Zum Inhalt springen

Gedicht - 33. Monduntergang - Leopardi, Giacomo

Aus MOOCsWiki Staging
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.

← Gedichte-Welt

Deutsche Übersetzung · Lesefassung

33. Monduntergang

Leopardi, Giacomo

So wie in öden Nächten · 68 Verse. Mit Quell- und Lesefassung, zitiergestütztem Lesequiz und offenen Schreibaufgaben.

GedichtKlasse 9–10 · 11–131 Abschnitte
Historische Darstellung von Leopardi, Giacomo; Kontextbild zur Autorschaft.
Porträt · Leopardi, Giacomo · it:User:Twice25. · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Paul Heyse

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht kritisch einordnen. Die Stufenzuordnung ist eine Orientierung; Auswahl und Begleitung richten sich nach der Lerngruppe.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 1 von 1

33. Monduntergang

1
XXXIII. Monduntergang.
2
(Gedichtet zwischen 1834 und 37, zuerst veröffentlicht nach des Dichters Tode in der Ranieri'schen Ausgabe, 1845.)
3
So wie in öden Nächten
4
Auf Feld und Wellen, die von Silber glänzen,
5
Wo leichte Winde schweben
6
Und tausend Zauber walten,
7
Und rings mit Truggestalten
8
Die Schatten in der Ferne
9
Gebirg und Meer und Villen
10
Und jeden Zweig und jede Hecke füllen,
11
Nun dicht am Himmelssaume
Vorlage S. 135
12
Hinter Gebirgswand oder in den Schooß
Vorlage S. 135
13
Des Meeres still und groß
Vorlage S. 135
14
Der Mond versinkt und sich die Welt entfärbt
Vorlage S. 135
15
Die Schatten fliehn und nur
Vorlage S. 135
16
Ein dunkler Schleier deckt Gebirg und Flur –
Vorlage S. 135
17
Und dann im blinden Schweigen
Vorlage S. 135
18
Der Nacht mit einsam klagendem Gesang
Vorlage S. 135
19
Den Nachglanz des Gestirns, das seinem Wagen
Vorlage S. 135
20
Die Leuchte vorgetragen,
Vorlage S. 135
21
Der Kärrner grüßt den müden Pfad entlang: –
Vorlage S. 135
22
So schwinden, so entschweben
Vorlage S. 135
23
Sehn wir dem Erdenleben
Vorlage S. 135
24
Die Jugend. So von hinnen
Vorlage S. 135
25
Flieht aller Schein und Schatten
Vorlage S. 135
26
Holdsel'gen Wahns; die hoffenden Gedanken,
Vorlage S. 135
27
Die uns vertröstet hatten
Vorlage S. 135
28
Auf eine Zukunft, sinken und verblassen.
Vorlage S. 135
29
Umnachtet und verlassen
Vorlage S. 135
30
Ist nun das Leben. Mit verwirrten Sinnen
Vorlage S. 135
31
Umblickend, sucht der Wandrer ach, vergebens
Vorlage S. 135
32
Des langen Wegs, den er noch vor sich ahnt,
Vorlage S. 135
33
Ziel oder Zweck und sieht,
Vorlage S. 135
34
Wie fremd ihm das Gebiet,
Vorlage S. 135
35
Und er – wie fremd er ward im Reich des Lebens.
Vorlage S. 135
36
Zu froh und glücklich noch
Vorlage S. 135
37
Würd' unsre Erdennoth
Vorlage S. 135
38
Dort oben scheinen, wenn die Jugendzeit,
Vorlage S. 135
39
Wo jedes Gut die Frucht von tausend Leiden,
Vorlage S. 135
40
Fortwährte durch den ganzen Lebenslauf;
Vorlage S. 135
41
Zu gnädig das Gesetz,
Vorlage S. 135
42
Das jeder Creatur verhängt den Tod,
Vorlage S. 135
43
Wär' nicht ein halbes Leben
Vorlage S. 135
44
Uns noch zuvor gegeben,
Vorlage S. 136
45
Das härter ist als alle Todesschrecken.
Vorlage S. 136
46
O göttlicher Erfindung
Vorlage S. 136
47
Höchst würdig, aller Uebel
Vorlage S. 136
48
Unseligstes, verliehen uns die Ew'gen
Vorlage S. 136
49
Das Alter, wo die Wünsche
Vorlage S. 136
50
Noch glühend sind, die Hoffnung längst erloschen,
Vorlage S. 136
51
Versiegt der Freuden Quell und stets sich häuft
Vorlage S. 136
52
Das Weh, in das kein Tropfen Wonne träuft.
Vorlage S. 136
53
Ihr Hügel und Gefilde,
Vorlage S. 136
54
Nicht lang nachdem der Glanz hinabgesunken,
Vorlage S. 136
55
Der das Gewand der Nacht in Silber taucht,
Vorlage S. 136
56
Nicht lange sollt ihr harren,
Vorlage S. 136
57
Verwais't und bang; bald naht die Morgenfrühe,
Vorlage S. 136
58
Die dämmernd überhaucht
Vorlage S. 136
59
Euch und den Himmel und das Meer von Neuem.
Vorlage S. 136
60
Und auf dem Fuß ihr folgt die hehre Sonne,
Vorlage S. 136
61
Die, in die Runde sendend
Vorlage S. 136
62
Die allgewalt'gen Gluten,
Vorlage S. 136
63
Mit ihren Strahlenfluten
Vorlage S. 136
64
Euch überströmt zusammt den Aetherfluren.
Vorlage S. 136
65
Doch unser Menschenleben, wenn die schöne
Vorlage S. 136
66
Jugend entschwand, erhellt sich fürder nicht
Vorlage S. 136
67
Von anderm Strahl, von anderm Morgenlicht.
Vorlage S. 136
68
Hinfort bleibt es verwittwet, und am Ende
Vorlage S. 136
69
Der Nacht, die düster sinkt auf uns herab,
Vorlage S. 136
70
Harrt unser nach der Götter Schluss – das Grab.
Vorlage S. 136

