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D9 M - Argumentationsaufbau in Sachtexten

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D9 M - Argumentationsaufbau in Sachtexten




D9 M - Argumentationsaufbau in Sachtexten


Einleitung

Sachtexte begegnen Dir jeden Tag: in Nachrichten, Kommentaren, Schulbüchern, Informationsseiten, Posts, Stellungnahmen, Leserbriefen oder Beiträgen zu aktuellen Fragen. Manche Sachtexte wollen vor allem informieren. Andere wollen zusätzlich eine bestimmte Sichtweise überzeugend begründen. Genau dann spielt die Argumentation eine wichtige Rolle.

In diesem aiMOOC lernst Du, einfache Argumentationen in Sachtexten zu erkennen, zu untersuchen, zu bewerten und zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen vier Bausteine:

Baustein Leitfrage Funktion
Behauptung Was wird behauptet oder gefordert? Sie nennt die Position oder zentrale Aussage.
Begründung Warum soll die Behauptung gelten? Sie erklärt den Zusammenhang.
Beispiel oder Beleg Woran lässt sich die Begründung erkennen oder überprüfen? Es veranschaulicht oder stützt die Begründung.
Schlussfolgerung Was folgt daraus? Sie zieht eine Konsequenz aus dem Argument.

Eine starke Argumentation ist nicht einfach nur eine Meinung. Sie macht deutlich, was jemand behauptet, warum die Behauptung gelten soll, wodurch sie gestützt wird und welche Folgerung sich daraus ergibt.

Du arbeitest mit aktuellen, altersgerechten Themen wie Künstliche Intelligenz, Smartphone-Regeln, digitale Schulbücher, Schulwege, Pausenangebote, Mediennutzung und Nachhaltigkeit. Die Beispiele sind überwiegend als Übungssituationen formuliert. Sie behaupten deshalb nicht, dass eine bestimmte Regel tatsächlich an Deiner Schule gilt.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du:

  1. Argumentationen erkennen: Du unterscheidest sachliche Information von einer argumentierenden Aussage.
  2. Behauptungen bestimmen: Du formulierst die zentrale Aussage eines Arguments in eigenen Worten.
  3. Begründungen prüfen: Du erklärst, ob eine Begründung wirklich zur Behauptung passt.
  4. Beispiele und Belege unterscheiden: Du erkennst, ob etwas nur veranschaulicht oder tatsächlich überprüfbar stützt.
  5. Schlussfolgerungen untersuchen: Du prüfst, ob eine Folgerung logisch an das Argument anschließt.
  6. Argumente bewerten: Du beurteilst Relevanz, Plausibilität, Nachvollziehbarkeit und sprachliche Klarheit.
  7. Argumente verbessern: Du ergänzt fehlende Bausteine und stärkst schwache Argumentationen.


Sachtexte und Argumentation


Was ist ein Sachtext?

Ein Sachtext bezieht sich auf reale Sachverhalte. Er kann informieren, erklären, beschreiben, untersuchen, bewerten oder überzeugen. Zu Sachtexten gehören zum Beispiel Zeitungsartikel, Kommentare, Berichte, Informationsbroschüren, Ratgebertexte, Reden oder Beiträge auf seriösen Informationsseiten.

Nicht jeder Sachtext argumentiert gleich stark.

Textaussage Funktion Argumentation?
„Die Schulbibliothek öffnet montags um acht Uhr.“ Information Nein
„Die Schulbibliothek sollte früher öffnen.“ Forderung oder Behauptung Noch nicht vollständig
„Die Schulbibliothek sollte früher öffnen, weil viele Schülerinnen und Schüler vor Unterrichtsbeginn einen ruhigen Arbeitsplatz benötigen.“ Behauptung plus Begründung Ja
„Die Schulbibliothek sollte früher öffnen, weil viele Schülerinnen und Schüler vor Unterrichtsbeginn einen ruhigen Arbeitsplatz benötigen. So könnten Lernende, deren Bus sehr früh ankommt, die Wartezeit sinnvoll nutzen. Deshalb wäre eine frühere Öffnung eine hilfreiche Ergänzung des Schulalltags.“ Vollständiger Argumentationsgang Ja

Eine Behauptung allein ist noch kein überzeugendes Argument. Erst die Begründung und eine passende Stützung machen die Aussage nachvollziehbar.


Meinung, Behauptung und Argument

Die Begriffe werden im Alltag häufig vermischt. Für die Textanalyse ist eine genauere Unterscheidung hilfreich.

Begriff Beispiel Erklärung
Meinung „Ich finde längere Pausen besser.“ Persönliche Ansicht
Behauptung „Die große Pause sollte verlängert werden.“ Aussage oder Forderung, die begründet werden kann
Argument „Die große Pause sollte verlängert werden, weil eine ausreichende Erholungszeit die Konzentration im anschließenden Unterricht unterstützen kann.“ Behauptung und Begründung stehen in einem Zusammenhang


Die vier Bausteine eines Arguments


Behauptung

Die Behauptung sagt, welche Position vertreten wird. Sie kann als Aussage, Forderung oder Bewertung formuliert sein.

