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Isenheimer Altar - Kunst

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Isenheimer Altar - Kunst

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Einleitung

Isenheimer Altar - Kunst

Leitfrage: Wie unterscheiden sich Leid und Hoffnung in den verschiedenen Ansichten des Isenheimer Altars?

Zielgruppe: Klasse 7–13, mit Aufgaben auf G-, M- und E-Niveau.

Der Isenheimer Altar ist ein Wandelaltar: Seine Flügel ließen sich öffnen und zeigten unterschiedliche Bilder. Er verbindet Malerei und Holzschnitzerei. Heute befindet sich das Original im Musée Unterlinden in Colmar.

Dein Einstieg: Betrachte die Bilder zunächst ohne Erklärung. Welche Ansicht wirkt traurig, welche hoffnungsvoll? Nenne jeweils zwei sichtbare Gründe.

Bildhinweis: Die Kreuzigung zeigt körperliches Leiden sehr deutlich. Du kannst zunächst mit den anderen Ansichten beginnen.

Fotografie eines Teils des Originals im Museum, beschnittener Bildausschnitt. Die Aufnahme zeigt nicht den vollständig zusammengebauten historischen Wandelaltar.

Zurück zur Präsentation „Kunst-Welt“, Werk 044 – Zum Lernpaket „100 Kunstwerke - Eine Reise durch die Kunst“


Das Wichtigste auf einen Blick

Gesicherte Angaben: Die Gemälde werden Matthias Grünewald zugeschrieben. Der geschnitzte Schrein wird Niklaus von Hagenau zugeschrieben. Das Musée Unterlinden datiert das Altarensemble auf etwa 1512–1516. Das Schnitzwerk wird in der Forschung teilweise früher angesetzt; sein genauer Entstehungszeitraum ist nicht einheitlich geklärt.

Material und Technik: Auf Holztafeln wurde mit Öl- und Temperafarben gemalt. Im Inneren befinden sich geschnitzte, bemalte und vergoldete Holzfiguren. Der Altar gehört zur Kunst der frühen Neuzeit und wird der nördlichen Renaissance zugeordnet. Er enthält zugleich deutliche spätgotische Gestaltungselemente.

Historischer Ort: Der Altar entstand für die Kirche der Antoniter in Isenheim im heutigen Frankreich. Der Orden pflegte Menschen mit schweren Krankheiten, darunter dem sogenannten Antoniusfeuer. Diese Erkrankung konnte durch den Verzehr von mit Mutterkorn belastetem Getreide entstehen.

Wichtig für die Bildanalyse: Unterscheide immer:

  1. Beobachtung: Was kannst Du wirklich sehen?
  2. Historischer Fakt: Was ist durch Quellen belegt?
  3. Deutung: Was könnte das Bild bedeuten, und welche sichtbaren Merkmale stützen Deine Aussage?

Quelle: Musée Unterlinden: Isenheimer Altar.


Drei Ansichten – drei unterschiedliche Wirkungen


Interaktive Bildbetrachtung: Öffne den Altar

Wechsle in der folgenden Bildfolge zwischen den drei Schauseiten. Klicke auf die Fotos, um Details zu vergrößern.

Achtung bei Dateinamen: Die englischen Commons-Dateien heißen „FIRST“, „SECOND“ und „THIRD OPENING“. Für diesen Kurs zählt die sichtbare Bildfolge: geschlossen, erste Öffnung, vollständig geöffnet. Die Fotografien zeigen Museumspräsentationen beziehungsweise einzelne Zustände des Originals, keine historische Filmaufnahme.

Bilddetektiv: Suche in jeder Ansicht eine dunkle Fläche, eine helle Fläche und eine auffällige Körperhaltung. Wie verändern sich ihre Wirkungen?

Beobachtungshilfe einblenden: In der geschlossenen Ansicht fällt der leidende Körper Christi vor dunklem Grund auf. In der zweiten Ansicht erscheinen starke Lichtwirkungen und hellere Farben. Im geöffneten Schrein treten dreidimensionale Figuren und Goldflächen hervor.


