Die Freundschaft - Schiller, Friedrich - Gedichtanalyse
Die Freundschaft - Schiller, Friedrich - Gedichtanalyse
Einleitung
Die Freundschaft ist ein Gedicht von Friedrich Schiller. Es erschien 1782 in der Anthologie auf das Jahr 1782. Das Gedicht hat 60 Verse in zehn Strophen.
Es geht um eine große Freundschaft. Die sprechende Figur glaubt: Liebe und Freundschaft verbinden Menschen und geben ihrem Leben Sinn.
Für Dich: Klasse 9–10, kurze Leseabschnitte, einfache Erklärungen, Quellenarbeit und kreative Schreibaufgaben.
Friedrich Schiller, Porträt von Anton Graff, entstanden 1786–1791. Das Bild entstand erst nach der Veröffentlichung des Gedichts.
Höre den Begriff Freundschaft:
Wikimedia-Commons-Ausspracheaufnahme von Jeuwre. Dies ist keine Gedichtlesung.
Einstiegsfrage: Was macht für Dich eine gute Freundschaft aus? Notiere drei Begriffe.
Historischer Hintergrund
Schiller lebte von 1759 bis 1805. Das Gedicht gehört zu seinem frühen Werk. Es entstand im Umfeld des Sturm und Drang.
In dieser literarischen Bewegung spielten Gefühle, persönliche Freiheit und starke Empfindungen eine wichtige Rolle.
Wichtig: Das Gedicht ist kein einfacher Bericht aus Schillers Privatleben.
Video: Sturm und Drang – musstewissen Deutsch / funk
Sehauftrag: Notiere zwei Merkmale des Sturm und Drang. Prüfe anschließend, ob sie zum Gedicht passen.
Quellfassung: Die Ausgabe von 1782
Die historische Quellfassung steht in der Anthologie auf das Jahr 1782, Seiten 148–151. Die Ausgabe erschien tatsächlich in Stuttgart bei J. B. Metzler. Das historische Impressum nennt den fingierten Druckort Tobolsko.
Der Untertitel ordnet das Gedicht fiktiven Briefen von Julius an Raphael zu. Im Original steht am Ende die Signatur Y.
Erster Vers: „Freund! genügsam ist der Wesenlenker –“
Die Quellfassung hat alte Schreibweisen, zum Beispiel „Gesezen“ und „Sfären“. Sie werden nicht stillschweigend geändert.
Vollständiger, am Originaldruck geprüfter Text: Die Freundschaft bei Wikisource
Vom Nutzer genannter Ausgangspunkt: Die Freundschaft bei Zeno.org
Die folgenden vier Originalseiten zeigen alle 60 Verse. Du kannst die Seiten zum genaueren Lesen vergrößern.
Originaldruck: Seite 148 – Verse 1–12

Seite 148 mit geprüftem Quellentext
Leseauftrag: Suche die Wörter für Natur, Weltall und Bewegung.
Originaldruck: Seite 149 – Verse 13–30

Seite 149 mit geprüftem Quellentext
Leseauftrag: Markiere die direkte Anrede an Raphael und eine Stelle über das Glück der Freundschaft.
Originaldruck: Seite 150 – Verse 31–48

Seite 150 mit geprüftem Quellentext
Leseauftrag: Finde den Gegensatz zwischen Hass und Liebe.
Originaldruck: Seite 151 – Verse 49–60

Seite 151 mit geprüftem Quellentext
Leseauftrag: Überlege, warum die sprechende Figur am Schluss vom Schöpfer spricht.
Lesefassung in einfacher Sprache
Diese Lesefassung erklärt die Gedanken der zehn Strophen. Sie ist eine freie, sinngemäße Nacherzählung, keine wörtliche Wiedergabe und keine Übersetzung aus einer Fremdsprache.
Die Verse beziehen sich immer auf die Quellfassung von 1782.
Verse 1–6: Die sprechende Figur glaubt, dass eine große Kraft die Welt ordnet. Newtons Naturforschung dient ihr als Beispiel für diese Ordnung.
