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D10 G - Perspektivwechsel textnah gestalten

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D10 G - Perspektivwechsel textnah gestalten




D10 G - Perspektivwechsel textnah gestalten

Kurzbeschreibung: Du schreibst eine bekannte Situation aus der Sicht einer anderen Figur. Dabei veränderst Du nicht beliebig, was diese Figur weiß, wahrnimmt oder denkt. Entscheidend ist die Texttreue.

Niveau: Deutsch, Klasse 10, Baden-Württemberg, G-Niveau.

Merksatz: Ein Perspektivwechsel verändert den Blick auf das Geschehen, aber nicht die belegten Tatsachen der Vorlage.

Medienimpuls: Auch beim räumlichen Sehen verändert der Standort den Blick. Beim Erzählen ist es ähnlich: Eine andere Figur nimmt andere Einzelheiten wahr. Die Wirklichkeit der Vorlage darf dabei nicht willkürlich umgebaut werden.

Quelle/Lizenz: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.


Einleitung

Ein textnaher Perspektivwechsel verbindet Textverständnis, Erzählperspektive, Figurencharakterisierung und Produktionsorientiertes Schreiben. Du musst zuerst genau klären, was wirklich im Text steht. Erst danach darfst Du eine andere Figurenperspektive gestalten.

Für eine gute Lösung brauchst Du drei Dinge:

  1. Textwissen: Was ist sicher passiert?
  2. Figurenwissen: Was kann die gewählte Figur zu diesem Zeitpunkt wissen?
  3. Gestaltung: Wie könnte diese Figur das Geschehen wahrnehmen, bewerten und sprachlich ausdrücken?


Einstieg: Ein Ereignis, zwei Blicke

Quelle/Lizenz: Wikimedia Commons, The Metropolitan Museum of Art, CC0.

Betrachte das Bild genau. Stelle Dir vor, beide dargestellten Personen erzählen danach dieselbe Begegnung.

  1. Notiere zwei Dinge, die beide wahrnehmen könnten.
  2. Notiere eine mögliche Wahrnehmung, die nur eine Person haben könnte.
  3. Formuliere einen Satz, der eine Vermutung ausdrücklich als Vermutung kennzeichnet.

Schnelles Feedback: Sicher beobachtbare Details sind textnah. Gedanken, Absichten oder Gefühle anderer Personen dürfen nicht als Tatsache ausgegeben werden, wenn es dafür keinen Hinweis gibt.


Lernziele

Nach diesem Kurs kannst Du …

  1. wichtige Informationen einer Vorlage markieren und passende Textbelege auswählen.
  2. zwischen sicherem Wissen, Wahrnehmung und Vermutung einer Figur unterscheiden.
  3. dieselbe Situation aus einer anderen Figurenperspektive erzählen.
  4. Handlung, Ort, Zeit und wichtige Aussagen der Vorlage beibehalten.
  5. unbelegte Motive und unpassendes Zusatzwissen vermeiden.
  6. Deinen Text mit einer einfachen Prüfliste überarbeiten.
  7. KI gezielt nutzen, ihre Vorschläge aber selbst am Ausgangstext prüfen und die Hilfe transparent nennen.


Vorwissen

Prüfe Dich kurz selbst:

  1. Kannst Du Autor, Erzähler und Figur unterscheiden?
  2. Weißt Du, was mit Innensicht und Außensicht gemeint ist?
  3. Kannst Du eine Aussage mit einer Textstelle belegen?
  4. Kannst Du erkennen, ob eine Figur etwas wirklich wissen kann oder nur vermutet?

Quelle/Lizenz: Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Wenn Dir noch etwas unsicher ist, arbeite im folgenden Abschnitt besonders mit den Hilfen.


Input: Textnaher Perspektivwechsel

Ein Perspektivwechsel bedeutet nicht: Erfinde eine neue Geschichte. Er bedeutet: Erzähle dieselbe Situation durch den Wahrnehmungsfilter einer anderen Figur.

Bereich Beim Perspektivwechsel
Handlung Belegte Ereignisse bleiben erhalten.
Ort und Zeit Bleiben erhalten, soweit die Vorlage sie festlegt.
Wissen Die neue Figur weiß nur, was sie wissen kann.
Wahrnehmung Die neue Figur kann andere Einzelheiten beachten.
Gedanken und Gefühle Sie dürfen passend ergänzt werden, wenn sie der Vorlage nicht widersprechen.
Motive anderer Figuren Sie dürfen nicht ohne Beleg als sicher dargestellt werden.
Sprache Sie soll zur Figur, Situation und Textsorte passen.

