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Buch - Liebelei - Schnitzler, Arthur

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Originalwerk · Lesefassung

Liebelei

Schnitzler, Arthur · 1896

Fritz sucht in der Beziehung zu Christine Ablenkung von einer gefährlichen Affäre. Unterschiedliche Vorstellungen von Liebe und gesellschaftlicher Ehre führen zu einem tragischen Konflikt.

DramaKlasse 11–135 Abschnitte
Porträt von Schnitzler, Arthur; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Schnitzler, Arthur · Ferdinand Schmutzer · Public domain Bildquelle ↗

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Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.
  • Für die begleitete Analyse in der Oberstufe; je nach Werk werden Gewalt, Sexualität, Krankheit oder historische Diskriminierung thematisiert.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 3 von 5

1. Akt

1
Erster Akt
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2
Zimmer Fritzens. Elegant und behaglich.
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3
Fritz, Theodor. Theodor tritt zuerst ein, er hat den Überzieher auf dem Arm, nimmt den Hut erst nach dem Eintritt ab, hat auch den Stock noch in der Hand.
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4
FRITZ
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5
spricht draußen.
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6
Also es war niemand da?
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7
STIMME DES DIENERS.
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Nein, gnädiger Herr.
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9
FRITZ
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10
im Hereintreten.
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11
Den Wagen könnten wir eigentlich wegschicken?
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THEODOR.
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13
Natürlich. Ich dachte, du hättest es schon getan.
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14
FRITZ
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15
wieder hinausgehend, in der Tür.
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Schicken Sie den Wagen fort. Ja ... Sie können übrigens jetzt auch weggehen, ich brauche Sie heute nicht mehr. Er kommt herein. Zu Theodor. Was legst du denn nicht ab?
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THEODOR
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18
ist neben dem Schreibtisch.
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19
Da sind ein paar Briefe. Er wirft Überzieher und Hut auf einen Sessel, behält den Spazierstock in der Hand.
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20
FRITZ
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21
geht hastig zum Schreibtisch.
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Ah! ...
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THEODOR.
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24
Na, na! ... Du erschrickst ja förmlich.
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FRITZ.
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26
Von Papa ... Erbricht den anderen. von Lensky ...
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THEODOR.
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Lass dich nicht stören.
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FRITZ
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durchfliegt die Briefe.
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THEODOR.
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Was schreibt denn der Papa?
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FRITZ.
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Nichts Besonderes ... Zu Pfingsten soll ich auf acht Tage aufs Gut.
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THEODOR.
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Wäre sehr vernünftig. Ich möchte dich auf ein halbes Jahr hinschicken.
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FRITZ
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der vor dem Schreibtisch steht, wendet sich nach ihm um.
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39
THEODOR.
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Gewiss! – Reiten, kutschieren, frische Luft, Sennerinnen –
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FRITZ.
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42
Du, Sennhütten gibt's auf Kukuruzfeldern keine!
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THEODOR.
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44
Naja also, du weißt schon, was ich meine ...
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FRITZ.
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46
Willst du mit mir hinkommen?
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THEODOR.
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48
Kann ja nicht!
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49
FRITZ.
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50
Warum denn?
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51
THEODOR.
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52
Mensch, ich hab' ja Rigorosum zu machen! Wenn ich mit dir hinginge, wär' es nur, um dich dort zu halten.
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53
FRITZ.
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54
Geh, mach dir um mich keine Sorgen!
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THEODOR.
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56
Du brauchst nämlich – das ist meine Überzeugung – nichts anderes als frische Luft! – Ich hab's heute gesehen. Da draußen, wo der echte grüne Frühling ist, bist du wieder ein sehr lieber und angenehmer Mensch gewesen.
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57
FRITZ.
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58
Danke.
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59
THEODOR.
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60
Und jetzt – jetzt knickst du natürlich zusammen. Wir sind dem gefährlichen Dunstkreis wieder zu nah.
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FRITZ
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62
macht eine ärgerliche Bewegung.
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63
THEODOR.
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64
Du weißt nämlich gar nicht, wie fidel du da draußen gewesen bist – du warst geradezu bei Verstand – es war wie in den guten alten Tagen ... – Auch neulich, wie wir mit den zwei herzigen Mäderln zusammen waren, bist du ja sehr nett gewesen, aber jetzt – ist es natürlich wieder aus, und du findest es dringend notwendig Mit ironischem Pathos. – an jenes Weib zu denken.
Vorlage S. 216
65
FRITZ
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steht auf, ärgerlich.
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THEODOR.
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68
Du kennst mich nicht, mein Lieber. Ich habe nicht die Absicht, das länger zu dulden.
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FRITZ.
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70
Herrgott, bist du energisch! ...
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THEODOR.
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72
Ich verlang' ja nicht von dir, dass du Wie oben. jenes Weib vergisst ... ich möchte nur, Herzlich. mein lieber Fritz, dass dir diese unglückselige Geschichte, in der man ja immer für dich zittern muss, nicht mehr bedeutet als ein gewöhnliches Abenteuer ... Schau Fritz, wenn du eines Tages »jenes Weib« nicht mehr anbetest, da wirst du dich wundern, wie sympathisch sie dir sein wird. Da wirst du erst drauf kommen, dass sie gar nichts Dämonisches an sich hat, sondern dass sie ein sehr liebes Frauerl ist, mit dem man sich sehr gut amüsieren kann, wie mit allen Weibern, die jung und hübsch sind und ein bisschen Temperament haben.
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FRITZ.
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74
Warum sagst du »für mich zittern«?
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THEODOR.
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Du weißt es ... Ich kann dir nicht verhehlen, dass ich eine ewige Angst habe, du gehst eines schönen Tages mit ihr auf und davon.
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FRITZ.
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78
Das meintest du? ...
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THEODOR
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80
nach einer kurzen Pause.
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81
Es ist nicht die einzige Gefahr.
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FRITZ.
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83
Du hast recht, Theodor, – es gibt auch andere.
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84
THEODOR.
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Man macht eben keine Dummheiten.
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FRITZ
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vor sich hin.
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88
Es gibt andere ...
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89
THEODOR.
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90
Was hast du? ... Du denkst an was ganz Bestimmtes.
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FRITZ.
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92
Ach nein, ich denke nicht an Bestimmtes ... Mit einem Blick zum Fenster. Sie hat sich ja schon einmal getäuscht.
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THEODOR.
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94
Wieso? ... Was? ... ich versteh' dich nicht.
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FRITZ.
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Ach nichts.
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97
THEODOR.
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98
Was ist das? So red' doch vernünftig.
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99
FRITZ.
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100
Sie ängstigt sich in der letzten Zeit ... zuweilen.
