CAD und digitale Bauteildokumentation – CAD-Modelle auf Herstellbarkeit prüfen
CAD und digitale Bauteildokumentation – CAD-Modelle auf Herstellbarkeit prüfen
Kurzbeschreibung: Du prüfst CAD-Modelle auf Herstellbarkeit. Im Mittelpunkt stehen Wandstärken, Hinterschneidungen, die Wahl des Fertigungsverfahrens und eine eindeutige digitale Bauteildokumentation.
Zielgruppe: Ausbildung in technischen Berufen, besonders Produktdesign, Konstruktion, Werkzeugbau, Kunststofftechnik, Zerspanung und additive Fertigung.
Ausbildungsziel: Du kannst ein CAD-Modell nicht nur als Geometrie ansehen, sondern als Bauteil, das mit einem bestimmten Werkstoff, Verfahren und Prüfplan gefertigt werden soll.
Stand der Quellen- und Medienprüfung: 04.10.2026. Alle Fall-, Mess- und Betriebsdaten dieses Kurses sind ausdrücklich fiktive Trainingsdaten.
Einleitung
Ein CAD-Modell kann geometrisch korrekt und trotzdem schlecht herstellbar sein. Dünne Bereiche können versagen, dicke Kunststoffbereiche zu Einfallstellen und Verzug beitragen, scharfe Innenkonturen können beim Fräsen nicht direkt mit einem runden Werkzeug entstehen und Hinterschneidungen können die Entformung blockieren. Deshalb beginnt die Herstellbarkeitsprüfung immer mit drei Fragen: Welcher Werkstoff? Welches Verfahren? Welche Funktion und Toleranz?
Die digitale Bauteildokumentation macht diese Absicht nachvollziehbar. ISO 16792:2021 behandelt digitale Produktdefinitionsdaten und unterstützt sowohl 3D-Modell-only als auch 3D-Modell plus 2D-Zeichnung. Die Norm wird derzeit überarbeitet; für den Kurs wird der veröffentlichte Stand 2021 als Referenz genannt, nicht als frei kopierter Normtext.
Lernziele
- Herstellbarkeit: Du erkennst Geometrien, die für ein gewähltes Verfahren kritisch sind.
- Wandstärken: Du bewertest lokale Wandstärken anhand einer definierten Projektregel.
- Hinterschneidungen: Du leitest aus der Entformungs- oder Werkzeugrichtung mögliche Probleme ab.
- Verfahren: Du unterscheidest typische Grenzen von Spritzgießen, CNC-Fräsen und FDM.
- Dokumentation: Du hältst Werkstoff, Revision, Maße, Toleranzen und Fertigungsannahmen eindeutig fest.
Ausbildungsfall: Sensorgehäuse SG-27
Du arbeitest in der Ausbildung an einem kleinen Deckel für ein Sensorgehäuse. Das Bauteil soll später in Serie gefertigt werden. Die Konstruktion ist fast fertig, aber vor der Freigabe muss die Herstellbarkeit geprüft werden.
| Merkmal | Fiktive Vorgabe für SG-27 |
|---|---|
| Stückzahl | 20.000 Stück pro Jahr |
| Zielverfahren | Spritzgießen |
| Werkstoff | PP, ungefüllt |
| Modellstand | Revision C |
| Nennwand | 2,0 mm |
| Projektfenster Wand | 1,5 bis 2,5 mm |
| Rippen | 0,8 bis 1,2 mm |
| Mindestformschräge an Entformflächen | 1,5° |
| Kritisches Funktionsmaß | 18,0 ± 0,15 mm |
| Auffällige Geometrie | Schnapphaken mit 1,2 mm Hinterschneidung, seitliche Bohrung, massiver Dom |
Wichtig: Diese Werte sind keine allgemeingültige Norm. Sie sind die festgelegte, fiktive Betriebsregel für diesen Ausbildungsfall. Reale Grenzwerte hängen unter anderem von Werkstoff, Bauteilgröße, Werkzeug, Maschine, Oberfläche und Qualitätsanforderung ab.
