Deutsch · Abschnitt 1 von 1
Euripides
3 (Iphigeneia he en Aulidi)
6 Ein alter Diener
Vorlage S. 864 7 Chor junger Frauen aus Chalkis
Vorlage S. 864 10 Klytaimestra
Vorlage S. 864 11 Iphigenie
Vorlage S. 864 12 Achilleus
Vorlage S. 864 14 Vor dem Zelt Agamemnons in Aulis.
Vorlage S. 864 15 AGAMEMNON
Vorlage S. 864 16 mit einem Brief in der Hand.
Vorlage S. 864 17 Der Thestios-Tochter Leda blühten Mädchen drei:
Vorlage S. 864 18 Phoibe und meine Gattin Klytaimestra und
Vorlage S. 864 19 Helena, um welche werbend Griechensöhne viel
Vorlage S. 864 20 Erschienen, die mit Gut und Macht gesegnetsten.
Vorlage S. 864 21 Und heftige Drohung schwur man, Mord um Mord, sich zu,
Vorlage S. 864 22 Wenn man der Braut verlustig würde, gegenseits.
Vorlage S. 864 23 Das setzt' den Vater Tyndar in Verlegenheit:
Vorlage S. 864 24 Ob geben, ob nicht geben? Wie das Glück sodann
Vorlage S. 864 25 Anfassen und nicht brechen? Ihm fiel dieses bei:
Vorlage S. 864 26 Die Freier müssen gegenseits sich binden durch
Vorlage S. 864 27 Eidschwur und Handschlag und in heilge Opferglut
Vorlage S. 864 28 Weihspenden gießen und geloben feierlich,
Vorlage S. 864 29 Man wolle, wessen Braut die Tyndarstochter wird,
Vorlage S. 864 30 Dem Hilfe leisten, wenn ein andrer ihm vom Haus
Vorlage S. 864 31 Die Braut entführ und ihn verdräng aus ihrem Bett,
Vorlage S. 864 32 Mit Krieg ihn überziehen, schleifen seine Stadt,
Vorlage S. 864 33 Sei's Grieche oder welscher Mann, durch Waffenmacht.
Vorlage S. 864 34 Nachdem der Schwur gegeben ist und Tyndaros,
Vorlage S. 864 35 Der Greis, sie überschlichen hat mit schlauem Sinn,
Vorlage S. 864 36 Lässt seinem Kind er freie Wahl der Werberschar,
Vorlage S. 864 37 Zu wem sie hinzög Aphroditens holder Hauch:
Vorlage S. 864 38 Und sie erkor – o wär er niemals ihr genaht! –
Vorlage S. 864 39 Den Menelas. Da kam der Obmann – wie die Sag
Vorlage S. 864 40 In der Welt besteht – des Götterstreits aus Phrygien her
Vorlage S. 864 41 Nach Lakedaimon, bunt in blumiger Kleiderpracht,
Vorlage S. 864 42 Von Golde strahlend, voller welscher Üppigkeit,
Vorlage S. 864 43 Und führte, liebend und geliebt, Helenen fort
Vorlage S. 864 44 Im Raub zu Idas Rindertriften! Menelas
Vorlage S. 864 45 War eben auswärts. Dieser rast' sehnsüchtig dann
Vorlage S. 864 46 Umher in Hellas, mahnend an den alten Schwur
Vorlage S. 864 47 Bei Tyndar, dass dem Beraubten Hilfe werden muss.
Vorlage S. 864 48 Und jetzo stürzt das Griechenvolk zum Kriegessturm,
Vorlage S. 864 49 Die Rüstung nehmend, kommt zur Reede am engen Paß
Vorlage S. 864 50 Von Aulis her, mit Schiffen, Schilden allzumal,
Vorlage S. 865 51 Mit Rossen, Waffen, Wagen ausgerüstet; und
Vorlage S. 865 52 Zum Heeresfeldherrn wählt man mich, dem Menelas
Vorlage S. 865 53 Zulieb, als Bruder. Wäre dieser Stab doch nur
Vorlage S. 865 54 In eines andern Hand gefallen, meine nicht!
Vorlage S. 865 55 Und nun das Heer versammelt und geordnet ist,
Vorlage S. 865 56 So liegt man, Fahrwind missend, hier in Aulis still.
