D9 E - Materialgestützt argumentieren

D9 E - Materialgestützt argumentieren
D9 E - Materialgestützt argumentieren
Einleitung
Beim materialgestützten Argumentieren entwickelst Du eine eigene, begründete Position zu einer strittigen Frage. Anders als bei einer reinen Erörterung arbeitest Du nicht nur mit Deinem Vorwissen: Du wertest unterschiedliche Materialien aus, prüfst ihre Quellen, vergleichst Aussagen, erkennst Interessen und wählst genau die Informationen aus, die für Deine Schreibabsicht wichtig sind.
Auf dem E-Niveau der Klasse 9 reicht es deshalb nicht, Materialien nur zusammenzufassen. Du sollst zeigen, dass Du sie erschließen, gewichten, miteinander verknüpfen und für eine eigenständige Argumentation nutzen kannst. Deine Leserinnen und Leser sollen jederzeit nachvollziehen können, warum Du zu Deiner Position kommst und worauf Du Dich stützt.
Dieser aiMOOC führt Dich schrittweise von der Materialerschließung bis zu einer differenzierten Stellungnahme. Als durchgehendes Übungsbeispiel dient die Leitfrage:
Soll unsere Schule smartphonefreie Lernzeiten einführen?
An dieser Frage kannst Du besonders gut üben, wie unterschiedlich belastbar Materialien sein können: Eine aktuelle wissenschaftsnahe Studie ist anders zu bewerten als eine einzelne Schülermeinung, ein Foto oder eine ältere Grafik.

Das Foto zeigt Lernende in einem Klassenraum. Ein Bild kann eine Situation anschaulich machen, beantwortet aber noch nicht die Frage, welche Regelung pädagogisch sinnvoll ist. Genau diese Unterscheidung zwischen Veranschaulichung und Beleg ist beim materialgestützten Argumentieren wichtig.
Deine Kompetenzen am Ende des aiMOOC
Du kannst am Ende
- Aufgabenstellungen nach Thema, Schreibziel, Adressat und Textsorte erschließen.
- Quellen nach Autorenschaft, Aktualität, Absicht, Beleglage und Relevanz prüfen.
- kontinuierliche und diskontinuierliche Materialien wie Sachtexte, Tabellen, Statistiken, Fotos und Videos auswerten.
- Informationen nach ihrer Aussagekraft für eine konkrete Leitfrage gewichten.
- aus Materialien eigenständige Argumente mit Behauptung, Begründung, Beleg und Rückbindung entwickeln.
- Gegenargumente fair darstellen und differenziert entkräften oder teilweise anerkennen.
- Quellen paraphrasierend und nachvollziehbar in einen eigenen Text einbauen.
- eine schlüssige, adressatenbezogene und belegte Argumentation verfassen.
Was bedeutet materialgestützt?
Materialgestützt bedeutet: Dein Text wird durch bereitgestellte oder selbst recherchierte Materialien fachlich abgesichert. Die Materialien liefern Dir Informationen, Beispiele, Daten und Perspektiven. Sie schreiben Dir aber nicht Deine Meinung vor.
Ein guter materialgestützter Text ist deshalb weder eine Materialzusammenfassung noch eine Aneinanderreihung von Zitaten. Die Materialien sind Werkzeuge für Deine eigene Gedankenführung.
Der Landesbildungsserver Baden-Württemberg beschreibt als typisch, dass verschiedene Materialien wie journalistische Texte, Sachtexte, Karikaturen oder Grafiken aufeinander bezogen und selektiv nach dem Schreibziel genutzt werden. Gerade in der Sekundarstufe I soll diese Verbindung von Lesen und Schreiben schrittweise aufgebaut werden.
Quelle: Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Materialgestütztes Schreiben
Das frei lizenzierte Planet-Schule-Video erklärt materialgestütztes Argumentieren und unterscheidet unter anderem Erörterung und Kommentar. Beobachte beim Ansehen besonders, wie Materialinformationen in eigene Argumente eingebaut werden.
Die Schreibaufgabe richtig erschließen
Bevor Du ein einziges Material auswertest, musst Du klären, wofür Du schreibst. Eine Information kann für eine Schulkonferenz wichtig, für einen Leserbrief aber nebensächlich sein.
Vier Leitfragen zur Aufgabenstellung
| Frage | Was Du klären musst | Beispiel zur Smartphone-Leitfrage |
|---|---|---|
| Thema | Worüber wird gestritten? | Smartphone-Nutzung während schulischer Lernzeiten |
| Adressat | Wer liest Deinen Text? | Schulkonferenz mit Lernenden, Eltern und Lehrkräften |
| Ziel | Was soll Dein Text erreichen? | zu einer begründeten Entscheidung beitragen |
| Textsorte | Wie sollst Du schreiben? | differenzierte Stellungnahme |
Merksatz: Erst wenn Du Schreibsituation und Ziel kennst, kannst Du entscheiden, welches Material wirklich relevant ist.
Operatoren verstehen
Erschließen bedeutet mehr als Abschreiben: Du erkennst Kernaussagen, Zusammenhänge, Perspektiven und wichtige Details.
Gewichten bedeutet: Du beurteilst, welche Information für die Leitfrage besonders tragfähig ist und warum.
Argumentieren bedeutet: Du entwickelst aus Informationen eine begründete Position.
