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Der Lorax

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Der Lorax




Einleitung

Der Lorax ist ein Animationsfilm aus dem Jahr 2012 nach einer Geschichte von Dr. Seuss. Der Film erzählt auf fantasievolle und übertriebene Weise davon, was passieren kann, wenn Menschen immer mehr Dinge herstellen und kaufen, dafür aber die Natur vergessen. In der Filmwelt geht es um bunte Truffula-Bäume, eine Stadt voller künstlicher Dinge, eine große Fabrik, den Verkauf von Luft und schließlich um einen einzigen Samen, der neue Hoffnung bringt.

Dieser aiMOOC ist für Kinder ab etwa 6 Jahren gedacht. Du untersuchst hier nicht nur die Filmgeschichte. Du fragst auch: Was brauchen Menschen wirklich? Woher kommen die Dinge, die wir benutzen? Was geschieht, wenn zu viele Bäume gefällt werden? Kann eine künstliche Umwelt echte Natur ersetzen? Wer trägt Verantwortung? Und was können Kinder, Familien, Schulen, Unternehmen und Städte tun, damit Natur erhalten bleibt?

Der Film selbst ist in Deutschland ab FSK 0 freigegeben. Für den Unterricht ist es trotzdem sinnvoll, einzelne Szenen gemeinsam zu besprechen. Manche Bilder von zerstörter Natur oder die Idee, dass sogar Luft verkauft wird, können Fragen auslösen. Genau diese Fragen sind für das Lernen wichtig.

Ein echter Wald ist mehr als eine Ansammlung von Bäumen. Er ist Lebensraum für Tiere, Pilze und Pflanzen. Bäume speichern Kohlenstoff, beeinflussen Wasser und Temperatur, schützen Böden und bieten Nahrung sowie Verstecke. Für Menschen liefern Wälder außerdem Holz, Erholung und viele weitere Leistungen. Darum ist die entscheidende Frage nicht: Darf man Holz benutzen? Die bessere Frage lautet: Wie können wir Natur nutzen, ohne sie zu zerstören?

Der Trailer zeigt die künstliche Stadt, den Wunsch nach einem echten Baum und den Lorax als Beschützer der Natur. Achte beim Anschauen darauf, welche Dinge in der Stadt echt und welche künstlich sind.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, warum Wälder wichtig sind, was Abholzung und Ressourcenverbrauch bedeuten und wie Konsum die Natur beeinflussen kann. Du kannst die künstliche Umwelt von Thneedville mit einer lebendigen Umwelt vergleichen. Du kannst außerdem verschiedene Figuren danach beurteilen, welche Verantwortung sie übernehmen oder vermeiden. Am Ende entwickelst Du konkrete Ideen für nachhaltiges Handeln in Deinem Alltag und in Deiner Schule.


Der Film und seine Filmwelt

Der Lorax ist ein US-amerikanischer Animationsfilm aus dem Jahr 2012. Regie führten Chris Renaud und Kyle Balda. Die Geschichte beruht auf dem Kinderbuch The Lorax von Dr. Seuss. Im Mittelpunkt stehen Ted, der Once-ler, der Lorax und der Geschäftsmann O’Hare.

Ted lebt in Thneedville. Dort wirkt zunächst alles sauber, bunt und bequem. Doch die Bäume, Büsche und Blumen sind künstlich. Echte Bäume fehlen. Luft wird sogar in Flaschen verkauft. Ted möchte einen echten Baum finden und erfährt vom Once-ler, wie die Landschaft außerhalb der Stadt früher aussah.

Der Once-ler war einmal in ein Tal voller Truffula-Bäume gekommen. Aus deren weichen Baumkronen stellte er ein Produkt her, das im Film Thneed genannt wird. Das Produkt wird beliebt. Immer mehr Menschen wollen es haben. Um immer mehr Thneeds herzustellen, lässt der Once-ler immer mehr Bäume fällen. Der Lorax versucht ihn zu warnen. Doch die Produktion wächst weiter, bis schließlich der letzte Truffula-Baum fällt.

Diese Filmgeschichte ist keine Naturdokumentation. Sie arbeitet mit Fantasie, Humor und Übertreibung. Gerade dadurch werden Zusammenhänge sichtbar: Rohstoff → Produkt → Werbung → Kaufwunsch → mehr Produktion → mehr Rohstoffverbrauch → Folgen für Natur und Lebewesen.


Die wichtigsten Figuren als Entscheidungsträger

Ted beginnt mit einem persönlichen Wunsch. Er möchte einen echten Baum finden. Im Verlauf der Geschichte erkennt er aber, dass es nicht nur um ihn selbst geht. Seine Suche wird zu einer Frage für die ganze Stadt.