Visualisierung:

Vorlage → Wissen der Figur → Wahrnehmung → eigene Fassung → Prüfung am Text


Die Wissensgrenze

Die Wissensgrenze ist besonders wichtig. Frage bei jedem Satz:

  1. Hat die Figur das selbst gesehen oder gehört?
  2. Wurde es ihr gesagt?
  3. Konnte sie es aus der Situation erkennen?
  4. Ist es nur eine Vermutung?
  5. Weiß nur der Erzähler oder eine andere Figur davon?

Wenn nur eine Vermutung möglich ist, schreibe zum Beispiel: „Ich fragte mich, ob …“, „Vielleicht …“ oder „Es wirkte auf mich, als …“.


Beispieltext: Bushaltestelle

Eigenmaterial für diesen aiMOOC:

„Als die Schulglocke klingelte, stand Mira schon am Fahrradständer. Jan kam aus dem Gebäude, hielt kurz an und sah auf sein Handy. Mira hob die Hand. Jan steckte das Handy ein, ging aber an ihr vorbei zum Bus. Erst als der Bus anfuhr, bemerkte er Mira am Zaun.“

Frage Mira Jan
Was kann die Figur sicher wahrnehmen? Jan kommt heraus, schaut aufs Handy und geht zum Bus. Er kommt aus dem Gebäude und geht zum Bus.
Was weiß die Figur nicht sicher? Ob Jan sie gesehen oder absichtlich übergangen hat. Vor dem Anfahren des Busses weiß er nicht, dass Mira am Zaun steht.
Was darf ergänzt werden? Eine passende Reaktion auf Jans Verhalten. Eine passende Reaktion, nachdem er Mira bemerkt.


Muster: textnah statt beliebig

Unpassend: „Jan ignorierte mich absichtlich, weil er seit gestern wütend auf mich war.“

Das Ausgangsmaterial belegt weder die Absicht noch einen Streit am Vortag.

Textnäher: „Jan ging an mir vorbei. Hatte er mich nicht gesehen? Ich ließ die Hand wieder sinken und blieb am Zaun stehen.“

Hier bleiben Beobachtung und Unsicherheit getrennt.


Medienwerkstatt: bekannte Märchenszene

Quelle/Lizenz: Wikimedia Commons, gemeinfreie Illustration.

Quelle/Lizenz: Wikimedia Commons, CC0; Lesung nach dem gemeinfreien Grimm-Märchen.

Nutze nur einen kurzen ausgewählten Abschnitt für die Aufgabe:

  1. Bestimme, was Rotkäppchen in der Szene wissen kann.
  2. Bestimme, was der Wolf wissen kann.
  3. Vergleiche Bild und Audio: Was wird sichtbar, was hörbar, was nur erschlossen?
  4. Schreibe fünf Sätze aus der Sicht einer Figur, ohne fremdes Wissen einzubauen.

Bei modernen, urheberrechtlich geschützten Texten arbeitest Du mit kurzen funktionalen Ausschnitten oder Seiten- und Zeilenangaben. Eine geschützte Ganzschrift wird nicht vollständig wiedergegeben.


Video: Erzählperspektive sichern

Arbeitsauftrag: Notiere drei Merkmale, die Dir helfen, Erzähler und Figurenwissen zu unterscheiden.

Vergleich: Welche Kernaussage erklären beide Videos ähnlich? Wo setzen sie unterschiedliche Schwerpunkte? Belege Deine Antwort mit kurzen Stichworten aus Deinen Notizen.


Figuren verstehen, ohne Motive zu erfinden

Eine Figurenanalyse kann helfen, eine Perspektive glaubwürdig zu gestalten. Wichtig bleibt: Eigenschaften und Motive müssen aus Verhalten, Äußerungen oder anderen Textsignalen erschlossen werden. Eine Vermutung bleibt eine Vermutung.


Der 5-Fragen-Check

Prüffrage Wenn die Antwort „Nein“ lautet …
Stimmen Handlung, Ort und Zeit mit der Vorlage überein? korrigiere die Fakten.
Weiß die Figur nur, was sie wissen kann? entferne fremdes Wissen.
Passen Gedanken und Gefühle zu den Textsignalen? schwäche unbelegte Aussagen ab.
Passt die Sprache zur Figur und Situation? überarbeite Wortwahl und Satzbau.
Kannst Du wichtige Entscheidungen am Text belegen? suche passende Textstellen.