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101
THEODOR.
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102
Warum? – Das muss doch einen Grund haben.
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103
FRITZ.
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104
Durchaus nicht. Nervosität – Ironisch. schlechtes Gewissen, wenn du willst.
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105
THEODOR.
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106
Du sagst, sie hat sich schon einmal getäuscht –
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FRITZ.
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108
Nun ja – und heute wohl wieder.
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109
THEODOR.
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110
Heute – Ja, was heißt denn das alles –?
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FRITZ
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112
nach einer kleinen Pause.
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Sie glaubt, ... man passt uns auf.
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114
THEODOR.
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Wie?
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FRITZ.
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117
Sie hat Schreckbilder, wahrhaftig, förmliche Halluzinationen. Beim Fenster. Sie sieht hier durch den Ritz des Vorhanges irgend einen Menschen, der dort an der Straßenecke steht, und glaubt – Unterbricht sich. Ist es überhaupt möglich, ein Gesicht auf diese Entfernung hin zu erkennen?
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THEODOR.
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Kaum.
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FRITZ.
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Das sag' ich ja auch. Aber das ist dann schrecklich. Da traut sie sich nicht fort, da bekommt sie alle möglichen Zustände, da hat sie Weinkrämpfe, da möchte sie mit mir sterben –
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THEODOR.
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123
Natürlich.
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FRITZ
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kleine Pause.
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Heute musste ich hinunter, nachsehen. So gemütlich, als wenn ich eben allein von Hause wegginge; – es war natürlich weit und breit kein bekanntes Gesicht zu sehn ...
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THEODOR
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schweigt.
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FRITZ.
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130
Das ist doch vollkommen beruhigend, nicht wahr? Man versinkt ja nicht plötzlich in die Erde, was? ... So antwort' mir doch!
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131
THEODOR.
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132
Was willst du denn darauf für eine Antwort? Natürlich versinkt man nicht in die Erde. Aber in Haustore versteckt man sich zuweilen.
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FRITZ.
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134
Ich hab' in jedes hineingesehen.
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THEODOR.
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136
Da musst du einen sehr harmlosen Eindruck gemacht haben.
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137
FRITZ.
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138
Niemand war da. Ich sag's ja, Halluzinationen.
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139
THEODOR.
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Gewiss. Aber es sollte dich lehren vorsichtiger sein.
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141
FRITZ.
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142
Ich hätt' es ja auch merken müssen, wenn er einen Verdacht hätte. Gestern habe ich ja nach dem Theater mit ihnen soupiert – mit ihm und ihr – und es war so gemütlich, sag' ich dir! ... lächerlich!
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143
THEODOR.
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144
Ich bitt' dich, Fritz – tu mir den Gefallen, sei vernünftig. Gib diese ganze verdammte Geschichte auf – schon meinetwegen. Ich hab' ja auch Nerven ... Ich weiß ja, du bist nicht der Mensch, dich aus einem Abenteuer ins Freie zu retten, drum hab' ich dir's ja so bequem gemacht und dir Gelegenheit gegeben, dich in ein anderes hin einzuretten ...
Vorlage S. 218
145
FRITZ.
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146
Du? ...
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THEODOR.
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148
Nun, hab' ich dich nicht vor ein paar Wochen zu meinem Rendezvous mit Fräulein Mizi mitgenommen? Und hab' ich nicht Fräulein Mizi gebeten, ihre schönste Freundin mitzubringen? Und kannst du es leugnen, dass dir die Kleine sehr gut gefällt? ...
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149
FRITZ.
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150
Gewiss ist die lieb! ... So lieb! Und du hast ja gar keine Ahnung, wie ich mich nach so einer Zärtlichkeit ohne Pathos gesehnt habe, nach so was Süßem, Stillem, das mich umschmeichelt, an dem ich mich von den ewigen Aufregungen und Martern erholen kann.
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151
THEODOR.
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152
Das ist es, ganz richtig! Erholen! Das ist der tiefere Sinn. Zum Erholen sind sie da. Drum bin ich auch immer gegen die sogenannten interessanten Weiber. Die Weiber haben nicht interessant zu sein, sondern angenehm. Du musst dein Glück suchen, wo ich es bisher gesucht und gefunden habe, dort, wo es keine großen Szenen, keine Gefahren, keine tragischen Verwicklungen gibt, wo der Beginn keine besonderen Schwierigkeiten und das Ende keine Qualen hat, wo man lächelnd den ersten Kuß empfängt und mit sehr sanfter Rührung scheidet.
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153
FRITZ.
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154
Ja, das ist es.
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155
THEODOR.
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156
Die Weiber sind ja so glücklich in ihrer gesunden Menschlichkeit – was zwingt uns denn, sie um jeden Preis zu Dämonen oder zu Engeln zu machen?
Vorlage S. 218
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FRITZ.
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Sie ist wirklich ein Schatz. So anhänglich, so lieb. Manchmal scheint mir fast, zu lieb für mich.
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THEODOR.
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Du bist unverbesserlich, scheint es. Wenn du die Absicht hast, auch die Sache wieder ernst zu nehmen –
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FRITZ.
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Aber ich denke nicht daran. Wir sind ja einig: Erholung.
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THEODOR.
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Ich würde auch meine Hände von dir abziehen. Ich hab' deine Liebestragödien satt. Du langweilst mich damit. Und wenn du Lust hast, mir mit dem berühmten Gewissen zu kommen, so will ich dir mein einfaches Prinzip für solche Fälle verraten: Besser ich als ein anderer. Denn der Andere ist unausbleiblich wie das Schicksal.
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Es klingelt.
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FRITZ.
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Was ist denn das? ...
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168
THEODOR.
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Sieh nur nach. – Du bist ja schon wieder blass! Also beruhige dich sofort. Es sind die zwei süßen Mäderln.
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170
FRITZ
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171
angenehm überrascht.
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172
Was? ...
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THEODOR.
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Ich habe mir die Freiheit genommen, sie für heute zu dir einzuladen.
Vorlage S. 219
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FRITZ
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im Hinausgehen.
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Geh – warum hast du mir's denn nicht gesagt! Jetzt hab' ich den Diener weggeschickt.
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178
THEODOR.
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179
Um so gemütlicher.
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FRITZENS STIMME
Vorlage S. 219
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draußen.
Vorlage S. 219
182
Grüß Sie Gott, Mizi! –
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Theodor, Fritz, Mizi tritt ein, trägt ein Paket in der Hand.
Vorlage S. 219
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FRITZ.
Vorlage S. 219
185
Und wo ist denn die Christin'? –
Vorlage S. 219
186
MIZI.
Vorlage S. 219
187
Kommt bald nach. Grüß' dich Gott, Dori.
Vorlage S. 219
188
THEODOR
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küßt ihr die Hand.
Vorlage S. 219
190
MIZI.
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191
Sie müssen schon entschuldigen, Herr Fritz; aber der Theodor hat uns einmal eingeladen –
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192
FRITZ.
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193
Aber das ist ja eine famose Idee gewesen. Nur hat er eines vergessen, der Theodor –
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194
THEODOR.
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Nichts hat er vergessen, der Theodor! Nimmt der Mizi das Paket aus der Hand. Hast du alles mitgebracht, was ich dir aufgeschrieben hab'? –
Vorlage S. 219
196
MIZI.
Vorlage S. 219
197
Freilich! Zu Fritz. Wo darf ich's denn hinlegen?
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FRITZ.
Vorlage S. 219
199
Geben Sie mir's nur, Mizi, wir legen's indessen da auf die Kredenz.
