Das Prinzip von Le Chatelier - Chemie


Das Prinzip von Le Chatelier - Chemie
Das Prinzip von Le Chatelier - Chemie
Einleitung
Das Prinzip von Le Chatelier hilft Dir vorherzusagen, wie ein System im chemischen Gleichgewicht auf eine Änderung seiner Bedingungen reagiert. Es wird auch Prinzip vom kleinsten Zwang oder Le-Chatelier-Braun-Prinzip genannt.
Vereinfacht lautet die Regel:
Wird ein System im Gleichgewicht gestört, stellt sich ein neues Gleichgewicht ein, das der Störung entgegenwirkt.
Das System handelt dabei nicht absichtlich. Die Formulierung ist eine anschauliche Kurzregel für die Veränderung der Gleichgewichtszusammensetzung. Sie erlaubt vor allem qualitative Vorhersagen: Du kannst meist sagen, in welche Richtung sich das Gleichgewicht verschiebt, aber nicht direkt berechnen, wie groß die Verschiebung ist.

Henry Le Chatelier gab dem Prinzip seinen Namen.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du
- dynamische Gleichgewichte erklären,
- die Wirkung von Konzentration, Druck und Temperatur vorhersagen,
- den Einfluss eines Katalysators richtig einordnen,
- das Prinzip auf Experimente und industrielle Prozesse übertragen,
- einfache Aussagen mit dem Massenwirkungsgesetz und dem Reaktionsquotienten begründen.
Grundlagen: Das chemische Gleichgewicht
Viele chemische Reaktionen sind umkehrbar. Dann laufen Hinreaktion und Rückreaktion gleichzeitig ab:
Zu Beginn kann die Hinreaktion schneller sein, weil viele Eduktteilchen vorhanden sind. Mit zunehmender Produktmenge wird die Rückreaktion stärker. Im dynamischen Gleichgewicht sind beide Reaktionsgeschwindigkeiten gleich groß.
Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle v_\mathrm{Hin}=v_\mathrm{Rück}}
Die Reaktionen laufen weiter, aber die Konzentrationen der beteiligten Stoffe bleiben im Mittel konstant. Ein chemisches Gleichgewicht ist deshalb dynamisch und nicht statisch.

Gleichgewichtslage und Gleichgewichtskonstante
Die Gleichgewichtslage beschreibt, welche Stoffe im Gleichgewicht in größeren oder kleineren Anteilen vorliegen. Sie kann durch Änderungen der Bedingungen verschoben werden.
Die Gleichgewichtskonstante gehört dagegen zu einer festgelegten Reaktionsgleichung und einer bestimmten Temperatur. Bei konstanter Temperatur ändern Konzentrations- oder Druckänderungen den Wert von nicht. Das System passt seine Zusammensetzung so an, dass die Gleichgewichtsbedingung wieder erfüllt ist.
Für
gilt in vereinfachter Form:
Die stöchiometrischen Koeffizienten stehen als Exponenten im Ausdruck.
Der Reaktionsquotient als Entscheidungshilfe
Der Reaktionsquotient hat denselben Aufbau wie , wird aber mit den gerade vorliegenden Konzentrationen oder Partialdrücken berechnet.
- Bei Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle Q<K} läuft bevorzugt die Hinreaktion.
- Bei Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle Q>K} läuft bevorzugt die Rückreaktion.
- Bei liegt Gleichgewicht vor.
Damit lässt sich das Prinzip von Le Chatelier mathematisch präzisieren: Nach einer Störung ändern sich die Größen im Ausdruck für . Die Reaktion läuft anschließend in die Richtung, durch die wieder erreicht wird.
Die drei wichtigsten Zwänge
Änderung der Konzentration
Wird die Konzentration eines beteiligten Stoffes verändert, reagiert das System so, dass ein Teil dieser Veränderung ausgeglichen wird.
| Eingriff | Bevorzugte Reaktionsrichtung | Begründung |
|---|---|---|
| Edukt zugeben | Richtung Produkte | Ein Teil des zugegebenen Edukts wird verbraucht. |
| Edukt entfernen | Richtung Edukte | Das entfernte Edukt wird teilweise nachgebildet. |
| Produkt zugeben | Richtung Edukte | Ein Teil des zugegebenen Produkts wird verbraucht. |
| Produkt entfernen | Richtung Produkte | Das entfernte Produkt wird teilweise nachgebildet. |
Die Verschiebung ist nicht mit einer vollständigen Umsetzung gleichzusetzen. Nach der Reaktion stellt sich ein neues dynamisches Gleichgewicht ein.
Beispiel: Chromat-Dichromat-Gleichgewicht
Chromat-Ionen erscheinen gelb, Dichromat-Ionen orange. Eine Erhöhung der Konzentration von begünstigt die orange Dichromat-Seite. Werden Protonen durch Zugabe einer Base gebunden, wird die gelbe Chromat-Seite begünstigt.