Belegen bedeutet: Du machst deutlich, auf welche Quelle, welches Datum, welche Zahl oder welches Beispiel Du Dich stützt.
Materialien erschließen
Materialien können sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Du brauchst deshalb je nach Materialart verschiedene Lesestrategien.
Kontinuierliche Texte
Zu kontinuierlichen Texten gehören beispielsweise Sachtexte, Kommentare, Interviews, Pressemitteilungen oder Studienzusammenfassungen. Lies sie nicht einfach nur von Anfang bis Ende, sondern markiere gezielt:
- Kernaussage des Textes
- wichtige Gründe oder Belege
- Position oder Interessen der Verfassenden
- Einschränkungen und offene Fragen
- Informationen, die direkt zur Leitfrage passen
Diskontinuierliche Materialien
Statistiken, Tabellen, Diagramme, Infografiken, Karten und Schaubilder verlangen eine andere Vorgehensweise. Prüfe:
- Was wird gemessen oder dargestellt?
- Wer oder was wurde untersucht?
- Welcher Zeitraum gilt?
- Welche Einheit wird verwendet?
- Gibt es einen Vergleichswert?
- Zeigt die Grafik nur einen Zusammenhang oder tatsächlich eine Ursache?
Eine Zahl wirkt oft besonders überzeugend. Trotzdem ist eine Zahl nur so belastbar wie ihre Erhebung und ihre Einordnung.
Fotos und Bilder
Ein Foto kann einen konkreten Zustand zeigen, aber daraus folgt nicht automatisch eine allgemeine Aussage.

Dieses 2017 auf Wikimedia Commons veröffentlichte Foto zeigt ein Aufbewahrungssystem für Mobiltelefone an einer High School. Es eignet sich als Beispiel dafür, wie eine Regel praktisch umgesetzt werden kann. Es belegt jedoch nicht, dass eine solche Regel zu besseren Lernergebnissen führt.
Quelle und Lizenzinformationen: Wikimedia Commons: Mobile phone cage in high school.jpg
Videos als Material
Videos können erklären, kommentieren, dokumentieren oder emotionalisieren. Halte beim Auswerten an entscheidenden Stellen an und notiere:
- Wer spricht?
- Welche Behauptung wird aufgestellt?
- Welche Belege werden genannt?
- Was ist Beobachtung, was Interpretation?
- Welche Bild- oder Tonwirkung beeinflusst Deine Wahrnehmung?
Das Planet-Schule-Video „Achtung Fake News!“ zeigt unter anderem, wie Du Informationen durch weitere seriöse Quellen und Bilderrückwärtssuche überprüfen kannst. Übertrage diese Prüfschritte auf Deine Materialarbeit.
Quellen kritisch prüfen
Eine Quelle ist nicht automatisch gut, nur weil sie professionell aussieht. Umgekehrt ist eine persönliche Erfahrung nicht wertlos. Entscheidend ist, für welche Aussage Du eine Quelle verwenden willst.

Die Quellenprüfung mit sechs Fragen
| Prüffrage | Woran Du erkennst, ob die Quelle tragfähig ist |
|---|---|
| Wer? | Ist Autor, Institution oder Herausgeber erkennbar und fachlich einzuordnen? |
| Wann? | Ist das Material für die aktuelle Frage zeitlich passend? |
| Wozu? | Will die Quelle informieren, überzeugen, werben, unterhalten oder mobilisieren? |
| Worauf gestützt? | Werden Daten, Untersuchungen, Originalquellen oder überprüfbare Belege genannt? |
| Wie ausgewogen? | Werden Grenzen, Gegenargumente oder Unsicherheiten sichtbar? |
| Wie relevant? | Hilft die Information tatsächlich bei der konkreten Schreibfrage? |
Eine Quelle kann bei einer dieser Fragen schwächer sein und trotzdem nützlich bleiben. Ein Schülerzitat kann zum Beispiel eine Perspektive zeigen, auch wenn es keine allgemeine Aussage über alle Jugendlichen erlaubt.
Quelle und Information getrennt bewerten
Bewerte niemals nur das Logo oder den Namen einer Institution. Prüfe auch die konkrete Aussage.
Beispiel: Eine internationale Studie kann methodisch stark sein. Wenn ihre Daten jedoch aus dem Jahr 2011 stammen und Du eine Situation im Jahr 2026 beurteilen sollst, ist sie für aktuelle Nutzungsgewohnheiten nur eingeschränkt geeignet.
Umgekehrt kann ein aktueller Erfahrungsbericht sehr nah am Schulalltag sein, aber keine repräsentativen Aussagen liefern.
Korrelation ist nicht automatisch Ursache
Wenn zwei Dinge gemeinsam auftreten, bedeutet das nicht automatisch, dass das eine das andere verursacht.
Wenn Schülerinnen und Schüler, die sich häufig digital abgelenkt fühlen, im Durchschnitt schwächere Testergebnisse haben, ist das zunächst ein Zusammenhang. Andere Faktoren können ebenfalls eine Rolle spielen. Formuliere deshalb vorsichtig:
Stark: „Die Daten zeigen einen Zusammenhang zwischen berichteter digitaler Ablenkung und niedrigeren Mathematikleistungen.“
Zu stark: „Smartphones verursachen eindeutig schlechtere Noten.“
Informationen gewichten
Auf E-Niveau sollst Du nicht jedes Material gleich behandeln. Du musst begründen, warum eine Information für Deine Argumentation stärker oder schwächer ist.