Lerneinheit 1: Verfahren zuerst denken
| Verfahren | Prüffrage am CAD-Modell | Typische Warnstelle |
|---|---|---|
| Spritzgießen | Kann gefüllt, gekühlt und entformt werden? | Wanddickensprünge, fehlende Formschräge, Hinterschneidung |
| CNC-Fräsen | Erreicht ein reales Werkzeug alle Flächen? | tiefe enge Tasche, scharfe Innenkante, dünne Stege |
| FDM | Kann die Geometrie als Bahnen und Schichten aufgebaut werden? | zu dünne Wand, ungünstige Orientierung, Überhang |

Merksatz: Herstellbarkeit ist keine Ja-Nein-Eigenschaft des CAD-Modells allein. Sie ist eine Aussage über Modell + Werkstoff + Verfahren + Qualitätsziel.
Das Video von engineerguy zeigt die Grundprinzipien des Spritzgießens. Der YouTube-Ursprung und die CC-BY-3.0-Lizenz wurden über die archivierte Wikimedia-Commons-Dateiseite verifiziert.
Lerneinheit 2: Wandstärken prüfen
Bei Spritzgussteilen ist eine möglichst gleichmäßige Wandstärke ein zentrales DFM-Prinzip. Sehr dünne Bereiche können die Füllung erschweren. Stark verdickte Bereiche können langsamer abkühlen und das Risiko für Einfallstellen, Verzug oder innere Fehlstellen erhöhen. Herstellerleitfäden nennen dafür werkstoffabhängige Orientierungsbereiche; sie ersetzen keine projektbezogene Freigabe.

Werkstoffblick: Das Foto zeigt Kunststoffgranulat für den Spritzguss. Gleiche Geometrie bedeutet bei anderem Polymer nicht automatisch gleiche Prozessgrenzen.
Messwertansicht: Wandstärken-Scan SG-27
Die folgende Ansicht ist fiktiv und dient nur der Übung.
| Messpunkt | CAD-Wandstärke | Projektregel | Bewertung |
|---|---|---|---|
| P1 Seitenwand | 2,0 mm | 1,5 bis 2,5 mm | passend |
| P2 Deckfläche | 2,1 mm | 1,5 bis 2,5 mm | passend |
| P3 Clipfuß | 1,4 mm | 1,5 bis 2,5 mm | zu dünn |
| P4 Domfuß | 4,8 mm | 1,5 bis 2,5 mm | deutlich zu dick |
| P5 Randzone | 2,0 mm | 1,5 bis 2,5 mm | passend |
| P6 Übergang | 2,6 mm | 1,5 bis 2,5 mm | prüfen |
Prüfentscheidung: P4 ist die stärkste Warnung. Ein massiver Domfuß sollte für den Spritzguss eher ausgehöhlt und mit geeigneten Rippen abgestützt werden, statt einfach Material anzuhäufen.

Bildfrage: Welche Variante reduziert eine scharfe innere Kerbe? Die abgerundete Geometrie verteilt die Beanspruchung günstiger und passt zugleich besser zu vielen Fertigungsverfahren.
Lerneinheit 3: Hinterschneidungen erkennen
Eine Hinterschneidung liegt für die Fertigungsprüfung dann vor, wenn Geometrie die geplante lineare Entformung oder Werkzeugbewegung blockiert. Beim Spritzgießen kann das zusätzliche Schieber, Kerne, Inserts oder eine Geometrieänderung erfordern.

