Gewerbliche Kälteanlagen und Kälteservice – Überhitzung und Unterkühlung einordnen
Gewerbliche Kälteanlagen und Kälteservice – Überhitzung und Unterkühlung einordnen
Einleitung
Ausbildungsberuf: Mechatroniker/in für Kältetechnik
Niveau: Berufsausbildung
Lernzeit: ca. 60–90 Minuten einschließlich Aufgaben
Kurzbeschreibung: Messstellen erkennen, Überhitzung und Unterkühlung berechnen und den Systemzustand einer gewerblichen Kälteanlage begründet einordnen.
Dein Lernziel: Du kannst Messdaten fachlich richtig interpretieren, mögliche Ursachen unterscheiden und die Grenzen Deiner Diagnose benennen.
Sicherheitsregel: In diesem Kurs arbeitest Du ausschließlich mit Bildern, Anlagenschemata, vorgegebenen Messwerten und Modellen. Du öffnest keinen Kältekreis, schließt keine Manometer an und veränderst keine Ventile oder Kältemittelfüllmengen.

Praxisbezug: Gewerblicher Kühlraum mit Luftkühlern. Bild: Mesadbal, CC BY 4.0, Wikimedia Commons.
Dein Lernpfad
| Lerneinheit | Schwerpunkt | Lernaktivität |
|---|---|---|
| 1 – Verstehen | Kältekreislauf | Bauteile im Bild erkennen |
| 2 – Zuordnen | Druckmessung und Temperaturmessung | Messstellen bestimmen |
| 3 – Berechnen | Überhitzung und Unterkühlung | Modellwerte auswerten |
| 4 – Einordnen | Kälteservice | Ausbildungsfall bearbeiten |
| 5 – Absichern | Arbeitssicherheit | Risiken und Fachkunde prüfen |
Lerneinheit 1: Den Kältekreislauf verstehen
Ein gewerbliches Kompressionskältesystem transportiert Wärme von einem kälteren zu einem wärmeren Bereich. Das Kältemittel verändert dabei Druck, Temperatur und Aggregatzustand.

Schematischer Kompressionskältekreislauf. Bild: Jahobr, CC0, Wikimedia Commons.
Vier wichtige Bauteile
| Bauteil | Funktion |
|---|---|
| Verdampfer | Das Kältemittel nimmt Wärme auf und verdampft. |
| Verdichter | Er saugt Kältemitteldampf an und verdichtet ihn. |
| Verflüssiger | Das Kältemittel gibt Wärme ab und verflüssigt sich. |
| Expansionsventil | Es drosselt den Kältemittelstrom auf ein niedrigeres Druckniveau. |

Detailbild eines Kältemittelverdampfers. Bild: Echoray, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.
Bildauftrag: Erkläre, von welchem Medium der Verdampfer Wärme aufnimmt und weshalb das Kältemittel dabei verdampfen kann.
Beispiel eines hermetischen Kältemittelverdichters aus einem Haushaltsgerät; das Funktionsprinzip ist auch für die Gewerbekälte relevant. Bild: Ente75, CC0, Wikimedia Commons.
Merksatz: Der Verdichter soll bei einer üblichen direktverdampfenden Anlage gasförmiges Kältemittel ansaugen. Flüssigkeitseintrag kann ihn beschädigen.
Das Expansionsventil verstehen

Schnittschema eines thermostatischen Expansionsventils. Bild: MasterTriangle12, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.
Ein thermostatisches Expansionsventil dosiert den Kältemittelstrom abhängig von Temperatur und Druck am Verdampferausgang. Es arbeitet auf eine bestimmte Überhitzung hin.
Medienauftrag: Untersuche die Membran, Feder, Drosselöffnung und den Temperaturfühler im Bild. Beschreibe das Regelungsprinzip, ohne eine praktische Einstellung vorzunehmen.
Fachmedium: Danfoss Climate Solutions – geprüfte Produktanimationen zu Expansionsventilen und weiteren Kälteanlagenkomponenten.
Lerneinheit 2: Messstellen unterscheiden
Für die Beurteilung werden passende Druck- und Temperaturwerte benötigt.
Entscheidend: Druck und Temperatur müssen zur gleichen oder zu einer fachlich korrekt berücksichtigten Druckposition gehören.
