausbruch eine feste sprachliche Form.
Das ist eine Interpretation. Andere Wirkungen sind ebenfalls denkbar, wenn Du sie begründest.
Sprachliche Mittel erkennen
| Mittel | Beispiel im Gedicht | Mögliche Wirkung |
|---|---|---|
| Vergleich | Der See in Vers 4 | Die Wut wirkt riesig und bewegt. |
| Metapher | Der brennende Zorn in Vers 2 | Das Gefühl erscheint körperlich und stark. |
| Übertreibung | Das Leiden in den Versen 5 und 6 | Die Belastung wirkt besonders groß. |
| Gegensatz | Weinen und Fluchen | Zwei unterschiedliche Reaktionen werden sichtbar. |
| Paarreim | Die Reimpaare im ganzen Gedicht | Die Sprache klingt geschlossen und einprägsam. |
Merksatz: Nenne nicht nur ein sprachliches Mittel. Erkläre auch, wie es wirkt.
Video: Wie funktioniert eine Metapher?
Die Merkhilfe: Erklärung der Metapher. Das Video behandelt ein allgemeines Stilmittel, nicht speziell Kernfluch.
So schreibst Du eine kurze Gedichtanalyse
Eine gute Analyse braucht drei Schritte:
Beobachtung → Textbeleg → Deutung
Beispiel:
In Vers 4 vergleicht sich das lyrische Ich mit dem Plattensee. Dadurch könnte die große innere Unruhe deutlich werden.
Satzanfänge:
- Beobachtung: „In Vers ... fällt auf, dass ...“
- Textbeleg: „Das erkennt man an der Formulierung in Vers ...“
- Deutung: „Dadurch wirkt die Stimme ...“
Video: Eine Gedichtanalyse schreiben
Lernvideo zur linearen und aspektorientierten Gedichtanalyse. Quelle: YouTube, Die Merkhilfe.
Aufgabe zum Video: Schreibe drei Hinweise auf, die Dir bei Deiner eigenen Analyse helfen.
Interaktive Aufgaben
Die folgenden Quizfragen prüfen wichtige Lernpunkte. Die Schreibaufgaben weiter unten haben dagegen keine automatische Bewertung.
Quiz: Teste Dein Wissen
Zitiergestütztes Lesequiz
Lies zuerst die vollständige Quellfassung bei Zeno.org oder TextGrid. Beachte die Versangaben. Kurze Zitate beziehen sich auf Schnitzers historische Übersetzung.
Was zeigt das Gewitterbild in Vers 1? (Die Heftigkeit des Zorns) (!Die Freude über schönes Wetter) (!Die Ruhe nach einem Streit) (!Die Reise durch Ungarn)
Welches Gefühl steht in Vers 2 besonders im Mittelpunkt? (Starke Wut) (!Große Freude) (!Neugier auf die Zukunft) (!Liebe zur Natur)
Welche Bedeutung hat der Vergleich „Als wäre ich der Plattensee!“ in Vers 4? (Die Stimme stellt ihre innere Unruhe dar) (!Die Stimme beschreibt einen Badeurlaub) (!Die Stimme erklärt eine Naturregel) (!Die Stimme berichtet über eine Schifffahrt)
Welche Gefühle werden in den Versen 5 und 6 zusätzlich deutlich? (Leid und Schmerz) (!Neugier und Vorfreude) (!Stolz und Zufriedenheit) (!Liebe und Vertrauen)
Welches Rollenbild verwenden die Verse 7 und 8? (Mädchen werden mit Weinen verbunden) (!Mädchen dürfen keine Gefühle zeigen) (!Alle Menschen müssen weinen) (!Nur Jungen können traurig sein)
Was bedeutet „Weinen nicht mein Brot“ in Vers 9 sinngemäß? (Weinen passt nicht zur Haltung der Stimme) (!Die Stimme braucht etwas zu essen) (!Weinen ist körperlich unmöglich) (!Die Stimme verkauft Brot)
Was möchte das lyrische Ich am Ende des Gedichts erreichen? (Seinen Zorn durch Fluchen loswerden) (!In ein anderes Land reisen) (!Einen neuen Beruf beginnen) (!Den Plattensee verlassen)
Welche Reimform prägt die deutsche Fassung? (Paarreim) (!Kreuzreim) (!Umarmender Reim) (!Reimlose Verse)
Wer ist für den Wortlaut der deutschen Übersetzung verantwortlich? (Ignaz Schnitzer) (!Johann Wolfgang von Goethe) (!Friedrich Schiller) (!Heinrich Heine)
Welche Aussage ist bei einer Gedichtinterpretation richtig? (Die lyrische Stimme darf nicht einfach mit dem Autor gleichgesetzt werden) (!Jedes lyrische Ich ist nachweislich der Autor) (!Eine Interpretation braucht keine Textbelege) (!Jedes Gedicht besitzt nur eine mögliche Deutung)
Memory
Finde die passenden Paare.