KI-Spirale

KI kann bei der Überarbeitung helfen, aber sie ersetzt keine eigene Textarbeit.

  1. Aufgabe verstehen: Kläre Figur, Situation, Textsorte und Auftrag.
  2. Material selbst erschließen: Markiere Fakten, Figurenwissen und Textsignale.
  3. Eigenen Ansatz entwickeln: Plane Deine Perspektive und schreibe einen ersten Entwurf.
  4. KI gezielt befragen: Stelle eine eng begrenzte Prüffrage.
  5. Unabhängig prüfen: Vergleiche KI-Aussagen mit Originaltext, Fakten, Logik und Quellen.
  6. Eigene Lösung verbessern: Übernimm nur nachvollziehbare Hinweise.
  7. KI-Hilfe transparent machen: Halte kurz fest, wobei KI geholfen hat.

Beispiel für eine sinnvolle KI-Frage: „Prüfe meinen Perspektivwechsel auf mögliche Widersprüche zur Vorlage. Nenne nur Stellen, die ich selbst am Ausgangstext nachprüfen soll. Erfinde keine Textbelege.“

Prüfregel: Eine überzeugend klingende KI-Antwort kann trotzdem falsch sein. Prüfe jede wichtige Aussage selbst.

Verwende in KI-Systemen keine unnötigen personenbezogenen Daten. Für schulische Nutzung gelten die jeweils aktuellen Regeln Deiner Schule.


Baden-Württemberg: Kompetenzbezug und Prüfungshinweis

Der Bildungsplan Deutsch für die Sekundarstufe I in Baden-Württemberg nennt auf G-Niveau unter anderem das Erschließen literarischer Texte, das Auswählen aussagekräftiger Textbelege, das Bestimmen von Figuren, Handlung und Konflikt sowie den Gebrauch von Begriffen wie Autor, Erzähler und Erzählperspektive. Auch produktionsorientiertes und gestaltendes Schreiben sowie die Überarbeitung eigener Texte gehören dazu.

Aktuelle Grundlage: Bildungsplan Deutsch Sekundarstufe I, Klasse 10, Baden-Württemberg

Wichtig: Prüfungsjahr und angestrebter Schulabschluss sind nicht dasselbe. Welche Aufgabenformate, Regelungen und Termine für Dich verbindlich sind, prüfst Du aktuell bei Deiner Schule und auf den offiziellen Seiten des Kultusministeriums beziehungsweise des Landesbildungsservers.

Offizielle Materialien zur Prüfungsvorbereitung in Baden-Württemberg


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist die wichtigste Regel beim textnahen Perspektivwechsel? (Die neue Figur darf nur wissen, was die Vorlage für sie ermöglicht) (!Die Handlung darf vollständig neu erfunden werden) (!Jede Figur darf alle Gedanken der anderen kennen) (!Die ursprünglichen Ereignisse sollen verändert werden)




Was sollte bei einem Perspektivwechsel erhalten bleiben? (Die belegten Ereignisse der Vorlage) (!Jede Formulierung des Ausgangstextes) (!Die ursprüngliche Erzählerstimme in jedem Satz) (!Alle Vermutungen des Schreibenden)




Welche Formulierung bleibt bei fehlendem Wissen textnah? (Ich fragte mich, ob er mich überhaupt gesehen hatte) (!Er hatte mich absichtlich ignoriert) (!Ich wusste genau, was er dachte) (!Er plante schon seit Tagen, mich zu ärgern)




Wozu dient ein Textbeleg? (Er stützt eine Aussage über den Text) (!Er ersetzt die eigene Erklärung vollständig) (!Er erlaubt beliebige Ergänzungen) (!Er macht eine Inhaltsangabe überflüssig)




Was darf sich bei einem Perspektivwechsel besonders verändern? (Wahrnehmung und sprachlicher Blick der gewählten Figur) (!Der festgelegte Ort der Handlung) (!Die belegte Reihenfolge aller Ereignisse) (!Der Wortlaut einer ausdrücklich zitierten Äußerung)




Was tust Du, wenn unklar ist, ob eine Figur etwas weiß? (Du kennzeichnest es als Vermutung oder lässt es offen) (!Du erklärst es einfach zur Tatsache) (!Du gibst der Figur zusätzliches Wissen) (!Du änderst die Vorlage passend um)