Vorlage S. 219
200
MIZI.
Vorlage S. 219
201
Ich hab' noch extra was gekauft, was du nicht aufgeschrieben hast, Dori.
Vorlage S. 219
202
FRITZ.
Vorlage S. 219
203
Geben Sie mir Ihren Hut, Mizi, so – Legt ihn aufs Klavier, ebenso ihre Boa.
Vorlage S. 219
204
THEODOR
Vorlage S. 219
205
mißtrauisch.
Vorlage S. 219
206
Was denn?
Vorlage S. 219
207
MIZI.
Vorlage S. 219
208
Eine Mokkacremetorte.
Vorlage S. 219
209
THEODOR.
Vorlage S. 219
210
Naschkatz'!
Vorlage S. 219
211
FRITZ.
Vorlage S. 219
212
Ja, aber sagen Sie, warum ist denn die Christin' nicht gleich mitgekommen? –
Vorlage S. 219
213
MIZI.
Vorlage S. 219
214
Die Christin' begleitet ihren Vater zum Theater hin. Sie fährt dann mit der Tramway her.
Vorlage S. 219
215
THEODOR.
Vorlage S. 220
216
Das ist eine zärtliche Tochter ...
Vorlage S. 220
217
MIZI.
Vorlage S. 220
218
Na, und gar in der letzten Zeit, seit der Trauer.
Vorlage S. 220
219
THEODOR.
Vorlage S. 220
220
Wer ist ihnen denn eigentlich gestorben?
Vorlage S. 220
221
MIZI.
Vorlage S. 220
222
Die Schwester vom alten Herrn.
Vorlage S. 220
223
THEODOR.
Vorlage S. 220
224
Ah, die Frau Tant'!
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225
MIZI.
Vorlage S. 220
226
Nein, das war eine alte Fräul'n, die schon immer bei ihnen gewohnt hat – Na, und da fühlt er sich halt so vereinsamt.
Vorlage S. 220
227
THEODOR.
Vorlage S. 220
228
Nicht wahr, der Vater von der Christin', das ist so ein kleiner Herr mit kurzem grauen Haar –
Vorlage S. 220
229
MIZI
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230
schüttelt den Kopf.
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231
Nein, er hat ja lange Haar'.
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232
FRITZ.
Vorlage S. 220
233
Woher kennst du ihn denn?
Vorlage S. 220
234
THEODOR.
Vorlage S. 220
235
Neulich war ich mit dem Lensky in der Josefstadt und da hab' ich mir die Leut' mit den Baßgeigen angeschaut.
Vorlage S. 220
236
MIZI.
Vorlage S. 220
237
Er spielt ja nicht Baßgeige, Violin' spielt er.
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238
THEODOR.
Vorlage S. 220
239
Ach so, ich hab' gemeint, er spielt Baßgeige. Zu Mizi, die lacht. Das ist ja nicht komisch; das kann ich ja nicht wissen, du Kind.
Vorlage S. 220
240
MIZI.
Vorlage S. 220
241
Schön haben Sie's, Herr Fritz – wunderschön! Wohin haben Sie denn die Aussicht?
Vorlage S. 220
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FRITZ.
Vorlage S. 220
243
Das Fenster da geht in die Strohgasse, und im Zimmer daneben –
Vorlage S. 220
244
THEODOR
Vorlage S. 220
245
rasch.
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246
Sagt mir nur, warum seid ihr denn so gespreizt miteinander? Ihr könntet euch wirklich du sagen.
Vorlage S. 220
247
MIZI.
Vorlage S. 220
248
Beim Nachtmahl trinken wir Bruderschaft.
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249
THEODOR.
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250
Solide Grundsätze! Immerhin beruhigend. – – Wie geht's denn der Frau Mutter?
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MIZI
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252
wendet sich zu ihm, plötzlich mit besorgter Miene.
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253
Denk' dir, sie hat –
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254
THEODOR.
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255
Zahnweh – ich weiß, ich weiß. Deine Mutter hat immer Zahnweh. Sie soll endlich einmal zu einem Zahnarzt gehen.
Vorlage S. 220
256
MIZI.
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257
Aber der Doktor sagt, es ist nur rheumatisch.
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258
THEODOR
Vorlage S. 220
259
lachend.
Vorlage S. 220
260
Ja, wenn's rheumatisch ist –
Vorlage S. 220
261
MIZI
Vorlage S. 220
262
ein Album in der Hand.
Vorlage S. 220
263
Lauter so schöne Sachen haben Sie da! ... Im Blättern. Wer ist denn das? ... Das sind ja Sie, Herr Fritz ... In Uniform!? Sie sind beim Militär?
Vorlage S. 220
264
FRITZ.
Vorlage S. 220
265
Ja.
Vorlage S. 220
266
MIZI.
Vorlage S. 220
267
Dragoner! – Sind Sie bei den gelben oder bei den schwarzen?
Vorlage S. 220
268
FRITZ
Vorlage S. 220
269
lächelnd.
Vorlage S. 220
270
Bei den gelben.
Vorlage S. 220
271
MIZI
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wie in Träume versunken.
Vorlage S. 220
273
Bei den gelben.
Vorlage S. 220
274
THEODOR.
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275
Da wird sie ganz träumerisch! Mizi, wach' auf!
Vorlage S. 220
276
MIZI.
Vorlage S. 221
277
Aber jetzt sind Sie Leutnant der Reserve?
Vorlage S. 221
278
FRITZ.
Vorlage S. 221
279
Allerdings.
Vorlage S. 221
280
MIZI.
Vorlage S. 221
281
Sehr gut müssen Sie ausschaun mit dem Pelz.
Vorlage S. 221
282
THEODOR.
Vorlage S. 221
283
Umfassend ist dieses Wissen! – Du, Mizi, ich bin nämlich auch beim Militär.
Vorlage S. 221
284
MIZI.
Vorlage S. 221
285
Bist du auch bei den Dragonern?
Vorlage S. 221
286
THEODOR.
Vorlage S. 221
287
Ja. –
Vorlage S. 221
288
MIZI.
Vorlage S. 221
289
Ja, warum sagt Ihr einem denn das nicht? ...
Vorlage S. 221
290
THEODOR.
Vorlage S. 221
291
Ich will um meiner selbst willen geliebt werden.
Vorlage S. 221
292
MIZI.
Vorlage S. 221
293
Geh, Dori, da musst du dir nächstens, wenn wir zusammen wohingehen, die Uniform anziehn.
Vorlage S. 221
294
THEODOR.
Vorlage S. 221
295
Im August hab' ich sowieso Waffenübung.
Vorlage S. 221
296
MIZI.
Vorlage S. 221
297
Gott, bis zum August –
Vorlage S. 221
298
THEODOR.
Vorlage S. 221
299
Ja, richtig – so lange währt die ewige Liebe nicht.
Vorlage S. 221
300
MIZI.
Vorlage S. 221
301
Wer wird denn im Mai an den August denken. Ist's nicht wahr, Herr Fritz? – Sie, Herr Fritz, warum sind denn Sie uns gestern durchgegangen?
Vorlage S. 221
302
FRITZ.
Vorlage S. 221
303
Wieso ...
Vorlage S. 221
304
MIZI.
Vorlage S. 221
305
Na ja – nach dem Theater.
Vorlage S. 221
306
FRITZ.
Vorlage S. 221
307
Hat mich denn der Theodor nicht bei euch entschuldigt?
Vorlage S. 221
308
THEODOR.
Vorlage S. 221
309
Freilich hab' ich dich entschuldigt.
Vorlage S. 221
310
MIZI.
Vorlage S. 221
311
Was hab' denn ich – oder vielmehr die Christin' von Ihrer Entschuldigung! Wenn man was verspricht, so halt man's.
Vorlage S. 221
312
FRITZ.
Vorlage S. 221
313
Ich wär' wahrhaftig lieber mit euch gewesen ...
Vorlage S. 221
314
MIZI.
Vorlage S. 221
315
Is' wahr? ...
Vorlage S. 221
316
FRITZ.
Vorlage S. 221
317
Aber, ich konnt' nicht. Sie haben ja gesehen, ich war mit Bekannten in der Loge, und da hab' ich mich nachher nicht losmachen können.
Vorlage S. 221
318
MIZI.
Vorlage S. 221
319
Ja, von den schönen Damen haben Sie sich nicht losmachen können. Glauben Sie, wir haben Sie nicht gesehen von der Gallerie aus?
Vorlage S. 221
320
FRITZ.
Vorlage S. 221
321
Ich hab' euch ja auch gesehn ...
Vorlage S. 221
322
MIZI.
Vorlage S. 221
323
Sie sind rückwärts in der Loge gesessen. –
Vorlage S. 221
324
FRITZ.
Vorlage S. 221
325
Nicht immer.
Vorlage S. 221
326
MIZI.
Vorlage S. 221
327
Aber meistens. Hinter einer Dame mit einem schwarzen Samtkleid sind Sie gesessen und haben immer Parodierende Bewegung. so hervorgeguckt.
Vorlage S. 221
328
FRITZ.
Vorlage S. 221
329
Sie haben mich aber genau beobachtet.
Vorlage S. 221
330
MIZI.
Vorlage S. 221
331
Mich geht's ja nichts an! Aber wenn ich die Christin' wär' ... Warum hat denn der Theodor nach dem Theater Zeit? Warum muss der nicht mit Bekannten soupieren gehn?
Vorlage S. 221
332
THEODOR
Vorlage S. 222
333
stolz.
Vorlage S. 222
334
Warum muss ich nicht mit Bekannten soupieren gehn? ...
Vorlage S. 222
335
Es klingelt.
Vorlage S. 222
336
MIZI.
Vorlage S. 222
337
Das ist die Christin'.
Vorlage S. 222
338
FRITZ
Vorlage S. 222
339
eilt hinaus.
Vorlage S. 222
340
THEODOR.
Vorlage S. 222
341
Mizi, du könntest mir einen Gefallen tun.
Vorlage S. 222
342
MIZI
Vorlage S. 222
343
fragende Miene.
Vorlage S. 222
344
THEODOR.
Vorlage S. 222
345
Vergiss – auf einige Zeit wenigstens – deine militärischen Erinnerungen.
Vorlage S. 222
346
MIZI.
Vorlage S. 222
347
Ich hab' ja gar keine.
Vorlage S. 222
348
THEODOR.
Vorlage S. 222
349
Na du, aus dem Schematismus hast du die Sachen nicht gelernt, das merkt man.
Vorlage S. 222
350
Theodor, Mizi, Fritz, Christine mit Blumen in der Hand.
Vorlage S. 222
351
CHRISTINE
Vorlage S. 222
352
grüßt mit ganz leichter Befangenheit.
Vorlage S. 222
353
Guten Abend. Begrüßung. Zu Fritz. Freut's dich, dass wir gekommen sind? – Bist nicht bös?
Vorlage S. 222
354
FRITZ.
Vorlage S. 222
355
Aber Kind! – Manchmal ist ja der Theodor gescheiter als ich. –
Vorlage S. 222
356
THEODOR.
Vorlage S. 222
357
Na, geigt er schon, der Herr Papa?
Vorlage S. 222
358
CHRISTINE.
Vorlage S. 222
359
Freilich; ich hab' ihn zum Theater hinbegleitet.
Vorlage S. 222
360
FRITZ.
Vorlage S. 222
361
Die Mizi hat's uns erzählt. –
Vorlage S. 222
362
CHRISTINE
Vorlage S. 222
363
zu Mizi.
Vorlage S. 222
364
Und die Kathrin' hat mich noch aufgehalten.
Vorlage S. 222
365
MIZI.
Vorlage S. 222
366
O jeh, die falsche Person.
Vorlage S. 222
367
CHRISTINE.
Vorlage S. 222
368
Oh, die ist gewiss nicht falsch, die ist sehr gut zu mir.
Vorlage S. 222
369
MIZI.
Vorlage S. 222
370
Du glaubst auch einer jeden.
Vorlage S. 222
371
CHRISTINE.
Vorlage S. 222
372
Warum soll denn die gegen mich falsch sein?
Vorlage S. 222
373
FRITZ.
Vorlage S. 222
374
Wer ist denn die Kathrin'?
Vorlage S. 222
375
MIZI.
Vorlage S. 222
376
Die Frau von einem Strumpfwirker und ärgert sich alleweil, wenn wer jünger ist wie sie.
Vorlage S. 222
377
CHRISTINE.
Vorlage S. 222
378
Sie ist ja selbst noch eine junge Person.
Vorlage S. 222
379
FRITZ.
Vorlage S. 222
380
Lassen wir die Kathrin'. – Was hast du denn da?
Vorlage S. 222
381
CHRISTINE.
Vorlage S. 222
382
Ein paar Blumen hab' ich dir mitgebracht.
Vorlage S. 222
383
FRITZ
Vorlage S. 222
384
nimmt sie ihr ab und küßt ihr die Hand.
Vorlage S. 222
385
Du bist ein Engerl. Wart', die wollen wir da in die Vase ...
Vorlage S. 222
386
THEODOR.
Vorlage S. 222
387
Oh nein! Du hast gar kein Talent zum Festarrangeur. Die Blumen werden zwanglos auf den Tisch gestreut ... Nachher übrigens, wenn aufgedeckt ist. Eigentlich sollte man das so arrangieren, dass sie von der Decke herunterfallen. Das wird aber wieder nicht gehen.
Vorlage S. 222
388
FRITZ
Vorlage S. 223
389
lachend.
Vorlage S. 223
390
Kaum.