Ansicht 1: Leid – der geschlossene Altar

Beobachtung: Der Körper von Jesus hängt schwer am Kreuz. Die Hände sind verkrampft, die Haut ist von Verletzungen gezeichnet. Der Hintergrund ist dunkel. Links trauern Maria, Johannes und Maria Magdalena. Rechts weist Johannes der Täufer auf Christus. Auf den Seitenflügeln stehen die Heiligen Sebastian und Antonius. Unten ist die Beweinung Christi dargestellt.

Form und Komposition: Das Kreuz bildet die starke Mittelachse. Gegensätze prägen das Bild: helles Fleisch gegen dunklen Hintergrund, aufrechte Figuren gegen zusammensinkende Körper, Ruhe gegen Schmerz.

Historischer Fakt: Der Altar stand in einer Kirche, die mit der Pflege Kranker verbunden war.

Begründete Deutung: Kranke Betrachter konnten im verletzten Körper Christi möglicherweise ihr eigenes Leiden wiedererkennen. Dies ist eine kunsthistorische Interpretation, keine nachweisbare Reaktion jeder damaligen Person.

Bilddetails:

Vergleichsimpuls: Welche Figur zeigt Trauer durch ihre Körperhaltung am deutlichsten? Begründe Deine Antwort, statt nur „traurig“ zu schreiben.

Für die Oberstufe: Johannes der Täufer wird in dieser Kreuzigung symbolisch gezeigt, obwohl er zur Zeit der Kreuzigung bereits tot gewesen sein soll. Das Bild ist damit keine dokumentarische Wiedergabe eines historischen Augenblicks, sondern eine religiös-symbolische Komposition.


Ansicht 2: Hoffnung – Geburt und Auferstehung

Beobachtung: Links erscheint der Engel Gabriel bei Maria. In der Mitte siehst Du Engel, Maria und das Kind. Rechts steigt Christus bei der Auferstehung aus dem Grab empor. Strahlendes Licht, kräftiges Rot und warme Farbübergänge prägen diese Ansicht.

Form und Komposition: Während der Christus der Kreuzigung nach unten hängt, bewegt sich die Auferstehungsfigur nach oben. Der Lichtkreis zieht den Blick an. Große Farbkontraste erzeugen einen beinahe überirdischen Eindruck.

Historischer Fakt: Diese Ansicht gehörte zum Wandelprogramm des Altars und wurde durch das Öffnen der Flügel sichtbar.

Begründete Deutung: Die Szenen lassen sich als Hoffnung auf neues Leben und Überwindung des Todes verstehen. Die Bilder erzählen nicht einfach eine fortlaufende Alltagsszene, sondern verdichten zentrale christliche Glaubensinhalte.

Bilddetails:

Dein Vergleich: Stelle die Hände Christi bei Kreuzigung und Auferstehung gegenüber. Welche unterschiedlichen Bewegungen und Wirkungen erkennst Du?

Für die Oberstufe: Untersuche, wie Licht, Farbe und die Veränderung der Körperhaltung aus einer Darstellung des Leidens ein Bild religiöser Hoffnung machen. Unterscheide dabei christliche Symbolik von einer allgemein menschlichen Wirkung.


Ansicht 3: Bedrohung, Schutz und Standhaftigkeit

Beobachtung: In der Mitte steht ein vergoldeter, geschnitzter Schrein. Der heilige Antonius sitzt auf einem Thron; neben ihm befinden sich die Kirchenväter Augustinus und Hieronymus. Die seitlichen Gemälde zeigen Antonius mit dem Einsiedler Paulus sowie seine Bedrängnis durch fantastische Wesen.

Form und Technik: Gemalte Flächen und räumliche Skulpturen treffen aufeinander. Der Schrein wirkt durch seine aufrechte, geordnete Anordnung stabil. Die Dämonendarstellung zeigt dagegen ein unruhiges Durcheinander.

