Einen Grundrechtskonflikt mit Perspektivkarten bearbeiten - Gemeinschaftskunde 7-8
Einen Grundrechtskonflikt mit Perspektivkarten bearbeiten - Gemeinschaftskunde 7-8
Fach: Gemeinschaftskunde Klassenstufe: 7–8 Niveau: Fö, G, M und E Thema: Grundrechte, Grundrechtskonflikt, Perspektivwechsel Zeitbedarf: etwa 2–3 Unterrichtsstunden Rechtsstand der Quellenprüfung: 17. Oktober 2026
Einleitung
Stell Dir vor: Zwei Gruppen wollen auf demselben Platz demonstrieren. Beide haben unterschiedliche Meinungen. Beide möchten gehört werden.
Darf die Stadt eine Gruppe verbieten? Entscheidet die Mehrheit? Oder müssen die Rechte aller Beteiligten beachtet werden?
In diesem aiMOOC untersuchst Du einen erfundenen Fall. Du nutzt Perspektivkarten, erkennst Grundrechte und entwickelst ein eigenes begründetes Urteil.
Du lernst:
- Grundrechte: Du erkennst wichtige Rechte im Grundgesetz.
- Perspektivwechsel: Du verstehst unterschiedliche Interessen.
- Verhältnismäßigkeit: Du prüfst mögliche Begrenzungen.
- Urteilsbildung: Du begründest Deine Entscheidung.
Wichtig: Du musst keine persönliche politische Meinung preisgeben. Alle Personen und Ereignisse im Fall sind erfunden. Unterschiedliche, gut begründete Lösungen sind möglich.

Bildhilfe: Das Grundgesetz ist die Verfassung Deutschlands. Das Foto zeigt ein historisches Exemplar, nicht die aktuelle Gesetzesfassung.
Grundwissen: Welche Rechte gelten?
Grundrechte schützen die Freiheit und Gleichheit der Menschen. Sie binden den Staat. Das steht in Artikel 1 des Grundgesetzes.
Meinungsfreiheit – Artikel 5 GG: Jeder darf seine Meinung grundsätzlich frei äußern. Das Recht hat gesetzliche Grenzen, zum Beispiel beim Schutz der persönlichen Ehre.
Versammlungsfreiheit – Artikel 8 GG: Das Grundgesetz schützt friedliche Versammlungen ohne Waffen. Artikel 8 nennt ausdrücklich deutsche Staatsangehörige. Auch andere Menschen können sich auf weiteren rechtlichen Grundlagen auf Versammlungsfreiheit berufen.
Gleichheit – Artikel 3 GG: Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Niemand darf wegen einer Behinderung benachteiligt werden.
Menschenwürde – Artikel 1 GG: Jeder Mensch besitzt Würde. Der Staat muss sie achten und schützen.
Grenzen von Grundrechten: Für Versammlungen unter freiem Himmel sind Beschränkungen durch oder aufgrund eines Gesetzes möglich. Sie müssen rechtlich begründet und verhältnismäßig sein. Ein Verbot ist nicht einfach deshalb erlaubt, weil eine Meinung unbeliebt ist.
Merksatz: Die Mehrheit darf nicht allein entscheiden, wer seine Grundrechte ausüben darf.

Originalquelle von 1949. Vergleiche sie mit dem aktuellen Artikel 8 GG.
Wort-Bild-Hilfen

Meinungsfreiheit: Du darfst eine Meinung sagen oder auf ein Plakat schreiben.

Versammlungsfreiheit: Menschen dürfen sich friedlich treffen, um gemeinsam ihre Anliegen auszudrücken.

Auflage: Eine Behörde kann unter gesetzlichen Voraussetzungen eine bestimmte Regel für eine Versammlung festlegen, zum Beispiel zum Einsatz von Lautsprechern.

Barrierefreiheit: Ein Weg soll auch für Menschen mit Behinderung nutzbar sein.
Wörterhilfe:
| Wort | Einfache Erklärung |
|---|---|
| Grundrecht | Besonders wichtiges, verfassungsrechtlich geschütztes Recht. |
| Interesse | Was jemand möchte oder braucht. |
| Perspektive | Die Sicht einer beteiligten Person. |
| Behörde | Eine staatliche Stelle mit bestimmten Aufgaben. |
| Auflage | Eine behördlich festgelegte Bedingung. |
| Verhältnismäßigkeit | Ein Eingriff darf nicht weiter gehen, als rechtlich nötig und angemessen ist. |
| Minderheit | Eine Gruppe mit weniger Stimmen oder Mitgliedern. |
Der fiktive Fall: Streit auf dem Sonnenplatz
In der erfundenen Stadt Lernstadt gibt es den Sonnenplatz.
