D9 G - Prosatexte

D9 G - Prosatexte
D9 G - Prosatexte
Einleitung
Prosatexte begegnen Dir fast jeden Tag: in Romanen, Kurzgeschichten, Erzählungen, Tagebüchern, Briefen und vielen anderen Texten. In diesem aiMOOC lernst Du, wie Du einen erzählenden Prosatext Schritt für Schritt verstehst. Du arbeitest mit kurzen Geschichten, markierst wichtige Textstellen, ordnest Fachbegriffe zu und beantwortest Verständnisfragen.
Der Kurs ist für Klasse 9 auf G-Niveau aufgebaut. Deshalb werden die Fachbegriffe einfach erklärt und immer wieder an kurzen Beispielen geübt.

Dein Ziel: Am Ende kannst Du einen kurzen Prosatext lesen, seinen Inhalt wiedergeben, Figuren und Handlung untersuchen, den Erzähler erkennen und wichtige Textstellen als Belege nutzen.
Einstieg: Eine kurze Geschichte
Lies zuerst diesen erfundenen Erzähltext.
Der falsche Bus
Mira rannte über den Schulhof. Der Bus stand schon an der Haltestelle. Gerade noch rechtzeitig sprang sie hinein und ließ sich auf einen freien Sitz fallen.
„Geschafft“, murmelte sie.
Erst nach zwei Minuten bemerkte Mira, dass niemand aus ihrer Klasse im Bus saß. Sie sah aus dem Fenster. Statt am Sportplatz vorbeizufahren, bog der Bus in Richtung Bahnhof ab.
Mira zog ihr Handy aus der Tasche. Eine Nachricht von Ben leuchtete auf: „Wo bist du? Unser Bus wartet noch!“
Mira starrte auf den Bildschirm. Dann musste sie lachen.
An der nächsten Haltestelle stieg sie aus.
Leseauftrag: Lies den Text ein zweites Mal. Achte darauf, wer vorkommt, was geschieht, wo die Handlung spielt und welches Problem entsteht.
Markierauftrag: Markiere im Text gedanklich oder auf einem Ausdruck:
- die Hauptfigur,
- den Ort am Anfang,
- das Problem,
- die Textstelle, an der Mira ihren Fehler erkennt.
Verständnisfrage: Warum steigt Mira an der nächsten Haltestelle aus?
Die Geschichte ist ein Beispiel für einen erzählenden Prosatext. Sie besteht aus gewöhnlichen Sätzen und Absätzen. Sie erzählt ein Geschehen mit einer Figur, einem Ort, einer Zeitfolge und einem Problem.
Was bedeutet Prosa?
Prosa bezeichnet Sprache, die nicht an ein festes Versmaß oder einen regelmäßigen Reim gebunden ist. Anders als viele Gedichte ist Prosa normalerweise in Sätzen und Absätzen geschrieben.

Wichtig ist: Prosa ist ein weiter Begriff. Nicht jeder Prosatext ist eine Geschichte. Auch Briefe, Sachtexte oder Berichte können in Prosa geschrieben sein. In diesem aiMOOC geht es vor allem um literarische, erzählende Prosatexte.
Zu erzählender Prosa gehören zum Beispiel:
- Roman: eine meist längere Erzählform mit umfangreicher Handlung.
- Erzählung: ein erzählender literarischer Text unterschiedlicher Länge.
- Kurzgeschichte: eine kurze Erzählform, die häufig einen Ausschnitt aus dem Alltag zeigt.
- Novelle: eine Erzählform, die oft auf ein besonderes oder ungewöhnliches Ereignis konzentriert ist.
Merksatz: Ein Prosatext ist nicht automatisch eine Kurzgeschichte. Die Kurzgeschichte ist nur eine mögliche Form von Prosa.
Videoauftrag: Notiere nach dem Video drei Merkmale, die bei Kurzgeschichten häufig vorkommen. Prüfe anschließend: Welche davon findest Du im Text „Der falsche Bus“?
Grundbausteine eines Erzähltextes
Beim Lesen eines Prosatextes helfen Dir fünf einfache Fragen:
- Wer? Welche Figuren kommen vor?