Vorlage S. 223
391
THEODOR.
Vorlage S. 223
392
Unterdessen wollen wir sie doch da hineinstecken.
Vorlage S. 223
393
Gibt sie in die Vase.
Vorlage S. 223
394
MIZI.
Vorlage S. 223
395
Kinder, dunkel wird's!
Vorlage S. 223
396
FRITZ
Vorlage S. 223
397
hat der Christine geholfen, die Überjacke auszuziehen, sie hat auch ihren Hut abgelegt, er gibt die Dinge auf einen Stuhl im Hintergrund.
Vorlage S. 223
398
Gleich wollen wir die Lampe anzünden.
Vorlage S. 223
399
THEODOR.
Vorlage S. 223
400
Lampe! Keine Idee! Lichter werden wir anzünden. Das macht sich viel hübscher. Komm, Mizi, kannst mir helfen. Er und Mizi zünden die Lichter an; die Kerzen in den zwei Armleuchtern auf dem Trumeau, eine Kerze auf dem Schreibtisch, dann zwei Kerzen auf der Kredenz.
Vorlage S. 223
401
Unterdessen sprechen Fritz und Christine miteinander.
Vorlage S. 223
402
FRITZ.
Vorlage S. 223
403
Wie geht's dir denn, mein Schatz?
Vorlage S. 223
404
CHRISTINE.
Vorlage S. 223
405
Jetzt geht's mir gut. –
Vorlage S. 223
406
FRITZ.
Vorlage S. 223
407
Na, und sonst?
Vorlage S. 223
408
CHRISTINE.
Vorlage S. 223
409
Ich hab' mich so nach dir gesehnt.
Vorlage S. 223
410
FRITZ.
Vorlage S. 223
411
Wir haben uns ja gestern erst gesehen.
Vorlage S. 223
412
CHRISTINE.
Vorlage S. 223
413
Gesehn ... von weitem ... Schüchtern. Du, das war nicht schön, dass du ...
Vorlage S. 223
414
FRITZ.
Vorlage S. 223
415
Ja, ich weiß schon; die Mizi hat's mir schon gesagt. Aber du bist ein Kind wie gewöhnlich. Ich hab' nicht los können. So was musst du ja begreifen.
Vorlage S. 223
416
CHRISTINE.
Vorlage S. 223
417
Ja ... du, Fritz ... wer waren denn die Leute in der Loge?
Vorlage S. 223
418
FRITZ.
Vorlage S. 223
419
Bekannte – das ist doch ganz gleichgültig, wie sie heißen.
Vorlage S. 223
420
CHRISTINE.
Vorlage S. 223
421
Wer war denn die Dame im schwarzen Samtkleid?
Vorlage S. 223
422
FRITZ.
Vorlage S. 223
423
Kind, ich hab' gar kein Gedächtnis für Toiletten.
Vorlage S. 223
424
CHRISTINE
Vorlage S. 223
425
schmeichelnd.
Vorlage S. 223
426
Na!
Vorlage S. 223
427
FRITZ.
Vorlage S. 223
428
Das heißt, ... ich hab' dafür auch schon ein Gedächtnis – in gewissen Fällen. Zum Beispiel an die dunkelgraue Bluse erinner' ich mich sehr gut, die du angehabt hast, wie wir uns das erste Mal gesehen haben. Und die weiß-schwarze Taille, gestern ... im Theater –
Vorlage S. 223
429
CHRISTINE.
Vorlage S. 223
430
Die hab' ich ja heut auch an!
Vorlage S. 223
431
FRITZ.
Vorlage S. 223
432
Richtig ... von weitem sieht die nämlich ganz anders aus – im Ernst! Oh, und das Medaillon, das kenn' ich auch!
Vorlage S. 223
433
CHRISTINE
Vorlage S. 223
434
lächelnd.
Vorlage S. 223
435
Wann hab' ich's umgehabt?
Vorlage S. 223
436
FRITZ.
Vorlage S. 223
437
Vor – na, damals, wie wir in dem Garten bei der Linie spazieren gegangen sind, wo die vielen Kinder gespielt haben ... nicht wahr ...?
Vorlage S. 223
438
CHRISTINE.
Vorlage S. 224
439
Ja ... Du denkst doch manchmal an mich.
Vorlage S. 224
440
FRITZ.
Vorlage S. 224
441
Ziemlich häufig, mein Kind ...
Vorlage S. 224
442
CHRISTINE.
Vorlage S. 224
443
Nicht so oft, wie ich an dich. Ich denke immer an dich ... den ganzen Tag ... und froh kann ich doch nur sein, wenn ich dich seh'!
Vorlage S. 224
444
FRITZ.
Vorlage S. 224
445
Sehn wir uns denn nicht oft genug? –
Vorlage S. 224
446
CHRISTINE.
Vorlage S. 224
447
Oft ...
Vorlage S. 224
448
FRITZ.
Vorlage S. 224
449
Freilich. Im Sommer werden wir uns weniger sehn ... Denk' dir, wenn ich zum Beispiel einmal auf ein paar Wochen verreiste, was möchtest du da sagen?
Vorlage S. 224
450
CHRISTINE
Vorlage S. 224
451
ängstlich.
Vorlage S. 224
452
Wie? Du willst verreisen?
Vorlage S. 224
453
FRITZ.
Vorlage S. 224
454
Nein ... Immerhin wär' es aber möglich, dass ich einmal die Laune hätte, acht Tage ganz allein zu sein ...
Vorlage S. 224
455
CHRISTINE.
Vorlage S. 224
456
Ja, warum denn?
Vorlage S. 224
457
FRITZ.
Vorlage S. 224
458
Ich spreche ja nur von der Möglichkeit. Ich kenne mich, ich hab' solche Launen. Und du könntest ja auch einmal Lust haben, mich ein paar Tage nicht zu sehn ... das werd' ich immer verstehn.
Vorlage S. 224
459
CHRISTINE.
Vorlage S. 224
460
Die Laune werd' ich nie haben, Fritz.
Vorlage S. 224
461
FRITZ.
Vorlage S. 224
462
Das kann man nie wissen.
Vorlage S. 224
463
CHRISTINE.
Vorlage S. 224
464
Ich weiß es ... ich hab' dich lieb.
Vorlage S. 224
465
FRITZ.
Vorlage S. 224
466
Ich hab' dich ja auch sehr lieb.
Vorlage S. 224
467
CHRISTINE.
Vorlage S. 224
468
Du bist aber mein Alles, Fritz, für dich könnt' ich ... Sie unterbricht sich. Nein, ich kann mir nicht denken, dass je eine Stunde käm', wo ich dich nicht sehen wollte. So lang ich leb', Fritz – –
Vorlage S. 224
469
FRITZ
Vorlage S. 224
470
unterbricht.
Vorlage S. 224
471
Kind, ich bitt' dich ... so was sag' lieber nicht ... die großen Worte, die hab' ich nicht gern. Von der Ewigkeit reden wir nicht ...
Vorlage S. 224
472
CHRISTINE
Vorlage S. 224
473
traurig lächelnd.
Vorlage S. 224
474
Hab keine Angst, Fritz ... ich weiß ja, dass es nicht für immer ist ...
Vorlage S. 224
475
FRITZ.
Vorlage S. 224
476
Du verstehst mich falsch, Kind. Es ist ja möglich, Lachend. dass wir einmal überhaupt nicht ohne einander leben können, aber wissen können wir's ja nicht, nicht wahr? Wir sind ja nur Menschen.
Vorlage S. 224
477
THEODOR
Vorlage S. 224
478
auf die Lichter weisend.
Vorlage S. 224
479
Bitte sich das gefälligst anzusehen ... Sieht das nicht anders aus, als wenn da eine dumme Lampe stünde?
Vorlage S. 224
480
FRITZ.
Vorlage S. 224
481
Du bist wirklich der geborene Festarrangeur.
Vorlage S. 224
482
THEODOR.
Vorlage S. 224
483
Kinder, wie wär's übrigens, wenn wir an das Souper dächten? ...
Vorlage S. 224
484
MIZI.
Vorlage S. 225
485
Ja! ... Komm, Christin'! ...
Vorlage S. 225
486
FRITZ.
Vorlage S. 225
487
Wartet, ich will euch zeigen, wo ihr alles Notwendige findet.
Vorlage S. 225
488
MIZI.
Vorlage S. 225
489
Vor allem brauchen wir ein Tischtuch.
Vorlage S. 225
490
THEODOR
Vorlage S. 225
491
mit englischem Akzent, wie ihn die Clowns zu haben pflegen.
Vorlage S. 225
492
»Eine Tischentuch.«
Vorlage S. 225
493
FRITZ.
Vorlage S. 225
494
Was? ...
Vorlage S. 225
495
THEODOR.
Vorlage S. 225
496
Erinnerst dich nicht an den Clown im Orpheum? »Das ist eine Tischentuch« ... »Das ist eine Blech.« »Das ist eine kleine piccolo.«
Vorlage S. 225
497
MIZI.
Vorlage S. 225
498
Du, Dori, wann gehst denn mit mir ins Orpheum? Neulich hast du mir's ja versprochen. Da kommt die Christin' aber auch mit, und der Herr Fritz auch. Sie nimmt eben Fritz das Tischtuch aus der Hand, das dieser aus der Kredenz genommen. Da sind aber dann wir die Bekannten in der Loge ...
Vorlage S. 225
499
FRITZ.
Vorlage S. 225
500
Ja, ja ...
Vorlage S. 225
501
MIZI.
Vorlage S. 225
502
Da kann dann die Dame mit dem schwarzen Samtkleid allein nach Haus gehn.
Vorlage S. 225
503
FRITZ.
Vorlage S. 225
504
Was ihr immer mit der Dame in Schwarz habt, das ist wirklich zu dumm.
Vorlage S. 225
505
MIZI.
Vorlage S. 225
506
Oh, wir haben nichts mit ihr ... So ... Und das Eßzeug? ... Fritz zeigt ihr alles in der geöffneten Kredenz. Ja ... Und die Teller? ... Ja, danke ... So, jetzt machen wir's schon allein ... Gehn Sie, gehn Sie, jetzt stören Sie uns nur.
Vorlage S. 225
507
THEODOR
Vorlage S. 225
508
hat sich unterdessen auf den Diwan der Länge nach hingelegt; wie Fritz zu ihm nach vorne kommt.
Vorlage S. 225
509
Du entschuldigst ... Mizi und Christine decken auf.
Vorlage S. 225
510
MIZI.
Vorlage S. 225
511
Hast du schon das Bild von Fritz in der Uniform gesehn?
Vorlage S. 225
512
CHRISTINE.
Vorlage S. 225
513
Nein.
Vorlage S. 225
514
MIZI.
Vorlage S. 225
515
Das musst du dir anschaun. Fesch! ... Sie reden weiter.
Vorlage S. 225
516
THEODOR
Vorlage S. 225
517
auf dem Diwan.
Vorlage S. 225
518
Siehst du, Fritz, solche Abende sind meine Schwärmerei.
Vorlage S. 225
519
FRITZ.
Vorlage S. 225
520
Sind auch nett.
Vorlage S. 225
521
THEODOR.
Vorlage S. 225
522
Da fühl' ich mich behaglich ... Du nicht? ...
Vorlage S. 225
523
FRITZ.
Vorlage S. 225
524
Oh, ich wollte, es wär' mir immer so wohl.
Vorlage S. 225
525
MIZI.
Vorlage S. 225
526
Sagen Sie, Herr Fritz, ist Kaffee in der Maschin' drin?
Vorlage S. 225
527
FRITZ.
Vorlage S. 225
528
Ja ... Ihr könnt auch gleich den Spiritus anzünden – auf der Maschin' dauert's sowieso eine Stund', bis der Kaffee fertig ist ...
Vorlage S. 225
529
THEODOR
Vorlage S. 225
530
zu Fritz.
Vorlage S. 225
531
Für so ein süßes Mäderl geb' ich zehn dämonische Weiber her.
Vorlage S. 225
532
FRITZ.
Vorlage S. 226
533
Das kann man nicht vergleichen.
Vorlage S. 226
534
THEODOR.
Vorlage S. 226
535
Wir hassen nämlich die Frauen, die wir lieben – und lieben nur die Frauen, die uns gleichgültig sind.
Vorlage S. 226
536
FRITZ
Vorlage S. 226
537
lacht.
Vorlage S. 226
538
MIZI.
Vorlage S. 226
539
Was ist denn? Wir möchten auch was hören!
Vorlage S. 226
540
THEODOR.
Vorlage S. 226
541
Nichts für euch, Kinder. Wir philosophieren. Zu Fritz. Wenn wir heut mit denen das letzte Mal zusammen wären, wir wären doch nicht weniger fidel, was?
Vorlage S. 226
542
FRITZ.
Vorlage S. 226
543
Das letzte Mal ... Na, darin liegt jedenfalls etwas Melancholisches. Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange darauf freut!
Vorlage S. 226
544
CHRISTINE.
Vorlage S. 226
545
Du, Fritz, wo ist denn das kleine Eßzeug?
Vorlage S. 226
546
FRITZ
Vorlage S. 226
547
geht nach hinten, zur Kredenz.
Vorlage S. 226
548
Da ist es, mein Schatz.
Vorlage S. 226
549
MIZI
Vorlage S. 226
550
ist nach vom gekommen, fährt dem Theodor, der auf dem Diwan liegt, durch die Haare.
Vorlage S. 226
551
THEODOR.
Vorlage S. 226
552
Du Katz', du!
Vorlage S. 226
553
FRITZ
Vorlage S. 226
554
öffnet das Paket, das Mizi gebracht.
Vorlage S. 226
555
Großartig ...
Vorlage S. 226
556
CHRISTINE
Vorlage S. 226
557
zu Fritz.
Vorlage S. 226
558
Wie du alles hübsch in Ordnung hast!
Vorlage S. 226
559
FRITZ.
Vorlage S. 226
560
Ja ... Ordnet die Sachen, die Mizi mitgebracht, – Sardinenbüchse, kaltes Fleisch, Butter, Käse.
Vorlage S. 226
561
CHRISTINE.
Vorlage S. 226
562
Fritz ... willst du mir's nicht sagen?
Vorlage S. 226
563
FRITZ.
Vorlage S. 226
564
Was denn?
Vorlage S. 226
565
CHRISTINE
Vorlage S. 226
566
sehr schüchtern.
Vorlage S. 226
567
Wer die Dame war?
Vorlage S. 226
568
FRITZ.
Vorlage S. 226
569