Typische Formen sind:

Form Beispiel
Aussage „Digitale Schulbücher können den Unterricht sinnvoll ergänzen.“
Forderung „KI-Hilfen sollten bei Hausaufgaben nur mit Kennzeichnung verwendet werden.“
Bewertung „Eine reine Handyverbotsregel für jede Pausensituation ist zu unflexibel.“

Eine gute Behauptung ist klar, eindeutig und diskutierbar.

Prüffrage: Was genau soll ich glauben, bewerten oder unterstützen?


Begründung

Die Begründung beantwortet die Frage Warum? Sie erklärt, weshalb die Behauptung gelten soll.

Beispiel:

Behauptung: „An Schulen sollte der Umgang mit generativer KI ausdrücklich thematisiert werden.“

Begründung: „Denn Schülerinnen und Schüler begegnen solchen Werkzeugen bereits beim Recherchieren, Schreiben und Lernen und müssen ihre Möglichkeiten und Grenzen beurteilen können.“

Die Begründung muss zur Behauptung passen. Eine Aussage kann grammatisch korrekt wirken und trotzdem argumentativ schwach sein.

Schwaches Beispiel: „An Schulen sollte der Umgang mit KI thematisiert werden, weil KI modern ist.“

Das Wort „modern“ erklärt kaum, weshalb Unterricht dazu notwendig ist.

Verbessert: „An Schulen sollte der Umgang mit KI thematisiert werden, weil Lernende Ergebnisse solcher Systeme auf Fehler, Quellenlage und mögliche Verzerrungen prüfen können müssen.“


Beispiel und Beleg

Ein Beispiel macht eine Begründung anschaulich. Ein Beleg stützt sie mit überprüfbaren Informationen.

Art Beispiel Stärke
Persönliches Beispiel „Bei unserer letzten Gruppenarbeit haben wir ein KI-Werkzeug ausprobiert und mussten mehrere Antworten korrigieren.“ Anschaulich, aber nicht automatisch verallgemeinerbar
Konkretes Fallbeispiel „Wenn ein KI-System eine Quelle nennt, die gar nicht existiert, müssen Lernende das erkennen und überprüfen.“ Zeigt ein Problem verständlich
Überprüfbarer Beleg „Eine zitierte Studie, Statistik oder Regelung wird mit Quelle und Datum angegeben.“ Kann eine Behauptung stärker absichern

Ein Beispiel ist nicht automatisch ein Beweis. Ein einzelner Erlebnisbericht zeigt, dass etwas vorkommen kann. Er zeigt nicht zwingend, wie häufig oder allgemein gültig etwas ist.

Prüffrage: Veranschaulicht das Beispiel wirklich die Begründung? Ist ein Beleg nachvollziehbar und überprüfbar?


Schlussfolgerung

Die Schlussfolgerung zieht aus Behauptung, Begründung und Stützung eine Konsequenz. Typische Signalwörter sind deshalb, daher, folglich, somit oder also.

Beispiel:

Behauptung: „KI-Nutzung bei schriftlichen Aufgaben sollte transparent gemacht werden.“

Begründung: „Nur dann lässt sich erkennen, welche Teile eigenständig entstanden und welche mit digitaler Unterstützung bearbeitet wurden.“

Beispiel: „Eine kurze Angabe wie ‚Für die Ideensammlung wurde ein KI-Werkzeug genutzt‘ kann die Arbeitsweise nachvollziehbar machen.“

Schlussfolgerung: „Deshalb sollte zu jeder Aufgabe klar sein, ob und wie KI-Unterstützung angegeben werden muss.“

Die Schlussfolgerung darf nicht plötzlich ein neues Thema eröffnen. Sie muss sich aus dem vorherigen Argument ergeben.


Das Grundmuster auf einen Blick

Schritt Frage Typische Signalwörter
Behauptung Was ist meine Position? sollte, muss, ist sinnvoll, ist problematisch
Begründung Warum? weil, denn, da
Beispiel oder Beleg Woran zeigt sich das? zum Beispiel, etwa, laut, wie der Fall zeigt
Schlussfolgerung Was folgt daraus? deshalb, daher, folglich, somit


Ein vollständiges Beispiel analysieren

Thema: Sollten Smartphones während einer bestimmten Unterrichtsphase in einer Sammelbox liegen?