- Was? Was geschieht in der Handlung?
- Wo? An welchem Ort oder an welchen Orten spielt das Geschehen?
- Wann? Zu welcher Zeit und in welcher Reihenfolge geschieht etwas?
- Wie wird erzählt? Wer erzählt und aus welcher Sicht erfahren wir die Geschichte?
Diese Fragen bilden ein Grundgerüst für die Untersuchung eines Erzähltextes.
Autor und Erzähler sind nicht dasselbe
Ein besonders wichtiger Fachbegriff ist der Erzähler.
Der Autor oder die Autorin ist die wirkliche Person, die einen Text schreibt.
Der Erzähler ist dagegen die Stimme im Text, die uns die Geschichte vermittelt.
Beispiel:
„Ich zog meine Kapuze tiefer ins Gesicht und ging schneller.“
Hier spricht ein Ich-Erzähler. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass der Autor selbst dieses Erlebnis hatte.
Merksatz: Autor = wirkliche Person. Erzähler = Stimme innerhalb des Textes.
Erzählperspektiven einfach erklärt
Die Erzählperspektive bestimmt, aus welcher Sicht Du das Geschehen wahrnimmst.
Ich-Erzähler
Der Erzähler verwendet häufig „ich“ und ist selbst Teil der Geschichte.
Beispiel: „Ich hörte Schritte hinter mir und drehte mich um.“
Du erfährst direkt, was dieses Ich erlebt, denkt oder fühlt. Was andere Figuren denken, weiß der Ich-Erzähler normalerweise nicht sicher.
Personaler Erzähler
Ein personaler Erzähler erzählt in der dritten Person, also zum Beispiel mit „er“ oder „sie“, bleibt aber nah bei einer bestimmten Figur.
Beispiel: „Mira sah auf die Uhr. Ihr Herz klopfte. Hoffentlich kam sie noch rechtzeitig.“
Du erfährst hier Miras Wahrnehmungen und Gedanken. Über andere Figuren weißt Du nur, was Mira beobachten kann.
Auktorialer Erzähler
Ein auktorialer Erzähler kann mehr wissen als die Figuren. Er kann zum Beispiel Gedanken verschiedener Figuren kennen, Zusammenhänge erklären oder zukünftige Ereignisse andeuten.
Beispiel: „Mira glaubte, sie habe nur den Bus verwechselt. Noch wusste sie nicht, dass dieser kleine Fehler ihren ganzen Nachmittag verändern würde.“
Die Formulierung „Noch wusste sie nicht“ zeigt: Der Erzähler weiß mehr als die Figur.
Mini-Zuordnung:
- „Ich öffnete vorsichtig die Tür.“ → Ich-Erzähler
- „Jonas öffnete die Tür. Er fragte sich, ob jemand dahinterstand.“ → personaler Erzähler
- „Jonas öffnete die Tür. Er ahnte nicht, dass seine Schwester sich dahinter versteckt hatte.“ → auktorialer Erzähler
Handlung, Konflikt und Wendepunkt
Die Handlung ist die Folge der Ereignisse in einer Geschichte.
Viele kurze Erzähltexte lassen sich vereinfacht so untersuchen:
- Ausgangssituation: Wie beginnt die Geschichte?
- Problem oder Konflikt: Was läuft nicht wie erwartet?
- Spannungsentwicklung: Wie entwickelt sich das Problem?
- Höhepunkt oder Wendepunkt: Welche Stelle ist besonders wichtig?
- Schluss: Wie endet die Geschichte? Wird alles geklärt oder bleibt etwas offen?
Nicht jeder literarische Text folgt genau diesem Muster. Es ist aber eine gute Hilfe für den Einstieg.
Leseübung: Der Schlüssel
Lies den zweiten erfundenen Text.
Der Schlüssel
Als Noah vor der Wohnungstür stand, griff er in seine Jackentasche. Leer.
Er suchte in der Hosentasche. Nichts.
„Nicht heute“, flüsterte er.
Seine Mutter würde erst in zwei Stunden nach Hause kommen. Noah setzte seinen Rucksack ab und öffnete hektisch jedes Fach. Hefte, Trinkflasche, Kopfhörer – aber kein Schlüssel.