An einem erfundenen Samstag wollen dort zwei Gruppen von 15 bis 16 Uhr friedlich demonstrieren.
Gruppe A – Bäume erhalten: Sie möchte alte Bäume in einem Park schützen.
Gruppe B – Wohnungen bauen: Sie fordert neue und bezahlbare Wohnungen.
Beide Gruppen wollen auf dem gut sichtbaren Teil des Sonnenplatzes stehen. Beide möchten Plakate zeigen und sprechen.
Neben dem Platz liegt eine Bibliothek. Ein schmaler Zugang führt zu ihrem Eingang. Menschen mit Rollstuhl oder Kinderwagen brauchen diesen Weg.
Eine Anwohnerin befürchtet zu viel Lärm.
Die zuständige Behörde soll prüfen, wie beide Versammlungen stattfinden können.
Weitere Fallinformationen:
- Beide Gruppen planen friedliche Versammlungen ohne Waffen.
- Für die Übung wird angenommen, dass die Teilnehmenden beider Gruppen deutsche Staatsangehörige sind.
- Es liegen bisher keine konkreten Hinweise auf Gewalt vor.
- Es ist offen, wie viel Platz für beide Gruppen tatsächlich vorhanden ist.
- In einer erfundenen Klassenabstimmung möchten 18 von 24 Jugendlichen nur Gruppe A sehen.
Die Streitfrage: Darf Gruppe B ausgeschlossen werden, weil die Mehrheit Gruppe A unterstützt?
Wichtig: Die Klassenabstimmung ist ein erfundener Teil des Falls. Sie ersetzt keine rechtliche Prüfung.

Das Foto zeigt eine echte Demonstration von 2019, nicht den erfundenen Sonnenplatz und nicht die fiktiven Gruppen. Bild: C.Suthorn, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons; unverändert eingebunden.
Bildauftrag: Beschreibe nur, was Du auf dem Foto erkennen kannst. Erkläre danach, warum auch eine andere friedliche Demonstration Grundrechtsschutz genießen kann.
Textbasierte Orientierung auf dem Sonnenplatz
| Bereich | Information |
|---|---|
| Mitte des Platzes | Beide Gruppen wollen hier demonstrieren. |
| Rand des Platzes | Möglicher zweiter Versammlungsbereich. |
| Bibliothek | Ein schmaler Zugang muss geprüft werden. |
| Wohnhäuser | Eine Anwohnerin befürchtet Lärm. |
| Stadtverwaltung | Die zuständige Behörde prüft mögliche Maßnahmen. |
Leitfrage: Welche Informationen über Platzgröße, Rettungswege und Lautstärke fehlen noch?
Die Übersicht ist eine Textbeschreibung des erfundenen Ortes. Sie ist keine echte Landkarte.
Perspektivkarten: Wer denkt was?
Lies die Karten. Unterscheide Rechte, Interessen und Befürchtungen.
Karte A: Jona – Gruppe Bäume erhalten
Meine Sicht: „Wir möchten die Bäume schützen. Unsere Meinung soll auf dem Platz sichtbar sein.“
Mögliche Rechte: Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit.
Frage an Dich: Warum ist ein gut sichtbarer Platz für die Gruppe wichtig?
Karte B: Melina – Gruppe Wohnungen bauen
Meine Sicht: „Wir möchten bezahlbare Wohnungen. Auch wenn weniger Menschen uns zustimmen, möchten wir demonstrieren.“
Mögliche Rechte: Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz.
Frage an Dich: Warum darf die geringe Zustimmung allein kein Grund für einen Ausschluss sein?
Karte C: Samira – Anwohnerin
Meine Sicht: „Ich möchte, dass die Demonstrationen stattfinden können. Aber ich befürchte sehr laute Musik.“
Interesse: Schutz vor erheblichem Lärm.
Möglicher Rechtsbezug: Artikel 2 des Grundgesetzes schützt unter anderem die körperliche Unversehrtheit. Ob dieses Recht im konkreten Fall betroffen ist, müsste erst geprüft werden.
Frage an Dich: Welche Lösung könnte die Lautstärke begrenzen, ohne die Versammlung unnötig einzuschränken?