Was ist eine sinnvolle Vorbereitung vor dem Schreiben? (Fakten und Wissensgrenzen der Figur markieren) (!Sofort ohne Lesen losschreiben) (!Zuerst neue Nebenfiguren erfinden) (!Nur nach besonders schönen Formulierungen suchen)




Wann sollte KI in der KI-Spirale eingesetzt werden? (Nach eigener Materialerschließung und einem eigenen Ansatz) (!Bevor der Ausgangstext gelesen wird) (!Anstelle der eigenen Textanalyse) (!Nur um eine vollständige Lösung kopieren zu können)




Wie gehst Du mit einem unbelegten KI-Hinweis um? (Du prüfst ihn am Ausgangstext und verwirfst ihn bei fehlender Grundlage) (!Du übernimmst ihn wegen der sicheren Formulierung) (!Du behandelst ihn automatisch als Quelle) (!Du änderst den Ausgangstext entsprechend)




Wie machst Du KI-Hilfe transparent? (Du nennst kurz, wofür Du KI genutzt und was Du selbst geprüft hast) (!Du verschweigst jede Unterstützung) (!Du gibst die KI als Autor des Ausgangstextes an) (!Du ersetzt Textbelege durch den Namen des KI-Systems)





Memory

Textbeleg überprüfbare Grundlage
Figurenwissen zeitgebundene Kenntnis
Innensicht Gedankenwahrnehmung
Außensicht beobachtbares Verhalten
Perspektivwechsel neue Wahrnehmungsfigur
Texttreue Übereinstimmung mit Vorlage





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Originalhandlung bleibt in ihren belegten Grundzügen bestehen
Wissensgrenze verhindert unpassendes Allwissen
Figurenwortschatz passt zur gewählten Figur und Situation
Textsignal stützt eine Deutung
Innensicht macht eigenes Erleben der Figur sichtbar
Widerspruch verlangt eine Überarbeitung





Kreuzworträtsel

Perspektive Aus wessen Sicht wird ein Ereignis erzählt?
Texttreue Wie heißt die Übereinstimmung mit der Vorlage?
Erzähler Wer vermittelt das Geschehen im Text?
Figur Wie nennt man eine handelnde Person in einer Erzählung?
Beleg Was stützt eine Aussage am Text?
Wissensgrenze Wie heißt die Grenze dessen, was eine Figur wissen kann?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bei einem Perspektivwechsel bleibt die grundlegende

erhalten.
Eine Figur darf nur über Informationen verfügen, die sie

kann.
Unklare Annahmen werden als

gekennzeichnet.
Eine Aussage über die Vorlage wird durch einen

gestützt.
Der Erzähler ist nicht mit dem

gleichzusetzen.
Gedanken und Gefühle der gewählten Figur gehören zur

.
Beobachtbares Verhalten gehört zur

.
KI-Hinweise müssen am

geprüft werden.
KI-Unterstützung soll

gemacht werden.




Feedback und Hilfestufen

Hilfe 1 – Markieren: Verwende vier Zeichen im Ausgangstext: F für sichere Fakten, W für Wissen der gewählten Figur, V für Vermutung und ? für Unklares.

Hilfe 2 – Satzstarter:

  1. „Ich sah, dass …“
  2. „Ich hörte …“
  3. „Ich fragte mich, ob …“
  4. „Vielleicht …“
  5. „Aus meiner Sicht wirkte es …“

Hilfe 3 – Mini-Gerüst:

  1. Wo befindet sich die Figur?
  2. Was nimmt sie zuerst wahr?
  3. Was weiß sie sicher?
  4. Was versteht oder vermutet sie nicht?
  5. Wie reagiert sie darauf?
Rückmeldung Bedeutung
Textnah Der Satz passt zu den belegten Informationen.
Prüfen Der Satz ist möglich, aber noch nicht ausreichend abgesichert.
Überarbeiten Der Satz widerspricht der Vorlage oder gibt der Figur unpassendes Wissen.


Lösung zum Beispiel „Bushaltestelle“

Eine mögliche textnahe Fassung aus Miras Sicht:

„Als es klingelte, wartete ich schon am Fahrradständer. Jan kam aus dem Gebäude und sah kurz auf sein Handy. Ich hob die Hand, doch er ging an mir vorbei zum Bus. Hatte er mich wirklich nicht gesehen? Ich blieb am Zaun stehen und sah dem Bus nach.“

Warum passt die Lösung? Mira beschreibt beobachtbares Verhalten. Sie behauptet nicht, Jans Absicht zu kennen. Die offene Frage zeigt ihre Wissensgrenze.