Da hörte er ein leises Klirren.
Noah hielt inne.
Langsam hob er den Rucksack an. Unter dem Rucksack lag der Schlüssel.
Er grinste. „Natürlich.“
Markierauftrag: Suche vier Stellen:
- Ausgangssituation,
- Problem,
- Wendepunkt,
- Lösung.
Verständnisauftrag: Erkläre in einem Satz, warum das „Klirren“ für die Handlung wichtig ist.
Zusatzfrage: Welcher Gegenstand ist für die ganze Handlung besonders wichtig?
Figuren untersuchen
Eine Figur ist eine Person oder ein anderes handelndes Wesen in einem literarischen Text.
Die wichtigste Figur heißt häufig Hauptfigur. Andere Figuren nennt man Nebenfiguren.
Beim Untersuchen einer Figur kannst Du auf vier Bereiche achten:
- Aussehen: Was erfährst Du über das Äußere?
- Verhalten: Was tut die Figur?
- Gedanken und Gefühle: Was denkt oder empfindet sie?
- Beziehungen: Wie verhält sie sich zu anderen Figuren?
Wichtig ist, dass Du Deine Aussagen mit einer Textstelle belegst.
Beispiel: Noah wirkt nervös. Das erkennt man daran, dass er „hektisch“ jedes Fach seines Rucksacks öffnet.
So entsteht eine einfache Aussage mit Beleg: Behauptung + Textbeleg + Erklärung.
Direkte Rede und Dialog
Wenn Figuren miteinander sprechen, kann ihre Rede direkt wiedergegeben werden.
Beispiel: Ben sagte: „Der Bus kommt!“
Diese Form heißt direkte Rede oder wörtliche Rede.
Ein Gespräch zwischen zwei oder mehreren Figuren heißt Dialog.
Dialoge können zeigen:
- wie Figuren miteinander umgehen,
- was Figuren wollen,
- ob ein Streit oder Konflikt entsteht,
- welche Gefühle eine Figur zeigt.
Erzählerbericht, Beschreibung und Gedanken
Ein Erzähltext kann auf verschiedene Arten gestaltet sein.
Erzählerbericht: Der Erzähler berichtet, was geschieht.
Beispiel: „Lea ging über den Hof und setzte sich auf die Mauer.“
Beschreibung: Ein Ort, eine Person oder ein Gegenstand wird genauer dargestellt.
Beispiel: „Die alte Mauer war feucht, dunkel und mit Moos bedeckt.“
Direkte Rede: Eine Figur spricht.
Beispiel: „Kommst du mit?“, fragte Tom.
Gedankenwiedergabe: Du erfährst, was eine Figur denkt.
Beispiel: Lea dachte: Hoffentlich fragt er nicht noch einmal.

Markierübung: Verwende für die vier Formen vier verschiedene Farben und markiere in einem Erzähltext jeweils ein Beispiel.
Zeit im Erzähltext
Geschichten spielen in einer bestimmten Zeit. Die Ereignisse können in ihrer normalen Reihenfolge erzählt werden. Manchmal springt ein Text aber auch zurück oder voraus.
Rückblende: Der Text erzählt etwas, das früher passiert ist.
Vorausdeutung: Der Text gibt einen Hinweis auf etwas, das später passieren könnte.
Beispiel Rückblende: „Als Mia den Pokal sah, erinnerte sie sich an ihr erstes Training vor drei Jahren.“
Beispiel Vorausdeutung: „Noch wusste sie nicht, wie wichtig dieser Zettel später werden würde.“
Für das G-Niveau reicht zunächst die Frage: Wird alles der Reihe nach erzählt oder gibt es einen Zeitsprung?
Kurzgeschichte als wichtige Form der Prosa
Eine Kurzgeschichte ist eine kurze erzählende Form. Häufig treten einige typische Merkmale auf:
- ein kurzer Ausschnitt aus dem Leben,
- wenige Figuren,
- ein alltägliches oder überschaubares Ereignis,
- ein schneller oder unmittelbarer Einstieg,
- ein wichtiges Problem oder ein Wendepunkt,
- eine knappe Sprache,
- ein Schluss, der manchmal offen bleibt.
