Abschnitt 3 von 3
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1 [Stücktext]
Vorlage S. 10 2 SPIELANSAGER
Vorlage S. 10 3 tritt vor und sagt das Spiel an.
Vorlage S. 10 4 Jetzt habet allsamt Achtung, Leut!
Vorlage S. 10 5 Und hört was wir vorstellen heut!
Vorlage S. 10 6 Ist als ein geistlich Spiel bewandt,
Vorlage S. 10 7 Vorladung Jedermanns ist es zubenannt.
Vorlage S. 10 8 Darin euch wird gewiesen werden,
Vorlage S. 10 9 Wie unsere Tag und Werk auf Erden
Vorlage S. 10 10 Vergänglich sind und hinfällig gar.
Vorlage S. 10 11 Der Hergang ist recht schön und klar,
Vorlage S. 10 12 der Stoff ist kostbar von dem Spiel,
Vorlage S. 10 13 Dahinter aber liegt noch viel,
Vorlage S. 10 14 Das müsst ihr zu Gemüt führen
Vorlage S. 10 15 Und aus dem Inhalt die Lehr ausspüren.
Vorlage S. 10 16 GOTT DER HERR
Vorlage S. 10 17 wird sichtbar auf seinem Thron und spricht.
Vorlage S. 10 18 Fürwahr mag länger das nit ertragen,
Vorlage S. 10 19 Dass alle Kreatur gegen mich
Vorlage S. 10 20 Ihr Herz verhärtet böslich,
Vorlage S. 10 21 Dass sie ohn einige Furcht vor mir
Vorlage S. 10 22 Schmählicher hinleben als das Getier.
Vorlage S. 10 23 Des geistlichen Auges sind sie erblindt,
Vorlage S. 10 24 In Sünd ersoffen, das ist was sie sind,
Vorlage S. 10 25 Und kennen mich nit für ihren Gott,
Vorlage S. 10 26 Ihr Trachten geht auf irdisch Gut allein,
Vorlage S. 10 27 Und was darüber, das ist ihr Spott,
Vorlage S. 10 28 Und wie ich sie mir anschau zur Stund,
Vorlage S. 10 29 So han sie rein vergessen den Bund,
Vorlage S. 10 30 Den ich mit ihnen aufgericht hab,
Vorlage S. 10 31 Da ich am Holz mein Blut hingab.
Vorlage S. 10 32 Auf dass sie sollten das Leben erlangen,
Vorlage S. 10 33 Bin ich am Marterholz gehangen.
Vorlage S. 10 34 Hab ihnen die Dörn aus dem Fuß getan
Vorlage S. 10 35 Und auf meinem Haupt sie getragen als Kron.
Vorlage S. 10 36 So viel ich vermocht, hab ich vollbracht,
Vorlage S. 10 37 Und nun wird meiner schlecht geacht.
Vorlage S. 10 38 Darum will ich in rechter Eil
Vorlage S. 11 39 Gerichtstag halten über sie
Vorlage S. 11 40 Und Jedermann richten nach seinem Teil.
Vorlage S. 11 41 Wo bist du Tod, mein starker Bot? Tritt vor mich hin.
Vorlage S. 11 43 Allmächtiger Gott, hier sieh mich stehn,
Vorlage S. 11 44 Nach deinem Befehl werd ich botengehn.
Vorlage S. 11 46 Geh du zu Jedermann und zeig in meinem Namen ihm an:
Vorlage S. 11 47 Er muss eine Pilgerschaft antreten
Vorlage S. 11 48 Mit dieser Stund und heutigem Tag,
Vorlage S. 11 49 Der er sich nicht entziehen mag.
Vorlage S. 11 50 Und heiß ihn mitbringen sein Rechenbuch
Vorlage S. 11 51 Und dass er nicht Aufschub, noch Zögerung such.
Vorlage S. 11 53 Herr, ich will die ganze Welt abrennen
Vorlage S. 11 54 Und sie heimsuchen Groß und Klein,
Vorlage S. 11 55 Die Gotts Gesetze nit erkennen
Vorlage S. 11 56 Und unter das Vieh gefallen sein.
Vorlage S. 11 57 Der sein Herz hat auf irdisch Gut geworfen,
Vorlage S. 11 58 Den will ich mit einem Streich treffen,
Vorlage S. 11 59 Dass seine Augen brechen
Vorlage S. 11 60 Und er nit findet die Himmelspforten,
Vorlage S. 11 61 Es sei denn, dass Almosen und Mildtätigkeit
Vorlage S. 11 62 Befreundt ihm wären und hilfsbereit.
Vorlage S. 11 64 tritt aus seinem Haus hervor, ein Knecht hinter ihm.
Vorlage S. 11 65 Spring du um meinen Hausvogt schnell,
Vorlage S. 11 66 Muss ihm aufgeben einen Befehl.
Vorlage S. 11 67 Der Knecht geht hinein.
Vorlage S. 11 68 Mein Haus hat ein gut Ansehn, das ist wahr,
Vorlage S. 11 69 Steht stattlich da, vornehm und reich,
Vorlage S. 11 70 Kommt in der Stadt kein andres gleich.
Vorlage S. 11 71 Hab drin köstlichen Hausrat die Meng,
Vorlage S. 11 72 Viele Truhen, viele Spind,
Vorlage S. 11 73 Dazu ein großes Hausgesind,
Vorlage S. 11 74 Einen schönen Schatz von gutem Geld
Vorlage S. 11 75 Und vor den Toren manch Stück Feld,
Vorlage S. 11 76 Auch Landsitz, Meierhöf voll Vieh,
Vorlage S. 11 77 Von denen ich Zins und Renten zieh,
Vorlage S. 12 78 Dass ich mir wahrlich machen mag
Vorlage S. 12 79 So heut wie morgen fröhliche Tag.
Vorlage S. 12 80 Hausvogt tritt auf.
Vorlage S. 12 81 JEDERMANN.
Vorlage S. 12 82 Vogt, bring einen Säckel Geldes straff,
Vorlage S. 12 83 Den hab ich vergessen in Gürtel zu tun,
Vorlage S. 12 84 Und merk, was ich dir noch anschaff:
Vorlage S. 12 85 Für morgen wird ein Frühmahl gericht,
Vorlage S. 12 86 Das muss bereit't sein aufs allerbest.
Vorlage S. 12 87 Kommen Verwandte und fremde Gäst.
Vorlage S. 12 88 Der Tisch muss prächtig sein bestellt,
Vorlage S. 12 89 Schick her den Koch, du geh ums Geld.
Vorlage S. 12 90 Vogt geht hinein.
Vorlage S. 12 91 Koch tritt sogleich auf.
Vorlage S. 12 92 JEDERMANN.
Vorlage S. 12 93 Ein köstlich Frühmahl befehl ich an
Vorlage S. 12 94 Für morgen.
Vorlage S. 12 96 Ja, und soll ich dann
Vorlage S. 12 97 Einen jeden Gang bereiten frisch?
Vorlage S. 12 98 JEDERMANN.
Vorlage S. 12 99 Dass dich das Fieber rüttel, frisch!
Vorlage S. 12 100 Kein Überbleibsel auf meinen Tisch.
Vorlage S. 12 102 Es wär von gestern geblieben die Meng
Vorlage S. 12 103 Zumindest für zwei kalte Gäng.
Vorlage S. 12 104 JEDERMANN.
Vorlage S. 12 105 Du Esels-Koch bist so vermessen,
Vorlage S. 12 106 Soll ich eine Bettlermahlzeit essen?
Vorlage S. 12 107 Der Koch geht ab.
Vorlage S. 12 108 Der Vogt ist herausgekommen mit einem Beutel.
Vorlage S. 12 109 JEDERMANN
Vorlage S. 12 110 nimmt den Beutel.
Vorlage S. 12 111 Acht du auf meine Mägd und Knecht,
Vorlage S. 12 112 Gefallen mir allermaßen nit recht.
Vorlage S. 12 113 Der arme Nachbar wird in der Ferne sichtbar, nähert sich ängstlich.
Vorlage S. 12 114 Jedermanns Geselle kommt zugleich raschen Schrittes die Straße hergegangen.
Vorlage S. 12 115 JEDERMANN
Vorlage S. 13 116 zum Hausvogt.
Vorlage S. 13 117 Dafür stehst du an der obersten Stell,
Vorlage S. 13 118 Dass du auf sie – Da kommt mein Gesell.
Vorlage S. 13 119 Hausvogt geht ins Haus.
Vorlage S. 13 120 JEDERMANN.
Vorlage S. 13 121 Hätt beinah müssen auf dich warten,
Vorlage S. 13 122 Wir wollen jetzt vors Stadttor gehen
Vorlage S. 13 123 Und uns dort das Grundstück ansehen,
Vorlage S. 13 124 Obs tauglich ist für einen Lustgarten.
Vorlage S. 13 126 Hast Fortunati Säckel in der Hand,
Vorlage S. 13 127 Dann ist die Sach schon recht bewandt.
Vorlage S. 13 128 Ja, bei dir gilts: gewünscht ist schon getan,
Vorlage S. 13 129 Du hasts danach, drum steht dirs an.
Vorlage S. 13 130 ARMER NACHBAR.
Vorlage S. 13 131 Das ist des reichen Jedermanns Haus.
Vorlage S. 13 132 Oh, Herr, dich bitt ich überaus,
Vorlage S. 13 133 Wolltest dich hilfreich meiner erbarmen,
Vorlage S. 13 134 Mildtätig beistehn einem Armen.
Vorlage S. 13 136 zu Jedermann.
Vorlage S. 13 137 Ja, wie gesprochen, wir müssen eilen,
Vorlage S. 13 138 Dürfen uns gar nit länger verweilen.
Vorlage S. 13 139 ARMER NACHBAR
Vorlage S. 13 140 hebt bittend die Hände.
Vorlage S. 13 141 Oh, Jedermann, erbarm dich mein.
Vorlage S. 13 143 Kennst du leicht das Gesicht?
Vorlage S. 13 144 JEDERMANN.
Vorlage S. 13 145 Ich? Wer solls sein?
Vorlage S. 13 146 ARMER NACHBAR.
Vorlage S. 13 147 Oh, Jedermann, zu dir heb ich die Hand,
Vorlage S. 13 148 Hab auch einst bessre Tag gekannt.
Vorlage S. 13 149 War einst dein Nachbar, Haus bei Haus,
Vorlage S. 13 150 Dann hab ich müssen weichen draus.
Vorlage S. 13 151 JEDERMANN
Vorlage S. 13 152 gibt ihm eine Münze aus dem Gürtel.
Vorlage S. 13 153 Schon gut!
Vorlage S. 13 154 ARMER NACHBAR
Vorlage S. 13 155 nimmts nicht.
Vorlage S. 13 156 Das ist eine Gabe gering.
Vorlage S. 13 157 JEDERMANN.
Vorlage S. 14 158 Meinst du? Gottsblut! So reut mich doch das Ding.
Vorlage S. 14 159 ARMER NACHBAR
Vorlage S. 14 160 weist auf den Beutel.
Vorlage S. 14 161 Davon mein nachbarlich Bruderteil,
Vorlage S. 14 162 So wär ich wieder gesund und heil.
Vorlage S. 14 163 JEDERMANN.
Vorlage S. 14 165 ARMER NACHBAR.
Vorlage S. 14 166 Es ist an dem, ich knie vor dir,
Vorlage S. 14 167 Nur diesen Beutel teil mit mir.
Vorlage S. 14 168 JEDERMANN
Vorlage S. 14 172 Selbig ist besessen alls!
Vorlage S. 14 173 Hältst tausend Bettler auf dem Hals.
Vorlage S. 14 174 Was tausend, hunderttausend gleich!
Vorlage S. 14 175 ARMER NACHBAR.
Vorlage S. 14 176 Bist allermaßen mächtig reich.
Vorlage S. 14 177 Teilst du den Beutel auf gleich und gleich,
Vorlage S. 14 178 Dir bleiben die Truhen voll im Haus,
Vorlage S. 14 179 Dir fließen Zins und Renten zu.
Vorlage S. 14 180 JEDERMANN.
Vorlage S. 14 181 Mann, wer heißt dich, mein Schrank und Truh,
Vorlage S. 14 182 Mein Zins und Rent in Mund nehmen?
Vorlage S. 14 184 Ich tät mich allerwegen schämen.
Vorlage S. 14 185 JEDERMANN.
Vorlage S. 14 186 Lass! – Mann, da bist du in der Irr,
Vorlage S. 14 187 Wenn du meinst, ich könnt ohnweilen
Vorlage S. 14 188 Den Beutel Geld da mit dir teilen.
Vorlage S. 14 189 Das Geld ist gar nit länger mein,
Vorlage S. 14 190 Muss heut noch abgeliefert sein
Vorlage S. 14 191 Als Kaufschilling für einen Lustgarten.
Vorlage S. 14 192 Ich steh dem Verkäufer dafür im Wort,
Vorlage S. 14 193 Er will aufs Geld nit länger warten.
Vorlage S. 14 194 ARMER NACHBAR.
Vorlage S. 14 195 Wenn dieses Geld für den Garten ist,
Vorlage S. 14 196 So brauchts für dich nur einen Wink,
Vorlage S. 14 197 Für einen Beutel hast du zehn,
Vorlage S. 14 198 Heiß einen andern bringen flink,
Vorlage S. 14 199 Den teil mit mir, bist du ein Christ.
Vorlage S. 15 200 JEDERMANN.
Vorlage S. 15 201 Der nächste, brächt man ihn herbei,
Vorlage S. 15 202 Der Beutel, der wär auch nit frei.
Vorlage S. 15 203 Mein Geld muss für mich werken und laufen,
Vorlage S. 15 204 Mit Tod und Teufel hart sich raufen,
Vorlage S. 15 205 Weit reisen und auf Zins ausliegen,
Vorlage S. 15 206 Damit ich soll, was mir zusteht, kriegen.
Vorlage S. 15 207 Auch kosten mich meine Häuser gar viel,
Vorlage S. 15 208 Pferd halten, Hund und Hausgesind
Vorlage S. 15 209 Und was die andern Dinge sind,
Vorlage S. 15 210 Die alleweil zu der Sach gehören,
Vorlage S. 15 211 Lustgärten, Fischteich, Jagdgeheg,
Vorlage S. 15 212 Das braucht mehr Pflege als ein klein Kind,
Vorlage S. 15 213 Muss stets daran gebessert sein,
Vorlage S. 15 214 Kost' alls viel Geld, muss noch viel Geld hinein.
Vorlage S. 15 215 »Ein reicher Mann« ist schnell gesagt,
Vorlage S. 15 216 Doch unsereins ist hart geplagt
Vorlage S. 15 217 Und allerwegen hergenommen,
Vorlage S. 15 218 Das ist dir nicht zu Sinn kommen!
Vorlage S. 15 219 Da läufts einher von weit und breit
Vorlage S. 15 220 Mit Anspruch und Bedürftigkeit.
Vorlage S. 15 221 Tat unsereins nit der Schritte drei
Vorlage S. 15 222 Von hier bis an die nächste Wand
Vorlage S. 15 223 Ohn eine allzeit offne Hand.
Vorlage S. 15 224 Ist alls schon recht, muss nur dafür
Vorlage S. 15 225 Ein Fug und ein Gesetz auch walten
Vorlage S. 15 226 Und jeglich Teil daran sich halten.
Vorlage S. 15 227 Und achten gnau was ihm gebühr:
Vorlage S. 15 228 Dawider hast du dich verfehlt,
Vorlage S. 15 229 Wär all mein Geld und Gut gezählt
Vorlage S. 15 230 Und ausgeteilt auf jeglichen Christ,
Vorlage S. 15 231 Der Almosen bedürftig ist,
Vorlage S. 15 232 Es käm mein Seel nit mehr auf dich
Vorlage S. 15 233 Als dieser Schilling sicherlich,
Vorlage S. 15 234 Drum empfang ihn unverweil,
Vorlage S. 15 235 Ist dein gebührend richtig Teil.
Vorlage S. 15 236 Nachbar nimmt den Schilling und geht.
Vorlage S. 15 238 Dem hast dus geben recht mit Fug,
Vorlage S. 16 239 Ja, das weiß Gott, viel Geld macht klug.
Vorlage S. 16 240 JEDERMANN.
Vorlage S. 16 241 Nun wollen wir gehen, es dustert schon.
Vorlage S. 16 242 Schuldknecht kommt, von zwei Bütteln geführt, hinter ihm sein Weib und seine Kinder in Lumpen.
Vorlage S. 16 244 Was ist das für einer Mutter Sohn,
Vorlage S. 16 245 Den sie da bringen hergeführt,
Vorlage S. 16 246 Die Arme kreuzweise aufgeschnürt?
Vorlage S. 16 247 Mich dünkt, das geht an ein Schuldturmwerfen,
Vorlage S. 16 248 Hätt sich auch mehr in acht nehmen derfen.
Vorlage S. 16 249 Jetzt muss er's bei Wasser und Brot bedenken
Vorlage S. 16 250 Oder sich an einen Nagel henken.
Vorlage S. 16 251 Ja, Mann, du hast halt ein Reimspiel trieben
Vorlage S. 16 252 Und Schulden auf Gulden, die reimen gar gut.
Vorlage S. 16 253 SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 16 254 Hat mancher sein Schuldbuch nit in der Hut
Vorlage S. 16 255 Und ist drin vieles in Übel geschrieben.
Vorlage S. 16 256 JEDERMANN.
Vorlage S. 16 257 Auf wen geht das?
Vorlage S. 16 258 SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 16 259 Auf den, der fragt allweil.
Vorlage S. 16 260 JEDERMANN.
Vorlage S. 16 261 Bins nit bewusst für meinen Teil,
Vorlage S. 16 262 Weiß nit, für wen du mich willst nehmen.
Vorlage S. 16 263 SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 16 264 In deiner Haut wollt ich mich schämen.
Vorlage S. 16 265 JEDERMANN.
Vorlage S. 16 266 Gibst harte Wort mir ohn Gebühr.
Vorlage S. 16 267 Dir gehts nit wohl, was kann ich dafür?
Vorlage S. 16 268 SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 16 269 Für harte Stöß sind sanft meine Wort.
Vorlage S. 16 270 JEDERMANN.
Vorlage S. 16 271 Wer stößt dich?
Vorlage S. 16 272 SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 16 273 Du, an einen harten Ort.
Vorlage S. 16 274 JEDERMANN.
Vorlage S. 17 275 Ich kenn dich auch vom Ansehen nit.
Vorlage S. 17 276 SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 17 277 Ist doch dein Fuß, der auf mich tritt.
Vorlage S. 17 278 JEDERMANN.
Vorlage S. 17 279 Das wär mir seltsam, dass ich so tät
Vorlage S. 17 280 Und nichts davon in Wissen hätt.
Vorlage S. 17 281 SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 17 282 Dein Nam steht auf einem Schuldschein,
Vorlage S. 17 283 Der bringt mich in diesen Kerker hinein.
Vorlage S. 17 284 JEDERMANN.
Vorlage S. 17 285 Bei meinem Patron, was geht's mich an?
Vorlage S. 17 286 SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 17 287 Bist doch der selbige Jedermann,
Vorlage S. 17 288 In dessen Namen und Antrag
Vorlage S. 17 289 Beschehn ist wider mich die Klag!
Vorlage S. 17 290 Dass ich in einen Turm werd bracht,
Vorlage S. 17 291 Geschieht allein durch deine Vollmacht.
Vorlage S. 17 292 JEDERMANN
Vorlage S. 17 293 tritt hinter sich.
Vorlage S. 17 294 Ich wasch in Unschuld meine Hand
Vorlage S. 17 295 Als einer, der diese Sach nit kennt.
Vorlage S. 17 296 SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 17 297 Deine Helfers-Helfer und Werkzeug halt,
Vorlage S. 17 298 Die tun mir Leibes- und Lebensgewalt.
Vorlage S. 17 299 Der Hintermann bist du von der Sach,
Vorlage S. 17 300 Das bring dir zeitlich und ewig Schmach.
Vorlage S. 17 301 In Grund und Boden sollst dich schämen.
Vorlage S. 17 302 JEDERMANN.
Vorlage S. 17 303 Wer hieß dich Geld auf Zinsen nehmen?