Karte D: Alex – Besuch der Bibliothek
Meine Sicht: „Ich benutze einen Rollstuhl. Ich muss den Eingang der Bibliothek erreichen können.“
Interesse: Ein nutzbarer, sicherer Zugang.
Möglicher Rechtsbezug: Artikel 3 Absatz 3 GG verbietet die Benachteiligung wegen einer Behinderung.
Frage an Dich: Was sollte die Behörde beim Zugang zur Bibliothek beachten?

Karte E: Robin – Mitarbeiter der Behörde
Meine Aufgabe: „Ich muss die geltenden Gesetze beachten und die Grundrechte der Beteiligten schützen.“
Prüffragen: Gibt es einen rechtlichen Grund für eine Einschränkung? Kann eine mildere Maßnahme helfen? Ist die Maßnahme angemessen?
Frage an Dich: Welche Tatsachen braucht Robin, bevor eine Entscheidung getroffen wird?
Ein Grundrechtskonflikt entsteht
Beide Gruppen berufen sich auf wichtige Freiheitsrechte. Sie möchten denselben Platz zur selben Zeit nutzen.
Eine Entscheidung muss die Rechte beider Gruppen berücksichtigen.
Auch der Zugang zur Bibliothek und mögliche erhebliche Lärmbelastungen müssen sachlich geprüft werden.
Nicht alles ist automatisch ein Grundrechtskonflikt: Ein Wunsch ist noch kein Grundrecht. Du musst jeweils prüfen, welches Recht wirklich betroffen sein könnte.
Tatsachen, Meinungen und Werturteile
| Art der Aussage | Beispiel aus dem Fall | Erklärung |
|---|---|---|
| Tatsache im fiktiven Fall | Beide Gruppen planen dieselbe Zeit. | Diese Information ist in der Fallgeschichte festgelegt. |
| Meinung | Ich finde den Schutz der Bäume wichtiger. | Eine persönliche Ansicht. |
| Werturteil | Diese Lösung ist gerecht. | Eine Bewertung nach einem Maßstab. |
| Ungeprüfte Behauptung | Die Gruppen werden sich bestimmt schlagen. | Dafür fehlen im Fall konkrete Belege. |
Merke: Eine Befürchtung darf untersucht werden. Sie ist aber nicht schon ein Beweis.
Vier mögliche Entscheidungen
Lösung A: Nur die beliebtere Gruppe A darf demonstrieren.
Lösung B: Beide Gruppen erhalten getrennte Bereiche. Der Zugang zur Bibliothek bleibt frei. Mögliche Lautsprecherregeln werden rechtlich geprüft.
Lösung C: Beide Gruppen erhalten nacheinander Platz in der Mitte. Dafür müsste geprüft werden, ob die zeitliche Einschränkung erforderlich und angemessen ist.
Lösung D: Beide Gruppen versammeln sich ohne jede Absprache am selben engen Bereich.
Denkanstoß: Lösung A ist allein mit der Mehrheitsmeinung nicht zu rechtfertigen. Über B, C und andere Lösungen kannst Du nach Prüfung der Fakten und der rechtlichen Voraussetzungen unterschiedlich urteilen.
Eine Begrenzung prüfen
Frage bei jeder Maßnahme:
- Ziel: Welches berechtigte Ziel soll erreicht werden?
- Eignung: Hilft die Maßnahme dabei?
- Erforderlichkeit: Gibt es eine gleich wirksame, weniger einschränkende Möglichkeit?
- Angemessenheit: Steht die Belastung der Grundrechte in einem vertretbaren Verhältnis zum Schutz des anderen Belangs?
Wichtig: Das ist ein vereinfachtes Prüfschema. Ob eine Auflage rechtlich zulässig ist, hängt vom geltenden Gesetz und den konkreten Tatsachen ab.
Vier Lernzugänge
Wähle den Lernzugang, der zu Deinen Lernbedürfnissen passt. Du kannst Hilfen aus anderen Zugängen verwenden.
Fö-Zugang: Schritt für Schritt
Kurzer Lesetext in einfacher Sprache:
Zwei Gruppen wollen demonstrieren.
Die Gruppen haben andere Meinungen.
Beide Gruppen wollen friedlich sein.
Beide Gruppen haben Rechte.
Der Weg zur Bibliothek soll frei bleiben.
Die Stadt muss gut prüfen.
Schritt 1 – Sehen: Schau Dir die Symbole für Menschen, Megafon und Rollstuhl an. Welches Symbol passt zu „zusammen demonstrieren“? Welches passt zum freien Zugang?