Sicherheit: Verbindungen des sechswertigen Chroms sind stark gesundheitsgefährdend. Das Beispiel eignet sich nur als Lehrerdemonstration unter geeigneten Schutzmaßnahmen oder als Video- beziehungsweise Bildauswertung.
Beispiel: Cobalt-Komplexgleichgewicht
Der Hexaaquacobalt-Komplex ist rosa, der Tetrachlorocobaltat-Komplex blau. Eine erhöhte Chlorid-Ionen-Konzentration begünstigt die blaue Seite. Durch Zugabe von Wasser wird die rosa Seite begünstigt.
Sicherheit: Cobaltsalze sind gesundheitsschädlich und umweltgefährlich. Versuche gehören in die fachkundige Hand der Lehrkraft.
Änderung von Druck und Volumen
Eine Druckänderung ist besonders bei Gasgleichgewichten wichtig. Wird das Volumen verkleinert, steigt der Druck. Das Gleichgewicht verschiebt sich dann zur Seite mit der geringeren Anzahl gasförmiger Teilchen. Bei einer Volumenvergrößerung wird die Seite mit mehr Gasteilchen begünstigt.
Sind auf beiden Seiten gleich viele Gasteilchen vorhanden, führt eine reine Druckänderung durch Volumenänderung zu keiner Verschiebung der Gleichgewichtslage.
Beispiel: Stickstoffdioxid und Distickstofftetraoxid
Links stehen zwei Gasteilchen, rechts eines. Eine Druckerhöhung durch Volumenverkleinerung begünstigt deshalb . Eine Drucksenkung begünstigt .
ist braun, ist nahezu farblos. Die Gleichgewichtsverschiebung kann dadurch sichtbar werden.

Sicherheit: Stickstoffdioxid ist giftig. Das System darf in der Schule nur in geschlossenen, geeigneten Apparaturen von Fachpersonal gezeigt oder über Medien ausgewertet werden.
Alltagsbeispiel: Sprudelwasser
In einer geschlossenen Flasche steht gelöstes Kohlenstoffdioxid mit gasförmigem Kohlenstoffdioxid im Zusammenhang:
Unter erhöhtem Druck kann mehr Kohlenstoffdioxid gelöst bleiben. Beim Öffnen sinkt der Druck über der Flüssigkeit. Das Gleichgewicht wird in Richtung Gasphase verschoben, und Bläschen steigen auf.

Änderung der Temperatur
Wärme kann bei der Anwendung des Prinzips wie ein Reaktionspartner betrachtet werden.
Bei einer exothermen Hinreaktion wird Wärme frei:
Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle \mathrm{Edukte \rightleftharpoons Produkte + Wärme}}
Eine Temperaturerhöhung begünstigt dann die endotherme Rückrichtung. Eine Temperatursenkung begünstigt die exotherme Hinrichtung.
Bei einer endothermen Hinreaktion wird Wärme aufgenommen:
Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle \mathrm{Edukte + Wärme \rightleftharpoons Produkte}}
Eine Temperaturerhöhung begünstigt dann die Hinreaktion.
Die Temperatur besitzt eine Sonderstellung: Eine Temperaturänderung verändert nicht nur die Gleichgewichtslage, sondern auch den Wert der Gleichgewichtskonstante .
Temperaturabhängigkeit des NO2-N2O4-Gleichgewichts
Die Dimerisierung von Stickstoffdioxid zu Distickstofftetraoxid ist exotherm:
Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle \mathrm{2\,NO_2(g) \rightleftharpoons N_2O_4(g)+Wärme}}
Beim Erwärmen wird die endotherme Richtung zu braunem begünstigt. Beim Abkühlen wird mehr nahezu farbloses gebildet.