Beispieltext:

„Während konzentrierter Einzelarbeitsphasen sollten Smartphones außer Reichweite aufbewahrt werden, weil eingehende Nachrichten und die Möglichkeit zum schnellen Nachsehen die Aufmerksamkeit unterbrechen können. Liegt das Smartphone zum Beispiel sichtbar auf dem Tisch, greifen manche Lernende schon bei kurzen Wartezeiten danach. Deshalb kann eine zeitlich begrenzte Ablage während konzentrierter Arbeitsphasen sinnvoll sein.“

Analyse:

Textteil Baustein Erklärung
„Während konzentrierter Einzelarbeitsphasen sollten Smartphones außer Reichweite aufbewahrt werden.“ Behauptung Eine konkrete Regel wird vorgeschlagen.
„weil eingehende Nachrichten und die Möglichkeit zum schnellen Nachsehen die Aufmerksamkeit unterbrechen können.“ Begründung Sie erklärt, warum die Regel sinnvoll sein könnte.
„Liegt das Smartphone zum Beispiel sichtbar auf dem Tisch, greifen manche Lernende schon bei kurzen Wartezeiten danach.“ Beispiel Die Begründung wird in einer möglichen Alltagssituation veranschaulicht.
„Deshalb kann eine zeitlich begrenzte Ablage während konzentrierter Arbeitsphasen sinnvoll sein.“ Schlussfolgerung Die Konsequenz wird auf die Ausgangsfrage zurückgeführt.

Das Beispiel ist relativ stark, weil die Forderung eingeschränkt formuliert ist. Es wird nicht behauptet, Smartphones seien immer störend. Die Aussage bezieht sich auf eine bestimmte Unterrichtsphase.


Signalwörter erkennen

Signalwörter helfen Dir, den Aufbau eines Arguments zu erkennen. Sie sind aber nur Hinweise. Entscheidend ist immer die Funktion des Satzes.

Funktion Häufige Signalwörter Beispiel
Begründung weil, denn, da, schließlich „Ein zusätzlicher Wasserspender wäre sinnvoll, weil Trinkwasser leicht erreichbar wäre.“
Beispiel zum Beispiel, etwa, beispielsweise Zum Beispiel könnten Lernende ihre Flasche in der Pause auffüllen.“
Schlussfolgerung deshalb, daher, somit, folglich, also Deshalb sollte geprüft werden, ob ein geeigneter Standort vorhanden ist.“
Einschränkung allerdings, jedoch, sofern, wenn Allerdings müsste die Reinigung zuverlässig organisiert sein.“
Gegenargument dagegen, andererseits, hingegen Andererseits entstehen Anschaffungs- und Wartungskosten.“

Wichtig: Ein Satz mit „weil“ ist nicht automatisch eine gute Begründung. Du musst prüfen, ob der Inhalt tatsächlich zur Behauptung passt.


Von einzelnen Argumenten zur Argumentationskette

Sachtexte enthalten häufig nicht nur ein Argument. Mehrere Argumente können aufeinander aufbauen.

Beispielthema: Sollten digitale Schulbücher gedruckte Bücher teilweise ersetzen?

Schritt Aussage
Ausgangsbehauptung „Digitale Schulbücher können gedruckte Bücher in manchen Fächern sinnvoll ergänzen.“
Begründung 1 „Digitale Materialien können aktualisiert und mit Suchfunktionen genutzt werden.“
Beispiel „Bei einem aktuellen Thema kann eine überarbeitete digitale Ausgabe schneller neue Inhalte enthalten.“
Begründung 2 „Gleichzeitig dürfen technische Probleme oder fehlende Geräte nicht ignoriert werden.“
Einschränkung „Darum ist eine vollständige Umstellung nicht in jeder Situation sinnvoll.“
Schlussfolgerung „Ein gemischtes Modell kann deshalb geeigneter sein als eine reine Entweder-oder-Lösung.“

Hier entsteht eine differenzierte Argumentation: Die Position berücksichtigt Vorteile und Grenzen.


Argumente bewerten


Fünf Qualitätsfragen

Ein Argument ist nicht schon deshalb gut, weil alle vier Bausteine vorhanden sind. Prüfe zusätzlich die Qualität.

Prüfkriterium Leitfrage
Relevanz Passt die Begründung wirklich zur Behauptung?
Plausibilität Ist der Zusammenhang nachvollziehbar?
Stützung Gibt es ein passendes Beispiel oder einen überprüfbaren Beleg?
Logik Folgt die Schlussfolgerung aus dem vorherigen Gedankengang?
Differenzierung Werden Grenzen, Bedingungen oder Gegenargumente berücksichtigt?

Du kannst Dir zusätzlich zwei kurze Prüffragen merken:

Warum? zwingt Dich dazu, eine Begründung zu suchen.

Na und? zwingt Dich dazu, die Bedeutung oder Schlussfolgerung zu erklären.


Bewertungsraster für einfache Argumente

Punkte Beschreibung
0 Der Baustein fehlt oder passt nicht.
1 Der Baustein ist erkennbar, aber unklar oder schwach.
2 Der Baustein ist klar, passend und nachvollziehbar.

Für Behauptung, Begründung, Beispiel oder Beleg und Schlussfolgerung kannst Du jeweils 0 bis 2 Punkte vergeben. Zusätzlich kannst Du sprachliche Klarheit und Differenzierung berücksichtigen.

Ein Argument mit vielen Punkten ist nicht automatisch sachlich wahr. Argumentationsqualität und Faktenrichtigkeit sind zwei verschiedene Prüfaufgaben.