Der Once-ler ist Erfinder und Unternehmer. Er sieht zuerst die Möglichkeit, aus den Truffula-Bäumen etwas Neues herzustellen. Sein Fehler besteht nicht darin, überhaupt etwas zu erfinden. Problematisch wird es, als er Warnungen ignoriert, immer weiter wachsen will und die Grenzen des Waldes nicht beachtet.

Der Lorax spricht für die Bäume und die Tiere, die selbst nicht an den Entscheidungen der Menschen teilnehmen können. Er erinnert daran, dass Natur einen Wert hat, auch wenn man sie nicht verkauft.

O’Hare verdient in Thneedville Geld mit abgefüllter Luft. Ein echter Baum wäre für sein Geschäftsmodell gefährlich. Deshalb zeigt der Film besonders deutlich, dass wirtschaftliche Interessen und Umweltschutz manchmal in Konflikt geraten können.

Audrey und Großmutter Norma helfen Ted. Sie zeigen, dass Veränderungen leichter werden, wenn Menschen sich zusammentun.


Filmbeobachtung: Wer entscheidet was?

Wenn Du den Film anschaust, kannst Du bei wichtigen Szenen vier Fragen stellen: Was will die Figur? Was tut sie? Wer hat einen Vorteil davon? Wer oder was trägt die Folgen? Diese vier Fragen helfen Dir später auch bei echten Umweltfragen.

Ein Beispiel: Der Once-ler möchte viele Thneeds verkaufen. Dafür werden immer mehr Truffula-Bäume gefällt. Käuferinnen und Käufer bekommen das Produkt, die Fabrik wächst und der Once-ler verdient Geld. Gleichzeitig verlieren Tiere Nahrung und Lebensraum. Der Wald kann nicht schnell genug nachwachsen.


Abholzung: Wenn aus Wald eine kahle Fläche wird

Abholzung bedeutet, dass Bäume gefällt und Waldflächen entfernt werden. Nicht jede Nutzung von Holz ist automatisch schlecht. Holz kann ein nachwachsender Rohstoff sein. Entscheidend ist, wie viel entnommen wird, wie der Wald danach aussieht, ob neue Bäume nachwachsen können und ob Tiere, Böden und Wasser geschützt werden.

Im Lorax-Tal geschieht das Gegenteil von nachhaltiger Nutzung. Die Produktion wächst so lange, bis kein Truffula-Baum mehr übrig ist. Der Film zeigt damit eine extreme Form der Übernutzung: Eine Ressource wird schneller genutzt, als sie sich erneuern kann.

Auf dem Bild siehst Du einen echten Kahlschlag. Das ist nicht die Filmwelt. Trotzdem kannst Du vergleichen: Wo stehen noch Bäume? Wo fehlt Schutz für den Boden? Welche Tiere könnten dort weniger Nahrung oder Verstecke finden?

Der Wald-Check von Checker Tobi erklärt kindgerecht, wie ein Wald funktioniert und warum Bäume für viele Lebewesen wichtig sind.


Was verliert ein Wald, wenn zu viele Bäume verschwinden?

Ein Baum ist nicht nur Holz. Seine Blätter betreiben Fotosynthese. Seine Wurzeln halten Boden fest und nehmen Wasser auf. Seine Krone spendet Schatten. Rinde, Äste, Blätter, Blüten und Früchte können Lebensräume oder Nahrung sein.

Wenn sehr viele Bäume auf einmal verschwinden, kann sich ein Gebiet stark verändern. Tiere können Lebensraum verlieren. Der Boden liegt ungeschützter da. Wasser kann schneller abfließen. Es fehlt Schatten. Ein Wald braucht außerdem Zeit, um wieder zu wachsen.

Jahresringe erinnern daran, dass ein großer Baum viele Jahre gewachsen sein kann. Etwas zu fällen kann sehr schnell gehen. Das Nachwachsen dauert meist viel länger.


Der wichtige Unterschied: Nutzen oder übernutzen

Menschen brauchen Rohstoffe. Wir bauen Häuser, stellen Papier her und benutzen Holz für Möbel oder Werkzeuge. Nachhaltiges Handeln bedeutet deshalb nicht, überhaupt nichts mehr aus der Natur zu nutzen. Es bedeutet, Grenzen zu beachten.

