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Deutsche Fußballmeisterschaft 1935

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Deutsche Fußballmeisterschaft 1935

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Einleitung

Der erhaltene historische Eingang des Sportparks Müngersdorf, Aufnahme von 2017. Die Bauten stammen aus den 1920er-Jahren; das Foto zeigt nicht das Endspiel von 1935.
Der erhaltene historische Eingang des Sportparks Müngersdorf, Aufnahme von 2017. Die Bauten stammen aus den 1920er-Jahren; das Foto zeigt nicht das Endspiel von 1935.

Am 23. Juni 1935 trafen im Müngersdorfer Stadion in Köln der damalige Titelverteidiger FC Gelsenkirchen-Schalke 04 und der Finalneuling VfB Stuttgart aufeinander. Schalke gewann ein außergewöhnlich torreiches Endspiel mit 6:4 und wurde damit Deutscher Meister. Der Kurstitel nennt das Entscheidungsjahr 1935; in Saisonstatistiken heißt der Wettbewerb genauer Deutsche Meisterschaft 1934/1935 oder Deutsche Fußballmeisterschaft 1934/35.

Dieser aiMOOC ist kein bloßes Ergebnisverzeichnis. Du untersuchst den Weg von 16 Gauligameistern durch vier Vorrundengruppen, zwei Halbfinals und das Finale. Du lernst, wie der Schalker Kreisel als Spielidee beschrieben wird, wie man eine historische Torfolge analysiert und warum Quellen aus der Zeit des Nationalsozialismus besonders kritisch gelesen werden müssen. Dabei wird sportliche Leistung erklärt, ohne die politische Ausgrenzung und Gewalt des NS-Staates auszublenden.

Nach dem Kurs kannst du

  1. den Wettbewerbsnamen, die Saisonbezeichnung und das tatsächliche Spieldatum unterscheiden,
  2. den damaligen Modus erklären und die 16 Teilnehmer ihren Gauligen zuordnen,
  3. Schlüsselspiele und die Wege von Schalke und Stuttgart ins Finale nachvollziehen,
  4. die Torfolge des 6:4-Finales in Spielphasen gliedern,
  5. die Grundideen des Schalker Kurzpassspiels beschreiben,
  6. historische Bilder, Statistiken, Vereinsdarstellungen und spätere Erinnerungsmedien quellenkritisch einordnen.

Bildbeobachtung zum Einstieg: Der abgebildete Eingang gehört zum heutigen Sportpark Müngersdorf und bewahrt Architektur der 1920er-Jahre. Suche nach Merkmalen, die auf ein älteres Stadionensemble hinweisen. Notiere zugleich, was dieses 2017 aufgenommene Kontextbild über das Finale selbst nicht beweisen kann.


Wettbewerb, Namen und historischer Rahmen


Was bedeutet „Deutsche Fußballmeisterschaft 1935“?

Der Wettbewerb war keine Bundesliga. Die bundesweite Liga wurde erst zur Saison 1963/64 eingeführt. 1934/35 spielten Vereine zunächst in regionalen Gauligen. Deren Meister qualifizierten sich für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Das DFB-Datencenter führt die Ausgabe unter dem Wettbewerbsnamen Deutsche Meisterschaft 1934/1935. Die übliche Schrägstrich-Schreibweise 1934/35 bezeichnet denselben Saisonzeitraum; der Gedankenstrich in einer Form wie 1934–1935 benennt ebenfalls den Zeitraum.

Das Finale fand am 23. Juni 1935 statt. Deshalb erscheint in Rückblicken oft die Kurzbezeichnung Deutsche Fußballmeisterschaft 1935. Für eine präzise Darstellung solltest du drei Ebenen auseinanderhalten:

Ebene Präzise Angabe Bedeutung
Wettbewerb Deutsche Meisterschaft Nationale Endrunde zur Ermittlung des deutschen Männermeisters
Saison 1934/1935 beziehungsweise 1934/35 Zeitraum der regionalen Spielzeit und der anschließenden Endrunde
Entscheidungsspiel 23. Juni 1935 Tatsächliches Datum des Finales in Köln

Auch Vereinsnamen verlangen Aufmerksamkeit. Der heutige Kurzname FC Schalke 04 wird in modernen Datenbanken verwendet. Der Verein führte damals den Namen FC Gelsenkirchen-Schalke 04, nachdem er sich 1928 im Zusammenhang mit dem Bau der Glückauf-Kampfbahn so benannt hatte. Im Kurs werden beide Formen erläutert; bei historischen Zusammenhängen ist der damalige volle Name besonders aussagekräftig.

Die Meistertrophäe hieß Viktoria. Das ist der Name des Wanderpokals, nicht ein früherer Wettbewerbsname. Die Viktoria wurde für die deutschen Meisterschaften vor der heutigen Meisterschale vergeben.


Die Gauligen als Qualifikationssystem

Rekonstruierte Karte der 1933 eingerichteten Gauligen, erstellt 2016. Sie dient der räumlichen Orientierung und ist keine zeitgenössische Karte.
Rekonstruierte Karte der 1933 eingerichteten Gauligen, erstellt 2016. Sie dient der räumlichen Orientierung und ist keine zeitgenössische Karte.

Nach 1933 wurden die bisherigen regionalen Strukturen durch 16 Gauligen als höchste Spielklassen ersetzt. Für die Endrunde 1934/35 stellte jede dieser Ligen ihren Meister. Die Karte zeigt die räumliche Gliederung des Systems. Sie wurde 2016 erstellt und muss deshalb als spätere Rekonstruktion gelesen werden.

Beobachtungsauftrag: Vergleiche die räumlichen Größen der Gauligen. Überlege, weshalb Fahrwege, regionale Leistungsdichte und unterschiedliche Ligastärken die Endrunde beeinflussen konnten. Die Karte allein erlaubt jedoch keine Aussage darüber, welche Liga sportlich stärker war.