Messstelle A: Sauggasseite
Position: Verdampferausgang beziehungsweise definierter Messpunkt in der Saugleitung.
Messgrößen:
- Druck: Verdampfungsdruck am zugehörigen Messpunkt.
- Temperatur: Sauggas- beziehungsweise Rohrtemperatur am Messpunkt.
Die zugehörige Sättigungstemperatur wird anhand des Kältemittels und der passenden Druck-Temperatur-Daten bestimmt.
Bei Kältemittelgemischen mit Temperaturgleit ist für die Überhitzung die Taupunkttemperatur maßgeblich.
Beachte: Die Überhitzung am Verdampferausgang kann sich von der Überhitzung am Verdichtereintritt unterscheiden. Die Saugleitung kann zusätzlich Wärme aufnehmen; auch Druckverluste sind zu berücksichtigen.
Messstelle B: Flüssigkeitsseite
Position: Definierter Messpunkt in der Flüssigkeitsleitung nach dem Verflüssiger.
Messgrößen:
- Druck: Druck am zugehörigen Flüssigkeitsmesspunkt.
- Temperatur: Flüssigkeitsrohrtemperatur am Messpunkt.
Bei Kältemittelgemischen mit Temperaturgleit ist für die Unterkühlung die Blasenpunkttemperatur maßgeblich.
Druckverluste zwischen Verflüssiger und Messpunkt dürfen nicht einfach ignoriert werden.

Beispiel einer Temperaturmesssonde, nicht einer konkreten Kälteservice-Messanordnung. Bild: Harke, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.
Denke nach: Weshalb können schlechter Temperaturkontakt, ungeeignete Sensorpositionen und fehlende Wärmedämmung einen Temperaturwert verfälschen?
Wichtig: Im Lernkurs nutzt Du ausschließlich bereits dokumentierte Sensorwerte. Das Anschließen von Messgeräten an den druckbeaufschlagten Kältekreis gehört nicht zu diesen Übungen.
Prozessvideo: Druck und Sättigungstemperatur
Fachvideo: HVAC School – Glide, Dew Point, Bubble Point, PT Charts and the Refrigerant Slider App.
Beobachtungsfragen:
- Worin unterscheiden sich Taupunkt und Blasenpunkt?
- Weshalb ist die Kenntnis des Kältemittels unverzichtbar?
- Warum reicht ein Druckwert allein nicht für eine sichere Fehlerdiagnose?
Lerneinheit 3: Überhitzung und Unterkühlung berechnen
Überhitzung
Überhitzung bezeichnet die Temperaturdifferenz zwischen der tatsächlichen Temperatur des Kältemitteldampfes und seiner zum Druck gehörenden Taupunkttemperatur.
Formel:
Überhitzung = Sauggastemperatur − Taupunkttemperatur
Modellbeispiel:
Sauggastemperatur: −2 °C
Taupunkttemperatur: −10 °C
Ergebnis: −2 − (−10) = 8 K
Die Überhitzung beträgt 8 Kelvin.
Unterkühlung
Unterkühlung bezeichnet die Temperaturdifferenz zwischen der zum Druck gehörenden Blasenpunkttemperatur und der tatsächlichen Flüssigkeitstemperatur.
Formel:
Unterkühlung = Blasenpunkttemperatur − Flüssigkeitstemperatur
Modellbeispiel:
Blasenpunkttemperatur: +35 °C
Flüssigkeitstemperatur: +30 °C
Ergebnis: 35 − 30 = 5 K
Die Unterkühlung beträgt 5 Kelvin.
Merke: Temperaturdifferenzen werden in Kelvin angegeben. Eine Differenz von 5 K entspricht einer Temperaturdifferenz von 5 °C.
Vom Messwert zum Systemzustand
| Beobachtung | Mögliche Einordnung | Wichtige Einschränkung |
|---|---|---|
| Hohe Überhitzung | Mögliche geringe Verdampferbeaufschlagung oder veränderte Betriebsbedingungen | Allein kein Nachweis für Kältemittelmangel |
| Sehr geringe Überhitzung | Kältemitteldampf nahe der Sättigung; möglicher Hinweis auf Flüssigkeitsrisiko | Kein eindeutiger Nachweis eines Flüssigkeitseintrags |
| Geringe Unterkühlung | Geringe Temperaturreserve der Flüssigkeitsleitung gegenüber dem Sättigungszustand | Keine sichere Diagnose der Füllmenge |
| Hohe Unterkühlung | Größere Temperaturdifferenz zur Sättigungsgrenze | Kein alleiniger Nachweis einer Überfüllung |
Keine universelle Sollzahl: Zulässige oder gewünschte Werte hängen unter anderem von Anlagenkonzept, Kältemittel, Regelung, Wärmelast, Messstelle und Herstellerangaben ab.