Selbstkontrolle

Prüfe Deinen eigenen Text:

  1. Habe ich die wichtigen Ereignisse der Vorlage beibehalten?
  2. Habe ich nur Wissen verwendet, das meine Figur besitzen kann?
  3. Habe ich Vermutungen als Vermutungen formuliert?
  4. Passen Gedanken und Gefühle zu Textsignalen?
  5. Kann ich mindestens drei wichtige Entscheidungen am Ausgangstext belegen?
  6. Habe ich Sprache, Zeitform und Perspektive durchgehalten?
  7. Habe ich mögliche KI-Hilfe selbst geprüft und transparent gemacht?


Kompetenzcheck

Ich kann … sicher teilweise noch üben
sichere Fakten von Vermutungen unterscheiden □ □ □
die Wissensgrenze einer Figur bestimmen □ □ □
einen kurzen Perspektivwechsel textnah schreiben □ □ □
meine Gestaltung mit Textbelegen erklären □ □ □
Widersprüche bei der Überarbeitung finden □ □ □
KI-Vorschläge unabhängig prüfen □ □ □

Prüfungssicherheit: Nimm einen kurzen unbekannten Erzähltext. Markiere zuerst Fakten und Figurenwissen. Schreibe anschließend einen Perspektivwechsel von etwa 120 bis 160 Wörtern und kontrolliere ihn mit dem 5-Fragen-Check.


Transfer

Quelle/Lizenz: Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0.

Übertrage die Methode auf ein neues Medium:

  1. Wähle ein Bild, eine kurze offene Audiosequenz oder eine kurze selbst erstellte Szene.
  2. Notiere zuerst nur beobachtbare Informationen.
  3. Lege für zwei Figuren getrennte Wissensgrenzen fest.
  4. Gestalte denselben Moment zweimal aus unterschiedlicher Sicht.
  5. Vergleiche anschließend: Welche Fakten bleiben gleich, welche Wahrnehmungen verändern sich?
  6. Markiere jeweils mindestens zwei Stellen, an denen Du bewusst text- oder materialnah geblieben bist.


Reflexion

  1. Welche Ergänzung in Deinem Text war am schwierigsten abzusichern?
  2. Wo musstest Du zwischen Wissen und Vermutung unterscheiden?
  3. Welche Formulierung hast Du nach der Selbstkontrolle verbessert?
  4. Hat eine KI Dir geholfen? Wenn ja: Wobei genau, und wie hast Du den Hinweis geprüft?
  5. Was möchtest Du beim nächsten Perspektivwechsel schneller oder sicherer können?


Folgekurs-Empfehlung

Als nächster Lernschritt passt besonders:

  1. D10 G - Figuren charakterisieren und Textbelege nutzen
  2. D10 G - Inneren Monolog textnah schreiben
  3. D10 G - Erzählperspektiven erkennen und erklären


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Textmarker-Aufgabe: Markiere im Beispiel „Bushaltestelle“ sichere Fakten, Miras Wissen, Jans Wissen und Vermutungen mit vier verschiedenen Zeichen.
  2. Bildperspektive: Nutze das Bild „Talking It Over“ und schreibe für jede Person vier Sätze. Kennzeichne anschließend, was sichtbar und was nur erschlossen ist.
  3. Audio-Stopp: Höre einen kurzen Abschnitt der offenen Rotkäppchen-Aufnahme. Erstelle für zwei Figuren eine kleine Tabelle mit „weiß“, „nimmt wahr“ und „weiß nicht“.
  4. Fehlerjagd: Erfinde drei bewusst untextnahe Sätze zu einer bekannten Szene und verbessere sie anschließend so, dass die Wissensgrenzen stimmen.


Standard

  1. Perspektivwechsel schreiben: Wähle einen kurzen im Unterricht behandelten Textausschnitt und verfasse 120 bis 160 Wörter aus der Sicht einer anderen Figur. Notiere anschließend vier passende Belegstellen.
  2. Versionen vergleichen: Tausche Deinen Text mit einer Partnerperson. Markiert je zwei Stellen, an denen unterschiedliche, aber noch textverträgliche Deutungen entstanden sind.
  3. Videovergleich: Vergleiche zwei der eingebetteten Erklärvideos. Erstelle eine eigene Visualisierung mit den Begriffen Erzähler, Figur, Wissen, Innensicht und Textbeleg.
  4. KI-Prüfung: Schreibe zuerst selbst einen Entwurf. Bitte danach eine KI nur um Hinweise auf mögliche Widersprüche. Prüfe jeden Hinweis an der Vorlage und dokumentiere knapp, was Du übernommen oder verworfen hast.