Rückmeldung: Das Menschen-Symbol hilft Dir beim Thema Versammlung. Das Rollstuhl-Symbol erinnert Dich an einen zugänglichen Weg.
Schritt 2 – Zuordnen: Schreibe „Gruppe A“, „Gruppe B“ oder „Alex“ neben die Aussagen: „Bäume schützen“, „Wohnungen bauen“, „Weg zur Bibliothek“.
Rückmeldung: Gruppe A möchte Bäume schützen. Gruppe B möchte Wohnungen. Alex braucht den Weg. Alle Anliegen sollen berücksichtigt werden.
Schritt 3 – Nachdenken: Darf Gruppe B nur wegen der Abstimmung ausgeschlossen werden? Schreibe „Ja“ oder „Nein“ und einen Grund.
Rückmeldung: Nein, die Abstimmung allein reicht nicht. Grundrechte schützen auch Menschen mit einer weniger beliebten Meinung.
Schritt 4 – Entscheiden: Wähle Lösung B oder C oder schreibe eine eigene Lösung. Ergänze: „Ich schlage vor, dass …, weil …“
Rückmeldung: Prüfe, ob beide Gruppen berücksichtigt werden und der Weg nutzbar bleibt. Auch Deine eigene Lösung ist möglich, wenn Du sie verständlich begründest.
Hilfssätze: „Gruppe … möchte …“ – „Das Recht heißt …“ – „Eine faire Möglichkeit wäre …“ – „Ich finde diese Lösung passend, weil …“
G-Zugang: Mit einer Tabelle untersuchen
Arbeite selbstständig mit der folgenden Vorlage.
| Frage | Deine Antwort |
|---|---|
| Wer ist betroffen? | Gruppe A, Gruppe B, weitere Beteiligte … |
| Welche Grundrechte passen? | Artikel 5, Artikel 8, gegebenenfalls Artikel 3 … |
| Was ist noch unbekannt? | Platzgröße, Lautstärke, sichere Wege … |
| Welche zwei Lösungen gibt es? | Lösung … und Lösung … |
| Meine Entscheidung | Ich wähle …, weil … |
Perspektivwechsel: Übernimm danach die Sicht von Melina oder Jona. Welchen Einwand hätte diese Person gegen Deine Lösung?
Rückmeldung: Eine gute Antwort nennt beide Gruppen, trennt Rechte von bloßen Wünschen und erklärt eine mögliche Einschränkung.
M-Zugang: Den Fall selbst analysieren
Untersuche, welche Rechte betroffen sind und welche Tatsachen noch fehlen.
Vergleiche Lösung B und C anhand der Kriterien Schutz der Rechte, freie Zugänge und möglichst geringe Einschränkung.
Formuliere dann ein eigenes Urteil.
Perspektivwechsel: Schreibe anschließend drei Sätze aus Sicht der Gruppe, die durch Deine Lösung Nachteile hat. Überlege, ob Du Deine Entscheidung verändern möchtest.
Rückmeldung: Ein überzeugendes Urteil nennt eine Rechtsgrundlage, mindestens zwei Perspektiven und einen begründeten Vergleich der Lösungen. Du musst nicht die Meinung Deiner Rolle übernehmen.
E-Zugang: Rechtsstaatlich abwägen
Prüfe den Fall genauer mit dem Verhältnismäßigkeitsprinzip.
Gehe dabei auf die gesetzliche Grundlage, den legitimen Zweck, die Eignung, die Erforderlichkeit und die Angemessenheit einer möglichen Einschränkung ein.
Untersuche zusätzlich, warum eine Abstimmung über die Beliebtheit der beiden Meinungen rechtlich keine ausreichende Entscheidungsgrundlage ist.
Perspektivwechsel: Formuliere das stärkste sachliche Gegenargument gegen Deine eigene Lösung. Beantworte es mit Bezug auf Grundrechte und Tatsachen.
Rückmeldung: Eine starke Analyse trennt rechtlich gesicherte Grundsätze von noch ungeklärten Fallfragen. Sie vermeidet eine scheinbar endgültige Rechtsentscheidung bei fehlenden Informationen.
Video-Material
Video: Versammlungsfreiheit
Grundrechte to go: Versammlungsfreiheit – BildungundMedien, 27. Juni 2024.
Textalternative zur rechtlichen Kernaussage: Artikel 8 GG schützt friedliche Versammlungen ohne Waffen. Versammlungen unter freiem Himmel können nur nach den geltenden gesetzlichen Regeln eingeschränkt werden. Eine andere Meinung allein ist kein Verbotsgrund.