Das A-B-C-Modell der Gewichtung
| Gewicht | Bedeutung | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| A – tragender Beleg | aktuell, relevant, nachvollziehbar erhoben, für die Aussage besonders aussagekräftig | zentrale Begründung eines Arguments |
| B – stützender Hinweis | brauchbar, aber begrenzt verallgemeinerbar oder indirekt passend | Ergänzung, Beispiel, Perspektive |
| C – Kontext oder Illustration | anschaulich, aber nicht geeignet, eine allgemeine Behauptung zu beweisen | Einstieg, Veranschaulichung, Denkanstoß |
Wichtig: Diese Buchstaben sind keine festen Qualitätsstempel. Eine Quelle kann für eine Aussage A und für eine andere nur C sein.
Relevanz vor Materialmenge
Eine überzeugende Argumentation verwendet nicht möglichst viele Materialien, sondern die passendsten. Zwei gut ausgewertete Belege können stärker sein als sechs nur erwähnte Materialien.
Prüfe deshalb bei jeder Notiz:
Welche Behauptung kann ich damit wirklich stützen?
Wenn Du diese Frage nicht klar beantworten kannst, gehört die Information vielleicht nicht in Deinen Text.
Vom Material zum Argument
Ein Material liefert Dir noch kein fertiges Argument. Du musst die Information in Deine eigene Gedankenführung einbauen.
Das B-B-B-R-Schema
| Schritt | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Behauptung | Was vertrete ich? | Smartphonefreie Phasen können konzentriertes Arbeiten erleichtern. |
| Begründung | Warum ist das plausibel? | Benachrichtigungen und parallele private Nutzung unterbrechen Aufmerksamkeit. |
| Beleg | Welches Material stützt das? | OECD/PISA berichtet über häufige digitale Ablenkung im Mathematikunterricht. |
| Rückbindung | Was folgt daraus für die Leitfrage? | Deshalb spricht einiges für klar begrenzte smartphonefreie Lernzeiten statt dauernder Verfügbarkeit. |
Ein starkes Argument endet nicht beim Beleg. Die Rückbindung erklärt, warum der Beleg für Deine konkrete Position wichtig ist.
Gegenargumente einbeziehen
Differenziertes Argumentieren bedeutet nicht, die Gegenseite möglichst schlecht aussehen zu lassen. Nimm ein starkes Gegenargument ernst.
Gegenargument: Smartphones können für Recherche, Übersetzung, Lernapps oder Dokumentation sinnvoll sein.
Abwägung: Deshalb wäre ein vollständiges Verbot während des gesamten Schultags zu pauschal.
Differenzierte Folgerung: Sinnvoller könnten klar definierte smartphonefreie Lernphasen sein, in denen Lehrkräfte Ausnahmen für Unterrichtszwecke erlauben.
So entsteht keine Schwarz-Weiß-Position, sondern eine Lösung, die mehrere Interessen berücksichtigt.
Quellen in den eigenen Text einbauen
Beim materialgestützten Argumentieren soll Dein Text eigenständig bleiben. Deshalb ist die Paraphrase meist wichtiger als das lange direkte Zitat.
Paraphrasieren
Paraphrasieren bedeutet, eine Information in eigenen Worten wiederzugeben und trotzdem die Quelle kenntlich zu machen.
Materialinformation: Rund 30 Prozent der Jugendlichen berichten, morgens oft müde zu sein, weil sie ihr Smartphone nachts zu spät weglegen.
Im eigenen Text: „Die JIM-Studie 2025 weist darauf hin, dass die Smartphone-Nutzung auch den Tagesrhythmus beeinflussen kann: Rund drei von zehn Befragten berichten von morgendlicher Müdigkeit wegen zu später Handynutzung.“
So bleibt Deine Formulierung eigenständig und die Herkunft der Information nachvollziehbar.
Geeignete Quellenverweise
Du kannst Quellen im Fließtext knapp einbinden:
„Nach Angaben der JIM-Studie 2025 …“
„Die OECD berichtet für PISA 2022 …“
„Das Foto auf Wikimedia Commons veranschaulicht …“
„Die Schülerstimmen aus Material 6 zeigen unterschiedliche Perspektiven, sind aber nicht repräsentativ.“
Solche Formulierungen zeigen nicht nur woher eine Information stammt, sondern oft auch welche Art von Material Du verwendest.
Arbeitsprozess in sieben Schritten
| Schritt | Arbeitsauftrag | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1. Auftrag klären | Thema, Adressat, Ziel und Textsorte markieren | Schreibplan |
| 2. Materialien überfliegen | Materialarten und Quellen erfassen | Überblick |
| 3. gezielt erschließen | Kernaussagen, Daten, Perspektiven notieren | Materialnotizen |
| 4. Quellen prüfen | Aktualität, Absicht, Beleglage und Relevanz bewerten | Quellenurteil |
| 5. Informationen gewichten | A-, B- und C-Funktion für die Leitfrage vergeben | Prioritäten |
| 6. Argumente bauen | Behauptung, Begründung, Beleg, Rückbindung und Gegenargumente ordnen | Gliederung |
| 7. Schreiben und prüfen | adressatenbezogen formulieren, Quellen kenntlich machen, Übergänge und Schluss prüfen | fertige Stellungnahme |
Materialdossier: Smartphonefreie Lernzeiten?