Vorlage S. 17 304 Nun hast du den gerechten Lohn.
Vorlage S. 17 305 Mein Geld weiß nit von dir noch mir
Vorlage S. 17 306 Und kennt kein Ansehen der Person.
Vorlage S. 17 307 Verstrichne Zeit, verfallner Tag,
Vorlage S. 17 308 Gegen die bring deine Klag.
Vorlage S. 17 309 SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 17 310 Er höhnt und spottet meiner Not!
Vorlage S. 17 311 Da seht ihr einen reichen Mann.
Vorlage S. 17 312 Sein Herz weiß nichts von Gotts Gebot,
Vorlage S. 17 313 Hat tausend Schuldbrief in seinem Schrein
Vorlage S. 17 314 Und lässt uns Arme in Not und Pein.
Vorlage S. 18 315 SCHULDKNECHTS WEIB.
Vorlage S. 18 316 Kannst du dich nicht erbarmen hier,
Vorlage S. 18 317 Zerreißen ein verflucht Papier,
Vorlage S. 18 318 Anstatt dass meinen Kindern da
Vorlage S. 18 319 Der Vater wird in Turm geschmissen,
Vorlage S. 18 320 Von dem dir nie kein Leid geschah!
Vorlage S. 18 321 Hast du kein Ehr und kein Gewissen,
Vorlage S. 18 322 Trägst du mit Ruh der Waisen Fluch
Vorlage S. 18 323 Und denkst nit an dein eigen Schuldbuch,
Vorlage S. 18 324 Das du musst vor den Richter bringen,
Vorlage S. 18 325 Wenns kommt zu den vier letzten Dingen?
Vorlage S. 18 326 JEDERMANN.
Vorlage S. 18 327 Weib, du sprichst, was du schlecht verstehst,
Vorlage S. 18 328 Es ist aus Bosheit nit gewest,
Vorlage S. 18 329 Man hat sich voll und recht bedacht,
Vorlage S. 18 330 Eh man die scharfe Klag einbracht.
Vorlage S. 18 331 Geld ist wie eine andere War.
Vorlage S. 18 332 Da sind Verträg und Rechte klar.
Vorlage S. 18 334 Wär schimpflich um die Welt bestellt,
Vorlage S. 18 335 Wenns anders herging in der Welt.
Vorlage S. 18 336 SCHULDKNECHTS WEIB.
Vorlage S. 18 337 Geld ist ein Pfennig, den eins leiht
Vorlage S. 18 338 Dem Nächsten um Gottes Barmherzigkeit.
Vorlage S. 18 339 SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 18 340 Geld ist nicht so wie andre War,
Vorlage S. 18 341 Ist ein verflucht und zaubrisch Wesen,
Vorlage S. 18 342 Wer seine Hand ausreckt darnach,
Vorlage S. 18 343 Nimmt an der Seele Schaden und Schmach,
Vorlage S. 18 344 Davon er nimmer wird genesen.
Vorlage S. 18 345 Des Satans Fangnetz in der Welt
Vorlage S. 18 346 Hat keinen andern Namen als Geld.
Vorlage S. 18 347 JEDERMANN.
Vorlage S. 18 348 Du lästerst als ein rechter Narr,
Vorlage S. 18 349 Weiß nicht, wozu ich hier verharr,
Vorlage S. 18 350 Gibst vor, du achtest das Geld gering,
Vorlage S. 18 351 Und war dir schier ein göttlich Ding!
Vorlage S. 18 352 Nun möchtest ihm sein Ansehen rauben,
Vorlage S. 19 353 Bist wie der Fuchs mit sauren Trauben,
Vorlage S. 19 354 Doch wer so hinterm Rücken schmäht,
Vorlage S. 19 355 Der findt keinen Glauben für seine Red.
Vorlage S. 19 356 SCHULDKNECHT.
Vorlage S. 19 357 Aus meinen Leiden hab ich Gewinn,
Vorlage S. 19 358 Dass ich vermag in meinem Sinn
Vorlage S. 19 359 Des Teufels Fallstrick zu erkennen
Vorlage S. 19 360 Und meine Seel vom Geld abtrennen.
Vorlage S. 19 362 Geld ist längst abgetrennt von dir,
Vorlage S. 19 363 Drum hast dort im Turm Quartier.
Vorlage S. 19 364 JEDERMANN.
Vorlage S. 19 365 Nimm die Belehrung von mir an:
Vorlage S. 19 366 Das war ein weiser und hoher Mann,
Vorlage S. 19 367 Der uns das Geld ersonnen hat
Vorlage S. 19 368 An niederen Tauschens und Kramens statt.
Vorlage S. 19 369 Dadurch ist unsere ganze Welt
Vorlage S. 19 370 In einer höher Ansehen gestellt
Vorlage S. 19 371 Und jeder Mensch in seinem Bereich
Vorlage S. 19 372 Schier einer kleinen Gottheit gleich,
Vorlage S. 19 373 Dass er in seinem Machtbezirk
Vorlage S. 19 374 Gar viel hervorbring und bewirk.
Vorlage S. 19 375 Gar vieles zieht er sich herbei
Vorlage S. 19 376 Und ohn viel Aufsehen und Geschrei,
Vorlage S. 19 377 Beherrscht er abertausend Händ,
Vorlage S. 19 378 Ist allerwegen ein Regent.
Vorlage S. 19 379 Da ist kein Ding zu hoch noch fest,
Vorlage S. 19 380 Das sich um Geld nicht kaufen lässt.
Vorlage S. 19 381 Du kaufst das Land mitsamt dem Knecht,
Vorlage S. 19 382 Ja, von des Kaisers verbrieftem Recht,
Vorlage S. 19 383 Das alle Zeit unschätzbar ist
Vorlage S. 19 384 Und eingesetzt von Jesu Christ,
Vorlage S. 19 385 Davon ist ein gerechtsam Teil
Vorlage S. 19 386 Für Geld halt allerwegen feil,
Vorlage S. 19 387 Darüber weiß ich keine Gewalt,
Vorlage S. 19 388 Vor der muss jeglicher sich neigen
Vorlage S. 19 389 Und muss die Reverenz bezeigen
Vorlage S. 19 390 Dem, was ich da in Händen halt.
Vorlage S. 20 391 SCHULDKNECHTS WEIB.
Vorlage S. 20 392 Du bist in Teufels Lob nit faul,
Vorlage S. 20 393 Wie zu der Predigt geht dein Maul.
Vorlage S. 20 394 Gibst da dem Mammonsbeutel Ehr,
Vorlage S. 20 395 Als obs das Tabernakel wär.
Vorlage S. 20 396 JEDERMANN.
Vorlage S. 20 397 Ich gebe Ehr, wem Ehr gebühr,
Vorlage S. 20 398 Und läster nicht wo ich die Macht verspür.
Vorlage S. 20 399 SCHULDKNECHT
Vorlage S. 20 400 indem ihn die Büttel fortschleppen.
Vorlage S. 20 401 Was hilft dein Weinen, liebe Frau,
Vorlage S. 20 402 Der Mammon hat mich in der Klau.
Vorlage S. 20 403 Warum hab ich mich ihm ergeben?
Vorlage S. 20 404 Nun ists vorbei mit diesem Leben.
Vorlage S. 20 405 Sie führen ihn ab.
Vorlage S. 20 406 SCHULDKNECHTS WEIB.
Vorlage S. 20 407 Kannst du das sehn und stehst wie Stein?
Vorlage S. 20 408 Wo bett ich heut die Kinder mein?
Vorlage S. 20 409 Geht ihm nach.
Vorlage S. 20 410 JEDERMANN
Vorlage S. 20 411 zum Gesellen.
Vorlage S. 20 412 Tu mirs zulieb, geh da hint nach
Vorlage S. 20 413 Und sieh im stillen zu der Sach.
Vorlage S. 20 414 Der Mann kommt in Turm, da mag nichts frommen,
Vorlage S. 20 415 Dem Weib gewährt ich ein Unterkommen,
Vorlage S. 20 416 Und was sie nötig hat zum Leben
Vorlage S. 20 417 Zusamt den Kindern, das will ich ihr geben.
Vorlage S. 20 418 Mein Hausvogt soll mir darnach sehn
Vorlage S. 20 419 Und ihr freimachen eine Kammer.
Vorlage S. 20 420 Doch will ich Plärrens ledig gehn,
Vorlage S. 20 421 Ihre Not nicht wissen, noch Gejammer.
Vorlage S. 20 422 Das ist ein erzverdrießlich Sach,
Vorlage S. 20 423 Man lebt geruhig vor sich hin,
Vorlage S. 20 424 Hat wahrlich Böses nit im Sinn
Vorlage S. 20 425 Und wird am allerschönsten Tag
Vorlage S. 20 426 Hineingezogen und weiß nit wie
Vorlage S. 20 427 In Hader, Bitternis und Klag
Vorlage S. 20 428 Und aufgescheucht aus seiner Ruh.
Vorlage S. 20 429 Ich frag dich, wie komm ich dazu:
Vorlage S. 20 430 Was geht mich an dem Kerl sein Taglauf?
Vorlage S. 21 431 Er hats halt angelegt darauf,
Vorlage S. 21 432 Nun steckt er drin, schreit ach und weh!
Vorlage S. 21 433 Das folgt halt wie aufs A das B.
Vorlage S. 21 434 Ein Häusel baun mit fremdem Geld,
Vorlage S. 21 435 Wer also haust, um den ists so bestellt.
Vorlage S. 21 436 Das ist seit Adams Zeit der Lauf,
Vorlage S. 21 437 Ist nit erst kürzlich kommen auf.
Vorlage S. 21 438 Zum Schluss aber tät ers in d' Schuh schieben
Vorlage S. 21 439 Dem, so er Haufen Geldes schuldig blieben.
Vorlage S. 21 440 Des Langmut und Geduld arg viel
Vorlage S. 21 441 Hat müssen herhalten zu dem Spiel,
Vorlage S. 21 442 Der selbig erbarmungsvolle Mann,
Vorlage S. 21 443 Der wär ihm gar ein Teufel dann.
Vorlage S. 21 444 Jetzt aber, dass ich es ehrlich sag,
Vorlage S. 21 445 Steht mir der Sinn nit mehr darnach,
Vorlage S. 21 446 Dass ich einen Lustgarten anschau,
Vorlage S. 21 447 Auch wird es duster schon und grau.
Vorlage S. 21 448 Tu mir die Lieb, mein guter Gesell,
Vorlage S. 21 449 Wenn du das andre besorgt hast schnell,
Vorlage S. 21 450 Trag den Kaufschilling da zurecht,
Vorlage S. 21 451 Weil die Versäumnis mir Ärger brächt.
Vorlage S. 21 452 Der Garten zusamt dem Lusthaus drein
Vorlage S. 21 453 Soll alls für meine Freundin sein
Vorlage S. 21 454 Auf einen Jahrtag ein Angebind.
Vorlage S. 21 456 Bei der ich dich doch heut abend find?
Vorlage S. 21 457 Ich bring dir den Kaufbrief gleich dahin,
Vorlage S. 21 458 Ausgefertigt nach deinem Sinn.
Vorlage S. 21 459 JEDERMANN.
Vorlage S. 21 460 Hab vielen Dank, du guter Gesell,
Vorlage S. 21 461 Mich drängts, dass ich dort hinkomm schnell.
Vorlage S. 21 462 Ist doch der einzige Ort in der Welt,
Vorlage S. 21 463 Wo nichts mir meine Lust vergällt.
Vorlage S. 21 464 Ist recht ein paradiesisch Gut,
Vorlage S. 21 465 Was ihre Lieb mir bereiten tut.
Vorlage S. 21 466 Darum hab ich im Willen dies Ding;
Vorlage S. 21 467 Dass ich ein Angebind ihr bring,
Vorlage S. 21 468 Darin ich wie in einem Gleichnis und Spiegel
Vorlage S. 22 469 Ihr meine Dankbarkeit besiegel.
Vorlage S. 22 471 Wie willst das tun, in welcher Weis?
Vorlage S. 22 472 JEDERMANN.
Vorlage S. 22 473 Dazu richt ich den Garten mit Fleiß
Vorlage S. 22 474 Und stell inmitten ein Lusthaus hin,
Vorlage S. 22 475 Das bau ich recht nach meinem Sinn
Vorlage S. 22 476 Als einen offenen Altan
Vorlage S. 22 477 Mit schönen steinernen Säulen daran,
Vorlage S. 22 478 Auch springende Wasser und erzene Bild,
Vorlage S. 22 479 Die sollen nicht fehlen zur vollen Zier,
Vorlage S. 22 480 Und dann ich die Anlag also führ,
Vorlage S. 22 481 Dass unter dem Morgen- und Abendwind
Vorlage S. 22 482 Ein Ruch von Blumen mancher Art
Vorlage S. 22 483 Daherstreich allezeit gelind
Vorlage S. 22 484 Von Lilien, Rosen und Nelken zart.
Vorlage S. 22 485 Auch führ ich jederseits Gäng und Bogen
Vorlage S. 22 486 Von Buschwerk, alls so dicht gezogen,
Vorlage S. 22 487 Dass eines noch zu hellem Mittag
Vorlage S. 22 488 Sich Kühl und Frieden finden mag
Vorlage S. 22 489 Und einen ungequälten Ort,
Vorlage S. 22 490 Der von der Sonne niemals dorrt.
Vorlage S. 22 491 Desgleichen an einer verborgenen Stätte
Vorlage S. 22 492 Recht wie der Nymphe quillend Bette
Vorlage S. 22 493 Lass ich aus kühlem glatten Stein
Vorlage S. 22 494 Eine fließende Badstub errichtet sein.
Vorlage S. 22 496 Das wird ein köstlich Gärtlein, fürwahr,
Vorlage S. 22 497 Und seinesgleichen nit leicht zu finden.
Vorlage S. 22 498 JEDERMANN.
Vorlage S. 22 499 Das will ich meiner Liebsten einbinden
Vorlage S. 22 500 Und nehm sie dann an beide Händ
Vorlage S. 22 501 Und führ sie hinein, damit sie erkennt
Vorlage S. 22 502 In diesem Gärtlein köstlich und mild
Vorlage S. 22 503 Ihr eigen abgespiegelt Bild.
Vorlage S. 22 504 Die allzeit liebreich mich ergetzt,
Vorlage S. 22 505 Mit Hitz und Schattenkühl mich letzt
Vorlage S. 22 506 Und einem verschlossenen Gärtlein gleich
Vorlage S. 23 507 Den Gärtner selig macht und reich.
Vorlage S. 23 509 Da seh ich deine Frau Mutter kommen,
Vorlage S. 23 510 Wird dir jetzt die Begegnung frommen?
Vorlage S. 23 511 JEDERMANN.
Vorlage S. 23 512 Drück mich nit gern vor ihr beiseit,
Vorlage S. 23 513 Hab aber wahrlich nit viel Zeit.
Vorlage S. 23 514 Geh du, bring mir zurecht die Ding,
Vorlage S. 23 515 Indessen ich meinen Gruß darbring.
Vorlage S. 23 516 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 23 517 Bin froh, mein Sohn, dass ich dich seh.
Vorlage S. 23 518 Geschieht mir so im Herzen weh,
Vorlage S. 23 519 Dass über weltlich Geschäftigkeit
Vorlage S. 23 520 Dir bleibt für mich geringe Zeit.
Vorlage S. 23 521 JEDERMANN.
Vorlage S. 23 522 Die Abendluft ist übler Art
Vorlage S. 23 523 Und deine Gesundheit gebrechlich und zart,
Vorlage S. 23 524 Kann dich mit Sorgen nur hier sehn.
Vorlage S. 23 525 Möchtest nit ins Haus eingehn?
Vorlage S. 23 526 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 23 527 Gehst du dann mit und bleibst daheim?
Vorlage S. 23 528 JEDERMANN.
Vorlage S. 23 529 Für den Abend kanns nit wohl sein.
Vorlage S. 23 530 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 23 531 So darfst dich nit verdrießen lassen,
Vorlage S. 23 532 Dass ich dich halt hier auf der Gassen.
Vorlage S. 23 533 JEDERMANN.
Vorlage S. 23 534 Ist mir gar sehr um deine Gesund.
Vorlage S. 23 535 Vielleicht wir könnten zu anderer Stund –
Vorlage S. 23 536 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 23 537 Um meine Gesundheit kein Sorg nit hab,
Vorlage S. 23 538 Ich steh mit einem Fuß im Grab.
Vorlage S. 23 539 Mir gehts nit um mein zeitlich Teil.
Vorlage S. 23 540 Doch dester mehr ums ewig Heil.
Vorlage S. 23 541 Verziehst du dein Gesicht, mein Sohn,
Vorlage S. 23 542 Wenn ich die Red anheb davon?
Vorlage S. 23 543 Und wird die Frag dich recht beschweren,
Vorlage S. 23 544 Wenn ich dich mahn, ob deine Seel
Vorlage S. 24 545 Zu Gott gekehrt ist, ihrem Herrn?
Vorlage S. 24 546 Trittst hinter dich vor Ungeduld
Vorlage S. 24 547 Und mehrest lieber Sündenschuld,
Vorlage S. 24 548 Als in dich gehen ohne Spott
Vorlage S. 24 549 Und recht betrachten deinen Gott?
Vorlage S. 24 550 Da doch von heut auf morgen leicht
Vorlage S. 24 551 Eine Botschaft dich von ihm erreicht,
Vorlage S. 24 552 Du solltest vor seinen Gerichtstuhl gehen
Vorlage S. 24 553 Und von deinem ganzen Erdenleben
Vorlage S. 24 554 Eine klare Rechnung vor ihm geben.
Vorlage S. 24 555 JEDERMANN.
Vorlage S. 24 556 Frau Mutter, spotten ist mir fern,
Vorlage S. 24 557 Doch weiß ich, die Pfaffen drohen halt gern.
Vorlage S. 24 558 Das ist nun einmal ihr Sach in der Welt,
Vorlage S. 24 559 Ist abgesehen auf unser Geld.
Vorlage S. 24 560 Damit sies bringen auf ihre Seit,
Vorlage S. 24 561 Sie wissens zu fädeln gar gescheit.
Vorlage S. 24 562 Doch kränkts mich, wie sie Alten und Kranken
Vorlage S. 24 563 In Kopf nichts bringen als finstre Gedanken.
Vorlage S. 24 564 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 24 565 Die Finsternis ist wo anders dicht,
Vorlage S. 24 566 Doch solche Gedanken sind hell und licht.
Vorlage S. 24 567 Wer recht in seinem Leben tut,
Vorlage S. 24 568 Den überkommt ein starker Mut
Vorlage S. 24 569 Und ihn erfreut des Todes Stund,
Vorlage S. 24 570 Darin ihm Seligkeit wird kund.
Vorlage S. 24 571 Oh, wem die Stunde des Tods allweg
Vorlage S. 24 572 Recht wohl betrachtet am Herzen läg,
Vorlage S. 24 573 Um den braucht einer Mutter Herz
Vorlage S. 24 574 Nit Sorgen tragen und üblen Schmerz.
Vorlage S. 24 575 JEDERMANN.
Vorlage S. 24 576 Wir sind gute Christen und hören Predig,
Vorlage S. 24 577 Geben Almosen und sind ledig.
Vorlage S. 24 578 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 24 579 Wie aber, wenn beim Posaunenschall
Vorlage S. 24 580 Du von deinen Reichtümern all
Vorlage S. 24 581 Ihm sollst eine klare Rechnung geben
Vorlage S. 24 582 Um ewigen Tod oder ewiges Leben?
Vorlage S. 25 583 Mein Sohn, es ist ein arg Ding zu sterben,
Vorlage S. 25 584 Doch ärger noch auf ewig verderben.
Vorlage S. 25 585 JEDERMANN.
Vorlage S. 25 586 Auf vierzig Jahre bin ich kaum alt,
Vorlage S. 25 587 Mich wird eins halt nit mit Gewalt
Vorlage S. 25 588 Von meinen irdischen Freuden schrecken.
Vorlage S. 25 589 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 25 590 Willst du den Kopf in den Sand stecken
Vorlage S. 25 591 Und siehst den Tod nit, Jedermann,
Vorlage S. 25 592 Der mag allstund dich treten an?
Vorlage S. 25 593 JEDERMANN.