Vorlage S. 865 57 Und da wir ratlos waren, sprach des Sehers Mund
Vorlage S. 865 58 Kalchas: Die Göttin, welche hier thront, Artemis,
Vorlage S. 865 59 Heische Iphigeniens Schlachtung, meines eignen Kinds;
Vorlage S. 865 60 Und Fahrt und Schleifung Trojas würd uns dann zuteil
Vorlage S. 865 61 Nach diesem Opfer; ohne solches nimmermehr!
Vorlage S. 865 62 Ich, als ich dies vernommen, wollte lauten Rufs
Vorlage S. 865 63 Das ganze Heer abdanken durch Talthybios,
Vorlage S. 865 64 Indem mein Herz sich sträubte wider Kindesmord,
Vorlage S. 865 65 Bis mich der Bruder, alle Gründ aufbietend, zwang,
Vorlage S. 865 66 Den Greuel geschehn zu lassen! Und ich schrieb ein Blatt
Vorlage S. 865 67 Und sandt es wohlversiegelt meiner Gattin hin,
Vorlage S. 865 68 Als Braut Achills die Tochter herzusenden mir,
Vorlage S. 865 69 Des Mannes Wert hochpreisend, der – so setzt ich bei –
Vorlage S. 865 70 Zu Schiff zu gehn sich weigre mit Achaias Volk,
Vorlage S. 865 71 Wenn nicht von uns ihm eine Braut nach Phthia kommt:
Vorlage S. 865 72 Zur Überredung meiner Gattin diente dies,
Vorlage S. 865 73 Und war die Heirat fälschlich vorgespiegelt nur.
Vorlage S. 865 74 Um dies Geheimnis wissen von den Griechen bloß
Vorlage S. 865 75 Kalchas, Odyß und Menelas: doch was ich schlimm
Vorlage S. 865 76 Damals beschlossen, widerruf und mach ich gut
Vorlage S. 865 77 In diesem Briefe, den ich heimlich durch die Nacht
Vorlage S. 865 78 (An Klytaimestren hinzutragen geb dem Greis,)
Vorlage S. 865 79 Der meinem Haus und meiner Gattin Treue hegt.
Vorlage S. 865 80 Ruft in das Zelt.
Vorlage S. 865 81 Tritt, Alter, hervor aus diesem Gezelt,
Vorlage S. 865 82 Komm her –
Vorlage S. 865 84 Hier bin ich! Mein Alter ist noch
Vorlage S. 865 85 Sehr munter, noch frisch mein Auge und scharf
Vorlage S. 865 86 Aufmerkend. Mein Fürst Agamemnon, was
Vorlage S. 865 87 Ist Neues im Werk?
Vorlage S. 866 88 AGAMEMNON.
Vorlage S. 866 89 Du erfährst es.
Vorlage S. 866 91 Doch rasch!
Vorlage S. 866 92 AGAMEMNON.
Vorlage S. 866 93 Sprich, was für ein Stern zieht hier seine Bahn?
Vorlage S. 866 95 Sirius, der rollt beim Siebengestirn,
Vorlage S. 866 96 In der Bärin Näh, noch inmitten der Bahn!
Vorlage S. 866 97 AGAMEMNON.
Vorlage S. 866 98 Und noch kein Laut von Vögeln ertönt,
Vorlage S. 866 99 Kein Rauschen der See! Windstille noch stets
Vorlage S. 866 100 Herrscht hier am Sund des Euripos!
Vorlage S. 866 102 Und was trieb dich heraus vom friedlichen Zelt,
Vorlage S. 866 103 Da alles noch ruht um Aulis herum,
Vorlage S. 866 104 Kein Wächter sich regt an den Mauern der Stadt?
Vorlage S. 866 105 Komm, gehn wir hinein.
Vorlage S. 866 106 AGAMEMNON.
Vorlage S. 866 107 Wie beneid ich dich, Greis,
Vorlage S. 866 108 Wie beneid ich den Mann, der frei von Gefahr
Vorlage S. 866 109 Sein Leben verlebt, ruhmlos, glanzlos!
Vorlage S. 866 110 Und minder den Mann, den Würden erhöhn!
Vorlage S. 866 112 Und doch liegt hier ja des Daseins Zier!
