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Buch - Taittiriya-Upanishad - Altindische Überlieferung

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Taittiriya-Upanishad

Altindische Überlieferung

Die drei Teile verbinden Unterweisung im Lernen mit einer Untersuchung der menschlichen Existenz und der Freude. Nahrung, Lebensatem, Denken und Erkenntnis werden als aufeinander bezogene Ebenen betrachtet.

PhilosophieKlasse 11–135 Abschnitte
Taittiriya-Upanishad – historischer Kommentar
Taittiriya-Upanishad – historischer Kommentar — Historische Handschrift des Kommentars zur Taittiriya-Upanishad, vor 1836. Kontextbild zur Wirkungsgeschichte; die Seite enthält Kommentartext. · Ms Sarah Welch · CC BY-SA 4.0 Bildquelle ↗

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Deutsche Übersetzung: Deussen, Paul

Hinweise für den Unterricht
  • Historische philosophische, religiöse und naturkundliche Aussagen sowie zeitgebundene gesellschaftliche Wertungen kritisch einordnen. Diese Texte vermitteln keine heutigen wissenschaftlichen, medizinischen oder rechtlichen Handlungsempfehlungen. Klassenangaben sind eine redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 3 von 5

I. Die Çikshâvallî.

1
I. Die Çikshâvallî.
Vorlage S. 213
2
Der Name çikshâ (1. Unterricht im allgemeinen, 2. der erste Unterricht, d.h. der über Aussprache und Betonung der Laute) ist wohl von dem ersten Abschnitte (Anuvâka 2) entnommen, welcher andeutungsweise den Unterricht in der Phonetik behandelt, passt aber seinem weitern Sinne nach auf die ganze Vallî, sofern die verschiedenen Abschnitte derselben vorwiegend eine Beziehung auf die Schulpraxis zeigen; teils sind es Gebete oder Segenswünsche, wie sie beim Unterrichte von den Schülern und vom Lehrer zu sprechen waren, teils Ermahnungen des Lehrers an den ausscheidenden Schüler, und zwischendurch allegorische Ausdeutungen über die saṃhitâ's (Buchstabenverbindungen), die vyâhṛiti's (die Laute bhûr, bhuvaḥ, svar) und den praṇava (den heiligen Laut om), wie sie auch in andern Vedaschulen den Übergang von der rituellen zur philosophischen Belehrung zu bilden pflegen. Ein engerer Zusammenhang der einzelnen Teile ist nicht zu erkennen, wiewohl die Wiederholung des Eingangsgebetes (unter den entsprechenden Abänderungen) als Schlussgebet auf einen solchen hinzudeuten scheint. Wir sondern die einzelnen Abschnitte, indem wir versuchen, ihre Bestimmung vermutungsweise zu ermitteln.
Vorlage S. 213
3
Erster Anuvâka.
Vorlage S. 213
4
Gebet und Gelübde des Schülers zu Eingang, sei es des ganzen Lehrkursus, sei es der einzelnen Unterrichtsstunde.
Vorlage S. 213
5
Zum Heil sei Mitra, Varuṇa,
Vorlage S. 213
6
Zum Heile sei uns Aryaman!
Vorlage S. 213
7
Zum Heil Indra, Bṛihaspati,
Vorlage S. 213
8
Und Vishṇu, der weitschreitende!
Vorlage S. 213
9
(Ṛigv. 1,90,9).
Vorlage S. 213
10
Verehrung dem Brahman! Verehrung dir, Vâyu! Denn du bist das sichtbare Brahman, dich will ich als das sichtbare Brahman bekennen. Ich will reden, was recht ist, ich will reden, was wahr ist. Das möge mir frommen, das möge dem Lehrenden frommen! Es fromme mir! Es fromme dem Lehrenden! Om! Friede! Friede! Friede!
Vorlage S. 213
11
Zweiter Anuvâka.
Vorlage S. 214
12
Der, wenn auch nicht in der Praxis, so doch prinzipiell erste Unterricht betrifft die Çikshâ oder Phonetik, die Belehrung über die Laute, ihre Aussprache, ihre Betonung und ihre Verbindungen. Diese Lehre wird aber hier nicht entwickelt, sondern nur angedeutet, gleichsam in ihrer Berechtigung anerkannt und als Voraussetzung der folgenden Allegorien in Erinnerung gebracht.