Vorlage S. 25 594 Bin jung im Herzen und wohl gesund
Vorlage S. 25 595 Und will mich freuen meine Stund,
Vorlage S. 25 596 Es wird die andere Zeit schon kommen,
Vorlage S. 25 597 Wo Buß und Einkehr mir wird frommen.
Vorlage S. 25 598 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 25 599 Das Leben flieht wie Sand dahin.
Vorlage S. 25 600 Doch schwer umkehret sich der Sinn.
Vorlage S. 25 601 JEDERMANN.
Vorlage S. 25 602 Frau Mutter, mir ist das Reden leid,
Vorlage S. 25 603 Hab schon gesagt, hab heut nit Zeit.
Vorlage S. 25 604 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 25 605 Mein lieber Sohn!
Vorlage S. 25 606 JEDERMANN.
Vorlage S. 25 607 Bin sonst allzeit
Vorlage S. 25 608 Gehorsam gern und dienstbereit.
Vorlage S. 25 609 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 25 610 Meine Red ist dir verdrießlich sehr,
Vorlage S. 25 611 Das macht mich doppelt kummerschwer.
Vorlage S. 25 612 Mein guter Sohn, ich hab ein Ahnen,
Vorlage S. 25 613 Ich werd dich nimmer lang ermahnen.
Vorlage S. 25 614 Fall dir zur Last noch kurze Zeit,
Vorlage S. 25 615 Weil ich von hier mich bald abscheid.
Vorlage S. 25 616 Doch du bleibst dann allein dahint
Vorlage S. 25 617 Und bist mein unberaten Kind.
Vorlage S. 25 618 So sag ich dir halt nur ein Wort,
Vorlage S. 25 619 Das dich mit langer Red nit kränk:
Vorlage S. 25 620 Sei deines Herrn Gotts eingedenk.
Vorlage S. 25 621 Und auch seiner großen Gnadenspend,
Vorlage S. 26 622 Der sieben heiligen Sakrament,
Vorlage S. 26 623 Davon ein jegliches uns frommt
Vorlage S. 26 624 Und unserer Schwäch zu Hilfe kommt,
Vorlage S. 26 625 Ein jegliches in besonderer Weis
Vorlage S. 26 626 Uns stärket auf dieser Lebensreis.
Vorlage S. 26 627 JEDERMANN.
Vorlage S. 26 628 Was soll –
Vorlage S. 26 629 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 26 630 Du bist ein stattlicher Mann
Vorlage S. 26 631 Und Frauenlieb steht dir wohl an.
Vorlage S. 26 632 Und hat denn unser Erlöser nicht,
Vorlage S. 26 633 Der weiß, woran es uns gebricht,
Vorlage S. 26 634 Und alles auf dieser Erden kennt
Vorlage S. 26 635 Und alls zu unserem Segen wendt,
Vorlage S. 26 636 Ein Sakrament nit eingesetzt,
Vorlage S. 26 637 Wodurch, was also dich ergetzt,
Vorlage S. 26 638 Verwandelt wird und kehret sich um
Vorlage S. 26 639 Aus Wollust in ein Heiligtum!
Vorlage S. 26 640 Willst stets in arger Zucht umtreiben
Vorlage S. 26 641 Und fremd die heilige Eh dir bleiben?
Vorlage S. 26 642 JEDERMANN.
Vorlage S. 26 643 Frau Mutter, die Red ist mir bekannt.
Vorlage S. 26 644 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 26 645 Hat doch dein Herz nit umgewandt.
Vorlage S. 26 646 JEDERMANN.
Vorlage S. 26 647 Ist halt noch allweil die Zeit nit da.
Vorlage S. 26 648 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 26 649 Und doch der Tod schon gar so nah.
Vorlage S. 26 650 JEDERMANN.
Vorlage S. 26 651 Ich sag nit ja, ich sag nit nein.
Vorlage S. 26 652 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 26 653 So muss ich allweg in Ängsten sein.
Vorlage S. 26 654 JEDERMANN.
Vorlage S. 26 655 Auch morgen ist halt noch ein Tag.
Vorlage S. 26 656 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 26 657 Wer weiß, wer den noch sehen mag.
Vorlage S. 26 658 JEDERMANN.
Vorlage S. 27 659 Macht euch nit unnütze Beschwerden,
Vorlage S. 27 660 Ihr seht mich sicher noch ehlich werden.
Vorlage S. 27 661 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 27 662 Mein guter Sohn, für dieses Wort
Vorlage S. 27 663 Will ich dich segnen immerfort,
Vorlage S. 27 664 Sei viel bedankt, dass mir dein Mund
Vorlage S. 27 665 So schönen Vorsatz machet kund.
Vorlage S. 27 666 JEDERMANN.
Vorlage S. 27 667 Hab nit von heut noch morgen geredt.
Vorlage S. 27 668 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 27 669 Wenn nur dein Wille dagegen nit steht ...
Vorlage S. 27 670 Einer Mutter Herz ist wohl gestellt,
Vorlage S. 27 671 Wo nur ein gutes Wörtlein hinfällt.
Vorlage S. 27 672 Dein Vorsatz ist noch klein und schwach,
Vorlage S. 27 673 Zielt doch auf eine heilige Sach,
Vorlage S. 27 674 Und dass du so geantwort' hast,
Vorlage S. 27 675 Nimmt von der Brust mir schwere Last.
Vorlage S. 27 676 JEDERMANN.
Vorlage S. 27 677 Viel gute Nacht, Frau Mutter, nun
Vorlage S. 27 678 Ich wünsch, du mögest sänftlich ruhn.
Vorlage S. 27 679 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 27 680 So will ich, mein lieber guter Sohn,
Vorlage S. 27 681 Und ist mir doch als ob ein Ton
Vorlage S. 27 682 Gar schön wie Flöten und Schalmein
Vorlage S. 27 683 In deine Worte tön herein!
Vorlage S. 27 684 An solchen Zeichen und Gesicht
Vorlage S. 27 685 Mirs dieser Tage nit gebricht.
Vorlage S. 27 686 Ich nehm sie als eine Vermahnung hin,
Vorlage S. 27 687 Dass bald ich eine Sterbende bin.
Vorlage S. 27 689 JEDERMANN.
Vorlage S. 27 690 Nun hör ich auch ein solch Getön,
Vorlage S. 27 691 Sollt also seltsam dies zugehn?
Vorlage S. 27 692 O, nein, das geschieht natürlicher Weis,
Vorlage S. 27 693 Wie wohl ichs noch nit zu deuten weiß.
Vorlage S. 27 694 Nun aber gehts nit bloß ins Ohr.
Vorlage S. 27 695 Tritt auch den Augen was hervor. –
Vorlage S. 27 696 Buhlschaft kommt heran, von Spielleuten und Buben, die Windlichter tragen, begleitet.
Vorlage S. 28 697 JEDERMANN.
Vorlage S. 28 698 Das ist ja meine Buhle wert,
Vorlage S. 28 699 Nach der mein Herz schon hart begehrt.
Vorlage S. 28 700 Hat Spielleut mit eine ganze Schar
Vorlage S. 28 701 Und kommt mich abzuholen gar.
Vorlage S. 28 702 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 28 703 Wer alls lang auf sich warten lässt
Vorlage S. 28 704 Und ist der wertest aller Gäst,
Vorlage S. 28 705 Den muss man mit Zimbeln und Windlicht
Vorlage S. 28 706 Abholen und führen zu seiner Pflicht.
Vorlage S. 28 707 JEDERMANN.
Vorlage S. 28 708 Du schlägst die Lichter mit eigenem Schein,
Vorlage S. 28 709 Deine Red ist süßer als Schalmein.
Vorlage S. 28 710 Ist alls für mich zu dieser Stund
Vorlage S. 28 711 Wie Balsam für die offne Wund.
Vorlage S. 28 712 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 28 713 Was mir doch, eh ich zu dir trat,
Vorlage S. 28 714 Als ob dir jemand nahe tat
Vorlage S. 28 715 Und wär dein helle Stirn und Wangen
Vorlage S. 28 716 Von einer Trübnis überhangen.
Vorlage S. 28 717 JEDERMANN.
Vorlage S. 28 718 Wie, gelt ich also viel vor dir,
Vorlage S. 28 719 Dass du solch Ding erspähst an mir?
Vorlage S. 28 720 So bin ich dir wahrhaftig dann
Vorlage S. 28 721 Kein ältlich, unbequemer Mann?
Vorlage S. 28 722 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 28 723 Mit dieser Red geschieht mir weh,
Vorlage S. 28 724 Des ich zu dir mich nit verseh.
Vorlage S. 28 725 Steh nit auf grüne Buben an,
Vorlage S. 28 726 Du bist mein Buhl und lieber Mann.
Vorlage S. 28 727 JEDERMANN.
Vorlage S. 28 728 Fühl mich wahrhaftig herzensjung
Vorlage S. 28 729 Und selber bubenhaft genung,
Vorlage S. 28 730 Und wenn ich alls kein Bub mehr bin,
Vorlage S. 28 731 So zärtlicher ist drum mein Sinn.
Vorlage S. 28 732 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 29 733 Ein Bub liebt frech und ohne Art,
Vorlage S. 29 734 Ein Mann ist großmütig und zart.
Vorlage S. 29 735 Hat milde Händ und steten Sinn,
Vorlage S. 29 736 Das zieht zu ihm die Frauen hin.
Vorlage S. 29 737 JEDERMANN.
Vorlage S. 29 738 Wenn eins gemahnt wär an den Tod
Vorlage S. 29 739 Und hätt Melancholie und Not,
Vorlage S. 29 740 Und säh auf deine Lieblichkeit,
Vorlage S. 29 741 Dem tät sein trübes Denken leid.
Vorlage S. 29 742 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 29 743 Das Wort allein macht mir schon bang,
Vorlage S. 29 744 Der Tod ist wie die böse Schlang,
Vorlage S. 29 745 Die unter Blumen liegt verdeckt,
Vorlage S. 29 746 Darf niemals werden aufgeweckt.
Vorlage S. 29 747 JEDERMANN.
Vorlage S. 29 748 Du Süße, schaff ich dir noch Sorgen?
Vorlage S. 29 749 Wir lassen sie unter Blumen verborgen
Vorlage S. 29 750 Und wissen nirgend nichts von Schlangen,
Vorlage S. 29 751 Als zweien, die gar hold umfangen.
Vorlage S. 29 752 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 29 753 Wie, wären die mir auch bekannt,
Vorlage S. 29 754 Wie werden diese denn genannt?
Vorlage S. 29 755 JEDERMANN.
Vorlage S. 29 756 Das sind die lieben Arme dein,
Vorlage S. 29 757 In diese sehn ich mich hinein.
Vorlage S. 29 758 Sie küßt ihn und setzt ihm einen bunten Blumenkranz auf, den ein Bub darreicht.
Vorlage S. 29 759 Ein Teil der Buben läuft hinauf, streuen Blumen und wohlriechende Kräuter. Ein Tisch kommt aus dem Boden empor, reich gedeckt und mit Lichtern.
Vorlage S. 29 760 Jedermann und Buhlschaft treten jedes an eine Seite der Treppe, die zum obern Gerüst emporführt.
Vorlage S. 29 761 Die Gäste, zehn Junggesellen und zehn Fräulein, kommen hinein von beiden Seiten, tanzend und singend.
Vorlage S. 29 762 VORSÄNGER.
Vorlage S. 29 763 Ein Freund hat uns beschieden,
Vorlage S. 29 764 Er heißet Jedermann,
Vorlage S. 29 765 Der Mann ist guter Art,
Vorlage S. 29 766 Hat eine Freundin zart,
Vorlage S. 30 767 Drum blieb er ungemieden,
Vorlage S. 30 768 Und hat er uns beschieden,
Vorlage S. 30 769 So treten wir heran.
Vorlage S. 30 771 Wohlauf, antreten
Vorlage S. 30 772 In fröhlichem Tanz,
Vorlage S. 30 773 Schalmeien, Drommeten,
Vorlage S. 30 774 Wir sein hier gebeten
Vorlage S. 30 775 Zu Fackeln und Glanz
Vorlage S. 30 776 Und kommen mit Tanz.
Vorlage S. 30 777 Wir waren mit Blicken
Vorlage S. 30 778 Nit zaghaft und bang.
Vorlage S. 30 779 Nun gehts an ein Drücken.
Vorlage S. 30 780 Recht nah und gedrang,
Vorlage S. 30 781 Wir wollen uns verstricken
Vorlage S. 30 782 Und schlingen den Kranz.
Vorlage S. 30 783 So wollen wir vorrücken,
Vorlage S. 30 784 Das ehret den Tanz.
Vorlage S. 30 785 Ein jeder erwähle
Vorlage S. 30 786 Mit liebendem Sinn
Vorlage S. 30 787 Und keiner verhehle
Vorlage S. 30 788 Seiner Freuden Gewinn.
Vorlage S. 30 789 Wir wollen uns umstricken,
Vorlage S. 30 790 Das wärmet das Blut,
Vorlage S. 30 791 So wollen wir vorrücken
Vorlage S. 30 792 Mit fröhlichem Mut.
Vorlage S. 30 793 JEDERMANN.
Vorlage S. 30 794 Seid allesamt willkommen sehr,
Vorlage S. 30 795 Erweist mir heut die letzte Ehr.
Vorlage S. 30 796 EIN FRÄULEIN.
Vorlage S. 30 797 Das ist ein sonderlicher Gruß.
Vorlage S. 30 798 DICKER VETTER.
Vorlage S. 30 799 Potz Maus, mein Vetter Jedermann,
Vorlage S. 30 800 Wie grüßt Ihr uns, was ficht Euch an?
Vorlage S. 30 801 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 31 802 Was ist dir, was schafft dir Verdruss?
Vorlage S. 31 803 JEDERMANN.
Vorlage S. 31 Kontextbild zum Werk. Porträt · Hofmannsthal, Hugo von · Urheber auf der Commons-Dateiseite nicht angegeben · Public domain Bildquelle ↗ 804 Ist unversehens zu Mund so kommen,
Vorlage S. 31 805 Ich heiß euch alle recht schön willkommen!
Vorlage S. 31 806 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 31 807 Nehmt, wie der Sinn euch steht, die Plätz!
Vorlage S. 31 808 Ihr Buben, reicht Handwasser jetzt!
Vorlage S. 31 809 Was stehst du da und siehst so fremd?
Vorlage S. 31 810 Sie setzen sich.
Vorlage S. 31 811 JEDERMANN.
Vorlage S. 31 812 Sie sitzen ja alle im Totenhemd!
Vorlage S. 31 813 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 31 814 Was ficht dich an, bist du mir krank?
Vorlage S. 31 815 JEDERMANN.
Vorlage S. 31 816 Haha! ein ungereimter Gedank!
Vorlage S. 31 817 Ich trink jetzt einen Becher Wein,
Vorlage S. 31 818 Der macht das Hirn von Dämpfen rein.
Vorlage S. 31 819 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 31 820 Sitz! red zu ihnen ein freundlich Wort!
Vorlage S. 31 821 JEDERMANN.
Vorlage S. 31 822 Ihr Leute, seid ihr auch recht am Ort?
Vorlage S. 31 823 Ihr sehet mächtig fremd mir aus.
Vorlage S. 31 824 Ein Schweigen.
Vorlage S. 31 825 MAGERER VETTER.
Vorlage S. 31 826 Potz Velten, Vetter Jedermann,
Vorlage S. 31 827 Wollt Ihr uns wiedrum treiben fort?
Vorlage S. 31 828 DICKER VETTER.
Vorlage S. 31 829 Das schafft Ihr nicht so leicht, Potz Maus,
Vorlage S. 31 830 Dazu ist Euer Koch zu gut,
Vorlage S. 31 831 Auch geht der Wein recht warm ins Blut,
Vorlage S. 31 832 Freu mich, dass ich hier seßhaft bin.
Vorlage S. 31 833 JEDERMANN.
Vorlage S. 31 834 Jawohl ... nur bloß ... mir steht zu Sinn,
Vorlage S. 31 835 Wie ihr da seid hereingelaufen,
Vorlage S. 31 836 So könnte ich euch alle kaufen
Vorlage S. 31 837 Und wiederum verkaufen auch,
Vorlage S. 31 838 Dass es mir nit so nahe ging
Vorlage S. 31 839 Als eines Fingernagels Bruch.
Vorlage S. 31 840 EIN GAST.
Vorlage S. 32 841 Was soll uns dieser grobe Spruch?
Vorlage S. 32 842 EIN FRÄULEIN.
Vorlage S. 32 843 Was meint er nur mit diesem Ding?
Vorlage S. 32 844 DICKER VETTER.
Vorlage S. 32 845 Die Reden sind sonst nit sein Brauch.
Vorlage S. 32 846 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 32 847 Geht die Red gleicherweis auf mich?
Vorlage S. 32 848 Jedermann sieht sie an.
Vorlage S. 32 849 EIN GAST.
Vorlage S. 32 850 Ist recht eines reichen Manns Red,
Vorlage S. 32 851 Gar überfrech und aufgebläht.
Vorlage S. 32 852 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 32 853 Dein Blick ist starr und fürchterlich,
Vorlage S. 32 854 Für was willst du mich strafen, sprich
Vorlage S. 32 855 JEDERMANN.
Vorlage S. 32 856 Dich strafen, Süße, ist mir fern,
Vorlage S. 32 857 Lieb dich gleich meinem Augenstern,
Vorlage S. 32 858 Hab müssen denken von ungefähr,
Vorlage S. 32 859 Wie deine Miene beschaffen wär,
Vorlage S. 32 860 Wenn dir auf eins zukäm die Kund,
Vorlage S. 32 861 Dass ich müsst sterben zu dieser Stund.
Vorlage S. 32 862 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 32 863 Um Christi Willen, was ficht dich an,
Vorlage S. 32 864 Mein Buhle traut, mein lieber Mann,
Vorlage S. 32 865 Ich bin bei dir, sieh doch auf mich,
Vorlage S. 32 866 Dein bin ich heut und ewiglich.
Vorlage S. 32 867 JEDERMANN.
Vorlage S. 32 868 Wenn ich dann spräch: Bleibst du bei mir?
Vorlage S. 32 869 Willst dort bei mir sein so wie hier?
Vorlage S. 32 870 Willst mich geleiten nach der Stätte
Vorlage S. 32 871 Und teilen mein eiskaltes Bette?
Vorlage S. 32 872 Fielest ohnmächtig mir zu Füßen,
Vorlage S. 32 873 So hätte ich meine Frag zu büßen!
Vorlage S. 32 874 Wollt ich trotzdem des Wegs dich locken,
Vorlage S. 32 875 Tät dir das Blut in Adern stocken,
Vorlage S. 32 876 Wäre mir gedoppelt Marterqual
Vorlage S. 32 877 Und Gall und Essig allzumal,
Vorlage S. 32 878 Wenn ich müsst sehen mit eigenen Augen,
Vorlage S. 32 879 Wie deine süßen Schwür nit taugen
Vorlage S. 33 880 Und wie du lösest deine Händ
Vorlage S. 33 881 Aus meinen Händen gar am End
Vorlage S. 33 882 Und deinen Mund von meinem Mund
Vorlage S. 33 883 Abtrennest in der letzten Stund.
Vorlage S. 33 885 Er seufzt.
Vorlage S. 33 886 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 33 887 Ihr lieben Vettern und Leut,
Vorlage S. 33 888 Mein Liebster ist besonders heut,
Vorlage S. 33 889 Weiß nit, wes ich mich soll versehn,
Vorlage S. 33 890 Könnt ihr mit Rat mir nit beistehn?
Vorlage S. 33 891 Jedermann starrt vor sich und tut den Kranz aus dem Haar.
Vorlage S. 33 892 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 33 893 Er sitzt nit fröhlich und gepaart
Vorlage S. 33 894 Und redt von Dingen aus der Art,
Vorlage S. 33 895 Hab nie zuvor ihn so gesehn,
Vorlage S. 33 896 Weiß nit, was ihm mag sein beschehen!
Vorlage S. 33 897 MAGERER VETTER.
Vorlage S. 33 898 Potz Velten, Vetter Jedermann,
Vorlage S. 33 899 Habt Ihr leicht die Melancholie?
Vorlage S. 33 900 Wenn nit, was sonsten ficht euch an?