Leitfrage: Warum ist die Versammlungsfreiheit auch für kleine Gruppen wichtig?
Video: Meinungsfreiheit
Grundrechte to go: Meinungsfreiheit – BildungundMedien, 29. Mai 2024.
Textalternative zur rechtlichen Kernaussage: Artikel 5 GG schützt die freie Äußerung von Meinungen. Das Recht gilt nicht nur für beliebte Aussagen. Es hat gesetzliche Grenzen, etwa zum Schutz der persönlichen Ehre.
Leitfrage: Warum müssen auch unterschiedliche Meinungen ausgehalten werden?
Barrierefreiheit: Die beiden Textalternativen geben die rechtlichen Kernaussagen wieder und ersetzen keine vollständigen Wort-für-Wort-Transkripte. Für die Aufgaben genügt der Text. Die Verfügbarkeit von YouTube-Untertiteln kann sich ändern.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wo stehen die Grundrechte der deutschen Verfassung? (Im Grundgesetz) (!Im Klassenchat) (!In der Hausaufgabenliste) (!In einer Meinungsumfrage)
Welches Grundrecht schützt die freie Äußerung einer Meinung? (Meinungsfreiheit) (!Berufsfreiheit) (!Eigentumsrecht) (!Briefgeheimnis)
Welches Grundrecht schützt friedliche politische Versammlungen? (Versammlungsfreiheit) (!Postgeheimnis) (!Erbrecht) (!Wohnungsfreiheit)
Warum darf Gruppe B nicht allein wegen geringer Zustimmung ausgeschlossen werden? (Weil Grundrechte auch Minderheiten schützen) (!Weil eine kleine Gruppe immer mehr Rechte hat) (!Weil Abstimmungen alle Gesetze ersetzen) (!Weil die Stadt keine Grundrechte beachten muss)
Welche Information ist im erfundenen Fall ausdrücklich gegeben? (Beide Gruppen wollen friedlich demonstrieren) (!Eine Gruppe plant Gewalt) (!Die Behörde hat ein Verbot beschlossen) (!Die Platzgröße ist genau bekannt)
Welche Aussage ist ein Werturteil? (Die Lösung ist besonders gerecht) (!Beide Gruppen wollen um 15 Uhr beginnen) (!Es gibt einen Zugang zur Bibliothek) (!Gruppe B fordert Wohnungen)
Was sollte vor einer Einschränkung geprüft werden? (Ob eine mildere wirksame Maßnahme möglich ist) (!Welche Meinung am beliebtesten ist) (!Welche Gruppe die schönsten Plakate hat) (!Welche Person am lautesten spricht)
Welche Rolle spielt Artikel 3 bei Alex? (Er verbietet Benachteiligung wegen einer Behinderung) (!Er verbietet alle Demonstrationen) (!Er legt die Lautstärke fest) (!Er bestimmt die Zahl der Plakate)
Welche Aufgabe hat die zuständige Behörde? (Rechtliche Voraussetzungen und konkrete Umstände prüfen) (!Die beliebteste Meinung zur Wahrheit erklären) (!Jede kleine Demonstration automatisch verbieten) (!Die Klassenabstimmung als Gesetz behandeln)
Was macht ein begründetes politisches Urteil aus? (Es beachtet Fakten Rechte und Gegenargumente) (!Es folgt immer der Mehrheit) (!Es berücksichtigt nur die eigene Gruppe) (!Es verzichtet auf jede Begründung)
Rückmeldung zum Quiz
Prüfe nach dem Bearbeiten Deine Antworten.
- Das Grundgesetz ist die Verfassung und enthält die Grundrechte.
- Artikel 5 schützt Meinungsäußerungen.
- Artikel 8 schützt friedliche Versammlungen in seinem Anwendungsbereich.
- Auch Minderheiten können ihre Grundrechte ausüben.
- Friedlichkeit ist vorgegeben; Gewalt darf nicht erfunden werden.
- „Gerecht“ bewertet eine Situation und ist deshalb ein Werturteil.
- Eine mildere wirksame Maßnahme kann einen stärkeren Eingriff vermeiden.
- Artikel 3 schützt vor Benachteiligung wegen einer Behinderung.
- Die Behörde muss nach Recht und Tatsachen entscheiden.
- Eine gute Begründung berücksichtigt mehrere Seiten.
Wenn etwas noch unklar ist: Lies die passende Perspektivkarte erneut und verbessere Deine Begründung.