Vorlage S. 214
13
Om! Wir wollen die Çikshâ erklären.
Vorlage S. 214
14
Laute und Betonung [Akzentuation];
Vorlage S. 214
15
Quantität [der Vokale] und Ausdruck [namentlich der Konsonanten];
Vorlage S. 214
16
Ausgleichung (Sâman)[1] und Bindung [der Laute].
Vorlage S. 214
17
Soviel über das Studium der Çikshâ.
Vorlage S. 214
18
Dritter Anuvâka.
Vorlage S. 214
19
Der letzterwähnte Punkt, die Buchstabenverbindung (saṃtânam, saṃhitâ, saṃdhi) gibt, ähnlich wie im Ait. Âr. 3,1-2, Anlass zur Saṃhitâ-upanishad d.h. zur Lehre über den geheimen Sinn der Buchstabenverbindung. Wie nämlich das Brahman, d.h. das Vedawort, schöpferisches Prinzip der Welt ist, so sind auch die im Veda vorliegenden Verbindungen der Worte nach Endlaut und Anfangslaut das Prototyp aller harmonischen Verbindungen in dem Weltganzen. Dies wird an den Welträumen, den Weltlichtern, der Belehrung, der Zeugung und der eignen Person durchgeführt, indem die Bindung (saṃdhi)
Vorlage S. 214
20
zwischen Erde und Himmel der Raum,
Vorlage S. 214
21
zwischen Feuer und Sonne die [den Blitz tragenden Wolken-] Wasser,
Vorlage S. 214
22
zwischen Lehrer und Schüler die Wissenschaft,
Vorlage S. 214
23
zwischen Vater und Mutter das Kind,
Vorlage S. 214
24
zwischen oberer und unterer Kinnlade die Rede ist.
Vorlage S. 214
25
Von der Bindung (saṃdhi) als Resultat wird dann noch weiter das Binden (saṃdhânam) als die dazu führende Tätigkeit unterschieden, nicht ohne allerlei Willkür im einzelnen.
Vorlage S. 214
26
1. Ruhm sei mit uns! Brahmanenwürde sei mit uns! – Weiter wollen wir den Geheimsinn (upanishad) der Buchstabenverbindung (saṃhitâ) erklären, und zwar an fünf Punkten, in bezug auf die Welträume, die Weltlichter, die Wissenschaft, die Zeugung und das eigne Selbst. Dies ist, was sie die grossen Verbindungen nennen.
Vorlage S. 215
27
Jetzt in bezug auf die Welträume. – Der Vorderlaut ist die Erde, der Hinterlaut der Himmel, die Bindung der Raum 2. das Binden der Wind. – So in bezug auf die Welträume
Vorlage S. 215
28
Nun in bezug auf die Weltlichter. – Der Vorderlaut ist das Feuer, der Hinterlaut die Sonne, die Bindung das [Wolken-]Wasser, das Binden das Blitzfeuer [vaidyutaḥ, sc. agnih]. – So in bezug auf die Weltlichter.
Vorlage S. 215
29
Nun in bezug auf die Wissenschaft. – Der Vorderlaut ist der Lehrer, 3. der Hinterlaut der Schüler, die Bindung die Wissenschaft, das Binden die Belehrung. – So in bezug auf die Wissenschaft.
Vorlage S. 215
30
Nun in bezug auf die Zeugung. – Der Vorderlaut ist die Mutter, der Hinterlaut der Vater, die Bindung das Kind, das Binden die Zeugung. – So in bezug auf die Zeugung.
Vorlage S. 215
31
4. Nun in bezug auf das eigne Selbst. – Der Vorderlaut ist die untere Kinnlade, der Hinterlaut die obere Kinnlade, die Bindung die Rede, das Binden die Zunge. – So in bezug auf das eigne Selbst.
Vorlage S. 215
32
Dieses sind die grossen Verbindungen. Wer also diese grossen Verbindungen erklärt bekommt und weiss, der wird verbunden mit Nachkommenschaft, mit Vieh, mit Brahmanenwürde, mit Nährspeise, mit der Himmelswelt.
Vorlage S. 215
33
Vierter Anuvâka.
Vorlage S. 215
34