Verse 7–12: Die Himmelskörper folgen geordneten Bahnen. Ähnlich stellt sich die Figur vor, dass auch geistige Wesen miteinander verbunden sind.
Verse 13–18: Diese verbindende Kraft erklärt für die Figur auch ihre Freundschaft mit Raphael. Mit ihm möchte sie einem höheren Ziel näherkommen.
Verse 19–24: Unter sehr vielen Menschen hat sie gerade diesen einen Freund gefunden. Sie glaubt, dass ihre Verbindung sogar großes Chaos übersteht.
Verse 25–30: Im Freund erkennt sie auch etwas von sich selbst. Durch die Freundschaft erscheint ihr die ganze Welt schöner.
Verse 31–36: Nähe und Zuneigung können trösten. Gleichzeitig beschreibt die Figur Liebe als ein sehr starkes und manchmal widersprüchliches Gefühl.
Verse 37–42: Ohne andere Menschen würde sich die Figur einsam fühlen. Sie würde sich sogar vorstellen, dass Steine antworten könnten.
Verse 43–48: Hass trennt Menschen. Liebe verbindet sie. Die Figur sieht in der Liebe eine Kraft, die Menschen über sich hinauswachsen lässt.
Verse 49–54: Sie entwirft ein Bild, in dem viele Wesen gemeinsam einem Ziel entgegengehen. Dabei nutzt sie Vorstellungen und Bezeichnungen ihrer Zeit.
Verse 55–60: Am Ende stellt sie sich vor, dass sogar der Schöpfer ein Gegenüber sucht und deshalb andere Wesen erschafft. Das ist eine dichterische Vorstellung, kein bewiesener Sachverhalt.
Merksatz: Das Gedicht stellt Freundschaft als eine Kraft dar, die Einzelne miteinander und mit einem größeren Ganzen verbindet.
Wort-Hilfe
| Schwieriges Wort | Einfache Erklärung |
|---|---|
| Wesenlenker | Eine höhere Macht, die alles lenkt |
| Sfären | Historische Schreibweise von Sphären, hier Bereiche des Weltalls |
| Geistersonne | Bild für ein höheres geistiges Ziel |
| Sympathie | Mitgefühl und innere Verbundenheit |
| Seraf | Ein Engel, auch Seraph genannt |
| Thor | Alte Schreibweise von Tor im Sinn eines törichten Menschen |
| Wollust | Hier ein Ausdruck für intensives Empfinden und sinnliche Freude |
| Mogole | Historische Bezeichnung, die im Gedicht innerhalb eines zeittypischen Menschenbildes verwendet wird |
Denke nach: Welche Wörter klingen heute ungewöhnlich? Welche Bedeutungen könntest Du ohne die Wort-Hilfe missverstehen?
Gedichtanalyse
Autor, lyrische Stimme und Deutung
Autor: Friedrich Schiller hat das Gedicht verfasst.
Sprechende Figur: Das Gedicht gehört laut Untertitel zu den fiktiven Briefen von Julius an Raphael. Du kannst deshalb Julius als sprechende Figur verstehen.
Angesprochener: Raphael ist der Freund, an den sich die Worte richten.
Interpretation: Wir können die Gedanken dieser Figur untersuchen. Wir dürfen sie aber nicht einfach als Schillers persönliche Meinung oder als seine Biografie ausgeben.
Auch die besonders intensive Zuneigung lässt verschiedene Deutungen zu. Eine Deutung braucht immer Textbelege.
Aufbau und Reime
Das Gedicht hat zehn Strophen. Jede Strophe hat sechs Verse.
In der ersten Strophe erkennst Du das Reimschema aabccb. Die ersten beiden Verse bilden einen Paarreim. Die restlichen vier Verse sind durch einen umarmenden Reim miteinander verbunden.
Diese Bauform erscheint auch in den weiteren Strophen. Beim Metrum solltest Du sorgfältig hören, statt nur nach einem Reim zu urteilen.
Video: Metrum bestimmen – musstewissen Deutsch / funk
Übung: Lies die erste Strophe laut. Unterstreiche betonte Silben und vergleiche Deine Lösung mit einem Mitschüler oder einer Mitschülerin.