Beispiele bewerten und verbessern


Beispiel 1: Smartphone in der Pause

Schwache Version:

„Smartphones sollten in jeder Pause erlaubt sein, weil das einfach besser ist.“

Bewertung:

Baustein Bewertung
Behauptung vorhanden
Begründung zu ungenau
Beispiel oder Beleg fehlt
Schlussfolgerung fehlt

Verbesserte Version:

„Smartphones sollten in einem klar festgelegten Bereich der großen Pause genutzt werden dürfen, weil manche Schülerinnen und Schüler in dieser Zeit wichtige Nachrichten ihrer Familie prüfen möchten. Wenn zum Beispiel eine Abholzeit kurzfristig geändert wird, kann eine Nachricht hilfreich sein. Deshalb könnte eine begrenzte Nutzung in bestimmten Bereichen sinnvoller sein als eine völlig uneingeschränkte Nutzung.“

Warum ist die zweite Version stärker? Sie begrenzt die Forderung, nennt einen konkreten Grund, veranschaulicht ihn und zieht eine passende Schlussfolgerung.


Beispiel 2: Generative KI bei Hausaufgaben

Schwache Version:

„KI sollte erlaubt sein, weil sie schnell ist.“

Problem: Geschwindigkeit allein erklärt nicht, wann oder warum der Einsatz lernförderlich ist.

Verbesserte Version:

„Generative KI kann bei manchen Hausaufgaben als Lernhilfe erlaubt sein, wenn ihre Nutzung gekennzeichnet wird, weil Schülerinnen und Schüler dadurch Ideen prüfen oder Rückfragen formulieren können, ohne die Eigenleistung zu verstecken. Wer sich zum Beispiel drei mögliche Gliederungen vorschlagen lässt und anschließend eine eigene Fassung erstellt, nutzt das Werkzeug anders als jemand, der einen fertigen Text ungeprüft übernimmt. Deshalb sollten Aufgaben klare Regeln dazu enthalten, welche KI-Unterstützung erlaubt ist und wie sie dokumentiert wird.“


Beispiel 3: Vegetarisches Angebot in der Mensa

Schwache Version:

„Es sollte jeden Tag ein vegetarisches Gericht geben, weil viele Leute Gemüse mögen.“

Problem: Die Begründung ist sehr allgemein und das Beispiel fehlt.

Verbesserte Version:

„In der Schulmensa sollte täglich mindestens ein vegetarisches Hauptgericht angeboten werden, weil Lernende unterschiedliche Ernährungsweisen haben und eine verlässliche Auswahl benötigen. Wenn an einem Tag das einzige fleischfreie Angebot nur aus einer Beilage besteht, ist die Auswahl eingeschränkt. Deshalb ist ein eigenständiges vegetarisches Hauptgericht eine sinnvolle Ergänzung des Speiseplans.“


Beispiel 4: Späterer Unterrichtsbeginn

Zu starke Behauptung:

„Schule muss immer erst um zehn Uhr anfangen, weil Jugendliche morgens müde sind.“

Die Wörter „immer“ und „muss“ machen die Behauptung sehr absolut. Außerdem bleiben Stundenplan, Betreuung, Busverbindungen und Nachmittagsangebote unberücksichtigt.

Differenzierter:

„Bei der Planung von Unterrichtszeiten sollte geprüft werden, ob ein etwas späterer Beginn an einzelnen Tagen sinnvoll ist, weil sehr frühe Startzeiten für manche Jugendliche belastend sein können. Gleichzeitig müssen Busfahrpläne, Unterrichtsende und Betreuungszeiten berücksichtigt werden. Deshalb wäre zunächst ein begrenztes Modellprojekt geeigneter als eine sofortige allgemeine Änderung.“


Beispiel 5: Fahrradabstellplätze

Unvollständig:

„Die Schule braucht mehr Fahrradständer. Viele kommen mit dem Fahrrad.“

Hier ist zwar ein Grund erkennbar, aber die Verbindung kann genauer sein.

Verbessert:

„Die Schule sollte prüfen, ob zusätzliche sichere Fahrradabstellplätze benötigt werden, weil Fahrräder geordnet und möglichst geschützt abgestellt werden sollten. Wenn vorhandene Plätze regelmäßig vollständig belegt sind, wäre das ein überprüfbarer Hinweis auf zusätzlichen Bedarf. Deshalb sollte zunächst die Auslastung an mehreren Schultagen dokumentiert werden.“

Dieses Beispiel zeigt: Manchmal besteht die beste Schlussfolgerung nicht sofort in einer Forderung, sondern in einem nächsten Prüfschritt.