Dieser Abschnitt (ohne ersichtlichen Zusammenhang mit dem Vorhergehenden und Nachfolgenden) enthält das Gebet mit Opferspende eines um Weisheit und Glück bittenden Brahmanschülers, und zwar eines solchen, der sich auf den Lehrberuf vorbereitet, gerichtet an den Gott Indra, unter welchem hier Ça kara ohne Not die Silbe Om versteht, da Indra auch sonst als Personifikation des Âtman erscheint; vgl. Ait. Âr. 23,7,1. Ait. Up. 1,3,14. Kaush. 2,6 und namentlich Kaush. 3,1. Das ganze Stück bewegt sich in Versen, die unmerklich in rhythmische Prosa übergehen. Die Übersetzung ist an mehrern Stellen, wegen mangelnder Klarheit der Konstruktion und aus andern Gründen, unsicher.
Vorlage S. 215
35
1. Der allgestaltige Zeugestier der Lieder,
Vorlage S. 216
36
Aus Liedern, aus Unsterblichem entsprungen,
Vorlage S. 216
37
Indra durch Weisheit möge mich erlösen,
Vorlage S. 216
38
Möge ich, o Gott, Träger sein des Unsterblichen!
Vorlage S. 216
39
Mein Leib sei rüstig, meine Zunge honigreich,
Vorlage S. 216
40
Viel hörend sei mit meinen Ohren ich!
Vorlage S. 216
41
Du bist der Schrein, der Brahman einschliesst,
Vorlage S. 216
42
Mit Weisheit ganz überdeckt.
Vorlage S. 216
43
Bewahre in mir, was ich gelernt.
Vorlage S. 216
44
Wenn sie herfährt, sich ausbreitend,
Vorlage S. 216
45
2. Langes Weilen bereitend sich, –
Vorlage S. 216
46
Dann werden Kleider und Kühe,
Vorlage S. 216
47
Trank und Speise mir stets zuteil,
Vorlage S. 216
48
Drum bring sie mir, die Glücksgöttin,
Vorlage S. 216
49
Reich an Wolle und Rindern, her! svâhâ!
Vorlage S. 216
50
Möchten die Schüler nach mir fragen! svâhâ!
Vorlage S. 216
51
Viele Schüler zu mir hin fahren! svâhâ!
Vorlage S. 216
52
Schüler den Weg der Forschung wagen! svâhâ!
Vorlage S. 216
53
Selbstbezwingung sich nicht ersparen! svâhâ!
Vorlage S. 216
54
Und Frieden finden im Entsagen! svâhâ!
Vorlage S. 216
55
3. Möge ich der Ruhm meines Stammes sein! svâhâ!
Vorlage S. 216
56
Möge ich besser als Reichere sein! svâhâ!
Vorlage S. 216
57
Lass mich, o Gott, in dich gehen ein! svâhâ!
Vorlage S. 216
58
Gehe, o Gott, selbst in mich ein! svâhâ!
Vorlage S. 216
59
In dir, dem tausendfach verzweigten Sein,
Vorlage S. 216
60
Wasch' ich, o Gott, von Schuld mich rein! svâhâ!
Vorlage S. 216
61
Wie Wasser abgrundwärts stürzen,
Vorlage S. 216
62
Monde zum Tagverschlinger Zeit,
Vorlage S. 216
63
So lass, o Schöpfer, hereilen
Vorlage S. 216
64
Zu mir Schüler von allerwärts! svâhâ!
Vorlage S. 216
65
Du bist meine Zuflucht,
Vorlage S. 216
66
Erleuchte mich, geh' in mich ein!
Vorlage S. 216
67
Fünfter Anuvâka.
Vorlage S. 216
68
Einer der Versuche, für die neue Lehre neue Symbole aufzustellen. Wie dem Opferkultus die Brahmanlehre, so tritt hier den vielgebrauchten drei Vyâhṛiti's oder heiligen Ausrufen: bhûr, bhuvaḥ, svar (der Annahme nach: Erde, Luftraum, Himmel), welche symbolisch auf die drei Welträume, ihre Regenten, die drei Veden und die drei Lebenshauche gedeutet werden, auf die Autorität eines Ṛishi Mâhâcamasya hin, gegenüber als Symbol des Brahman der Ausruf mahas (Macht, Fülle, Gedeihen, vergleichbar dem bhûman, Chând. 7, und dem ânanda, Taitt. 2), welchem als Sonne die Welträume, als Mond die Lichter, als Brahman (d.h. wohl Upanishad) die Veden, als Nahrung die Lebenshauche ihr Gedeihen verdanken (mahîyante), und der sich zu ihnen allen (zu allen andern Gottheiten) verhält wie der Leib (das Selbst, âtman) zu den Gliedern. Wie dem Brahman, so huldigen auch dem, der es weiss, alle jene andern Götter.
Vorlage S. 217
69
1. Bhûr! bhuvaḥ! suvar! so lauten die drei heiligen Ausrufe. Als vierten derselben macht Mâhâcamasya diesen kund: mahas! das ist Brahman; das ist der Âtman (das Selbst, der Leib), die andern Gottheiten sind nur seine Glieder.
Vorlage S. 217
70
