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Buch - Kraft und Stoff - Ludwig Büchner

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Originalwerk · Lesefassung

Kraft und Stoff

Ludwig Büchner

Ludwig Büchner erklärt Natur und menschliches Denken aus dem Zusammenhang von Kraft und Stoff. Die populärphilosophischen Studien machen die materialistischen Debatten des 19. Jahrhunderts und ihre historischen Grenzen sichtbar.

PhilosophieKlasse 11–1323 Abschnitte
Ludwig Büchner – historisches Bildnis
Ludwig Büchner – historisches Bildnis — Historische Darstellung von Ludwig Büchner. Bild zur Autorschaft; keine Illustration einer bestimmten Textszene. · Bachofen, C. (artist) (designer) · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische philosophische, religiöse und naturkundliche Aussagen sowie zeitgebundene gesellschaftliche Wertungen kritisch einordnen. Diese Texte vermitteln keine heutigen wissenschaftlichen, medizinischen oder rechtlichen Handlungsempfehlungen. Klassenangaben sind eine redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 3 von 23

Kraft und Stoff

1
Kraft und Stoff
Vorlage S. 4
2
Tres physici, duo athei
Vorlage S. 4
3
»Die Kraft ist kein stoßender Gott, kein von der stofflichen Grundlage getrenntes Wesen der Dinge. Sie ist des Stoffes unzertrennliche, ihm von Ewigkeit innenwohnende Eigenschaft.« – »Eine Kraft, die nicht an den Stoff gebunden wäre, die frei über dem Stoffe schwebte, ist eine ganz leere Vorstellung. Dem Stickstoff, Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff, dem Schwefel und Phosphor wohnen ihre Eigenschaften von Ewigkeit bei.« (Moleschott.)
Vorlage S. 4
4
»Geht man auf den Grund, so erkennt man bald, dass es weder Kräfte noch Materie gibt. Beides sind von verschiedenen Standpunkten aus aufgenommene Abstraktionen der Dinge, wie sie sind. Sie ergänzen einander und sie setzen einander voraus. Vereinzelt haben sie keinen Bestand usw.« »Die Materie ist nicht wie ein Fuhrwerk, davor die Kräfte, als Pferde, nun angespannt, dann abgeschirrt werden können. Ein Eisenteilchen ist und bleibt zuverlässig dasselbe Ding, gleichviel ob es im Meteorsteine den Weltkreis durchzieht, im Dampfwagenrade auf den Schienen dahinschmettert oder in der Blutzelle durch die Schläfe eines Dichters rinnt. – Diese Eigenschaften sind von Ewigkeit, sie sind unveräußerlich, unübertragbar.« (Dubois-Reymomd.) »Aus Nichts kann keine Kraft entstehen.« (Liebig.)
Vorlage S. 4
5
»Nichts in der Welt berechtigt uns, die Existenz von Kräften an und für sich, ohne Körper, von denen sie ausgehen und auf die sie wirken, vorauszusetzen.« (Cotta.)
Vorlage S. 4
Ludwig Büchner – historisches Bildnis
Kontextbild zum Werk. Ludwig Büchner – historisches Bildnis — Historische Darstellung von Ludwig Büchner. Bild zur Autorschaft; keine Illustration einer bestimmten Textszene. · Bachofen, C. (artist) (designer) · Public domain Bildquelle ↗
6