Fußball im nationalsozialistischen Staat

Die Meisterschaft wurde im Deutschen Reich unter der nationalsozialistischen Diktatur ausgetragen. Nach 1933 verlor der organisierte Fußball seine politische und institutionelle Eigenständigkeit. Der DFB blieb formal noch bis 1940 bestehen, große Teile seiner Aufgaben gingen jedoch an das Fachamt Fußball in den nationalsozialistischen Sportstrukturen über. Vereine wurden nach dem Führerprinzip organisiert und in die Gleichschaltung einbezogen.

Jüdische Mitglieder, politisch Andersdenkende und Angehörige verbotener Arbeitersportvereine wurden ausgegrenzt, ausgeschlossen, verfolgt oder zur Flucht gezwungen. Der DFB und viele Vereine unterstützten oder vollzogen diese Politik. Auch Schalke 04 und der VfB Stuttgart haben ihre Rolle in der NS-Zeit später wissenschaftlich aufarbeiten lassen. Beide Vereine benennen heute, dass jüdische Mitglieder ausgeschlossen wurden und dass sportlicher Erfolg nicht von dieser Verantwortung getrennt werden darf.

Für die historische Einordnung gelten deshalb drei Regeln:

  1. Sportliche Analyse ist erlaubt und sinnvoll: Spielsysteme, Tore und Turnierwege können genau untersucht werden.
  2. Erfolg darf nicht zur Verharmlosung führen: Die Meisterschaft fand in einem Staat statt, der Menschen entrechtete und verfolgte.
  3. Quellen müssen geprüft werden: Zeitgenössische Presse konnte propagandistisch geprägt sein; spätere Vereinsdarstellungen können Erinnerung, Selbstdarstellung und Forschung miteinander verbinden.


Teilnehmer, Modus und Turnierverlauf


Die 16 Teilnehmer

Jeder Teilnehmer war Meister einer Gauliga. Moderne Quellen verwenden teilweise heutige Kurzformen oder abweichende Schreibweisen. Die folgende Übersicht orientiert sich an DFB-Datencenter, RSSSF und der statistischen Zusammenstellung zur Saison.

Gauliga Endrundenteilnehmer
Ostpreußen Yorck Boyen Insterburg
Pommern Stettiner SC
Berlin-Brandenburg Hertha BSC
Schlesien Vorwärts-Rasensport Gleiwitz
Sachsen PSV Chemnitz
Mitte 1. SV Jena
Nordmark Eimsbütteler TV
Niedersachsen Hannover 96
Westfalen FC Gelsenkirchen-Schalke 04
Niederrhein VfL Benrath
Mittelrhein VfR Köln 04 rrh.
Hessen FC Hanau 93
Südwest FC Phönix Ludwigshafen
Baden VfR Mannheim
Württemberg VfB Stuttgart
Bayern SpVgg Fürth


Der Modus

Die 16 Meister wurden in vier Gruppen mit je vier Mannschaften eingeteilt. Innerhalb jeder Gruppe spielte jeder Verein zweimal gegen jeden Gegner. Ein Sieg brachte zwei Punkte, ein Unentschieden einen Punkt und eine Niederlage keinen Punkt. Nur die vier Gruppensieger erreichten das Halbfinale. Halbfinale und Finale wurden in je einem Spiel entschieden.

Die Zahl der Spiele lässt sich nachvollziehen:

  1. In einer Vierergruppe gibt es sechs verschiedene Paarungen.
  2. Jede Paarung wurde zweimal ausgetragen, also gab es zwölf Spiele pro Gruppe.
  3. Vier Gruppen mit je zwölf Spielen ergeben 48 Gruppenspiele.
  4. Zwei Halbfinals und ein Finale erhöhen die Gesamtzahl auf 51 Spiele.

In diesen 51 Spielen fielen nach der verbreiteten Saisonstatistik 237 Tore. Die Rechnung 237 geteilt durch 51 ergibt rund 4,65 Tore pro Spiel. Das ist eine Beschreibung der Endrunde, kein direkter Beweis für grundsätzlich schwache Abwehrarbeit: Regeln, Formationen, Platzverhältnisse, Spieltempo und Leistungsunterschiede zwischen regionalen Meistern müssen mitgedacht werden.


Die vier Vorrundengruppen

Gruppe Sieger Bilanz Tore Punkte
A PSV Chemnitz fünf Siege, eine Niederlage 22:7 10:2
B FC Schalke 04 fünf Siege, eine Niederlage 27:6 10:2
C VfL Benrath fünf Siege, ein Unentschieden 17:5 11:1
D VfB Stuttgart vier Siege, zwei Niederlagen 13:11 8:4

Die Tabellen zeigen unterschiedliche Wege zum Gruppensieg. Benrath blieb ungeschlagen. Schalke erzielte in seiner Gruppe 27 Tore und hatte mit sechs Gegentoren die beste Tordifferenz der vier Gruppensieger. Stuttgart begann dagegen mit zwei Niederlagen und gewann anschließend vier Spiele in Folge. Gerade dieser Verlauf macht deutlich, dass eine Gruppenphase andere Anforderungen stellt als ein reines K.-o.-Turnier: Ein Fehlstart kann noch korrigiert werden.


Zeitleiste der Endrunde

Datum Ereignis Historische Bedeutung
7. April 1935 Beginn der Gruppenspiele Die 16 Gauligameister starten in vier Gruppen.
7. April 1935 Schalke besiegt Stettiner SC mit 9:1 Der Titelverteidiger setzt früh ein offensives Zeichen.
28. April 1935 Stuttgart gewinnt bei der SpVgg Fürth mit 4:1 Nach zwei Niederlagen wird dieses Spiel zum Wendepunkt.
26. Mai 1935 Letzter Gruppenspieltag Chemnitz, Schalke, Benrath und Stuttgart stehen als Gruppensieger fest.
2. Juni 1935 Beide Halbfinals Stuttgart schlägt Benrath 4:2; Schalke besiegt Chemnitz 3:2.
23. Juni 1935 Finale in Köln Schalke gewinnt gegen Stuttgart 6:4 und verteidigt den Titel.