Bhûr ist diese Welt, bhuvaḥ der Luftraum, suvar jene Welt, 2. mahas die Sonne, denn durch die Sonne gedeihen (mahîyante) alle die Welten.
Vorlage S. 217
71
Bhûr ist das Feuer, bhuvaḥ der Wind, suvar die Sonne, mahas der Mond, denn durch den Mond gedeihen alle die Weltlichter.
Vorlage S. 217
72
Bhûr sind die Ṛigverse, bhuvaḥ die Sâmanlieder, suvar die Yajussprüche, 3. mahas das Brahman, denn durch das Brahman gedeihen alle die Veden.
Vorlage S. 217
73
Bhûr ist der Aushauch, bhuvaḥ der Einhauch, suvar der Zwischenhauch, mahas die Nahrung, denn durch die Nahrung gedeihen alle die Lebenshauche.
Vorlage S. 217
74
Das sind diese viermal vier, jedesmal vier heilige Ausrufe. Wer sie weiss, der weiss das Brahman, dem bringen alle Götter Spende dar.
Vorlage S. 217
75
Sechster Anuvâka.
Vorlage S. 217
76
Im Anschlusse an die Begriffe des vorigen Abschnittes, bhûr, bhuvaḥ, svar, mahas, wird, als Gegenstück zu dem Hereinfahren des Âtman in den Menschen durch die Kopfnaht Vidṛiti Ait. Up. 1,3,12, das Herausfahren desselben durch die Kopfader (später, seit Maitr. 6,21 Sushumnâ genannt) und den Scheitel geschildert, in einer Weise, welche zwischen den unentwickelten Vorstellungen des Verses Chând. 8,6,6 = Kâṭh. 6,16 und den entwickelten, Maitr. 6,21 und weiterhin die Mitte hält. Auch hier wieder, wie in der erwähnten Stelle Ait. Up. 1,3,14, erscheint die Seele unter dem Namen Indra.
Vorlage S. 217
77
1. Der Raum, der da innen im Herzen ist (Chând. 8,1,1), in dem weilt jener aus Geist bestehende, unsterbliche, goldne Purusha. – Und das, was zwischen den beiden Gaumenseiten gleichwie eine Zitze herabhängt [das Zäpfchen, uvula], das ist der Ausgangsort des Indra [der zu Brahman ziehenden Seele]. – Und wo sich hier der Saum des Haares [d.h. das Haar von dem Saume aus] auseinanderlegt [am Scheitel], da schiebt er die Schädelhälften des Kopfes beiseite und betritt mit dem Worte bhûr das Feuer, mit dem Worte bhuvar den Wind, 2. mit dem Worte suvar die Sonne, mit dem Worte mahas das Brahman. Da erlangt er Autonomie, erlangt er den Geistesherrn; zum Herrn der Rede, Herrn des Auges, Herrn des Ohres, Herrn der Erkenntnis, zu diesem wird er dann, zum Brahman, dessen Leib der [unendliche] Raum, dessen Wesen die Realität, dessen Spielplatz der Lebensodem, dessen Bewusstsein Wonne, dessen Ruhe vollendet, das unsterblich ist. – Als solches, o Prâcînayogya, sollst du es verehren![2]
Vorlage S. 218
78
Siebenter Anuvâka.
Vorlage S. 218
79
In Anlehnung an ein altes Ṛishiwort, wonach pâ ktam idaṃ sarvam, »alles in der Fünfzahl vorhanden ist«, werden hier fünf Welträume, Naturgötter und Naturwesen, und ihnen parallel fünf Lebenshauche, Sinnesorgane und Körperteile aufgestellt. Die Schlussworte deuten den Gedanken an, dass, wer diesen Parallelismus zwischen Mensch und Welt, Mikrokosmus und Makrokosmus versteht, dadurch selbst zum Makrokosmus wird.
Vorlage S. 218
80
Erde,Luftraum,Himmel,Pole,Zwischenpole,
Vorlage S. 218
81
FeuerWindSonne,Mond,Sterne,
Vorlage S. 218
Taittiriya-Upanishad – historischer Kommentar
Kontextbild zum Werk. Taittiriya-Upanishad – historischer Kommentar — Historische Handschrift des Kommentars zur Taittiriya-Upanishad, vor 1836. Kontextbild zur Wirkungsgeschichte; die Seite enthält Kommentartext. · Ms Sarah Welch · CC BY-SA 4.0 Bildquelle ↗
82
WasserKräuterBäume,Raum,Selbst,[3]
Vorlage S. 218
83
soweit in bezug auf die Wesen. – Nun in bezug auf das Selbst:
Vorlage S. 218
84
Aushauch,Einhauch,Zwischenhauch,Aufhauch,Allhauch,
Vorlage S. 219
85
Auge,Ohr,Manas,Rede,Tastsinn,
Vorlage S. 219
86