Natur und Weltall als Bilder
Das Gedicht nennt Isaac Newton. Seine Forschung steht im Zusammenhang mit der Vorstellung einer gesetzmäßig geordneten Natur.

Isaac Newton, Porträt von Godfrey Kneller, 1689.

Historische Darstellung des kopernikanischen Weltbildes von Andreas Cellarius, 1660. Sie ist ein Anschauungsbild, keine Illustration von Schillers Gedicht.
Animation: Bewegung auf einer Umlaufbahn

Animation von HereToHelp, Wikimedia Commons. Sie erklärt eine physikalische Bewegung und keine Gesetzmäßigkeit von Freundschaft.
Deutung: Die sprechende Figur überträgt Vorstellungen von Ordnung und Zusammenhalt aus der Natur auf Beziehungen zwischen geistigen Wesen.
Denkfrage: Was erklärt das Bild der Umlaufbahn gut? Wo stößt der Vergleich mit menschlicher Freundschaft an seine Grenzen?
Freundschaft als Verbindung
Die Figur beschreibt Raphael als einen besonders wichtigen Menschen. In der Freundschaft fühlt sie sich verstanden und weniger allein.

Symbolisches Foto verbundener Hände von Rhoda Baer. Es ist keine historische Darstellung aus Schillers Zeit.
Im Gedicht findet sich ein starker Gegensatz zwischen Hass und liebender Nähe. Dieser Gegensatz hilft, die zentrale Aussage zu verstehen.
Deutungshypothese: Freundschaft macht das Leben der sprechenden Figur reicher und stärkt ihr Gefühl der Zugehörigkeit.
Prüfe die Hypothese: Suche zwei Stellen in der Quellfassung. Erkläre jeweils, wie sie Deine Deutung stützen.
Sprache und Stilmittel
Anrede: Die sprechende Figur richtet sich direkt an ihren Freund. Das schafft Nähe.
Wiederholung: Mehrfach genannte Gefühle verstärken die Begeisterung.
Vergleich: Die Bewegung von Bächen zum Meer veranschaulicht ein gemeinsames Streben.
Metapher: Die Geistersonne ist kein wirklicher Himmelskörper, sondern ein dichterisches Bild.
Gegensatz: Hass und Liebe erhalten gegensätzliche Wirkungen.
Übertreibung: Die sehr großen kosmischen Bilder lassen die Freundschaft besonders bedeutend erscheinen.
Video: Rhetorische Mittel erkennen – musstewissen Deutsch / funk
Merke: Nenne ein Stilmittel nicht nur. Erkläre auch seine Wirkung im Zusammenhang mit dem Gedicht.
Die Schlussstrophe verstehen
In den Versen 55–60 stellt sich die Figur einen göttlichen Schöpfer vor, der andere Wesen schafft.
Eine mögliche Deutung: Selbst ein vollkommenes Wesen wird hier in Beziehung zu anderen Wesen gedacht. Das unterstreicht die große Bedeutung von Verbundenheit.
Eine kritische Frage: Ist diese Vorstellung für Dich überzeugend? Begründe Deine Antwort am Text.
Historische Sichtweisen kritisch prüfen
In den Versen 49–54 verwendet das Gedicht Bezeichnungen für verschiedene Menschen und geistige Wesen. Diese gehören zum Weltbild seiner Zeit.
Du musst solche Vorstellungen nicht übernehmen. Du kannst untersuchen, ob sie Menschen gleichwertig darstellen oder eine Rangfolge nahelegen.
Aufgabe: Formuliere den Gedanken allgemeiner menschlicher Verbundenheit in Deiner eigenen, heutigen Sprache.
Hören, Vergleichen und Schreiben
Hörvergleich mit einem anderen Schiller-Gedicht
Hörfassung von Schillers „An die Freude“, gesprochen von Hokuspokus für LibriVox. Dies ist ausdrücklich nicht „Die Freundschaft“.
Auch An die Freude behandelt die Verbindung zwischen Menschen. Vergleiche die beiden Gedichte inhaltlich, ohne sie miteinander zu verwechseln.