SG-27: Der Schnapphaken greift 1,2 mm hinter eine Fläche. In der gewählten Entformungsrichtung bleibt er hängen. Die seitliche Bohrung liegt ebenfalls quer zur Hauptentformung.
| Option | Wirkung | DFM-Bewertung |
|---|---|---|
| Geometrie öffnen | Material unter dem Haken entfernen | kann Hinterschneidung vermeiden |
| Schieber vorsehen | zusätzliche Werkzeugbewegung | herstellbar, aber Werkzeug wird komplexer |
| Funktionsprinzip ändern | Schnappbereich neu gestalten | oft wirtschaftlich, muss Funktion erneut prüfen |
Messwertansicht: Formschrägen SG-27
Auch diese Werte sind fiktiv.
| Fläche | CAD-Wert | Projektvorgabe | Bewertung |
|---|---|---|---|
| F1 Außenwand | 2,0° | mindestens 1,5° | passend |
| F2 Clipseite | 0,5° | mindestens 1,5° | ändern |
| F3 Dom | 1,5° | mindestens 1,5° | passend |
| F4 Innensteg | 0° | mindestens 1,5° | ändern |
Prüfkarte – erst selbst entscheiden: Ist der Schnapphaken in einem einfachen Zweiplattenwerkzeug ohne Zusatzbewegung direkt entformbar?
Rückmeldung: Nein. Die Geometrie blockiert die lineare Entformung. Eine sinnvolle nächste Frage ist nicht nur „Kann man es irgendwie fertigen?“, sondern „Welche Variante erfüllt Funktion und Wirtschaftlichkeit mit möglichst wenig Werkzeugkomplexität?“
Lerneinheit 4: CNC-Fräsen – Werkzeugzugang statt Entformung
Beim Fräsen gelten andere Regeln. Ein rotierender Fräser erzeugt in inneren Ecken einen Radius. Tiefe enge Taschen und dünne Wände können durch Werkzeugauslenkung, Schwingung oder fehlenden Zugang kritisch werden.


Transfer auf SG-27: Ein CNC-gefräster Prototyp kann die Geometrie prüfen. Er bildet aber nicht automatisch das spätere Spritzgussverhalten ab. Ein gefrästes Teil hat weder dieselbe Füllhistorie noch dieselbe Entformungssituation.
Lerneinheit 5: FDM – Wand aus Bahnen und Schichten
Beim FDM wird Material schichtweise abgelegt. Wandstärken müssen zur realen Extrusionsbreite und zur Anzahl der Perimeter passen. Prusa weist darauf hin, dass Wände unter einer einzelnen Perimeterbreite nicht zuverlässig als Wand gedruckt werden können; konkrete Werte hängen von Düse und Slicer-Einstellung ab.

Das TU-Delft-Video zeigt additive Fertigung mit Metall. Es ist kein FDM-Kunststoffprozess, eignet sich aber zum Vergleich des schichtweisen Aufbaus. Die CC-BY-3.0-Lizenz und die YouTube-ID wurden über Wikimedia Commons geprüft.
Transfer auf SG-27: Ein additiv gefertigter Prototyp eignet sich gut für Einbau- und Formtests. Für die Freigabe des späteren PP-Spritzgussteils musst Du trotzdem die Spritzgussregeln prüfen.
Lerneinheit 6: Werkstoffbild und Fertigungsrealität

Das Gefügebild von Aluminium erinnert an einen wichtigen Punkt: Ein CAD-Modell zeigt Form, aber nicht automatisch die gesamte Werkstoffrealität. Eigenschaften entstehen aus Werkstoffzustand, Prozess und Nachbehandlung. Deshalb gehört die Werkstoffangabe in die digitale Bauteildokumentation.