Prozessvideo: Überhitzung und Unterkühlung
Danfoss Climate Solutions – Superheat and Subcooling. Hersteller-Fachwebinar in englischer Sprache.
Beobachtungsauftrag: Notiere drei Auswirkungen von Überhitzung oder Unterkühlung auf das Betriebsverhalten. Trenne dabei Messung, Interpretation und mögliche Serviceentscheidung.
Sicherheit: Gezeigte reale Servicehandlungen werden nicht nachgemacht.
Lerneinheit 4: Ausbildungsfall Kühlraum
Der Serviceauftrag
Ein Lebensmittelgeschäft meldet, dass sein gewerblicher Kühlraum zeitweise langsamer abkühlt.
Du erhältst im Ausbildungsbetrieb einen bereits dokumentierten Messdatensatz und eine vereinfachte Anlagenskizze.
Dein Auftrag: Berechne Überhitzung und Unterkühlung, beurteile die Veränderungen und formuliere einen fachlich begründeten Bericht für Deine Ausbilderin oder Deinen Ausbilder.
Es erfolgen keine eigenständigen Eingriffe in die Anlage.
Anlagenskizze und Messstellen
| Messpunkt | Bauteilposition | Messwerte |
|---|---|---|
| A | Verdampferausgang, Sauggas | Druck und Sauggastemperatur |
| B | Flüssigkeitsleitung nach Verflüssiger | Druck und Flüssigkeitstemperatur |

Vereinfachtes Prozessschema als Orientierung. Bild: Shoji Yamauchi, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons. Die Messpunkte A und B sind für die Aufgabe gedanklich an den beschriebenen Positionen einzutragen.
Die Modellmesswerte
Achtung: Das Übungsmedium M ist ein frei definiertes, fiktives Kältemittel. Seine zugeordneten Druck-Temperatur-Werte sind didaktische Vorgaben, keine realen Stoffdaten und nicht für eine echte Anlage geeignet. Die Drücke sind relative Druckangaben.
| Messgröße | Zustand 1 | Zustand 2 |
|---|---|---|
| Druck A | 2,4 bar(g) | 2,4 bar(g) |
| Taupunkttemperatur laut Modelltabelle | −10 °C | −10 °C |
| Sauggastemperatur A | −2 °C | +4 °C |
| Druck B | 11,8 bar(g) | 11,8 bar(g) |
| Blasenpunkttemperatur laut Modelltabelle | +35 °C | +35 °C |
| Flüssigkeitstemperatur B | +30 °C | +34 °C |
Basisaufgabe: Berechne die Überhitzung und Unterkühlung beider Zustände.
Anwendungsaufgabe: Beschreibe, welche Temperaturdifferenzen größer beziehungsweise kleiner geworden sind.
Transferaufgabe: Beurteile, ob die Daten bereits eine eindeutige Fehlerdiagnose ermöglichen, und begründe Deine Entscheidung.
Gestufte Hilfen
Hilfe 1 – Orientierung:
Überhitzung gehört zur Sauggasseite. Unterkühlung gehört zur Flüssigkeitsseite.
Hilfe 2 – Rechenweg:
Bei der Überhitzung ziehst Du die Taupunkttemperatur von der Sauggastemperatur ab. Bei der Unterkühlung ziehst Du die Flüssigkeitstemperatur von der Blasenpunkttemperatur ab.
Hilfe 3 – Vergleich:
Vergleiche zuerst die beiden Ergebnisse in Kelvin. Prüfe anschließend, ob Wärmelast, Regelungsverhalten, Sensorqualität, Anlagenhistorie und Herstellervorgaben bekannt sind.
Musterlösung und begründetes Feedback
| Kennwert | Zustand 1 | Zustand 2 |
|---|---|---|
| Überhitzung | 8 K | 14 K |
| Unterkühlung | 5 K | 1 K |
Feedback Basis: Richtig sind 8 K und 5 K für Zustand 1 sowie 14 K und 1 K für Zustand 2. Bei negativen Celsiuswerten ist die korrekte Vorzeichenrechnung entscheidend.