Haut,Fleisch,Sehne,Knochen,Mark.
Vorlage S. 219
87
Dieses in Beziehung zueinander stellend, hat der Ṛishi gesagt: »Fünffach, fürwahr, ist diese ganze Welt.« Durch die Fünfheit eben gewinnt man sich die Fünfheit.
Vorlage S. 219
88
Achter Anuvâka.
Vorlage S. 219
89
Die im Kultus soviel gebrauchte Silbe Om bedeutet das Brahman, wodurch alle rituellen Bemühungen als eine Vorbereitung auf Brahman und ein Streben zu ihm hin erscheinen.
Vorlage S. 219
90
Der Laut Om ist das Brahman, der Laut Om ist diese ganze Welt. Wenn man sagt Om, so bedeutet dies ein willfähriges Tun, und auch wenn der [Adhvaryu] spricht: »O! lass den Ruf hören«,[4] so lässt der [Agnîdh] ihn hören. Mit Om singen sie die Sâman's, mit Oṃ Çom rezitieren sie die Çastra's, mit Om ruft der Adhvaryu den Antwortruf, mit Om fordert der Brahmán auf, mit Om gibt der [Yajamâna] beim Agnihotram seine Einwilligung. Om spricht auch der Brahmane, wenn er [den Veda] rezitieren will: »möge ich das Brahman [das Vedawort] erlangen.« Und er erlangt das Brahman.
Vorlage S. 219
91
Neunter Anuvâka.
Vorlage S. 219
92
Alle übrigen religiösen Pflichten, wie auch alle Berufsgeschäfte des bürgerlichen Lebens sollen begleitet sein von svâdhyâya »Durchgehen für sich selbst« (nach dem Gedächtnisse oder später nach einem Buche) und pravacanam »Mitteilung an andere«[5] des Veda. Durch dieses Lernen und Lehren des Veda erhalten alle die aufgezählten Verhaltungsweisen und Handlungen erst ihren wahren Wert und ihre höhere Weihe, und keine derselben soll, wie die Wiederholungen einschärfen, vor sich gehen, ohne von dem Studium des göttlichen Wortes erleuchtet zu werden. – Die einseitigen Auffassungen einiger extremen Lehrer werden zum Schlusse erwähnt. Die Missbilligung ihrer Exzentrizitäten, in delikatester Form, liegt in dem, was unser Autor selbst vorher aufgestellt hat.
Vorlage S. 219
93
Rechtschaffenheit und Lernen und Lehren des Veda,
Vorlage S. 220
94
Wahrhaftigkeit und Lernen und Lehren des Veda,
Vorlage S. 220
95
Askese und Lernen und Lehren des Veda,
Vorlage S. 220
96
Bezähmung und Lernen und Lehren des Veda,
Vorlage S. 220
97
Beruhigung und Lernen und Lehren des Veda,
Vorlage S. 220
98
Feueranlegung und Lernen und Lehren des Veda,
Vorlage S. 220
99
Agnihotram und Lernen und Lehren des Veda,
Vorlage S. 220
100
Gastfreundlichkeit und Lernen und Lehren des Veda,
Vorlage S. 220
101
Leutseligkeit und Lernen und Lehren des Veda,
Vorlage S. 220
102
Kinder und Lernen und Lehren des Veda,
Vorlage S. 220
103
Ehepflicht und Lernen und Lehren des Veda,
Vorlage S. 220
104
Nachkommenschaft und Lernen und Lehren des Veda.
Vorlage S. 220
105
Nur Wahrhaftigkeit meint Satyavacas Râthîtara. Nur Askese meint Taponitya Pauruçishṭi. Nur Lernen und Lehren des Veda meint Nâka Maudgalya, denn dies sei die Askese, – dies sei die Askese.
Vorlage S. 220
106
Zehnter Anuvâka.
Vorlage S. 220
107
Eine etwas dunkle, vielleicht auch verderbte, Strophe des (hier wohl zum erstenmal vorkommenden) Triça ku, in welcher, wie es scheint, das Vedastudium redend eingeführt wird und seine eigne belebende und reinigende Kraft preist. Das Metrum ist Mahâbṛihatî Yavamadhyâ, 8 + 8 + 12 + 8 + 8 Silben, wobei asmi zur folgenden Zeile zu nehmen und draviṇam zweisilbig zu sprechen (wenn nicht vielmehr sudraviṇam statt asmi draviṇam zu lesen) ist. Eigentümlich ist die hier, wie auch oben im vierten Anuvâka hervortretende Neigung zum Reime. Vers 1 rerivâ (von ri, gebildet wie rarâvâ Ṛigv. 10,40,7, cikitvanâ Ṛigv. 8,49[60],18) nach Ça k. = prerayitâ, antaryâmî, »belebend«, möglicherweise schon hier »abhauend«. Bei vâjini iva su-amṛitam ist wohl an den Götterhonig der Sonne Chând. 3,1 fg. gedacht. Möglich ist auch die Lesung vâjinîvasu.