Beispiel 6: Klassenchat

Schwach:

„Klassenchats sind schlecht, weil dort ständig etwas passiert.“

Verbessert:

„Klassenchats brauchen klare Kommunikationsregeln, weil viele Nachrichten außerhalb der Unterrichtszeit zu Missverständnissen oder unnötigem Druck führen können. Beispielsweise kann vereinbart werden, dass wichtige organisatorische Informationen an einem festen Ort gesammelt werden und niemand sofort auf jede Nachricht reagieren muss. Deshalb sollte eine Klasse gemeinsam Regeln für Zeiten, Inhalte und respektvolle Sprache festlegen.“


Typische Fehler in Argumentationen


Fehler 1: Die Behauptung wird nur wiederholt

„Handys sollten verboten sein, weil Handys nicht erlaubt sein sollten.“

Die Begründung liefert keinen neuen Grund. Sie formuliert die Behauptung nur anders.

Verbesserung: Formuliere einen echten Ursache-, Nutzen-, Wert- oder Folgenzusammenhang.


Fehler 2: Das Beispiel passt nicht

„Die Schule sollte mehr Schattenplätze schaffen, weil heiße Tage anstrengend sein können. Zum Beispiel gibt es im Musikraum ein Klavier.“

Das Beispiel hat keinen erkennbaren Bezug zur Begründung.

Verbesserung: Wähle ein Beispiel, das genau den genannten Grund veranschaulicht.


Fehler 3: Ein Einzelfall wird verallgemeinert

„Ein Freund von mir lernt mit Videos besser. Deshalb lernen alle Jugendlichen mit Videos besser.“

Aus einem Einzelfall folgt keine allgemeine Aussage über alle Jugendlichen.

Verbesserung: Formuliere vorsichtiger: „Für manche Lernende können Erklärvideos hilfreich sein.“


Fehler 4: Ursache und Zusammenhang werden verwechselt

Wenn zwei Dinge gleichzeitig auftreten, bedeutet das nicht automatisch, dass das eine die Ursache des anderen ist.

Beispiel:

„Seit die Klasse digitale Geräte nutzt, sind manche Ergebnisse besser. Also verursachen die Geräte die Verbesserung.“

Vielleicht gab es zugleich andere Veränderungen, etwa neue Lernmethoden, zusätzliche Übungszeit oder ein anderes Thema.

Verbesserung: Verwende vorsichtige Formulierungen wie „kann zusammenhängen mit“ und suche überprüfbare Belege.


Fehler 5: Die Schlussfolgerung geht zu weit

„Einige Lernende wünschen sich mehr Sitzplätze auf dem Schulhof. Deshalb muss der gesamte Schulhof neu gebaut werden.“

Die Folgerung ist viel größer als die Begründung.

Verbesserung: „Deshalb sollte geprüft werden, an welchen Stellen zusätzliche Sitzmöglichkeiten sinnvoll wären.“


Fehler 6: Absolute Wörter machen die Aussage unnötig angreifbar

Wörter wie immer, nie, alle, niemand, muss auf jeden Fall oder völlig sind nur dann passend, wenn sie wirklich belegbar sind.

Statt „Alle Jugendlichen nutzen soziale Medien täglich“ ist eine vorsichtigere Formulierung oft besser: „Viele Jugendliche nutzen soziale Medien regelmäßig.“


Beispiel oder Beleg?

Ein Beispiel und ein Beleg haben unterschiedliche Aufgaben.

Aussage Einordnung
„Zum Beispiel könnte ein Schüler auf dem Heimweg die Lernplattform nutzen.“ Beispiel
„Eine aktuelle Befragung mit nachvollziehbarer Quelle zeigt, wie häufig die Lernplattform verwendet wird.“ Beleg
„Meine Schwester findet die Lernplattform gut.“ persönliches Beispiel
„In der Schulordnung steht ausdrücklich, wann digitale Geräte verwendet werden dürfen.“ überprüfbarer Beleg für eine Regel

Für die Bewertung eines Belegs fragst Du:

  1. Quelle prüfen: Wer veröffentlicht die Information?
  2. Aktualität prüfen: Von wann stammt sie?
  3. Nachvollziehbarkeit prüfen: Kann die Angabe überprüft werden?
  4. Relevanz prüfen: Stützt sie genau die Behauptung?
  5. Übertragbarkeit prüfen: Gilt der Beleg für den Zusammenhang, über den gesprochen wird?


Sprache der Argumentation

Gute Argumentationen sind nicht nur inhaltlich klar, sondern auch sprachlich verbunden.

Aufgabe Formulierungen
Behauptung einleiten „Ich vertrete die Auffassung, dass …“ / „Der Text behauptet, dass …“ / „Sinnvoll wäre …“
Grund nennen „weil …“ / „denn …“ / „dafür spricht …“
Beispiel nennen „zum Beispiel …“ / „etwa …“ / „das zeigt sich daran, dass …“
Beleg einführen „laut …“ / „die Quelle zeigt …“ / „die Daten weisen darauf hin …“
Einschränken „allerdings …“ / „unter der Voraussetzung, dass …“ / „nicht in jedem Fall …“
Schlussfolgern „deshalb …“ / „daher …“ / „folglich …“ / „somit …“
Gegenargument aufnehmen „dagegen lässt sich einwenden …“ / „andererseits …“ / „ein Gegenargument lautet …“


Sachtext Schritt für Schritt analysieren


Schritt 1: Thema und Streitfrage bestimmen

Frage Dich: Worum geht es? Welche Frage könnte man mit Pro und Contra beantworten?

