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Buch - Kindheit - Tolstoj, Lev Nikolaevič

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Kindheit

Tolstoj, Lev Nikolaevič

Der junge Nikolai erlebt Familie, Unterricht, Freundschaft, gesellschaftliche Feste und den Verlust seiner Mutter. Im rückblickenden Erzählen werden kindliche Gefühle und die Selbsttäuschungen der Erwachsenenwelt zugleich sichtbar.

ErzählungKlasse 9–10 · 11–1333 Abschnitte
Porträt von Lev Nikolaevič Tolstoj
Porträt von Lev Nikolaevič Tolstoj — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · Mikhail Nesterov · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Heß, Adolf

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache, Gewalt, soziale Ausgrenzung und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 33

1. Unser Lehrer Karl Iwanowitsch.

1
1. Unser Lehrer Karl Iwanowitsch.
2
Am 12. August 1836, genau drei Tage nach meinem elften Geburtstag, an dem ich mein zehntes Lebensjahr vollendet und so herrliche Geschenke erhalten hatte, um sieben Uhr morgens, weckte mich Karl Iwanowitsch, indem er mit einer Fliegenklappe aus Packpapier an einem Stock nach einer Fliege schlug. Er tat dies so ungeschickt, dass er mein Heiligenbild an der eichenen Bettlehne berührte und dass die tote Fliege auf mein Kissen fiel. Ich schob den Kopf unter der Decke hervor, hielt das schaukelnde Bild mit der Hand fest, warf mit Abscheu die tote Fliege fort und blickte zwar mit verschlafenen aber bösen Augen Karl Iwanowitsch an, der in seinem bunten, wattierten, durch einen hinten angenähten Gürtel (aus demselben Stoff) zusammengehaltenen Schlafrock, einer roten, gestrickten Zipfelmütze mit Troddel, in weichen Saffianschuhen, die Fliegenklappe in der Hand, weiter die Wände entlang schlich, zielte und schlug.
3
Wenn ich auch klein bin, dachte ich, welches Recht hat er aber, mich zu stören, zu quälen und mit der Klappe nach dem Bild zu schlagen? Warum klatscht er nicht die Fliegen bei Wolodjas Bett? Da sind so viele! O, er hat Angst vor Wolodja, der könnte sich beklagen, weil er älter ist als ich – bald dreizehn Jahre. Ich bin der Allerjüngste, deswegen quält er mich. Nur daran denkt er sein ganzes Leben lang, wie er mich ärgern kann – flüsterte ich, die Zähne zusammenpressend. Er sieht sehr gut, dass er mich erschreckt hat, tut aber, als ob er nichts merkt, der abscheuliche Mensch … Sein Schlafrock, die Zipfelmütze und die Troddel – wie widerwärtig das alles ist.
4
Während ich so in Gedanken meinem Ärger über Karl Iwanowitsch, der mich nicht ausschlafen ließ, Ausdruck verlieh, trat er zu seinem Bett, sah nach der Uhr, die in einem mit Glasperlen gestickten Pantoffel hing, hängte die Fliegenklappe an den Nagel und rief uns, augenscheinlich in bester Stimmung, auf gut deutsch zu: »Auf, Kinder, auf; 's ist Zeit! Die Mutter ist schon im Saal,« kam dann zu mir, setzte sich zu meinen Füßen und holte seine Tabaksdose aus der Tasche. Ich tat, als schliefe ich; steckte den Kopf unter die Decke. Karl Iwanowitsch schnupfte, nahm sein gewürfeltes Taschentuch und schneuzte sich mit den tabakbeschmutzten Fingern. Dann schob er die Hand unter meine Bettdecke und kitzelte mich an den Fußsohlen. »Nun, nun, Faulenzer,« sagte er dabei und lachte. So große Angst ich auch vor dem Kitzeln hatte, sprang ich doch nicht aus dem Bett, antwortete ihm auch nicht, sondern steckte nur den Kopf wieder unter die Decke, schlug mit den Füßen um mich, kreischte und gab mir krampfhaft Mühe, das Lachen zu verbeißen.
5
Wie ist er gut und wie hat er uns lieb. Und ich konnte so schlecht von ihm denken!
6
Jetzt konnte ich mich nicht mehr halten, schob den Kopf unter dem Kissen hervor und rief mit Tränen in den Augen: »Ach, lassen Sie, Karl Iwanowitsch!«