Mit diesen Worten anerkannter Naturforscher leiten wir ein Kapital ein, welches an eine der einfachsten und folgewichtigsten, aber vielleicht gerade darum noch am wenigsten bekannten und anerkannten Wahrheiten erinnern soll. Keine Kraft ohne Stoff – kein Stoff ohne Kraft! Eines für sich ist so wenig denkbar als das andere für sich; auseinander genommen zerfallen beide in leere Abstraktionen. Man denke sich eine Materie ohne Kraft, die kleinsten Teilchen, aus denen ein Körper besteht, ohne jenes System gegenseitiger Anziehung und Abstoßung, welches sie zusammenhält und dem Körper Form und Gestaltung verleiht, man denke die sogenannte Kohäsionskraft hinweggenommen, was würde und müsste die Folge sein? Die Materie müsste augenblicklich in ein formloses Nichts zerfallen. In der sinnlichen Welt kennen wir ein Beispiel irgendeines Stoffteilchens, das nicht mit Kräften begabt wäre, und vermittels dieser Kräfte spielt es die ihm zugewiesene Rolle bald in dieser, bald in jener Gestaltung, bald in Verbindung mit gleichartigen, bald in Verbindung mit ungleichartigen Stoffteilchen. Aber auch ideell sind wir in keiner Weise imstande, uns eine Vorstellung einer kraftlosen Materie zu machen. Denken wir uns einen Urstoff, wie wir wollen, immer müsste ein System gegenseitiger Anziehung und Abstoßung zwischen seinen kleinsten Teilchen stattfinden; ohne dasselbe müssten sie sich selbst aufheben und spurlos im Weltenraume verschwimmen. »Ein Ding ohne Eigenschaften ist ein Unding, weder vernunftgemäß denkbar noch erfahrungsgemäß in der Natur vorhanden.« (Droßbach.) – Ebenso leer und haltlos ist der Begriff einer Kraft ohne Stoff. Indem es ein ausnahmsloses Gesetz ist, dass eine Kraft nur an einem Stoff in die Erscheinung treten kann, folgt daraus, dass Kraft nichts weiter sein kann und nicht anders definiert werden darf, denn als eine Eigenschaft der Materie, als eine »unzertrennliche, ihr von Ewigkeit innewohnenede Eigenschaft.« Deswegen lassen sich auch, wie Mulder richtig auseinandersetzt, Kräfte nicht mitteilen, sondern nur wecken. Magnetismus kann nicht, wie es wohl scheinen möchte, übertragen, sondern nur hervorgerufen, aufgeschlossen werden dadurch, dass wir die Aggregatzustände seines Mediums ändern. Die magnetischen Kräfte haften an den Molekülen des Eisens, und sie sind z.B. an einem Magnetstabe gerade da am stärksten, wo sie nach außen am wenigsten oder gar nicht bemerkbar werden, d.h. in der Mitte. Man denke sich eine Elektrizität, einen Magnetismus ohne das Eisen oder ohne jene Körper, an denen wir die Erscheinungsweisen dieser Kräfte beobachtet haben, ohne jene Stoffteilchen, deren gegenseitiges molekuläres Verhalten eben die Ursache dieser Erscheinungen abgibt; es würde uns nichts bleiben als ein formloser Begriff, eine leere Abstraktion, der wir nur darum einen eigenen Namen gegeben haben, um uns besser über diesen Begriff verständigen zu können. Hätte es nie Stoffteilchen gegeben, die in einen elektrischen Zustand versetzt werden können, so würde es auch nie Elektrizität gegeben haben, und wir würden mit alleiniger Hilfe der Abstraktion niemals imstande gewesen sein, die geringste Kenntnis oder Ahnung von Elektrizität zu erlangen. Ja, man muss sagen, sie würde ohne diese Teilchen nie existiert haben! Darum definieren die genannten Forscher mit Recht die Kraft als eine bloße Eigenschaft des Stoffs. Es kann eine Kraft so wenig ohne einen Stoff existieren, als ein Sehen ohne einen Sehapparat, als ein Denken ohne einen Denkapparat. »Es ist nie jemanden eingefallen, sagt Vogt, zu behaupten, dass die Absonderungsfähigkeit getrennt von der Drüse, die Zusammenziehungsfähigkeit getrennt von der Muskelfaser existieren könne. Die Absurdität einer solchen Idee ist so auffallend, dass man nicht einmal den Mut hatte, bei den genannten Organen an dieselbe zu denken.« Von je konnte uns nichts anderes über die Existenz einer Kraft Aufschluß geben als die Veränderungen, die wir an der Materie sinnlich wahrnahmen und die wir, indem wir sie nach ihren Ähnlichkeiten unter bestimmten Namen subsummierten, mit dem Worte »Kräfte« bezeichneten; jede Kenntnis von ihnen auf anderem Wege ist eine Unmöglichkeit.