Diese Merkmale sind typisch, aber nicht jede Kurzgeschichte muss alle Merkmale besitzen.
Leseauftrag zum Video: Vergleiche die genannten Kurzgeschichtenmerkmale mit der Liste oben. Welche Begriffe sind gleich oder ähnlich?
Offenes und geschlossenes Ende
Ein geschlossenes Ende klärt die wichtigsten Fragen der Handlung.
Beispiel: Noah findet den Schlüssel und kann später die Wohnung betreten. Das zentrale Problem ist gelöst.
Ein offenes Ende lässt wichtige Fragen unbeantwortet. Du musst selbst überlegen, wie es weitergehen könnte.
Beispiel: „Lea las die Nachricht ein zweites Mal. Dann steckte sie das Handy weg und ging los.“
Hier weißt Du noch nicht, wohin Lea geht und was sie tun wird.
Verständnisfrage: Welche Wirkung kann ein offenes Ende auf Dich als Leser oder Leserin haben?
Textstellen als Belege nutzen
Wenn Du etwas über einen Prosatext erklärst, reicht eine Vermutung allein nicht aus. Du solltest zeigen, woran im Text Du Deine Aussage erkennst.
Beispielaufgabe: „Zeige, dass Mira zuerst erleichtert ist.“
Antwort: Mira ist zuerst erleichtert. Das erkennt man an ihrer Äußerung „Geschafft“.
Eine gute kurze Antwort kann also aus drei Teilen bestehen:
- Aussage,
- Beleg,
- Erklärung.
Satzstarter: „Die Figur wirkt …, weil …“ „Das erkennt man an der Textstelle …“ „Der Wendepunkt liegt dort, wo …“ „Der Erzähler ist ein …, denn …“
Einen Prosatext Schritt für Schritt lesen

Eine einfache Lesestrategie hilft Dir besonders bei Klassenarbeiten.
- Erster Lesedurchgang: Verstehe grob, worum es geht.
- Zweiter Lesedurchgang: Markiere Figuren, Orte und wichtige Ereignisse.
- Problem finden: Formuliere den zentralen Konflikt in einem Satz.
- Wendepunkt suchen: Wo verändert sich die Situation?
- Erzähler bestimmen: Ich-Erzähler, personal oder auktorial?
- Belege sichern: Suche passende Wörter oder kurze Textstellen.
- Antwort formulieren: Schreibe vollständige Sätze.
Videoauftrag: Achte darauf, welche Mittel eine Erzählung spannend und lebendig machen können. Wähle zwei Mittel aus und probiere sie später in einer eigenen Mini-Geschichte aus.
Leseübung: Die Nachricht
Die Nachricht
Emil saß in der letzten Reihe des Busses. Draußen zog der Regen graue Streifen über die Scheibe.
Sein Handy vibrierte.
„Training fällt aus“, stand in der Teamgruppe.
Emil atmete auf. Mathe lag noch ungeöffnet in seinem Rucksack, und morgen sollte der Test geschrieben werden.
Dann kam eine zweite Nachricht.
„Trainer sagt: Wir treffen uns stattdessen online. Kamera an. Beginn in zehn Minuten.“
Emil sah auf den fast leeren Akku seines Handys.
Drei Prozent.
Der Bus hielt.
Emil sprang auf.
Kurze Aufgaben:
- Formuliere das Problem in einem Satz.
- Markiere die Stelle, an der sich Emils Situation erneut verändert.
- Nenne zwei Gefühle, die Emil im Verlauf des Textes haben könnte.
- Belege eines dieser Gefühle mit einer Textstelle.
- Überlege, ob das Ende offen oder geschlossen ist.