Analysebeispiel 1: Stuttgarts Fehlstart

Der VfB verlor zunächst 0:3 beim FC Hanau 93 und 1:2 gegen den 1. SV Jena. Nach zwei Spielen stand Stuttgart bei null Punkten und 1:5 Toren. Danach folgten vier Siege: 4:1 gegen Fürth, 2:1 gegen Hanau, 3:2 gegen Jena und 3:2 gegen Fürth.

Fragestellung: Was lässt sich aus dieser Serie sicher ableiten?

Musterlösung: Sicher belegt ist, dass Stuttgart trotz zweier Auftaktniederlagen genug Punkte für den Gruppensieg sammelte. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche sportliche Stabilisierung. Nicht sicher belegt ist dagegen, welche konkrete taktische Änderung dafür verantwortlich war. Ohne Spielberichte, Aufstellungen und Trainingsquellen wäre die Behauptung „Der Trainer stellte ab dem dritten Spiel auf ein bestimmtes System um“ reine Spekulation.


Wege ins Finale und belegte Schlüsselspiele


Schalkes Weg

Die Glückauf-Kampfbahn in Gelsenkirchen, Aufnahme von 2005. Das Stadion war 1935 Schalkes Heimstätte; das Foto ist ein späteres Kontextbild.
Die Glückauf-Kampfbahn in Gelsenkirchen, Aufnahme von 2005. Das Stadion war 1935 Schalkes Heimstätte; das Foto ist ein späteres Kontextbild.

Schalke startete mit einem 9:1 gegen den Stettiner SC. Es folgten ein 3:2 gegen Hannover 96, ein 4:0 gegen den Eimsbütteler TV, ein 4:1 bei Hannover und ein 6:0 in Stettin. Am letzten Gruppenspieltag verlor der bereits sehr erfolgreich gestartete Titelverteidiger 1:2 beim Eimsbütteler TV. Im Halbfinale setzte sich Schalke in Düsseldorf mit 3:2 gegen PSV Chemnitz durch.

Phase Gegner Ergebnis aus Schalker Sicht Analysehinweis
Gruppenauftakt Stettiner SC 9:1 Frühe Dominanz, aber deutlicher Leistungsunterschied
Enges Gruppenspiel Hannover 96 3:2 Schalke musste einen starken Verfolger knapp bezwingen.
Einzige Niederlage Eimsbütteler TV 1:2 Der Favorit war nicht unbesiegbar.
Halbfinale PSV Chemnitz 3:2 Nach einer 3:1-Halbzeitführung blieb das Spiel knapp.

Aus acht Endrundenspielen gewann Schalke sieben und verlor eines. Insgesamt erzielte die Mannschaft 36 Tore und kassierte zwölf. Diese Summen ergeben sich aus 27:6 Toren in der Gruppe, dem 3:2 im Halbfinale und dem 6:4 im Finale.


Stuttgarts Weg

Der VfB Stuttgart qualifizierte sich als Meister der Gauliga Württemberg. Die Endrunde begann mit zwei Niederlagen, danach gewann der VfB vier Gruppenspiele nacheinander. Im Halbfinale besiegte Stuttgart den bis dahin ungeschlagenen VfL Benrath in Leipzig mit 4:2.

Phase Gegner Ergebnis aus Stuttgarter Sicht Analysehinweis
Gruppenauftakt FC Hanau 93 0:3 Deutlicher Fehlstart
Wendepunkt SpVgg Fürth 4:1 Erster Sieg und klare Ergebnisverbesserung
Entscheidung um den Gruppensieg SpVgg Fürth 3:2 Stuttgart beendet die Gruppe mit vier Siegen in Serie.
Halbfinale VfL Benrath 4:2 Der VfB beendet Benraths ungeschlagenen Lauf.

Stuttgart gewann sechs seiner acht Endrundenspiele und verlor zwei. Die Mannschaft erzielte insgesamt 21 Tore und kassierte 19. Dass ein Finalist nur zwei Tore mehr erzielte als er hinnehmen musste, zeigt die Bedeutung des Wettbewerbsmodus: Entscheidend war nicht die höchste Gesamttordifferenz, sondern der Gruppensieg und danach das Weiterkommen in Einzelspielen.


Analysebeispiel 2: Zahlen richtig vergleichen

Aufgabe: Vergleiche Schalkes 36:12 Tore mit Stuttgarts 21:19 Toren. Darf daraus geschlossen werden, dass das Finale zwangsläufig deutlich für Schalke ausgehen musste?

Musterlösung: Die Zahlen sprechen vor dem Finale für eine höhere Schalker Torausbeute und eine stabilere Gesamtbilanz. Sie liefern daher ein sachliches Favoritenargument. Eine Zwangsläufigkeit entsteht daraus nicht. Gegnerstärke, Spielverlauf, Tagesform und einzelne Spielsituationen können in einem Finale wichtiger werden als die Summe früherer Resultate. Das tatsächliche 6:4 bestätigt zwar Schalkes Offensivstärke, zeigt mit vier Stuttgarter Toren aber zugleich, dass die Gesamtbilanz den offenen Charakter des Finales nicht vollständig vorhersagte.


Prägende Personen auf dem Weg ins Finale

Ernst Poertgen erzielte nach verbreiteten Statistiken elf Tore und war damit Torschützenkönig der Endrunde. Im Finale traf er dreimal. Fritz Szepan lenkte als technisch starker Verbindungsspieler viele Kombinationen. Ernst Kuzorra prägte gemeinsam mit Szepan den Schalker Stil. Adolf Urban, Rudi Gellesch und Ernst Kalwitzki erzielten weitere Finaltore.

Beim VfB war Otto Bökle mit zwei Treffern innerhalb weniger Minuten die zentrale Figur der Aufholphase. Erich Koch und Willi Rutz verkürzten später erneut. Trainer der Finalisten waren Hans „Bumbes“ Schmidt bei Schalke und Fritz Teufel beim VfB Stuttgart.