Nein; ärger' mich nicht. Milder. Schau', das haben wir ja so ausdrücklich miteinander ausgemacht: Gefragt wird nichts. Das ist ja gerade das Schöne. Wenn ich mit dir zusammen bin, versinkt die Welt – punktum. Ich frag' dich auch um nichts.
Vorlage S. 226
570
CHRISTINE.
Vorlage S. 226
571
Mich kannst du um alles fragen.
Vorlage S. 226
572
FRITZ.
Vorlage S. 226
573
Aber ich tu's nicht. Ich will ja nichts wissen.
Vorlage S. 226
574
MIZI
Vorlage S. 226
575
kommt wieder hin.
Vorlage S. 226
576
Herrgott, machen Sie da eine Unordnung – Übernimmt die Speisen, legt sie auf die Teller. So ...
Vorlage S. 226
577
THEODOR.
Vorlage S. 226
578
Du, Fritz, sag', hast du denn irgend was zum Trinken zu Hause?
Vorlage S. 226
579
FRITZ.
Vorlage S. 226
580
Oh ja, es wird sich schon was finden. Er geht ins Vorzimmer.
Vorlage S. 226
581
THEODOR
Vorlage S. 226
582
erhebt sich und besichtigt den Tisch.
Vorlage S. 226
583
Gut. –
Vorlage S. 226
584
MIZI.
Vorlage S. 226
585
So, ich denke, es fehlt nichts mehr! ...
Vorlage S. 226
586
FRITZ
Vorlage S. 226
587
kommt mit einigen Flaschen zurück.
Vorlage S. 226
588
So, hier wäre auch was zum Trinken.
Vorlage S. 226
589
THEODOR.
Vorlage S. 226
590
Wo sind denn die Rosen, die von der Decke herunterfallen?
Vorlage S. 226
591
MIZI.
Vorlage S. 227
592
Ja, richtig, die Rosen haben wir vergessen! Sie nimmt die Rosen aus der Vase, steigt auf einen Stuhl und lässt die Rosen auf den Tisch fallen. So!
Vorlage S. 227
593
CHRISTINE.
Vorlage S. 227
594
Gott, ist das Mädel ausgelassen.
Vorlage S. 227
595
THEODOR.
Vorlage S. 227
596
Na, nicht in die Teller ...
Vorlage S. 227
597
FRITZ.
Vorlage S. 227
598
Wo willst du sitzen, Christin'?
Vorlage S. 227
599
THEODOR.
Vorlage S. 227
600
Wo ist denn der Stoppelzieher?
Vorlage S. 227
601
FRITZ
Vorlage S. 227
602
holt einen aus der Kredenz.
Vorlage S. 227
603
Hier ist einer.
Vorlage S. 227
604
MIZI
Vorlage S. 227
605
versucht, den Wein aufzumachen.
Vorlage S. 227
606
FRITZ.
Vorlage S. 227
607
Aber geben Sie das doch mir.
Vorlage S. 227
608
THEODOR.
Vorlage S. 227
609
Lasst das mich machen ... Nimmt ihm Flasche und Stoppelzieher aus der Hand. Du könntest unterdessen ein bisschen ... Bewegung des Klavierspiels.
Vorlage S. 227
610
MIZI.
Vorlage S. 227
611
Ja, ja, das ist fesch! ... Sie läuft zum Klavier, öffnet es, nachdem sie die Sachen, die darauf liegen, auf einen Stuhl gelegt hat.
Vorlage S. 227
612
FRITZ
Vorlage S. 227
613
zu Christine.
Vorlage S. 227
614
Soll ich?
Vorlage S. 227
615
CHRISTINE.
Vorlage S. 227
616
Ich bitt' dich, ja, so lang schon hab' ich mich danach gesehnt.
Vorlage S. 227
617
FRITZ
Vorlage S. 227
618
am Klavier.
Vorlage S. 227
619
Du kannst ja auch ein bissel spielen?
Vorlage S. 227
620
CHRISTINE
Vorlage S. 227
621
abwehrend.
Vorlage S. 227
622
Oh Gott.
Vorlage S. 227
623
MIZI.
Vorlage S. 227
624
Schön kann sie spielen, die Christin' ... sie kann auch singen.
Vorlage S. 227
625
FRITZ.
Vorlage S. 227
626
Wirklich? Das hast du mir ja nie gesagt! ...
Vorlage S. 227
627
CHRISTINE.
Vorlage S. 227
628
Hast du mich denn je gefragt?
Vorlage S. 227
629
FRITZ.
Vorlage S. 227
630
Wo hast du denn singen gelernt?
Vorlage S. 227
631
CHRISTINE.
Vorlage S. 227
632
Gelernt hab' ich's eigentlich nicht. Der Vater hat mich ein bissel unterrichtet – aber ich hab' nicht viel Stimme. Und weißt du, seit die Tant' gestorben ist, die immer bei uns gewohnt hat, da ist es noch stiller bei uns wie es früher war.
Vorlage S. 227
Porträt von Schnitzler, Arthur; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Schnitzler, Arthur · Ferdinand Schmutzer · Public domain Bildquelle ↗
633
FRITZ.
Vorlage S. 227
634
Was machst du eigentlich so den ganzen Tag?
Vorlage S. 227
635
CHRISTINE.
Vorlage S. 227
636
Oh Gott, ich hab' schon zu tun! –
Vorlage S. 227
637
FRITZ.
Vorlage S. 227
638
So im Haus – wie? –
Vorlage S. 227
639
CHRISTINE.
Vorlage S. 227
640
Ja. Und dann schreib' ich Noten ab, ziemlich viel. –
Vorlage S. 227
641
THEODOR.
Vorlage S. 227
642
Musiknoten? –
Vorlage S. 227
643
CHRISTINE.
Vorlage S. 227
644
Freilich.
Vorlage S. 227
645
THEODOR.
Vorlage S. 227
646
Das muss ja horrend bezahlt werden. Wie die andern lachen. Na, ich würde das horrend bezahlen. Ich glaube, Notenschreiben muss eine fürchterliche Arbeit sein! –
Vorlage S. 227
647
MIZI.
Vorlage S. 227
648
Es ist auch ein Unsinn, dass sie sich so plagt. Zu Christine. Wenn ich so viel Stimme hätte wie du, wär' ich längst beim Theater.
Vorlage S. 227
649
THEODOR.
Vorlage S. 228
650
Du brauchtest nicht einmal Stimme ... Du tust natürlich den ganzen Tag gar nichts, was?
Vorlage S. 228
651
MIZI.
Vorlage S. 228
652
Na, sei so gut! Ich hab' ja zwei kleine Brüder, die in die Schul' gehn, die zieh' ich an in der Früh'; und dann mach' ich die Aufgaben mit ihnen –
Vorlage S. 228
653
THEODOR.
Vorlage S. 228
654
Da ist doch kein Wort wahr.
Vorlage S. 228
655
MIZI.
Vorlage S. 228
656
Na, wennst mir nicht glaubst! – Und bis zum vorigen Herbst bin ich sogar in einem Geschäft gewesen von acht in der Früh' bis acht am Abend –
Vorlage S. 228
657
THEODOR
Vorlage S. 228
658
leicht spottend.
Vorlage S. 228
659
Wo denn?
Vorlage S. 228
660
MIZI.
Vorlage S. 228
661
In einem Modistengeschäft. Die Mutter will, dass ich wieder eintrete.
Vorlage S. 228
662
THEODOR
Vorlage S. 228
663
wie oben.
Vorlage S. 228
664
Warum bist du denn ausgetreten?
Vorlage S. 228
665
FRITZ
Vorlage S. 228
666
zu Christine.
Vorlage S. 228
667
Du musst uns dann was vorsingen!
Vorlage S. 228
668
THEODOR.
Vorlage S. 228
669
Kinder, essen wir jetzt lieber, und du spielst dann, ja? ...
Vorlage S. 228
670
FRITZ
Vorlage S. 228
671
aufstehend, zu Christine.
Vorlage S. 228
672
Komm, Schatz! Führt sie zum Tisch hin.
Vorlage S. 228
673
MIZI.
Vorlage S. 228
674
Der Kaffee! Jetzt geht der Kaffee über, und wir haben noch nichts gegessen!
Vorlage S. 228
675
THEODOR.
Vorlage S. 228
676
Jetzt ist's schon alles eins!
Vorlage S. 228
677
MIZI.
Vorlage S. 228
678
Aber er geht ja über! Bläst die Spiritusflamme aus. Man setzt sich zu Tisch.
Vorlage S. 228
679
THEODOR.
Vorlage S. 228
680
Was willst du haben, Mizi? Das sag' ich dir gleich: Die Torte kommt zuletzt! ... Zuerst muss du lauter ganz saure Sachen essen.
Vorlage S. 228
681
FRITZ
Vorlage S. 228
682
schenkt den Wein ein.
Vorlage S. 228
683
THEODOR.
Vorlage S. 228
684
Nicht so: Das macht man jetzt anders. Kennst du nicht die neueste Mode? Steht auf, affektiert Grandezza, die Flasche in der Hand, zu Christine. Vöslauer Ausstich achtzehnhundert ... Spricht die nächsten Zahlen unverständlich. Schenkt ein, zu Mizzi. Vöslauer Ausstich achtzehnhundert ... Wie früher. Schenkt ein, zu Fritz. Vöslauer Ausstich achtzehnhundert ... Wie früher. An seinem eigenen Platz. Vöslauer Ausstich ... Wie früher. Setzt sich.
Vorlage S. 228
685
MIZI
Vorlage S. 228
686
lachend.
Vorlage S. 228
687
Alleweil macht er Dummheiten.
Vorlage S. 228
688
THEODOR
Vorlage S. 228
689
erhebt das Glas, alle stoßen an.
Vorlage S. 228
690
Prosit!
Vorlage S. 228
691
MIZI.
Vorlage S. 228
692
Sollst leben, Theodor! ...
Vorlage S. 228
693
THEODOR
Vorlage S. 228
694
sich erhebend.
Vorlage S. 228
695
Meine Damen und Herren ...
Vorlage S. 228
696
FRITZ.
Vorlage S. 228
697
Na, nicht gleich!
Vorlage S. 228
698
THEODOR
Vorlage S. 228
699
setzt sich.
Vorlage S. 228
700
Ich kann ja warten. Man isst.
Vorlage S. 228
701
MIZI.
Vorlage S. 229
702
Das hab' ich so gern, wenn bei Tisch Reden gehalten werden. Also ich hab' einen Vetter, der redt immer in Reimen.
Vorlage S. 229
703
THEODOR.
Vorlage S. 229
704
Bei was für einem Regiment ist er? ...
Vorlage S. 229
705
MIZI.
Vorlage S. 229
706
Geh, hör' auf ... Auswendig redt er und mit Reimen, aber großartig, sag' ich dir, Christin'. Und ist eigentlich schon ein älterer Herr.
Vorlage S. 229
707
THEODOR.
Vorlage S. 229
708
O, das kommt vor, dass ältere Herren noch in Reimen reden.
Vorlage S. 229
709
FRITZ.
Vorlage S. 229
710
Aber, ihr trinkt ja gar nicht. Christin'! Er stößt mit ihr an.
Vorlage S. 229
711
THEODOR
Vorlage S. 229
712
stößt mit Mizi an.
Vorlage S. 229
713
Auf die alten Herren, die in Reimen reden.
Vorlage S. 229
714
MIZI
Vorlage S. 229
715
lustig.
Vorlage S. 229
716
Auf die jungen Herren, auch wenn sie gar nichts reden ... zum Beispiel auf den Herrn Fritz ... Sie, Herr Fritz, jetzt trinken wir Bruderschaft, wenn Sie wollen – und die Christin' muss auch mit dem Theodor Bruderschaft trinken.
Vorlage S. 229
717
THEODOR.
Vorlage S. 229
718
Aber nicht mit dem Wein, das ist kein Bruderschaftswein. Erhebt sich, nimmt eine andere Flasche – gleiches Spiel wie früher. Xeres de la Frontera mille huit cent cinquante – Xeres de la Frontera – Xeres de la Frontera – Xeres de la Frontera.
Vorlage S. 229
719
MIZI
Vorlage S. 229
720
nippt.
Vorlage S. 229
721
Ah –
Vorlage S. 229
722
THEODOR.
Vorlage S. 229
723
Kannst du nicht warten, bis wir alle trinken? ... Also, Kinder ... bevor wir uns so feierlich verbrüdern, wollen wir auf den glücklichen Zufall trinken, der, der ... und so weiter ...
Vorlage S. 229
724
MIZI.
Vorlage S. 229
725
Ja, ist schon gut! Sie trinken.
Vorlage S. 229
726
Fritz nimmt Mizis, Theodor Christinens Arm, die Gläser in der Hand, wie man Bruderschaft zu trinken pflegt.
Vorlage S. 229
727
FRITZ
Vorlage S. 229
728
küßt Mizi.
Vorlage S. 229
729
THEODOR
Vorlage S. 229
730
will Christine küssen.
Vorlage S. 229
731
CHRISTINE
Vorlage S. 229
732
lächelnd.
Vorlage S. 229
733
Muss das sein?
Vorlage S. 229
734
THEODOR.
Vorlage S. 229
735
Unbedingt, sonst gilt's nichts ... Küsst sie. So, und jetzt à place! ...
Vorlage S. 229
736
MIZI.
Vorlage S. 229
737
Aber schauerlich heiß wird's in dem Zimmer.
Vorlage S. 229
738
FRITZ.
Vorlage S. 229
739
Das ist von den vielen Lichtern, die der Theodor angezündet hat.
Vorlage S. 229
740
MIZI.
Vorlage S. 229
741
Und von dem Wein. Sie lehnt sich in das Fauteuil zurück.
Vorlage S. 229
742
THEODOR.
Vorlage S. 229
743
Komm nur daher, jetzt kriegst du ja erst das Beste. Er schneidet ein Stückchen von der Torte ab und steckt's ihr in den Mund. Da, du Katz' – gut? –
Vorlage S. 229
744
MIZI.
Vorlage S. 229
745
Sehr! ... Er gibt ihr noch eins.
Vorlage S. 229
746
THEODOR.
Vorlage S. 230
747
Geh, Fritz, jetzt ist der Moment! Jetzt könntest du was spielen!
Vorlage S. 230
748
FRITZ.
Vorlage S. 230
749
Willst du, Christin'?
Vorlage S. 230
750
CHRISTINE.
Vorlage S. 230
751
Bitte! –
Vorlage S. 230