Hörauftrag: Notiere ein gemeinsames Motiv und einen Unterschied.
Eine kurze Gedichtanalyse schreiben
Eine verständliche Gedichtanalyse besteht aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.
Einleitung: Nenne Titel, Autor, Ausgabejahr und Thema.
Hauptteil: Erkläre Inhalt, Aufbau und zwei sprachliche Mittel. Verwende Versangaben.
Schluss: Formuliere Deine Deutung und begründe sie.
Video: Gedichtanalyse schreiben – musstewissen Deutsch / funk
Gestufte Hilfen
Hilfe 1 – Einstieg: Markiere Wörter zu Gefühlen, Freundschaft und Weltall. Erzähle den Inhalt zuerst mündlich.
Hilfe 2 – Sicherer werden: Arbeite nach diesem Muster: Beobachtung – Versbeleg – Erklärung der Wirkung.
Hilfe 3 – Weiterdenken: Überlege eine zweite mögliche Deutung. Prüfe, welche Textstellen dafür und welche dagegen sprechen.
Satzanfang: „In den Versen ... beschreibt die sprechende Figur ... . Dadurch entsteht der Eindruck, dass ... .“
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Lesequiz mit Versbelegen: Alle Versangaben beziehen sich auf die Ausgabe von 1782. Lies die jeweilige Stelle vor dem Beantworten nach. Pro Frage gibt es eine richtige Antwort.
Was bewirkt die Anrede „Freund!“ in Vers 1? (Die sprechende Figur wendet sich direkt an jemanden) (!Sie beendet einen Streit vor Gericht) (!Sie beschreibt einen fremden Herrscher) (!Sie zählt Naturgesetze auf)
Welche Bedeutung hat „Newton“ in Vers 6 für den Gedankengang? (Er steht für die Erkenntnis einer Ordnung in der Natur) (!Er ist der Verleger des Gedichts) (!Er ist der Adressat aller Briefe) (!Er ist eine Figur aus der griechischen Mythologie)
Wen spricht die Figur mit „Raphael“ in Vers 16 an? (Ihren Freund) (!Ihren Lehrer) (!Einen König) (!Den Erfinder eines Instruments)
Welche Stimmung vermittelt „Glüklich!“ in Vers 19? (Starke Freude über die gefundene Freundschaft) (!Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen) (!Wut über ein verlorenes Spiel) (!Angst vor einem Krieg)
Was bleibt nach Vers 22–24 trotz des „Chaos“ bestehen? (Die Verbindung der Herzen) (!Die geordnete Lage aller Atome) (!Die Sicherheit aller Städte) (!Die Bewegungslosigkeit der Welt)
Welches Reimschema erkennst Du in der ersten Strophe? (aabccb) (!ababab) (!aabbcc) (!abcabc)
Welche Funktion haben die „Flammenaugen“ in Vers 25? (Sie beschreiben einen intensiven Blick bildhaft) (!Sie sind eine naturwissenschaftliche Messung) (!Sie nennen den Titel eines Romans) (!Sie bezeichnen einen fernen Planeten)
Was stellt das Gedicht dem „hassen“ in Vers 43 gegenüber? (Das liebende Umarmen) (!Das Rechnen mit Zahlen) (!Das Schweigen im Unterricht) (!Das Reisen durch Städte)
Was bezeichnet „Seraf“ in Vers 51? (Ein Engelswesen) (!Eine Sternwarte) (!Einen antiken Feldherrn) (!Ein Musikinstrument)
Welcher Gedanke wird mit „Freundlos“ in Vers 55 eingeleitet? (Auch der Schöpfer wird als Wesen mit einem Wunsch nach Gegenüber vorgestellt) (!Raphael ist für immer verschwunden) (!Die Natur besitzt keine Ordnung) (!Das Gedicht beginnt eine Kriegserzählung)
Memory
Finde die passenden Begriffe und Erklärungen.
