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D9 G - Vergleich und Metapher in Gedichten

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D9 G - Vergleich und Metapher in Gedichten




Einleitung

In Gedichten wird Sprache oft nicht nur wörtlich verwendet. Wörter können Bilder im Kopf entstehen lassen, Gefühle verstärken und eine bestimmte Stimmung erzeugen. Zwei besonders wichtige sprachliche Bilder sind der Vergleich und die Metapher.

In diesem aiMOOC lernst Du auf dem G-Niveau der Klasse 9, Vergleiche und Metaphern sicher zu erkennen. Du erklärst ihre Bedeutung in eigenen Worten und beschreibst, welche Wirkung sie im Zusammenhang mit der Stimmung und der Aussage eines Gedichts haben.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Fachbegriffe auswendig zu lernen. Wichtig ist vor allem, dass Du zeigen kannst, was ein sprachliches Bild bedeutet und warum es an dieser Stelle im Gedicht verwendet wird.

Die Grafik zeigt verschiedene Formen bildhafter Sprache. Für diesen aiMOOC sind vor allem zwei Bereiche wichtig: Vergleich und Metapher. Beide stellen eine Verbindung zwischen zwei Vorstellungen her. Beim Vergleich wird diese Verbindung meist deutlich genannt. Bei einer Metapher wird eine Bedeutung übertragen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du:

  1. Sprachliche Bilder in kurzen Gedichten markieren und zwischen Vergleich und Metapher unterscheiden.
  2. Vergleiche an Signalwörtern wie „wie“, „als“ oder „als ob“ erkennen.
  3. Metaphern als übertragene, nicht wörtlich gemeinte Ausdrücke erkennen.
  4. Ein sprachliches Bild mit einfachen eigenen Worten erklären.
  5. Die Wirkung eines Vergleichs oder einer Metapher beschreiben.
  6. Die Wirkung mit der Stimmung eines Gedichts verbinden.
  7. Die Wirkung mit der Aussage oder dem Thema des Gedichts verbinden.
  8. Eine kurze Deutung nach dem Muster Beleg – Erklärung – Wirkung formulieren.


Sprachliche Bilder in Gedichten

Ein sprachliches Bild ist ein Ausdruck, der beim Lesen eine Vorstellung entstehen lässt. Sprachliche Bilder können etwas anschaulicher, eindringlicher oder gefühlvoller darstellen. Häufig begegnen Dir in Gedichten Metaphern, Vergleiche und Personifikationen.

In diesem aiMOOC konzentrieren wir uns auf Vergleich und Metapher.

Ein sprachliches Bild solltest Du nicht vorschnell nur benennen. Für eine gute Deutung sind drei Fragen wichtig:

  1. Was steht im Gedicht? Nenne oder zitiere den Ausdruck.
  2. Was bedeutet das in eigenen Worten? Erkläre die Vorstellung.
  3. Was bewirkt das? Verbinde die Wirkung mit Stimmung, Thema oder Aussage.

Dieses Vorgehen ist besonders wichtig, weil die Wirkung eines sprachlichen Bildes vom Zusammenhang abhängt. Das gleiche Bild kann in verschiedenen Gedichten unterschiedlich wirken.


Was ist ein Vergleich?

Ein Vergleich verbindet zwei Dinge, Personen, Zustände oder Vorstellungen miteinander. Meist gibt es ein deutliches Vergleichswort.

Typische Signalwörter sind wie, als, als ob oder so ... wie.

Beispiel:

„Die Wolken hängen wie schwere Decken über der Stadt.“

Hier werden die Wolken mit schweren Decken verglichen. Beide wirken tief, drückend und belastend. Der Vergleich kann deshalb eine bedrückte oder düstere Stimmung verstärken.

Ein weiteres Beispiel:

„Ihre Stimme war wie warmer Regen.“

Die Stimme wird mit warmem Regen verglichen. In eigenen Worten könnte man erklären: Die Stimme wirkt angenehm, beruhigend und wohltuend.

Merksatz: Ein Vergleich sagt häufig sichtbar: Etwas ist wie etwas anderes.


Ein Bild zum Vergleich

Zu diesem Bild könnte in einem Gedicht stehen:

„Der Mond hängt wie eine schmale Sichel über den Dächern.“

Das Wort wie macht den Vergleich leicht erkennbar. Mond und Sichel haben eine ähnliche gebogene Form.