Lerneinheit 7: Digitale Bauteildokumentation
Eine gute digitale Bauteildokumentation beantwortet mindestens: Welches Teil? Welcher Stand? Welcher Werkstoff? Welches Verfahren? Welche Maße und Toleranzen sind funktionskritisch? Welche Fertigungsannahmen wurden getroffen?
| Dokumentationsfeld | Beispiel SG-27 | Warum wichtig? |
|---|---|---|
| Bauteil-ID | SG-27 | Verwechslung vermeiden |
| Revision | C | Änderungsstand eindeutig halten |
| Einheit | mm | Maßinterpretation sichern |
| Werkstoff | PP, ungefüllt | DFM-Regeln hängen vom Material ab |
| Zielverfahren | Spritzgießen | Geometrie muss zum Prozess passen |
| Entformungsrichtung | Richtung A | Hinterschneidungen und Formschrägen prüfen |
| Funktionsmaß | 18,0 ± 0,15 mm | Prüfung auf Funktion fokussieren |
| Prüfstatus | DFM offen | keine vorzeitige Fertigungsfreigabe |
Dateinamen-Beispiel: SG-27_Rev-C.step. Ein Dateiname allein ist aber keine vollständige Konfigurations- oder Revisionslenkung.
Kurze Entscheidungsroutine für die CAD-Prüfung
| Schritt | Frage | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 Verfahren | Wie soll das Teil hergestellt werden? | passende DFM-Regeln wählen |
| 2 Werkstoff | Welches Material ist festgelegt? | Wand- und Prozessgrenzen einordnen |
| 3 Geometrie | Wo sind dünne, dicke, tiefe oder verdeckte Bereiche? | Warnstellen markieren |
| 4 Richtung | Wo laufen Werkzeug, Fräser oder Schichtaufbau? | Zugänglichkeit und Entformung prüfen |
| 5 Funktion | Welche Maße sind wirklich kritisch? | Toleranzen begründen |
| 6 Dokumentation | Ist Revision und Annahme eindeutig? | prüfbaren Datensatz freigeben |
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
Hilfe 1 – Blickrichtung
Prüfe zuerst Zielverfahren und Hauptbewegung. Beim Spritzgießen ist die Entformungsrichtung zentral. Frage danach: Welche Fläche oder Nase liegt „hinter“ einer anderen Geometrie?
Hilfe 2 – Messwerte
Vergleiche P1 bis P6 mit dem fiktiven Projektfenster 1,5 bis 2,5 mm. Priorisiere nicht nur den kleinsten, sondern auch den größten Ausreißer.
Hilfe 3 – Lösungsidee
Für P4 ist „mehr Material“ keine gute Standardlösung. Denke an Aushöhlen, Rippen und gleichmäßigere Übergänge. Für den Schnapphaken prüfst Du Geometrieöffnung, Schieber oder Funktionsänderung.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit begründetem Feedback
Basis
Aufgabe: Nenne die beiden kritischsten Wandmesspunkte von SG-27.
Feedback anzeigen
P3 mit 1,4 mm liegt unter dem Projektfenster; P4 mit 4,8 mm liegt deutlich darüber. P4 ist besonders kritisch, weil eine massive lokale Verdickung beim Spritzguss ungleichmäßige Abkühlung begünstigt.
Anwendung
Aufgabe: Du darfst genau eine Änderung zuerst umsetzen. Wählst Du P3 verdicken, P4 aushöhlen oder die Dateibezeichnung ändern? Begründe nach Fertigungsrisiko.
Feedback anzeigen
P4 aushöhlen ist die stärkste erste Maßnahme, weil der Wert weit vom Projektfenster entfernt liegt und direkt mit Kühlung, Einfallstellen und Verzug zusammenhängt. Die Revision bleibt wichtig, reduziert aber das geometrische Fertigungsrisiko nicht.
Transfer
Aufgabe: Der Betrieb entscheidet, zunächst zehn FDM-Prototypen zu bauen. Darf die Spritzguss-Hinterschneidungswarnung deshalb aus der Dokumentation verschwinden?
Feedback anzeigen
Nein. Der Prototyp-Prozess ändert nicht das geplante Serienverfahren. Eine Geometrie kann additiv gut herstellbar und im Spritzguss trotzdem nur mit Zusatzbewegung entformbar sein. Die Dokumentation muss den Serienkontext erhalten.