Vorlage S. 4
7
Welche allgemeine Konsequenz lässt sich aus dieser Erkenntnis ziehen?
Vorlage S. 7
8
Dass diejenigen, welche von einer Schöpferkraft reden, welche die Welt aus sich selbst oder aus dem Nichts hervorgebracht haben soll, mit dem ersten und einfachsten Grundsatze philosophischer und auf Emipirie gegründeter Naturbetrachtung unbekannt sind. Wie hätte eine Kraft existieren können, welche nicht an dem Stoffe selbst in die Erscheinung tritt, sondern denselben willkürlich und nach individuellen Rücksichten beherrscht? – Ebensowenig konnten sich gesondert vorhandene Kräfte in die form- und gesetzlose Materie übertragen und auf diese Weise die Welt erzeugen. Denn wir haben gesehen, dass eine getrennte Existenz dieser beiden zu den Unmöglichkeiten gehört. Dass die Welt nicht aus dem Nichts entstehen konnte, wird uns eine spätere Betrachtung lehren, welche von der Unsterblichkeit des Stoffs handelt. Ein Nichts ist nicht bloß ein logisches, sondern auch ein empirisches Unding. Die Welt oder der Stoff mit seinen Eigenschaften, die wir Kräfte nennen, mussten von Ewigkeit sein und werden in Ewigkeit sein müssen – mit einem Worte: die Welt kann nicht geschaffen sein. Freilich ist der Begriff »Ewig« ein solcher, der sich schwer mit unsern endlichen Verstandeskräften zu vertragen scheint; nichtsdestoweniger können wir diese Vorstellung nicht abweisen. In wie vielen anderen Beziehungen noch die Vorstellung einer individuellen Schöpferkraft an Absurditäten leidet, werden wir im Verlaufe unserer späteren Betrachtungen einigemal gewahr werden. Dass die Welt nicht regiert wird, wie man sich hin und wieder auszudrücken pflegt, sondern dass sie Bewegungen des Stoffs einer vollkommenen und in ihm selbst begründeten Naturnotwendigkeit gehorchen, von der es keine Ausnahme gibt – welcher Gebildete, namentlich aber welcher mit den Erwerbungen der Naturwissenschaften auch nur oberflächlich Vertraute wollte an dieser Wahrheit zweifeln? Dass aber eine Kraft – um einmal diesen Ausdruck in abstracto zu gebrauchen – nur dann eine Kraft sein, nur dann existieren kann, wenn und solange sie sich in Tätigkeit befindet – dürfte nicht minder klar sein. Wollte man sich also eine Schöpferkraft, eine absolute Potenz – einerlei, welchen Namen man ihr gibt – als die Ursache der Welt denken, so müsste man, den Begriff der Zeit auf sie anwendend, von ihr sagen, dass sie weder vor noch nach der Schöpfung sein konnte. Vorher konnte sie nicht sein, da sich der Begriff einer solchen Kraft mit der Idee des Nichts oder des Untätigseins nicht vertragen kann. Eine Schöpferkraft konnte nicht sein, ohne zu schaffen; man müsste sich denn vorstellen, sie habe sich in vollkommener Ruhe und Trägheit dem form- und bewegungslosen Stoff gegenüber eine Zeitlang untätig verhalten – eine Vorstellung, deren Unmöglichkeit wir bereits oben nachgewiesen zu haben glauben. Eine ruhende, untätige Schöpferkraft