Der Katalysator: schneller, aber nicht anders
Ein Katalysator senkt die Aktivierungsenergie eines Reaktionswegs. Dadurch werden Hin- und Rückreaktion beschleunigt. Das Gleichgewicht wird schneller erreicht.
Ein Katalysator
- verändert die Gleichgewichtslage nicht,
- verändert die Gleichgewichtskonstante nicht,
- erhöht nicht die Gleichgewichtsausbeute,
- verkürzt nur die Zeit bis zur Einstellung des Gleichgewichts.

Die häufige Aussage „Ein Katalysator verschiebt das Gleichgewicht“ ist daher falsch.
Übersicht: So reagiert ein Gleichgewichtssystem
| Veränderung | Bevorzugte Richtung | Ändert sich K? |
|---|---|---|
| Eduktkonzentration erhöhen | Zu den Produkten | Nein, solange die Temperatur gleich bleibt |
| Produktkonzentration erhöhen | Zu den Edukten | Nein, solange die Temperatur gleich bleibt |
| Produkt entfernen | Zu den Produkten | Nein, solange die Temperatur gleich bleibt |
| Druck erhöhen durch Volumenverkleinerung | Zur Seite mit weniger Gasteilchen | Nein, solange die Temperatur gleich bleibt |
| Temperatur erhöhen | In die endotherme Richtung | Ja |
| Katalysator zugeben | Keine Verschiebung | Nein |
Industrielle Anwendung: Haber-Bosch-Verfahren
Bei der Ammoniaksynthese reagieren Stickstoff und Wasserstoff:
Die Hinreaktion ist exotherm:
Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle \Delta H<0}
Das Prinzip von Le Chatelier liefert wichtige Vorhersagen:
- Hoher Druck begünstigt Ammoniak, weil aus vier Gasteilchen zwei Gasteilchen werden.
- Eine niedrigere Temperatur begünstigt thermodynamisch die exotherme Ammoniakbildung.
- Eine zu niedrige Temperatur würde die Reaktion jedoch stark verlangsamen.
- Ein eisenbasierter Katalysator beschleunigt die Einstellung des Gleichgewichts, ohne dessen Lage zu verändern.
- Durch Abtrennung von Ammoniak wird weiteres Produkt nachgebildet.
In der Industrie wird daher ein Kompromiss zwischen günstiger Gleichgewichtslage, ausreichender Reaktionsgeschwindigkeit, Energieaufwand und Anlagensicherheit gewählt.