Vorlage S. 220
108
Den Lebensbaum belebend ich, –
Vorlage S. 220
109
Mein Ruhm berghoch erhebend sich, –
Vorlage S. 220
110
Wie Sonnensüsstrank höchster Läuterung teilhaft,
Vorlage S. 220
111
Ein Kleinod voller Lebenskraft,
Vorlage S. 220
112
Voll Weisheit, göttertrankbetaut, –
Vorlage S. 220
113
dies ist des Triça ku [Lobspruch über das] Vedastudium
Vorlage S. 220
114
Elfter Anuvâka.
Vorlage S. 220
115
Goldne Regeln, die der Lehrer dem scheidenden Schüler mit auf den Lebensweg gibt. Moralisierende Abschnitte wie dieser sind in den Upanishad's selten, da sie dem Geiste derselben eigentlich widersprechen; daher auch Ça kara nötig findet, ihr Vorkommen hier durch Hinweis auf ihre bloss vorbereitende, läuternde Wirkung zu rechtfertigen. Und allerdings kann es für den, in welchem die Upanishadlehre wirklich lebendig geworden ist, kein Gutes und kein Böses, weil überhaupt kein Werk mehr, geben. Und wenn er auch dem Leibe nach hier fortfährt zu leben und zu handeln, so gehört doch sein Geistiges einer Region an, wo es kein Ich und Du, keine Zwecke und kein Wollen mehr gibt; wodurch zwar kein Sporn für das praktische Leben, wohl aber ein völliges Gesichertsein gegen unmoralische Handlungen in demselben gegeben ist. – Hingegen dem Jüngling, der ins Leben tritt, sind moralische Regeln sehr dienlich. Er hat zwar als Brahmacârin schon die ganze Upanishadlehre (durch Auswendiglernen der Upanishad seiner Schule) in sich aufgenommen, aber das Lebendigwerden derselben kann erst im spätern Leben kommen. So lernen unsre Kinder den Katechismus, aber die »Erweckung« (prabodha) bleibt einer spätern Zeit vorbehalten. – Dem Inhalte nach gliedern sich die Regeln wie folgt:
Vorlage S. 221
116
I. Drei Grundregeln (a).
Vorlage S. 221
117
II. Pflichten des Hausvaters in seinem Verhalten in bezug auf sich selbst (b) und in bezug auf die Nebenmenschen (c); – Richtschnur für Werk und Wandel desselben im ganzen (d).
Vorlage S. 221
118
III. Besondere Fälle: Verhalten gegen Höhere (e), gegen Arme (f), in zweifelhaften Sachen (g) und gegenüber zweifelhaften Personen (h).
Vorlage S. 221
119
1. Nachdem er den Veda mit ihm studiert hat, ermahnt der Lehrer seinen Schüler:
Vorlage S. 221
120
I. (a) Sage die Wahrheit,
Vorlage S. 221
121
Übe die Pflicht,
Vorlage S. 221
122
Vernachlässige nicht das Vedastudium.
Vorlage S. 221
123
II. Nachdem du dem Lehrer die liebe Gabe überreicht hast, sorge, dass der Faden deines Geschlechts nicht reisse.
Vorlage S. 221
124
(b) Vernachlässige nicht die Wahrheit,
Vorlage S. 221
125
Vernachlässige nicht die Pflicht,
Vorlage S. 221
126
Vernachlässige nicht deine Gesundheit,
Vorlage S. 221
127
Vernachlässige nicht dein Vermögen,
Vorlage S. 221
128
Vernachlässige nicht Lernen und Lehren des Veda.
Vorlage S. 221
129
2. (c) Vernachlässige nicht die Pflichten gegen die Götter und Manen,
Vorlage S. 221
130
Ehre die Mutter wie einen Gott,
Vorlage S. 221
131
Ehre den Vater wie einen Gott,
Vorlage S. 222
132
Ehre den Lehrer wie einen Gott,
Vorlage S. 222
133
Ehre den Gast wie einen Gott.
Vorlage S. 222
134
(d) Die Werke, die untadelig sind, die sollst du üben, keine andern.
Vorlage S. 222
135
Was unter uns als guter Wandel gilt, den sollst du einhalten, 3. keinen andern.
Vorlage S. 222
136