| Sándor Petőfi | Verfasser des ungarischen Originals |
| Ignaz Schnitzer | Übersetzer der deutschen Fassung |
| Plattensee | Großer See in Ungarn |
| Blitz | Bild eines plötzlichen Ausbruchs |
| Paarreim | Klangähnlichkeit benachbarter Versenden |
| Lyrisches Ich | Sprechende Stimme innerhalb des Gedichts |
| Fluch | Heftiger sprachlicher Ausbruch |
Drag and Drop
Ordne die Begriffe zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Blitz | Bild für plötzliche Heftigkeit |
| Balaton | Geografischer Bezug des Vergleichs |
| Lyrisches Ich | Sprecherrolle im Gedicht |
| Fluchen | Sprachlicher Ausdruck von Wut |
| Paarreim | Reimform benachbarter Verse |
| Übersetzung | Übertragung in eine andere Sprache |
Kreuzworträtsel
| Schnitzer | Wie lautet der Nachname des deutschen Übersetzers? |
| Balaton | Wie heißt der Plattensee auf Ungarisch? |
| Paarreim | Wie heißt die Reimform aus zwei benachbarten reimenden Versen? |
| Blitz | Welches Naturereignis erscheint gleich am Gedichtanfang? |
| Weinen | Welche Gefühlsreaktion lehnt die Stimme für sich ab? |
| Fluch | Mit welchem sprachlichen Ausbruch endet das Gedicht? |
LearningApps
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Lückentext
Offene Aufgaben
Diese Aufgaben werden nicht automatisch bewertet.
Du kannst allein oder mit anderen arbeiten. Nutze immer wieder den Originaltext.
Leicht
- Gefühle: Markiere im Gedicht drei Stellen, die Wut oder Leid zeigen. Schreibe zu jeder Stelle ein passendes Gefühl.
- Wortschatz: Erstelle fünf kleine Wortkarten zu schwierigen Wörtern. Schreibe auf die Rückseite eine einfache Erklärung.
- Vorlesen: Lies das Gedicht laut vor. Betone die Stellen, an denen die Wut besonders deutlich wird. Begründe Deine Betonung.
- Bildbeschreibung: Sieh Dir das Foto vom Balaton an. Beschreibe den See in drei Sätzen und vergleiche ihn mit dem Bild im Gedicht.
Hilfe für Leicht:
Beginne mit den Verben fühlen, wirken, vergleichen.
Du kannst auch den Satzanfang nutzen: „In Vers ... wirkt die Stimme ...“
Standard
- Gedichtanalyse: Schreibe eine kurze Analyse mit Einleitung, Hauptteil und Schluss. Nutze mindestens zwei Versbelege.
- Metapher: Untersuche die Bilder von Feuer und Wasser. Erkläre, weshalb beide zum Thema Wut passen.
- Kreatives Schreiben: Verfasse ein eigenes Gedicht aus acht Versen über ein starkes Gefühl. Verwende mindestens zwei Paarreime.
- Perspektivwechsel: Schreibe einen inneren Monolog einer Person, die dem lyrischen Ich zuhört. Wie könnte sie auf dessen Wut reagieren?
Hilfe für Standard:
Arbeite mit dem Schema:
Beobachtung → Beleg → Wirkung
Schreibe pro Absatz nur einen Gedanken.