| Wesenlenker | Höhere lenkende Macht |
| Raphael | Angesprochener Freund |
| Geistersonne | Geistiges Zielbild |
| Sympathie | Innere Verbundenheit |
| Seraf | Engelswesen |
| Paarreim | Zwei aufeinanderfolgende reimende Verse |
Drag and Drop
Ordne die sprachlichen Mittel ihren Beispielen oder Funktionen zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Direkte Anrede | Ansprache an einen Freund |
| Vergleich | Bäche bewegen sich zum Meer |
| Metapher | Sonne als Bild für ein geistiges Ziel |
| Wiederholung | Ein Gefühl wird mehrfach ausgerufen |
| Gegensatz | Hass und liebende Nähe |
Kreuzworträtsel
| Raphael | Wie heißt der im Gedicht direkt angesprochene Freund? |
| Newton | Welcher Naturforscher wird im Gedicht genannt? |
| Chaos | Welches Wort bezeichnet die große Unordnung in Vers 22? |
| Liebe | Welche Kraft verbindet nach der Vorstellung der sprechenden Figur die Menschen? |
| Spiegel | Mit welchem Gegenstand vergleicht die Schlussstrophe sinngemäß die geschaffenen Wesen? |
| Seraf | Wie heißt das im Gedicht erwähnte Engelswesen? |
LearningApps
Hier findest Du gegebenenfalls weitere Übungen zum Thema. Die Suchansicht ist kein Nachweis für eine bereits vorhandene, geprüfte Einzelaufgabe.
Lückentext
Offene Aufgaben
Diese Aufgaben werden nicht automatisch bewertet. Du kannst Deine Ergebnisse als Text, Zeichnung, Vortrag oder Projekt gestalten. Nutze bei Textdeutungen Versangaben.
Leicht
- Freundschaft: Schreibe fünf Sätze über eine gute Freundschaft. Vergleiche einen Deiner Gedanken mit dem Gedicht.
- Illustration: Zeichne ein Bild zu einer Strophe. Schreibe darunter, welche Verse zu Deinem Bild passen.
- Wortschatz: Erstelle sechs Wortkarten mit alten Gedichtwörtern und einfachen Erklärungen.
- Vorlesen: Lies eine Strophe betont vor. Erkläre, warum Du bestimmte Wörter hervorhebst.
Standard
- Brief: Schreibe eine Antwort Raphaels an Julius. Beziehe Dich auf mindestens zwei Aussagen des Gedichts.
- Comic: Gestalte einen Comic mit vier Bildern zu einer wichtigen Gedichtstelle. Verwende eigene Bildideen.
- Interview: Befrage freiwillige Gesprächspartner zur Bedeutung von Freundschaft. Fasse die Antworten anonym zusammen und vergleiche sie mit dem Gedicht.
- Gedichtanalyse: Verfasse eine kurze Analyse von ungefähr 180 Wörtern mit zwei Versbelegen.
Schwer
- Literaturvergleich: Vergleiche die Darstellung der menschlichen Verbundenheit in „Die Freundschaft“ und „An die Freude“. Belege Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
- Kreatives Schreiben: Schreibe ein eigenes Gedicht über Freundschaft. Nutze bewusst mindestens zwei sprachliche Mittel und erläutere ihre Wirkung.
- Literaturgeschichte: Vergleiche historische und heutige Vorstellungen von Freundschaft. Trenne dabei Textbefunde und eigene Wertungen.
- Quellenkritik: Untersuche die Originalausgabe von 1782 und eine modernisierte Fassung. Dokumentiere mindestens fünf Schreibweisen und erkläre, weshalb eine genaue Quellenangabe wichtig ist.


Lernkontrolle
Die folgenden Aufgaben prüfen Dein Verstehen und die Übertragung auf neue Situationen. Es gibt nicht nur eine denkbare Deutung, aber jede Interpretation braucht nachvollziehbare Belege.
- Interpretation: Eine Person behauptet, das Gedicht handele nur von zwei Freunden. Eine andere erkennt darin auch ein Bild der Weltordnung. Prüfe beide Sichtweisen anhand des Textes.
- Metapher: Erfinde ein heutiges Bild für die verbindende Kraft der Freundschaft. Vergleiche seine Wirkung mit einem kosmischen Bild des Gedichts.