Vorlage S. 33 901 DICKER VETTER.
Vorlage S. 33 902 Kenn das, sitzt hinterwärts der Stirn,
Vorlage S. 33 903 Ist eine Trockenheit im Hirn,
Vorlage S. 33 904 Ist mir von meinem Herrn Vater bekannt,
Vorlage S. 33 905 Mit ihm wars öfter so bewandt.
Vorlage S. 33 906 Musst brav eines trinken, mit Vergunst,
Vorlage S. 33 907 Dass dir der Wein das Hirn aufdunst.
Vorlage S. 33 908 EIN FRÄULEIN.
Vorlage S. 33 909 Gehört ein Absud in den Wein
Vorlage S. 33 910 Von Nieswurz, Veilchen oder Hanf.
Vorlage S. 33 911 DICKER VETTER.
Vorlage S. 33 912 Hier, Buben, machet heißt den Wein,
Vorlage S. 33 913 Dass er fast glühender aufdampf,
Vorlage S. 33 914 Und tut ein Zimmet und Ingwer ein.
Vorlage S. 33 915 Sie machen hinten den Wein glühend auf einer Pfanne.
Vorlage S. 33 916 EIN ANDERES FRÄULEIN.
Vorlage S. 34 917 Hab sagen hören, es gibt einen Stein,
Vorlage S. 34 918 Den trägt die Schwalbe in ihrem Bauch,
Vorlage S. 34 919 Den haben die großen Ärzt im Brauch,
Vorlage S. 34 920 Heißt Chelidonius.
Vorlage S. 34 921 MAGERER VETTER.
Vorlage S. 34 922 Nein, Calcedon!
Vorlage S. 34 923 Hab öfter reden hören davon!
Vorlage S. 34 924 Ist mächtig gegen die Melancholie.
Vorlage S. 34 925 EIN DRITTES FRÄULEIN.
Vorlage S. 34 926 Ich mein, er müsst mit der Sympathie
Vorlage S. 34 927 Kuriert sein. Ist giftiger Hauch
Vorlage S. 34 928 Im Spiel hier oder böser Blick.
Vorlage S. 34 929 Wär mir mein Liebster also krank,
Vorlage S. 34 930 Ich täts probieren ohne Wank.
Vorlage S. 34 931 DIE ZWEITE.
Vorlage S. 34 932 Was tätst probieren?
Vorlage S. 34 933 DIE DRITTE.
Vorlage S. 34 934 Ist geheim!
Vorlage S. 34 935 Darf in gemeinem Mund nit sein,
Vorlage S. 34 936 Verliert sonst seine verborgene Kraft.
Vorlage S. 34 937 DIE ZWEITE.
Vorlage S. 34 938 Von wo hast du die Wissenschaft?
Vorlage S. 34 939 DIE DRITTE.
Vorlage S. 34 940 Habs halt einmal und gebs nit preis.
Vorlage S. 34 941 Sags aber ihr ins Ohren leis.
Vorlage S. 34 942 Steht auf, flüstert Buhlschaft ins Ohr. Gleichzeitig reden mehrere unten am Tisch das Folgende.
Vorlage S. 34 943 EIN GAST.
Vorlage S. 34 944 Wenn eins halt allzeit lebt zu gut,
Vorlage S. 34 945 Das schafft ihm ein verdicktes Blut,
Vorlage S. 34 946 Einem armen und beschwerten Mann
Vorlage S. 34 947 Käm die Melancholie nit an.
Vorlage S. 34 948 EIN FRÄULEIN.
Vorlage S. 34 949 Was heißen sie denn die Spielleut nit
Vorlage S. 34 950 Anheben mit Blasen und Geigenstreichen,
Vorlage S. 34 951 Davor muss immer der Trübsinn weichen.
Vorlage S. 34 952 EIN ANDERES FRÄULEIN.
Vorlage S. 34 953 Wir wollen anheben zu singen was,
Vorlage S. 34 954 Davon schon öfter einer genas.
Vorlage S. 34 955 EIN GAST.
Vorlage S. 35 956 Darf aber ein züchtig Lied nur sein.
Vorlage S. 35 957 EIN ANDERER.
Vorlage S. 35 958 Sie singt nit anders als zart und fein.
Vorlage S. 35 959 DER EINE GAST.
Vorlage S. 35 960 Kennt ihr das Lied, das anhebt so:
Vorlage S. 35 961 »In süßen Freuden geht die Zeit«?
Vorlage S. 35 962 Davon, so dünkt mich, müsst einer zur Stund,
Vorlage S. 35 963 Wenn er es anhört, werden gesund.
Vorlage S. 35 964 DAS EINE FRÄULEIN.
Vorlage S. 35 965 Nein, lasset doch, sind wir denn Pfaffen?
Vorlage S. 35 966 Was soll ein geistlich Lied uns schaffen?
Vorlage S. 35 967 EIN GAST.
Vorlage S. 35 968 Ist nie und nimmer kein Pfaffenlied.
Vorlage S. 35 969 Der Türmer singt's, wenn die Sonn aufzieht.
Vorlage S. 35 970 DAS EINE FRÄULEIN.
Vorlage S. 35 971 Ich weiß ein anderes, singen wir das.
Vorlage S. 35 972 DAS ANDERE FRÄULEIN.
Vorlage S. 35 974 DER EINE GAST
Vorlage S. 35 975 indem er sie küßt.
Vorlage S. 35 976 Ei was, wenns regnet, ist's nass.
Vorlage S. 35 977 DAS ANDERE FRÄULEIN.
Vorlage S. 35 978 »Floret silva undique.
Vorlage S. 35 979 Um meinen Gesellen ist mir weh.«
Vorlage S. 35 980 DER EINE GAST
Vorlage S. 35 981 spottet ihr nach.
Vorlage S. 35 982 »Floret silva undique.
Vorlage S. 35 983 Um ihren Gesellen ist ihr weh.«
Vorlage S. 35 984 DAS GLEICHE FRÄULEIN.
Vorlage S. 35 985 »Er ist geritten von hinnen.
Vorlage S. 35 986 O weh, wer soll mich minnen!«
Vorlage S. 35 987 EIN ANDERER GAST
Vorlage S. 35 988 fällt ein.
Vorlage S. 35 989 »Steht auch der Wald voll grünen Schoß,
Vorlage S. 35 990 Wohin doch ist mein Traugenoß?«
Vorlage S. 35 991 JEDERMANN
Vorlage S. 35 992 hat indes den Becher Glühwein ausgetrunken und sieht mit fröhlicher Miene umher.
Vorlage S. 35 993 Seid fröhlich, Vettern und liebe Gäst,
Vorlage S. 35 994 Mir ist nit just recht wohl gewest,
Vorlage S. 35 995 Ein Trunk hat mich gemacht gesund,
Vorlage S. 35 996 Nun grüß ich erst meine Tafelrund.
Vorlage S. 35 997 War mir, als läg was auf der Brust,
Vorlage S. 36 998 Nun hab ich doppelt Lebenslust.
Vorlage S. 36 999 Bin froh, dass wir beisammen sein,
Vorlage S. 36 1000 Ist mir ein rechter Freudenwein.
Vorlage S. 36 1001 Schwillt mir das Herz so übervoll,
Vorlage S. 36 1002 Weiß gar nit, wie ichs sagen soll.
Vorlage S. 36 1003 Sind köstlich Ding doch auf der Welt,
Vorlage S. 36 1004 Ist herrlich gar um uns bestellt.
Vorlage S. 36 1005 Ja Lieb und Freundschaft, die zwei sind viel wert.
Vorlage S. 36 1006 Wer die hat, des Herz nit mehr begehrt.
Vorlage S. 36 1007 Kommt Wein dazu und Saitenspiel,
Vorlage S. 36 1008 So ist's schon über Maßen viel.
Vorlage S. 36 1009 Ich hab euch recht lieb, ihr lieben Gäst,
Vorlage S. 36 1010 Ich bitt euch, nützt die Stund aufs best.
Vorlage S. 36 1011 Lasst eure Kehl nit untätig sein,
Vorlage S. 36 1012 Ein Lied geht aus, wo eingeht der Wein.
Vorlage S. 36 1013 Verschränket eure Stimmen aufs best
Vorlage S. 36 1014 Und haltet sänftlich die Liebste fest.
Vorlage S. 36 1015 Genützt sei eine schöne Stund
Vorlage S. 36 1016 Mit Hand und Aug und Herz und Mund!
Vorlage S. 36 1017 Ja, lasst Euch nit lang gebeten sein,
Vorlage S. 36 1018 Und singt uns eins, lieber Vetter mein.
Vorlage S. 36 1019 DER DICKE VETTER.
Vorlage S. 36 1020 Mein dünner Vetter, o weh, o weh!
Vorlage S. 36 1021 Nun kommt sein Lied vom kalten Schnee.
Vorlage S. 36 1022 Sie singen lachend.
Vorlage S. 36 1023 DER DÜNNE VETTER
Vorlage S. 36 1025 O weh, o weh, Frau Minne, mir ist weh,
Vorlage S. 36 1026 Frau Minne!
Vorlage S. 36 1027 Greif her, wie sehr ich brinne,
Vorlage S. 36 1029 Ein kalter, kalter Schnee,
Vorlage S. 36 1030 Er müsst vor Glut zerrinnen,
Vorlage S. 36 1031 Darin das Herz erstickt!
Vorlage S. 36 1032 Wollt helfen mir, Frau Minnen,
Vorlage S. 36 1033 Des wär ich hochbeglückt.
Vorlage S. 36 1034 Alle singen mit. Man hört darein ein dumpfes Glockenläuten.
Vorlage S. 36 1035 JEDERMANN
Vorlage S. 37 1036 stößt sein Glas von sich.
Vorlage S. 37 1037 Was ist das für ein Glockenläuten!
Vorlage S. 37 1038 Mich dünkt, es kann nichts Guts bedeuten,
Vorlage S. 37 1039 Der Schall ist laut und todesbang,
Vorlage S. 37 1040 Schafft mir im Herzen Qual und Drang.
Vorlage S. 37 1041 Was läuten Glocken zu dieser Zeit?
Vorlage S. 37 1042 EIN GAST.
Vorlage S. 37 1043 Ist nichts zu hören weit und breit.
Vorlage S. 37 1044 EIN ANDERER.
Vorlage S. 37 1045 Hat einer läuten hören Glocken?
Vorlage S. 37 1046 EIN FRÄULEIN.
Vorlage S. 37 1047 Was Glocken, was wird von Glocken geredt?
Vorlage S. 37 1048 EIN ANDERER.
Vorlage S. 37 1049 Wär eins zu früh zur Morgenmett!
Vorlage S. 37 1050 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 37 1051 Ich bitt euch, lasst das Singen nit stocken.
Vorlage S. 37 1052 EIN GAST.
Vorlage S. 37 1053 Hat einer von euch was läuten hören?
Vorlage S. 37 1054 EIN ANDERER
Vorlage S. 37 1055 lachend.
Vorlage S. 37 1056 Nit läuten, meiner Seel, noch schlagen.
Vorlage S. 37 1057 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 37 1058 Lasst euch im Singen doch nit stören.
Vorlage S. 37 1059 JEDERMANN.
Vorlage S. 37 1060 Ich bitt euch, hat alls nichts zu sagen,
Vorlage S. 37 1061 Jetzt hör ichs nimmer, ist alls schon gut.
Vorlage S. 37 1062 DICKER VETTER.
Vorlage S. 37 1063 Kommt alls von einem trägen Blut.
Vorlage S. 37 1064 Ich lass Euch wärmen ein Becherlein.
Vorlage S. 37 1065 JEDERMANN.
Vorlage S. 37 1066 Viel Dank, guter Vetter, lasst nur sein.
Vorlage S. 37 1067 Er setzt sich wieder, Buhlschaft schmiegt sich an ihn. Die am untern Ende des Tisches singen »Floret silva undique« und so fort als Kanon.
Vorlage S. 37 1068 Indes sie singen, kommt Jedermanns guter Gesell und nimmt den leeren Platz am Tische ein.
Vorlage S. 37 1069 Indem der Gesang leiser wird, hört man viele Stimmen rufen.
Vorlage S. 37 1070 STIMMEN.
Vorlage S. 38 1071 Jedermann! Jedermann! Jedermann!
Vorlage S. 38 1072 JEDERMANN
Vorlage S. 38 1073 springt angstvoll auf.
Vorlage S. 38 1074 Mein Gott, wer ruft da so nach mir?
Vorlage S. 38 1075 Von wo werd ich gerufen so?
Vorlage S. 38 1076 Des werd ich im Leben nimmer froh.
Vorlage S. 38 1078 Ei, Jedermann, ich bin zur Stell.
Vorlage S. 38 1079 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 38 1080 Sieh, Jedermann, doch, dein lieber Gesell.
Vorlage S. 38 1081 JEDERMANN.
Vorlage S. 38 1082 Ihr liebe Freundschaft, sagt mir an,
Vorlage S. 38 1083 Wer ruft so gräßlich »Jedermann«?
Vorlage S. 38 1084 DÜNNER VETTER.
Vorlage S. 38 1085 Hat müssen grad ins Ohr dir dringen
Vorlage S. 38 1086 Ein Widerhall von ihrem Singen.
Vorlage S. 38 1087 JEDERMANN.
Vorlage S. 38 1088 Nein, nein! in fürchterlicher Weis
Vorlage S. 38 1089 Und laut und mächtiglich, nit leis.
Vorlage S. 38 1090 So: »Jedermann!« und »Jedermann!«
Vorlage S. 38 1091 Doch anderster als ich es schaffen kann
Vorlage S. 38 1092 Gar fremd und doch bekannt zugleich.
Vorlage S. 38 1093 Aus welchem höllischen Bereich
Vorlage S. 38 1094 Hats müssen also nach mir schreien.
Vorlage S. 38 1095 Des kann ich mich nimmer getrösten, nein!
Vorlage S. 38 1096 Jetzt, jetzt! aufs neu, so hört doch an,
Vorlage S. 38 1097 Wie streng sie rufen »Jedermann«!
Vorlage S. 38 1098 Man hört das gleiche Rufen wie vordem.
Vorlage S. 38 1099 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 38 1100 Ich hör keinen Laut.
Vorlage S. 38 1101 DER DICKE VETTER.
Vorlage S. 38 1102 Ich hör keinen Schall.
Vorlage S. 38 1103 DER DÜNNE VETTER.
Vorlage S. 38 1104 Auch nit einen leisen Widerhall.
Vorlage S. 38 1106 tritt zu Jedermann.
Vorlage S. 38 1107 Ist Ohrentrug, siehst nit wohl aus,
Vorlage S. 38 1108 Soll ich geleiten dich nach Haus?
Vorlage S. 38 1109 JEDERMANN.
Vorlage S. 38 1110 Wie ich auf euch die Augen heft,
Vorlage S. 38 1111 So kommen mir zurück die Kräft.
Vorlage S. 38 1112 Ich mein, es könnt ein solches Schrein
Vorlage S. 39 1113 Kein zweites Mal sich hier anheben.
Vorlage S. 39 1114 Tut mir recht wohl der Lichterschein.
Vorlage S. 39 1115 Sitz nieder, mein Gesell, hierneben,
Vorlage S. 39 1116 Und mögen alle lieben Gast
Vorlage S. 39 1117 Zulangen und sich ergetzen aufs best.
Vorlage S. 39 1118 Will morgen zu gelegner Zeit
Vorlage S. 39 1119 Mit einem Arzten Beratung pflegen,
Vorlage S. 39 1120 Dass solche Zufäll allerwegen
Vorlage S. 39 1121 Er wohlbedacht mir hält hintan.
Vorlage S. 39 1122 BUHLSCHAFT.
Vorlage S. 39 1123 Musst mirs versprechen, lieber Mann!
Vorlage S. 39 1124 Müsst ja vor Angst und Sorg vergehn,
Vorlage S. 39 1125 Sollt ich dich öftern also sehn.
Vorlage S. 39 1126 Sie essen alle weiter und sind zärtlich miteinander.
Vorlage S. 39 1127 JEDERMANN
Vorlage S. 39 1128 hebt sich angstvoll.
Vorlage S. 39 1129 Nun aber sag um Gott, mein Lieb,
Vorlage S. 39 1130 Was brennen die Lichter also trüb?
Vorlage S. 39 1131 Und wer kommt hinter mir heran?
Vorlage S. 39 1132 Auf Erden schreitet so kein Mann.
Vorlage S. 39 1133 Der Tod steht da in einiger Entfernung.
Vorlage S. 39 1134 Alle Gäste auf.
Vorlage S. 39 1136 Ei Jedermann! ist so fröhlich dein Mut?
Vorlage S. 39 1137 Hast deinen Schöpfer ganz vergessen?
Vorlage S. 39 1138 JEDERMANN.
Vorlage S. 39 1139 Was fragst um das zu dieser Stund?
Vorlage S. 39 1140 Bekümmerts dich? wer bist? was solls?
Vorlage S. 39 1142 Von deines Schöpfers Majestät
Vorlage S. 39 1143 Bin ich nach dir ausgesandt,
Vorlage S. 39 1144 Und das in Eil: drum steh ich da.
Vorlage S. 39 1145 JEDERMANN.
Vorlage S. 39 1146 Wie, ausgesandt nach mir?
Vorlage S. 39 1147 Greift nach seinem Herzen.
Vorlage S. 39 1148 Dem möchte wohl so sein. Ei ja.
Vorlage S. 39 1150 Denn ob du ihm gibst wenig Ehr,
Vorlage S. 40 1151 In der himmlischen Sphär denkt er dein.
Vorlage S. 40 1152 In welcher Weis, das soll dir gleich gemeldet sein.
Vorlage S. 40 1153 JEDERMANN
Vorlage S. 40 1154 die Augen gesenkt, tritt hinter sich.
Vorlage S. 40 1155 Was will mein Gott von mir?
Vorlage S. 40 1157 Das will ich dich weisen.
Vorlage S. 40 1158 Abrechnung will er halten mit dir. Unverweilt!
Vorlage S. 40 1159 JEDERMANN.
Vorlage S. 40 1160 Ganz und gar bin ich unbereit
Vorlage S. 40 1161 Für solch ein Rechnung legen.
Vorlage S. 40 1162 Müsst ich das tun, da käm ich in Not.
Vorlage S. 40 1163 Auch kenn ich dich nit, was bist du für ein Bot?
Vorlage S. 40 1165 Ich bin der Tod, ich scheu keinen Mann,
Vorlage S. 40 1166 Tret jeglichen an und verschone keinen.
Vorlage S. 40 1167 Es flüchten viele.
Vorlage S. 40 1168 JEDERMANN.
Vorlage S. 40 1169 Was? keine Frist willst du mir geben,
Vorlage S. 40 1170 Und überfällst eins ungewarnt
Vorlage S. 40 1171 Gar mitten drin im besten Leben,
Vorlage S. 40 1172 Gotts Blut! das ist kein ehrlich Spiel,
Vorlage S. 40 1173 Damit erwirbst dir Ruhm nit viel,
Vorlage S. 40 1174 Denn dass ichs nur sag, bin nit bereit,
Vorlage S. 40 1175 Mein Schuldbuch auch ist nit so weit.
Vorlage S. 40 1176 Hätt ich für mich so zehn, zwölf Jahr,
Vorlage S. 40 1177 Ich wollt es in der Ordnung han,
Vorlage S. 40 1178 Dass keine Furcht mich ginget an.
Vorlage S. 40 1179 Das wollt ich, so steh Gott mir bei.
Vorlage S. 40 1180 Drum aus Gotts Gnaden lass mich hier
Vorlage S. 40 1181 Dass ich das Ding zur Ordnung führ.
Vorlage S. 40 1183 Hie hilft kein Weinen und kein Beten.
Vorlage S. 40 1184 Die Reis musst alsbald antreten.
Vorlage S. 40 1185 JEDERMANN.
Vorlage S. 40 1186 O Gott der Gnaden auf himmlischem Thron,
Vorlage S. 40 1187 Erbarm dich meiner schweren Not.
Vorlage S. 40 1188 Wird mir zum Gefährten für diesen Weg
Vorlage S. 40 1189 Kein anderer als du bestellt?
Vorlage S. 41 1190 Soll ich aus dieser Erdenwelt
Vorlage S. 41 1191 Hinaus, und kein Geleite haben?