Das Finale in Köln


Ort, Datum und Ausgangslage

Das Finale wurde am Sonntag, dem 23. Juni 1935, im Müngersdorfer Stadion in Köln ausgetragen. Moderne Nachschlagewerke nennen unterschiedliche Zuschauerzahlen: häufig 70.000, teilweise 74.000. Da die Angaben voneinander abweichen, ist die vorsichtige Formulierung rund 70.000 Zuschauer quellenkritisch angemessen.

Schalke war Titelverteidiger und stand zum dritten Mal in Folge im Endspiel. Stuttgart erreichte erstmals das Finale der Deutschen Meisterschaft. Beide Mannschaften wurden in der damals üblichen Reihenfolge eines 2-3-5-Systems notiert.

Schalke: Hermann Mellage – Hans Bornemann, Hermann Nattkämper – Otto Tibulsky, Fritz Szepan, Valentin Przybylski – Ernst Kalwitzki, Rudi Gellesch, Ernst Poertgen, Ernst Kuzorra, Adolf Urban.

Stuttgart: Oskar Kapp – Franz Seybold, Walter Kotz – Hermann Hahn, Heinrich Buck, Gustav Rebmann – Erwin Haaga, Willi Rutz, Otto Bökle, Erich Koch, Alfred Lehmann.


Die Torfolge

Minute Torschütze Spielstand Bedeutung für die Spielphase
6. Adolf Urban 1:0 Schalke erhält früh Kontrolle über den Spielstand.
36. Ernst Poertgen 2:0 Der Vorsprung wächst vor der Pause.
41. Rudi Gellesch 3:0 Stuttgart geht mit einer schweren Hypothek in die Halbzeit.
54. Ernst Poertgen 4:0 Schalke scheint kurz nach der Pause klar davonzuziehen.
55. Otto Bökle 4:1 Stuttgart antwortet sofort.
57. Otto Bökle 4:2 Zwei Tore in kurzer Folge verändern Dynamik und Risiko.
65. Ernst Kalwitzki 5:2 Schalke stoppt die erste Aufholphase.
78. Erich Koch 5:3 Stuttgart verkürzt erneut.
79. Ernst Poertgen 6:3 Schalke reagiert unmittelbar mit dem nächsten Treffer.
86. Willi Rutz 6:4 Stuttgart kommt nochmals heran, erreicht aber keinen Ausgleich.


Ausgearbeitetes Analysebeispiel 3: Vom 4:0 zum 4:2

Zwischen der 54. und der 57. Minute fallen drei Tore. Poertgen erhöht zunächst auf 4:0, Bökle antwortet in der 55. und 57. Minute.

Einstiegsanalyse: Der Spielstand 4:0 kann zu einem Gefühl der Sicherheit führen. Das sofortige 4:1 verhindert, dass Schalke eine ruhige Phase aufbauen kann. Das 4:2 nur zwei Minuten später erhöht den psychologischen und taktischen Druck.

Standardanalyse: Stuttgart musste nach dem 0:4 mehr Spieler nach vorn bringen und schneller zum Abschluss kommen. Dadurch entstanden Chancen, zugleich aber Räume für Schalker Gegenangriffe. Schalkes Aufgabe bestand nun nicht nur im Kombinieren, sondern auch im Sichern von Ballverlusten und im Steuern des Tempos.

Anspruchsvolle Analyse: Aus der Torfolge allein lässt sich keine exakte Formation in diesen Minuten rekonstruieren. Eine belastbare Videoanalyse müsste Positionen vor den Toren, Ballgewinne, Passwege und die Zahl der Spieler hinter dem Ball erfassen. Die Torfolge liefert eine Hypothese über veränderte Risikobereitschaft, aber noch keinen vollständigen Beweis.


Ausgearbeitetes Analysebeispiel 4: Reaktion nach dem 5:3

In der 78. Minute trifft Koch zum 5:3. Bereits eine Minute später erzielt Poertgen das 6:3.

Musterdeutung: Das schnelle Schalker Antworttor ist für die Spielkontrolle besonders wichtig. Stuttgart hatte den Rückstand gerade wieder auf zwei Tore verkürzt und konnte auf eine weitere Aufholphase hoffen. Das 6:3 stellte den Drei-Tore-Abstand sofort wieder her. Für Trainerteams ist dies ein Beispiel für die Bedeutung der Minuten direkt nach einem eigenen oder gegnerischen Tor: Konzentration, Abstände und Entscheidungsqualität müssen trotz Emotionen stabil bleiben.


Was das Ergebnis zeigt und was nicht

Das 6:4 zeigt ein Finale mit vielen Toren, mehreren Wendepunkten und einer Stuttgarter Mannschaft, die nach einem 0:4 nicht aufgab. Es belegt Schalkes Fähigkeit, auf gegnerische Treffer mit eigenen Toren zu reagieren. Es beweist jedoch nicht, dass beide Mannschaften ohne Defensivplan spielten. Eine solche Aussage bräuchte detaillierte Berichte oder vollständiges Filmmaterial.

Mit zehn Treffern war das Endspiel das bis dahin torreichste Finale um die Deutsche Meisterschaft. Schalke verteidigte den 1934 gewonnenen Titel; Stuttgart etablierte sich mit dem ersten Finaleinzug in der nationalen Spitze.


Spielideen, Formationen und prägende Rollen


Das 2-3-5 als Ausgangsordnung

Schematische 2-3-5-Grundordnung. Die Grafik ist eine moderne Darstellung und keine exakte Rekonstruktion einer Szene aus dem Finale.
Schematische 2-3-5-Grundordnung. Die Grafik ist eine moderne Darstellung und keine exakte Rekonstruktion einer Szene aus dem Finale.

Die Aufstellungen wurden in der klassischen 2-3-5-Grundordnung notiert: zwei Verteidiger, drei Läufer und fünf Stürmer vor dem Torwart. Diese Schreibweise beschreibt Startrollen, aber nicht jede Bewegung. Spieler konnten zurückfallen, einrücken, die Seiten wechseln oder durch kurze Pässe neue Dreiecke bilden.

Beobachtungsauftrag: Markiere in der Grafik mögliche Passdreiecke zwischen einem Läufer, einem Halbstürmer und einem Flügelstürmer. Überlege danach, welche Räume hinter den fünf Angreifern entstehen, wenn der Ball verloren geht.