Schreibsituation: Die Schulkonferenz diskutiert, ob während längerer Einzelarbeits-, Übungs- und Prüfungsphasen Smartphones grundsätzlich außer Reichweite liegen sollen. Für ausdrücklich von der Lehrkraft angeordnete Lernzwecke wären Ausnahmen möglich.
Schreibauftrag: Verfasse eine differenzierte Stellungnahme für die Schulkonferenz. Erschließe die Materialien, gewichte ihre Aussagekraft, entwickle eine eigene Position und belege sie nachvollziehbar. Gehe mindestens auf ein starkes Gegenargument ein.
Material 1: JIM-Studie 2025 – Smartphone im Jugendalltag
Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest untersucht regelmäßig den Medienalltag von 12- bis 19-Jährigen in Deutschland. Die JIM-Studie 2025 berichtet unter anderem:
| Befund | Wert | Mögliche Bedeutung für die Leitfrage |
|---|---|---|
| Jugendliche mit eigenem Smartphone | 95 % | Das Gerät gehört für fast alle zum Alltag. |
| regelmäßige Smartphone-Nutzung | 98 % | Schulregeln betreffen eine sehr verbreitete Alltagspraxis. |
| durchschnittliche tägliche Smartphone-Bildschirmzeit | knapp 4 Stunden | Die Nutzungsintensität ist hoch; die Zahl sagt aber noch nichts über konkrete Unterrichtsstörungen. |
| morgens oft müde wegen zu später Smartphone-Nutzung | rund 30 % | Selbstregulation kann bei einem Teil der Jugendlichen schwierig sein. |
Quellenart: regelmäßig durchgeführte Jugendmedienstudie
Stärke: aktuelle Daten mit direktem Bezug zu Jugendlichen in Deutschland
Grenze: allgemeine Alltagsnutzung ist nicht identisch mit Nutzung in einer bestimmten Schule oder Unterrichtssituation
Quelle: JIM-Studie 2025, Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
Material 2: OECD/PISA 2022 – Digitale Ablenkung im Unterricht
PISA 2022 befragte Schülerinnen und Schüler in vielen Bildungssystemen auch zu digitaler Ablenkung. Im OECD-Durchschnitt berichteten ungefähr 30 Prozent, dass sie sich in den meisten oder allen Mathematikstunden durch die eigene Nutzung digitaler Geräte ablenken lassen. Rund 25 Prozent berichteten entsprechende Ablenkung durch andere Schülerinnen und Schüler. Lernende, die Ablenkung durch andere digitale Gerätenutzung wahrnahmen, erzielten im Durchschnitt niedrigere Mathematikleistungen; die OECD betont damit einen Zusammenhang, nicht automatisch eine eindeutige Ursache.
Die OECD weist zugleich darauf hin, dass digitale Geräte bei gezielter Lernnutzung nützlich sein können. Handyverbote können Ablenkung verringern, ihre Wirkung hängt jedoch von Umsetzung und Kontext ab; außerdem bleibt die Entwicklung selbstregulierter Nutzung wichtig.
Quellenart: internationale Bildungsstudie und institutionelle Auswertung
Stärke: große Vergleichsstudie, differenzierte Betrachtung von Lernnutzung und Freizeitnutzung
Grenze: Ergebnisse aus Mathematikunterricht und internationalen Durchschnittswerten lassen sich nicht eins zu eins auf jede einzelne Schule übertragen
Quelle: OECD: PISA 2022 Results, digitale Ablenkung
Material 3: Historische Grafik – Handys in der Schule

Die Grafik wurde 2011 veröffentlicht und vergleicht Anteile von Jugendlichen, die ihr Telefon trotz unterschiedlicher schulischer Regeln mitbringen.
Arbeitswert: Du kannst daran Diagrammlesen und Quellenkritik üben.
Wichtig für die Gewichtung: Für eine aktuelle Argumentation im Jahr 2026 ist die Grafik nur eingeschränkt belastbar, weil sich Smartphone-Verbreitung, Gerätefunktionen und Nutzungsgewohnheiten stark verändert haben können. Genau deshalb darfst Du eine anschauliche Grafik nicht automatisch als starken aktuellen Beleg behandeln.
Quelle: Wikimedia Commons: Phonesatschool.png
Material 4: Foto – Aufbewahrung von Smartphones

Das Foto zeigt eine praktische Möglichkeit, Mobiltelefone während der Schulzeit aufzubewahren.
Mögliche Nutzung im Argument: Beispiel für Umsetzbarkeit.
Nicht zulässige Schlussfolgerung: „Weil es dieses Aufbewahrungssystem gibt, verbessert es nachweislich die Konzentration.“ Das Foto enthält keinen Wirksamkeitsnachweis.
Material 5: Foto – Smartphone als Lernwerkzeug

Das 2024 veröffentlichte, unter CC0 freigegebene Foto zeigt eine Lehrkraft, die Schülerinnen und Schülern etwas auf einem Smartphone zeigt.
Mögliche Nutzung im Argument: Smartphones können auch gezielt als Lern- und Demonstrationswerkzeuge eingesetzt werden.
Grenze: Auch dieses Foto beweist keine allgemeine Lernwirkung.