7
Er ließ verwundert meine Fußsohlen los und fragte mich besorgt, was mit mir wäre. Ob ich etwas Schlimmes geträumt hätte. Sein braves, deutsches Gesicht, die Teilnahme, mit der er sich bemühte, den Grund meiner Tränen zu erraten, verstärkten meine Rührung. Ich schämte mich; begriff nicht, wie ich eine Minute vorher solch' unschöne Gedanken hatte hegen, seinen Schlafrock, die Zipfelmütze und Troddel hatte widerwärtig finden können. Jetzt erschien mir, im Gegenteil, alles sehr lieb, und sogar die Troddel war mir ein klarer Beweis seiner Güte.
8
Ich sagte Karl Iwanowitsch, ich hätte geträumt, Mama stürbe. Und als er mich freundlich zu trösten und zu beruhigen suchte, kam es mir vor, als hätte ich wirklich diesen schrecklichen Traum gehabt, obgleich ich entschieden nichts mehr wusste – und meine Tränen flossen nun schon aus einem anderen Grunde.
9
Karl Iwanowitsch ging ins Klassenzimmer; ich zog schluchzend meine Strümpfe an und dachte über den schrecklichen, erfundenen Traum nach.
10
Jetzt trat unser Wärter Nikolas ins Zimmer, ein kleines, sauberes, geschorenes Männchen, stets ernst, akkurat, respektvoll und ein großer Freund von Karl Iwanowitsch. Er brachte unsere Kleider und das Schuhzeug: Stiefel für Wolodja, mir einstweilen noch diese dummen Schuhe mit Bändern. In seiner Gegenwart schämte ich mich zu weinen; außerdem schien die Morgensonne lustig ins Fenster, und Wolodja machte am Waschbecken nach, wie sich Marja Iwanowna (die Gouvernante unserer Schwester) wusch und lachte dabei so lustig und laut, dass sogar der ernste Nikolas mit dem Handtuch auf der Schulter, dem Wasserkrug in der einen und der Seife in der anderen Hand losplatzte und dann sagte: »Nun hören Sie auf, Wladimir Petrowitsch; bitte, waschen Sie sich.«
11
Ich war wieder ganz vergnügt.
12
Aus dem Klassenzimmer nebenan ertönte Karl Iwanowitschs Stimme, jetzt schon ohne den Ausdruck von Güte, die mich zu Tränen rührte. Er rief vielmehr streng: »Sind Sie bald fertig?«
13
Im Klassenzimmer war Karl Iwanowitsch ein ganz anderer Mensch: Amtsperson, Erzieher. Ich zog mich schnell an, wusch mich und folgte seinem Ruf, noch mit der Bürste in der Hand, das nasse Haar kämmend.
14
In demselben Aufzug, die Brille auf der Nase, über die hinweg er Wolodja ansah, der etwas ausgefressen hatte und in der Ecke kniete, saß auf seinem gewöhnlichen Platz, rechts zwischen Tür und Fenster Karl Iwanowitsch. Links von der Tür hingen zwei Bücherborte: das eine unseres, für Kinder; das andere seins, sein Eigentum! Auf unserem befanden sich alle möglichen Bücher: Lehrbücher und andere, gebunden und ungebunden; teils standen, teils lagen sie. Nur zwei große Bände »Histoire des voyages« in rotem Einband standen stets akkurat am Rande; dann kamen lange, dicke, kleine Bücher, Deckel ohne Bücher und umgekehrt – da wurde alles hingestopft und -geworfen, wenn er vor der Erholungspause die »Bibliothek«, wie Karl Iwanowitsch das Bücherbort nannte, in Ordnung bringen hieß. Die Büchersammlung auf seinem eigenen Bort war nicht so groß wie unsere, dafür aber noch mannigfaltiger. Ich erinnere mich an drei Bücher: eine deutsche Broschüre über die Düngung in Kohlgärten – ungebunden; ein Band der Geschichte des Siebenjährigen Krieges, in Pergament, an einer Ecke durchgebrannt; und ein vollständiges Lehrbuch der Hydrostatik. Während seines ganzen fünfzehnjährigen Aufenthaltes in unserem Hause las Karl Iwanowitsch nichts als diese Bücher und die Zeitschrift »Nordische Biene«, verbrachte aber die größere Hälfte des Tages mit Lektüre, so dass er sich die Augen verdarb. Außerdem las er noch die Bibel, aber nur Sonntags. Unter den Gegenständen auf seinem Bücherbort ist mir einer ganz besonders