Der Schalker Kreisel

Der Begriff Schalker Kreisel steht für ein bewegliches Kurzpassspiel mit flachen Pässen, Freilaufen, Positionswechseln und engem Zusammenspiel. Besonders Fritz Szepan und Ernst Kuzorra gelten als prägende Figuren. Der Ball sollte nicht einfach möglichst schnell nach vorn geschlagen werden. Durch wiederholtes Anbieten und Weiterleiten entstanden neue Passwinkel, bis ein Spieler in eine günstige Abschlussposition kam.

Ein vorsichtiger Vergleich mit modernem Positions- oder Kombinationsspiel kann beim Verständnis helfen. Eine direkte Gleichsetzung mit heutigen Systemen wäre jedoch anachronistisch: Regeln, Trainingsmethoden, Athletik, Platzqualität und Gegnerverhalten unterschieden sich stark.


Didaktisches Taktikbeispiel

Die folgende Passfolge ist fiktiv und dient nur dem Lernen; sie ist keine dokumentierte Szene des Finales.

  1. Szepan erhält den Ball als zentraler Läufer und spielt flach zu Kuzorra.
  2. Kuzorra lässt sich entgegenkommen und zieht einen Gegenspieler aus seiner Position.
  3. Gellesch startet in den dadurch geöffneten Raum.
  4. Kuzorra spielt direkt zurück zu Szepan, der anschließend Gellesch anspielt.
  5. Poertgen besetzt das Zentrum für den Abschluss.

Analyse: Die Wirkung entsteht nicht durch einen einzelnen schwierigen Pass, sondern durch Timing, Dreiecksbildung und das Bewegen eines Gegenspielers. Für Trainerteams ist entscheidend, dass das Beispiel als Modell gekennzeichnet bleibt und nicht als historisch belegte Torentstehung ausgegeben wird.


Stuttgarts Angriff und die Aufholphasen

Die überlieferte Torfolge zeigt Stuttgart als widerstandsfähige Mannschaft. Bökle traf zweimal kurz nach dem 0:4, Koch und Rutz erzielten die weiteren Tore. Daraus lässt sich ableiten, dass der VfB auch unter hohem Rückstand weiter offensive Lösungen fand. Über die genaue Spielidee der gesamten Saison darf aus einem einzelnen Finale dennoch nicht zu viel behauptet werden.

Für eine sachgerechte Analyse helfen Leitfragen:

  1. Wurde der Ball schnell in die Spitze gespielt oder über mehrere Stationen vorbereitet?
  2. Welche Rolle spielten die Flügelstürmer?
  3. Wie viele Spieler blieben bei Angriffen zur Absicherung hinter dem Ball?
  4. Entstanden Chancen nach Ballgewinnen, Standards oder längeren Kombinationen?
  5. Wie veränderte sich das Risiko nach dem 0:4 und nach dem 4:2?


Prägende Personen und spätere Erinnerung

Ernst Kuzorra bei einer Schalker Saisoneröffnung 1987. Das Foto entstand 52 Jahre nach dem Finale und ist ein Erinnerungsbild, keine Aufnahme von 1935.
Ernst Kuzorra bei einer Schalker Saisoneröffnung 1987. Das Foto entstand 52 Jahre nach dem Finale und ist ein Erinnerungsbild, keine Aufnahme von 1935.

Ernst Kuzorra und Fritz Szepan wurden zu Symbolfiguren des Schalker Erfolgsfußballs. Ihre sportliche Bedeutung gehört zur Geschichte. Ebenso gehört dazu, dass beide 1937 der NSDAP beitraten und dass Szepan von der Entrechtung jüdischer Eigentümer profitierte. Historische Bildung muss diese Ebenen zusammenführen, ohne sportliche Leistung als Entschuldigung oder politische Belastung als Anlass für unbelegte Behauptungen zu verwenden.

Ernst Poertgen prägte die Endrunde als Torjäger und erzielte im Finale drei Treffer. Adolf Urban eröffnete die Torfolge, Rudi Gellesch und Ernst Kalwitzki trafen ebenfalls. Beim VfB wurde Otto Bökle mit seinem schnellen Doppelpack zur Schlüsselfigur der Aufholjagd; Erich Koch und Willi Rutz hielten das Spiel bis in die Schlussphase offen.


Video: Erinnerung an Kuzorra und die Schalker Geschichte

Das Video „Auf den Spuren von Kuzorra & Co“ wurde 2016 vom verifizierten YouTube-Kanal des FC Schalke 04 veröffentlicht. Es zeigt eine spätere Auseinandersetzung des Vereins mit Orten und Personen seiner Geschichte. Es ist kein zeitgenössischer Film vom Finale 1935.

Beobachtungsauftrag: Notiere drei Orte, Gegenstände oder Erzählweisen, mit denen der Verein seine Vergangenheit vermittelt. Trenne anschließend zwischen Erinnerungskultur und Quelle zum Spielverlauf. Welche Aussagen des Videos müssten für eine wissenschaftliche Arbeit zusätzlich durch Archivquellen geprüft werden?


Quellenkritik, Erinnerung und Mediathek


Vier Quellentypen

Offizielle Verbandsdaten wie das DFB-Datencenter sind besonders wichtig für Wettbewerb, Datum, Paarungen und Kader. Sie können historische Namen modernisieren oder einzelne Detailfelder offenlassen.

Vereinsarchive bieten Perspektiven auf Schalke und Stuttgart, kennen interne Traditionen und stellen Forschung zur eigenen Geschichte bereit. Zugleich erzählen Vereine ihre eigene Vergangenheit und wählen Schwerpunkte aus.

Statistische Sammlungen wie RSSSF ermöglichen die Kontrolle von Tabellen, Ergebnissen und Summen. Sie sind wertvoll, müssen aber bei Schreibweisen und Übertragungsfehlern gegengeprüft werden.