Stell Dir ein Beerenfeld vor. Wenn jeden Tag alle Beeren gepflückt werden, bevor neue reifen, ist bald nichts mehr da. Wenn nur ein Teil geerntet wird und Pflanzen weiter wachsen können, kann das Feld länger Nahrung liefern. Beim Wald ist die Wirklichkeit viel komplizierter, aber die Grundidee ist ähnlich: Nicht schneller entnehmen, als Natur und Ökosysteme sich erholen können.


Ressourcenverbrauch: Woher kommen unsere Dinge?

Eine Ressource ist etwas, das wir nutzen können. In der Natur gehören zum Beispiel Holz, Wasser, Metalle, Böden und Energiequellen dazu. Auch Fläche ist eine wichtige Ressource.

Im Film ist der Truffula-Baum die zentrale Ressource für die Thneed-Produktion. Der Once-ler denkt zuerst vor allem an die Frage: Wie kann ich mehr herstellen? Er fragt zu wenig: Wie viel Wald gibt es? Wie schnell wächst er nach? Welche Tiere brauchen ihn? Was passiert mit Abfällen und Luft?

Viele echte Produkte brauchen mehrere Ressourcen gleichzeitig. Ein Schulheft braucht zum Beispiel Papier. Für Herstellung und Transport werden außerdem Energie und Wasser benötigt. Ein Kunststoffspielzeug braucht Rohstoffe für den Kunststoff, Energie für die Produktion, Verpackung und Transport.


Ressourcenweg eines Produkts

Du kannst fast jeden Gegenstand mit einer einfachen Kette untersuchen:

Rohstoff → Herstellung → Verpackung → Transport → Nutzung → Reparatur oder Wiederverwendung → Entsorgung oder Recycling

Der Film zeigt diesen Weg nur teilweise. Gerade deshalb lohnt es sich, ihn weiterzudenken. Was geschieht mit einem Thneed, wenn niemand ihn mehr braucht? Kann man ihn reparieren? Wird er weitergegeben? Wird er zu Abfall? Solche Fragen stellt heute die Idee der Kreislaufwirtschaft.


Papier als Beispiel

Papier ist für Kinder besonders leicht zu untersuchen, weil es in Schule und Zuhause überall vorkommt. Papier kann aus Holzfasern hergestellt werden. Altpapier kann gesammelt und zu neuem Papier verarbeitet werden. Recycling spart nicht jede Ressource vollständig, aber es kann den Bedarf an neuen Rohstoffen verringern.

Beim Papier-Check kannst Du verfolgen, wie Papier entsteht und warum sparsamer Umgang und Recycling sinnvoll sind.

Eine einfache Lorax-Regel für Papier lautet: Erst überlegen, dann benutzen, beide Seiten verwenden, sammeln und richtig recyceln.


Konsum: Warum wollen wir Dinge haben?

Konsum bedeutet, dass Menschen Waren und Dienstleistungen kaufen und nutzen. Konsum ist ein normaler Teil unseres Lebens. Wir brauchen Essen, Kleidung, Lernmaterialien und viele andere Dinge. Problematisch kann Konsum werden, wenn wir sehr viel kaufen, Dinge nur kurz benutzen oder Produkte so hergestellt werden, dass Natur und Menschen stark belastet werden.

Im Film wird der Thneed zum Modeprodukt. Immer mehr Menschen möchten ihn haben. Der Once-ler reagiert auf die Nachfrage mit mehr Produktion. Gleichzeitig sorgt die Produktion dafür, dass das Produkt sichtbar und begehrt bleibt. So entsteht ein Kreislauf aus Wunsch, Kauf und Wachstum.


Werbung und Wünsche

Werbung kann informieren. Sie kann aber auch versuchen, Wünsche zu verstärken. Ein Produkt wird dabei zum Beispiel als besonders cool, neu, lustig oder notwendig dargestellt.

Eine wichtige Frage lautet: Brauche ich das wirklich, oder möchte ich es gerade nur haben? Für Kinder ist diese Frage besonders nützlich, weil sie nicht bedeutet, dass Kaufen verboten ist. Sie schafft nur eine kleine Denkpause.

Du kannst vor einem Kauf drei Lorax-Fragen stellen: Brauche ich es? Kann ich etwas Vorhandenes weiter benutzen? Kann ich es leihen, teilen, gebraucht bekommen oder reparieren?


Ein Produkt ist nicht nur sein Preis

Im Laden sehen wir meist einen Geldpreis. Die Naturkosten stehen nicht auf jedem Preisschild. Für ein Produkt können Rohstoffe abgebaut oder geerntet, Energie verbraucht, Verpackungen hergestellt und Waren transportiert werden.