im Gedächtnis geblieben: das war eine Scheibe aus Pappe mit hölzernem Gestell, an dem sich die Scheibe durch Stifte hoch und niedrig stellen ließ. Auf die Scheibe war ein Bild geklebt, die Karikatur einer Dame und eines Friseurs. Karl Iwanowitsch war sehr geschickt im Kleben und hatte diese Scheibe eigenhändig zum Schutz seiner schwachen Augen vor dem Licht verfertigt. Noch jetzt sehe ich die lange Gestalt im wattierten Schlafrock und roter Zipfelmütze, unter der spärliches, graues Haar hervorguckt. Er sitzt am Tisch mit der Friseurpappscheibe; Schatten fällt auf sein Gesicht. In der einen Hand hält er das Buch gegen das Licht, die andere ruht auf der Sessellehne. Neben ihm liegt die Uhr mit einem Jäger auf dem Zifferblatt, sein gewürfeltes Schnupftuch, die schwarze, runde Tabaksdose, ein grünes Brillenfutteral, die Lichtschere auf dem Untersatz: alles liegt so akkurat und symmetrisch auf seinem Platz, dass man schon daraus auf das reine Gewissen und den Seelenfrieden dieses Mannes schließen kann.
15
Wenn ich unten im Saal genug herumgetollt hatte, schlich ich wohl auf Zehenspitzen oben ins Klassenzimmer und sah, wie Karl Iwanowitsch allein in seinem Lehnstuhl saß und mit dem gewöhnlichen wichtigen Ausdruck las. Bisweilen traf ich ihn nicht lesend: die Brille auf die große Adlernase heruntergerutscht, die blauen, halbgeschlossenen Augen mit sonderbarem Ausdruck über das Buch hinwegblickend und die Lippen zu einem traurigen Lächeln verzogen. Im Zimmer herrschte Stille; nur sein gleichmäßiges Atmen war zu hören und das Ticken der Jägeruhr. Da wurde einem traurig zumute.
16
Oft, wenn er mich nicht bemerkte, stand ich da und dachte: armer, armer Karl Iwanowitsch. Wir unten spielen – wir sind viele, sind vergnügt; er aber ist unglücklich und ganz allein, und niemand hat ihn lieb. Er sagt mit Recht, dass er verwaist ist. Wie schrecklich ist seine Lebensgeschichte, die er Nikolas einmal erzählt hat … Schrecklich ist seine Lage! Er tut einem so leid, dass man bisweilen hingeht, ihn bei der Hand fasst und sagt: »lieber Karl Iwanowitsch!« Er hatte es gern, wenn man so zu ihm sprach, streichelte mich stets und war augenscheinlich gerührt. Ich benutzte die Gelegenheit und bat ihn dann schnell, mir ein Hasen- oder Nonnenschattenbild an der Wand zu zeigen oder eine Maus aus dem Schnupftuch zu machen.
Porträt von Lev Nikolaevič Tolstoj
Kontextbild zum Werk. Porträt von Lev Nikolaevič Tolstoj — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · Mikhail Nesterov · Public domain Bildquelle ↗
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An der anderen Wand hingen Landkarten, fast sämtlich zerrissen, aber von Karl Iwanowitsch kunstgerecht wieder zusammengeklebt. Trotzdem sah Europa Gott weiß welchem Ungeheuer ähnlich.
18
An der dritten Wand, in deren Mitte die Tür nach unten führte, hingen auf der einen Seite zwei Lineale: eins zerschnitten für unseren Gebrauch, das andere, neue, sein Eigentum, wurde mehr zu unserer Aufmunterung als zum Liniieren gebraucht. Auf der anderen Seite eine schwarze Tafel, auf der mit Nullen unsere großen und mit Kreuzen die kleinen Sünden vermerkt wurden. Links vor der Tafel beim Ofen war die Ecke, in der wir niederknien mussten und in der gegenwärtig Wolodja kniete.
19
Als ich eintrat, blickte er Karl Iwanowitsch an, der aber die Augen nicht aufschlug. Da setzte Wolodja sich auf die Knie, schnitt mir eine furchtbar komische Grimasse und hielt sich die Nase zu, um nicht loszuplatzen. Aber das nützte nichts, er prustete dennoch, während Karl Iwanowitsch ins Schlafzimmer ging, um sich anzukleiden.
20