Fachliche Quellen und Medienrechte
Quellenbewertung: ISO wird als normative Referenz zur digitalen Produktdefinition verwendet. Protolabs- und Prusa-Seiten sind Herstellerleitfäden; sie liefern überprüfbare DFM-Hinweise, sind aber keine universellen Normwerte. Konkrete Zahlen des Ausbildungsfalls bleiben deshalb ausdrücklich fiktive Projektvorgaben.
| Quelle | Verwendung im Kurs | Prüfung |
|---|---|---|
| ISO 16792:2021 | digitale Produktdefinitionsdaten | offizielle ISO-Seite; veröffentlichte Ausgabe 2021, Überarbeitung angekündigt |
| Protolabs Spritzguss-DFM | Wandstärke, Formschräge, Hinterschneidung | Herstellerleitfaden; nicht als Norm behandelt |
| Protolabs CNC-Fräsen | dünne Features, Innenradien, Werkzeuggrenzen | Herstellerleitfaden; nicht als Norm behandelt |
| Prusa 3D-Druckgerechtes Modellieren | Perimeter und dünne Wände | Herstellerwissensdatenbank; drucker- und slicerabhängig |
Medienrechte
| Medium | Rechteangabe laut Wikimedia Commons | Nachweis |
|---|---|---|
| CAD model and CNC machined part.PNG | Public Domain | Commons-Dateiseite |
| Principe moulage injection polymere.svg | CC BY-SA 3.0 und GFDL | Commons-Dateiseite |
| Plastic pellets for injection molding.jpg | CC BY-SA 3.0 | Commons-Dateiseite |
| Fillet Designs for Plastic Components.png | CC BY 3.0 | Commons-Dateiseite |
| Ondersnijding.gif | CC BY-SA 3.0 und GFDL | Commons-Dateiseite |
| Toroid cutter profile.svg | Public Domain | Commons-Dateiseite |
| StimUmfangsfraesen2B.png | CC BY-SA 3.0 | Commons-Dateiseite |
| FDM printing diagram.svg | CC0 1.0 | Commons-Dateiseite |
| Aluminium Microstructure.jpg | CC BY-SA 4.0 | Commons-Dateiseite |
| Plastic Injection Molding von engineerguy | YouTube-Ursprung, CC BY 3.0 verifiziert | Commons-Lizenznachweis |
| Go for the wall von TU Delft | YouTube-Ursprung, CC BY 3.0 verifiziert | Commons-Lizenznachweis |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was muss vor einer belastbaren Herstellbarkeitsprüfung feststehen? (Werkstoff und Fertigungsverfahren) (!Nur die Bildschirmfarbe) (!Nur der Dateiname) (!Nur die Anzahl der CAD-Features)
Warum sind möglichst gleichmäßige Wandstärken beim Spritzguss wichtig? (Sie unterstützen gleichmäßigere Füllung und Abkühlung) (!Sie machen jede Formschräge überflüssig) (!Sie verhindern jede Toleranzabweichung) (!Sie ersetzen die Werkstoffauswahl)
Was beschreibt eine Hinterschneidung beim Spritzguss am treffendsten? (Eine Geometrie die die geplante Entformung blockiert) (!Eine besonders glatte Außenfläche) (!Eine automatisch zulässige Toleranz) (!Eine Materialbezeichnung)
Warum entstehen beim CNC-Fräsen an inneren Ecken häufig Radien? (Weil der Fräser einen endlichen Durchmesser besitzt) (!Weil CAD keine Geraden darstellen kann) (!Weil Aluminium immer schmilzt) (!Weil jede Tasche gegossen wird)
Wovon hängt eine sinnvolle FDM-Wandstärke direkt mit ab? (Von Extrusionsbreite und Perimeterzahl) (!Nur von der Dateiendung) (!Nur von der Bildschirmauflösung) (!Nur vom Bauteilnamen)