Feedback Anwendung: Die Überhitzung steigt um 6 K, die Unterkühlung sinkt um 4 K. Damit hat sich die thermische Situation an beiden Messstellen verändert.
Feedback Transfer: Die Werte können Anlass zu weiterer fachkundiger Prüfung geben. Eine bestimmte Störung, beispielsweise Kältemittelmangel oder eine Ventilfehlfunktion, ist daraus allein nicht bewiesen. Vor einer Diagnose müssen Betriebsbedingungen, Herstellervorgaben und weitere vorhandene Anlagendaten geprüft werden.
Geeignete Berichtsaussage:
„Im Modell steigt die Überhitzung von 8 K auf 14 K. Gleichzeitig sinkt die Unterkühlung von 5 K auf 1 K. Die Veränderungen sind auffällig; für eine eindeutige Ursachenbestimmung reichen die Angaben nicht aus. Eine weitere Bewertung ist durch die zuständige Fachkraft anhand zusätzlicher Daten erforderlich.“
Vertiefung: Prozessdiagramm

Beispiel eines Druck-Enthalpie-Diagramms mit Kälteprozess, hier für R134a; kein Stoffdatenblatt für das fiktive Übungsmedium M. Bild: Shoji Yamauchi, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.
Vertiefungsfrage: Warum müssen beim Vergleich verschiedener Anlagen neben den Messwerten auch Kältemittel und Betriebszustand bekannt sein?
Lerneinheit 5: Sicherheit, Risiken und Fachkunde
Kältemittelrisiken gesondert prüfen
Kältemittel sind nicht automatisch ungefährlich. Gefährdungen hängen vom eingesetzten Stoff und der konkreten Anlage ab.
| Gefährdung | Beispiel | Sicheres Lernverhalten |
|---|---|---|
| Brand | R290 ist ein hochentzündliches Kältemittel. | Keine Arbeiten an Leitungen oder Zündquellen in potenziell gefährdeten Bereichen. |
| Druck | R744 kann mit sehr hohen Betriebsdrücken verbunden sein. | Druckbeaufschlagte Bauteile nicht öffnen oder verändern. |
| Toxizität | R717 ist gesundheitlich gefährlich und erfordert besondere Sicherheitsmaßnahmen. | Warnzeichen kennen, Abstand halten und Fachpersonal informieren. |
| Kälteverletzungen | Ausströmende oder expandierende Kältemittel können starke Abkühlung verursachen. | Keine Kontakte mit austretendem Kältemittel. |
| Sauerstoffverdrängung | Freigesetzte Kältemittel können die Atemluft gefährlich verändern. | Nicht in gefährdete Räume eintreten; betriebliche Alarm- und Notfallregeln beachten. |
Die konkrete Einstufung ist anhand des Kältemittels, seines Sicherheitsdatenblatts, der Gefährdungsbeurteilung und der Anlagendokumentation zu prüfen.
Fachinformation: DGUV – Sicher arbeiten mit Kältemitteln.
Brand, Druck und erforderliche Fachkunde
Brandgefahr: Bei brennbaren Kältemitteln sind mögliche Freisetzung, Zündquellen, Lüftung und Explosionsschutz entsprechend der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.
Druckgefahr: Kälteanlagen können druckbeaufschlagte Systeme sein. Arbeiten und Prüfungen erfordern geeignete Verfahren, Schutzmaßnahmen und qualifiziertes Personal.
Fachkunde: Eine Berufsausbildung allein ist nicht automatisch die Erlaubnis für jede zertifizierungspflichtige Tätigkeit. Erforderliche Sachkundebescheinigungen, betriebliche Beauftragungen und gegebenenfalls Unternehmenszertifizierungen müssen tätigkeitsbezogen geprüft werden.
Rechtsstand Deutschland: 11. Oktober 2026.
Die Verordnung (EU) 2024/573 regelt fluorierte Treibhausgase. Die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2215 enthält Mindestanforderungen an einschlägige Zertifizierungen. Die deutsche Chemikalien-Klimaschutzverordnung wurde am 14. April 2026 neu gefasst und trat am 17. April 2026 in Kraft. Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt eine tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung.