Wie genau ich mich an diese Ecke erinnere! Ich weiß noch die Ofenklappe, das Luftloch darin, das Sausen, wenn man die Klappe aufzog. Bisweilen kniete und kniete ich da in der Ecke und dachte: Karl Iwanowitsch hat dich vergessen; sah mich um, aber da saß er immer noch in derselben Haltung, las seine Geschichte des Siebenjährigen Krieges oder die Hydrostatik. Für ihn vielleicht ganz gemütlich; an mich aber denkt er nicht! Da fängt man denn an, um sich bemerkbar zu machen, leise die Ofenklappe zu öffnen und zu schließen, oder Kalk von der Wand zu kratzen; wenn man aber schließlich ein zu großes Stück lockert und dieses mit Gepolter auf den Boden fällt – dann ist wahrhaftig die Angst schlimmer als jede Strafe; man sieht sich um – er sitzt immer noch in derselben Haltung.
21
Die letzte Wand nahmen drei Fenster ein. Mitten im Zimmer stand ein Tisch mit zerrissenem schwarzen Wachstuch, unter dem an vielen Stellen die mit dem Federmesser zerschnittenen Tischecken hervorguckten. Ringsum ungestrichene, vom langen Gebrauch aber glänzend blank gewordene, harte Sitzböcke.
22
Als Karl Iwanowitsch hinausgegangen war, ging ich zu Wolodja und fragte: »warum?«
23
»Ach, Dummheit,« meinte er nachlässig, »weil ich mich zum Fenster hinausgelehnt habe, um Akim zu sehen (Akim war unser halbverrückter Gärtner) und nicht bemerkt habe, dass er da seine dummen Schachteln zum Trocknen aufgestellt hatte; da habe ich aus Versehen eine zerdrückt.«
24
»Welche denn?« fragte ich.
25
Er konnte mir nicht antworten, weil in diesem Augenblick Karl Iwanowitsch, vollständig angekleidet, im blauen Rock und grauen Hosen ins Zimmer trat. Wolodja deutete mit seinen dreisten, schwarzen Augen nur auf die Ecke hinter dem Ofen, hob wieder die Schultern und wäre beinahe losgeplatzt.
26
Ich sah hin; das beste Erzeugnis Karl Iwanowitschs – ein Futteral mit zwei Zwischenwänden, das nur noch trocknen und mit Einfassung beklebt werden musste, um am Namenstage einem Familienmitgliede als Präsent dargebracht zu werden, ein Futteral, für welches Karl Iwanowitsch beim Tischler Kondratius extra eine Form bestellt, an dem er mit besonderer Sorgfalt und Liebe gearbeitet hatte – dieses Futteral lag zerdrückt, verbogen hinter dem Ofen zwischen Staub und neben der Dielenbürste auf dem Fußboden – wahrscheinlich hatte Karl Iwanowitsch es in einem Augenblick des Ärgers selbst dorthin geworfen.
27
Es kam mir sonderbar vor, dass Wolodja darüber lachen konnte.
28
Karl Iwanowitsch blieb vor der Tür stehen und begann auf dem oberen Balken mit Kreide Buchstaben und Ziffern zu malen. Er führte seinen Kalender auf dieser Tür; da aber der ganze Monat nicht auf das obere Gesims hinaufging, so wischte er an gewissen Tagen das Geschriebene aus und schrieb neue Zeichen hin.
29
Während er damit beschäftigt war, trat ich zum letzten Fenster. Die Aussicht von dort war folgende: gerade unter dem Fenster ein großer Fliederbusch, hinter dem Busch eine geschorene Lindenallee, durch die man die Wiese sah, mit der Tenne auf der einen Seite und dem Wald auf der anderen und gegenüber. Im Walde sah man die Wärterhütte. Es lässt sich nicht beschreiben, wie schön das alles war.
30
Aus dem Fenster rechts war ein Teil der Veranda sichtbar, auf welcher meistens alles bis zum Mittagessen saß. Bisweilen, während Karl Iwanowitsch das Diktat korrigierte, blickte ich nach jener Seite, sah dann das schwarze Köpfchen der Mutter, einen Rücken und hörte undeutliches Gespräch und Lachen. Ich war recht ärgerlich, dass ich nicht dabei sein konnte! Ich dachte: wann werde ich groß sein, aufhören zu lernen und immer bei denen sein, die ich liebhabe? Ärger überkam mich, und Gott mag wissen, an was ich so sehr dachte, dass ich gar nicht hörte, wie Karl Iwanowitsch über die Fehler böse war und schalt.
31
Wolodja durfte aufstehen und wir gingen hinunter, um die Mutter zu begrüßen.