Historischer Fakt: Antonius war der Schutzheilige des Antoniterordens. Die geschnitzten Figuren werden Niklaus von Hagenau zugeschrieben. Ihre Datierung ist gegenüber der Malerei weniger eindeutig.

Begründete Deutung: Die Gegensätze zwischen Angriff und ruhiger Haltung können als Bild für Standhaftigkeit und die Hoffnung auf Beistand verstanden werden.

Bildfrage: Wo erzeugen Linien und dicht gedrängte Formen Unruhe? Wo vermitteln senkrechte Figuren und symmetrischer Aufbau Ruhe?

Für die Oberstufe: Diskutiere, warum ein Hospitalaltar sowohl drastische Angstbilder als auch tröstliche Darstellungen vereint. Welche Folgen hat der historische Nutzungsort für Deine Interpretation?


Ein Vergleich der Bildsprache

Beobachtung Leid: geschlossene Ansicht Hoffnung: geöffnete Ansichten
Farben Dunkler Hintergrund, starke Hell-Dunkel-Gegensätze Lichtglanz, warme Farben, Gold
Körper Hängender Christus, zusammensinkende Trauernde Aufsteigender Christus, aufrechte Heiligenfiguren
Komposition Konzentration auf das Kreuz Öffnung des Bildraums und Wechsel zwischen Malerei und Skulptur
Mögliche Wirkung Mitgefühl, Trauer, Erschütterung Hoffnung, Trost, Standhaftigkeit

Merksatz: Nicht allein das dargestellte Thema entscheidet über die Wirkung. Auch Farbe, Licht, Komposition, Körperhaltung und Material erzählen mit.


Medien entdecken und kritisch betrachten


Animation: Wie funktioniert das Öffnen?

Smarthistory: The Isenheim Altarpiece animation – moderne Animation des historischen Klappprinzips, nicht am Original gefilmte Bewegung.

Auftrag: Halte das Video bei jeder Ansicht an. Beschreibe, was verdeckt und was sichtbar wird.


Kunsthistorische Videoanalyse

Smarthistory: The mystical brilliance of Grünewald's Isenheim Altarpiece – englischsprachige Bildanalyse von Beth Harris und Steven Zucker.

Auftrag: Suche im Video ein sichtbares Detail, das Leid vermittelt, und eines, das Hoffnung ausdrückt. Prüfe beide Aussagen am Standbild.


Restaurierung: Das Original als Material

Musée Unterlinden: Restauration du Retable d’Issenheim – Museumsfilm zur Restaurierung.

Auftrag: Warum ist die heutige Farbwirkung auch eine Frage der Erhaltung und Restaurierung? Unterscheide das alte Kunstwerk von einer heutigen Aufnahme.


Audio: Verändert Musik Deine Bildwahrnehmung?

Hörexperiment: Betrachte erst die Kreuzigung ohne Ton und danach mit dem Gesang. Beschreibe die Veränderung Deiner Wahrnehmung.

Quellenhinweis: Dies ist eine moderne Aufnahme eines lateinischen Gesangs in gregorianischer Tradition. Es gibt keinen Beleg, dass genau diese Aufnahme oder dieser Gesang am Isenheimer Altar erklang. Der Ton ist ein Vergleichsmedium, keine historische Tonspur.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

1. Was ist das Besondere am Aufbau des Isenheimer Altars? (Er besitzt bewegliche Flügel mit verschiedenen Schauseiten) (!Er besteht aus einer einzigen unbeweglichen Leinwand) (!Er ist ausschließlich eine freistehende Marmorskulptur) (!Er wurde als Buch mit gedruckten Seiten geschaffen)



Feedback: Durch das Öffnen und Schließen der Flügel konnten unterschiedliche Bildprogramme sichtbar werden. Genau dieser Wandel ist für die Leitfrage entscheidend.