Darum bedeutet nachhaltiger Konsum: Beim Kaufen und Benutzen auch über die Folgen nachdenken. Für Kinder geht es dabei nicht darum, alle Entscheidungen allein zu tragen. Erwachsene, Unternehmen und Politik haben ebenfalls Verantwortung.


Künstliche Umwelt: Thneedville im Vergleich mit echter Natur

In Thneedville ist vieles künstlich. Die Bäume sind aus Kunststoff. Sie sehen dekorativ aus, wachsen aber nicht wie echte Pflanzen. Sie betreiben keine natürliche Fotosynthese, bilden keine Samen, bieten keinen echten Waldlebensraum und verändern sich nicht mit Jahreszeiten wie lebende Bäume.

Der Film stellt damit eine spannende Frage: Kann Technik Natur vollständig ersetzen?

Die Antwort ist differenziert. Technik kann sehr hilfreich sein. Gebäude schützen uns. Wasserleitungen versorgen Städte. Filter können Schadstoffe verringern. Recyclinganlagen können Materialien zurückgewinnen. Aber eine künstliche Dekoration ist nicht dasselbe wie ein lebendiges Ökosystem.

Dieses echte Foto zeigt Smog über einer Stadt. Es ist nicht Thneedville. Trotzdem hilft es, über saubere Luft nachzudenken. Luft ist lebensnotwendig und sollte nicht erst dann wertvoll erscheinen, wenn sie knapp oder verschmutzt ist.


Warum echte Bäume mehr können als Plastikbäume

Ein echter Baum wächst, bildet neue Blätter und kann Lebensraum sein. In seiner Umgebung leben oft Insekten, Vögel, Pilze und viele winzige Bodenlebewesen. Er nimmt Wasser auf und gibt über seine Blätter Wasser an die Luft ab. Er kann Schatten spenden und seine Umgebung mitprägen.

Ein künstlicher Baum kann schön aussehen oder Licht spenden. Das macht ihn aber nicht zu einem Ökosystem. Der Film nutzt diesen Gegensatz, um deutlich zu machen: Natur ist nicht nur Dekoration.


Die Idee mit der Flaschenluft

O’Hares Geschäft mit abgefüllter Luft ist eine starke Übertreibung. Sie macht eine Frage sichtbar: Was geschieht, wenn etwas Lebensnotwendiges knapp wird und jemand daran verdient?

In der echten Welt wird Luft nicht deshalb gebraucht, weil Bäume allein unseren gesamten Sauerstoff erzeugen würden. Die Luft der Erde entsteht und verändert sich durch viele natürliche Prozesse. Wälder sind trotzdem enorm wichtig: für Artenvielfalt, Kohlenstoffspeicherung, Wasserhaushalt, Böden, Temperatur und viele weitere Funktionen.


Müll, Plastik und Kreisläufe

Thneedville wirkt sauber. Doch eine saubere Oberfläche bedeutet nicht automatisch, dass ein System nachhaltig ist. Entscheidend ist auch, wo Rohstoffe herkommen, wie Produkte hergestellt werden und was nach der Nutzung mit ihnen geschieht.

Kunststoffe können sehr nützlich sein. Sie sind leicht, formbar und haltbar. Gerade ihre Haltbarkeit wird zum Problem, wenn Kunststoffprodukte schnell zu Müll werden und in die Umwelt gelangen.

Im Plastik-Check erfährst Du, wo Kunststoff vorkommt und warum ein bewusster Umgang damit wichtig ist.


Vermeiden, weiterverwenden, reparieren, recyceln

Recycling ist sinnvoll, aber es ist nicht der erste Schritt. Oft ist es besser, unnötigen Müll gar nicht entstehen zu lassen. Ein Gegenstand, der lange genutzt wird, muss nicht sofort ersetzt werden.

Eine kindgerechte Reihenfolge lautet: weniger unnötig kaufen → wiederverwenden → teilen oder leihen → reparieren → richtig trennen und recyceln.

Recycling kann Materialien zurück in einen Kreislauf bringen. Trotzdem braucht auch Recycling Energie und funktioniert nicht bei jedem Material unbegrenzt. Deshalb bleibt das Vermeiden unnötiger Produkte wichtig.

Der Müll-Check zeigt, wie Müll getrennt wird und was nach dem Wegwerfen passieren kann.


Verantwortung: Wer muss handeln?

Verantwortung bedeutet, die Folgen des eigenen Handelns mitzudenken und für Entscheidungen einzustehen. Im Film wird deutlich, dass Umweltprobleme selten nur durch eine einzelne Handlung entstehen. Viele Entscheidungen greifen ineinander.