Vorlage S. 41 1192 Und war doch hier niemals allein,
Vorlage S. 41 1193 Musst allerwegen gesellig sein.
Vorlage S. 41 1195 Nun ist Geselligkeit am End.
Vorlage S. 41 1196 Ring nit vergebner Weis die Händ,
Vorlage S. 41 1197 Schleun dich, jetzt gehst vor Gottes Thron.
Vorlage S. 41 1198 Dort empfängest deinen Lohn.
Vorlage S. 41 1199 Wie, hat dich Narren wollen bedünken,
Vorlage S. 41 1200 Das Erdengut und dies dein Leben
Vorlage S. 41 1201 Wär dir alles zu Eigen gegeben?
Vorlage S. 41 1202 JEDERMANN.
Vorlage S. 41 1203 So war ich vermeinend, wahrhaftig und ja.
Vorlage S. 41 1205 Nichts da, war alls dir nur geliehen.
Vorlage S. 41 1206 Bist du dahin, erbts einen andern,
Vorlage S. 41 1207 Und über eine Weil schlägt dem seine Stund
Vorlage S. 41 1208 Und er muss alles hier lassen und wandern.
Vorlage S. 41 1209 Ich komm halt schnell.
Vorlage S. 41 1210 JEDERMANN.
Vorlage S. 41 1211 Nur einen Tag!
Vorlage S. 41 1212 Nur diese Nacht bis Sonnaufgehn,
Vorlage S. 41 1213 Dass ich mit Reu mög in mich gehn
Vorlage S. 41 1214 Und hören auf des Priesters Lehr
Vorlage S. 41 1215 Und bessern mich nach deinem Begehr.
Vorlage S. 41 1217 Dergleichen wird von mir nit erbeten.
Vorlage S. 41 1218 Wo ich einen Mann tu antreten,
Vorlage S. 41 1219 Den schlag ich auf sein Herz mit Macht.
Vorlage S. 41 1220 Wird vorher kein Anzeig beigebracht.
Vorlage S. 41 1221 JEDERMANN.
Vorlage S. 41 1222 O weh! Nun ist wohl Weinens Zeit!
Vorlage S. 41 1224 Mit Weinen wird nur Zeit vertan.
Vorlage S. 41 1225 JEDERMANN.
Vorlage S. 41 1226 Weh über mich, was heb ich an?
Vorlage S. 41 1227 Hätt ich ein ledig Stündlein Zeit,
Vorlage S. 41 1228 Mir zu gewinnen ein Geleit.
Vorlage S. 42 1229 Dass ich nicht mutterkindallein
Vorlage S. 42 1230 Vor meinem Richter müsste sein.
Vorlage S. 42 1232 Meinst du, dass solches dir gewinnst?
Vorlage S. 42 1233 Ich sag, sie weigern dir den Dienst.
Vorlage S. 42 1234 JEDERMANN.
Vorlage S. 42 1235 Nur nit allein vor das Gericht!
Vorlage S. 42 1236 Nur Redens und Ratens ein Stündlein Zeit
Vorlage S. 42 1237 Um Christi Gotts Barmherzigkeit!
Vorlage S. 42 1239 Meinshalb, ich tret dir aus dem Gesicht,
Vorlage S. 42 1240 Nur merk, vertu nit diese Frist
Vorlage S. 42 1241 Und nütz sie klüglich als ein Christ.
Vorlage S. 42 1242 Geht hinauf, wird unsichtbar.
Vorlage S. 42 1243 JEDERMANN
Vorlage S. 42 1244 tritt zu seinem Gesellen.
Vorlage S. 42 1245 Mein guter Gesell, du weißts –
Vorlage S. 42 1247 Ich weiß.
Vorlage S. 42 1248 War nit fünf Schritt weit, Jedermann,
Vorlage S. 42 1249 Wie dich der Tod hat treten an!
Vorlage S. 42 1250 Und hab euch reden hören alls.
Vorlage S. 42 1251 Schlägt mir das Herz bis an den Hals!
Vorlage S. 42 1252 Ein froher Mann und kerngesund,
Vorlage S. 42 1253 Das warst du bis zu dieser Stund.
Vorlage S. 42 1254 Nun kommt mich schier das Weinen an,
Vorlage S. 42 1255 Wenn ich dich anschau, Jedermann.
Vorlage S. 42 1256 JEDERMANN.
Vorlage S. 42 1257 Hab vielen Dank, mein guter Gesell.
Vorlage S. 42 1259 Was dir noch Not tut, sag du schnell.
Vorlage S. 42 1260 JEDERMANN.
Vorlage S. 42 1261 Du bist mir wahrhaft ein guter Freund.
Vorlage S. 42 1262 Dich hab ich allzeit treu befunden.
Vorlage S. 42 1264 Und sollst mich finden zu allen Stunden.
Vorlage S. 42 1265 Denn glaub du mir, ging deine Reis
Vorlage S. 42 1266 Geradewegs hinab zur Höll,
Vorlage S. 42 1267 Hie fändest du den Gefährten zur Stell.
Vorlage S. 42 1268 JEDERMANN.
Vorlage S. 43 1269 Gott steh mir bei, du lieber Mann,
Vorlage S. 43 1270 Dass ichs um dich verdienen kann.
Vorlage S. 43 1272 Ist von Verdienen nit die Sprach,
Vorlage S. 43 1273 Wär mir die allergrößte Schmach,
Vorlage S. 43 1274 Wollt ichs mit dem Mund mich unterwinden
Vorlage S. 43 1275 Und sollt man in Taten mich lässig finden.
Vorlage S. 43 1276 JEDERMANN.
Vorlage S. 43 1277 Mein Freund!
Vorlage S. 43 1279 Sprich frei, tu auf den Mund,
Vorlage S. 43 1280 Muss alls mir werden offenbart.
Vorlage S. 43 1281 Ich steh bei dir bis zur letzten Stund
Vorlage S. 43 1282 Recht nach guter Gesellen Art.
Vorlage S. 43 1283 Jedermann will den Mund auftun.
Vorlage S. 43 1285 Dein Jammer geht mir mächtig nah,
Vorlage S. 43 1286 Soll alles, was aufs Herz dir druckt,
Vorlage S. 43 1287 Von diesem ganzen Erdenwesen
Vorlage S. 43 1288 Von mir getreulich sein verwesen.
Vorlage S. 43 1289 Sag, ist dir von etlichen Leids getan?
Vorlage S. 43 1290 Sie sollen ihre Strafen han
Vorlage S. 43 1291 Von meiner Hand mit scharfem Eisen,
Vorlage S. 43 1292 Und müsst ich darüber ins Gras beißen!
Vorlage S. 43 1293 JEDERMANN.
Vorlage S. 43 1294 Ist nit um dies mir, bei Gotts Blut!
Vorlage S. 43 1296 Es geht dir um dein Geld und Gut.
Vorlage S. 43 1297 Das schafft dir große Sorgenlast,
Vorlage S. 43 1298 Dass keine Leibeserben hast.
Vorlage S. 43 1299 JEDERMANN.
Vorlage S. 43 1300 Nein, Lieber, nein!
Vorlage S. 43 1302 Braucht nit viel Wort,
Vorlage S. 43 1303 Bei mir ist dein Vertraun am Ort.
Vorlage S. 43 1304 Der Kaufbrief da ist wohl verwahrt.
Vorlage S. 43 1305 Dir ist um deine Freundin zart,
Vorlage S. 43 1306 Dass deines Reichtums auf sie komm
Vorlage S. 43 1307 Soviel, als ihr auf immer fromm'.
Vorlage S. 43 1308 JEDERMANN.
Vorlage S. 44 1309 Nein, Lieber, Guter, hör mich an.
Vorlage S. 44 1311 Spar dir die Reden, Jedermann.
Vorlage S. 44 1312 Bist ohne viel von mir verstanden.
Vorlage S. 44 1313 JEDERMANN.
Vorlage S. 44 1314 Ach! ganz was anders schafft mir Qual,
Vorlage S. 44 1315 Viel näheres, mein guter Gesell!
Vorlage S. 44 1317 Heraus damit, lass hören schnell.
Vorlage S. 44 1318 Merk, Freundes Mund tröst allemal.
Vorlage S. 44 1319 JEDERMANN.
Vorlage S. 44 1320 Ja du mein Freund!
Vorlage S. 44 1322 Willst mich nit weisen?
Vorlage S. 44 1323 Könnt sein, dir blieb sonst nit die Zeit.
Vorlage S. 44 1324 JEDERMANN.
Vorlage S. 44 1325 O weh, das wär mir bitter leid.
Vorlage S. 44 1327 Sag dein Sach! Frisch, Jedermann!
Vorlage S. 44 1328 Wo bliebe unsere Freundschaft dann?
Vorlage S. 44 1329 JEDERMANN.
Vorlage S. 44 1330 Wenn ich dir tät mein Herz aufschließen
Vorlage S. 44 1331 Und du, du kehrtest den Rücken mir
Vorlage S. 44 1332 Und ließest dich meine Red verdrießen,
Vorlage S. 44 1333 Des hätte ich wohl zehnfach Gram und Weh!
Vorlage S. 44 1335 Herr, wie ich zu Euch gesprochen eh,
Vorlage S. 44 1336 So will ich tun.
Vorlage S. 44 1337 JEDERMANN.
Vorlage S. 44 1338 So dank dir Gott.
Vorlage S. 44 1339 Mir ist befohlen, mich fortzuheben.
Vorlage S. 44 1340 Der Weg ist weit und voll Beschwer,
Vorlage S. 44 1341 Und was dann kommt, noch weit mehr,
Vorlage S. 44 1342 Denn ich soll eine Rechnung geben
Vorlage S. 44 1343 Von meinem Reichtum und all meinem Leben
Vorlage S. 44 1344 Vor meinem Schöpfer und höchsten Richter!
Vorlage S. 44 1345 Drum also komm mit, mein guter Gesell,
Vorlage S. 44 1346 Wie dus versprochen hast zur Stell.
Vorlage S. 44 1348 Ei ja, das ist schon eine Sach.
Vorlage S. 45 1349 Versprechen und brechen, das wär mir Schmach.
Vorlage S. 45 1350 Daran nur denken macht mir heiß.
Vorlage S. 45 1351 JEDERMANN.
Vorlage S. 45 1354 Doch sollt ich antreten die Reis,
Vorlage S. 45 1355 Da heißt es sich beraten und gut.
Vorlage S. 45 1356 JEDERMANN.
Vorlage S. 45 1357 Was? sprachest doch, auf jeglicher Straßen
Vorlage S. 45 1358 Wolltest nicht lebend noch tot mich verlassen.
Vorlage S. 45 1359 Und wär es geraden Wegs zur Höll.
Vorlage S. 45 1361 Richtig, so war meine Red, Hand aufs Herz!
Vorlage S. 45 1362 Aber die Wahrheit zu vermelden,
Vorlage S. 45 1363 Ist jetzo nicht Zeit für dergleichen Scherz.
Vorlage S. 45 1364 Ist fast bereits ernsthaft die Sachlag.
Vorlage S. 45 1365 Und dann, wenn wir die Reis wollten antreten,
Vorlage S. 45 1366 Wann kämen wir wiederum hierher?
Vorlage S. 45 1367 Ei, gib doch Antwort.
Vorlage S. 45 1368 JEDERMANN.
Vorlage S. 45 1369 Nimmermehr.
Vorlage S. 45 1370 Nimmermehr bis an den Jüngsten Tag.
Vorlage S. 45 1372 Dann, bei Gotts Tod, bleib ich hintan.
Vorlage S. 45 1373 Wenn in dem Sinn die Meldung beschah.
Vorlage S. 45 1374 Dann stehts, dass ich die Reis nit tu.
Vorlage S. 45 1375 JEDERMANN.
Vorlage S. 45 1376 Nit tust?
Vorlage S. 45 1378 Nein, alsdann bleib ich am Ort.
Vorlage S. 45 1379 Ich sag dir, wie mir ist zu Sinn,
Vorlage S. 45 1380 Du weißt, dass ich freimütig bin.
Vorlage S. 45 1381 Itzt stehts, dass ich die Reis nit tu,
Vorlage S. 45 1382 Um keiner lebenden Seel fürwahr,
Vorlage S. 45 1383 Auch nit um meines Herrn Vaters Lieb,
Vorlage S. 45 1384 Gott schenk ihm ansonsten die ewige Ruh.
Vorlage S. 45 1385 JEDERMANN.
Vorlage S. 45 1386 Um Gott! Hast mir was anders versprochen!
Vorlage S. 45 1388 Weiß wohl. Und ist recht in Treuen beschehn.
Vorlage S. 46 1389 Und so du wolltest was anders begehn,
Vorlage S. 46 1390 Mit Frauen was Gutes in Kumpanei
Vorlage S. 46 1391 Oder was es sonsten sei,
Vorlage S. 46 1392 Solltest an deiner Seiten mich sehn,
Vorlage S. 46 1393 Solange Gott lässt einen hellen Tag sein
Vorlage S. 46 1394 Und auch des Nachts bei Fackelschein.
Vorlage S. 46 1395 Das sag ich in Treuen!
Vorlage S. 46 1396 Schickt sich an zu gehen.
Vorlage S. 46 1397 JEDERMANN.
Vorlage S. 46 1398 O deiner bedarf ich jetzt gar sehr.
Vorlage S. 46 1399 Jetzt heißt es: Gesell, gedenke mein.
Vorlage S. 46 1401 Ob wir Genossen waren, ob nit,
Vorlage S. 46 1402 Hinfort tu ich mit dir keinen Schritt.
Vorlage S. 46 1403 JEDERMANN.
Vorlage S. 46 1404 So bitt ich dich, nimm soviel auf dich
Vorlage S. 46 1405 Um Christi Gotts Barmherzigkeit,
Vorlage S. 46 1406 Und gib mir tröstliches Geleit
Vorlage S. 46 1407 Bis vor die Stadt.
Vorlage S. 46 1409 reißt sich los.
Vorlage S. 46 1410 Ich tu dirs nit,
Vorlage S. 46 1411 Setz einen Fuß nit vor den andern,
Vorlage S. 46 1412 Nit um ein neues Feierkleid.
Vorlage S. 46 1413 Ließest du dir ein wenig Zeit,
Vorlage S. 46 1414 So wollt ich dich nit allein lassen stehn.
Vorlage S. 46 1415 Nun aber kann ich nit harren bei dir.
Vorlage S. 46 1416 Über die Schulter zurück.
Vorlage S. 46 1417 So geb dir Gott eine schleunige Fahrt
Vorlage S. 46 1418 Dahin recht sänftlich in guter Art.
Vorlage S. 46 1419 Muss eilends jetzt meines Weges gehn.
Vorlage S. 46 1420 JEDERMANN
Vorlage S. 46 1421 einen Schritt ihm nach.
Vorlage S. 46 1422 Wohin, Gesell? Willst mich verlassen ganz und gar?
Vorlage S. 46 1424 Wohl, wohl. Gott nehm deiner Seelen wahr.
Vorlage S. 46 1425 JEDERMANN.
Vorlage S. 46 1426 Leb wohl, mein Freund, um dich wird mir mein Herz arg schwer,
Vorlage S. 46 1427 Leb immer wohl, dich seh ich nun auch nimmermehr.
Vorlage S. 46 1429 Leb wohl auch, Jedermann, leb wohl am End, gib mir die Hand,
Vorlage S. 47 1430 Ja, Scheiden tut recht weh, das hab ich jetzt erkannt.
Vorlage S. 47 1431 Er geht.
Vorlage S. 47 1432 JEDERMANN.
Vorlage S. 47 1433 O weh, wohin soll ich nun um Hilf in der Welt.
Vorlage S. 47 1434 War mein Gesell, solang ich fröhlich war.
Vorlage S. 47 1435 Nun trägt er wenig Leid um mich ganz unverstellt.
Vorlage S. 47 1436 Hab eh und immer was reden hören,
Vorlage S. 47 1437 Das ging mir aber gar nit nah
Vorlage S. 47 1438 Bis heute, da mir das geschah.
Vorlage S. 47 1439 Es hieß: Solang einer im Glück ist,
Vorlage S. 47 1440 Der hat Freunde die Menge,
Vorlage S. 47 1441 Doch wenn ihm das Glück den Rücken kehrt,
Vorlage S. 47 1442 Dann verläuft sich das Gedränge.
Vorlage S. 47 1443 O weh, so siehet das nun aus,
Vorlage S. 47 1444 Schnürt mir die Kehl vor Angst und Graus.
Vorlage S. 47 1445 Er wird die Vettern gewahr, die noch beiseite stehen, und sein Gesicht hellt sich auf.
Vorlage S. 47 1446 Da stehen meine Blutsfreunde ja,
Vorlage S. 47 1447 Vielliebe Vettern, bleibt mir nah.
Vorlage S. 47 1448 Ihr seid wahrhaftig recht am Ort,
Vorlage S. 47 1449 Weiß auf der Welt kein schöner Wort
Vorlage S. 47 1450 Als dieses: Art lässt nicht von Art,
Vorlage S. 47 1451 Das wird von euch heut recht gewahrt,
Vorlage S. 47 1452 Da ihr in dieser schweren Stund
Vorlage S. 47 1453 Mein Beiständ seid mit Hand und Mund.
Vorlage S. 47 1454 DICKER VETTER.
Vorlage S. 47 1455 Geruhig Blut, mein Vetter Jedermann,
Vorlage S. 47 1456 Nur ruhig Blut, das ist alls, was ich sagen kann.
Vorlage S. 47 1457 JEDERMANN.
Vorlage S. 47 1458 Ihr lasset mich auch nit –
Vorlage S. 47 1459 DICKER VETTER.
Vorlage S. 47 1460 Nur ruhig Blut.
Vorlage S. 47 1461 Ist gar von Lassen nit die Sprach,
Vorlage S. 47 1462 In Stich Euch lassen, das wär uns Schmach.
Vorlage S. 47 1463 DÜNNER VETTER.
Vorlage S. 47 1464 Euch widerfahr so Liebes wie Leides,
Vorlage S. 47 1465 Mit Euch zu teilen begehren wir beides.
Vorlage S. 47 1466 DICKER VETTER.
Vorlage S. 48 1467 Ja, wie gesagt – – ei freilich ja!
Vorlage S. 48 1468 Ihr seht, wir stehn Euch treulich nah.
Vorlage S. 48 1469 JEDERMANN.
Vorlage S. 48 1470 O vielen Dank, ihr Blutsfreunde mein.
Vorlage S. 48 1471 DICKER VETTER.
Vorlage S. 48 1472 Da wir doch Anverwandte sein!
Vorlage S. 48 1473 JEDERMANN.
Vorlage S. 48 1474 Ihr habt gesehn, es kam ein Bot,
Vorlage S. 48 1475 Der kam auf hohen Königs Gebot.
Vorlage S. 48 1476 DICKER VETTER.
Vorlage S. 48 1477 Ja, – – ich weiß, Vetter Jedermann – –
Vorlage S. 48 1478 Die Sach ist eben so bewandt,
Vorlage S. 48 1479 Dass ich in der nichts machen kann.
Vorlage S. 48 1480 JEDERMANN.
Vorlage S. 48 1481 Er hieß einer Fahrt mich unterwinden.
Vorlage S. 48 1482 DICKER VETTER.
Vorlage S. 48 1483 Ja, wie gesagt –
Vorlage S. 48 1484 JEDERMANN.
Vorlage S. 48 1485 Von dieser Fahrt – –
Vorlage S. 48 1486 DICKER VETTER.
Vorlage S. 48 1487 Nun, wie gesprochen, Art lässt nicht von Art!
Vorlage S. 48 1488 JEDERMANN.
Vorlage S. 48 1489 Von dieser Fahrt, das weiß ich wohl,
Vorlage S. 48 1490 Werd ich nimmer zurücke finden.
Vorlage S. 48 1491 DICKER VETTER.
Vorlage S. 48 1492 Ei nimmer! Ja, wo halt nichts ist,
Vorlage S. 48 1493 Da hat der Kaiser 's Recht verloren!
Vorlage S. 48 1494 JEDERMANN.
Vorlage S. 48 1495 Mein Vetter, höret Ihr, was ich sprach?
Vorlage S. 48 1496 DICKER VETTER.