752
MIZI.
Vorlage S. 230
753
Aber was Fesches!
Vorlage S. 230
754
THEODOR
Vorlage S. 230
755
füllt die Gläser.
Vorlage S. 230
756
MIZI.
Vorlage S. 230
757
Kann nicht mehr. Trinkt.
Vorlage S. 230
758
CHRISTINE
Vorlage S. 230
759
nippend.
Vorlage S. 230
760
Der Wein ist so schwer.
Vorlage S. 230
761
THEODOR
Vorlage S. 230
762
auf den Wein weisend.
Vorlage S. 230
763
Fritz!
Vorlage S. 230
764
FRITZ
Vorlage S. 230
765
leert das Glas, geht zum Klavier.
Vorlage S. 230
766
CHRISTINE
Vorlage S. 230
767
setzt sich zu ihm.
Vorlage S. 230
768
MIZI.
Vorlage S. 230
769
Herr Fritz, spielen S' den Doppeladler.
Vorlage S. 230
770
FRITZ.
Vorlage S. 230
771
Den Doppeladler – wie geht der?
Vorlage S. 230
772
MIZI.
Vorlage S. 230
773
Dori, kannst du nicht den Doppeladler spielen?
Vorlage S. 230
774
THEODOR.
Vorlage S. 230
775
Ich kann überhaupt nicht Klavier spielen.
Vorlage S. 230
776
FRITZ.
Vorlage S. 230
777
Ich kenne ihn ja; er fällt mir nur nicht ein.
Vorlage S. 230
778
MIZI.
Vorlage S. 230
779
Ich werd' ihn Ihnen vorsingen ... La ... La ... lalalala ... la ...
Vorlage S. 230
780
FRITZ.
Vorlage S. 230
781
Aha, ich weiß schon. Spielt aber nicht ganz richtig.
Vorlage S. 230
782
MIZI
Vorlage S. 230
783
geht zum Klavier.
Vorlage S. 230
784
Nein, so ... Spielt die Melodie mit einem Finger.
Vorlage S. 230
785
FRITZ.
Vorlage S. 230
786
Ja, ja ... Er spielt, Mizi singt mit.
Vorlage S. 230
787
THEODOR.
Vorlage S. 230
788
Das sind wieder süße Erinnerungen, was? ...
Vorlage S. 230
789
FRITZ
Vorlage S. 230
790
spielt wieder unrichtig und hält inne.
Vorlage S. 230
791
Es geht nicht. Ich hab' gar kein Gehör. Er phantasiert.
Vorlage S. 230
792
MIZI
Vorlage S. 230
793
gleich nach dem ersten Takt.
Vorlage S. 230
794
Das ist nichts!
Vorlage S. 230
795
FRITZ
Vorlage S. 230
796
lacht.
Vorlage S. 230
797
Schimpfen Sie nicht, das ist von mir! –
Vorlage S. 230
798
MIZI.
Vorlage S. 230
799
Aber zum Tanzen ist es nicht.
Vorlage S. 230
800
FRITZ.
Vorlage S. 230
801
Probieren Sie nur einmal ...
Vorlage S. 230
802
THEODOR
Vorlage S. 230
803
zu Mizi.
Vorlage S. 230
804
Komm, versuchen wir's. Er nimmt sie um die Taille, sie tanzen.
Vorlage S. 230
805
CHRISTINE
Vorlage S. 230
806
steht am Klavier und schaut auf die Tasten.
Vorlage S. 230
807
Es klingelt.
Vorlage S. 230
808
FRITZ
Vorlage S. 230
809
hört plötzlich auf zu spielen; Theodor und Mizi tanzen weiter.
Vorlage S. 230
810
THEODOR UND MIZI
Vorlage S. 230
811
zugleich.
Vorlage S. 230
812
Was ist denn das? – Na!
Vorlage S. 230
813
FRITZ.
Vorlage S. 230
814
Es hat eben geklingelt ... Zu Theodor. Hast du denn noch jemanden eingeladen?
Vorlage S. 230
815
THEODOR.
Vorlage S. 230
816
Keine Idee – du brauchst ja nicht zu öffnen.
Vorlage S. 230
817
CHRISTINE
Vorlage S. 230
818
zu Fritz.
Vorlage S. 230
819
Was hast du denn?
Vorlage S. 230
820
FRITZ.
Vorlage S. 230
821
Nichts ...
Vorlage S. 230
822
Es klingelt wieder.
Vorlage S. 230
823
FRITZ
Vorlage S. 231
824
steht auf, bleibt stehen.
Vorlage S. 231
825
THEODOR.
Vorlage S. 231
826
Du bist einfach nicht zu Hause.
Vorlage S. 231
827
FRITZ.
Vorlage S. 231
828
Man hört ja das Klavierspielen bis auf den Gang ... Man sieht auch von der Straße her, dass es beleuchtet ist.
Vorlage S. 231
829
THEODOR.
Vorlage S. 231
830
Was sind denn das für Lächerlichkeiten? Du bist eben nicht zu Haus.
Vorlage S. 231
831
FRITZ.
Vorlage S. 231
832
Es macht mich aber nervös.
Vorlage S. 231
833
THEODOR.
Vorlage S. 231
834
Na, was wird's denn sein? Ein Brief! – Oder ein Telegramm – Du wirst ja um Auf die Uhr sehend. um neun keinen Besuch bekommen.
Vorlage S. 231
835
Es klingelt wieder.
Vorlage S. 231
836
FRITZ.
Vorlage S. 231
837
Ach was, ich muss doch nachsehn – Geht hinaus.
Vorlage S. 231
838
MIZI.
Vorlage S. 231
839
Aber ihr seid auch gar nicht fesch – Schlägt ein paar Tasten auf dem Klavier an.
Vorlage S. 231
840
THEODOR.
Vorlage S. 231
841
Geh', hör jetzt auf! – Zu Christine. Was haben Sie denn? Macht Sie das Klingeln auch nervös? –
Vorlage S. 231
842
FRITZ
Vorlage S. 231
843
kommt zurück, mit erkünstelter Ruhe.
Vorlage S. 231
844
THEODOR UND CHRISTINE
Vorlage S. 231
845
zugleich.
Vorlage S. 231
846
Na, wer war's? – Wer war's?
Vorlage S. 231
847
FRITZ
Vorlage S. 231
848
gezwungen lächelnd.
Vorlage S. 231
849
Ihr müsst so gut sein, mich einen Moment zu entschuldigen. Geht unterdessen da hinein.
Vorlage S. 231
850
THEODOR.
Vorlage S. 231
851
Was gibts denn?
Vorlage S. 231
852
CHRISTINE.
Vorlage S. 231
853
Wer ist's?!
Vorlage S. 231
854
FRITZ.
Vorlage S. 231
855
Nichts, Kind, ich habe nur zwei Worte mit einem Herrn zu sprechen ... Hat die Tür zum Nebenzimmer geöffnet, geleitet die Mädchen hinein, Theodor ist der letzte, sieht Fritz fragend an.
Vorlage S. 231
856
FRITZ
Vorlage S. 231
857
leise, mit entsetztem Ausdruck.
Vorlage S. 231
858
Er! ...
Vorlage S. 231
859
THEODOR.
Vorlage S. 231
860
Ah! ...
Vorlage S. 231
861
FRITZ.
Vorlage S. 231
862
Geh hinein, geh hinein. –
Vorlage S. 231
863
THEODOR.
Vorlage S. 231
864
Ich bitt' dich, mach' keine Dummheiten, es kann eine Falle sein ...
Vorlage S. 231
865
FRITZ.
Vorlage S. 231
866
Geh ... geh ... – Theodor ins Nebenzimmer. Fritz geht rasch durchs Zimmer auf den Gang, so dass die Bühne einige Augenblicke leer bleibt. Dann tritt er wieder auf, indem er einen elegant gekleideten Herrn von etwa fünfunddreißig Jahren voraus eintreten lässt. – Der Herr ist in gelbem Überzieher, trägt Handschuhe, hält den Hut in der Hand.
Vorlage S. 231
867
Fritz, der Herr.
Vorlage S. 231
868
FRITZ
Vorlage S. 231
869
noch im Eintreten.
Vorlage S. 231
870
Pardon, dass ich Sie warten ließ ... ich bitte ...
Vorlage S. 231
871
DER HERR
Vorlage S. 232
872
in ganz leichtem Tone.
Vorlage S. 232
873
Oh, das tut nichts. Ich bedaure sehr, Sie gestört zu haben.
Vorlage S. 232
874
FRITZ.
Vorlage S. 232
875
Gewiss nicht. Bitte wollen Sie nicht – Weist ihm einen Stuhl an.
Vorlage S. 232
876
DER HERR.
Vorlage S. 232
877
Ich sehe ja, dass ich Sie gestört habe. Kleine Unterhaltung, wie?
Vorlage S. 232
878
FRITZ.
Vorlage S. 232
879
Ein paar Freunde.
Vorlage S. 232
880
DER HERR
Vorlage S. 232
881
sich setzend, immer freundlich.
Vorlage S. 232
882
Maskenscherz wahrscheinlich?
Vorlage S. 232
883
FRITZ
Vorlage S. 232
884
befangen.
Vorlage S. 232
885
Wieso?
Vorlage S. 232
886
DER HERR.
Vorlage S. 232
887
Nun, Ihre Freunde haben Damenhüte und Mantillen.
Vorlage S. 232
888
FRITZ.
Vorlage S. 232
889
Nun ja ... Lächelnd. Es mögen ja Freundinnen auch dabei sein ... Schweigen.
Vorlage S. 232
890
DER HERR.
Vorlage S. 232
891
Das Leben ist zuweilen ganz lustig ... ja ... Er sieht den andern starr an.
Vorlage S. 232
892
FRITZ
Vorlage S. 232
893
hält den Blick eine Weile aus, dann sieht er weg.
Vorlage S. 232
894
... Ich darf mir wohl die Frage erlauben, was mir die Ehre Ihres Besuches verschafft.
Vorlage S. 232
895
DER HERR.
Vorlage S. 232
896
Gewiss ... Ruhig. Meine Frau hat nämlich ihren Schleier bei Ihnen vergessen.
Vorlage S. 232
897
FRITZ.
Vorlage S. 232
898
Ihre Frau Gemahlin bei mir? ... ihren ... Lächelnd. Der Scherz ist ein bisschen sonderbar ...
Vorlage S. 232
899
DER HERR
Vorlage S. 232
900
plötzlich aufstehend, sehr stark, fast wild, indem er sich mit der einen Hand auf die Stuhllehne stützt.
Vorlage S. 232
901
Sie hat ihn vergessen.
Vorlage S. 232
902
FRITZ
Vorlage S. 232
903
erhebt sich auch, und die beiden stehen einander gegenüber.
Vorlage S. 232
904
DER HERR
Vorlage S. 232
905
hebt die Faust, als wollte er sie auf Fritz niederfallen lassen; – in Wut und Ekel.
Vorlage S. 232
906
Oh ...!
Vorlage S. 232
907
FRITZ
Vorlage S. 232
908
wehrt ab, geht einen kleinen Schritt nach rückwärts.
Vorlage S. 232
909
DER HERR
Vorlage S. 232
910
nach einer langen Pause.
Vorlage S. 232
911
Hier sind Ihre Briefe. Er wirft ein Paket, das er aus der Tasche des Überziehers nimmt, auf den Schreibtisch. Ich bitte um die, welche Sie erhalten haben ...
Vorlage S. 232
912
FRITZ
Vorlage S. 232
913
abwehrende Bewegung.
Vorlage S. 232
914
DER HERR
Vorlage S. 232
915
heftig, mit Bedeutung.
Vorlage S. 232
916
Ich will nicht, dass man sie – später bei Ihnen findet.
Vorlage S. 232
917
FRITZ
Vorlage S. 232
918
sehr stark.
Vorlage S. 232
919
Man wird sie nicht finden.
Vorlage S. 232
920
DER HERR
Vorlage S. 232
921
schaut ihn an.
Vorlage S. 232
922
Pause.
Vorlage S. 232
923
FRITZ.
Vorlage S. 232
924
Was wünschen Sie noch von mir? ...
Vorlage S. 232
925
DER HERR
Vorlage S. 232
926
höhnisch.
Vorlage S. 232
927
Was ich noch wünsche –?
Vorlage S. 232
928
FRITZ.
Vorlage S. 232
929
Ich stehe zu Ihrer Verfügung ...
Vorlage S. 232
930
DER HERR
Vorlage S. 232
931
verbeugt sich kühl.
Vorlage S. 232
932
Gut. – Er lässt seinen Blick im Zimmer umhergehen; wie er wieder den gedeckten Tisch, die Damenhüte usw. sieht, geht eine lebhafte Bewegung über sein Gesicht, als wollte es zu einem neuen Ausbruch seiner Wut kommen.
Vorlage S. 232
933
FRITZ
Vorlage S. 233
934
der das bemerkt, wiederholt.
Vorlage S. 233
935
Ich bin ganz zu Ihrer Verfügung. – Ich werde morgen bis zwölf Uhr zu Hause sein.
Vorlage S. 233
936
DER HERR
Vorlage S. 233
937
verbeugt sich und wendet sich zum Gehen.
Vorlage S. 233
938
FRITZ
Vorlage S. 233
939
begleitet ihn bis zur Türe, was der Herr abwehrt.
Vorlage S. 233
940
Wie er weg ist, geht Fritz zum Schreibtisch, bleibt eine Weile stehen. Dann eilt er zum Fenster, sieht durch eine Spalte, die die Rouleaux gelassen, hinaus, und man merkt, wie er den auf dem Trottoir gehenden Herrn mit den Blicken verfolgt. Dann entfernt er sich vom Fenster, bleibt, eine Sekunde lang zur Erde schauend, stehen; dann geht er zur Türe des Nebenzimmers, öffnet sie zur Hälfte und ruft. Theodor ... auf einen Moment.
Vorlage S. 233
941
Fritz, Theodor.
Vorlage S. 233
942
Sehr rasch diese Szene.
Vorlage S. 233
943
THEODOR
Vorlage S. 233
944
erregt.
Vorlage S. 233
945
Nun ...
Vorlage S. 233
946
FRITZ.
Vorlage S. 233
947
Er weiß es.
Vorlage S. 233
948
THEODOR.
Vorlage S. 233
949
Nichts weiß er. Du bist ihm sicher hineingefallen. Hast am Ende gestanden. Du bist ein Narr, sag' ich dir ... Du bist –
Vorlage S. 233
950
FRITZ
Vorlage S. 233
951
auf die Briefe weisend.
Vorlage S. 233
952
Er hat mir meine Briefe zurückgebracht.
Vorlage S. 233
953
THEODOR
Vorlage S. 233
954
betroffen.
Vorlage S. 233
955
Oh ... Nach einer Pause. Ich sag' es immer, man soll nicht Briefe schreiben.
Vorlage S. 233