Der Once-ler trägt Verantwortung für seine Fabrik und dafür, dass er Warnungen ignoriert. Die Käuferinnen und Käufer beeinflussen durch ihre Nachfrage, wie viele Thneeds verkauft werden. O’Hare verteidigt ein Geschäftsmodell, das von einer künstlichen Umwelt profitiert. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Thneedville müssen entscheiden, ob sie den Samen und echte Bäume zulassen. Ted kann allein nicht alles lösen, aber er kann eine Veränderung anstoßen.


Verantwortung ist geteilt

Auch in der echten Welt ist Verantwortung geteilt. Kinder können sorgsam mit Dingen umgehen, Müll vermeiden, Fragen stellen und Ideen in die Schule bringen. Erwachsene entscheiden über viele Einkäufe, Reisen und Verträge. Unternehmen entscheiden über Materialien, Produktion und Verpackung. Städte gestalten Grünflächen, Verkehr und Abfallentsorgung. Politik setzt Regeln.

Es wäre unfair, Kindern zu sagen, sie müssten große Umweltprobleme allein lösen. Deine Handlungen sind wichtig, aber sie sind ein Teil eines größeren Ganzen.


Fehler erkennen und anders handeln

Eine der wichtigsten Botschaften des Films ist nicht, dass Menschen niemals Fehler machen dürfen. Entscheidend ist, ob sie aus Fehlern lernen. Der Once-ler erkennt spät, was geschehen ist. Der Samen wird zum Zeichen dafür, dass Veränderung möglich ist.

Das bedeutet nicht, dass ein einziger neu gepflanzter Baum jeden Schaden sofort rückgängig macht. Ein Wald braucht Zeit. Natur zu schützen ist oft leichter, als zerstörte Lebensräume vollständig wiederherzustellen. Deshalb gehören Schützen, weniger verbrauchen und wiederherstellen zusammen.


Nachhaltigkeit: Heute gut leben und an morgen denken

Nachhaltigkeit bedeutet vereinfacht: Wir handeln so, dass Menschen heute gut leben können, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Menschen und die Lebensgrundlagen der Natur unnötig zu zerstören.

Das logo!-Erklärvideo erklärt Nachhaltigkeit kindgerecht. Vergleiche seine Beispiele anschließend mit Thneedville.

Für den Lorax lässt sich Nachhaltigkeit als Dreifach-Frage formulieren: Was brauche ich? Was braucht die Natur? Was brauchen Menschen morgen?


Nachhaltig handeln zu Hause

Du kannst Gegenstände länger benutzen, Spielsachen tauschen, Bücher ausleihen, Brotdosen und Trinkflaschen mehrfach verwenden und Papier nicht unnötig verschwenden. Wenn etwas kaputtgeht, kannst Du mit Erwachsenen prüfen, ob eine Reparatur möglich ist.

Beim Essen kannst Du mit Deiner Familie überlegen, wie Lebensmittel möglichst vollständig genutzt werden. Beim Wegwerfen kannst Du auf die richtige Mülltrennung achten. Bei Licht, Wasser und Heizung kannst Du helfen, unnötigen Verbrauch zu vermeiden.

Wichtig ist: Nachhaltigkeit soll nicht nur aus Verboten bestehen. Teilen, reparieren, tauschen und gemeinsam gestalten kann Spaß machen.


Nachhaltig handeln in der Schule

Eine Klasse kann Papier beidseitig benutzen, eine Tauschbox für gut erhaltene Materialien einrichten oder überprüfen, wo unnötiger Einwegmüll entsteht. Ein Klassenrat kann Vorschläge sammeln und gemeinsam entscheiden, welche Idee ausprobiert wird.

Auf dem Schulhof könnt Ihr untersuchen, wie viele echte Pflanzen es gibt, wo Tiere Nahrung finden und wo Schatten fehlt. Neue Pflanzen sollten nur gemeinsam mit Erwachsenen und passend zum Standort gesetzt werden. Bestehende Bäume und Lebensräume zu schützen ist mindestens genauso wichtig wie neue zu pflanzen.

Kinder können an Naturschutzprojekten mitwirken. Gute Projekte achten darauf, welche Pflanzen zum Ort passen und wie sie langfristig gepflegt werden.


Ein Samen ist ein Anfang, kein Zaubertrick

Der letzte Truffula-Samen ist im Film ein starkes Symbol. Er steht für Hoffnung und Verantwortung. In der Wirklichkeit reicht es aber nicht, irgendwo möglichst viele Bäume zu pflanzen. Wichtig sind passende Baumarten, geeignete Standorte, Pflege, Schutz bestehender Wälder und genügend Platz für unterschiedliche Pflanzen und Tiere.