Vorlage S. 48 1497 Ihr redet nit zu tauben Ohren.
Vorlage S. 48 1498 DÜNNER VETTER.
Vorlage S. 48 1499 Ei, nein, wahrhaftig nit, Gotts Not.
Vorlage S. 48 1500 JEDERMANN.
Vorlage S. 48 1501 Ich werd da nimmer zurücke finden.
Vorlage S. 48 1502 DICKER VETTER.
Vorlage S. 48 1503 Habt Ihr auch richtig verstanden den Bot?
Vorlage S. 48 1504 JEDERMANN.
Vorlage S. 49 1505 Ich ihn?
Vorlage S. 49 1506 DICKER VETTER.
Vorlage S. 49 1507 Die Red und den Verstand,
Vorlage S. 49 1508 Habt Ihr das richtig wohl gefasst?
Vorlage S. 49 1509 JEDERMANN.
Vorlage S. 49 1510 Ob ich –?
Vorlage S. 49 1511 DICKER VETTER.
Vorlage S. 49 1512 Das war schon, dass ich sag –
Vorlage S. 49 1513 Ein recht ungebetner Gast.
Vorlage S. 49 1514 Hm, Vetter.
Vorlage S. 49 1515 DÜNNER VETTER.
Vorlage S. 49 1516 Ja, ich mein, Gott seis geklagt –
Vorlage S. 49 1517 DICKER VETTER.
Vorlage S. 49 1518 So meint Ihr auch wie ich? Ja, wie gesagt,
Vorlage S. 49 1519 Ja, Gott befohlen, Vetter Jedermann,
Vorlage S. 49 1520 Da habt Ihr alles, was ich sagen kann.
Vorlage S. 49 1521 JEDERMANN.
Vorlage S. 49 1522 Ihr Vettern, bleibet, hört mich an!
Vorlage S. 49 1523 DÜNNER VETTER.
Vorlage S. 49 1524 Hast du vielleicht noch ein Begehr?
Vorlage S. 49 1525 Sprich kühnlich, Vetter Jedermann.
Vorlage S. 49 1526 JEDERMANN.
Vorlage S. 49 1527 Ich muss dort eine Rechnung legen
Vorlage S. 49 1528 Und hab einen Feind, der allerwegen
Vorlage S. 49 1529 Mir will in meinen Weg treten,
Vorlage S. 49 1530 O hört mich an! mit großer Stärken.
Vorlage S. 49 1531 DICKER VETTER.
Vorlage S. 49 1532 Was denn für Rechnung, sagt doch an.
Vorlage S. 49 1533 JEDERMANN.
Vorlage S. 49 1534 Von all meinen irdischen Werken:
Vorlage S. 49 1535 Wie ich meine Tag hab hinbracht,
Vorlage S. 49 1536 Und was ich Arges hab getan
Vorlage S. 49 1537 Die Jahr all bei Tag und Nacht.
Vorlage S. 49 1538 Drum seid um Christi willen gebeten
Vorlage S. 49 1539 Und helft mir meine Sach vertreten.
Vorlage S. 49 1540 DÜNNER VETTER.
Vorlage S. 49 1541 Was, dorthin? Geht es Euch auf das!
Vorlage S. 49 1542 Nein, Jedermann, da geh ich nit.
Vorlage S. 49 1543 Kannst mich nit zum Geleiter kriegen!
Vorlage S. 50 1544 Wollt lieber in einm finstern Gelaß
Vorlage S. 50 1545 Bei Wasser und Brot zehn Jahre liegen.
Vorlage S. 50 1546 JEDERMANN.
Vorlage S. 50 1547 Oh, dass ich nit geboren wär.
Vorlage S. 50 1548 Nun werd ich fröhlich nimmermehr,
Vorlage S. 50 1549 Wenn ihr mich da verlasset dann.
Vorlage S. 50 1550 DICKER VETTER.
Vorlage S. 50 1551 Ei Mann! Was denn! Sei du fröhlich, Mann!
Vorlage S. 50 1552 Nimm dich und fang nit Jammerns an!
Vorlage S. 50 1553 Nur eins musst dir gesagt sein lassen:
Vorlage S. 50 1554 Mich bringst einmal nit in die Gassen.
Vorlage S. 50 1555 Er geht.
Vorlage S. 50 1556 JEDERMANN
Vorlage S. 50 1557 zum dünnen Vetter.
Vorlage S. 50 1558 Mein Vetter, willst nit mit mir gehn?
Vorlage S. 50 1559 DÜNNER VETTER.
Vorlage S. 50 1560 Hab jetzt, Gotts Tod, Krampf in den Zehen.
Vorlage S. 50 1561 Ist ein arg Übel, Jedermann,
Vorlage S. 50 1562 Das fällt mich unversehens an.
Vorlage S. 50 1563 DICKER VETTER
Vorlage S. 50 1564 bleibt nochmal stehen und spricht über die Schulter zurück.
Vorlage S. 50 1565 Uns wirst nit verführen, das lass nur sein.
Vorlage S. 50 1566 Doch hab ich ein schön gut Kind daheim,
Vorlage S. 50 1567 Die mächtig gern auf Reisen geht.
Vorlage S. 50 1568 Wenn die dir zu Gesichte steht,
Vorlage S. 50 1569 Die geb ich dir in guter Art,
Vorlage S. 50 1570 Leicht, dass sie mit dir geht auf deine Fahrt.
Vorlage S. 50 1571 JEDERMANN.
Vorlage S. 50 1572 Nein, zeig mir an, wes Sinnes du bist.
Vorlage S. 50 1573 Ob ich in meiner ärgsten Pein
Vorlage S. 50 1574 Von dir soll drangegeben sein,
Vorlage S. 50 1575 Ob du willst mit mir gehn oder dahinten bleiben.
Vorlage S. 50 1576 Das ist alles was ich wissen muss.
Vorlage S. 50 1577 DICKER VETTER.
Vorlage S. 50 1578 Dahinten bleiben und ein'n schönen Gruß.
Vorlage S. 50 1579 Auf Wiedersehen ein andermal.
Vorlage S. 50 1580 Sie gehen.
Vorlage S. 50 1581 JEDERMANN.
Vorlage S. 51 1582 Ach Jesus, ist das aller Dinge End,
Vorlage S. 51 1583 Versprochen haben sie mir gar viel.
Vorlage S. 51 1584 Vom Halten lassen sie ihre Händ.
Vorlage S. 51 1585 DÜNNER VETTER
Vorlage S. 51 1586 wendet sich und tritt nochmals an Jedermann heran.
Vorlage S. 51 1587 Es ist nicht üblich, in solcher Weis
Vorlage S. 51 1588 Die Leut zu beschicken zu einer Reis,
Vorlage S. 51 1589 Dergleichen Anmutung ist nit zart
Vorlage S. 51 1590 Und hat mir keine rechte Art.
Vorlage S. 51 1591 Hast deiner leibeignen Knecht genug.
Vorlage S. 51 1592 Die magst dazu aufbieten mit Fug.
Vorlage S. 51 1593 Aber die lieben Verwandten dein
Vorlage S. 51 1594 Sollten da zu wert dir sein.
Vorlage S. 51 1596 JEDERMANN.
Vorlage S. 51 1597 Leibeigene Knecht, was sollen mir die,
Vorlage S. 51 1598 Wenn ich die mitnähm, das wär ein Ding,
Vorlage S. 51 1599 Davon ich Hilfe hätt gering.
Vorlage S. 51 1600 Er sieht sich um.
Vorlage S. 51 1601 Ist alls zu End das Freudenmahl,
Vorlage S. 51 1602 Und alle fort aus meinem Saal?
Vorlage S. 51 1603 Er geht hinauf zu dem Tisch. Etliche, die dort noch saßen und tranken, werden ihn gewahr, springen auf und flüchten. Der Tisch versinkt.
Vorlage S. 51 1604 Bleibt mir keine andere Hilfe dann,
Vorlage S. 51 1605 Bin ich denn ein verlorner Mann
Vorlage S. 51 1606 Und ganz alleinig auf der Welt?
Vorlage S. 51 Kontextbild zum Werk. Garten eines Amsterdamer Waisenhauses · Max Liebermann · Public domain Bildquelle ↗ 1607 Ist es schon so um mich bestellt,
Vorlage S. 51 1608 Hat mich Der schon dazu gemacht,
Vorlage S. 51 1609 Ganz nackend und ohn alle Macht,
Vorlage S. 51 1610 Als läg ich schon in meinem Grab,
Vorlage S. 51 1611 Wo ich doch mein warm Blut noch hab
Vorlage S. 51 1612 Und Knecht mir noch gehorsam sein
Vorlage S. 51 1613 Und Häuser viel und Schätze mein.
Vorlage S. 51 1614 Auf! schlagt die Feuerglocken drein!
Vorlage S. 51 1615 Ihr Knecht, nit lungert in dem Haus,
Vorlage S. 51 1616 Kommt allesamt zu mir heraus.
Vorlage S. 51 1617 Hausvogt mit etlichen Knechten kommen eilig.
Vorlage S. 51 1618 JEDERMANN.
Vorlage S. 52 1619 Ich muss schnell eine Reise tun
Vorlage S. 52 1620 Und das zu Fuß und nit zu Wagen,
Vorlage S. 52 1621 Gesamte Knecht, die sollen mit
Vorlage S. 52 1622 Und meine große Geldtruhen,
Vorlage S. 52 1623 Die sollen sie herbeitragen.
Vorlage S. 52 1624 Die Reis wird wie ein Kriegszug scharf,
Vorlage S. 52 1625 Dass ich der Schätze sehr bedarf.
Vorlage S. 52 1626 HAUSVOGT.
Vorlage S. 52 1627 Die schwere Truhn, die drinnen steht?
Vorlage S. 52 1628 JEDERMANN.
Vorlage S. 52 1629 Ja, eilig, ohne viel Gered.
Vorlage S. 52 1630 Mehrere Knechte sammeln sich, ihrer acht bringen die schwere Truhe getragen.
Vorlage S. 52 1631 JEDERMANN.
Vorlage S. 52 1632 Hab euch berufen für eine Reis,
Vorlage S. 52 1633 Dass jeder mir Gehorsam erweis.
Vorlage S. 52 1634 Die Reis ist seltsam und recht weit
Vorlage S. 52 1635 Und fordert zuverlässige Leut,
Vorlage S. 52 1636 Dass sie in aller Still gescheh,
Vorlage S. 52 1637 Des ich zu euch mich wohl verseh.
Vorlage S. 52 1639 Die Truhen, die ist marterschwer.
Vorlage S. 52 1640 HAUSVOGT.
Vorlage S. 52 1641 Ihr tut, was anbefiehlt der Herr.
Vorlage S. 52 1642 JEDERMANN.
Vorlage S. 52 1643 Nun wollen wir die Reis angehen,
Vorlage S. 52 1644 Ganz in der Still, heimlicher Weis.
Vorlage S. 52 1645 Tod tritt in etlicher Entfernung hervor.
Vorlage S. 52 1646 ERSTER KNECHT.
Vorlage S. 52 1647 Dort steht ein Teufel und winkt uns Halt.
Vorlage S. 52 1648 HAUSVOGT.
Vorlage S. 52 1649 Nein, ist der Tod grausamer Gstalt,
Vorlage S. 52 1650 Er kommt auf uns zu mit Gewalt.
Vorlage S. 52 1651 Knechte lassen die Truhen stehen und fliehen.
Vorlage S. 52 1652 Hausvogt desgleichen.
Vorlage S. 52 1654 Du Narr, bald ist die Stund vertan,
Vorlage S. 52 1655 Nimmst immer noch Vernunft nit an.
Vorlage S. 52 1656 Weißt nit ein recht Geleit zu suchen,
Vorlage S. 53 1657 Bald wirst verzweifeln und dir Suchen.
Vorlage S. 53 1658 Verschwindet.
Vorlage S. 53 1659 JEDERMANN.
Vorlage S. 53 1660 Ach Gott, wie graust mir vor dem Tod,
Vorlage S. 53 1661 Der Angstschweiß bricht mir aus vor Not
Vorlage S. 53 1662 Kann der die Seel im Leib uns morden?
Vorlage S. 53 1663 Was ist denn gählings aus mir worden?
Vorlage S. 53 1664 Hab immer doch in bösen Stunden
Vorlage S. 53 1665 Mir irgend einen Trost ausgfunden.
Vorlage S. 53 1666 War nie verlassen ganz und gar,
Vorlage S. 53 1667 Nie kein erbärmlich armer Narr.
Vorlage S. 53 1668 War immer wo doch noch ein Halt
Vorlage S. 53 1669 Und habs gewendet mit Gewalt.
Vorlage S. 53 1670 Sind all denn meine Kräft dahin,
Vorlage S. 53 1671 Und alls verworren schon mein Sinn,
Vorlage S. 53 1672 Dass mich kaum mehr besinnen kann,
Vorlage S. 53 1673 Wer bin ich denn: der Jedermann,
Vorlage S. 53 1674 Der reiche Jedermann allzeit.
Vorlage S. 53 1675 Das ist mein Hand, das ist mein Kleid,
Vorlage S. 53 1676 Und was da steht auf diesem Platz,
Vorlage S. 53 1677 Das ist mein Geld, das ist mein Schatz,
Vorlage S. 53 1678 Durch den ich jederzeit mit Macht
Vorlage S. 53 1679 Hab alles spielend vor mich bracht.
Vorlage S. 53 1680 Nun wird mir wohl, dass ich den seh
Vorlage S. 53 1681 Recht bei der Hand in meiner Näh.
Vorlage S. 53 1682 Wenn ich bei dem verharren kann,
Vorlage S. 53 1683 Geht mich kein Graus und Ängsten an.
Vorlage S. 53 1684 Weh aber, ich muss ja dorthin,
Vorlage S. 53 1685 Das kommt mir jählings in den Sinn.
Vorlage S. 53 1686 Der Bot war da, die Ladung ist beschehn,
Vorlage S. 53 1687 Nun heißt es auf und dorthin gehn.
Vorlage S. 53 1688 Wirft sich auf die Truhe.
Vorlage S. 53 1689 Nit ohne dich, du musst mit mir,
Vorlage S. 53 1690 Lass dich um alles nit hinter mir.
Vorlage S. 53 1691 Du musst jetzt in ein andres Haus,
Vorlage S. 53 1692 Drum auf mit dir und schnell heraus.
Vorlage S. 53 1693 Die Truhe springt auf.
Vorlage S. 53 1695 richtet sich auf.
Vorlage S. 54 1697 Ei Jedermann, was ist mit dir?
Vorlage S. 54 1698 Du bist ja grausamlich in Eil
Vorlage S. 54 1699 Und bleich wie Kreiden all die Weil.
Vorlage S. 54 1700 JEDERMANN.
Vorlage S. 54 1701 Wer bist denn du?
Vorlage S. 54 1703 Kennst vom Gesicht mich nit
Vorlage S. 54 1704 Und willst mich dorthin zerren mit?
Vorlage S. 54 1705 Dein Reichtum bin ich halt, dein Geld,
Vorlage S. 54 1706 Dein eins und alles auf der Welt.
Vorlage S. 54 1707 JEDERMANN
Vorlage S. 54 1708 sieht ihn an.
Vorlage S. 54 1709 Dein Antlitz dünkt mir nit so gut,
Vorlage S. 54 1710 Gib mir nit rechten Freudenmut.
Vorlage S. 54 1711 Das ist gleichviel, du musst mitgehen.
Vorlage S. 54 1713 Was solls, kann alls von hier geschehen,
Vorlage S. 54 1714 Weißt wohl, was ich in Mächten hab,
Vorlage S. 54 1715 Sag was dich drückt, dem helf ich ab.
Vorlage S. 54 1716 JEDERMANN.
Vorlage S. 54 1717 Die Sach ist anderster bewandt.
Vorlage S. 54 1718 Es ist von wo um mich gesandt.
Vorlage S. 54 1721 JEDERMANN
Vorlage S. 54 1722 schlägt die Augen nieder.
Vorlage S. 54 1723 Ja, es war ein Bot bei mir.
Vorlage S. 54 1725 Ist es an dem, du musst von hier?
Vorlage S. 54 1726 Ei was, na ja, gehab dich wohl.
Vorlage S. 54 1727 Ein Bot war da, dass er ihn hol
Vorlage S. 54 1728 Dorthin, da ist ja schleunig kommen.
Vorlage S. 54 1729 Hab vordem nichts derart vernommen.
Vorlage S. 54 1730 JEDERMANN.
Vorlage S. 54 1731 Und du gehst mit, es ist an dem.
Vorlage S. 54 1733 Nit einen Schritt, bin hier bequem.
Vorlage S. 54 1734 JEDERMANN.
Vorlage S. 54 1735 Bist mein, mein Eigentum, mein Sach.
Vorlage S. 54 1737 Dein Eigen, ha, dass ich nit lach.
Vorlage S. 54 1738 JEDERMANN.
Vorlage S. 55 1739 Willst aufrebellen, du Verflucht! du Ding!
Vorlage S. 55 1741 stößt ihn weg.
Vorlage S. 55 1742 Du, trau mir nit, dein Wut acht ich gering,
Vorlage S. 55 1743 Wird umkehrt wohl beschaffen sein.
Vorlage S. 55 1744 Ich steh gar groß, du zwergisch klein.
Vorlage S. 55 1745 Du Kleiner wirst wohl sein der Knecht.
Vorlage S. 55 1746 Und dünkts dich, anders wärs gewesen,
Vorlage S. 55 1747 Das war ein Trug und Narrenwesen.
Vorlage S. 55 1748 JEDERMANN.
Vorlage S. 55 1749 Hab dich gehabt zu meim Befehl.
Vorlage S. 55 1751 Und ich regiert in deiner Seel.
Vorlage S. 55 1752 JEDERMANN.
Vorlage S. 55 1753 Warst mir zu Diensten in Haus und Gassen.
Vorlage S. 55 1755 Ja, dich am Schnürl tanzen lassen.
Vorlage S. 55 1756 JEDERMANN.
Vorlage S. 55 1757 Warst mein leibeigner Knecht und Sklav.
Vorlage S. 55 1759 Nein, du mein Hampelmann recht brav.
Vorlage S. 55 1760 JEDERMANN.
Vorlage S. 55 1761 Hab dich allein gedurft anrühren.
Vorlage S. 55 1763 Und ich alleinig dich nasführen.
Vorlage S. 55 1764 Du Laff, du ungebrannter Narr,
Vorlage S. 55 1765 Erznarr du. Jedermann, sieh zu.
Vorlage S. 55 1766 Ich bleib dahier und wo bleibst du?
Vorlage S. 55 1767 Was ich in dich hab eingelegt,
Vorlage S. 55 1768 Darnach hast du dich halt geregt.
Vorlage S. 55 1769 Das war ein Pracht und ein Ansehen,
Vorlage S. 55 1770 Ein Hoffart und ein Aufblähen
Vorlage S. 55 1771 Und ein verflucht wollüstig Rasen,
Vorlage S. 55 1772 War alls durch mich ihm eingeblasen,
Vorlage S. 55 1773 Und was ihn itzt noch aufrecht hält,
Vorlage S. 55 1774 Dass er nit platt an' Boden fällt
Vorlage S. 55 1775 Und alle Viere von sich reckt,
Vorlage S. 55 1776 Und hält ihn noch emporgestreckt,
Vorlage S. 55 1777 Das ist allein sein Geld und Gut.
Vorlage S. 55 1778 Da hier springt all dein Lebensmut.
Vorlage S. 56 1779 Hebt eine Handvoll Geld aus der Truhe und läßt es wieder fallen.
Vorlage S. 56 1780 Fällt aber in die Truhen zurück
Vorlage S. 56 1781 Und damit ist zu End dein Glück.
Vorlage S. 56 1782 Bald werden dir die Sinn vergehen
Vorlage S. 56 1783 Und mich wirst nimmer wiedersehen.
Vorlage S. 56 1784 War dir geliehen für irdische Täg
Vorlage S. 56 1785 Und geh nit mit auf deinen Weg,
Vorlage S. 56 1786 Geh nit, bleib hier, lass dich allein
Vorlage S. 56 1787 Ganz bloß und nackt in Not und Pein.