956
FRITZ.
Vorlage S. 233
957
Er ist es gewesen, heute Nachmittag, da unten.
Vorlage S. 233
958
THEODOR.
Vorlage S. 233
959
Also was hat's denn gegeben? – So sprich doch.
Vorlage S. 233
960
FRITZ.
Vorlage S. 233
961
Du musst mir nun einen großen Dienst erweisen, Theodor.
Vorlage S. 233
962
THEODOR.
Vorlage S. 233
963
Ich werde die Sache schon in Ordnung bringen.
Vorlage S. 233
964
FRITZ.
Vorlage S. 233
965
Davon ist hier nicht mehr die Rede.
Vorlage S. 233
966
THEODOR.
Vorlage S. 233
967
Also ...
Vorlage S. 233
968
FRITZ.
Vorlage S. 233
969
Es wird für alle Fälle gut sein ... Sich unterbrechend. – aber wir können doch die armen Mädchen nicht so lange warten lassen.
Vorlage S. 233
970
THEODOR.
Vorlage S. 233
971
Die können schon warten. Was wolltest du sagen?
Vorlage S. 233
972
FRITZ.
Vorlage S. 233
973
Es wird gut sein, wenn du heute noch Lensky aufsuchst.
Vorlage S. 233
974
THEODOR.
Vorlage S. 233
975
Gleich, wenn du willst.
Vorlage S. 233
976
FRITZ.
Vorlage S. 233
977
Du triffst ihn jetzt nicht ... aber zwischen elf und zwölf kommt er ja sicher ins Kaffeehaus ... vielleicht kommt ihr dann beide noch zu mir ...
Vorlage S. 233
978
THEODOR.
Vorlage S. 234
979
Geh, so mach' doch kein solches Gesicht ... in neunundneunzig Fällen von hundert geht die Sache gut aus.
Vorlage S. 234
980
FRITZ.
Vorlage S. 234
981
Es wird dafür gesorgt sein, dass diese Sache nicht gut ausgeht.
Vorlage S. 234
982
THEODOR.
Vorlage S. 234
983
Aber ich bitt' dich, erinnere dich, im vorigen Jahr, die Affäre zwischen dem Doktor Billinger und dem Herz – das war doch genau dasselbe.
Vorlage S. 234
984
FRITZ.
Vorlage S. 234
985
Lass das, du weißt es selbst – er hätte mich einfach hier in dem Zimmer niederschießen sollen, – es wär' aufs Gleiche herausgekommen.
Vorlage S. 234
986
THEODOR
Vorlage S. 234
987
gekünstelt.
Vorlage S. 234
988
Ah, das ist famos! Das ist eine großartige Auffassung ... Und wir, der Lensky und ich, wir sind nichts? Du meinst, wir werden es zugeben – –
Vorlage S. 234
989
FRITZ.
Vorlage S. 234
990
Bitt' dich, lass das! ... Ihr werdet einfach annehmen, was man proponieren wird.
Vorlage S. 234
991
THEODOR.
Vorlage S. 234
992
Ah, –
Vorlage S. 234
993
FRITZ.
Vorlage S. 234
994
Wozu das alles, Theodor. Als wenn du's nicht wüsstest.
Vorlage S. 234
995
THEODOR.
Vorlage S. 234
996
Unsinn. Überhaupt, das Ganze ist Glückssache ... Ebenso gut kannst du ihn ...
Vorlage S. 234
997
FRITZ
Vorlage S. 234
998
ohne darauf zu hören.
Vorlage S. 234
999
Sie hat es geahnt. Wir beide haben es geahnt. Wir haben es gewusst ...
Vorlage S. 234
1000
THEODOR.
Vorlage S. 234
1001
Geh, Fritz ...
Vorlage S. 234
1002
FRITZ
Vorlage S. 234
1003
zum Schreibtisch, sperrt die Briefe ein.
Vorlage S. 234
1004
Was sie in diesem Augenblick nur macht. Ob er sie ... Theodor ... das musst du morgen in Erfahrung bringen, was dort geschehen ist.
Vorlage S. 234
1005
THEODOR.
Vorlage S. 234
1006
Ich werd' es versuchen ...
Vorlage S. 234
1007
FRITZ.
Vorlage S. 234
1008
... Sieh auch, dass kein überflüssiger Aufschub ...
Vorlage S. 234
1009
THEODOR.
Vorlage S. 234
1010
Vor übermorgen früh wird's ja doch kaum sein können.
Vorlage S. 234
1011
FRITZ
Vorlage S. 234
1012
beinahe angstvoll.
Vorlage S. 234
1013
Theodor!
Vorlage S. 234
1014
THEODOR.
Vorlage S. 234
1015
Also ... Kopf hoch. – Nicht wahr, auf innere Überzeugungen ist doch auch etwas zu geben – und ich hab' die feste Überzeugung, dass alles ... gut ausgeht. Redet sich in Lustigkeit hin ein. Ich weiß selbst nicht warum, aber ich hab' einmal die Überzeugung!
Vorlage S. 234
1016
FRITZ
Vorlage S. 234
1017
lächelnd.
Vorlage S. 234
1018
Was bist du für ein guter Kerl! – Aber was sagen wir nur den Mädeln?
Vorlage S. 234
1019
THEODOR.
Vorlage S. 234
1020
Das ist wohl sehr gleichgültig. Schicken wir sie einfach weg.
Vorlage S. 234
1021
FRITZ.
Vorlage S. 234
1022
Oh nein. Wir wollen sogar möglichst lustig sein. Christine darf gar nichts ahnen. Ich will mich wieder zum Klavier setzen; ruf du sie indessen herein. Theodor wendet sich, unzufriedenen Gesichts, das zu tun. Und was wirst du ihnen sagen?
Vorlage S. 234
1023
THEODOR.
Vorlage S. 235
1024
Dass sie das gar nichts angeht.
Vorlage S. 235
1025
FRITZ
Vorlage S. 235
1026
der sich zum Klavier gesetzt hat, sich nach ihm umwendend.
Vorlage S. 235
1027
Nein, nein –
Vorlage S. 235
1028
THEODOR.
Vorlage S. 235
1029
Dass es sich um einen Freund handelt – das wird sich schon finden.
Vorlage S. 235
1030
FRITZ
Vorlage S. 235
1031
spielt ein paar Töne.
Vorlage S. 235
1032
THEODOR.
Vorlage S. 235
1033
Bitte, meine Damen. Hat die Tür geöffnet.
Vorlage S. 235
1034
Fritz, Theodor, Christine, Mizi.
Vorlage S. 235
1035
MIZI.
Vorlage S. 235
1036
Na endlich! Ist der schon fort?
Vorlage S. 235
1037
CHRISTINE
Vorlage S. 235
1038
zu Fritz eilend.
Vorlage S. 235
1039
Wer war bei dir, Fritz?
Vorlage S. 235
1040
FRITZ
Vorlage S. 235
1041
am Klavier, weiterspielend.
Vorlage S. 235
1042
Ist schon wieder neugierig.
Vorlage S. 235
1043
CHRISTINE.
Vorlage S. 235
1044
Ich bitt' dich, Fritz, sag's mir.
Vorlage S. 235
1045
FRITZ.
Vorlage S. 235
1046
Schatz, ich kann's dir nicht sagen, es handelt sich wirklich um Leute, die du gar nicht kennst.
Vorlage S. 235
1047
CHRISTINE
Vorlage S. 235
1048
schmeichelnd.
Vorlage S. 235
1049
Geh, Fritz, sag' mir die Wahrheit!
Vorlage S. 235
1050
THEODOR.
Vorlage S. 235
1051
Sie lässt dich natürlich nicht in Ruh' ... Dass du ihr nichts sagst! Du hast's ihm versprochen!
Vorlage S. 235
1052
MIZI.
Vorlage S. 235
1053
Geh, sei doch nicht so fad, Christin', lass ihnen die Freud'! Sie machen sich eh' nur wichtig!
Vorlage S. 235
1054
THEODOR.
Vorlage S. 235
1055
Ich muss den Walzer mit Fräulein Mizi zu Ende tanzen. Mit der Betonung eines Clowns. Bitte, Herr Kapellmeister – eine kleine Musik.
Vorlage S. 235
1056
FRITZ
Vorlage S. 235
1057
spielt.
Vorlage S. 235
1058
Theodor und Mizi tanzen; nach wenigen Takten.
Vorlage S. 235
1059
MIZI.
Vorlage S. 235
1060
Ich kann nicht! Sie fällt in einen Fauteuil zurück.
Vorlage S. 235
1061
THEODOR
Vorlage S. 235
1062
küßt sie, setzt sich auf die Lehne des Fauteuils zu ihr.
Vorlage S. 235
1063
FRITZ
Vorlage S. 235
1064
bleibt am Klavier, nimmt Christine bei beiden Händen, sieht sie an.
Vorlage S. 235
1065
CHRISTINE
Vorlage S. 235
1066
wie erwachend.
Vorlage S. 235
1067
Warum spielst du nicht weiter?
Vorlage S. 235
1068
FRITZ
Vorlage S. 235
1069
lächelnd.
Vorlage S. 235
1070
Genug für heut ...
Vorlage S. 235
1071
CHRISTINE.
Vorlage S. 235
1072
Siehst du, so möcht' ich spielen können ...
Vorlage S. 235
1073
FRITZ.
Vorlage S. 235
1074
Spielst du viel? ...
Vorlage S. 235
1075
CHRISTINE.
Vorlage S. 235
1076
Ich komme nicht viel dazu; im Haus ist immer was zu tun. Und dann, weißt, wir haben ein so schlechtes Pianino.
Vorlage S. 235
1077
FRITZ.
Vorlage S. 235
1078
Ich möcht's wohl einmal versuchen. Ich möcht' überhaupt gern dein Zimmer einmal sehn.
Vorlage S. 235
1079
CHRISTINE
Vorlage S. 235
1080
lächelnd.
Vorlage S. 235
1081
'S ist nicht so schön wie bei dir! ...
Vorlage S. 235
1082
FRITZ.
Vorlage S. 235
1083
Und noch eins möcht' ich: Dass du mir einmal viel von dir erzählst ... recht viel ... ich weiß eigentlich so wenig von dir.
Vorlage S. 235
1084
CHRISTINE.
Vorlage S. 236
1085
Ist wenig zu erzählen. – Ich hab' auch keine Geheimnisse – wie wer anderer ...
Vorlage S. 236
1086
FRITZ.
Vorlage S. 236
1087
Du hast noch keinen lieb gehabt?
Vorlage S. 236
1088
CHRISTINE
Vorlage S. 236
1089
sieht ihn nur an.
Vorlage S. 236
1090
FRITZ
Vorlage S. 236
1091
küßt ihr die Hände.
Vorlage S. 236
1092
CHRISTINE.
Vorlage S. 236
1093
Und werd' auch nie wen andern lieb haben ...
Vorlage S. 236
1094
FRITZ
Vorlage S. 236
1095
mit fast schmerzlichem Ausdruck.
Vorlage S. 236
1096
Sag' das nicht ... sag's nicht ... was weißt du denn? ... Hat dich dein Vater sehr gern, Christin'? –
Vorlage S. 236
1097
CHRISTINE.
Vorlage S. 236
1098
O Gott! ... Es war auch eine Zeit, wo ich ihm alles erzählt hab'. –
Vorlage S. 236
1099
FRITZ.
Vorlage S. 236
1100
Na, Kind, mach' dir nur keine Vorwürfe ... Ab und zu hat man halt Geheimnisse – das ist der Lauf der Welt.
Vorlage S. 236
1101
CHRISTINE.
Vorlage S. 236
1102
... Wenn ich nur wüsste, dass du mich gern hast – da wär' ja alles ganz gut.
Vorlage S. 236
1103
FRITZ.
Vorlage S. 236
1104
Weißt du's denn nicht?
Vorlage S. 236
1105
CHRISTINE.
Vorlage S. 236
1106
Wenn du immer in dem Ton zu mir reden möchtest, ja dann ...
Vorlage S. 236
1107
FRITZ.
Vorlage S. 236
1108
Christin'! Du sitzt aber recht unbequem.
Vorlage S. 236
1109
CHRISTINE.
Vorlage S. 236
1110
Ach lass nur – es ist da ganz gut. Sie legt den Kopf aufs Klavier.
Vorlage S. 236
1111
FRITZ
Vorlage S. 236
1112
steht auf und streichelt ihr die Haare.
Vorlage S. 236
1113
CHRISTINE.
Vorlage S. 236
1114
O, das ist gut.
Vorlage S. 236
1115
Stille im Zimmer.
Vorlage S. 236
1116
THEODOR.
Vorlage S. 236
1117
Wo sind die Zigarren, Fritz? –
Vorlage S. 236
1118
FRITZ
Vorlage S. 236
1119
kommt zu ihm hin, der bei der Kredenz steht und schon gesucht hat.
Vorlage S. 236
1120
MIZI
Vorlage S. 236
1121
ist eingeschlummert.
Vorlage S. 236
1122
FRITZ
Vorlage S. 236
1123
reicht ihm ein Zigarrenkistchen.
Vorlage S. 236
1124
Und der schwarze Kaffee!
Vorlage S. 236
1125
Er schenkt zwei Tassen ein.
Vorlage S. 236
1126
THEODOR.
Vorlage S. 236
1127
Kinder, wollt Ihr nicht auch schwarzen Kaffee haben?
Vorlage S. 236
1128
FRITZ.
Vorlage S. 236
1129
Mizi, soll ich dir eine Tasse ...
Vorlage S. 236
1130
THEODOR.
Vorlage S. 236
1131
Lassen wir sie schlafen ... – Du, trink übrigens keinen Kaffee heut. Du solltest dich möglichst bald zu Bette legen und schauen, dass du ordentlich schläfst.
Vorlage S. 236
1132
FRITZ
Vorlage S. 236
1133
sieht ihn an und lacht bitter.
Vorlage S. 236
1134
THEODOR.
Vorlage S. 236
1135
Na ja, jetzt stehn die Dinge nun einmal so wie sie stehn ... und es handelt sich jetzt nicht darum, so großartig oder so tiefsinnig, sondern so vernünftig zu sein als möglich ... darauf kommt es an ... in solchen Fällen.
Vorlage S. 236
1136
FRITZ.
Vorlage S. 236
1137
Du kommst noch heute Nacht mit Lensky zu mir, ja? ...
Vorlage S. 236
1138
THEODOR.
Vorlage S. 236
1139
Das ist ein Unsinn. Morgen früh ist Zeit genug.
Vorlage S. 236
1140
FRITZ.
Vorlage S. 237
1141
Ich bitt' dich drum.
Vorlage S. 237
1142
THEODOR.
Vorlage S. 237
1143
Also schön ...
Vorlage S. 237