Memory
Ordne die Begriffe ihren Erklärungen zu.
| Meinungsfreiheit | Eine eigene Ansicht äußern dürfen |
| Versammlungsfreiheit | Friedlich gemeinsam ein Anliegen vertreten |
| Grundrecht | Verfassungsrechtlich geschützte Freiheit oder Gleichheit |
| Perspektive | Sichtweise einer beteiligten Person |
| Minderheitenschutz | Rechte gelten auch bei wenig Zustimmung |
| Behörde | Staatliche Stelle mit bestimmten Aufgaben |
| Verhältnismäßigkeit | Nicht stärker als rechtlich nötig eingreifen |
Rückmeldung: Achte besonders auf den Unterschied zwischen einem Grundrecht und einem Interesse. Nicht jeder Wunsch ist ein eigenes Grundrecht.
Drag and Drop
Ordne die Aussagen den passenden Begriffen zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Meinungsfreiheit | Eine Gruppe darf ihre politische Ansicht ausdrücken |
| Versammlungsfreiheit | Menschen kommen friedlich zu einer Kundgebung zusammen |
| Barrierefreiheit | Der Zugang zur Bibliothek bleibt nutzbar |
| Perspektivwechsel | Eine Person betrachtet die Lage aus einer anderen Rolle |
| Verhältnismäßigkeit | Eine Beschränkung wird auf ihre Notwendigkeit und Angemessenheit geprüft |
Rückmeldung: Das Recht zur Versammlung betrifft das friedliche Zusammenkommen. Die Meinungsfreiheit betrifft das Äußern von Ansichten. Bei einer Demonstration können beide Rechte zugleich wichtig sein.
Kreuzworträtsel
| Grundgesetz | Wie heißt die deutsche Verfassung? |
| Meinung | Wie heißt eine persönliche Ansicht? |
| Versammlung | Wie heißt ein gemeinsames Zusammenkommen zum Austausch von Ansichten? |
| Minderheit | Wie heißt eine Gruppe mit vergleichsweise wenigen Stimmen? |
| Auflage | Wie heißt eine behördlich bestimmte Bedingung? |
| Behörde | Wie heißt eine staatliche Stelle mit bestimmten Aufgaben? |
Rückmeldung: Erkläre danach mit eigenen Worten, weshalb eine Auflage nicht allein auf der Unbeliebtheit einer Meinung beruhen darf.
LearningApps
Suche weitere passende Lernübungen.
Hinweis: Dies ist eine thematische Suche. Die Ergebnisse stammen von unterschiedlichen Anbietern und müssen vor dem Unterricht geprüft werden.
Lückentext
Rückmeldung: Kontrolliere, ob Du Grundrechte, Interessen und Bewertungen auseinanderhalten kannst.
Offene Aufgaben
Du darfst bei jeder Urteilsaufgabe zu einem eigenen Ergebnis kommen. Entscheidend sind Deine Gründe.
Leicht
- Bildbeschreibung – Fö: Beschreibe das Commons-Foto der Demonstration in drei einfachen Sätzen. Unterscheide Sichtbares und Vermutetes.
- Wort-Bild-Zuordnung – Fö: Ordne die Commons-Symbole „Menschen“, „Megafon“ und „Rollstuhl“ passenden Begriffen zu und erkläre Deine Auswahl.
- Perspektivkarte – Fö/G: Wähle Jona, Melina oder Alex und ergänze schriftlich: „Ich möchte …, weil …“
- Konfliktlösung – Fö/G: Schreibe zwei Regeln auf, durch die beide Demonstrationen berücksichtigt werden könnten.
Standard
- Meinungsfreiheit – G: Untersuche, warum unterschiedliche politische Meinungen rechtlich geschützt sind. Beziehe Dich auf beide Gruppen.
- Perspektivwechsel – G/M: Schreibe einen kurzen erfundenen Dialog zwischen Melina und Jona mit zwei sachlichen Argumenten pro Person.
- Faktencheck – G/M: Erstelle eine Tabelle mit gegebenen Fakten, ungeklärten Fragen und Werturteilen aus dem Fall.
- Verhältnismäßigkeit – M: Vergleiche zwei mögliche Maßnahmen der Behörde und begründe, welche nach den vorhandenen Informationen weniger einschränkend erscheint.
Schwer
- Grundrechtskonflikt – M/E: Verfasse eine kurze Fallanalyse mit Beteiligten, möglichen Rechtsgrundlagen, offenen Tatsachen und Handlungsalternativen.