Ein kleiner Setzling zeigt: Natur kann wachsen. Sie braucht dafür aber Zeit, Wasser, Boden, Schutz und passende Bedingungen.


Der Lorax als Umweltgeschichte lesen

Der Film kann wie eine große Wenn-dann-Kette gelesen werden. Wenn ein Produkt sehr beliebt wird, dann steigt oft die Produktion. Wenn dafür immer mehr Rohstoffe gebraucht werden, dann wächst der Druck auf Natur und Landschaft. Wenn Warnungen ignoriert werden, dann können Schäden größer werden. Wenn Menschen rechtzeitig Grenzen setzen, Produkte länger nutzen und Natur schützen, dann kann Belastung sinken.

Diese Kette ist aber keine automatische Naturregel. Menschen können Entscheidungen verändern. Genau darin liegt die Verantwortung.


Fünf Leitfragen für jede Filmszene

  1. Natur: Was passiert in dieser Szene mit Bäumen, Tieren, Boden, Wasser oder Luft?
  2. Ressourcen: Welche Rohstoffe oder Materialien werden gebraucht?
  3. Konsum: Warum wollen Figuren etwas kaufen oder besitzen?
  4. Macht: Wer darf entscheiden und wer wird nicht gefragt?
  5. Alternative: Was könnte eine Figur anders machen?

Mit diesen fünf Fragen kannst Du auch Werbung, Produkte, Schulprojekte oder Situationen in Deiner Umgebung untersuchen.


Mini-Projekt: Der Lorax-Check für einen Alltagsgegenstand

Wähle einen Gegenstand aus Deinem Alltag, zum Beispiel ein Heft, einen Stift, ein Spielzeug, ein T-Shirt oder eine Trinkflasche. Untersuche ihn wie der Lorax.

Frage zuerst: Woraus besteht der Gegenstand? Überlege dann, woher diese Materialien kommen könnten. Frage anschließend: Wie lange benutze ich ihn? Kann ich ihn teilen, reparieren oder wiederverwenden? Was passiert am Ende?

Male den Weg des Gegenstands als Bildfolge. Am Ende zeichnest Du eine zweite Version: Wie könnte der Weg nachhaltiger werden?


Vergleich: Filmwelt und echte Welt

Filmwelt Frage für die echte Welt
Truffula-Bäume werden für Thneeds gefällt. Woher kommen die Rohstoffe für unsere Produkte?
Ein Produkt wird immer beliebter. Wie beeinflussen Werbung, Trends und Wünsche unseren Konsum?
Die Tiere verlieren Lebensraum. Welche Lebewesen sind von Rohstoffgewinnung betroffen?
Thneedville ersetzt Natur durch künstliche Dekoration. Welche Aufgaben kann echte Natur erfüllen, die Dekoration nicht erfüllt?
O’Hare verkauft Luft. Wer profitiert davon, wenn wichtige Güter knapp werden?
Ted bringt den letzten Samen in die Stadt. Welche kleinen Handlungen können größere Veränderungen anstoßen?

Der Film vereinfacht vieles. Das ist bei Geschichten normal. Im Unterricht ist die spannende Aufgabe, die Botschaft des Films von den wissenschaftlichen Fakten zu unterscheiden und beides miteinander ins Gespräch zu bringen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum wird das Lorax-Tal im Film immer kahler? (Weil für die Thneed-Produktion immer mehr Truffula-Bäume gefällt werden) (!Weil die Bäume freiwillig in eine andere Stadt ziehen) (!Weil Ted alle Bäume einsammelt) (!Weil künstliche Bäume echte Bäume vertreiben)




Was ist eine Ressource? (Etwas, das Menschen nutzen können) (!Nur ein Gegenstand aus Plastik) (!Nur Geld in einer Bank) (!Eine erfundene Tierart)




Warum kann ein künstlicher Baum keinen echten Wald ersetzen? (Weil er kein lebendiges Ökosystem bildet) (!Weil künstliche Bäume immer blau sind) (!Weil echte Bäume keine Wurzeln haben) (!Weil Wälder nur aus Blumen bestehen)




Was bedeutet nachhaltiger Umgang mit einem Rohstoff? (Ihn so zu nutzen, dass Natur und Zukunft mitgedacht werden) (!So viel wie möglich sofort zu verbrauchen) (!Jeden Gegenstand nach einmaliger Nutzung wegzuwerfen) (!Nur neue Produkte zu kaufen)