Die Wirkung hängt vom Zusammenhang ab. In einem ruhigen Nachtgedicht kann das Bild still und friedlich wirken. In einem unheimlichen Gedicht könnte dieselbe scharfe Sichelform dagegen bedrohlich wirken.

Daran siehst Du: Die Wirkung steht nicht im sprachlichen Bild allein. Sie entsteht im Zusammenhang des ganzen Gedichts.


Was ist eine Metapher?

Eine Metapher ist ein Ausdruck mit übertragener Bedeutung. Etwas wird so bezeichnet, als wäre es etwas anderes. Dabei fehlt meist ein Vergleichswort wie „wie“.

Beispiel:

„Die Stadt ist ein Meer aus Lichtern.“

Natürlich ist die Stadt kein echtes Meer. Die Vorstellung „Meer“ wird auf die vielen Lichter übertragen. Damit kann die große Menge, die Weite oder das Flimmern der Lichter betont werden.

Ein weiteres Beispiel:

„In mir wächst ein Berg aus Sorgen.“

Es wächst kein echter Berg. Das Bild macht deutlich, dass die Sorgen immer größer und belastender werden.

Merksatz: Eine Metapher sagt bildhaft: Etwas ist etwas anderes, obwohl das nicht wörtlich gemeint ist.


Metaphern in Alltag und Gedicht

Metaphern gibt es nicht nur in Gedichten. Auch im Alltag sagen Menschen zum Beispiel „Gedankenkarussell“, „Zeitdruck“, „Wortgefecht“ oder „ein Funke Hoffnung“.

In Gedichten werden Metaphern oft besonders bewusst eingesetzt. Sie können Gefühle verdichten, Gegensätze sichtbar machen oder eine Stimmung verstärken.

Beispiel:

„Die Hoffnung ist ein kleines Licht im dunklen Raum.“

In eigenen Worten: Obwohl die Situation schwierig ist, gibt es noch etwas Positives. Das Licht steht für Hoffnung oder Orientierung. Der dunkle Raum kann für Angst, Unsicherheit oder eine schwierige Lebenslage stehen.

Eine mögliche Wirkung: Das Bild wirkt zunächst düster, enthält aber zugleich etwas Tröstliches. Dadurch kann die Aussage entstehen, dass Hoffnung auch in schweren Situationen bestehen bleibt.


Vergleich und Metapher unterscheiden

Vergleich und Metapher beruhen beide auf einer Verbindung zwischen Vorstellungen. Der wichtigste Unterschied ist für den Einstieg einfach:

Sprachliches Mittel Typisches Merkmal Beispiel Erklärung
Vergleich häufig mit „wie“, „als“ oder „als ob“ „Die Nacht ist wie ein schwarzer Mantel.“ Die Nacht wird ausdrücklich mit einem schwarzen Mantel verglichen.
Metapher übertragene Bedeutung, meist ohne Vergleichswort „Die Nacht ist ein schwarzer Mantel.“ Der Mantel ist bildhaft auf die Nacht übertragen.

Du kannst Dir merken:

Vergleich: Die Nacht ist wie ein Mantel.

Metapher: Die Nacht ist ein Mantel.

Achtung: Nicht jedes „wie“ ist automatisch ein Vergleich. In „Wie geht es Dir?“ liegt kein sprachlicher Vergleich vor. Du musst immer prüfen, ob wirklich zwei Vorstellungen miteinander verbunden werden.


Sprachliche Bilder in eigenen Worten erklären

Das Erkennen ist nur der erste Schritt. Danach musst Du erklären, was das Bild bedeutet.

Beispiel:

„Seine Worte waren Eis.“

Eine schwache Erklärung wäre:

„Das ist eine Metapher.“

Das ist zwar richtig, erklärt aber die Bedeutung nicht.

Eine bessere Erklärung lautet:

„Mit dem Eis wird ausgedrückt, dass seine Worte kalt, gefühllos oder verletzend wirken.“

Noch besser wird die Deutung, wenn Du den Gedichtzusammenhang einbeziehst:

„Die Metapher ‚seine Worte waren Eis‘ zeigt, dass die angesprochene Person die Worte als kalt und gefühllos erlebt. Dadurch wird die distanzierte und traurige Stimmung des Gedichts verstärkt.“


Die Frage nach dem gemeinsamen Merkmal

Wenn Du ein Bild nicht sofort verstehst, frage Dich:

Was haben die beiden Vorstellungen gemeinsam?