Fachbegriffe im Überblick
| Fachbegriff | Einfache Erklärung |
|---|---|
| Prosa | Sprache in Sätzen und Absätzen, normalerweise ohne festes Versmaß |
| Erzähltext | Text, in dem ein Geschehen erzählt wird |
| Handlung | Folge der Ereignisse |
| Figur | handelnde Person oder handelndes Wesen |
| Hauptfigur | besonders wichtige Figur der Handlung |
| Erzähler | Stimme, die die Geschichte vermittelt |
| Erzählperspektive | Sichtweise, aus der erzählt wird |
| Ich-Erzähler | Erzähler, der als „ich“ Teil der Geschichte ist |
| Personaler Erzähler | Erzähler, der nah bei einer bestimmten Figur bleibt |
| Auktorialer Erzähler | Erzähler, der mehr wissen kann als einzelne Figuren |
| Konflikt | Problem oder Gegensatz in der Handlung |
| Wendepunkt | wichtige Stelle, an der sich die Situation verändert |
| Dialog | Gespräch zwischen Figuren |
| Direkte Rede | wörtlich wiedergegebene Äußerung einer Figur |
| Rückblende | Sprung zu einem früheren Ereignis |
| Offenes Ende | Schluss, bei dem wichtige Fragen offenbleiben |
Historischer Blick auf Bücher und Erzählen
Menschen erzählen Geschichten seit sehr langer Zeit. Bevor Geschichten gedruckt oder digital verbreitet wurden, wurden sie mündlich weitergegeben oder handschriftlich festgehalten.

Auch die Formen des Erzählens haben sich verändert. Heute findest Du Prosatexte nicht nur in gedruckten Büchern, sondern auch in E-Books, Blogs, Online-Magazinen oder digitalen Erzählformaten. Die Grundfragen bleiben jedoch ähnlich: Wer erzählt? Von wem handelt die Geschichte? Was geschieht? Wie wird Spannung erzeugt?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet Prosa im grundlegenden Sinn? (Sprache ohne festes Versmaß) (!Eine Gedichtform mit Reimschema) (!Eine Theateraufführung) (!Eine Liste ohne Sätze)
Welche Aussage über Autor und Erzähler ist richtig? (Der Autor ist die wirkliche schreibende Person und der Erzähler ist die Stimme im Text) (!Autor und Erzähler sind immer dieselbe Person) (!Der Erzähler ist immer die Hauptfigur) (!Der Autor kommt immer als Figur vor)
Woran erkennst Du einen Ich-Erzähler besonders leicht? (Er erzählt häufig mit ich) (!Er kennt immer alle Gedanken aller Figuren) (!Er spricht nur in Dialogen) (!Er erzählt immer in Reimen)
Was ist die Handlung eines Erzähltextes? (Die Folge der Ereignisse) (!Nur die Beschreibung des Ortes) (!Der Name des Autors) (!Die Seitenzahl des Textes)
Was ist ein Wendepunkt? (Eine wichtige Stelle an der sich die Situation verändert) (!Der Titel einer Geschichte) (!Die erste Zeile eines Textes) (!Eine Erklärung unter einem Bild)
Was ist ein Dialog? (Ein Gespräch zwischen Figuren) (!Eine Beschreibung des Wetters) (!Eine Liste von Fachbegriffen) (!Ein Abschnitt ohne Figuren)
Was kennzeichnet ein offenes Ende? (Wichtige Fragen bleiben unbeantwortet) (!Alle Probleme werden vollständig gelöst) (!Die Geschichte beginnt noch einmal) (!Der Text wechselt automatisch zum Gedicht)
Was tut ein personaler Erzähler? (Er bleibt beim Wahrnehmen und Erleben meist nah an einer Figur) (!Er verwendet immer die Ich-Form) (!Er kennt zwingend die Zukunft aller Figuren) (!Er schreibt den Namen des Autors in jeden Satz)
Welche Aufgabe hat ein Textbeleg? (Er zeigt woran eine Aussage im Text erkennbar ist) (!Er ersetzt das Lesen des Textes) (!Er nennt nur die Seitenzahl) (!Er macht aus Prosa ein Gedicht)