Schwer
- Interpretation: Prüfe, ob die Stimme am Ende selbstbewusst oder hilflos wirkt. Formuliere zwei mögliche Deutungen mit Textbelegen.
- Geschlechterrolle: Untersuche das Mädchenbild in den Versen 7 und 8. Vergleiche es mit heutigen Vorstellungen vom Umgang mit Gefühlen. Schreibe einen kurzen Kommentar.
- Übersetzungsvergleich: Vergleiche den Anfang der deutschen Fassung mit dem ungarischen Original. Untersuche mithilfe einer zuverlässigen Übersetzung oder sprachkundiger Unterstützung, wie die beiden Versionen den Gefühlsausbruch gestalten. Unterscheide Beobachtung und Vermutung.
- Medienprojekt: Entwirf ein Konzept für ein kurzes Video über das Gedicht. Beschreibe, welche bereits frei lizenzierten Bilder und Tonaufnahmen Du verwenden würdest. Gib Quellen und Lizenzen an.
Hilfe für Schwer:
Nutze die Formulierungen:
„Eine mögliche Deutung ist ...“
„Für diese Deutung spricht Vers ...“
„Dagegen lässt sich einwenden ...“
„Die Übersetzung unterscheidet sich möglicherweise ..., weil ...“


Lernkontrolle
Bearbeite die Aufgaben schriftlich. Deine Lehrkraft kann sie mit Dir besprechen. Im Mittelpunkt stehen Verstehen und Begründen.
- Gefühlsausdruck: Erkläre, wie die Naturbilder die starken Gefühle der Stimme sichtbar machen. Verwende mindestens zwei Versangaben.
- Form und Inhalt: Beschreibe, wie der regelmäßige Paarreim und die heftige Sprache zusammenwirken können.
- Lyrisches Ich: Begründe, warum die Aussagen der Stimme keine sicheren Informationen über Petőfis Privatleben sind.
- Historischer Kontext: Erkläre, warum das Mädchenbild aus dem Gedicht heute kritisch betrachtet werden kann.
- Konfliktlösung: Vergleiche die Reaktion der Stimme mit zwei anderen Möglichkeiten, Wut auszudrücken. Welche Folgen könnten diese haben?
- Übersetzung: Erkläre, weshalb es wichtig ist, bei einer Analyse der deutschen Wortwahl den Übersetzer zu nennen.
Bewertungshinweis: Gute Antworten enthalten eigene Gedanken, passende Beispiele und nachvollziehbare Textbelege. Es gibt bei offenen Interpretationen nicht immer nur eine einzige richtige Antwort.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis solltest Du Folgendes können:
- Den Inhalt des Gedichts in drei bis fünf eigenen Sätzen zusammenfassen.
- Die zwölf Verse und den Paarreim erkennen.
- Das lyrische Ich vom Autor unterscheiden.
- Die Rolle des deutschen Übersetzers erklären.
- Mindestens zwei sprachliche Bilder beschreiben und deuten.
- Textstellen mit korrekter Versangabe belegen.
- Eine begründete Deutung formulieren.
- Das historische Geschlechterbild kritisch einordnen.
- Eine kurze, verständliche Gedichtanalyse schreiben.
Möglicher Lernnachweis:
Schreibe eine Gedichtanalyse von ungefähr 200 bis 300 Wörtern.
Eine Einleitung nennt Titel, Autor, Übersetzer und Thema. Im Hauptteil erklärst Du Inhalt, Reime und sprachliche Bilder. Im Schluss formulierst Du Deine eigene begründete Deutung.
Selbstkontrolle: Unterstreiche jeden Textbeleg. Prüfe dann, ob Du auch seine Wirkung erklärt hast.
OERs zum Thema
Historische Textquellen
Deutsche Quellfassung:
Text und Editionsangaben:
TextGrid Repository – Kernfluch
TextGrid – Gedichte 1842–1843, Ausgabe Leipzig 1910
Das TextGrid Repository nennt Ignaz Schnitzer als Übersetzer. Die Digitalisierung wurde 2012 veröffentlicht. Die Metadaten und Annotationen stehen unter einer eigenen Lizenz, die gemeinfreien historischen Texte sind davon zu unterscheiden.