2. Welcher Künstler wird den gemalten Tafeln zugeschrieben? (Matthias Grünewald) (!Albrecht Dürer) (!Michelangelo) (!Caspar David Friedrich)



Feedback: Grünewald wird als Maler genannt. Die geschnitzten Figuren werden dagegen Niklaus von Hagenau zugeschrieben.


3. Welche Aussage zur Datierung ist am sorgfältigsten? (Das Gesamtwerk wird um 1512 bis 1516 datiert und die Entstehungszeit des Schnitzwerks wird diskutiert) (!Alle Figuren wurden nachweislich am gleichen Tag gefertigt) (!Der ganze Altar entstand erst im neunzehnten Jahrhundert) (!Alle Teile tragen eine eindeutige Jahreszahl)



Feedback: Die Datierung des Gesamtwerks ist gut etabliert. Für das möglicherweise ältere Schnitzwerk gibt es unterschiedliche Forschungsansätze.


4. Welches Bildmotiv prägt den geschlossenen Altar? (Die Kreuzigung Christi) (!Die Geburt der Venus) (!Eine höfische Jagd) (!Eine Seeschlacht)



Feedback: Der leidende Christus am Kreuz bestimmt die Mittelachse der geschlossenen Ansicht.


5. Welches sichtbare Gestaltungsmittel verstärkt die Wirkung der Kreuzigung? (Der starke Gegensatz zwischen hellem Körper und dunklem Hintergrund) (!Eine durchgehend gleichmäßig weiße Fläche) (!Ein fehlender Mittelpunkt) (!Eine ausschließlich geometrische Musterung)



Feedback: Der Hell-Dunkel-Kontrast lenkt den Blick auf Christus und steigert die Dramatik.


6. Welches Motiv erscheint in der ersten geöffneten Ansicht? (Die Auferstehung Christi) (!Die Erfindung des Buchdrucks) (!Die Eroberung einer Burg) (!Die Krönung Napoleons)



Feedback: Die Auferstehung bildet einen deutlichen Gegenpol zur Kreuzigung und wird mit strahlendem Licht gestaltet.


7. Was kennzeichnet die Darstellung der Auferstehung besonders? (Eine aufsteigende Figur in einem starken Lichtschein) (!Eine bewegungslose Figur vor schwarzem Hintergrund ohne Licht) (!Ein streng gezeichnetes Stadtpanorama) (!Ein vollständig leerer Bildraum)



Feedback: Aufwärtsbewegung und Licht unterstützen die Deutung als Sieg über den Tod und als Hoffnung.


8. Was steht im Mittelpunkt des vollständig geöffneten geschnitzten Schreins? (Der heilige Antonius) (!Kaiser Karl der Große) (!Johannes Gutenberg) (!Der Erzengel Michael als Drachentöter)



Feedback: Antonius ist für die Geschichte des Antoniterordens und des ursprünglichen Aufstellungsortes zentral.


9. Warum ist der Standort in einem Antoniterkloster wichtig? (Weil der Orden kranke Menschen pflegte und das Bildprogramm damit einen besonderen Zusammenhang erhielt) (!Weil der Altar ursprünglich in einer modernen Kunstgalerie stand) (!Weil die Mönche ausschließlich Landschaftsmalerei sammelten) (!Weil das Werk als Landkarte benutzt wurde)



Feedback: Der historische Zusammenhang hilft zu verstehen, warum körperliches Leiden so eindringlich dargestellt wird. Wie einzelne Kranke tatsächlich reagierten, bleibt jedoch offen.


10. Welche Aussage ist eine begründete Deutung und keine reine Beobachtung? (Der aufsteigende Christus kann für Hoffnung auf neues Leben stehen) (!Auf dem Bild sind rote Farbbereiche sichtbar) (!Im mittleren Schrein befinden sich geschnitzte Figuren) (!Die Kreuzigung besitzt einen dunklen Hintergrund)



Feedback: Hoffnung ist eine Deutung des Bildinhalts. Farben, Figurenzahl und Hintergrund lassen sich dagegen unmittelbar beobachten.