Welche Form gehört zu erzählender Prosa? (Kurzgeschichte) (!Reimschema) (!Bühnenanweisung) (!Strophe)
Memory
| Prosa | ungebundene Sprache |
| Erzähler | Stimme im Text |
| Handlung | Folge von Ereignissen |
| Hauptfigur | zentrale Person der Geschichte |
| Wendepunkt | wichtige Veränderung |
| Dialog | Gespräch zwischen Figuren |
| Rückblende | Blick auf ein früheres Ereignis |
| Textbeleg | Nachweis für eine Aussage |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Ich-Erzähler | erzählt als Figur mit ich |
| Personaler Erzähler | bleibt nah bei einer bestimmten Figur |
| Auktorialer Erzähler | kann mehr wissen als die Figuren |
| Konflikt | zentrales Problem der Handlung |
| Wendepunkt | entscheidende Veränderung im Geschehen |
Kreuzworträtsel
| Erzähler | Wie heißt die Stimme, die eine Geschichte vermittelt? |
| Handlung | Wie nennt man die Folge der Ereignisse in einer Geschichte? |
| Dialog | Wie heißt ein Gespräch zwischen Figuren? |
| Konflikt | Wie nennt man ein zentrales Problem oder einen Gegensatz? |
| Rückblende | Wie heißt der Sprung zu einem früheren Ereignis? |
| Wendepunkt | Wie heißt eine entscheidende Veränderung in der Handlung? |
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Lückentext
Kurze Lese-, Markier- und Verständnisstationen
Station 1: Figuren finden
Text: Samira schob ihr Fahrrad durch das Schultor. Vor der Turnhalle wartete Luca bereits auf sie. „Du bist spät“, sagte er. Samira zeigte auf den platten Reifen.
Auftrag: Markiere alle Figuren. Unterstreiche danach die Textstelle, die erklärt, warum Samira spät ist.
Station 2: Problem erkennen
Text: Ben öffnete seine Präsentation. Auf dem Bildschirm erschien nur eine Fehlermeldung. In fünf Minuten sollte er vorne stehen.
Auftrag: Formuliere das Problem in höchstens zehn Wörtern.
Station 3: Perspektive erkennen
Text A: Ich konnte meine Sporttasche nirgends finden.
Text B: Elif konnte ihre Sporttasche nirgends finden. Sie wurde langsam nervös.
Text C: Elif suchte noch im Flur. Sie ahnte nicht, dass ihr Bruder die Tasche längst ins Auto gelegt hatte.
Auftrag: Ordne zu: Ich-Erzähler, personaler Erzähler, auktorialer Erzähler.
Station 4: Wendepunkt markieren
Text: Tarek suchte seit zehn Minuten nach seinem Arbeitsblatt. Er öffnete jede Mappe zweimal. Dann drehte seine Sitznachbarin das Blatt um, das vor ihm auf dem Tisch lag. „Meinst du das hier?“ Tarek lachte.
Auftrag: Markiere den Satz, an dem sich die Situation verändert.
Station 5: Offenes Ende verstehen
Text: Jana stand vor der Tür des Proberaums. Drinnen hörte sie Stimmen. Sie hob die Hand zum Klopfen, ließ sie wieder sinken und las die Nachricht noch einmal. Dann drückte sie die Klinke herunter.
Auftrag: Nenne zwei Fragen, die am Ende offenbleiben.
Station 6: Belege finden
Text: Malik sah zum dritten Mal auf die Uhr. Sein Fuß wippte unter dem Tisch. Als die Tür endlich aufging, sprang er sofort auf.
Auftrag: Zeige mit zwei Textbelegen, dass Malik unruhig oder angespannt ist.
Offene Aufgaben
Leicht
- Figurenkarte: Erstelle zu Mira aus „Der falsche Bus“ eine Figurenkarte mit Verhalten, Gefühlen und zwei Textbelegen.
- Comic zum Wendepunkt: Zeichne vier Bilder zu „Der Schlüssel“. Das dritte Bild soll den Wendepunkt zeigen.
- Perspektivwechsel: Schreibe fünf Sätze aus „Der falsche Bus“ aus Miras Ich-Perspektive neu.
- Offenes Ende: Schreibe zu „Die Nachricht“ eine mögliche Fortsetzung mit höchstens 120 Wörtern.