Was kann Werbung bewirken? (Sie kann Wünsche nach Produkten verstärken) (!Sie lässt Bäume schneller wachsen) (!Sie macht jeden Gegenstand automatisch nachhaltig) (!Sie verhindert jede Form von Müll)




Welche Handlung vermeidet meistens zuerst Abfall? (Einen vorhandenen Gegenstand weiterzuverwenden) (!Einen neuen Gegenstand zu kaufen und den alten wegzuwerfen) (!Alles sofort in einen Restmüllbehälter zu geben) (!Ein Produkt nur wegen seiner Verpackung zu kaufen)




Warum ist Recycling nicht die einzige Lösung? (Weil auch Recycling Energie braucht und nicht jeden Verbrauch verhindert) (!Weil Recycling immer Bäume fällt) (!Weil Recycling nur im Film möglich ist) (!Weil wiederverwendete Materialien niemals nützlich sind)




Wer trägt Verantwortung für nachhaltiges Handeln? (Kinder, Erwachsene, Unternehmen, Städte und Politik gemeinsam) (!Nur Kinder) (!Nur Ted aus dem Film) (!Niemand)




Wofür steht der letzte Samen im Film besonders? (Für Hoffnung und die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen) (!Für eine neue Plastikmaschine) (!Für noch mehr Flaschenluft) (!Für das Ende aller Pflanzen)




Welche Frage passt besonders gut zum Lorax-Check vor einem Kauf? (Brauche ich das wirklich und kann ich etwas Vorhandenes weiter nutzen) (!Ist die Verpackung möglichst groß) (!Kann ich den Gegenstand besonders schnell wegwerfen) (!Kann ich davon mehrere unbenutzt lagern)





Memory

Lorax Beschützer der Natur
Once-ler Hersteller der Thneeds
Thneedville Stadt mit künstlicher Umwelt
Truffula-Baum Rohstoffquelle der Filmgeschichte
Ressource nutzbarer Bestandteil der Natur
Konsum Kaufen und Nutzen von Waren
Recycling Wiederverwertung von Materialien
Samen Zeichen für einen neuen Anfang





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Truffula-Baum Natur
Thneed Produkt
Fabrik Herstellung
Werbung Kaufwunsch
Kahlschlag Übernutzung
Reparatur längere Nutzung
Recycling Materialkreislauf
Baumpflege Verantwortung






Kreuzworträtsel

Lorax Wer spricht im Film für die Bäume?
Konsum Wie heißt das Kaufen und Nutzen von Waren?
Rohstoff Wie nennt man ein Material aus der Natur, das für Produkte genutzt wird?
Recycling Wie heißt die Wiederverwertung von Materialien?
Wald Welcher Lebensraum besteht aus vielen Bäumen und anderen Lebewesen?
Samen Was bringt Ted als Hoffnung auf neue Truffula-Bäume in die Stadt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Im Film schützt der

die Natur.
Der Once-ler stellt aus Truffula-Bäumen ein Produkt namens

her.
Wenn mehr Bäume gefällt werden als nachwachsen können, wird eine Ressource

.
Das Kaufen und Nutzen von Waren nennt man

.
Echte Bäume sind Teil eines lebendigen

.
Das Wiederverwerten von Materialien heißt

.
Ein Gegenstand, der lange benutzt wird, verursacht oft weniger neuen

.
Die Verantwortung für Umweltschutz tragen nicht nur Kinder, sondern die ganze

.
Der letzte Truffula-Samen steht im Film für

.
Nachhaltigkeit bedeutet, heute zu handeln und dabei auch an die

zu denken.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Baumdetektiv: Suche mit einer erwachsenen Person einen Baum in Deiner Umgebung. Zeichne Stamm, Blätter und Tiere oder Spuren, die Du dort entdeckst.
  2. Künstlich oder echt: Fotografiere oder zeichne je drei echte und künstliche Elemente in Deiner Umgebung. Erkläre, welche Aufgaben nur die lebendigen Elemente erfüllen.
  3. Lorax-Sprechblase: Male den Lorax und schreibe in eine Sprechblase einen Satz, mit dem er Deine Klasse an einen sorgsamen Umgang mit Natur erinnert.
  4. Wiederverwenden: Finde einen Gegenstand, der normalerweise weggeworfen würde, und entwickle mit Erwachsenen eine sichere neue Verwendung dafür.