- Minderheitenschutz – M/E: Begründe schriftlich, warum eine Mehrheitsabstimmung über die Beliebtheit von Demonstrationsmeinungen keine ausreichende Rechtsgrundlage ist.
- Rollenspiel – E: Simuliere ein kurzes sachliches Gespräch zwischen den fünf fiktiven Rollen. Formuliere anschließend einen Lösungsvorschlag und einen berechtigten Einwand.
- Politische Urteilsbildung – E: Schreibe eine Entscheidung der fiktiven Behörde mit möglichen Auflagen, rechtlichen Voraussetzungen, Verhältnismäßigkeitsprüfung und verbleibenden Unsicherheiten.


Lernkontrolle
Bei diesen Aufgaben geht es um Zusammenhänge und das Anwenden Deines Wissens.
- Transferleistung: Beide Gruppen erhalten zwei getrennte Flächen. Erkläre, wann diese Lösung Rechte schützen kann und welche Informationen Du noch benötigst.
- Grundrechtsabwägung: Eine Anwohnerin behauptet, jede laute Kundgebung müsse verboten werden. Untersuche diese Forderung anhand der Rechtslage und der fehlenden Fakten.
- Perspektivwechsel: Betrachte dieselbe Lösung zuerst aus Sicht von Melina und dann aus Sicht von Alex. Welche unterschiedlichen Probleme können entstehen?
- Demokratie: Eine Mehrheit möchte eine friedliche Minderheit ausschließen. Erkläre den Unterschied zwischen einer politischen Abstimmung und dem Schutz von Grundrechten.
- Verhältnismäßigkeitsprinzip: Vergleiche eine Beschränkung der Lautsprecher mit einem vollständigen Verbot. Welche zusätzlichen Voraussetzungen müssten geprüft werden?
- Urteilsbildung: Entwickle eine eigene Lösung. Nenne mindestens zwei betroffene Perspektiven, einen Rechtsbezug und ein Gegenargument.
Transparente Bewertungskriterien
| Kriterium | Gute Leistung | Punkte |
|---|---|---|
| Fakten erkennen | Gegebene und ungeklärte Informationen sind getrennt. | 0–2 |
| Grundrechte zuordnen | Passende Artikel und deren Schutzbereiche werden verständlich genannt. | 0–2 |
| Perspektiven berücksichtigen | Mindestens zwei unterschiedliche Sichtweisen werden sachlich dargestellt. | 0–2 |
| Begrenzungen prüfen | Mildere Möglichkeiten und rechtliche Voraussetzungen werden berücksichtigt. | 0–2 |
| Urteil begründen | Die Entscheidung enthält nachvollziehbare Gründe und ein Gegenargument. | 0–2 |
Maximal: 10 Punkte.
0 Punkte: noch nicht erkennbar. 1 Punkt: teilweise erkennbar. 2 Punkte: nachvollziehbar und sachlich zutreffend.
Für Fö: Kurze Sätze, Wort-Bild-Hilfen, mündliche Antworten oder unterstützte Zuordnungen sind möglich. Entscheidend ist die gezeigte Kompetenz, nicht die Textlänge.
Für alle: Es gibt keine Punktvorgabe für eine bestimmte politische Meinung. Bewertet werden Rechtsbezug, Belege, Perspektivübernahme und Begründung.
Lernnachweis
Erstelle ein Fallblatt zum Sonnenplatz. Du kannst es schriftlich oder unterstützt mündlich vorstellen.
Es soll enthalten:
- Der Fall: Eine kurze Zusammenfassung mit den wichtigsten Tatsachen.
- Die Beteiligten: Mindestens zwei Perspektiven und deren Interessen.
- Die Rechte: Die passenden Grundrechte mit Artikelnummern.
- Die Prüfung: Eine mögliche Begrenzung und eine mildere Alternative.
- Das Urteil: Deine begründete Entscheidung mit mindestens einem Gegenargument.
Selbstkontrolle: Habe ich Tatsachen und Meinungen getrennt? Habe ich beide Gruppen berücksichtigt? Habe ich die rechtlichen Grenzen geprüft? Kann ich meine Entscheidung erklären?
OERs zum Thema
Wikipedia: Grundrechte in Deutschland
Fachlich geprüfte Rechts- und Lernquellen:
- Grundgesetz Artikel 1 – Menschenwürde und Bindung des Staates.
- Grundgesetz Artikel 2 – Persönlichkeitsentfaltung und körperliche Unversehrtheit.