Quelle: Wikimedia Commons
Material 6: Drei Schülerstimmen – didaktisch konstruiert
Die folgenden Aussagen sind für diesen aiMOOC konstruiert und keine empirischen Studienergebnisse:
| Stimme | Aussage | Quellenwert |
|---|---|---|
| Mira, 15 | „Wenn mein Handy im Rucksack bleibt, schaue ich trotzdem bei jeder Vibration hin. Mir hilft es, wenn es während einer Arbeitsphase gesammelt weggelegt wird.“ | persönliche Erfahrung; anschaulich, nicht verallgemeinerbar |
| Jonas, 14 | „Ich nutze das Handy oft zum Übersetzen und Fotografieren von Tafelbildern. Ein pauschales Verbot würde mir das Lernen schwerer machen.“ | persönliche Erfahrung; zeigt ein starkes Gegenargument |
| Aylin, 15 | „Mich stört weniger mein eigenes Handy als das ständige Tippen und Aufleuchten bei anderen.“ | persönliche Wahrnehmung; lässt sich mit dem PISA-Thema Ablenkung durch andere verknüpfen |
Material 7: Entwurf einer Schulregel – fiktives Dokument
Vorschlag für die Schulkonferenz:
„Während angekündigter konzentrierter Lernphasen von mindestens 20 Minuten bleiben private Smartphones lautlos und außer Reichweite. Die Lehrkraft kann die Nutzung für klar benannte Unterrichtszwecke freigeben. In Pausen und außerhalb solcher Lernphasen gelten die allgemeinen Schulregeln.“
Quellenart: fiktiver Regelungsvorschlag
Funktion: ermöglicht eine konkrete Abwägung zwischen Konzentrationsschutz und sinnvoller Lernnutzung
Grenze: enthält keine empirischen Belege für Wirksamkeit
Material 8: Erklärvideo zum materialgestützten Argumentieren
Das Video stammt vom verifizierten Planet-Schule-Kanal und wurde 2026 veröffentlicht. Für die Smartphonefrage liefert es keine Sachbelege, aber es unterstützt Dich bei der Methode: Material auswählen, Argumentationsform bestimmen und Quellen in einen eigenen Text integrieren.
Material 9: Aktueller Medienkontext – JIMplus 2026
Die ergänzende JIMplus-Studie 2026 beschreibt das digitale Wohlbefinden Jugendlicher als ambivalent: Besonders soziale Medien können sowohl positive als auch belastende Erfahrungen auslösen. Das Material macht deutlich, dass eine Argumentation zu Smartphones nicht nur zwischen „gut“ und „schlecht“ unterscheiden sollte, sondern nach Nutzungssituation, Zweck und Wirkung fragen muss.
Quelle: JIMplus 2026
Materialmatrix: erschließen und gewichten
Nutze eine Matrix, bevor Du schreibst:
| Material | Kernaussage | Quellenstärke | Funktion im Text | Mögliche Einschränkung |
|---|---|---|---|---|
| JIM 2025 | Smartphone ist zentraler Teil des Jugendalltags; Selbstregulation fällt teilweise schwer. | hoch für Jugendmediennutzung | Kontext und Argument zur Selbstregulation | nicht speziell auf Unterrichtssituationen bezogen |
| OECD/PISA 2022 | Digitale Ablenkung tritt im Unterricht häufig auf und hängt mit Leistung zusammen. | hoch für internationalen Bildungszusammenhang | tragender Beleg | keine einfache Kausalität; nicht jede Schule ist gleich |
| historische Grafik 2011 | zeigt damalige Unterschiede beim Mitbringen von Telefonen | niedrig für aktuelle Situation | Quellenkritik, historischer Vergleich | veraltet |
| Foto Aufbewahrungssystem | zeigt eine konkrete Regelungsform | niedrig als Wirksamkeitsbeleg | Illustration | keine Daten zur Wirkung |
| Foto Lernnutzung | zeigt Smartphone als Unterrichtswerkzeug | niedrig als Wirksamkeitsbeleg | Gegenperspektive, Illustration | Einzelfall |
| Schülerstimmen | zeigen subjektive Erfahrungen | mittel für Perspektiven, niedrig für Verallgemeinerung | Anschaulichkeit und Gegenargument | konstruiert, nicht repräsentativ |
| Regelungsvorschlag | verbindet smartphonefreie Phasen mit Ausnahmen | keine empirische Quelle | konkrete Lösung | muss erst erprobt werden |
Vom Material zur eigenen Position
Jetzt kommt der wichtigste Schritt: Du entscheidest selbst, welche Folgerung aus dem Material vertretbar ist.
Eine mögliche differenzierte Position lautet:
Unsere Schule sollte smartphonefreie Lernzeiten einführen, aber kein pauschales Ganztagsverbot. Geräte sollten während klar definierter Konzentrationsphasen außer Reichweite sein; für begründete Unterrichtszwecke muss ihre Nutzung möglich bleiben.
Diese Position ist stärker als ein schlichtes „Handys verbieten“, weil sie mehrere Materialien miteinander verbindet:
- PISA liefert einen starken Hinweis auf digitale Ablenkung.
- JIM zeigt die hohe Alltagsbedeutung und Schwierigkeiten der Selbstregulation.
- das Lernfoto und Jonas’ Schülerstimme zeigen sinnvolle Nutzungen.
- der fiktive Regelungsvorschlag bietet eine konkrete Kompromisslösung.