Vorlage S. 56 1788 Ist alls um nichts dein Handausrecken
Vorlage S. 56 1789 Und hilft kein Knirschen und Zähneblecken,
Vorlage S. 56 1790 Fährst in die Gruben nackt und bloß,
Vorlage S. 56 1791 So wie du kamst aus Mutter Schoß.
Vorlage S. 56 1792 Bückt sich, die Truhe springt zu.
Vorlage S. 56 1793 Jedermann ohne Sprache, eine lange Stille.
Vorlage S. 56 1795 wird sichtbar, einer Kranken gleich, auf einem elenden Lager gebettet, richtet sich halb auf und ruft mit schwacher Stimme.
Vorlage S. 56 1796 Jedermann!
Vorlage S. 56 1797 Jedermann hört nicht.
Vorlage S. 56 1799 Jedermann, hörst mich nicht?
Vorlage S. 56 1800 JEDERMANN
Vorlage S. 56 1801 vor sich.
Vorlage S. 56 1802 Ist, als wenn eins gerufen hätt,
Vorlage S. 56 1803 Die Stimme war schwach und doch recht klar,
Vorlage S. 56 1804 Hilf Gott, dass es nit meine Mutter war.
Vorlage S. 56 1805 Ist gar ein alt, gebrechlich Weib,
Vorlage S. 56 1806 Möcht, dass der Anblick erspart ihr bleib.
Vorlage S. 56 1807 O nur so viel erbarm dich mein,
Vorlage S. 56 1808 Lass das nit meine Mutter sein!
Vorlage S. 56 1810 Jedermann!
Vorlage S. 56 1811 JEDERMANN.
Vorlage S. 56 1812 Seis wer da will, hab itzt nit Muss
Vorlage S. 56 1813 Für irdisch Händel und Verdruss.
Vorlage S. 56 1815 Hörst mich nit, Jedermann?
Vorlage S. 56 1816 JEDERMANN.
Vorlage S. 57 1817 Ist ein krank Weib,
Vorlage S. 57 1818 Was kümmerts mich, soll sehen wo sie bleib.
Vorlage S. 57 1820 Mein Jedermann, ich gehör zu dir,
Vorlage S. 57 1821 Um deinetwillen lieg ich hier.
Vorlage S. 57 1822 JEDERMANN.
Vorlage S. 57 1823 Wie soll denn das bewendet sein?
Vorlage S. 57 1825 richtet sich halb auf.
Vorlage S. 57 1826 Sieh, ich bin all die Werke dein.
Vorlage S. 57 1827 JEDERMANN.
Vorlage S. 57 1828 Ich will kein Spott, ich sterb allweg.
Vorlage S. 57 1830 Komm doch zu mir den kleinen Weg.
Vorlage S. 57 1831 Sinkt zurück.
Vorlage S. 57 1832 JEDERMANN.
Vorlage S. 57 1833 Das wird mit Willen nit geschehen,
Vorlage S. 57 1834 Meine Werke will ich jetzt nit sehen.
Vorlage S. 57 1835 Ist nit der Anblick, nach dem mich verlangt.
Vorlage S. 57 1837 Bin schmählich schwach, muss liegen hier,
Vorlage S. 57 1838 Wär ichs imstand, ich lief zu dir.
Vorlage S. 57 1839 JEDERMANN.
Vorlage S. 57 1840 Braucht nit ein fremd Gebrest dahier,
Vorlage S. 57 1841 Liegt Angst und Marter gnug auf mir.
Vorlage S. 57 1843 Mich brauchst, der Weg ist schreckbar weit,
Vorlage S. 57 1844 Bist annoch ohne ein Geleit.
Vorlage S. 57 1845 JEDERMANN.
Vorlage S. 57 1846 Des Weges muss ich jetzt allein –
Vorlage S. 57 1848 Nein, ich will mit, denn ich bin dein.
Vorlage S. 57 1849 Jedermann sieht hin.
Vorlage S. 57 1851 Auf mir liegt viel Gebrest und Last,
Vorlage S. 57 1852 Indem du mein gedacht nit hast.
Vorlage S. 57 1853 Ohn dich könnt ich mich flink bewegen,
Vorlage S. 57 1854 Lief dir zu Seit auf allen Wegen.
Vorlage S. 57 1855 JEDERMANN
Vorlage S. 58 1856 geht zu ihr.
Vorlage S. 58 1857 O Werke mein, mit mir stehts schlecht.
Vorlage S. 58 1858 Ist mir gar sehr um guten Rat
Vorlage S. 58 1859 Und dass mir eines Hilfe brächt!
Vorlage S. 58 1861 richtet sich mühselig an ihren Krücken auf.
Vorlage S. 58 1862 Jedermann, ich hab wohl vernommen,
Vorlage S. 58 1863 Du bist entboten zu deinem Erlöser,
Vorlage S. 58 1864 Vor ein höchst Gericht zu kommen!
Vorlage S. 58 1865 Willst du nit gehen verloren, Mann,
Vorlage S. 58 1866 Tritt nit allein die Wanderung an,
Vorlage S. 58 1867 Das sag ich dir!
Vorlage S. 58 1868 JEDERMANN.
Vorlage S. 58 1869 Willst du mit mir?
Vorlage S. 58 1871 Ob ich mit dir den Weg will gehn?
Vorlage S. 58 1872 Fragst du mich das, mein Jedermann?
Vorlage S. 58 1873 JEDERMANN
Vorlage S. 58 1874 sieht ihr in die Augen.
Vorlage S. 58 1875 Wie du mich sehnlich siehest an,
Vorlage S. 58 1876 Ist mir, als hätt in meinem Leben
Vorlage S. 58 1877 Nit Freund, noch Liebste, nit Weib noch Mann
Vorlage S. 58 1878 Mir keinen solchen Blick gegeben!
Vorlage S. 58 1880 O Jedermann, dass du so später Stund
Vorlage S. 58 1881 Dich kehrest zu meinem Aug' und Mund!
Vorlage S. 58 1882 JEDERMANN.
Vorlage S. 58 1883 Hast ein Gesicht verhärmt und bleich
Vorlage S. 58 1884 Und dünkt mich doch an Schönheit reich.
Vorlage S. 58 1885 Mir ist, je mehr ich dich anseh,
Vorlage S. 58 1886 So mehr wird mir im Herzen weh,
Vorlage S. 58 1887 Und sänftlich auch, vermischter Weis,
Vorlage S. 58 1888 Dass ich mich nit zu nehmen weiß.
Vorlage S. 58 1889 Mir ist, könnt deiner Augen Schein
Vorlage S. 58 1890 Durch meine Augen dringen ein,
Vorlage S. 58 1891 Ein großes Heil und Segen dann
Vorlage S. 58 1892 Geschäh an einem armen Mann.
Vorlage S. 58 1893 Doch weiß ich, dies ist nun versäumt,
Vorlage S. 58 1894 Und jetzt ist alls nur wie geträumt!
Vorlage S. 58 1896 Hättest erkannt in deinem Sinn,
Vorlage S. 58 1897 Dass ich nit völlig hässlich bin,
Vorlage S. 58 1898 Wärest bei mir verblieben viel
Vorlage S. 59 1899 Und fern der Welt und bösem Spiel!
Vorlage S. 59 1900 Komm näher, meine Stimm ist leis –:
Vorlage S. 59 1901 Bei Armen wärest eingegangen
Vorlage S. 59 1902 Recht als ihr Bruder, heiliger Weis,
Vorlage S. 59 1903 Und göttlich Leid und irdischem Schmerz,
Vorlage S. 59 1904 Die hättest zu lieben angefangen
Vorlage S. 59 1905 Und aufgegangen wäre dein Herz.
Vorlage S. 59 1906 Und ich, wie ich gebrechlich bin,
Vorlage S. 59 1907 Ich wär, verklärt vor deinem Sinn,
Vorlage S. 59 1908 Dir worden ein göttliches Gefäß,
Vorlage S. 59 1909 Ein Kelch der überströmenden Gnaden,
Vorlage S. 59 1910 Dazu deine Lippen waren geladen.
Vorlage S. 59 1911 JEDERMANN.
Vorlage S. 59 1912 Und dich hab ich mögen erkennen nicht!
Vorlage S. 59 1913 War so verblendet mein Gesicht!
Vorlage S. 59 1914 O weh, was sind wir für Wesen dann,
Vorlage S. 59 1915 Wenn solches uns geschehen kann!
Vorlage S. 59 1917 Ich war ein Kelch, der vor dir stand,
Vorlage S. 59 1918 Gefüllt vom Himmel bis an den Rand,
Vorlage S. 59 1919 Von Irdischem war darin kein Ding,
Vorlage S. 59 1920 Drum schien ich deinen Augen gering.
Vorlage S. 59 1921 JEDERMANN.
Vorlage S. 59 1922 O könnt ich sie ausreißen beid,
Vorlage S. 59 1923 Mir wär im Dunklen nit so bang,
Vorlage S. 59 1924 Als da sie mich zu bittrem Leid
Vorlage S. 59 1925 Falsch han gerührt mein Leben lang!
Vorlage S. 59 1927 O weh, nun müssen die Lippen dein
Vorlage S. 59 1928 Auf ewig ungetränket sein!
Vorlage S. 59 1929 Hast wollen dich tränken an der Welt,
Vorlage S. 59 1930 Da ward der Kelch dir weggestellt!
Vorlage S. 59 1931 JEDERMANN.
Vorlage S. 59 1932 Des fühl ich ein wütendes Dürsten schon
Vorlage S. 59 1933 Durch alle meine Adern rinnen
Vorlage S. 59 1934 Und Raserei in allen Sinnen!
Vorlage S. 59 1935 Da hab ich meines Lebens Lohn!
Vorlage S. 59 1937 Das ist die bitter brennend Reu,
Vorlage S. 60 1938 Das sind deine ungelittenen Leiden!
Vorlage S. 60 1939 O könnte dein Herz sie schaffen neu,
Vorlage S. 60 1940 Wie selig wäre das uns beiden!
Vorlage S. 60 1941 JEDERMANN
Vorlage S. 60 1942 wirft sich auf den Boden.
Vorlage S. 60 1943 So wollt ich ganz zernichtet sein,
Vorlage S. 60 1944 Wie an dem ganzen Wesen mein
Vorlage S. 60 1945 Nit eine Fiber jetzt nit schreit
Vorlage S. 60 1946 Vor tiefer Reu und wildem Leid!
Vorlage S. 60 1947 Zurück! und kann nit! Noch einmal!
Vorlage S. 60 1948 Und kommt nit wieder! Graus und Qual!
Vorlage S. 60 1949 Hie wird kein zweites Mal gelebt!
Vorlage S. 60 1950 Nun weiß die aufgerißne Brust,
Vorlage S. 60 1951 Als sie es nie zuvor gewusst,
Vorlage S. 60 1952 Was dieses Wort bedeuten mag:
Vorlage S. 60 1953 Lieg hin und stirb, hie ist dein Tag!
Vorlage S. 60 1955 auf ihren Knien.
Vorlage S. 60 1956 Mag diese Reu, so brennend groß,
Vorlage S. 60 1957 Mich nit vom Boden winden los,
Vorlage S. 60 1958 Weh, mag ich nit auf Füßen stehn!
Vorlage S. 60 1959 Und ihm die Stund zur Seiten gehn!
Vorlage S. 60 1960 Sie sinkt an den Boden.
Vorlage S. 60 1961 Bin ich so elend schwach und krank!
Vorlage S. 60 1962 JEDERMANN.
Vorlage S. 60 1963 Für jedes Ding kommt halt der Dank!
Vorlage S. 60 1964 Werke, um alles! lass mich nit im Stich!
Vorlage S. 60 1965 Bin sonst verloren sicherlich!
Vorlage S. 60 1966 Hilf du mir, Rechenschaft zu geben
Vorlage S. 60 1967 Vor dem, der ist Herr über Tod und Leben
Vorlage S. 60 1968 Und König in der Ewigkeit,
Vorlage S. 60 1969 Sonst bin ich verloren für alle Zeit!
Vorlage S. 60 1971 O Jedermann!
Vorlage S. 60 1972 JEDERMANN.
Vorlage S. 60 1973 Lass mich nit ohne Rat!
Vorlage S. 60 1975 Ich hab eine Schwester, Glaube genannt,
Vorlage S. 60 1976 Wenn die wollt sich erbitten lassen,
Vorlage S. 60 1977 Dass sie mit dir zöge deine Straßen
Vorlage S. 60 1978 Und trät mit dir vor Gotts Gericht!
Vorlage S. 61 1979 JEDERMANN.
Vorlage S. 61 1980 Ruf die um alls! die Zeit entfliecht!
Vorlage S. 61 1982 Mag sein, sie kehrt von dir sich ab,
Vorlage S. 61 1983 Dann musst du ungetröst ins Grab.
Vorlage S. 61 1984 Wirst du recht mit ihr reden können,
Vorlage S. 61 1985 Wird sie dir ihre Hilf vergönnen.
Vorlage S. 61 1986 JEDERMANN.
Vorlage S. 61 1987 Wenn einer keine Zungen hätt,
Vorlage S. 61 1988 Die Angst und Not macht ihn beredt!
Vorlage S. 61 1989 Glaube kommt gegangen.
Vorlage S. 61 1991 War nit von Nöten laut Geschrei,
Vorlage S. 61 1992 Ich fühl, die Schwester kommt herbei!
Vorlage S. 61 1993 Lieb Schwester, der Mann ist schwer in Not
Vorlage S. 61 1994 Willst ihm beistehn bei seinem Tod?
Vorlage S. 61 1995 Mir fehlt die Kraft, bin allzu schwach,
Vorlage S. 61 1996 Kann nit vertreten seine Sach.
Vorlage S. 61 1997 Sinkt hin.
Vorlage S. 61 1999 zu Jedermann.
Vorlage S. 61 2000 Hast mich dein Leben lang verlacht
Vorlage S. 61 2001 Und Gottes Wort für nichts geacht,
Vorlage S. 61 2002 Geht nun in deiner Todesstund
Vorlage S. 61 2003 Ein ander Red' aus deinem Mund?
Vorlage S. 61 2004 JEDERMANN.
Vorlage S. 61 2005 Ich glaub – ich glaub –
Vorlage S. 61 2007 Die Red' ist arm!
Vorlage S. 61 2008 JEDERMANN.
Vorlage S. 61 2009 Oh, dass sich meiner Gott erbarm!
Vorlage S. 61 2010 Ich glaub die zwölf Artikel mit Fleiß,
Vorlage S. 61 2011 Die ich von Kindschulzeiten weiß:
Vorlage S. 61 2012 Was sie vorstellen ganz und gar,
Vorlage S. 61 2013 Nehm ich für heilig hin und wahr.
Vorlage S. 61 2015 Das ist des Glaubens ein ärmlich Teil.
Vorlage S. 61 2016 Baut dir hinüber keine Brück.
Vorlage S. 61 2017 Weißt du nit besseres unverweil?
Vorlage S. 61 2018 JEDERMANN.
Vorlage S. 62 2019 Ich glaub – an Gottes Langmut,
Vorlage S. 62 2020 Wenn einer bei Zeiten Büß tut.
Vorlage S. 62 2021 Aber ich bin in Sünden zu weit,
Vorlage S. 62 2022 Dahin reicht keine Barmherzigkeit.
Vorlage S. 62 2024 tut einen Schritt auf ihn zu.
Vorlage S. 62 2025 Bist ganz in Wollust denn ertrunken,
Vorlage S. 62 2026 In Lastern völlig gar versunken,
Vorlage S. 62 2027 Dass dir nit auf die Lippen kommt,
Vorlage S. 62 2028 Was ewig deiner Seelen frommt?
Vorlage S. 62 2029 Neigt sich zu ihm.
Vorlage S. 62 2030 JEDERMANN.
Vorlage S. 62 2031 Ich glaub –
Vorlage S. 62 2033 Glaubst du an Jesu Christ,
Vorlage S. 62 2034 Der von dem Vater kommen ist,
Vorlage S. 62 2035 Ein Mensch und unsersgleichen worden,
Vorlage S. 62 2036 Von einem irdischen Weibe geboren,
Vorlage S. 62 2037 Und hat in Marterqual sein Leben
Vorlage S. 62 2038 Um deinetwillen hingegeben,
Vorlage S. 62 2039 Und ist erstanden von dem Tod,
Vorlage S. 62 2040 Dass du versöhnest seist mit Gott?
Vorlage S. 62 2041 JEDERMANN.
Vorlage S. 62 2042 Ja! Ich glaub: Solches hat er vollbracht,
Vorlage S. 62 2043 Des Vaters Zorn zunicht gemacht,
Vorlage S. 62 2044 Der Menschheit ewig Heil erworben
Vorlage S. 62 2045 Und ist dafür am Kreuz verstorben.
Vorlage S. 62 2046 Doch weiß ich, solches kommt zugut
Vorlage S. 62 2047 Nur dem, der heilig ist und gut:
Vorlage S. 62 2048 Durch gute Werk und Frommheit eben
Vorlage S. 62 2049 Erkauft er sich ein ewig Leben.
Vorlage S. 62 2050 Da sieh, so stehts um meine Werk:
Vorlage S. 62 2051 Von Sünden hab ich einen Berg
Vorlage S. 62 2052 So überschwer auf mich geladen,
Vorlage S. 62 2053 Dass mich Gott gar nit kann begnaden,
Vorlage S. 62 2054 Als er der Höchstgerechte ist.
Vorlage S. 62 2056 Bist du ein solcher Zweifelchrist
Vorlage S. 62 2057 Und weißt nit Gotts Barmherzigkeit?
Vorlage S. 62 2058 JEDERMANN.
Vorlage S. 63 2059 Gott straft erschrecklich!
Vorlage S. 63 2061 Gott verzeiht!
Vorlage S. 63 2062 Ohn Maßen!
Vorlage S. 63 2063 JEDERMANN.
Vorlage S. 63 2064 Schlug den Pharao,
Vorlage S. 63 2065 Schlug Sodom und Gomorra, schlug,
Vorlage S. 63 2068 Nein, gab hin den eignen Sohn
Vorlage S. 63 2069 In Erdenqual vom Strahlenthron,
Vorlage S. 63 2070 Dass als ein Mensch er werd geboren
Vorlage S. 63 2071 Und keiner ginge mehr verloren,
Vorlage S. 63 2072 Nit einer, nit der letzte, nein,
Vorlage S. 63 2073 Er finde denn das ewige Leben.
Vorlage S. 63 2074 »Um der Sünder willen bin ich kommen,
Vorlage S. 63 2075 Der Gsund bedarf keines Arztes dann«,
Vorlage S. 63 2076 Die Red ist aus dem Munde kommen,
Vorlage S. 63 2077 Der keine Lügen reden kann.
Vorlage S. 63 2078 Glaubst du daran in diesem Leben,
Vorlage S. 63 2079 So ist dir deine Sund vergeben
Vorlage S. 63 2080 Und ist gestillet Gottes Zorn.
Vorlage S. 63 2081 JEDERMANN.
Vorlage S. 63 2082 Oh, deine Worte sind gelind,
Vorlage S. 63 2083 Mir ist, als wär ich neugeboren.
Vorlage S. 63 2084 Ich glaube: So lang ich atme auf Erden,
Vorlage S. 63 2085 Mag ich durch Christum gerettet werden.
Vorlage S. 63 2087 Es ist an dem, nun geh hinein,
Vorlage S. 63 2088 Von deinen Sünden wasch dich rein.
Vorlage S. 63 2089 JEDERMANN.
Vorlage S. 63 2090 Wo wär ein solcher heiliger Quell,
Vorlage S. 63 2091 Dass ich zu ihm mich hintrüg schnell?
Vorlage S. 63 2092 Mönch wird oben sichtbar.
Vorlage S. 63 2094 Ein guter Helfer wartet dein,
Vorlage S. 63 2095 Bei ihm wird deine Seele rein.
Vorlage S. 63 2096 Kehr wieder in einem weißen Gewand,
Vorlage S. 63 2097 Dann ziehest hin an meiner Hand,
Vorlage S. 63 2098 Und mitzugehen deine Werk
Vorlage S. 63 2099 Gewinnen mächtig Kraft und Stärk.
Vorlage S. 63 2100 JEDERMANN
Vorlage S. 64 2101 auf den Knien.
Vorlage S. 64 2102 O ewiger Gott! O göttliches Gesicht!