Mathematische Vertiefung zur Ammoniaksynthese
Für die Reaktion
lautet ein vereinfachter Konzentrationsausdruck:
Wird Wasserstoff zugegeben, vergrößert sich zunächst der Nenner des Reaktionsquotienten . Dadurch gilt unmittelbar nach der Zugabe Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle Q_\mathrm{c}<K_\mathrm{c}} . Die Hinreaktion läuft bevorzugt ab, bis wieder erreicht ist.
Grenzen und typische Fehler
Das Prinzip ist eine qualitative Regel. Für genaue Stoffmengen, Konzentrationen oder Ausbeuten sind Gleichgewichtsrechnungen erforderlich.
Typische Fehler sind:
- Mehr Druck bedeutet immer mehr Produkt. Richtig ist: Entscheidend ist die Zahl der gasförmigen Teilchen auf beiden Seiten.
- Ein Katalysator erhöht die Ausbeute. Richtig ist: Er beschleunigt nur das Erreichen des Gleichgewichts.
- Konzentrationsänderungen verändern K. Richtig ist: Bei konstanter Temperatur bleibt K gleich.
- Ein Gleichgewicht bedeutet Stillstand. Richtig ist: Hin- und Rückreaktion laufen gleich schnell weiter.
- Das Prinzip sagt den Reaktionsweg voraus. Richtig ist: Es beschreibt die Gleichgewichtsverschiebung, nicht den detaillierten Mechanismus.
Eine fortgeschrittene Ausnahme betrifft inerte Gase: Bei Zugabe eines Inertgases bei konstantem Volumen bleiben die Partialdrücke der reagierenden Gase unverändert, sodass keine Gleichgewichtsverschiebung entsteht.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was kennzeichnet ein dynamisches chemisches Gleichgewicht? (Hin- und Rückreaktion laufen gleich schnell) (!Die Reaktion ist vollständig beendet) (!Nur die Hinreaktion läuft weiter) (!Alle Konzentrationen sind gleich groß)
Wie reagiert ein Gleichgewicht meist auf die Zugabe eines Edukts? (Es verschiebt sich zur Produktseite) (!Es verschiebt sich immer zur Eduktseite) (!Es bleibt grundsätzlich unverändert) (!Die Rückreaktion stoppt vollständig)
Wohin verschiebt sich ein Gasgleichgewicht bei Druckerhöhung durch Volumenverkleinerung? (Zur Seite mit weniger Gasteilchen) (!Zur Seite mit mehr Gasteilchen) (!Immer zur exothermen Seite) (!Immer zur Eduktseite)
Was bewirkt eine Temperaturerhöhung bei einer exothermen Hinreaktion? (Die endotherme Rückrichtung wird begünstigt) (!Die exotherme Hinrichtung wird immer begünstigt) (!Die Reaktion stoppt) (!Der Katalysator wird verbraucht)
Welche Veränderung kann den Wert der Gleichgewichtskonstante ändern? (Eine Temperaturänderung) (!Die Zugabe eines Katalysators) (!Die Verkleinerung des Volumens bei gleicher Temperatur) (!Die Zugabe eines Edukts bei gleicher Temperatur)
Welche Aussage über einen Katalysator ist richtig? (Er beschleunigt Hin- und Rückreaktion) (!Er verschiebt das Gleichgewicht zur Produktseite) (!Er erhöht die Gleichgewichtskonstante) (!Er wird vollständig verbraucht)
Was geschieht beim Öffnen einer Sprudelflasche? (Kohlenstoffdioxid tritt verstärkt aus der Lösung aus) (!Der Druck über der Flüssigkeit steigt) (!Kohlenstoffdioxid wird vollständig zu Sauerstoff) (!Die Flüssigkeit nimmt sofort mehr Gas auf)
Warum begünstigt hoher Druck bei der Ammoniaksynthese die Produktseite? (Auf der Produktseite liegen weniger Gasteilchen vor) (!Ammoniak ist ein Katalysator) (!Die Hinreaktion wird dadurch endotherm) (!Stickstoff wird bei hohem Druck fest)
Welche Farbe wird beim Erwärmen des NO2-N2O4-Gleichgewichts stärker? (Braun durch mehr Stickstoffdioxid) (!Gelb durch mehr Chromat) (!Blau durch mehr Cobalt) (!Farblos durch mehr Sauerstoff)
Was bedeutet Q gleich K? (Das System befindet sich im Gleichgewicht) (!Nur die Hinreaktion läuft) (!Nur die Rückreaktion läuft) (!Die Temperatur ist null)
Memory
| Le Chatelier | Prinzip vom kleinsten Zwang |
| Druckerhöhung | Weniger Gasteilchen |
| Temperaturerhöhung | Endotherme Richtung |
| Produktentfernung | Produktnachbildung |
| Katalysator | Schnellere Gleichgewichtseinstellung |
| Dynamisches Gleichgewicht | Gleiche Reaktionsgeschwindigkeiten |
| Stickstoffdioxid | Braune Farbe |
| Distickstofftetraoxid | Nahezu farblos |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Eduktzugabe | Verschiebung zur Produktseite |
| Produktzugabe | Verschiebung zur Eduktseite |
| Volumenverkleinerung | Begünstigung der Seite mit weniger Gasteilchen |
| Erwärmung | Begünstigung der endothermen Richtung |
| Abkühlung | Begünstigung der exothermen Richtung |
| Katalysatorzugabe | Keine Veränderung der Gleichgewichtslage |
| Produktentfernung | Nachbildung des entfernten Stoffes |
Kreuzworträtsel
| Gleichgewicht | Wie heißt der Zustand mit gleich schnellen Hin- und Rückreaktionen? |
| Temperatur | Welche Zustandsgröße kann den Wert der Gleichgewichtskonstante verändern? |
| Konzentration | Welche Größe wird durch Zugabe oder Entfernung eines Stoffes verändert? |
| Katalysator | Welcher Stoff beschleunigt die Gleichgewichtseinstellung ohne die Lage zu verändern? |
| Ammoniak | Welches Produkt entsteht im Haber-Bosch-Verfahren? |
| Dimerisierung | Wie heißt die Verbindung zweier Stickstoffdioxidteilchen zu Distickstofftetraoxid? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Gleichgewichtsampel: Gestalte eine Ampelgrafik, die für Konzentration, Druck, Temperatur und Katalysator zeigt, wann sich ein Gleichgewicht verschiebt.
- Sprudelbeobachtung: Beobachte eine gekühlte und eine weniger stark gekühlte Sprudelflasche beim Öffnen. Beschreibe Unterschiede, ohne die Flaschen zu schütteln.
- Begriffsplakat: Erstelle ein Lernplakat zu den Begriffen dynamisches Gleichgewicht, Gleichgewichtslage und Gleichgewichtskonstante.
- Fehlersuche Le Chatelier: Formuliere drei typische Fehlvorstellungen und korrigiere sie in eigenen Worten.
Standard
- Teilchenmodell Gleichgewicht: Zeichne ein Teilchenmodell für das NO2-N2O4-Gleichgewicht vor und nach einer Druckerhöhung.
- Erklärvideo Chemie: Produziere ein kurzes Erklärvideo, in dem Du die Wirkung einer Konzentrationsänderung an einem selbst gewählten Beispiel erläuterst.
- Versuchsauswertung: Werte ein Video zum Temperaturversuch mit Stickstoffdioxid aus und ordne Beobachtung, Teilchenebene und Reaktionsgleichung einander zu.
- Haber-Bosch-Infografik: Erstelle eine Infografik, die den Zielkonflikt zwischen Gleichgewichtslage und Reaktionsgeschwindigkeit erklärt.
Schwer
- Reaktionsquotient-Modell: Entwickle ein Rechenbeispiel, bei dem Du aus Q und K die bevorzugte Reaktionsrichtung bestimmst.
- Industrieinterview Chemie: Entwirf Fragen für ein Interview mit einer Fachperson aus Chemietechnik oder Verfahrenstechnik über Gleichgewichtsoptimierung.
- Experimentplanung Gleichgewicht: Plane einen ungefährlichen Modellversuch, der das Prinzip des kleinsten Zwangs ohne giftige Stoffe veranschaulicht, und begründe die Grenzen des Modells.
- Fallstudie Ammoniaksynthese: Bewerte zwei fiktive Betriebsstrategien für eine Ammoniakanlage unter den Kriterien Ausbeute, Reaktionsgeschwindigkeit, Energieaufwand und Sicherheit.