Modell eines starken Argumentabschnitts
Behauptung: Smartphonefreie Lernzeiten können die Konzentration schützen.
Begründung: Private Nachrichten, Spiele oder Social-Media-Reize konkurrieren während konzentrierter Arbeit mit der Unterrichtsaufgabe.
Beleg: Die OECD berichtet für PISA 2022, dass sich im OECD-Durchschnitt etwa 30 Prozent der Befragten in den meisten oder allen Mathematikstunden durch digitale Geräte ablenken lassen; auch Ablenkung durch andere wird häufig genannt.
Einordnung: Daraus folgt nicht, dass jedes Smartphone automatisch schlechte Leistungen verursacht. Die Daten machen aber deutlich, dass digitale Ablenkung ein verbreitetes Unterrichtsproblem ist.
Rückbindung: Gerade deshalb ist eine zeitlich begrenzte Regel plausibel, die in Phasen konzentrierter Arbeit private Reize reduziert, ohne Lernnutzung generell auszuschließen.
Modell eines Gegenarguments mit Abwägung
Gegen smartphonefreie Phasen spricht, dass Smartphones nützliche Werkzeuge sein können. Sie ermöglichen schnelle Recherche, Übersetzungen, Fotos von Arbeitsergebnissen oder den Zugriff auf Lernanwendungen. Das Foto einer Lehrkraft, die ein Smartphone gemeinsam mit Lernenden nutzt, veranschaulicht diese Funktion. Als Wirksamkeitsbeleg reicht das Foto zwar nicht aus, doch es erinnert daran, dass das Gerät nicht nur Freizeitmedium ist. Deshalb wäre ein starres Verbot für alle Unterrichtssituationen unnötig. Überzeugender ist eine Regel, die private Nutzung in Konzentrationsphasen begrenzt und didaktisch begründete Ausnahmen zulässt.
Sprachliche Werkzeuge für differenziertes Argumentieren
Vorsichtig und präzise formulieren
Vermeide Aussagen wie „Die Studie beweist endgültig …“, wenn die Daten nur einen Zusammenhang zeigen.
Geeignete Formulierungen sind:
„Die Daten sprechen dafür, dass …“
„Die Untersuchung weist auf einen Zusammenhang hin …“
„Für die Leitfrage ist besonders relevant, dass …“
„Die Aussagekraft ist begrenzt, weil …“
„Dieses Material eignet sich eher als Beispiel als als allgemeiner Beleg.“
„Im Vergleich dazu ist Quelle X stärker, weil …“
Materialien miteinander verknüpfen
E-Niveau bedeutet auch, Materialien nicht isoliert nebeneinanderzustellen.
Nutze Verknüpfungen wie:
„Während Material 1 die allgemeine Smartphone-Nutzung Jugendlicher beschreibt, richtet Material 2 den Blick speziell auf Unterrichtsablenkung.“
„Die Schülerstimme bestätigt den Eindruck aus der Studie nicht wissenschaftlich, macht ihn aber anschaulich.“
„Das Foto zeigt eine mögliche Umsetzung, sagt jedoch nichts über deren Erfolg aus.“
„Die ältere Grafik widerspricht aktuellen Daten nicht zwingend; wegen ihres Alters darf sie aber nur vorsichtig verwendet werden.“
Typische Fehler und wie Du sie verbesserst
| Fehler | Problem | Bessere Lösung |
|---|---|---|
| Material für Material zusammenfassen | keine eigene Argumentationslinie | nach Argumenten ordnen, Materialien gezielt einbauen |
| jede Zahl ungeprüft übernehmen | Daten können veraltet oder unpassend sein | Datum, Stichprobe und Kontext prüfen |
| Foto als Beweis verwenden | Bild zeigt meist nur einen Einzelfall | als Illustration oder Beispiel kennzeichnen |
| nur Pro-Material auswählen | wirkt einseitig | starkes Gegenargument aufnehmen und abwägen |
| Quelle nur nennen | Leser erkennt die Funktion nicht | erklären, was die Quelle stützt und wo ihre Grenze liegt |
| zu starke Kausalität behaupten | Zusammenhang wird zur Ursache gemacht | vorsichtig von Zusammenhang oder Hinweis sprechen |
| Zitate aneinanderreihen | eigene Stimme verschwindet | paraphrasieren, einordnen und rückbinden |
Selbstcheck vor der Abgabe
Prüfe Deinen Text mit diesen Fragen:
- Ist meine Position spätestens nach der Einleitung erkennbar?
- Habe ich Materialien nach Relevanz ausgewählt statt möglichst viele aufzuzählen?
- Sind meine stärksten Aussagen mit starken Quellen abgesichert?
- Unterscheide ich Daten, Beispiele, Meinungen und Illustrationen?
- Erkläre ich bei wichtigen Quellen auch Grenzen?
- Verknüpfe ich mindestens zwei Materialien miteinander?
- Bearbeite ich ein ernstzunehmendes Gegenargument fair?
- Ist jede Zahl in den Argumentationsgang eingebettet?
- Formuliere ich bei Zusammenhängen vorsichtig genug?
- Führt mein Schluss zu einer nachvollziehbaren Entscheidung oder Konsequenz?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist das wichtigste Kennzeichen des materialgestützten Argumentierens? (Eine eigene Argumentation wird mithilfe ausgewählter und geprüfter Materialien entwickelt.) (!Alle Materialien werden möglichst vollständig zusammengefasst.) (!Die eigene Meinung wird durch möglichst viele direkte Zitate ersetzt.) (!Es dürfen nur Statistiken verwendet werden.)