Vorlage S. 64 2103 O rechter Weg! O himmlisches Licht!
Vorlage S. 64 2104 Hier schrei ich zu dir in letzter Stund,
Vorlage S. 64 2105 Ein Klageruf geht aus meinem Mund.
Vorlage S. 64 2106 O mein Erlöser, den Schöpfer erbitt,
Vorlage S. 64 2107 Dass er beim Ende mir gnädig sei,
Vorlage S. 64 2108 Wenn der höllische Feind sich drängt herbei
Vorlage S. 64 2109 Und der Tod mir grausam die Kehle zuschnürt,
Vorlage S. 64 2110 Dass er meine Seel dann hinaufführt.
Vorlage S. 64 2111 Und, Heiland, mach durch deine Fürbitt,
Vorlage S. 64 2112 Dass ich zu seiner Rechten hintritt,
Vorlage S. 64 2113 In seine Glorie mit ihm zu gehn.
Vorlage S. 64 2114 Lass dir dies mein Gebet anstehn,
Vorlage S. 64 2115 Um willen, dass du am Kreuz bist gestorben
Vorlage S. 64 2116 Und hast all unsre Seelen erworben.
Vorlage S. 64 2117 Er liegt im tiefen Gebet auf seinem Angesicht. Die Orgel tönt stärker.
Vorlage S. 64 2118 Indessen geht unten, im Dunkeln.
Vorlage S. 64 2119 Jedermanns Mutter querüber, als wie auf dem Weg zur Frühmette, vor ihr ein Knecht, der die Leuchte trägt.
Vorlage S. 64 2121 Was bleibt Ihr stehen, Frau, zur Stund?
Vorlage S. 64 2122 Wie ist Euch? seid Ihr nit gesund?
Vorlage S. 64 2123 Wollt Ihr leicht heim in Euer Bett
Vorlage S. 64 2124 Statt nächtlings zu der Morgenmett?
Vorlage S. 64 2125 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 64 2126 Sind wir denn so verspät's alsdann
Vorlage S. 64 2127 Und hebt sich schon die Frühmett an?
Vorlage S. 64 2128 Ich hör ein also herrlich Klingen,
Vorlage S. 64 2129 Als täten alle Engel singen!
Vorlage S. 64 2131 Verspätet sind wir keinerweis,
Vorlage S. 64 2132 Auch hör ich nichts, nit laut noch leis.
Vorlage S. 64 2133 JEDERMANNS MUTTER.
Vorlage S. 64 2134 Ich hörs und weiß im Herzen mein,
Vorlage S. 64 2135 Das sind die himmlischen Schalmein.
Vorlage S. 64 2136 So singen sie vor Gottes Thron:
Vorlage S. 64 2137 Das geht auf meinen lieben Sohn.
Vorlage S. 64 2138 Ich spür, zu dieser nächtigen Stund
Vorlage S. 65 2139 Ist seine Seele worden gesund.
Vorlage S. 65 2140 Er ist versöhnet Gott dem Herrn,
Vorlage S. 65 2141 Des sterb ich freudiglich und gern.
Vorlage S. 65 2142 Erhört ist meine große Bitt,
Vorlage S. 65 2143 Und weiß, dass ich einmal hintritt
Vorlage S. 65 2144 Vor Gottes meines Schöpfers Thron
Vorlage S. 65 2145 Und find dort meinen lieben Sohn.
Vorlage S. 65 2146 Bald lässest deine Dienerin
Vorlage S. 65 2147 In deinen Frieden fahren hin.
Vorlage S. 65 2150 Wollt Ihr nit kommen, Frau?
Vorlage S. 65 2151 Die Zeit vergeht, es wird schon grau.
Vorlage S. 65 2152 Sie gehen vorbei.
Vorlage S. 65 2154 Jedermann, so sei Gott mit dir,
Vorlage S. 65 2155 Als wie ich dich nun und hier
Vorlage S. 65 2156 In deines Erlösers Hand befehl,
Vorlage S. 65 2157 So sei deine Rechenschaft ohn Fehl.
Vorlage S. 65 2158 Werke hat ihre Krücken von sich geworfen und tritt zu ihnen.
Vorlage S. 65 2160 Nun faß dir einen fröhlichen Mut,
Vorlage S. 65 2161 Nun kommen deine Werke gut,
Vorlage S. 65 2162 Sind ledig all ihrer Beschwer
Vorlage S. 65 2163 Und treten starken Schrittes einher.
Vorlage S. 65 2165 Jedermann, ich bins, deine Freundin,
Vorlage S. 65 2166 Ich segne dich in meinem Sinn,
Vorlage S. 65 2167 Du hast mich geschaffen von Schmerzen frei,
Vorlage S. 65 2168 Nun geh ich mit dir, wohin es auch sei.
Vorlage S. 65 2169 JEDERMANN.
Vorlage S. 65 2170 O, meine Werke, wie ich eure Stimme hör,
Vorlage S. 65 2171 Muss ich vor Freuden weinen sehr.
Vorlage S. 65 2173 Nun sollst du weinen und trauern nimmermehr,
Vorlage S. 65 2174 Nein, freuen dich und fassen einen frohen Mut,
Vorlage S. 65 2175 Gott sieht dich von seinem Thron recht gut!
Vorlage S. 65 2176 JEDERMANN.
Vorlage S. 66 2177 Dann ich nit Zögerung noch Aufschub such.
Vorlage S. 66 2178 Ihr Freunde, ich mein, wir gehen selbdritt,
Vorlage S. 66 2179 Von euch will ich mich scheiden nit.
Vorlage S. 66 2180 Er geht hinauf und folgt dem Mönche nach.
Vorlage S. 66 2181 Werke und Glaube verharren betend.
Vorlage S. 66 2183 kommt angesprungen, schreit und winkt von weitem.
Vorlage S. 66 2184 Halt, Jedermann! Aufhalten, Jedermann!
Vorlage S. 66 2185 Aufhalten! He! Hieher, Gesell!
Vorlage S. 66 2186 Ich komm dich holen, bin zur Stell!
Vorlage S. 66 2187 He Jedermann, er ist hinein!
Vorlage S. 66 2188 Muss taub auf beiden Ohren sein!
Vorlage S. 66 2189 Was geht er denn in dieses Haus?
Vorlage S. 66 2190 Da hol ihn dieser und jener heraus!
Vorlage S. 66 2191 Ich warte derweilen an der Tür,
Vorlage S. 66 2192 Faß ihn, und meines Wegs ihn führ.
Vorlage S. 66 2193 Kann sein, er lässt mich warten lang,
Vorlage S. 66 2194 Mag er, ist mir um ihn nit bang.
Vorlage S. 66 2195 Ist mir verfallen mit Haut und Haar
Vorlage S. 66 2196 Und sicher, wie lang schon keiner war.
Vorlage S. 66 2198 Halt da!
Vorlage S. 66 2200 hat nichts gehört.
Vorlage S. 66 2201 Muss hier vorbei.
Vorlage S. 66 2203 Hie nit!
Vorlage S. 66 2205 Ganz unbedingt, hab dort zu tun.
Vorlage S. 66 2207 Hie ist kein Weg für deinesgleichen.
Vorlage S. 66 2209 Ein zänkisch Weib. Ich kann ausweichen.
Vorlage S. 66 2210 Will rings herum.
Vorlage S. 66 2212 tritt ihm aufs neu in seinen Weg und sagt.
Vorlage S. 66 2213 Hie ist kein Weg!
Vorlage S. 66 2215 Ich hab zu warten dort an der Tür
Vorlage S. 66 2216 In Amtsgeschäften, damit ich einen,
Vorlage S. 66 2217 Der dort herauskommt, dann mit mir
Vorlage S. 66 2218 Eines gewissen Weges führ.
Vorlage S. 66 2220 Ich führe Zwiesprach nit mit dir.
Vorlage S. 67 2222 Ich auch nit, geh halt da vorbei.
Vorlage S. 67 2224 Hie ist kein Weg für dich.
Vorlage S. 67 2226 hält sich die Ohren zu.
Vorlage S. 67 2227 Geschrei! Gespiel! Belästigung!
Vorlage S. 67 2229 tritt ihm aufs neue in den Weg.
Vorlage S. 67 2230 Kein Weg!
Vorlage S. 67 2232 Kein Weg! Kein Weg! Ist hier kein Weg?
Vorlage S. 67 2233 Kein Boden? Nichts worauf mein Fuß
Vorlage S. 67 2234 Mag stehen, hüpfen, springen! Nein?
Vorlage S. 67 2235 Hier wird sogleich ein Weg mir sein!
Vorlage S. 67 2236 Will durch mit Gewalt.
Vorlage S. 67 2238 hinzutretend.
Vorlage S. 67 2239 Willst dus mit deinen Fäusten richten
Vorlage S. 67 2240 Und stören unser fromm Gebet?
Vorlage S. 67 2241 Sieh, wer zu unsrer Hilf dasteht!
Vorlage S. 67 2242 Engel treten oben hervor.
Vorlage S. 67 2244 Sind die Gesellen auch im Spiel
Vorlage S. 67 2245 Und wissen bessres nit zu schaffen
Vorlage S. 67 2246 Als hier zu lümmeln und zu gaffen
Vorlage S. 67 2247 So abends spät wie morgens früh,
Vorlage S. 67 2248 Wenn andre Leut mit saurer Müh
Vorlage S. 67 2249 Nachgehen ihren Amtsgeschäften
Vorlage S. 67 2250 Mit schuldigem Eifer und besten Kräften!
Vorlage S. 67 2251 Werke und Glaube achten seiner nicht und beten mit gefalteten Händen.
Vorlage S. 67 2253 setzt sich auf den Boden.
Vorlage S. 67 2254 Ich frage, sind hier Zweifel im Spiel,
Vorlage S. 67 2255 Ist hier ein Handel in der Schweb?
Vorlage S. 67 2256 Nichts davon, nichts, so wahr ich leb.
Vorlage S. 67 2257 Sitzt einer hier unter euch allen,
Vorlage S. 67 2258 Der ins Gesicht mir tät bestreiten,
Vorlage S. 67 2259 Dass dieser Mensch mir ist verfallen!
Vorlage S. 67 2260 Ein prächtig Schwelger und Weinzecher,
Vorlage S. 68 2261 Ein Buhl, Verführer und Ehebrecher,
Vorlage S. 68 2262 Ungläubig als ein finstrer Heide,
Vorlage S. 68 2263 In Wort und Taten frech vermessen
Vorlage S. 68 2264 Und seines Gottes so vergessen
Vorlage S. 68 2265 Wie nicht das Tier auf seiner Weide,
Vorlage S. 68 2266 Witwen und Waisen Gutsverprasser,
Vorlage S. 68 2267 Ein Unterdrücker, Neider, Hasser!
Vorlage S. 68 2268 Er springt auf.
Vorlage S. 68 2269 Mir fehlen, ihn zu malen, die Wort!
Vorlage S. 68 2270 Und diesen will man mir verwehren,
Vorlage S. 68 2271 Dass ich ihm auf die Kappen geh,
Vorlage S. 68 2272 Ihm jählings das Genick umdreh,
Vorlage S. 68 2273 Ihm zuschrei: Duck dich, Fleisch, und stirb!
Vorlage S. 68 2274 Und seine Seel für uns erwirb.
Vorlage S. 68 2275 Verharrt ihr drauf mit kaltem Blut
Vorlage S. 68 2276 Und bangt euch nit von meiner Wut
Vorlage S. 68 2277 Und Zähn gefletscht und Fäust geballt?
Vorlage S. 68 2278 Und, dass Recht und Gerechtigkeit
Vorlage S. 68 2279 Gewappnet stehen auf meiner Seit?
Vorlage S. 68 2281 Auf deiner Seiten steht nit viel,
Vorlage S. 68 2282 Hast schon verloren in dem Spiel.
Vorlage S. 68 2283 Gott hat geworfen in die Schal
Vorlage S. 68 2284 Sein Opfertod und Marterqual
Vorlage S. 68 2285 Und Jedermannes Schuldigkeit
Vorlage S. 68 2286 Vorausbezahlt in Ewigkeit.
Vorlage S. 68 2288 Seit wann? seit wo? wie geht das zu?
Vorlage S. 68 2289 Geschiehet das in einem Nu?
Vorlage S. 68 2290 Wenn eins sein Leben brav sich regt
Vorlage S. 68 2291 Und nur auf uns sein Tun anlegt,
Vorlage S. 68 2292 Recht weislich, fest und wohlbedacht,
Vorlage S. 68 2293 Recht Stein auf Stein und Tag auf Nacht,
Vorlage S. 68 2294 Wird solch ein wohlbeständig Ding
Vorlage S. 68 2295 In einem Augenzwinkern neu?
Vorlage S. 68 2296 Schmeißt ihr das um mit einem Wink?
Vorlage S. 68 2298 Ja, solches wirkt die tiefe Reu,
Vorlage S. 69 2299 Die hat eine lohende Feuerskraft,
Vorlage S. 69 2300 Da sie von Grund die Seel umschafft.
Vorlage S. 69 2302 Ha! Weiberred und Gaukelei!
Vorlage S. 69 2303 Wasch mir den Pelz und mach ihn nit nass!
Vorlage S. 69 2304 Ein Wischiwasch! Salbaderei!
Vorlage S. 69 2305 Zum Speien ich dergleichen hass!
Vorlage S. 69 2306 Beweis! Gib eine einzige Red,
Vorlage S. 69 2307 Die vor Gericht zu Recht besteht!
Vorlage S. 69 2309 Vor dem Gericht, vor das er tritt,
Vorlage S. 69 2310 Bestehen deine Rechte nit,
Vorlage S. 69 2311 Die sind auf Schein und Trug gestellt,
Vorlage S. 69 2312 Auf Hie und Nun und diese Welt,
Vorlage S. 69 2313 Die ist gefangen in der Zeit
Vorlage S. 69 2314 Und bleibt in solchen Schranken stocken,
Vorlage S. 69 2315 Wo aber tönet diese Glocken,
Vorlage S. 69 2316 Man hört von innen das Sterbeglöcklein.
Vorlage S. 69 2317 Glaube und Werke fallen auf die Knie.
Vorlage S. 69 2319 Hat angehoben Ewigkeit.
Vorlage S. 69 2321 hält sich die Ohren zu.
Vorlage S. 69 2322 Ich geb es auf, ich kehr mich um,
Vorlage S. 69 2323 Ich lass ihn, füttert ihn euch aus,
Vorlage S. 69 2324 Mich ekelts hier, ich geh nach Haus.
Vorlage S. 69 2325 Glaube und Werke haben sich erhoben.
Vorlage S. 69 2327 Ein schöner Fall, ganz sonnenklar,
Vorlage S. 69 2328 Und in der Suppe doch ein Haar!
Vorlage S. 69 2329 Tret arglos her, vergnügt im Sinn,
Vorlage S. 69 2330 Und mein, zu melden mich als Erben.
Vorlage S. 69 2331 Ja, Vetter, ja, da liegen die Scherben!
Vorlage S. 69 2332 »Hie ist kein Weg, hie ist kein Weg!«
Vorlage S. 69 2333 Ah! Weiber! Fastensupp und Schläg,
Vorlage S. 69 2334 Das ist, wie ich sie halten tät!
Vorlage S. 69 2335 Ein Ausspruch, der zu Recht besteht
Vorlage S. 69 2336 Vor Türken, Mohren und Chinesen,
Vorlage S. 69 2337 Ff! Da ist Anspruch und Recht gewesen!
Vorlage S. 70 2338 Bläst mir ihn weg! »Hie führt kein Weg!«
Vorlage S. 70 2339 Ich wollt, dass er im Feuer läg.
Vorlage S. 70 2340 Und kommt in einem weißen Hemd
Vorlage S. 70 2341 Erzheuchlerisch und ganz verschämt.
Vorlage S. 70 2342 Die Welt ist dumm, gemein und schlecht,
Vorlage S. 70 2343 Und geht Gewalt allzeit vor Recht,
Vorlage S. 70 2344 Ist einer redlich treu und klug,
Vorlage S. 70 2345 Ihn meistern Arglist und Betrug.
Vorlage S. 70 2346 Geht ab.
Vorlage S. 70 2347 Jedermann tritt oben hervor in einem weißen langen Hemd, einen Pilgerstab in der Hand, sein Angesicht ist totenbleich aber verklärt, er geht auf die beiden zu.
Vorlage S. 70 2349 Fühl ich nit kommen Jedermann?
Vorlage S. 70 2350 Er ist es, ja, und tritt herbei,
Vorlage S. 70 2351 Mir ahnte wohl, dass er es sei.
Vorlage S. 70 2352 Er hat seinem Herrn getan genug.
Vorlage S. 70 2353 Des fühl ich an meinen Gliedern all,
Vorlage S. 70 2354 Die Kraft zu einem hohen Flug!
Vorlage S. 70 2355 JEDERMANN.
Vorlage S. 70 2356 Nun gebet mir treulich eure Händ,
Vorlage S. 70 2357 Ich hab empfangen das Sakrament.
Vorlage S. 70 2358 Gesegnet sei, der mich das hieß tun
Vorlage S. 70 2359 Und also guten Rat mir sprach.
Vorlage S. 70 2360 Nun seid bedankt, dass ihr auf mich
Vorlage S. 70 2361 Geharret habet sorglich
Vorlage S. 70 2362 Mit andächtigem Beten.
Vorlage S. 70 2363 Und nun lass uns die Reis antreten.
Vorlage S. 70 2364 Leg jeder die Hand an diesen Stab
Vorlage S. 70 2365 Und folge mir zu meinem Grab.
Vorlage S. 70 2367 Ich heb vom Stab nit meine Hand,
Vorlage S. 70 2368 Zuvor die Reis kam an ihr End.
Vorlage S. 70 2370 Ich steh dir bei, so wie ich eh
Vorlage S. 70 2371 Stand hielt bei Judas Makkabee!
Vorlage S. 70 2372 Sie gehen hinauf.
Vorlage S. 70 2373 Der Tod ist hervorgetreten und geht hinter ihnen einher.
Vorlage S. 70 2374 Sie stehen beim Grab.
Vorlage S. 71 2375 JEDERMANN
Vorlage S. 71 2376 schließt die Augen.
Vorlage S. 71 2377 Nun muss ich ins Grab, das ist schwarz wie die Nacht,
Vorlage S. 71 2378 Erbarm dich meiner in deiner Allmacht.
Vorlage S. 71 2380 Ich steh dir nah und seh dich an.
Vorlage S. 71 2382 Und ich geh mit, mein Jedermann.
Vorlage S. 71 2383 JEDERMANN.
Vorlage S. 71 2384 O Herr und Heiland, steh mir bei.
Vorlage S. 71 2385 Zu Gott ich um Erbarmen schrei.
Vorlage S. 71 2387 hilft ihm ins Grab, steigt dann zu ihm hinein.
Vorlage S. 71 2388 Herr, lass das Ende sanft uns sein,
Vorlage S. 71 2389 Wir gehen in deine Freuden ein.
Vorlage S. 71 2390 JEDERMANN
Vorlage S. 71 2391 im Grab, nur Haupt und Schultern sind noch sichtbar.
Vorlage S. 71 2392 Wie du mich hast zurückgekauft,
Vorlage S. 71 2393 So wahre jetzt der Seele mein,
Vorlage S. 71 2394 Dass sie nit mög verloren sein
Vorlage S. 71 2395 Und dass sie am Jüngsten Tag auffahr
Vorlage S. 71 2396 Zu dir mit der geretteten Schar.
Vorlage S. 71 2397 Er sinkt.
Vorlage S. 71 2399 Nun hat er vollendet das Menschenlos,
Vorlage S. 71 2400 Tritt vor den Richter nackt und bloß,
Vorlage S. 71 2401 Und seine Werke allein,
Vorlage S. 71 2402 Die werden ihm Beistand und Fürsprech sein.
Vorlage S. 71 2403 Heil ihm, mich dünkt, es ist an dem,
Vorlage S. 71 2404 Dass ich der Engel Stimmen vernehm,
Vorlage S. 71 2405 Wie sie in ihren himmlischen Reihen
Vorlage S. 71 2406 Die arme Seele lassen ein.
Vorlage S. 71 2407 Engel singen.
Vorlage S. 71