Beim Vergleich „Der Mond ist wie eine Sichel“ ist das gemeinsame Merkmal die gebogene Form.

Bei der Metapher „ein Berg aus Sorgen“ kann das gemeinsame Merkmal die Größe, Schwere oder Belastung sein.

Bei „ein Licht der Hoffnung“ kann das gemeinsame Merkmal Orientierung, Helligkeit oder ein positiver Ausblick sein.

Oft gibt es mehrere passende Erklärungen. Entscheidend ist, dass Deine Erklärung zum Gedicht passt und durch den Text begründet werden kann.


Wirkung beschreiben

Bei einer Gedichtanalyse reicht der Satz „Die Metapher macht den Text anschaulich“ meist nicht aus. Diese Aussage ist zu allgemein.

Du solltest genauer beschreiben, welche Vorstellung entsteht und welche Stimmung oder Aussage dadurch verstärkt wird.

Hilfreiche Wirkungswörter sind zum Beispiel:

Bereich Mögliche Wörter
Stimmung ruhig, friedlich, bedrückend, traurig, hoffnungsvoll, bedrohlich, angespannt, einsam, lebendig, fröhlich
Wirkung des Bildes verstärkt, verdeutlicht, betont, macht anschaulich, lässt etwas groß erscheinen, lässt etwas schwer erscheinen, macht einen Gegensatz sichtbar
Aussage zeigt Hoffnung, verdeutlicht Einsamkeit, betont Angst, zeigt Nähe, macht einen Konflikt sichtbar, stellt Veränderung dar


Stimmung mit Bildern verbinden

Stell Dir zu diesem Bild die Gedichtzeile vor:

„Der Baum steht wie ein verlorener Wächter im Nebel.“

Der Vergleich kann Einsamkeit und Verlassenheit betonen. Der „Wächter“ steht allein und scheint auf etwas zu warten. Zusammen mit dem Nebel entsteht eine unsichere, stille oder bedrückende Stimmung.

Eine mögliche Deutung lautet:

„Der Vergleich ‚wie ein verlorener Wächter‘ lässt den Baum einsam und orientierungslos wirken. Dadurch wird die stille und bedrückende Stimmung des Gedichts verstärkt.“


Stimmung kann sich verändern

Zu dunklen Wolken könnten verschiedene sprachliche Bilder passen:

„Die Wolken sind eine schwarze Wand.“

Diese Metapher kann Bedrohung, Enge oder ein bevorstehendes Unheil ausdrücken.

„Die Wolken ziehen wie schwere Schiffe über den Himmel.“

Dieser Vergleich betont eher Bewegung, Größe und Schwere.

Beide Bilder beziehen sich auf Wolken, aber ihre Wirkung ist nicht genau gleich. Deshalb musst Du immer erklären, welche Einzelheiten des Bildes für Deine Deutung wichtig sind.


Der Dreischritt: Beleg – Erklärung – Wirkung

Für Klasse 9 auf G-Niveau hilft Dir ein klarer Dreischritt.

Schritt Leitfrage Beispiel
1. Beleg Welches sprachliche Bild steht im Gedicht? „Das lyrische Ich nennt seine Sorgen einen ‚Berg aus Sorgen‘.“
2. Erklärung Was bedeutet das in eigenen Worten? „Damit wird gezeigt, dass die Sorgen sehr groß und belastend sind.“
3. Wirkung Was bewirkt das im Zusammenhang? „Das verstärkt die bedrückte Stimmung und zeigt, wie überfordert das lyrische Ich ist.“

Ein vollständiger Satz könnte lauten:

„Die Metapher ‚Berg aus Sorgen‘ zeigt, dass die Probleme für das lyrische Ich sehr groß und belastend sind. Dadurch wird die bedrückte Stimmung verstärkt und die Überforderung des lyrischen Ichs deutlich.“


Formulierungshilfen

Diese Satzanfänge helfen Dir beim Schreiben:

  1. Beleg: „Der Vergleich ‚...‘ zeigt ...“ / „Die Metapher ‚...‘ macht deutlich ...“
  2. Bedeutung: „In eigenen Worten bedeutet das, dass ...“
  3. Vorstellung: „Dadurch entsteht die Vorstellung von ...“
  4. Stimmung: „Das verstärkt die ... Stimmung, weil ...“
  5. Aussage: „Damit wird die Aussage unterstützt, dass ...“
  6. Zusammenhang: „Im Zusammenhang mit der Gedichtstelle wird deutlich, dass ...“


Übungsgedicht: Nebelweg

Das folgende kurze Gedicht wurde für diesen aiMOOC erstellt.