Beispiel: „Sollte die Nutzung von KI-Werkzeugen bei bestimmten Hausaufgaben erlaubt sein?“


Schritt 2: Behauptungen markieren

Markiere Aussagen, in denen etwas bewertet, gefordert oder als sinnvoll beziehungsweise problematisch dargestellt wird.


Schritt 3: Begründungen zuordnen

Suche nach Antworten auf die Frage „Warum?“. Nicht jede Begründung steht direkt hinter der Behauptung.


Schritt 4: Beispiele und Belege prüfen

Kennzeichne, ob der Text nur ein Beispiel nennt oder überprüfbare Daten, Quellen oder Regeln verwendet.


Schritt 5: Schlussfolgerungen erkennen

Prüfe, ob der Text aus den Gründen eine Konsequenz zieht.


Schritt 6: Qualität bewerten

Frage Dich: Ist das Argument relevant, nachvollziehbar, gestützt und angemessen formuliert?


Schritt 7: Verbesserung formulieren

Ergänze fehlende Bausteine, schwäche zu absolute Aussagen ab, ersetze unpassende Beispiele und mache die Schlussfolgerung genauer.


Training: Aktuelle Argumentationen untersuchen

Die folgenden Beispiele sind bewusst kurz. Analysiere jeweils Behauptung, Begründung, Beispiel oder Beleg und Schlussfolgerung.


Fall A: KI-Kennzeichnung

„Bei größeren Hausaufgaben sollte angegeben werden, wenn generative KI verwendet wurde, weil Lehrkräfte sonst nur schwer erkennen können, welche Arbeitsschritte selbstständig durchgeführt wurden. So könnte unter einer Aufgabe kurz stehen, dass KI nur für die Ideensammlung genutzt wurde. Deshalb sollte die Kennzeichnung Teil der Arbeitsanweisung sein.“

Analyseauftrag: Markiere B, BG, E und S für Behauptung, Begründung, Beispiel und Schlussfolgerung.


Fall B: Handyfreie Lernzeit

„In einer 20-minütigen Stillarbeitsphase sollten Benachrichtigungen ausgeschaltet sein. Denn ständige Unterbrechungen erschweren es, bei einer Aufgabe zu bleiben. Wenn eine Nachricht aufleuchtet, kann der Blick schnell vom Text zur App wechseln. Deshalb ist eine kurze störungsarme Phase sinnvoll.“

Analyseauftrag: Prüfe zusätzlich, ob die Schlussfolgerung genau genug formuliert ist.


Fall C: Mehrwegbecher beim Schulfest

„Beim Schulfest sollten wiederverwendbare Becher genutzt werden, weil dadurch weniger Einwegmaterial benötigt wird. Werden Becher gegen Pfand ausgegeben und zurückgebracht, können sie mehrfach verwendet werden. Deshalb sollte die Organisation vorab ein Rückgabe- und Spülsystem planen.“

Analyseauftrag: Erkläre, weshalb das Beispiel gleichzeitig schon auf die praktische Umsetzung hinweist.


Fall D: Digitale Hausaufgabenabgabe

„Hausaufgaben sollten nur noch digital abgegeben werden, weil Papier altmodisch ist.“

Analyseauftrag: Bewerte das Argument. Verbessere die Begründung oder formuliere eine differenziertere Behauptung.


Fall E: Bewegte Pause

„In jeder großen Pause sollte es freiwillige Bewegungsangebote geben, weil Bewegung einen Ausgleich zum Sitzen bieten kann. Beispielsweise könnten Bälle, Springseile oder markierte Spielflächen ausgeliehen werden. Deshalb lohnt es sich zu prüfen, welche Angebote auf dem Schulhof sicher und organisatorisch machbar sind.“

Analyseauftrag: Erkläre, warum die Schlussfolgerung vorsichtig formuliert ist.


Fall F: Schul-WLAN

„Das Schul-WLAN sollte immer für alle Apps geöffnet sein, weil Internet wichtig ist.“

Analyseauftrag: Zeige mindestens drei Schwächen und formuliere anschließend ein besseres Argument.


Vom schwachen zum starken Argument

Nutze beim Überarbeiten diese Reihenfolge:

Prüfschritt Frage Mögliche Verbesserung
1 Ist die Behauptung klar? Forderung genauer eingrenzen
2 Gibt es einen echten Grund? „weil“-Satz ergänzen
3 Passt die Stützung? konkretes Beispiel oder überprüfbaren Beleg ergänzen
4 Geht die Folgerung zu weit? Konsequenz enger an die Begründung binden
5 Ist die Sprache zu absolut? Wörter wie „immer“ oder „alle“ vermeiden, wenn sie nicht belegbar sind
6 Fehlt eine Einschränkung? Bedingungen oder Gegenargumente berücksichtigen

Ein starkes M-Niveau-Argument ist häufig nicht besonders kompliziert. Entscheidend ist, dass die Verbindung zwischen den Bausteinen klar und nachvollziehbar ist.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welcher Baustein nennt die zentrale Position eines Arguments? (Behauptung) (!Beispiel) (!Signalwort) (!Gegenfrage)




Welche Frage hilft Dir am besten dabei eine Begründung zu finden? (Warum gilt diese Behauptung?) (!Wie lang ist der Text?) (!Wer hat die Überschrift gestaltet?) (!Wie viele Absätze gibt es?)