würde eine ebenso leere und haltlose Abstraktion sein, als die einer Kraft ohne Stoff überhaupt. Nachher konnte oder kann sie nicht sein, da wiederum Ruhe und Tatenlosigkeit mit dem Begriffe einer solchen Kraft unverträglich sind und sie selber negieren würden. Die Bewegung des Stoffs folgt allein den Gesetzen, welche in ihm selber tätig sind, und die Erscheinungsweisen der Dinge sind nichts weiter als Produkte der verschiedenen und mannigfaltigen, zufälligen oder notwendigen Kombinationen stofflicher Bewegungen untereinander. Nie und nirgends, in keiner Zeit, und nicht bis in die entferntesten Räume hinein, zu denen unser Fernrohr dringt, konnte eine Tatsache konstatiert werden, welche eine Ausnahme von dieser Regel bedingen, welche die Annahme einer unmittelbar und außer den Dingen wirkenden selbständigen Kraft notwendig ma chen würde. Eine Kraft aber, die sich nicht äußert, kann nicht existieren. Dieselbe in ewiger, in sich selbstzufriedener Ruhe oder innerer Selbstanschauung versunken vorzustellen – läuft eben wiederum auf eine leere und willkürliche Abstraktion ohne empirische Basis hinaus. So bliebe nur eine dritte Möglichkeit übrig, d.h. die ebenso sonderbare als unnötige Vorstellung, es sei die Schöpferkraft plötzlich und ohne bekannte Veranlassung aus dem Nichts emporgetaucht, habe die Welt geschaffen (woraus?) und sei mit dem Moment der Vollendung wieder in sich selbst versunken, habe sich gewissermaßen an die Welt dahingegeben, sich selbst in dem All aufgelöst. Philosophen und Nichtphilosophen haben von je diese Vorstellung, namentlich den letzteren Teil derselben, mit Vorliebe behandelt, weil sie auf diese Weise die allzu unbestreitbare Tatsache einer einmal festgesetzten und unabänderlichen Weltordnung mit dem Glauben an ein individuelles, schaffendes Prinzip vereinigen zu können glaubten. Auch alle religiösen Vorstellungen lehnen mehr oder weniger an diese Idee an, nur mit dem Unterschiede, dass sie den Weltgeist nach der Schöpfung zwar ruhend, aber doch als Individuum, das seine gegebenen Gesetze jederzeit wieder aufheben kann, denken. Es können uns diese Vorstellungen nicht weiter beschäftigen, da sie keine philosophische Denkweise befolgen, sondern indivi duell-menschliche Eigenschaften und Unvollkommenheiten auf absolute Begriffe übertragen. Was demnach die letztgenannte Vorstellungsweise in ihrer philosophischen Bedeutung anlangt, so hieße es Eulen nach Athen tragen, wollten wir uns bemühen, ihre Halt-und Nutzlosigkeit darzutun. Schon die Anwendung des endlichen Zeitbegriffs auf die Schöpferkraft enthält eine Ungereimtheit; eine noch größere ihre Entstehung aus dem Nichts. »Aus Nichts kann keine Kraft entstehen«, sagt Liebig. Wenn aber die Schöpferkraft nicht vor Entstehung der Dinge da sein konnte, wenn sie nicht nach derselben sein kann, wenn es endlich nicht denkbar ist, dass sie nur eine momentane Existenz besaß; wenn der Stoff unsterblich ist, wenn es keinen Stoff ohne Kraft, keine Kraft ohne Stoff gibt – dann mag uns wohl kein Zweifel darüber bleiben dürfen, dass die Welt nicht erschaffen sein kann, dass sie ewig ist. Was nicht getrennt werden kann, konnte auch niemals getrennt bestehen! Was nicht vernichtet werden kann, konnte auch nicht geschaffen werden! »Die Materie ist unerschaffbar, wie sie unzerstörbar ist« (Vogt).
Vorlage S. 7