Nebelweg

Der Morgen ist ein graues Tuch,
die Häuser schlafen wie aus Stein.
Mein Weg wird zu einem stillen Fluss,
ich gehe wie ein Schatten heim.

Doch hinten brennt ein kleines Licht,
ein Funke gegen dunkle Zeit.
Der Tag ist noch ein schweres Tor,
doch Hoffnung geht an meiner Seit.


Sprachliche Bilder im Übungsgedicht

„Der Morgen ist ein graues Tuch“ ist eine Metapher. Der Morgen wird nicht wörtlich zu einem Tuch. Das Bild kann zeigen, dass alles grau, bedeckt oder verhüllt wirkt. Dadurch entsteht eine gedämpfte Stimmung.

„Die Häuser schlafen wie aus Stein“ enthält einen Vergleich. Das Vergleichswort „wie“ ist sichtbar. Das Bild kann die Häuser unbeweglich, still und leblos erscheinen lassen.

„Mein Weg wird zu einem stillen Fluss“ ist eine Metapher. Der Weg wird als Fluss vorgestellt. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass sich das lyrische Ich langsam durch die Umgebung bewegt oder vom Weg getragen wird.

„Ich gehe wie ein Schatten heim“ ist ein Vergleich. Das lyrische Ich vergleicht sich mit einem Schatten. Dadurch wirkt es unauffällig, still oder traurig.

„Ein Funke gegen dunkle Zeit“ enthält eine Metapher. Der Funke kann für eine kleine Hoffnung stehen. Das Bild setzt einen hellen, positiven Punkt gegen die Dunkelheit.

„Der Tag ist noch ein schweres Tor“ ist eine Metapher. Der neue Tag erscheint wie ein Hindernis, das erst überwunden werden muss.


Stimmung und Aussage des Übungsgedichts

Zu Beginn wirkt das Gedicht grau, still und eher bedrückend. Bilder wie „graues Tuch“, „Stein“ und „Schatten“ unterstützen diese Stimmung.

Später verändert sich die Stimmung. Mit dem „kleinen Licht“ und dem „Funken“ erscheint Hoffnung. Das schwere Tor zeigt zwar, dass Schwierigkeiten bleiben. Gleichzeitig deutet die letzte Zeile an, dass die Hoffnung das lyrische Ich begleitet.

Eine mögliche Aussage des Gedichts lautet deshalb:

Auch in einer schwierigen und bedrückenden Situation kann ein kleiner Hoffnungsschimmer dabei helfen, weiterzugehen.

Wichtig: Eine Gedichtdeutung ist keine reine Vermutung. Du solltest Deine Aussage immer mit Textstellen begründen.


Vom Bild zur Deutung

Beim Erklären kannst Du folgende Reihenfolge benutzen:

  1. Lies die Gedichtstelle langsam.
  2. Markiere auffällige Wörter.
  3. Prüfe, ob ein Vergleichswort vorkommt.
  4. Frage Dich, ob die Aussage wörtlich möglich ist.
  5. Erkläre das Bild mit einfachen Worten.
  6. Suche ein passendes Wort für die Stimmung.
  7. Verbinde das Bild mit dem Thema oder der Aussage des Gedichts.

Beispiel:

Gedichtzeile: „Die Angst ist ein enger Käfig.“

Erkennen: Metapher.

Eigene Worte: Die Person fühlt sich durch ihre Angst eingeschlossen und unfrei.

Wirkung: Das Bild verstärkt eine bedrückende Stimmung und macht deutlich, wie stark die Angst das Leben der Person einschränkt.