Zeitgenössische Zeitungen können Atmosphäre, Spielbeschreibungen und damalige Begriffe liefern. In der NS-Zeit unterlagen Presse und Sportberichterstattung politischer Kontrolle. Außerdem können schnelle Berichte Fehler enthalten.


Konkrete Quellenkonflikte

Zuschauerzahl: Einige Darstellungen nennen 70.000, andere 74.000. Eine faire Lösung ist, die Abweichung sichtbar zu machen und im Fließtext „rund 70.000“ zu schreiben.

Namensformen: Moderne Datenbanken schreiben FC Schalke 04, während der damalige Vereinsname FC Gelsenkirchen-Schalke 04 lautete. Beide Angaben können richtig sein, wenn ihr zeitlicher Bezug erklärt wird.

Stadionbilder: Ein Foto des historischen Eingangs von 2017 zeigt erhaltene Architektur, aber weder die Zuschauermenge noch eine Spielsituation von 1935.

Taktikgrafiken: Eine moderne 2-3-5-Grafik erklärt Rollen. Sie beweist nicht, an welcher Stelle ein bestimmter Spieler in einer konkreten Minute stand.


Mediathek mit Beobachtungsaufträgen

Medium Datierung Was du beobachten kannst Was du nicht behaupten darfst
Historischer Eingang Müngersdorf Foto von 2017, Architektur der 1920er-Jahre Bauform und Erinnerung an den Finalort Dass das Foto das Finale oder die damalige Zuschauermenge zeigt
Gauliga-Karte Rekonstruktion von 2016 Räumliche Gliederung der 16 Gauligen Dass Grenzen und Beschriftung aus einer Originalkarte von 1935 stammen
Glückauf-Kampfbahn Foto von 2005 Schalkes historische Heimstätte als erhaltener Ort Dass die Aufnahme einen Endrundenspieltag von 1935 dokumentiert
2-3-5-Schema Moderne Vektorgrafik Grundrollen und mögliche Passdreiecke Dass jede Finalszene exakt so angeordnet war
Kuzorra-Porträt Foto von 1987 Spätere Erinnerung an eine prägende Person Dass Aussehen, Kleidung oder Umgebung die Situation von 1935 wiedergeben
Schalke-Video Vereinsvideo von 2016 Heutige Erinnerungskultur und historische Orte Dass es ein zeitgenössischer Filmbericht des Finales ist


Die Viktoria als Symbol

Eine ausgestellte Viktoria-Trophäe im Club-Museum des 1. FC Nürnberg, Aufnahme von 2017. Das Bild zeigt die historische Pokalform in späterer musealer Präsentation.
Eine ausgestellte Viktoria-Trophäe im Club-Museum des 1. FC Nürnberg, Aufnahme von 2017. Das Bild zeigt die historische Pokalform in späterer musealer Präsentation.

Die Viktoria war der Wanderpokal für den deutschen Meister. Ein Museumsfoto hilft, die materielle Seite des Titels zu verstehen. Es zeigt jedoch eine spätere Ausstellungssituation. Ein sinnvoller Beobachtungsauftrag lautet: Welche Gestaltungselemente machen aus einem Gegenstand ein Symbol nationaler sportlicher Anerkennung? Danach sollte geprüft werden, wann und wo genau das gezeigte Exemplar oder eine Replik ausgestellt wurde.


Zusammenfassung

Die Deutsche Fußballmeisterschaft 1934/35 verband eine regionale Qualifikation mit einer nationalen Endrunde. Vier Gruppensieger erreichten die Halbfinals. Schalke und Stuttgart setzten sich knapp gegen Chemnitz und Benrath durch. Im Finale führte Schalke 4:0, Stuttgart verkürzte zweimal schnell, doch der Titelverteidiger antwortete in entscheidenden Momenten und gewann 6:4.

Sportlich stehen der Schalker Kreisel, Poertgens Tore und Stuttgarts Widerstandskraft im Mittelpunkt. Historisch muss die Meisterschaft zugleich als Veranstaltung im nationalsozialistischen Staat untersucht werden. Gute Fußballgeschichte verbindet Ergebniswissen, taktisches Denken, genaue Datierung, Quellenkritik und die Erinnerung an ausgegrenzte und verfolgte Menschen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste dein Wissen

Wie lautet die präzise Saisonbezeichnung des Wettbewerbs im DFB-Datencenter? (Deutsche Meisterschaft 1934/1935) (!Bundesliga 1935) (!DFB-Pokal 1934/1935) (!Gauliga-Endspiel 1935)




Wie viele Gauligameister nahmen an der Endrunde teil? (Sechzehn) (!Acht) (!Zwölf) (!Achtzehn)




Welcher Verein gewann die Vorrundengruppe B? (FC Schalke 04) (!Hannover 96) (!Eimsbütteler TV) (!Stettiner SC)




Wie viele Spiele umfasste die gesamte Endrunde einschließlich Finale? (Einundfünfzig) (!Achtundvierzig) (!Zweiundfünfzig) (!Vierundsechzig)




Wo wurde das Finale am 23. Juni 1935 ausgetragen? (Im Müngersdorfer Stadion in Köln) (!Im Berliner Olympiastadion) (!In der Glückauf-Kampfbahn) (!Im Stuttgarter Neckarstadion)




Wie stand es im Finale zur Halbzeit? (Drei zu null für Schalke) (!Zwei zu zwei) (!Vier zu zwei für Schalke) (!Drei zu eins für Stuttgart)




Wer erzielte im Finale drei Tore und führte die Torschützenliste der Endrunde an? (Ernst Poertgen) (!Ernst Kuzorra) (!Otto Bökle) (!Fritz Szepan)




Welche Beschreibung trifft den Schalker Kreisel am besten? (Bewegliches Kurzpassspiel mit Freilaufen und Positionswechseln) (!Ausschließlich hohe Bälle auf den Mittelstürmer) (!Defensives Spiel ohne Positionswechsel) (!Nur Einzelaktionen der Flügelspieler)




Wie sollte mit den unterschiedlichen Zuschauerangaben umgegangen werden? (Die Abweichung offen nennen und vorsichtig formulieren) (!Die höchste Zahl ohne Hinweis übernehmen) (!Alle Zuschauerangaben vollständig weglassen) (!Eine neue Zahl aus dem Mittelwert erfinden)