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Sie ergänzen einander und …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Eines für sich ist so wenig denkbar als das andere für sich; […] genommen zerfallen beide in leere Abstraktionen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Deswegen« in diesem Textausschnitt? »werden darf, denn als eine Eigenschaft der Materie, als eine »unzertrennliche, ihr von Ewigkeit innewohnenede Eigenschaft.« Deswegen lassen sich auch, wie Mulder richtig auseinandersetzt, Kräfte nicht mitteilen, sondern nur wecken«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

5. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Eine ruhende, untätige Schöpferkraft würde eine ebenso leere und haltlose Abstraktion sein, als die einer Kraft ohne Stoff überhaupt.« B: »Ja, man muss sagen, sie würde ohne diese Teilchen nie existiert haben!« C: »Beides sind von verschiedenen Standpunkten aus aufgenommene Abstraktionen der Dinge, wie sie sind.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Wollte man sich also eine Schöpferkraft, eine absolute Potenz – einerlei, welchen Namen …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Nie und nirgends, in keiner Zeit, und nicht bis in die […] Räume hinein, zu denen unser Fernrohr dringt, konnte eine Tatsache konstatiert werden, welche eine Ausnahme von dieser Regel bedingen, welche die Annahme einer unmittelbar und außer den Dingen wirkenden selbständigen Kraft notwendig ma chen würde.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Philosophen und Nichtphilosophen haben von je diese Vorstellung, namentlich den letzteren Teil derselben, mit Vorliebe behandelt, weil sie auf diese Weise die allzu unbestreitbare Tatsache einer einmal festgesetzten und unabänderlichen Weltordnung mit dem Glauben an ein individuelles, schaffendes Prinzip vereinigen zu können glaubten.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Wenn aber die Schöpferkraft nicht vor Entstehung der Dinge da sein konnte, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »»Geht man auf den Grund, so erkennt man bald, dass es weder Kräfte noch Materie gibt.«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »»Geht man auf den Grund, so erkennt man bald, dass es weder Kräfte noch Materie gibt.« und »wie sie unzerstörbar ist« (Vogt«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »nur dann eine Kraft sein, nur dann existieren kann, wenn und solange«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »»Die Kraft ist kein stoßender Gott, kein von der stofflichen Grundlage getrenntes Wesen der Dinge.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Dass diejenigen, welche von einer Schöpferkraft reden, welche die Welt aus sich selbst oder aus dem Nichts hervorgebracht haben soll, mit dem ersten und einfachsten Grundsatze philosophischer und auf Emipirie gegründeter Naturbetrachtung unbekannt sind.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
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Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »»Die Materie ist unerschaffbar, wie sie unzerstörbar ist« (Vogt).«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Kraft und Stoff – DTA DiBiPhil

Deutsches Textarchiv, BBAW, DiBiPhil-Korpus; Kuration Matthias Boenig, Susanne Haaf, Marius Hug und DTA-Team; ursprüngliche Digitalisierung Editura/Digitale Bibliothek. Historische Quellausgabe: Ludwig Büchner: Kraft und Stoff. Mit einer Einleitung und Anmerkungen herausgegeben von Wilhelm Bölsche. Neudruck der Urausgabe. Leipzig, Alfred Kröner, o. J. (Kröners Taschenausgabe, Bd. 102).

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY-SA 4.0 Lizenz

Originalsprache · Deutsch

Unveränderte deutsche Quellfassung; die andere Spalte bietet eine gesonderte Lesefassung. Beide Ansichten gehören zu demselben Werk.

Deutsches Textarchiv, BBAW, DiBiPhil-Korpus; Kuration Matthias Boenig, Susanne Haaf, Marius Hug und DTA-Team; ursprüngliche Digitalisierung Editura/Digitale Bibliothek. Historische Quellausgabe: Ludwig Büchner: Kraft und Stoff. Mit einer Einleitung und Anmerkungen herausgegeben von Wilhelm Bölsche. Neudruck der Urausgabe. Leipzig, Alfred Kröner, o. J. (Kröners Taschenausgabe, Bd. 102).

Autorschaft und Ausgabe: Ludwig Büchner

Originaltext und Ausgabe ↗ · Deutsches Textarchiv · BBAW · DiBiPhil · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.