III. (e) Wir treffen auch wohl zusammen mit Brahmanen, welche höher stehen als wir selbst: vor diesen darfst du nicht eher, als bis sie sich gesetzt haben, aufatmen [zur Ruhe kommen].
Vorlage S. 222
137
(f) Du sollst geben mit Glauben,
Vorlage S. 222
138
Du sollst nicht geben ohne Glauben,
Vorlage S. 222
139
Du sollst geben mit Freudigkeit,
Vorlage S. 222
140
Du sollst geben mit Schamhaftigkeit,
Vorlage S. 222
141
Du sollst geben mit Furcht [vgl. Ṛigv. 10,117,5],
Vorlage S. 222
142
Du sollst geben mit Mitgefühl.
Vorlage S. 222
143
(g) Ferner, wenn dich einmal Zweifel überkommt in betreff einer Handlung oder Zweifel in betreff eines Verhaltens, 4. so siehe, ob nicht daselbst Brahmanen vorhanden sind von richtigem Urteile, geschickt und erprobt, nicht rigorös, aber treu in ihrer Pflicht; wie diese sich in deiner Lage verhalten würden, also sollst du dich in ihr verhalten.
Vorlage S. 222
144
(h) Endlich, wenn du mit solchen in Berührung kommst, die bescholten sind, so siehe, ob nicht daselbst Brahmanen vorhanden sind von richtigem Urteile, geschickt und erprobt, nicht rigorös, aber treu in ihrer Pflicht; wie diese gegen dieselben sich verhalten würden, also sollst du dich gegen dieselben verhalten.
Vorlage S. 222
145
Das[6] ist die Anweisung [im Vidhi], das ist die Unterweisung [im Arthavâda], das ist die Geheimlehre des Veda [der Vedânta], das ist die Anbefehlung [des Âcâra].
Vorlage S. 222
146
Also sollst du es beobachten, – ja, also sollst du alles dies beobachten!
Vorlage S. 222
147
Zwölfter Anuvâka.
Vorlage S. 222
148
Nachdem der Lehrer seine letzten Ermahnungen gegeben, spricht der Schüler, und hier ohne Zweifel als Abschluss der ganzen Lehrzeit, das Schlussgebet, dem wir, unter den entsprechenden Änderungen, Anuv. 1 schon als Anfangsgebet begegneten.
Vorlage S. 223
149
Zum Heil sei Mitra, Varuṇa,
Vorlage S. 223
150
Zum Heile sei uns Aryaman,
Vorlage S. 223
151
Zum Heil Indra, Bṛihaspati,
Vorlage S. 223
152
Und Vishṇu, der weitschreitende.
Vorlage S. 223
153
Verehrung dem Brahman! Verehrung dir, Vâyu! Denn du bist das sichtbare Brahman, dich habe ich als das sichtbare Brahman bekannt. Ich habe geredet, was recht ist, ich habe geredet, was wahr ist. Das hat mir gefrommt, das hat dem Lehrenden gefrommt. Es frommte mir, es frommte dem Lehrenden. Om! Friede! Friede! Friede!
Vorlage S. 223
154
Fußnoten
Vorlage S. 223
155
1 Vgl. Ait. Âr. 3,1,5,6: »Jenes momentane Verweilen (mâtrâ) zwischen dem Vorderlaut und Hinterlaut [einer Buchstabenverbindung], welches die Bindung anzeigt, das ist das Sâman.« [Z.B. na + iti ist weder getrennt na iti, noch verfliessend neti, sondern mit einer kleinen Mora dazwischen zu sprechen, welche den Übergang von a zu i vermittelt und daher das Sâman, die Ausgleichung beider bildet.]
Vorlage S. 223
156
2 Das Wort »verehren«, wie auch die Nennung des Schülernamens, bringt uns in Erinnerung, dass wir es hier mit dem saguṇam brahma zu tun haben, welches Gegenstand der Verehrung, nicht des Wissens ist.
Vorlage S. 223
157
3 âtman, hier der Weltleib, die Materie, virâj, wie Ça kara richtig erklärt.
Vorlage S. 223
158
4 O-çrâvaya. Vgl. Apastamba bei Vidyâraṇya ad I.p. 55: âkâra-âdim, okâra-âdim, oṃ-kâra-âdiṃ ca taṃ mantraṃ vikalpena udâjahâra.
Vorlage S. 223
159
5 M. Müller in seiner Auffassung von pravacanam als Repetieren hat sich, wie es scheint, durch eine falsche Lesung in der Bibl. Ind. p. 32,7 (adhyayunam statt adhyâpanam) leiten lassen.
Vorlage S. 223
160
6 Diese letzten Worte des Lehrers blicken auf den ganzen Lehrkursus zurück.
Vorlage S. 223