Verbindlich für die Praxis: Vor tatsächlichen Tätigkeiten sind die jeweils aktuelle Rechtslage, die erforderliche Qualifikation, die Herstellerdokumentation sowie die betrieblichen Freigaben zu prüfen.
Umweltbundesamt – F-Gas-Verordnung, FAQ
Chemikalien-Klimaschutzverordnung 2026
EU-Durchführungsverordnung 2024/2215
Betriebssicherheitsverordnung § 3
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Temperatur benötigst Du für die Berechnung der Überhitzung auf der Sauggasseite? (Tatsächliche Sauggastemperatur) (!Raumtemperatur des Kühlraums) (!Außentemperatur am Verflüssiger) (!Temperatur der Flüssigkeitsleitung)
Welcher Sättigungspunkt ist bei gleitenden Kältemittelgemischen für die Überhitzung maßgeblich? (Taupunkt) (!Blasenpunkt) (!Gefrierpunkt) (!Flammpunkt)
Welche Bezugsgröße gehört bei gleitenden Kältemittelgemischen zur Unterkühlung? (Blasenpunkttemperatur) (!Taupunkttemperatur) (!Sauggastemperatur) (!Raumlufttemperatur)
Wie wird die Überhitzung berechnet? (Sauggastemperatur minus Taupunkttemperatur) (!Taupunkttemperatur minus Sauggastemperatur) (!Flüssigkeitstemperatur minus Raumtemperatur) (!Außentemperatur minus Verflüssigungstemperatur)
Wie wird die Unterkühlung berechnet? (Blasenpunkttemperatur minus Flüssigkeitstemperatur) (!Flüssigkeitstemperatur minus Blasenpunkttemperatur) (!Sauggastemperatur minus Taupunkttemperatur) (!Raumtemperatur minus Flüssigkeitstemperatur)
Welche Einheit wird für die Temperaturdifferenz der Überhitzung verwendet? (Kelvin) (!Bar) (!Watt) (!Liter)
Was bedeutet eine auffällig hohe Überhitzung? (Sie kann auf unterschiedliche Betriebszustände hinweisen und erfordert weitere Prüfung) (!Sie beweist immer einen Kältemittelmangel) (!Sie beweist immer eine Überfüllung) (!Sie bedeutet immer einen Verdichterschaden)
Warum kann die Sauggasüberhitzung am Verdichter höher sein als am Verdampferausgang? (Die Saugleitung kann zusätzliche Wärme aufnehmen) (!Der Verflüssiger misst die Raumtemperatur) (!Das Kältemittel wird dort immer flüssig) (!Der Druck ist überall immer identisch)
Was ist im Modellunterricht ohne Eingriff in die Kälteanlage zulässig? (Bereitgestellte Druck- und Temperaturdaten auswerten) (!Serviceventile zum Üben öffnen) (!Kältemittel zum Vergleich nachfüllen) (!Manometer eigenständig an den Kältekreis anschließen)
Was ist vor einer sicherheitsrelevanten Servicearbeit erforderlich? (Gefährdungen und notwendige Fachkunde sowie Freigaben prüfen) (!Nur die Überhitzung berechnen) (!Nur die Betriebsstunden ablesen) (!Nur die Raumtemperatur dokumentieren)
Memory
Finde die passenden Begriffspaare.
| Taupunkt | Bezugswert der Überhitzung |
| Blasenpunkt | Bezugswert der Unterkühlung |
| Verdampfer | Wärmeaufnahme des Kältemittels |
| Verdichter | Druckerhöhung des Dampfes |
| Verflüssiger | Wärmeabgabe des Kältemittels |
| Temperaturfühler | Erfassung einer Temperatur |
| Drucksensor | Erfassung eines Druckwerts |
| Expansionsventil | Dosierung des Kältemittelstroms |
Drag and Drop
Ordne die Begriffe ihren fachlichen Zusammenhängen zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Taupunkttemperatur | Überhitzung |
| Blasenpunkttemperatur | Unterkühlung |
| Sauggasleitung | Verdampferausgang |
| Flüssigkeitsleitung | Verflüssigerausgang |
| Herstellerangabe | Sollwertvergleich |
Kreuzworträtsel
| Verdampfer | In welchem Bauteil nimmt das Kältemittel Wärme auf? |
| Verdichter | Welcher Bauteil erhöht den Druck des Kältemitteldampfes? |
| Taupunkt | Welcher Sättigungspunkt wird zur Berechnung der Überhitzung genutzt? |
| Blasenpunkt | Welcher Sättigungspunkt wird zur Berechnung der Unterkühlung genutzt? |
| Saugleitung | Welche Leitung führt das Sauggas zum Verdichter? |
| Sachkunde | Welche nachzuweisende Qualifikation ist für bestimmte Kältemitteltätigkeiten erforderlich? |
LearningApps
Lückentext
Begründetes Feedback für die Aufgaben
Basis: Die Begriffe müssen der richtigen Seite des Kältekreislaufs zugeordnet werden. Taupunkt und Blasenpunkt sind bei Kältemittelgemischen nicht beliebig austauschbar.