1144
FRITZ.
Vorlage S. 237
1145
Begleitest du die Mädeln nach Hause?
Vorlage S. 237
1146
THEODOR.
Vorlage S. 237
1147
Ja, und zwar sofort ... Mizi! ... Erhebe dich! –
Vorlage S. 237
1148
MIZI.
Vorlage S. 237
1149
Ihr trinkt da schwarzen Kaffee –! Gebt's mir auch einen!
Vorlage S. 237
1150
THEODOR.
Vorlage S. 237
1151
Da hast du, Kind ...
Vorlage S. 237
1152
FRITZ
Vorlage S. 237
1153
zu Christine hin.
Vorlage S. 237
1154
Bist müd', mein Schatz? ...
Vorlage S. 237
1155
CHRISTINE.
Vorlage S. 237
1156
Wie lieb das ist, wenn du so sprichst.
Vorlage S. 237
1157
FRITZ.
Vorlage S. 237
1158
Sehr müd'? –
Vorlage S. 237
1159
CHRISTINE
Vorlage S. 237
1160
lächelnd.
Vorlage S. 237
1161
– Der Wein. – Ich hab' auch ein bissel Kopfweh ...
Vorlage S. 237
1162
FRITZ.
Vorlage S. 237
1163
Na, in der Luft wird dir das schon vergehn!
Vorlage S. 237
1164
CHRISTINE.
Vorlage S. 237
1165
Gehn wir schon? – Begleitest du uns?
Vorlage S. 237
1166
FRITZ.
Vorlage S. 237
1167
Nein, Kind. Ich bleib' jetzt schon zu Haus ... Ich hab' noch einiges zu tun.
Vorlage S. 237
1168
CHRISTINE
Vorlage S. 237
1169
der wieder die Erinnerung kommt.
Vorlage S. 237
1170
Jetzt ... Was hast du denn jetzt zu tun?
Vorlage S. 237
1171
FRITZ
Vorlage S. 237
1172
beinahe streng.
Vorlage S. 237
1173
Du Christin', das musst du dir abgewöhnen! – Mild. Ich bin nämlich wie zerschlagen ... wir sind heut, der Theodor und ich, draußen auf dem Land zwei Stunden herumgelaufen –
Vorlage S. 237
1174
THEODOR.
Vorlage S. 237
1175
Ah, das war entzückend. Nächstens fahren wir alle zusammen hinaus aufs Land.
Vorlage S. 237
1176
MIZI.
Vorlage S. 237
1177
Ja, das ist fesch! Und ihr zieht euch die Uniform dazu an.
Vorlage S. 237
1178
THEODOR.
Vorlage S. 237
1179
Das ist doch wenigstens Natursinn!
Vorlage S. 237
1180
CHRISTINE.
Vorlage S. 237
1181
Wann sehen wir uns denn wieder?
Vorlage S. 237
1182
FRITZ
Vorlage S. 237
1183
etwas nervös.
Vorlage S. 237
1184
Ich schreib's dir schon.
Vorlage S. 237
1185
CHRISTINE
Vorlage S. 237
1186
traurig.
Vorlage S. 237
1187
Leb' wohl. Wendet sich zum Gehen.
Vorlage S. 237
1188
FRITZ
Vorlage S. 237
1189
bemerkt ihre Traurigkeit.
Vorlage S. 237
1190
Morgen sehn wir uns, Christin'.
Vorlage S. 237
1191
CHRISTINE
Vorlage S. 237
1192
froh.
Vorlage S. 237
1193
Ja?
Vorlage S. 237
1194
FRITZ.
Vorlage S. 237
1195
In dem Garten ... dort bei der Linie wie neulich ... um – sagen wir, um sechs Uhr ... Ja? Ist's dir recht?
Vorlage S. 237
1196
CHRISTINE
Vorlage S. 237
1197
nickt.
Vorlage S. 237
1198
MIZI
Vorlage S. 237
1199
zu Fritz.
Vorlage S. 237
1200
Gehst mit uns, Fritz?
Vorlage S. 237
1201
THEODOR.
Vorlage S. 237
1202
Die hat ein Talent zum Dusagen –!
Vorlage S. 237
1203
FRITZ.
Vorlage S. 237
1204
Nein, ich bleib' schon zu Haus.
Vorlage S. 237
1205
MIZI.
Vorlage S. 237
1206
Der hat's gut! Was wir noch für einen Riesenweg nach Haus haben ...
Vorlage S. 237
1207
FRITZ.
Vorlage S. 237
1208
Aber, Mizi, du hast ja beinah' die ganze gute Torte stehen lassen. Wart', ich pack' sie dir ein – ja?
Vorlage S. 237
1209
MIZI
Vorlage S. 237
1210
zu Theodor.
Vorlage S. 237
1211
Schickt sich das?
Vorlage S. 237
1212
FRITZ
Vorlage S. 238
1213
schlägt die Torte ein.
Vorlage S. 238
1214
CHRISTINE.
Vorlage S. 238
1215
Die ist wie ein kleines Kind ...
Vorlage S. 238
1216
MIZI
Vorlage S. 238
1217
zu Fritz.
Vorlage S. 238
1218
Wart', dafür helf' ich dir die Lichter auslöschen. Löscht ein Licht nach dem andern aus, das Licht auf dem Schreibtisch bleibt.
Vorlage S. 238
1219
CHRISTINE.
Vorlage S. 238
1220
Soll ich dir nicht das Fenster aufmachen? – es ist so schwül. Sie öffnet das Fenster, Blick auf das gegenüberliegende Haus.
Vorlage S. 238
1221
FRITZ.
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1222
So, Kinder. Jetzt leucht' ich euch.
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1223
MIZI.
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1224
Ist denn schon ausgelöscht auf der Stiege?
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1225
THEODOR.
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1226
Na, selbstverständlich.
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1227
CHRISTINE.
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1228
Ah, die Luft ist gut, die da hereinkommt! ...
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1229
MIZI.
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1230
Mailüfterl ... Bei der Tür, Fritz hat den Leuchter in der Hand. Also, wir danken für die freundliche Aufnahme! –
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1231
THEODOR
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1232
sie drängend.
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1233
Geh, geh, geh, geh ...
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1234
FRITZ
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1235
geleitet die andern hinaus.
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1236
Die Tür bleibt offen, man hört die Personen raußen reden. Man hört die Wohnungstür aufschließen.
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1237
MIZI.
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1238
Also pah! –
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1239
THEODOR.
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1240
Gib acht, da sind Stufen.
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1241
MIZI.
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1242
Danke schön für die Torte ...
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1243
THEODOR.
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1244
Pst, du weckst ja die Leute auf! –
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1245
CHRISTINE.
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1246
Gute Nacht!
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1247
THEODOR.
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1248
Gute Nacht!
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1249
Man hört, wie Fritz die Türe draußen schließt und versperrt. – Während er hereintritt und das Licht auf den Schreibtisch stellt, hört man das Haustor unten öffnen und schließen.
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1250
FRITZ
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1251
geht zum Fenster und grüßt hinunter.
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CHRISTINE
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1253
von der Straße.
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1254
Gute Nacht!
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1255
MIZI
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1256
ebenso, übermütig.
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1257
Gute Nacht, du mein herziges Kind ...
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1258
THEODOR
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1259
scheltend.
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1260
Du, Mizi ...
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1261
Man hört seine Worte, ihr Lachen, die Schritte verklingen. Theodor pfeift die Melodie des »Doppeladler«, die am spätesten verklingt. Fritz sieht noch ein paar Sekunden hinaus, dann sinkt er auf den Fauteuil neben dem Fenster.
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1262
Vorhang.
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Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ich hätt' es ja auch merken …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »bevor« in diesem Textausschnitt? »Also, Kinder ... bevor wir uns so feierlich verbrüdern, wollen wir auf den glücklichen Zufall trinken, der, der ... und so weiter ...«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Wartet, ich will euch zeigen, wo ihr alles Notwendige findet.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Ihr müsst so gut sein, mich einen Moment zu entschuldigen.« B: »Wer war denn die Dame im schwarzen Samtkleid?« C: »Sie sieht hier durch den Ritz des Vorhanges irgend einen Menschen, der dort an der Straßenecke steht, und glaubt – Unterbricht sich.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Der Vater hat mich ein bissel …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Das ist eine großartige Auffassung ...«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Na ja, jetzt stehn die Dinge nun einmal so wie sie stehn ... …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Sie sieht hier durch den Ritz des Vorhanges irgend einen Menschen, der dort an der Straßenecke steht, und glaubt – Unterbricht sich.«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Sie sieht hier durch den Ritz des Vorhanges irgend einen Menschen, der dort an der Straßenecke steht, und glaubt – Unterbricht sich.« und »und es handelt sich jetzt nicht darum, so großartig oder so tiefsinnig«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Sie nimmt die Rosen aus der Vase, steigt auf einen Stuhl und lässt die Rosen auf den Tisch fallen.«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Den Wagen könnten wir eigentlich wegschicken?«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Sagen Sie, Herr Fritz, ist Kaffee in der Maschin' drin?«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Gute Nacht, du mein herziges Kind ...«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Das deutschsprachige Original ist nach den geprüften Lebensdaten des Autors in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen den bearbeiteten Datenbestand unter CC BY 3.0 DE bereit.

Liebelei

Arthur Schnitzler: Die Dramatischen Werke. Frankfurt a.M.: S. Fischer Verlag, 1962. Schnitzler, Arthur 215- Frankfurt a.M.

Das Werk Liebelei von Schnitzler, Arthur ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Deutsch

Unveränderte deutsche Quellfassung; die andere Spalte bietet eine gesonderte Lesefassung. Beide Ansichten gehören zu demselben Werk.

Das Werk Liebelei von Schnitzler, Arthur ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Autorschaft und Ausgabe: Schnitzler, Arthur

Originaltext und Ausgabe ↗ · TextGrid / Editura · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Arthur Schnitzler: Die Dramatischen Werke. Frankfurt a.M.: S. Fischer Verlag, 1962. Schnitzler, Arthur 215- Frankfurt a.M.

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.