- Grundgesetz Artikel 3 – Gleichheit und Benachteiligungsverbot.
- Grundgesetz Artikel 5 – Meinungsfreiheit und ihre Schranken.
- Grundgesetz Artikel 8 – Versammlungsfreiheit und gesetzliche Beschränkungen.
- Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 31. Januar 2022 – Rechtliche Maßstäbe für Versammlungsbeschränkungen.
- Bundeszentrale für politische Bildung: Versammlungsfreiheit – Einfache Sprache.
- Bundeszentrale für politische Bildung: Einfaches Politik-Lexikon – Ergänzende Erklärungen.
- HanisauLand: Die Grundrechte – Kinder- und jugendgerechte Vertiefung.
- Bundesverfassungsgericht: Meinungs- und Versammlungsfreiheit – Institutionelles Erklärvideo.
Quellenstand: Rechtliche Kernangaben anhand der veröffentlichten Gesetzestexte geprüft am 17. Oktober 2026. Der fiktive Fall ersetzt keine rechtliche Einzelfallprüfung. Maßgebliche Versammlungsgesetze und Zuständigkeiten können je nach Bundesland unterschiedlich sein.
Mediennachweise und Lizenzen
Die folgenden Bilddateien sind vorhandene Medien auf Wikimedia Commons. Alle werden ohne eigene Bildbearbeitung eingebunden. Die Dateiseiten dokumentieren Urheber, Lizenz und Herkunft.
1. Historisches Grundgesetz
Urheber des Fotos: Andreas Praefcke. Aufnahme 2007; historisches Faksimile von 1949. Lizenzstatus: Public Domain / PD-self; vom Fotografen als gemeinfrei freigegeben. Keine verpflichtende Namensnennung. Namensnennung erfolgt freiwillig.
2. Historischer Artikel 8
Urheber des amtlichen Texts: Parlamentarischer Rat. Quelle: Bundesgesetzblatt vom 23. Mai 1949. Lizenzstatus: PD-GermanGov, amtliches Werk gemäß § 5 Absatz 1 UrhG. Gemeinfrei. Historische Darstellung, nicht als aktuelle Gesetzesfassung zu verwenden.
3. Symbol für Meinungsfreiheit
Urheber: Madelgarius. Eigenes Werk, 23. April 2020. Lizenz: CC BY-SA 4.0. Erforderliche Namensnennung: Madelgarius, Dateilink, Lizenzlink; Änderungen: keine.
4. Symbol für eine Menschengruppe
Quelle und Urheberangabe der Dateiseite: OpenClipart, ursprünglich 30. Mai 2006. Lizenz: CC0 1.0. Keine verpflichtende Namensnennung. Herkunft wird freiwillig dokumentiert.
5. Megafon-Symbol
Urheber: B.Lachner. Eigenes Werk, 6. September 2018. Lizenz: CC0 1.0. Keine verpflichtende Namensnennung. Herkunft wird freiwillig dokumentiert.
6. Internationales Rollstuhlsymbol
Quelle: US-Verkehrszeichen beziehungsweise US Department of Transportation. Lizenzstatus: Public Domain laut Commons-Dateiseite; gemeinfreies Zeichen. Keine verpflichtende Namensnennung.
7. Foto einer Demonstration
FridaysForFuture Demonstration 25-01-2019 Berlin 91.jpg
Urheber: C.Suthorn. Fotografie vom 25. Januar 2019 in Berlin. Lizenz: CC BY-SA 4.0. Erforderliche Namensnennung: C.Suthorn, Dateilink, Lizenzlink; Änderungen: keine. Persönlichkeitsrechte abgebildeter Personen bleiben zu beachten.
Mediengrundsatz: Frei zugänglich bedeutet nicht automatisch gemeinfrei. Bei Weiterverwendung der CC-BY-SA-Dateien sind Urheber, Datei, Lizenz und eventuelle Änderungen anzugeben.
Videos: Die YouTube-Videos sind extern eingebundene Bildungsangebote des Kanals BildungundMedien (2024). Sie werden nicht als frei lizenzierte Commons-Medien ausgegeben. Der Kurs enthält Textalternativen zu den rechtlichen Kernaussagen. Es werden keine fremden Videodateien kopiert.
Weitere Hinweise zur Barrierefreiheit: Alle eingebundenen Bilder haben Alternativtexte. Wesentliche Bildinformationen werden zusätzlich im Lerntext erklärt. Es wird keine Audiodatei ohne Transkript eingebunden und keine Animation neu erzeugt.
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