Welche Information ist für die Quellenbewertung besonders wichtig? (Autorenschaft, Aktualität, Absicht, Beleglage und Relevanz) (!Nur die Länge des Materials) (!Nur die Zahl der Bilder) (!Nur die Bekanntheit des Themas)
Warum ist ein Foto meist kein starker Beleg für eine allgemeine Wirkung? (Es zeigt in der Regel nur eine konkrete Situation und keine systematische Wirksamkeit.) (!Fotos dürfen in Argumentationen grundsätzlich nicht verwendet werden.) (!Fotos haben nie eine erkennbare Quelle.) (!Fotos sind immer älter als Statistiken.)
Was bedeutet es, Informationen zu gewichten? (Ihre Aussagekraft für die konkrete Leitfrage begründet einzuschätzen.) (!Sie nach der Reihenfolge im Materialheft zu übernehmen.) (!Nur die längsten Materialien zu verwenden.) (!Alle Materialien als gleich wichtig zu behandeln.)
Was gehört im B-B-B-R-Schema nach dem Beleg? (Die Rückbindung an die Leitfrage oder Position) (!Eine neue Überschrift) (!Ein unverbundenes Zitat) (!Eine Wiederholung der Aufgabenstellung)
Wie sollte ein Zusammenhang aus einer Studie formuliert werden, wenn keine eindeutige Ursache nachgewiesen ist? (Die Daten weisen auf einen Zusammenhang hin.) (!Die Studie beweist die Ursache endgültig.) (!Die Zahl erklärt automatisch alle Einzelfälle.) (!Der Zusammenhang ist deshalb bedeutungslos.)
Welche Rolle kann eine persönliche Schülerstimme sinnvoll übernehmen? (Sie kann eine Perspektive anschaulich machen, ohne repräsentativ zu sein.) (!Sie beweist, wie alle Jugendlichen denken.) (!Sie ersetzt eine wissenschaftliche Untersuchung vollständig.) (!Sie ist grundsätzlich wertlos.)
Warum kann eine Quelle von 2011 für eine aktuelle Smartphonefrage problematisch sein? (Nutzung, Verbreitung und technische Möglichkeiten können sich stark verändert haben.) (!Quellen dürfen höchstens ein Jahr alt sein.) (!2011 gab es keinerlei Mobiltelefone.) (!Alte Quellen enthalten grundsätzlich falsche Zahlen.)
Was macht ein starkes Gegenargument in einer differenzierten Stellungnahme aus? (Es wird fair dargestellt, geprüft und in die eigene Abwägung einbezogen.) (!Es wird absichtlich schwächer formuliert als die eigene Position.) (!Es wird ohne Prüfung als falsch bezeichnet.) (!Es wird vollständig weggelassen.)
Welche Form des Materialbezugs bewahrt die eigene Stimme besonders gut? (Eine sinngemäße Paraphrase mit erkennbarem Quellenbezug) (!Eine lange Folge wörtlicher Zitate) (!Das Kopieren ganzer Absätze) (!Das Weglassen aller Quellenhinweise)
Memory
| Paraphrase | sinngemäße Wiedergabe in eigenen Worten |
| Korrelation | statistischer Zusammenhang ohne automatischen Ursachennachweis |
| Quellenkritik | Prüfung von Herkunft, Aktualität, Absicht und Beleglage |
| Rückbindung | Erklärung der Bedeutung eines Belegs für die Leitfrage |
| Gegenargument | ernstzunehmender Einwand gegen die eigene Position |
| Relevanz | Passung einer Information zur konkreten Schreibfrage |
| Illustration | anschauliches Beispiel ohne starken allgemeinen Beweiswert |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Auftrag klären | Adressat, Schreibziel und Textsorte bestimmen |
| Material erschließen | Kernaussagen und wichtige Details herausarbeiten |
| Quelle prüfen | Aktualität, Absicht und Beleglage beurteilen |
| Information gewichten | Aussagekraft für die Leitfrage einschätzen |
| Argument bauen | Behauptung, Begründung, Beleg und Rückbindung verknüpfen |
...
Kreuzworträtsel
| Paraphrase | Wie heißt die sinngemäße Wiedergabe einer Quelle in eigenen Worten? |
| Relevanz | Wie heißt die Passung einer Information zur konkreten Schreibfrage? |
| Argument | Wie heißt eine begründete Aussage, die eine Position stützt? |
| Statistik | Wie heißt eine geordnete Darstellung erhobener Zahlen und Daten? |
| Quellenkritik | Wie heißt die systematische Prüfung der Vertrauenswürdigkeit und Aussagekraft von Quellen? |
| Gegenargument | Wie heißt ein begründeter Einwand gegen die eigene Position? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Materialarten erkennen: Ordne die neun Materialien des Dossiers den Kategorien Sachtext, Statistik, Grafik, Foto, Meinung, Regelungsvorschlag und Video zu. Begründe zwei Zuordnungen.
- Quellensteckbrief: Erstelle für JIM 2025 und das historische Diagramm je einen Steckbrief mit Autor oder Institution, Datum, Absicht, Stärke und Grenze.