Typische Fehler vermeiden


Fehler 1: Nur den Fachbegriff nennen

Zu wenig:

„Das ist eine Metapher.“

Besser:

„Die Metapher ‚...‘ bedeutet, dass ...“


Fehler 2: Die Wirkung zu allgemein beschreiben

Zu wenig:

„Das macht den Text spannender.“

Besser:

„Das Bild lässt die Situation bedrohlich wirken und verstärkt dadurch die angespannte Stimmung.“


Fehler 3: Das Bild wörtlich nehmen

Bei „Die Angst ist ein Käfig“ geht es nicht um einen echten Käfig. Die Aussage ist übertragen.


Fehler 4: Eine Wirkung behaupten, die nicht zum Gedicht passt

Ein „rotes Feuer“ kann Wärme, Liebe, Gefahr oder Zerstörung bedeuten. Welche Deutung passt, entscheidet der Zusammenhang.


Fehler 5: Vergleich und Metapher verwechseln

Prüfe zuerst auf ein Vergleichswort.

„wie ein Stein“ → meist Vergleich.

„ein Herz aus Stein“ → Metapher.


Gedichte hören und vortragen

Sprachliche Bilder wirken nicht nur beim stillen Lesen. Beim Vorlesen können Betonung, Lautstärke, Tempo und Pausen die Stimmung verstärken.

Lies das Übungsgedicht „Nebelweg“ zweimal laut vor. Beim ersten Lesen betonst Du die düsteren Wörter stärker. Beim zweiten Lesen betonst Du die Wörter „Licht“, „Funke“ und „Hoffnung“. Vergleiche anschließend die Wirkung.

So kannst Du erkennen, dass die sprachlichen Bilder und der Vortrag gemeinsam die Wahrnehmung eines Gedichts beeinflussen.


Kurze Zusammenfassung

Ein Vergleich stellt zwei Vorstellungen ausdrücklich nebeneinander und enthält häufig Signalwörter wie „wie“, „als“ oder „als ob“.

Eine Metapher überträgt eine Bedeutung. Sie ist nicht wörtlich gemeint und kommt meist ohne Vergleichswort aus.

Für die Gedichtanalyse ist der Fachbegriff nur der Anfang. Entscheidend ist der Dreischritt:

Beleg – Erklärung – Wirkung.

Frage Dich bei der Wirkung immer:

Welche Stimmung wird verstärkt? Welche Aussage des Gedichts wird dadurch deutlicher?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Woran erkennst Du einen Vergleich besonders häufig? (An Signalwörtern wie wie oder als) (!An einem Reim am Versende) (!An besonders langen Wörtern) (!An einem Ausrufezeichen)




Welche Aussage beschreibt eine Metapher am besten? (Ein Ausdruck wird in übertragener Bedeutung verwendet) (!Zwei Verse haben immer denselben Reim) (!Ein Satz wird als Frage formuliert) (!Ein Wort wird besonders laut gesprochen)




Welches Beispiel ist ein Vergleich? (Die Wolken ziehen wie schwere Schiffe) (!Die Wolken sind eine schwarze Wand) (!Die Wolken verdunkeln den Himmel) (!Am Himmel stehen Wolken)




Welches Beispiel ist eine Metapher? (Die Hoffnung ist ein kleines Licht) (!Die Hoffnung ist wie ein kleines Licht) (!Die Hoffnung wächst langsam) (!Ich hoffe auf morgen)




Was solltest Du nach dem Erkennen eines sprachlichen Bildes tun? (Seine Bedeutung in eigenen Worten erklären) (!Nur die Zeilennummer abschreiben) (!Sofort ein neues Gedicht beginnen) (!Nur nach dem Reimschema suchen)




Welche Deutung passt zur Metapher Berg aus Sorgen? (Die Sorgen wirken groß und belastend) (!Die Person möchte einen Berg besteigen) (!Das Gedicht handelt sicher vom Urlaub) (!Die Sorgen bestehen aus Steinen)




Was ist bei der Beschreibung der Wirkung besonders wichtig? (Die Wirkung mit Stimmung oder Aussage zu verbinden) (!Jede Metapher als lustig zu bezeichnen) (!Immer denselben Wirkungssatz zu benutzen) (!Nur die Wortart zu bestimmen)




Welche Stimmung kann die Metapher schwarze Wand für Gewitterwolken unterstützen? (Eine bedrohliche und bedrückende Stimmung) (!Eine ausgelassen fröhliche Stimmung) (!Eine sachliche Kochanleitung) (!Eine sportliche Wettkampfstimmung)