Standard
- Mini-Kurzgeschichte: Schreibe eine kurze Geschichte über ein Missverständnis im Schulalltag. Nutze eine Hauptfigur, ein Problem und einen Wendepunkt.
- Markierplan: Entwickle ein Farbsystem zum Markieren von Figuren, Problemen, Wendepunkten, direkter Rede und Textbelegen. Teste es an einem Erzähltext.
- Erzählperspektive vergleichen: Schreibe dieselbe kurze Szene einmal als Ich-Erzähler und einmal mit personalem Erzähler. Erkläre anschließend die unterschiedliche Wirkung.
- Hörgeschichte: Nimm eine selbst geschriebene Geschichte als Audio auf. Achte auf deutliches Sprechen, passende Pausen und Spannung.
Schwer
- Kurzgeschichte untersuchen: Wähle eine kurze Erzählung aus einem Schulbuch oder einer frei zugänglichen Quelle. Untersuche Handlung, Figuren, Erzählperspektive, Wendepunkt und Ende.
- Interview zum Lesen: Befrage mindestens drei Personen dazu, welche erzählenden Prosatexte sie gern lesen. Fasse Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammen.
- Video-Erklärung: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Lernvideo zu den Begriffen Erzähler, Erzählperspektive, Konflikt und Wendepunkt.
- Eigener aiMOOC-Baustein: Erstelle zu einem selbst verfassten Prosatext drei Verständnisfragen, eine Zuordnungsaufgabe und eine Markieraufgabe mit Lösungen.


Lernkontrolle
- Perspektivwechsel erklären: Ein Text wird vom Ich-Erzähler in einen personalen Erzähler umgeschrieben. Erkläre, welche Informationen gleich bleiben können und welche Wirkung sich verändert.
- Textbelege bewerten: Zwei Lernende behaupten, eine Figur sei nervös. Eine Person nennt nur ihre Meinung, die andere zitiert eine passende Textstelle. Erkläre, welche Antwort überzeugender ist und warum.
- Wendepunkt begründen: Lies einen kurzen unbekannten Erzähltext und bestimme den Wendepunkt. Begründe Deine Wahl mit mindestens einem Textbeleg.
- Offenes Ende deuten: Erkläre bei einem offenen Ende zwei mögliche Fortsetzungen und zeige, welche Hinweise im Text jeweils dafür sprechen.
- Figurenverhalten übertragen: Vergleiche die Entscheidung einer Figur mit einer ähnlichen Alltagssituation. Erkläre, welche Folgen eine andere Entscheidung haben könnte.
- Spannung untersuchen: Untersuche, wie kurze Sätze, direkte Rede oder verzögerte Informationen die Spannung eines Textes verändern.
- Textsorte prüfen: Entscheide bei einem unbekannten Text, ob typische Merkmale einer Kurzgeschichte vorliegen. Begründe Deine Einschätzung und berücksichtige, dass nicht jedes Merkmal vorhanden sein muss.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu D9 G - Prosatexte ist wichtig, dass Du zeigen kannst, dass Du einen kurzen erzählenden Prosatext nicht nur gelesen, sondern verstanden und untersucht hast.
- Du kannst den Inhalt eines kurzen Prosatextes in eigenen Worten wiedergeben.
- Du kannst Hauptfiguren und wichtige Nebenfiguren benennen.
- Du kannst ein zentrales Problem oder einen Konflikt erkennen.
- Du kannst wichtige Stationen der Handlung ordnen.
- Du kannst einen Wendepunkt bestimmen und begründen.
- Du kannst Ich-Erzähler, personalen Erzähler und auktorialen Erzähler an einfachen Beispielen unterscheiden.
- Du kannst Autor und Erzähler auseinanderhalten.
- Du kannst direkte Rede und Dialog erkennen.
- Du kannst ein offenes und ein geschlossenes Ende unterscheiden.
- Du kannst Aussagen über Figuren oder Handlung mit passenden Textstellen belegen.
- Du kannst eine kurze eigene Erzählung mit Figur, Problem und Entwicklung verfassen.
- Du kannst verständlich erklären, wie Erzählperspektive oder sprachliche Gestaltung auf Leserinnen und Leser wirken.
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