Lernkontrolle
- Transfer Konzentrationsänderung: Für die Reaktion A plus B im Gleichgewicht mit C wird C fortlaufend entfernt. Erkläre die erwartete Veränderung und begründe sie mit Q und K.
- Druckvergleich: Vergleiche die Druckwirkung auf zwei Gasgleichgewichte, bei denen einmal unterschiedlich viele und einmal gleich viele Gasteilchen auf beiden Seiten stehen.
- Temperaturdiagnose: Eine Gleichgewichtsmischung wird beim Erwärmen farbintensiver. Entwickle eine begründete Hypothese dazu, welche Reaktionsrichtung endotherm ist.
- Katalysatorbewertung: Prüfe die Aussage, ein besserer Katalysator mache eine ungünstige Gleichgewichtslage automatisch günstig.
- Alltagstransfer Sprudel: Erkläre, warum eine warme geöffnete Sprudelflasche häufig stärker schäumt als eine kalte, und trenne Druck- und Temperatureffekt.
- Prozessentscheidung Haber-Bosch: Begründe, warum eine Industrieanlage nicht einfach die thermodynamisch günstigste, möglichst niedrige Temperatur verwendet.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du
- das dynamische Gleichgewicht auf Stoff- und Teilchenebene erklären kannst,
- Gleichgewichtslage und Gleichgewichtskonstante unterscheidest,
- Konzentrations-, Druck- und Temperatureinflüsse sicher vorhersagst,
- die Sonderrolle der Temperatur erläuterst,
- den Einfluss eines Katalysators korrekt bewertest,
- Beobachtungen mit Reaktionsgleichungen verknüpfst,
- das Prinzip auf Alltag und Industrie überträgst,
- bei Bedarf Q und K zur Begründung nutzt,
- Sicherheitsaspekte chemischer Demonstrationen berücksichtigst.
OERs zum Thema
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