Welche Aufgabe hat ein Beispiel in einer Argumentation? (Es veranschaulicht eine Begründung.) (!Es ersetzt jede Begründung.) (!Es beendet automatisch den gesamten Text.) (!Es macht jede Behauptung wahr.)




Welches Signalwort kündigt häufig eine Schlussfolgerung an? (Deshalb) (!Beispielsweise) (!Obwohl) (!Während)




Was ist an dem Satz Handys sollten verboten sein weil Handys nicht erlaubt sein sollten problematisch? (Die Begründung wiederholt nur die Behauptung.) (!Der Satz enthält zu viele Beispiele.) (!Der Satz enthält einen überprüfbaren Beleg.) (!Die Schlussfolgerung ist zu vorsichtig.)




Wann ist ein Argument besonders überzeugend? (Wenn Behauptung Begründung Stützung und Schlussfolgerung sinnvoll zusammenpassen.) (!Wenn es möglichst viele schwierige Wörter enthält.) (!Wenn die Behauptung besonders laut formuliert wird.) (!Wenn jedes Argument mit immer oder nie beginnt.)




Was unterscheidet einen überprüfbaren Beleg von einem persönlichen Beispiel? (Ein Beleg kann anhand einer nachvollziehbaren Quelle geprüft werden.) (!Ein Beleg muss immer aus dem eigenen Alltag stammen.) (!Ein Beleg darf keine Daten enthalten.) (!Ein Beleg besteht nur aus einer Meinung.)




Warum kann das Wort alle in einer Behauptung problematisch sein? (Weil die Aussage dadurch sehr allgemein und schwerer belegbar wird.) (!Weil alle kein deutsches Wort ist.) (!Weil Behauptungen nie Personen betreffen dürfen.) (!Weil nur Beispiele allgemein formuliert werden dürfen.)




Welche Formulierung ist am stärksten differenziert? (KI kann bei bestimmten Aufgaben als gekennzeichnete Lernhilfe sinnvoll sein.) (!KI ist immer perfekt.) (!KI ist grundsätzlich schlecht.) (!Alle müssen KI für jede Aufgabe nutzen.)




Was solltest Du prüfen wenn eine Schlussfolgerung sehr weitreichend ist? (Ob sie sich wirklich aus der Begründung und der Stützung ergibt.) (!Ob sie möglichst viele Fremdwörter enthält.) (!Ob sie länger als die Behauptung ist.) (!Ob sie an erster Stelle im Text steht.)





Memory

Behauptung zentrale Position
Begründung erklärt das Warum
Beispiel anschauliche Veranschaulichung
Beleg überprüfbare Stützung
Schlussfolgerung Konsequenz aus dem Argument
Signalwort sprachlicher Hinweis
Gegenargument Einwand gegen eine Position
Relevanz Passung zum Thema





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Behauptung KI-Nutzung bei einer Hausaufgabe sollte gekennzeichnet werden.
Begründung Dadurch bleibt nachvollziehbar welche Arbeitsschritte mit Unterstützung entstanden.
Beispiel Eine kurze Notiz kann die Nutzung für die Ideensammlung nennen.
Schlussfolgerung Deshalb sollte die Kennzeichnung in der Aufgabenstellung erklärt werden.
Prüffrage Passt die genannte Stützung wirklich zum vorherigen Grund?






Kreuzworträtsel

Behauptung Wie heißt die zentrale Aussage die in einem Argument begründet werden soll?
Begründung Welcher Baustein beantwortet vor allem die Frage Warum?
Beispiel Wie heißt eine konkrete Veranschaulichung einer Begründung?
Folgerung Wie heißt die Konsequenz die aus einem Argument gezogen wird?
Relevanz Wie nennt man die inhaltliche Passung eines Grundes zur Behauptung?
Signalwort Wie heißt ein sprachlicher Hinweis wie deshalb oder weil?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die zentrale Position eines Arguments heißt

. Eine passende

erklärt warum diese Position gelten soll. Ein konkreter Fall kann als

dienen. Eine überprüfbare Quelle kann einen

liefern. Wörter wie deshalb oder folglich kündigen häufig eine

an. Die Begründung muss inhaltlich zur Behauptung

. Ein einzelnes Erlebnis darf nicht ohne Weiteres auf

Menschen übertragen werden. Absolute Wörter wie immer und nie machen eine Aussage oft stärker