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »O, er hat Angst vor Wolodja, der könnte sich …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Dann schob er die Hand unter meine […] und kitzelte mich an den Fußsohlen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »obgleich« in diesem Textausschnitt? »Und als er mich freundlich zu trösten und zu beruhigen suchte, kam es mir vor, als hätte ich wirklich diesen schrecklichen Traum gehabt, obgleich ich entschieden nichts mehr wusste – und meine Tränen flossen nun schon aus einem anderen Grunde.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »»Ach, Dummheit,« meinte er nachlässig, »weil ich mich zum Fenster hinausgelehnt habe, um Akim zu sehen (Akim war unser halbverrückter Gärtner) und nicht bemerkt habe, dass er da seine dummen Schachteln zum Trocknen aufgestellt hatte; da habe ich aus Versehen eine zerdrückt.««

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Nur daran denkt er sein ganzes Leben lang, wie er mich ärgern kann – flüsterte ich, die Zähne zusammenpressend.« B: »Für ihn vielleicht ganz gemütlich; an mich aber denkt er nicht!« C: »Die Büchersammlung auf seinem eigenen Bort war nicht so groß wie unsere, dafür aber noch mannigfaltiger.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Trotzdem sah Europa Gott …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Wie genau ich mich an diese […] erinnere!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

9. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Wolodja deutete mit seinen dreisten, […] Augen nur auf die Ecke hinter dem Ofen, hob wieder die Schultern und wäre beinahe losgeplatzt.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Die Aussicht von dort war folgende: gerade unter dem Fenster ein großer …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »O, er hat Angst vor Wolodja, der könnte sich «. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »O, er hat Angst vor Wolodja, der könnte sich « und »Fliederbusch, hinter dem Busch eine geschorene Lindenallee, durch die man die Wiese«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »weiß welchem Ungeheuer ähnlich«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
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Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »August 1836, genau drei Tage nach meinem elften Geburtstag, an dem ich mein zehntes Lebensjahr vollendet und so herrliche Geschenke erhalten hatte, um sieben Uhr morgens, weckte mich Karl Iwanowitsch, indem er mit einer Fliegenklappe aus Packpapier an einem Stock nach einer Fliege schlug.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Noch jetzt sehe ich die lange Gestalt im wattierten Schlafrock und roter Zipfelmütze, unter der spärliches, graues Haar hervorguckt.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Wolodja durfte aufstehen und wir gingen hinunter, um die Mutter zu begrüßen.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte deutsche Übersetzung sind anhand der dokumentierten GND-Lebensdaten für Deutschland geprüft. Historische Abbildungen aus diesen Ausgaben werden nicht übernommen.

Kindheit: Autobiographische Novelle

Kindheit: Autobiographische Novelle, Project Gutenberg eBook 49824; historische deutsche Übersetzung.

Quelltext und Ausgabe ↗ · Underlying author and translation terms reviewed for Germany; PG US status is not the DE rights basis. Lizenz

Originalsprache · Russisch

Vollständiger russischer Werktext in der konkret verlinkten Quellenausgabe. Wortlaut, historische Schreibweisen und auch auffällige Druck-/Transkriptionsformen bleiben unverändert. Vorhandene Quell- und Editionsanmerkungen sind mitgeführt; Navigationsleisten und ausdrücklich dokumentierte moderne Transkriptionshinweise werden nicht als Werktext ausgegeben. Ganze Kapitel/Akte anhand der tatsächlichen Quellüberschriften gegliedert, keine Satz- oder Absatzparität mit der deutschen Übersetzung behauptet.

Tolstoj, Lev Nikolaevič; digitale Edition und Mitwirkende der russischen Wikisource, CC BY-SA 4.0. Versionsgeschichten siehe Quellseiten.

Autorschaft und Ausgabe: Tolstoj, Lev Nikolaevič

Originaltext und Ausgabe ↗ · Russische Wikisource · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.