Welche Aussage ordnet die Meisterschaft historisch angemessen ein? (Sportliche Analyse und NS-Verfolgungsgeschichte müssen gemeinsam betrachtet werden) (!Der politische Kontext ist für Fußballgeschichte bedeutungslos) (!Der sportliche Erfolg beweist politische Zustimmung aller Zuschauer) (!Vereinsquellen dürfen niemals kritisch geprüft werden)





Memory

Gauliga Westfalen FC Gelsenkirchen-Schalke 04
Gauliga Württemberg VfB Stuttgart
Müngersdorfer Stadion Finalort in Köln
Ernst Poertgen Torschützenkönig der Endrunde
VfL Benrath Halbfinalgegner des VfB Stuttgart
PSV Chemnitz Halbfinalgegner des FC Schalke 04





Drag and Drop

Ordne die passende Erklärung zu. Begriff
Gruppenphase Vier Meister spielten jeweils zweimal gegeneinander.
Schalker Kreisel Kurzpassspiel mit Freilaufen und beweglichen Positionen.
Stuttgarter Aufholphase Otto Bökle erzielte kurz nach dem hohen Rückstand zwei schnelle Treffer.
Quellenkritik Abweichende Angaben werden offengelegt und gegengeprüft.
Historischer Kontext Der Wettbewerb fand unter nationalsozialistischer Gleichschaltung und Ausgrenzung statt.




Eine vollständige Zuordnung verbindet Modus, Spielidee, Finalverlauf, Quellenarbeit und politische Einordnung.


Kreuzworträtsel

Gauliga Wie hieß eine regionale höchste Spielklasse im damaligen System?
Kreisel Welcher Beiname bezeichnet Schalkes bewegliches Kurzpassspiel?
Benrath Welcher Verein verlor das Halbfinale gegen Stuttgart?
Viktoria Wie hieß die damalige Meistertrophäe?
Poertgen Welcher Schalker erzielte im Finale drei Tore?
Müngersdorf In welchem Kölner Stadtteil lag das Finalstadion?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Endrunde gehörte zur Saison

. Insgesamt nahmen

Gauligameister teil. Die Gruppensieger erreichten das

. Schalke gewann seine Vorrundengruppe mit 27:6

. Stuttgart begann die Gruppe mit zwei

. Das Finale fand im Müngersdorfer Stadion in

statt. Zur Halbzeit führte Schalke mit

. Otto Bökle leitete mit zwei schnellen Treffern eine Stuttgarter

ein. Ernst Poertgen erzielte im Finale insgesamt

Tore. Die Meistertrophäe trug den Namen

. Historische Sportquellen aus dem Jahr 1935 müssen wegen der nationalsozialistischen Rahmenbedingungen besonders

gelesen werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste 1935: Gestalte eine Zeitleiste mit mindestens acht Stationen vom Beginn der Gruppenspiele bis zum Finale und kennzeichne Saisonangabe und konkrete Spieldaten unterschiedlich.
  2. Teilnehmerkarte: Übertrage die 16 Gauligen und ihre Meister auf eine vereinfachte Karte und ergänze eine Legende, die moderne und historische Ortsnamen unterscheidet.
  3. Finaltorfolge: Erstelle ein übersichtliches Plakat zur Torfolge des 6:4 und teile das Spiel in mindestens drei Phasen ein.
  4. Spielerkarte: Verfasse eine sachliche Kurzbiografie zu Ernst Poertgen, Otto Bökle, Fritz Szepan oder Ernst Kuzorra und trenne belegte Fakten von späteren Bewertungen.


Standard

  1. Quellenvergleich Zuschauerzahl: Vergleiche mindestens drei Quellen zur Zuschauerzahl des Finales, dokumentiere die Abweichungen und begründe eine vorsichtige Formulierung.
  2. Taktiktafel 2-3-5: Zeichne die Grundordnung beider Finalisten und entwickle zwei mögliche Passdreiecke sowie eine Absicherung nach Ballverlust.
  3. Podcast Schlüsselspiele: Produziere einen fünfminütigen Podcast über je ein Schlüsselspiel von Schalke und Stuttgart vor dem Finale und nenne deine Quellen im Abspann.
  4. Stadiongeschichte Müngersdorf: Recherchiere die Bau- und Umbaugeschichte des Kölner Stadions und erkläre, welche heutigen Bilder als Kontext dienen, aber keine Finalaufnahmen sind.


Schwer

  1. Datenanalyse Endrunde: Erstelle eine Tabelle aller 51 Spiele, prüfe die Summe von 237 Toren und untersuche, welche Gruppen besonders torreich waren.
  2. Videoanalyse Erinnerungskultur: Analysiere das offizielle Schalke-Video von 2016 hinsichtlich Auswahl, Perspektive und Auslassungen und vergleiche es mit einem unabhängigen historischen Text.
  3. Fußball im Nationalsozialismus: Entwickle eine digitale Ausstellung zu Ausgrenzung und Verfolgung im Fußball und verbinde die Verbandsebene mit je einem Beispiel von Schalke und Stuttgart.
  4. Trainertransfer Schalker Kreisel: Plane eine Trainingseinheit, die Kurzpass, Freilaufen und Positionswechsel vermittelt, und erkläre ausdrücklich, welche Übungsabläufe moderne didaktische Modelle und keine rekonstruierten Szenen von 1935 sind.