. Bei überprüfbaren Informationen solltest Du die

beachten. Eine starke Argumentation berücksichtigt bei Bedarf auch ein

. Mit der Frage Warum prüfst Du vor allem die

. Mit der Frage Na und untersuchst Du die Bedeutung der

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Argumentbausteine markieren: Suche in einem kurzen Kommentar vier Sätze, die sich als Behauptung, Begründung, Beispiel oder Beleg und Schlussfolgerung markieren lassen.
  2. Signalwörter sammeln: Erstelle eine Tabelle mit mindestens zwölf Signalwörtern und ordne sie Begründung, Beispiel, Einschränkung, Gegenargument oder Schlussfolgerung zu.
  3. Schwache Begründungen verbessern: Überarbeite drei Aussagen wie „Das ist besser, weil es gut ist“ so, dass ein echter Grund entsteht.
  4. Aktuelles Schulthema: Formuliere zu einem Thema aus Deinem Schulalltag eine Behauptung und ergänze eine passende Begründung.


Standard

  1. Argumente vergleichen: Schreibe zu derselben Streitfrage zwei Argumente, von denen eines bewusst schwach und eines überzeugend aufgebaut ist. Erkläre anschließend die Unterschiede.
  2. KI-Nutzung argumentieren: Entwickle ein vierteiliges Argument zu der Frage, ob KI-Unterstützung bei einer bestimmten Hausaufgabe erlaubt sein sollte. Nenne eine klare Bedingung für die Nutzung.
  3. Smartphone-Regeln bewerten: Untersuche zwei mögliche Smartphone-Regeln für die Schule und formuliere zu jeder ein Pro- und ein Contra-Argument mit Behauptung, Begründung, Beispiel und Schlussfolgerung.
  4. Faktencheck durchführen: Suche zu einem selbst gewählten Schulthema einen überprüfbaren Beleg aus einer seriösen Quelle. Erkläre, warum die Quelle für Dein Argument geeignet oder ungeeignet ist.


Schwer

  1. Argumentationsanalyse verfassen: Analysiere einen aktuellen Kommentar aus einer Zeitung oder einem seriösen Nachrichtenangebot. Untersuche mindestens drei Argumente und bewerte ihre Qualität.
  2. Argumentationswerkstatt: Tausche einen selbst geschriebenen Argumentationstext mit einer Partnerin oder einem Partner. Nutzt das Bewertungsraster und überarbeitet anschließend beide Texte.
  3. Videostellungnahme produzieren: Erstelle ein zwei- bis dreiminütiges Video zu einer aktuellen schulbezogenen Streitfrage. Baue mindestens zwei vollständige Argumente und ein Gegenargument ein.
  4. Mini-Debatte organisieren: Plane in einer Gruppe eine kurze Debatte zu digitalem Lernen, Smartphone-Regeln oder Nachhaltigkeit. Dokumentiert anschließend, welche Argumente besonders stark waren und warum.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Argumentationsdiagnose: Du erhältst einen kurzen Sachtext mit vier Argumenten. Zwei davon sind unvollständig. Bestimme die fehlenden Bausteine und begründe Deine Entscheidung.
  2. Qualitätsvergleich: Vergleiche zwei Argumente zur gleichen Behauptung. Entscheide, welches überzeugender ist, und beziehe Dich auf Relevanz, Plausibilität, Stützung und Schlussfolgerung.
  3. Transfer auf neues Thema: Formuliere zu einer unbekannten Streitfrage aus Schule oder Alltag ein vollständiges Argument. Ergänze anschließend eine sinnvolle Einschränkung.
  4. Belegkritik: Beurteile einen persönlichen Erfahrungsbericht und einen überprüfbaren Beleg zur gleichen Behauptung. Erkläre, welche Aussagekraft beide haben und welche Grenzen bestehen.
  5. Schlussfolgerung prüfen: Untersuche drei vorgegebene Schlussfolgerungen und entscheide, welche wirklich aus dem jeweiligen Argument folgen. Verbessere die unpassenden Folgerungen.
  6. Gegenargument integrieren: Ergänze zu einem eigenen Argument ein starkes Gegenargument und formuliere anschließend eine abgewogene Schlussfolgerung.
  7. Argumentation überarbeiten: Überarbeite einen Text mit Wiederholungen, absoluten Formulierungen und unpassenden Beispielen so, dass eine klare und differenzierte Argumentationskette entsteht.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:

  1. argumentierende Stellen in einem Sachtext erkennst
  2. Behauptungen sicher bestimmst
  3. Begründungen zuordnest und auf ihre Passung prüfst
  4. Beispiele von überprüfbaren Belegen unterscheiden kannst
  5. Schlussfolgerungen erkennst und auf ihre Reichweite prüfst
  6. Signalwörter als Hinweise nutzt ohne Dich nur auf sie zu verlassen
  7. einfache Argumente mit klaren Kriterien bewertest
  8. schwache oder unvollständige Argumente gezielt verbesserst
  9. Gegenargumente und Einschränkungen in eine differenzierte Position einbauen kannst
  10. das Vier-Bausteine-Modell auf neue Themen überträgst




OERs zum Thema



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