Welcher Dreischritt hilft bei der Deutung? (Beleg Erklärung Wirkung) (!Titel Reim Seitenzahl) (!Nomen Verb Adjektiv) (!Lesen Zählen Abschreiben)




Warum kann dasselbe sprachliche Bild unterschiedlich wirken? (Weil die Wirkung vom Zusammenhang des Gedichts abhängt) (!Weil Metaphern immer mehrere Wörter lang sein müssen) (!Weil Vergleiche nur in alten Gedichten vorkommen) (!Weil Gedichte keine Stimmung haben)





Memory

Vergleich Verbindung mit Signalwort
Metapher Übertragene Bedeutung
wie typisches Vergleichswort
Beleg Textstelle als Nachweis
Stimmung gefühlsmäßige Grundwirkung
Aussage zentrale Bedeutung des Gedichts





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Vergleich Die Nacht ist wie ein schwarzer Mantel
Metapher Die Nacht ist ein schwarzer Mantel
Erklärung Die Nacht wirkt dunkel und umhüllend
Stimmung bedrückend und still
Aussage Das lyrische Ich erlebt die Nacht als belastend




...


Kreuzworträtsel

Metapher Wie heißt ein sprachliches Bild mit übertragener Bedeutung?
Vergleich Welches Stilmittel verwendet häufig Wörter wie wie oder als?
Stimmung Wie nennt man die gefühlsmäßige Grundwirkung eines Gedichts?
Wirkung Was beschreibst Du nach der Erklärung eines sprachlichen Bildes?
Aussage Wie nennt man eine zentrale Bedeutung oder Botschaft eines Gedichts?
Bildsprache Wie nennt man eine Sprache, die Vorstellungen im Kopf entstehen lässt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein sprachliches Bild erzeugt beim Lesen eine

im Kopf.
Ein Vergleich enthält häufig ein Signalwort wie

.
Bei einer Metapher wird eine Bedeutung

.
Die Aussage „Die Nacht ist wie ein Mantel“ ist ein

.
Die Aussage „Die Nacht ist ein Mantel“ ist eine

.
Nach dem Erkennen sollst Du das sprachliche Bild in eigenen

erklären.
Die Textstelle, mit der Du Deine Deutung begründest, nennt man

.
Ein sprachliches Bild kann eine bestimmte

verstärken.
Die Wirkung eines Bildes hängt vom

des Gedichts ab.
Die Metapher „Berg aus Sorgen“ kann große seelische

verdeutlichen.
Ein „kleines Licht“ kann im passenden Zusammenhang für

stehen.
Beim Deuten hilft der Dreischritt Beleg, Erklärung und

.
Eine gute Wirkungsbeschreibung verbindet das Bild mit der Stimmung oder

des Gedichts.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Vergleich finden: Suche in einem Gedicht zwei Vergleiche. Schreibe die Textstellen ab und markiere die Vergleichswörter.
  2. Metapher finden: Suche in einem Gedicht zwei Metaphern und erkläre jede Metapher mit einem einfachen Satz in eigenen Worten.
  3. Bild und Sprache: Betrachte das Bild mit dem einsamen Baum. Formuliere einen Vergleich und eine Metapher, die zu einer stillen oder einsamen Stimmung passen.
  4. Wirkungswörter sammeln: Erstelle eine Wortliste mit mindestens zehn Adjektiven, mit denen Du die Stimmung eines Gedichts beschreiben kannst.


Standard

  1. Beleg Erklärung Wirkung: Wähle drei sprachliche Bilder aus dem Übungsgedicht „Nebelweg“ und formuliere zu jedem den vollständigen Dreischritt.
  2. Stimmung verändern: Verändere zwei sprachliche Bilder aus „Nebelweg“ so, dass das Gedicht fröhlicher wirkt. Erkläre anschließend Deine Änderungen.
  3. Gedicht vortragen: Nimm eine Audioaufnahme oder ein kurzes Video auf, in dem Du „Nebelweg“ passend zur Stimmung vorliest. Begründe zwei Stellen, die Du besonders betont hast.
  4. Eigene Strophe: Schreibe eine Strophe mit vier bis sechs Versen. Verwende mindestens einen Vergleich und eine Metapher. Markiere beide anschließend und erkläre ihre Wirkung.