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »nachdem« in diesem Textausschnitt? »Ihr Hügel und Gefilde, Nicht lang nachdem der Glanz hinabgesunken, Der das Gewand der Nacht in Silber taucht, Nicht lange sollt ihr harren, Verwais't und bang; bald naht die Morgenfrühe, Die dämmernd überhaucht«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Verwais't und bang; bald naht die Morgenfrühe,« B: »So schwinden, so entschweben Sehn wir dem Erdenleben Die Jugend.« C: »Zu gnädig das Gesetz, Das jeder Creatur verhängt den Tod, Wär' nicht ein halbes Leben Uns noch zuvor gegeben, Das härter ist als alle Todesschrecken.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗

8. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Und auf dem Fuß ihr folgt die hehre Sonne, Die, in die …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »nachdem« in diesem Textausschnitt? »Nicht lang nachdem der Glanz hinabgesunken,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »(Gedichtet zwischen 1834 und 37, zuerst […] nach des Dichters Tode in der Ranieri'schen Ausgabe, 1845.)«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Beschreibe die Sprechsituation. Was erfährst du über Stimme, angesprochene Person und Umgebung? Belege zwei Beobachtungen mit kurzen Zitaten.

Impulse zur Selbstprüfung

Unterscheide die lyrische Stimme von der biografischen Person. Wo der Text keine eindeutige Angabe macht, formuliere eine begründete Vermutung.

Textstelle nachlesen ↗

2. Untersuche zwei sprachliche Bilder, Wiederholungen oder Klangwirkungen. Welche Wirkung ist an den jeweiligen Stellen plausibel?

Impulse zur Selbstprüfung

Nenne jeweils Vers oder Absatz und Wortlaut; Deutungen können sich unterscheiden, müssen aber zum Text passen.

Textstelle nachlesen ↗

3. Formuliere eine Deutungshypothese und eine mögliche Gegenlesart. Welche Stelle stützt oder begrenzt deine Deutung?

Impulse zur Selbstprüfung

Trenne Textbeobachtung und Interpretation. Eine begründete Gegenlesart ist kein automatisch falsches Ergebnis.

Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Wähle zwei Wörter aus dem Gedicht. Schreibe damit vier eigene Verse. Du kannst mit „Ich sehe …“ oder „Ich höre …“ beginnen. Reime sind freiwillig.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Zwei Wörter aus der Vorlage werden aufgegriffen.
  • Eigene Verse und übernommene Zitate sind unterscheidbar.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Schreibe eine eigene Strophe aus einer anderen Perspektive. Übernimm ein sprachliches Bild und verändere es bewusst. Erkläre anschließend kurz, was sich an der Wirkung ändert.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Die neue Perspektive ist erkennbar.
  • Ein genauer Textbeleg begründet die Gestaltung.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Entwirf ein Antwortgedicht mit einer Gegenposition oder einer heutigen Situation. Begründe zwei sprachliche Entscheidungen mit kurzen Zitaten aus der Vorlage. Unterscheide eigene Deutung und belegbare Beobachtung.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Kennzeichne den neuen Text als eigene Bearbeitung; belege deine Entscheidungen mit dem Gedicht.

  • Die Antwort setzt sich mit konkreten Stellen auseinander.
  • Zwei korrekt gekennzeichnete Zitate stützen die Begründung.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autorenschaft und Übersetzung nach dokumentierten Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. Quellenedition mit Namensnennung übernommen.

33. Monduntergang

Leopardi, Giacomo: Gedichte und Prosaschriften. Übers. v. Paul Heyse, Berlin: Verlag von Wilhelm Hertz, 1889. Leopardi, Giacomo 135- Berlin

TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung.

Quelltext und Ausgabe ↗ · Originaltext gemeinfrei in Deutschland; annotierte TextGrid-Ausgabe CC BY 3.0 DE Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.