Schwer

  1. Storyboard: Gestalte ein Storyboard mit sechs Bildern zu derselben Szene. Zeige die Situation zunächst aus Sicht von Figur A und dann aus Sicht von Figur B. Notiere unter jedem Bild die jeweilige Wissensgrenze.
  2. Audio-Monolog: Produziere einen 60- bis 90-sekündigen Audio-Monolog aus Sicht einer Figur. Lege zusätzlich ein kurzes Transkript und drei Textbelege vor.
  3. Ganzschrift begleiten: Wähle aus einer urheberrechtlich geschützten Klassenlektüre nur eine kurze zugewiesene Szene. Schreibe dazu einen Perspektivwechsel, ohne den Ausgangstext vollständig wiederzugeben. Arbeite mit Seiten- oder Zeilenangaben.
  4. Alltagskonflikt ohne Personendaten: Erfinde eine anonyme Alltagssituation. Schreibe zuerst eine neutrale Kamerafassung und danach zwei Figurenperspektiven. Vergleiche, wie sich Bewertung und Gefühl verändern, obwohl der faktische Kern gleich bleibt.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Wissensgrenze begründen: Untersuche einen neuen kurzen Erzähltext. Erstelle für eine Nebenfigur eine Wissensliste und begründe drei Grenzen mit konkreten Textsignalen.
  2. Widerspruch reparieren: Du erhältst einen fehlerhaften Perspektivwechsel. Finde mindestens vier Stellen mit fremdem Wissen, unbelegten Motiven oder veränderten Fakten und überarbeite sie.
  3. Zwei Perspektiven vergleichen: Schreibe denselben kurzen Handlungsmoment aus Sicht zweier Figuren. Erläutere danach, welche Tatsachen gleich bleiben und warum sich die Wahrnehmung trotzdem unterscheiden darf.
  4. Medienvergleich: Vergleiche eine Bilddarstellung und eine Audiofassung derselben oder einer ähnlichen Szene. Erkläre, welche Informationen das jeweilige Medium liefert und welche Du nur erschließen kannst.
  5. KI-Vorschlag überprüfen: Prüfe einen KI-generierten Verbesserungsvorschlag Satz für Satz am Ausgangsmaterial. Begründe, welche Hinweise texttreu sind und welche nicht übernommen werden dürfen.
  6. Wirkung erklären: Wähle zwei unterschiedliche Formulierungen für dieselbe belegte Handlung. Erkläre, wie Wortwahl und Innensicht die Wirkung verändern, ohne den faktischen Kern zu verändern.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:

  1. Du kannst die Ausgangssituation knapp und richtig erfassen.
  2. Du kannst sichere Informationen von Vermutungen unterscheiden.
  3. Du kannst die Wissensgrenze einer Figur erklären.
  4. Du kannst einen Perspektivwechsel schreiben, ohne belegte Fakten willkürlich zu verändern.
  5. Du kannst Gedanken und Gefühle passend und vorsichtig gestalten.
  6. Du kannst wichtige Entscheidungen mit Textbelegen begründen.
  7. Du kannst Deinen Text anhand klarer Kriterien überarbeiten.
  8. Du kannst fremde oder KI-gestützte Hinweise kritisch prüfen.
  9. Du kannst verwendete KI-Hilfe transparent benennen.
  10. Du kannst erklären, wie eine neue Perspektive die Wirkung einer Szene verändert.




OERs zum Thema

Wikipedia: Erzählperspektive

Weitere frei zugängliche Materialien:

  1. Planet Schule: Erzählperspektiven – Unterrichtsmedium unter CC BY-SA 4.0.
  2. Wikimedia Commons: Rotkäppchen-Audio – CC0.
  3. Bundeszentrale für politische Bildung: Quelle Künstliche Intelligenz? – Material zur kritischen Quellenprüfung, CC BY-SA 4.0.
  4. Kultusministerium Baden-Württemberg: Künstliche Intelligenz im Unterricht – aktuelle Hinweise zur schulischen Nutzung.


Verknüpfte Lernbereiche


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