Anwendung: Eine korrekte Rechnung benötigt passende Druck- und Temperaturwerte, eine geeignete Druck-Temperatur-Zuordnung sowie die richtige Differenzbildung.
Transfer: Auch mathematisch korrekte Werte erlauben nicht zwangsläufig eine eindeutige Fehlerdiagnose. Der Zusammenhang mit Betriebsbedingungen und weiteren Messwerten muss berücksichtigt werden.
Sicherheit: Wer trotz fehlender Freigabe eigenständig Arbeiten am Kältekreis durchführen möchte, hat die sicherheitsbezogene Lernaufgabe nicht erfüllt.
Offene Aufgaben
Leicht
- Bildbeschriftung: Zeichne den einfachen Kompressionskältekreislauf und beschrifte seine vier Hauptbauteile.
- Bildanalyse: Beschreibe anhand des Verdampferfotos den Weg der Wärme und erläutere die Aufgabe der Luftströmung.
- Messstellenkarte: Markiere im Schema einen geeigneten Sauggas- und einen Flüssigkeitsmesspunkt. Begründe Deine Zuordnung.
- Rechenkarte: Erstelle eine kleine Lernkarte mit den Formeln für Überhitzung und Unterkühlung einschließlich der Einheit Kelvin.
Standard
- Servicedokumentation: Erstelle aus den Modelldaten einen kurzen Messbericht mit vier berechneten Kennwerten.
- Messwertvergleich: Vergleiche Zustand 1 und Zustand 2 und zeichne die Veränderung der beiden Temperaturdifferenzen als Diagramm.
- Messfehleranalyse: Erstelle eine Tabelle zu drei möglichen Messfehlern und beschreibe ihre Auswirkungen auf die Auswertung.
- Funktionsplakat: Entwirf ein Plakat zum Wirkprinzip eines thermostatischen Expansionsventils. Verwende geprüfte Bilder und dokumentiere deren Lizenzen.
Schwer
- Diagnosebaum: Entwickle einen Entscheidungsbaum, der auffällige Kennwerte mit möglichen Ursachen und noch fehlenden Informationen verbindet. Er darf keine unzulässigen Serviceeingriffe anleiten.
- Kältemittelvergleich: Vergleiche die Sicherheitsaspekte von R290, R744 und R717 anhand von Fachquellen. Erkläre, weshalb unterschiedliche Schutzmaßnahmen erforderlich sein können.
- Sicherheitskonzept: Erstelle für den fiktiven Ausbildungsfall eine Übersicht der Gefährdungen, erforderlichen Prüfungen und Zuständigkeiten. Unterscheide ausdrücklich zwischen Lernen am Modell und echter Servicearbeit.
- Ausbildungsvideo: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Erklärvideo mit selbst gezeichneten Messstellen, Modellrechnungen, gestuften Hilfen und einer begründeten Diagnosegrenze.


Lernkontrolle
Bearbeite die Aufgaben schriftlich. Zeige nicht nur Ergebnisse, sondern begründe Deine Entscheidungen.
- Veränderung interpretieren: In einem Modell steigt die Überhitzung von 6 K auf 15 K. Erkläre zwei mögliche Ursachenbereiche und drei zusätzliche Informationen, die Du für eine sichere Einordnung benötigst.
- Messdaten beurteilen: Die berechnete Unterkühlung sinkt deutlich. Erkläre, weshalb dieser Befund allein keine sichere Aussage über eine Kältemittelfüllmenge erlaubt.