Standard

  1. Produktreise: Wähle einen Alltagsgegenstand und gestalte eine Bildfolge von Rohstoff, Herstellung, Nutzung und Entsorgung oder Recycling.
  2. Werbecheck: Suche eine kindgerechte Werbung und untersuche, welche Wünsche sie weckt. Gestalte anschließend eine Gegenwerbung mit der Botschaft „Lange nutzen statt schnell ersetzen“.
  3. Mülltagebuch: Beobachte einen Schultag lang, welche Arten von Abfall in Deiner Klasse entstehen. Entwickle zwei Ideen, wie davon weniger entstehen könnte.
  4. Schulhofvergleich: Vergleiche einen begrünten und einen stark versiegelten Bereich des Schulhofs. Beobachte Schatten, Temperaturgefühl, Tiere und Pflanzen und halte Unterschiede fest.


Schwer

  1. Lorax-Klassenrat: Entwickelt im Klassenrat drei Nachhaltigkeitsideen, bewertet Aufwand und Nutzen und wählt eine Idee aus, die Ihr für zwei Wochen testet.
  2. Interview zum Wald: Befrage eine Försterin, einen Förster, eine Gärtnerin, einen Gärtner oder eine Naturschutzperson dazu, wie Bäume geschützt und gleichzeitig Rohstoffe genutzt werden können.
  3. Thneed neu denken: Entwerft ein fiktives Produkt, das möglichst wenig neue Rohstoffe braucht, reparierbar ist und lange genutzt werden kann. Erstellt dazu ein Plakat mit Materialkreislauf.
  4. Mini-Dokumentation: Produziert ein kurzes Video mit dem Titel „Unser Lorax-Ort“. Zeigt ein Naturproblem in Eurer Umgebung, erklärt die Ursache und stellt eine realistische Verbesserungsidee vor.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Folgenkette erklären: Erkläre mit einem eigenen Beispiel, wie ein Kaufwunsch zu mehr Ressourcenverbrauch führen kann. Zeige mindestens zwei Stellen, an denen Menschen anders entscheiden könnten.
  2. Film und Wirklichkeit vergleichen: Wähle die künstlichen Bäume oder die Flaschenluft aus Thneedville. Erkläre, was daran übertrieben ist und welche echte Umweltfrage dahintersteht.
  3. Entscheidung des Once-lers: Entwickle einen Plan, mit dem der Once-ler sein Produkt hätte herstellen können, ohne den gesamten Truffula-Wald zu zerstören. Begründe Deine Regeln.
  4. Verantwortung verteilen: Ein Schulhof produziert zu viel Einwegmüll. Beschreibe je eine sinnvolle Aufgabe für Kinder, Eltern, Schule und Anbieter der Produkte.
  5. Recycling oder Vermeidung: Vergleiche zwei Lösungen für ein Müllproblem. Erkläre, wann Wiederverwenden besser sein kann als Recycling.
  6. Naturwert erklären: Begründe, warum ein echter Baum auch dann wertvoll ist, wenn sein Holz nicht verkauft wird.
  7. Transferaufgabe: Übertrage die Lorax-Fragen auf ein T-Shirt, ein Spielzeug oder ein elektronisches Gerät. Zeige, welche Informationen Du vor einem Kauf gern wissen würdest.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu Der Lorax ist wichtig, dass Du die Filmgeschichte nicht nur nacherzählen kannst. Du sollst Zusammenhänge verstehen und eigene Lösungen entwickeln.

  1. Du kannst erklären, wie Thneed-Produktion, Abholzung und Verlust von Lebensraum zusammenhängen.
  2. Du kannst die Begriffe Ressource, Konsum, Recycling, Abholzung, Ökosystem und Nachhaltigkeit in eigenen Worten verwenden.
  3. Du kannst künstliche Umwelt und lebendige Natur vergleichen, ohne Technik pauschal als schlecht darzustellen.
  4. Du kannst zeigen, dass Verantwortung zwischen Einzelnen, Unternehmen, Gemeinschaft und Politik geteilt ist.
  5. Du kannst mindestens drei Möglichkeiten nennen und begründen, wie Ressourcen im Alltag geschont werden können.
  6. Du kannst eine eigene nachhaltige Idee planen und erklären, welche Wirkung sie haben soll.
  7. Du kannst zwischen der übertriebenen Filmwelt und realen Umweltzusammenhängen unterscheiden.




OERs zum Thema

Der Wikipedia-Artikel bietet Hintergrundinformationen zum Film und zu seiner Entstehung.

Für die Arbeit mit freien Bildern eignen sich die im aiMOOC eingebundenen Medien von Wikimedia Commons. Sie zeigen keine urheberrechtlich geschützten Filmstills, sondern reale Beispiele für Wald, Kahlschlag, Müll, Recycling und Baumpflanzung.


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