- Quellenkritik: Erkläre an einem Beispiel, wie eine modernisierte Schreibweise das Lesen erleichtert und zugleich einen Unterschied zur historischen Ausgabe verdecken kann.
- Lyrisches Ich: Eine Mitschülerin sagt, Schiller spreche in jedem Vers direkt über sich selbst. Formuliere eine begründete Antwort.
- Transfer: Beschreibe eine Situation aus dem heutigen Alltag, in der Menschen durch Zusammenhalt eine Schwierigkeit überwinden. Prüfe, welche Gedanken aus dem Gedicht dazu passen.
- Medienkompetenz: Vergleiche einen Originalscan, ein modernes Erklärvideo und Deine eigene Deutung. Erkläre, welche Quelle welche Art von Aussage belegen kann.
Lernnachweis
Für einen gelungenen Lernnachweis sollst Du zeigen, dass Du das Gedicht verstanden hast und begründet deuten kannst.
- Du kannst Titel, Autor, historische Ausgabe und Umfang richtig nennen.
- Du kannst die fiktive Sprechsituation von Schillers Autorschaft unterscheiden.
- Du kannst die zehn Strophen in kurzen, eigenen Worten zusammenfassen.
- Du kannst Reime und mindestens zwei sprachliche Mittel untersuchen.
- Du kannst eine Deutung mit genauen Versangaben begründen.
- Du kannst historische Schreibweisen und eine vereinfachte Lesefassung unterscheiden.
- Du kannst eine eigene begründete Bewertung formulieren.
Abgabevorschlag: Eine Textanalyse von einer bis zwei Seiten oder ein Portfolio mit Wortkarten, Versbelegen, Bildidee und Reflexion.
Bewertungsbereiche: Textverständnis, Genauigkeit der Belege, Erklärung sprachlicher Mittel, selbstständige Deutung und verständliche Darstellung.
OERs zum Thema
Wikipedia: Die Freundschaft (Gedicht)
Wichtige Quellen:
- Wikisource: geprüfte Transkription der Ausgabe von 1782
- Wikimedia Commons: Originalscans der Anthologie
- Zeno.org: Die Freundschaft
- Wikipedia: Die Freundschaft
- Wikipedia: Friedrich Schiller
Mediennachweise und Nutzungsrechte
Die Bilder und Audiodateien stammen aus Wikimedia Commons. Die jeweiligen Dateiseiten geben Auskunft über Urheberschaft, Herkunft und Nutzungsrechte.
| Medium | Urheber / Herkunft | Rechtehinweis |
|---|---|---|
| Buchscans A01 und Seiten 148–151 | Historisches Werk von 1782, Scanbereitstellung Xarax | Gemeinfreies historisches Werk |
| Schiller-Porträt | Anton Graff, fotografische Reproduktion Anagoria | Gemeinfreie Kunstvorlage |
| Newton-Porträt | Godfrey Kneller | Gemeinfreie Kunstvorlage |
| Historische Weltallkarte | Andreas Cellarius, Werk von 1660 | Gemeinfrei |
| Umlaufbahn-Animation | HereToHelp | Laut Commons-Dateiseite gemeinfrei |
| Foto verbundener Hände | Rhoda Baer | Gemeinfrei |
| Aussprache Freundschaft | Jeuwre | CC BY-SA 4.0, Namensnennung und Lizenzhinweis erforderlich |
| An die Freude – Audio | LibriVox, Sprecher Hokuspokus | Als gemeinfrei ausgewiesen |
Lizenz für die Ausspracheaufnahme: CC BY-SA 4.0. Die Datei wird hier unverändert eingebunden. Der Name des Urhebers und die Lizenz sind angegeben.
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Hinweis zur Textbearbeitung: Die Lesefassung dieses aiMOOCs ist eine eigenständige, vereinfachte Sinnwiedergabe. Sie darf nicht als historischer Originalwortlaut oder als vollständige wissenschaftliche Edition zitiert werden. Für genaue Zitate verwende die Quellfassung mit Versangaben.
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