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ich will reden, was recht ist, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Dies ist, was sie die grossen […] nennen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Nachdem« in diesem Textausschnitt? »Nachdem er den Veda mit ihm studiert hat, ermahnt der Lehrer seinen Schüler:«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

5. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Bhûr ist der Aushauch, bhuvaḥ der Einhauch, suvar der […], mahas die Nahrung, denn durch die Nahrung gedeihen alle die Lebenshauche.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Dies wird an den Welträumen, den Weltlichtern, der Belehrung, der Zeugung und der eignen Person durchgeführt, indem die Bindung (saṃdhi)« B: »Im Anschlusse an die Begriffe des vorigen Abschnittes, bhûr, bhuvaḥ, svar, mahas, wird, als Gegenstück zu dem Hereinfahren des Âtman in den Menschen durch die Kopfnaht Vidṛiti Ait.« C: »Bei vâjini iva su-amṛitam ist wohl an den Götterhonig der Sonne Chând. 3,1 fg. gedacht.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Der Laut Om ist das Brahman, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

8. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Die Missbilligung ihrer Exzentrizitäten, in delikatester Form, liegt …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

9. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Unterricht im allgemeinen, 2. der erste Unterricht, d.h. der über Aussprache und Betonung der Laute) ist wohl von dem ersten Abschnitte (Anuvâka 2) entnommen, welcher […] den Unterricht in der Phonetik behandelt, passt aber seinem weitern Sinne nach auf die ganze Vallî, sofern die verschiedenen«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

10. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Das möge mir frommen, das möge dem […] frommen!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Unterricht im allgemeinen, 2. der erste Unterricht, d.h. der über Aussprache und Betonung der Laute) ist wohl von dem ersten Abschnitte (Anuvâka 2) entnommen, welcher andeutungsweise den Unterricht in der Phonetik behandelt, passt aber seinem weitern Sinne nach auf die ganze Vallî, sofern die verschiedenen«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Unterricht im allgemeinen, 2. der erste Unterricht, d.h. der über Aussprache und Betonung der Laute) ist wohl von dem ersten Abschnitte (Anuvâka 2) entnommen, welcher andeutungsweise den Unterricht in der Phonetik behandelt, passt aber seinem weitern Sinne nach auf die ganze Vallî, sofern die verschiedenen« und »ich habe geredet, was wahr ist«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »der Laut Om ist diese ganze Welt«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Unterricht im allgemeinen, 2. der erste Unterricht, d.h. der über Aussprache und Betonung der Laute) ist wohl von dem ersten Abschnitte (Anuvâka 2) entnommen, welcher andeutungsweise den Unterricht in der Phonetik behandelt, passt aber seinem weitern Sinne nach auf die ganze Vallî, sofern die verschiedenen«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Up. 1,3,14, erscheint die Seele unter dem Namen Indra.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Es frommte mir, es frommte dem Lehrenden.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Taittiriya-Upanishad – DTA DiBiPhil

Deutsches Textarchiv, BBAW, DiBiPhil-Korpus; Kuration Matthias Boenig, Susanne Haaf, Marius Hug und DTA-Team; ursprüngliche Digitalisierung Editura/Digitale Bibliothek. Historische Quellausgabe: Sechzig Upanishads des Veda. Aus dem Sanskrit übersetzt und mit Einleitungen und Anmerkungen versehen von Paul Deussen, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1963 [Nachdruck der 3. Aufl. Leipzig: F.A. Brockhaus 1921].

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY-SA 4.0 Lizenz

Originalsprache · Sanskrit

Originaltext in wissenschaftlicher IAST-Umschrift und der Worttrennung des Digital Corpus of Sanskrit. Die gespeicherten Sanskrit-Satzfelder werden unverändert wiedergegeben; dies ist keine moderne Übersetzung und keine automatisch rekonstruierte Sanskritfassung. Vollständige drei Vallīs mit 12, 9 und 10 Anuvākas.

Oliver Hellwig: Digital Corpus of Sanskrit (DCS), 2010–2024; wissenschaftliche Sanskrit-Satzdaten, CC BY 4.0. Originale Worttrennung und IAST-Umschrift erhalten.

Autorschaft und Ausgabe: Altindische Überlieferung · Oliver Hellwig

Originaltext und Ausgabe ↗ · Digital Corpus of Sanskrit, Oliver Hellwig · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.