Memory

Ordne jedem Begriff eine passende Erklärung zu.

Wandelaltar Altar mit beweglichen Bildflügeln
Kreuzigung Darstellung des sterbenden Christus
Auferstehung Bild des überwundenen Todes
Antonius Schutzheiliger des Antoniterordens
Predella Unterer Bild- oder Figurenteil des Altars
Polychromie Mehrfarbige Fassung einer Skulptur
Mutterkorn Getreidepilz mit giftigen Inhaltsstoffen





Drag and Drop

Ordne die Bildmotive den Gestaltungsmitteln oder Wirkungen zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Sichtbare Merkmale
Kreuzigung Wunden und dunkler Hintergrund
Auferstehung Lichtschein und Aufwärtsbewegung
Engelkonzert Musizierende Himmelswesen
Antoniusversuchung Fantastische Wesen und Unruhe
Schnitzschrein Räumliche und vergoldete Heiligenfiguren





Kreuzworträtsel

Colmar In welcher französischen Stadt wird der Isenheimer Altar heute aufbewahrt?
Antonius Welcher Heilige sitzt im Zentrum des geschnitzten Schreins?
Predella Wie heißt der Bild- oder Figurenteil direkt unter den Haupttafeln eines Altars?
Gabriel Welcher Engel erscheint Maria bei der Verkündigung?
Sebastian Welcher Heilige ist auf einem seitlichen Flügel der geschlossenen Ansicht dargestellt und trägt Pfeile?
Mutterkorn Welcher Getreidepilz steht mit dem sogenannten Antoniusfeuer in Verbindung?





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Weitere interaktive Übungen zum Thema suchen:


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der Isenheimer Altar befindet sich heute in der französischen Stadt

.
Die gemalten Tafeln werden Matthias

zugeschrieben.
Die geschnitzten Figuren werden Niklaus von

zugeschrieben.
Das gesamte Altarensemble wird gewöhnlich auf etwa 1512 bis

datiert.
Ein Altar mit beweglichen Flügeln heißt

.
Im Mittelpunkt der geschlossenen Ansicht steht die

.
Die zweite Schauseite zeigt unter anderem die

Christi.
Der starke Gegensatz zwischen Licht und Dunkelheit ist ein wichtiges

.
Die Antoniter widmeten sich der Pflege von

.
Eine begründete Aussage über die mögliche Bedeutung eines Bildes heißt

.




Offene Aufgaben

Bearbeite eine der drei gestuften Projektaufgaben. Jede enthält vier Arbeitsschritte. Die Niveaus G, M und E sind unabhängig von Deiner Klassenstufe wählbar.


G – Leicht: Eine Bildkarte zu Leid und Hoffnung

Ziel: Du gestaltest eine gut verständliche Bildkarte mit zwei Ansichten. Richtwert: Klassen 7–8.

  1. Bildbeschreibung: Wähle die Kreuzigung und die Auferstehung aus. Nenne für jede Ansicht drei Dinge, die Du tatsächlich siehst.
  2. Farbe: Markiere gedanklich oder auf einer beschrifteten Kopie je zwei auffällige Farben und beschreibe ihre Wirkung.
  3. Körperhaltung: Vergleiche die Richtung und Haltung der beiden Christusfiguren mit einfachen Sätzen.
  4. Bildkarte: Gestalte eine Seite mit der Überschrift „Leid und Hoffnung“ und erkläre Deine Schlussfolgerung mit zwei Bilddetails.


Standard: Eine kommentierte Bildführung

Ziel: Du entwickelst eine dreiminütige Führung durch alle drei Ansichten. Richtwert: Klassen 9–10.