Schwer

  1. Bildvergleich untersuchen: Finde in zwei verschiedenen Gedichten je einen Vergleich oder eine Metapher zu einem ähnlichen Thema und untersuche, wie unterschiedlich die Bilder wirken.
  2. Gedicht umgestalten: Schreibe eine düstere Gedichtstrophe in eine hoffnungsvolle Fassung um. Verändere dabei gezielt mindestens drei sprachliche Bilder und erkläre Deine Entscheidungen.
  3. Interview über Bildsprache: Befrage mindestens drei Personen dazu, welche Vorstellungen sie bei zwei ausgewählten Metaphern haben. Vergleiche die Antworten und erkläre, warum Bilder unterschiedlich verstanden werden können.
  4. Erklärvideo erstellen: Produziere ein kurzes Lernvideo für Deine Klasse. Erkläre darin Vergleich und Metapher, zeige eigene Beispiele und führe an einem Beispiel den Dreischritt Beleg – Erklärung – Wirkung vor.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Unbekannte Gedichtstelle deuten: Untersuche eine neue Gedichtstrophe mit mindestens zwei sprachlichen Bildern. Bestimme Vergleich oder Metapher, erkläre die Bilder und verbinde ihre Wirkung mit der Stimmung.
  2. Wirkungen vergleichen: Erkläre den Unterschied zwischen „Die Nacht ist wie ein Mantel“ und „Die Nacht ist ein Mantel“. Gehe darauf ein, wie direkt oder stark die beiden Bilder wirken.
  3. Deutung prüfen: Eine Schülerin schreibt: „Die Metapher macht das Gedicht schöner.“ Überarbeite diese Aussage so, dass sie eine konkrete Wirkung und einen Bezug zur Stimmung enthält.
  4. Bild ersetzen: Ersetze in einer Gedichtzeile eine Metapher durch eine andere Metapher. Beschreibe anschließend, wie sich Stimmung oder Aussage dadurch verändern.
  5. Zusammenhang herstellen: Zeige an einem sprachlichen Bild, wie einzelne Wörter im Bild, die Stimmung der Strophe und die Gesamtaussage des Gedichts miteinander verbunden sind.
  6. Mehrdeutigkeit erklären: Erkläre anhand der Metapher „Feuer im Herzen“, warum ein sprachliches Bild je nach Gedicht Liebe, Begeisterung, Wut oder Schmerz ausdrücken kann.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. Vergleiche und Metaphern in einer unbekannten Gedichtstelle erkennst.
  2. einen Vergleich anhand eines passenden Signalwortes begründen kannst.
  3. eine Metapher als übertragene und nicht wörtliche Aussage erklärst.
  4. sprachliche Bilder in eigenen Worten verständlich wiedergibst.
  5. die Wirkung eines Bildes nicht nur allgemein, sondern konkret beschreibst.
  6. die Wirkung mit der Stimmung des Gedichts verknüpfst.
  7. die Wirkung mit Thema oder Aussage des Gedichts verknüpfst.
  8. Deine Deutung mit einer passenden Textstelle belegst.
  9. den Dreischritt Beleg – Erklärung – Wirkung selbstständig anwenden kannst.
  10. bei mehreren möglichen Deutungen eine zum Text passende Erklärung auswählst und begründest.




OERs zum Thema

Der Wikipedia-Artikel zu sprachlichen Bildern bietet einen Überblick über Bildhaftigkeit, Metapher und Vergleich.


Der Wikipedia-Artikel zur Metapher vertieft die übertragene Bedeutung sprachlicher Bilder.


Der Wikipedia-Artikel zum Vergleich in der Literatur erläutert den Vergleich als sprachliches Mittel.



Weitere Medien und Vertiefung

Dieses Video kann Dir helfen, den Begriff Metapher noch einmal in ruhigem Tempo zu wiederholen. Achte beim Sehen besonders auf die Frage: Welche Bedeutung wird übertragen?

Datei:Stories from Old English Poetry-1899.pdf

Die historische Buchansicht erinnert daran, dass Gedichte in sehr unterschiedlichen Zeiten und Formen überliefert wurden. Beim Analysieren bleibt aber die Grundfrage gleich: Welche Wirkung erzeugt die gewählte Sprache?


Verknüpfte Lernbereiche


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