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Lernkontrolle

  1. Modusanalyse: Erkläre rechnerisch, weshalb die Gruppenphase 48 Spiele umfasste, und diskutiere einen Vor- und einen Nachteil gegenüber einem reinen K.-o.-System.
  2. Verlaufsanalyse Finale: Gliedere das 6:4 in mindestens vier Spielphasen und begründe die Grenzen deiner Aussagen, wenn dir nur die Torfolge vorliegt.
  3. Vergleich der Finalisten: Nutze Siege, Niederlagen und Torbilanzen, um die Wege von Schalke und Stuttgart zu vergleichen, ohne aus Statistik eine Zwangsläufigkeit abzuleiten.
  4. Taktische Übertragung: Übertrage zwei Prinzipien des Schalker Kreisels auf eine heutige Trainingsform und benenne mindestens zwei historische Unterschiede.
  5. Quellenurteil: Bewerte DFB-Datencenter, Vereinsarchiv, RSSSF, Wikipedia und zeitgenössische Zeitung nach Nähe zum Ereignis, institutioneller Perspektive und Prüfbarkeit.
  6. Historische Verantwortung: Begründe, warum ein Kurs über ein Fußballfinale von 1935 sowohl sportliche Analyse als auch die Ausgrenzungs- und Verfolgungsgeschichte behandeln muss.




Lernnachweis

Ein überzeugender Lernnachweis zeigt nicht nur, dass du Sieger und Ergebnis kennst. Erwartet werden folgende Leistungen:

Wissen

  1. Du nennst Wettbewerb, Saison, Finaldatum, Finalort, Modus und Finalisten korrekt.
  2. Du ordnest die 16 Teilnehmer ihren Gauligen zu und kennst die vier Gruppensieger.
  3. Du beschreibst die Torfolge und wichtige Personen ohne erfundene Details.

Methoden

  1. Du unterscheidest Primärquelle, offizielle Datenbank, Vereinsdarstellung, Statistikportal und spätere Rekonstruktion.
  2. Du kennzeichnest widersprüchliche Zahlen und begründest deine Formulierung.
  3. Du datierst jedes Bild oder Video und erklärst seinen Aussagewert.

Analyse

  1. Du entwickelst aus Ergebnissen und Torfolgen nachvollziehbare Hypothesen.
  2. Du benennst, welche zusätzlichen Daten für eine vollständige Taktikanalyse fehlen.
  3. Du vergleichst den 2-3-5-Ausgangspunkt mit beweglichen Rollen, ohne moderne Begriffe unkritisch zurückzuprojizieren.

Produkt

  1. Du erstellst beispielsweise eine Zeitleiste, Taktiktafel, Audioanalyse, Ausstellung oder Datenauswertung.
  2. Dein Produkt enthält Quellen, Mediennachweise und eine klare Trennung zwischen Beleg, Interpretation und fiktivem Lernmodell.

Transfer und Verantwortung

  1. Du leitest Trainingsprinzipien aus dem historischen Beispiel ab.
  2. Du erklärst, weshalb sportlicher Ruhm die Verantwortung von Verbänden, Vereinen und Personen in der NS-Zeit nicht aufhebt.
  3. Du formulierst eine heutige Konsequenz gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung.




OER und Wikipedia


Geprüfte Fach- und Ergebnisquellen

  1. DFB-Datencenter: FC Schalke 04 in der Deutschen Meisterschaft 1934/35 – offizieller Spielplan und Kader.
  2. DFB-Datencenter: VfB Stuttgart in der Deutschen Meisterschaft 1934/35 – offizieller Spielplan und Kader.
  3. RSSSF: Germany 1934/35 – unabhängige statistische Gegenprüfung von Teilnehmern, Gruppen und K.-o.-Spielen.
  4. FC Schalke 04: Epochen und Vereinsgeschichte – Vereinsgeschichte, Schalker Kreisel und Aufarbeitung der NS-Zeit.
  5. FC Schalke 04: Spurensuche – jüdische Schicksale auf Schalke – Erinnerungs- und Bildungsarbeit.
  6. VfB Stuttgart: Chronik 1933–1945 – Finalteilnahme und vereinsgeschichtlicher Kontext.
  7. DFB: Historie – institutionelle Einordnung von DFB und Fachamt Fußball.
  8. DFB: Der DFB, seine Funktionäre und der Nationalsozialismus – historische Verantwortung und Ausgrenzung.


Mediennachweise und Lizenzen

Eingebettetes Medium Exakte Quelle Urheberschaft Lizenz oder Nutzungsstatus
File:Alter historischer Stadioneingang Müngersdorf.jpg Wikimedia-Commons-Dateiseite HOWI, Willy Horsch Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0
File:Gauligas 1933.png Wikimedia-Commons-Dateiseite Calistemon Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0
File:Schalke GlueckaufKampfbahn0.jpg Wikimedia-Commons-Dateiseite BRITTE beziehungsweise Thebrise Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 und GFDL
File:Scheme-2-3-5.svg Wikimedia-Commons-Dateiseite Knutux Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 und GFDL
File:Kuzorra87.jpg Wikimedia-Commons-Dateiseite KV 28 Gemeinfrei
File:Club-Museum Victoria-Pokal.jpg Wikimedia-Commons-Dateiseite Nutzer Fcn2011 Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0
YouTube-Video Be1RR8Sb8eM Auf den Spuren von Kuzorra und Co Offizieller, verifizierter Kanal FC Schalke 04 YouTube-Einbettung; keine offene OER-Lizenz zur Weiterbearbeitung ausgewiesen

Die Commons-Dateien dürfen entsprechend ihren jeweiligen Lizenzen nachgenutzt werden. Das YouTube-Video wird nur über die native Einbettung abgespielt; es wird nicht kopiert oder als offen lizenziertes Material ausgegeben.


Verknüpfte Lernbereiche

Geschichte: Gleichschaltung, Ausgrenzung, Vereins- und Verbandsgeschichte im Nationalsozialismus.

Sport und Trainerbildung: Formationen, Passspiel, Spielphasen, Belastung durch Spielstände und Trainingsübertragung.

Mathematik: Kombinatorik des Gruppenmodus, Tabellenpunkte, Torbilanzen und Durchschnittswerte.

Geografie: räumliche Verteilung der Gauligen, Reisewege und historische Ortsnamen.

Deutsch und Medienbildung: Quellenvergleich, präzise Sprache, Trennung von Fakt, Interpretation und Modell.

Ethik und Gemeinschaftskunde: Verantwortung von Institutionen, Erinnerung an Verfolgte und heutige Arbeit gegen Diskriminierung.


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