  1. Komposition: Erstelle für jede Ansicht eine kurze Skizze der wichtigsten Blickrichtungen und Linien.
  2. Kunsttechnik: Erkläre anhand einer ausgewählten Stelle den Unterschied zwischen Malerei auf Holz und geschnitzter Holzfigur.
  3. Quellenarbeit: Vergleiche eine eigene Beobachtung mit einer Information des Musée Unterlinden und markiere den Unterschied.
  4. Präsentation: Gestalte eine kurze gesprochene oder schriftliche Museumsführung, die Leid, Hoffnung und Antoniusdarstellungen verbindet.


E – Schwer: Eine kunsthistorische Argumentation

Ziel: Du erarbeitest eine quellenkritische Deutung. Richtwert: Klassen 11–13.

  1. Ikonografie: Analysiere zwei Bilddetails daraufhin, wie christliche Symbole und sichtbare Formen zusammenwirken.
  2. Historischer Kontext: Erkläre, wie der ursprüngliche Ort im Antoniterhospital die mögliche Bildwirkung beeinflusst, ohne individuelle Reaktionen als Fakten auszugeben.
  3. Stilkritik: Prüfe anhand von Körperdarstellung, Farbe und Schnitzwerk, inwiefern die Begriffe Spätgotik und nördliche Renaissance passen.
  4. Argumentation: Verfasse einen begründeten Text oder produziere einen Kommentar von fünf Minuten zur Leitfrage. Kennzeichne ausdrücklich Quellenfakten, Beobachtungen, Deutungen und offene Datierungsfragen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Hier geht es nicht um das bloße Auswendiglernen von Namen und Daten, sondern um Zusammenhänge und die Übertragung auf andere Kunstwerke.

  1. Bildvergleich: Erkläre an mindestens drei sichtbaren Merkmalen, warum die Kreuzigung und die Auferstehung unterschiedlich wirken.
  2. Gestaltung und Wirkung: Begründe, wie sich die Wahrnehmung der inneren Ansicht verändern würde, wenn Gold und Licht durch dunkle Farbtöne ersetzt würden.
  3. Kunst im historischen Kontext: Erläutere, welche Rolle der Pflegeort für eine mögliche Deutung des Altars spielt und welche Aussagen dabei unbelegt bleiben.
  4. Quellenkritik: Beurteile eine moderne Museumsfotografie. Was zeigt sie zuverlässig und was kann sie über die ursprüngliche Aufstellung nicht beweisen?
  5. Transfer: Wähle ein anderes historisches oder heutiges Kunstwerk. Vergleiche den Einsatz von Farbe, Licht oder Körperhaltung zur Darstellung eines starken Gefühls.
  6. Urteilskompetenz: Diskutiere die Behauptung „Eine Hoffnung vermittelnde Darstellung muss freundlich und ohne bedrohliche Motive sein“ anhand der Antoniusbilder.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. alle drei Schauseiten unterscheidest und die zentralen Szenen korrekt benennst;
  2. Material, Technik, Bildaufbau, Farbe und Körperhaltung verständlich beschreibst;
  3. Beobachtungen, gesicherte historische Fakten und begründete Deutungen sauber trennst;
  4. das Bildprogramm im Zusammenhang mit der Pflege Kranker erklärst;
  5. die ungeklärte genauere Datierung des Schnitzwerks erkennst;
  6. mindestens zwei konkrete Bilddetails zur Leitfrage „Leid und Hoffnung“ vergleichst;
  7. verwendete Bildquellen und ihre Nutzungshinweise korrekt angibst.

Bewertungsmaßstab: Genauigkeit der Beobachtung, Qualität der Begründung, Umgang mit Quellen und Verständlichkeit der Darstellung sind wichtiger als die Menge auswendig gelernter Fachwörter.