- Beleg oder Beispiel: Wähle fünf Aussagen aus dem Dossier und entscheide jeweils, ob sie als tragender Beleg, stützender Hinweis oder Illustration taugen.
- Paraphrasieren: Formuliere drei Informationen aus JIM 2025 oder OECD/PISA vollständig in eigenen Worten und baue jeweils einen korrekten Quellenverweis ein.
Standard
- Materialmatrix erstellen: Fülle für alle Materialien eine eigene Matrix mit Kernaussage, Quellenstärke, Einsatzmöglichkeit und Einschränkung aus.
- Argumentationskette: Entwickle drei B-B-B-R-Argumente zur Smartphonefrage. Nutze mindestens zwei unterschiedliche Materialarten.
- Gegenargument abwägen: Formuliere das stärkste Gegenargument gegen smartphonefreie Lernzeiten und entwickle eine faire, differenzierte Erwiderung.
- Mini-Stellungnahme: Schreibe 250 bis 300 Wörter für die Schulkonferenz. Verknüpfe mindestens drei Materialien und kennzeichne ihre unterschiedliche Aussagekraft.
Schwer
- Quellenvergleich: Vergleiche JIM 2025 und OECD/PISA 2022 hinsichtlich Untersuchungsgegenstand, Reichweite, Aktualität und Übertragbarkeit auf Deine Schule. Entscheide, welche Quelle für welche Teilbehauptung stärker ist.
- Eigenes Material erheben: Entwickle eine anonyme Fünf-Fragen-Klassenumfrage zur Smartphone-Ablenkung, führe sie nach schulischen Regeln durch und stelle die Ergebnisse als Diagramm dar. Erkläre ausdrücklich, warum Deine Klasse keine repräsentative Stichprobe für alle Jugendlichen ist.
- Medienanalyse: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Erklärvideo, in dem Du an einem Foto, einer Statistik und einer Schülerstimme zeigst, wie unterschiedlich Quellen gewichtet werden müssen.
- Argumentative Rede: Verfasse eine 600- bis 800-wörtige Rede für eine simulierte Schulkonferenz. Nutze mindestens vier Materialien, bearbeite zwei Gegenargumente und begründe am Ende eine konkrete Regelung.


Lernkontrolle
- Neue Leitfrage erschließen: Du erhältst die Frage „Soll KI bei Hausaufgaben begrenzt werden?“. Formuliere vier Kriterien, nach denen Du passende Materialien auswählen würdest, und erkläre, warum diese Kriterien übertragbar sind.
- Widersprüchliche Quellen abwägen: Eine aktuelle Umfrage berichtet hohe Zustimmung zu smartphonefreien Zeiten, ein älterer Fachartikel warnt vor zu starker Regulierung. Entwickle ein Vorgehen, mit dem Du beide Quellen fair prüfst, ohne vorschnell eine zu verwerfen.
- Kausalität prüfen: Eine Grafik zeigt, dass starke Smartphone-Nutzung und schwächere Leistungen zusammen auftreten. Erkläre mindestens drei Gründe, warum daraus noch keine eindeutige Ursache folgt, und formuliere eine wissenschaftlich vorsichtige Schlussfolgerung.
- Adressatenwechsel: Übertrage dasselbe Argument einmal in eine Stellungnahme für die Schulkonferenz und einmal in einen Social-Media-Beitrag der Schülervertretung. Erkläre, was sich bei Sprache, Belegführung und Umfang ändern muss.
- Kompromiss entwickeln: Entwirf auf Basis der Materialien eine Regelung, die Konzentration, Lernnutzung, Notfälle und Selbstverantwortung berücksichtigt. Begründe jede Regelkomponente mit mindestens einem Material oder einer nachvollziehbaren Abwägung.
- Materiallücke erkennen: Benenne zwei Informationen, die im vorliegenden Dossier fehlen, aber für eine endgültige Entscheidung der eigenen Schule wichtig wären. Entwirf einen Plan, wie diese Informationen zuverlässig erhoben werden könnten.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- die Schreibaufgabe nach Thema, Adressat, Ziel und Textsorte erschließt.
- unterschiedliche Materialarten fachgerecht auswertest.
- Quellen nach Autorenschaft, Aktualität, Absicht, Beleglage und Relevanz prüfst.
- Informationen nicht nur sammelst, sondern ihre Aussagekraft begründet gewichtest.
- zwischen Daten, Meinungen, Beispielen und Illustrationen unterscheidest.
- Korrelation und Kausalität sprachlich korrekt auseinanderhältst.
- tragfähige Argumente mit Behauptung, Begründung, Beleg und Rückbindung entwickelst.
- Quellen in eigenen Worten einbindest und nachvollziehbar kennzeichnest.
- Gegenargumente fair aufnimmst und differenziert abwägst.
- mehrere Materialien miteinander verknüpfst.
- eine eigenständige, adressatengerechte und schlüssige Position formulierst.
- Grenzen der verwendeten Materialien sichtbar machst und daraus angemessene Schlussfolgerungen ziehst.
OERs zum Thema
Zusätzliche frei zugängliche Lern- und Informationsangebote:
- Planet Schule: Materialgestütztes Argumentieren
- Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Materialgestütztes Schreiben
- Bundeszentrale für politische Bildung: Quelle – Künstliche Intelligenz?
- JIM-Studie 2025
- OECD: PISA 2022 – digitale Ablenkung
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