Welcher Messpunkt im Fall SG-27 ist besonders auffällig dick? (P4 mit 4,8 mm) (!P1 mit 2,0 mm) (!P2 mit 2,1 mm) (!P5 mit 2,0 mm)
Welche Maßnahme passt am besten zu einem massiven Domfuß im Spritzguss? (Aushöhlen und mit geeigneten Rippen stützen) (!Noch massiver ausführen) (!Revision löschen) (!Entformungsrichtung ignorieren)
Welche Information gehört eindeutig zur digitalen Bauteildokumentation? (Revision und Werkstoff) (!Nur die Zoomstufe) (!Nur die Mausgeschwindigkeit) (!Nur das Hintergrundbild)
Was bedeutet ein erfolgreicher FDM-Prototyp für die spätere Spritzgussfreigabe? (Er ersetzt die Spritzguss-DFM-Prüfung nicht) (!Er macht Hinterschneidungen immer zulässig) (!Er beweist automatisch Serienfähigkeit) (!Er hebt alle Toleranzen auf)
Welche Aussage zur ISO 16792 trifft zu? (Sie behandelt digitale Produktdefinitionsdaten) (!Sie legt nur Kunststofffarben fest) (!Sie ist eine Anleitung für Werkzeugschärfen) (!Sie ersetzt jede Fertigungsprüfung)
Memory
| Wandstärke | Füllung und Abkühlung |
| Hinterschneidung | blockierte Entformung |
| Formschräge | leichteres Entformen |
| Innenradius | Fräsergeometrie |
| Perimeter | gedruckte Wandbahn |
| Revision | eindeutiger Änderungsstand |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| gleichmäßige Wandstärke | Spritzgießen |
| Werkzeugzugänglichkeit | CNC-Fräsen |
| Perimeter und Orientierung | FDM |
| Entformungsblockade | Hinterschneidung |
| Revision und Werkstoff | Bauteildokumentation |
Kreuzworträtsel
| Wandstaerke | Welches Geometriemerkmal wird zwischen zwei Bauteilflächen gemessen und ist beim Spritzguss möglichst gleichmäßig zu gestalten? |
| Hinterschneidung | Welche Geometrie kann eine lineare Entformung blockieren? |
| Entformung | Wie heißt das Herauslösen eines Spritzgussteils aus dem Werkzeug? |
| Fraeser | Welches rotierende Werkzeug erzeugt beim CNC-Fräsen innere Radien? |
| Perimeter | Wie heißt eine äußere oder innere Wandbahn beim FDM? |
| Revision | Welcher Begriff bezeichnet einen eindeutig gekennzeichneten Änderungsstand? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Wandstärken markieren: Zeichne eine einfache Gehäuse-Skizze und markiere drei Stellen, an denen Du die Wandstärke prüfen würdest.
- Entformungsrichtung prüfen: Skizziere einen Schnapphaken und zeichne eine Entformungsrichtung ein. Erkläre in zwei Sätzen, wann eine Hinterschneidung entsteht.
- Verfahren vergleichen: Wähle für ein Einzelstück und für 20.000 gleiche Teile jeweils ein plausibles Verfahren und begründe Deine Wahl ohne Kostenwerte zu erfinden.
- Dokumentationskarte: Erstelle auf Papier eine kompakte Freigabekarte mit Bauteil-ID, Revision, Einheit, Werkstoff, Verfahren und einem Funktionsmaß.
Standard
- DFM-Prüfprotokoll: Bewerte die sechs fiktiven Messpunkte von SG-27 und formuliere für jeden auffälligen Punkt eine konkrete Änderungsmaßnahme.
- Dom neu gestalten: Entwirf den massiven Domfuß als ausgehöhlte Variante mit Rippen. Begründe, warum Deine Lösung die Wanddickenverteilung verbessert.