- Plausibilitätsprüfung: Ein Druckwert stammt vom Verdichtereintritt, der Temperaturwert vom Verdampferausgang. Erkläre, weshalb ein unkritischer direkter Vergleich beider Werte fachlich problematisch sein kann.
- Stoffdaten anwenden: Eine Auswertung verwendet für Überhitzung und Unterkühlung denselben Sättigungsbezug eines gleitenden Kältemittelgemisches. Erkenne den Fehler und beschreibe dessen mögliche Folgen.
- Sicherheitsentscheidung: Eine Auszubildende soll ohne Nachweis der erforderlichen Qualifikation ein Serviceventil öffnen. Erkläre, wie sie sich fachlich und organisatorisch richtig verhält.
- Transferfall: Zwei Anlagen zeigen die gleiche Überhitzung, aber unterschiedliche Wärmelasten, Regelungen und Messstellen. Begründe, weshalb ihre Betriebszustände trotzdem nicht als gleichwertig betrachtet werden dürfen.
Bewertungskriterien:
Eine gute Bearbeitung verwendet korrekte Fachbegriffe, nachvollziehbare Rechnungen, plausible Zusammenhänge, benannte Unsicherheiten und angemessene Sicherheitsentscheidungen.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du Folgendes zeigen können:
- Systemverständnis: Du kannst Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil funktional erklären.
- Messstellenkenntnis: Du unterscheidest Sauggas- und Flüssigkeitsmessstellen und berücksichtigst ihre Position.
- Stoffdatenverständnis: Du kannst die Verwendung von Taupunkt und Blasenpunkt begründen.
- Rechenkompetenz: Du berechnest Überhitzung und Unterkühlung mit korrektem Vorzeichen und Einheit.
- Systemanalyse: Du vergleichst Messwerte unter Berücksichtigung von Wärmelast, Druckverlust, Messfehlern und Regelungszustand.
- Diagnosekompetenz: Du unterscheidest Beobachtung, mögliche Ursache und gesicherten Nachweis.
- Sicherheitskompetenz: Du erkennst Gefährdungen durch Kältemittel, Brand, Druck und Kälteverletzungen.
- Fachkundebewusstsein: Du kennst die Grenzen Deiner eigenen Tätigkeitsberechtigung.
- Dokumentationskompetenz: Du formulierst einen nachvollziehbaren Modell-Messbericht mit begründeter Empfehlung zur weiteren fachkundigen Prüfung.
Geeignete Nachweisform: Ein zweiseitiger Ausbildungsbericht mit beschriftetem Kreislaufschema, Berechnung der vier Modellkennwerte, begründeter Einordnung und kurzer Sicherheitsreflexion.
OERs zum Thema
Wikipedia: Kompressionskältemaschine
Fachlich geprüfte Quellen
Die folgenden Quellen wurden für die fachliche Einordnung herangezogen. Herstellerinformationen sind anlagenspezifisch zu prüfen und ersetzen keine Betriebsanleitung.
- Kältekreislauf: Danfoss – Grundlagen des Kompressionskälteprozesses.
- Thermostatisches Expansionsventil: Danfoss – Wirkungsweise thermostatischer Expansionsventile.
- Temperaturgleit: BITZER – Taupunkt und Blasenpunkt bei Kältemittelgemischen.
- Fachtraining: Danfoss Learning – Fachkurse und Produktanimationen.
- Arbeitsschutz: DGUV – Kälteanlagen und Kühleinrichtungen.
- F-Gas-Verordnung: Umweltbundesamt – aktuelle Informationen.
- Betriebssicherheitsverordnung: Betriebssicherheitsverordnung.
Medienrechte und didaktische Nutzung
Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Bilder wurden anhand ihrer konkreten Dateiseiten auf ihre ausgewiesenen Nutzungsrechte geprüft. Die jeweiligen Bildnachweise nennen Urheber, Lizenz und Originalseite. Bei Weitergabe oder Bearbeitung sind die konkreten Lizenzbedingungen einzuhalten.
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Alle Zahlenwerte des Ausbildungsfalls sind ausdrücklich didaktisch fiktiv und dürfen nicht als Kältemitteldaten, Herstellersollwerte oder Serviceanweisung verwendet werden.
Bei jeder späteren praktischen Anwendung sind die aktuellen Fachquellen, Stoffdaten, Vorschriften und betrieblichen Sicherheitsanforderungen erneut zu prüfen.
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