Ungarischer Originaltext:
Ungarische Elektronische Bibliothek – Gedichte von 1843
Suche dort den Titel Lánggal égő teremtette….
Diese Quelle dient dazu, das ungarische Original vom deutschen Text zu unterscheiden.
Wikipedia: Sándor Petőfi
Für das einzelne Gedicht wird hier kein eigenständiger deutschsprachiger Wikipedia-Artikel vorausgesetzt. Der folgende Artikel behandelt den Dichter und seinen historischen Hintergrund.
Historisches Dokument

Historisches Manuskript von Petőfis Gedicht Csatadal aus dem Jahr 1848. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Achtung: Das Bild zeigt nicht das Manuskript von Kernfluch. Es veranschaulicht lediglich ein anderes handschriftliches Werk Petőfis.
Quellenaufgabe: Erkläre, warum ein Manuskript, eine gedruckte Übersetzung und eine moderne Inhaltsangabe drei unterschiedliche Arten von Textquellen sind.
Weitere Animation und Videovertiefung

Blitzfolge von Alaa Najjar, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Betrachtungsaufgabe: Beschreibe, wie plötzlich sich die Helligkeit ändert. Überlege, warum solche Bilder zu einem wütenden Ausruf passen.
Zusätzlicher Videokurs: Lyrik verstehen
MOOCit The Monkey Dance: Lyrik verstehen – Systematische Gedichtanalyse im Dialog (2026). Vertiefung zu allgemeinen Analysemethoden, keine gesonderte Lesung von Kernfluch.
Mediennachweise und Nutzungsrechte
Alle hier eingebundenen Commons-Dateien wurden anhand ihrer Dateibeschreibungsseiten geprüft. Die folgenden Angaben gelten für die unveränderten eingebundenen Dateien.
| Medium | Urheber beziehungsweise Quelle | Lizenz |
|---|---|---|
| Porträt von Petőfi | Miklós Barabás, 1848 | Gemeinfrei |
| Aussprache des Namens | Teemeah | CC BY-SA 4.0 |
| Blitzanimation | DocWoelle | Gemeinfrei |
| Donneraufnahme | Bidgee | CC BY 3.0 |
| Balaton-Foto | Takkk | CC BY-SA 3.0 |
| Balaton-Panorama | BeOCeKa | CC0 1.0 |
| Historisches Manuskript | Sándor Petőfi | Gemeinfrei |
| Zweite Blitzanimation | Alaa Najjar | CC BY-SA 3.0 |
Rechtehinweis: Die Namensnennung und die jeweilige Lizenz sind bei einer Weiterverwendung zu beachten. Bei Veränderungen können zusätzliche Bedingungen gelten. Für gemeinfreie Werke ist keine urheberrechtliche Namensnennung vorgeschrieben; die Quellenangabe bleibt wissenschaftlich sinnvoll.
Die YouTube-Videos stammen von den jeweils genannten Kanälen. Die Einbettung bedeutet nicht, dass ihre Inhalte unter einer freien Lizenz stehen. Ein eigenständiger Download oder eine Wiederveröffentlichung ist damit nicht erlaubt.
Medienstand: Recherche und Rechteprüfung im Oktober 2026. Verfügbarkeit und Lizenzangaben können auf den externen Plattformen erneut kontrolliert werden.
Verknüpfte Lernbereiche
Zusammenfassung
Kernfluch ist ein kurzes Gedicht über starke Wut.
Die lyrische Stimme klagt über ihr schweres Leben. Sie beschreibt ihre Wut mit Bildern aus der Natur. Schließlich entscheidet sie sich, ihren Ärger durch Fluchen auszudrücken.
Die deutsche Fassung hat zwölf Verse und verwendet Paarreime.
Für Deine Analyse sind drei Dinge besonders wichtig: genau lesen, mit Versen belegen und vorsichtig deuten.
Der Text stammt ursprünglich von Sándor Petőfi und wurde von Ignaz Schnitzer ins Deutsche übertragen. Die Gefühle der lyrischen Stimme dürfen nicht ohne Weiteres als persönliche Gefühle des Dichters behandelt werden.
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