OERs zum Thema

Wikipedia-Artikel:

Gesicherte Quellen und weitere Informationen:

  1. Musée Unterlinden: Werkgeschichte, Auftraggeber und historischer Kontext
  2. Musée Unterlinden: geschlossene Ansicht
  3. Musée Unterlinden: zweite Schauseite
  4. Musée Unterlinden: geschnitzter Schrein und Antoniusbilder
  5. Wikipedia: Isenheim Altarpiece – geprüfter Ausgangspunkt für Werk- und Medieninformationen
  6. Smarthistory: kunsthistorische Analyse und Originalvideo
  7. Wikimedia Commons: freie Bilder und Einzeldateinachweise


Mediennachweise und Nutzungsrechte

Originalwerk und Fotografien sind rechtlich zu unterscheiden: Die Kunstwerke aus dem frühen 16. Jahrhundert sind gemeinfrei. Die Rechte an heutigen Fotografien oder Bildbearbeitungen müssen trotzdem für jede Mediendatei geprüft werden. Eine Museumsaufnahme ist außerdem kein Beweis für die historische Aufstellung oder die ursprünglichen Farben.

Fotografien: Die in diesem Kurs verwendeten Commons-Aufnahmen der drei Schauseiten, der einzelnen Tafeln sowie der Bilddetails stammen von Gleb Simonov, auch als Gsimonov bezeichnet. Die überprüften Dateiseiten kennzeichnen diese Aufnahmen mit CC0 1.0. Das Einstiegsbild ist ausdrücklich ein beschnittener Fotoausschnitt. Die Bilddetails sind keine zusätzlichen selbstständigen Kunstwerke.

Direkte Dateiseiten und Lizenzprüfung:

  1. Einstiegsbild: beschnittene Museumsfotografie – Gleb Simonov, CC0 1.0
  2. Ansicht 1: geschlossen – Gsimonov, CC0 1.0
  3. Ansicht 2: erste Öffnung – Gsimonov, CC0 1.0
  4. Ansicht 3: vollständig geöffnet – Gsimonov, CC0 1.0
  5. Bilddetail: Johannes und Maria – Gsimonov, CC0 1.0
  6. Bilddetail: Maria Magdalena – Gsimonov, CC0 1.0
  7. Bildtafel: Beweinung – Gsimonov, CC0 1.0
  8. Bildtafel: Sebastian – Gsimonov, CC0 1.0
  9. Bildtafel: Antonius – Gsimonov, CC0 1.0
  10. Bildtafel: Verkündigung – Gsimonov, CC0 1.0
  11. Museumsfotografie: Engelkonzert – Gsimonov, CC0 1.0
  12. Bilddetail: Maria und Jesus – Gsimonov, CC0 1.0
  13. Einzeltafel: Versuchung des Antonius – Gleb Simonov, CC0 1.0
  14. Einzeltafel: Antonius und Paulus – Gleb Simonov, CC0 1.0

Audio: Pange Lingua Latin in Latin.ogg, Gesang und Aufnahme: Gareth Hughes, 2005; CC BY-SA 3.0 beziehungsweise zusätzlich GFDL laut Commons-Dateiseite. Bei Weiterverwendung sind Urheberangabe, Lizenzhinweis und die Bedingungen der gewählten Lizenz zu beachten.

Animation und Videos: Die bewegte Darstellung des Klappmechanismus stammt von Smarthistory und wird über den offiziellen YouTube-Player eingebunden. Die Museumsrestaurierung stammt vom Musée Unterlinden. Die Einbettung ist keine Freigabe zur unabhängigen Weiterveröffentlichung, Bearbeitung oder zum Herunterladen der Videos. Falls ein Anbieter die Einbettung einschränkt, verwende den ursprünglichen Videolink. Es wird keine unbelegte Wikimedia-Commons-Animation als historische Originalquelle ausgegeben.

Quellenkritischer Hinweis: Einzelbilder, Ausschnitte, Museumssituationen und moderne Rekonstruktionen werden im Kurs ausdrücklich gekennzeichnet. Nicht alle heutigen Wiedergaben zeigen den Altar in seinem ursprünglichen liturgischen Zustand.


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