- Fräsbarkeit prüfen: Zeichne eine tiefe Tasche mit scharfer Innenecke und daneben eine fräsbare Variante mit Innenradius. Erkläre den Unterschied aus Sicht des Werkzeugs.
- Prototyp planen: Lege für einen FDM-Formprototyp fest, was Du damit prüfen kannst und was für die spätere Spritzgussfreigabe offenbleibt.
Schwer
- Variantenvergleich: Entwickle drei Lösungen für den Schnapphaken von SG-27: Geometrieöffnung, Schieberlösung und Funktionsänderung. Bewerte Funktion, Werkzeugkomplexität und Prüfrisiko.
- Toleranzbegründung: Entscheide, welche Maße von SG-27 wirklich funktionskritisch sein könnten. Begründe, warum nicht jedes Maß mit derselben engen Toleranz versehen werden sollte.
- Fertigungsbeobachtung: Beobachte nach betrieblicher Freigabe einen realen Fertigungsprozess und notiere nur nichtvertrauliche DFM-Merkmale. Keine internen Zeichnungen, Fotos oder Produktionsdaten hochladen oder weitergeben.
- Freigabegespräch: Führe ein Rollenspiel zwischen Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung durch. Ziel ist eine begründete Freigabe oder Sperre eines fiktiven CAD-Stands.


Lernkontrolle
- Prozesswechsel: Ein Bauteil wird von CNC-Fräsen auf Spritzgießen umgestellt. Nenne drei Geometriemerkmale, die neu bewertet werden müssen, und begründe warum.
- Messwertanalyse: Bei einem Gehäuse liegen fünf Wandbereiche nahe 2 mm und ein Bereich bei 5 mm. Entwickle eine Prüfhypothese für mögliche Fertigungsfolgen und eine geometrische Gegenmaßnahme.
- Entformungskonzept: Eine seitliche Öffnung blockiert die Hauptentformung. Vergleiche Redesign und Schieber hinsichtlich Funktion, Werkzeugkomplexität und Änderungsaufwand.
- Fehlerhafte Freigabe: Ein STEP-Modell trägt keinen Revisionshinweis, die Zeichnung zeigt Revision B und die Arbeitsvorbereitung spricht von Revision C. Entwickle ein Vorgehen, bevor gefertigt wird.
- Prototypenbeweis: Ein FDM-Prototyp passt perfekt in die Baugruppe. Erkläre, welche Aussagen daraus über das spätere Spritzgussteil zulässig sind und welche nicht.
- Materialwechsel: Der Werkstoff wird von PP auf einen anderen Kunststoff geändert. Leite ab, welche DFM-Annahmen zwingend erneut geprüft werden müssen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern eine begründete DFM-Entscheidung treffen und dokumentieren kannst.
- Du benennst Zielverfahren, Werkstoff und Funktionsanforderung vor der Geometriebewertung.
- Du interpretierst eine Wandstärkenansicht und priorisierst kritische Bereiche.
- Du erkennst Hinterschneidungen aus einer vorgegebenen Bewegungs- oder Entformungsrichtung.
- Du unterscheidest Spritzguss-, CNC- und FDM-spezifische Einschränkungen.
- Du schlägst mindestens eine fertigungsgerechte Geometrieänderung vor und begründest sie.
- Du dokumentierst Bauteil-ID, Revision, Einheit, Werkstoff, Verfahren und kritische Toleranzen nachvollziehbar.
- Du trennst fiktive Trainingswerte, Herstellerleitfäden und normative Quellen sauber voneinander.
- Du begründest eine Freigabe, Änderung oder Sperre des CAD-Stands.
OERs zum Thema
Grundlagen zu CAD:
Grundlagen zum Spritzgießen:
Verknüpfte Lernbereiche
Kern des Kurses ist die Verbindung von CAD-Geometrie, Werkstoff, Fertigungsverfahren, Toleranzen, Qualitätssicherung und eindeutiger digitaler Dokumentation.
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