Vorlage S. 866 113 AGAMEMNON.
Vorlage S. 866 114 Nur leider die Zier ist verführerisch falsch,
Vorlage S. 866 115 Süßlockend, doch schmerzhaft, wem sie sich gibt!
Vorlage S. 866 116 Bald hindert die Ungunst himmlischer Macht
Vorlage S. 866 117 Und stürzt unser Glück, bald pflegt es der Welt
Vorlage S. 866 118 Vielköpfiger und
Vorlage S. 866 119 Mißliebiger Sinn zu zertrümmern.
Vorlage S. 866 121 Das lobe ich nicht am fürstlichen Mann,
Vorlage S. 866 122 Agamemnon! Gezeugt für lauteres Glück
Vorlage S. 866 123 Hat dich Atreus nicht: Leid musst du und Freud,
Vorlage S. 866 124 Als sterblicher Mensch, empfinden, und wenn
Vorlage S. 866 125 Nicht dir es beliebt,
Vorlage S. 866 126 Ist's also geordnet vom Himmel!
Vorlage S. 866 127 Du zündest das Licht einer Lampe dir an
Vorlage S. 866 128 Und schreibst einen Brief, den, welchen du hier
Vorlage S. 866 129 Noch trägst in der Hand, und löschest sodann
Vorlage S. 866 130 Das Geschriebene weg: erst siegelst du zu
Vorlage S. 866 131 Und erbrichst nachher und schleuderst das Blatt
Vorlage S. 866 132 An den Boden, mit hell quellenden Tränen.
Vorlage S. 866 133 Dein seltsam Tun ist wenig entfernt
Vorlage S. 866 134 Vom Wahnsinn selbst!
Vorlage S. 867 135 Was bedrängt dich? Was stieß dir, o König, denn zu?
Vorlage S. 867 136 Komm, teil es mir mit und vertraue dich mir,
Vorlage S. 867 137 Einem biederen, treu dir ergebenen Mann,
Vorlage S. 867 138 Den deinem Gemahl einst Tyndaros ja
Vorlage S. 867 139 Zur Mitgift und
Vorlage S. 867 140 Rechtschaffenem Wärter der Braut gab.
Vorlage S. 867 141 AGAMEMNON.
Vorlage S. 867 142 Nun, eben den Brief hier, den du mich sahst
Vorlage S. 867 143 Aufmachen und mehrmals siegeln, du sollst
Vorlage S. 867 144 Ihn meinem Gemahl hinbringen. Und was
Vorlage S. 867 145 Sein Umschlag birgt, das erfährst du von mir.
Vorlage S. 867 147 Sprich, zeig es mir an, dass das, was ich sag,
Vorlage S. 867 148 Im Einklang sei mit des Briefs Inhalt.
Vorlage S. 867 149 AGAMEMNON.
Vorlage S. 867 150 »Dir, Ledas Sprößling, meld ich
Vorlage S. 867 151 Auf Grund vorherigen Schreibens:
Vorlage S. 867 152 Send nicht dein blühendes Mädchen
Vorlage S. 867 153 Zur Jenseits-Bucht Euböas, dem sturm-
Vorlage S. 867 154 Ruhigen Aulis;
Vorlage S. 867 155 Denn der Tochter Vermählungsschmaus wird
Vorlage S. 867 156 Auf andere Fristen bereitet.«
Vorlage S. 867 158 Wird aber Achill, um die Gattin getäuscht,
Vorlage S. 867 159 Nicht stolzen Gemüts aufbrausen im Zorn
Vorlage S. 867 160 Der Gemahlin und dir?
Vorlage S. 867 161 Hier scheint mir Gefahr! Sag an, was du denkst!
Vorlage S. 867 162 AGAMEMNON.
Vorlage S. 867 163 Nur den Namen, die Tat nicht bietet Achill,
Vorlage S. 867 164 Weiß nichts von dem Plan, von der Heirat nichts,
Vorlage S. 867 165 Noch dass ich das Kind vorgeblich gelobt
Vorlage S. 867 166 Ihm selbst zu verleihn als Gattin
Vorlage S. 867 167 In des Brautbetts keusche Umarmung.
Vorlage S. 867 169 Ein fürchterlich Spiel, Agamemnon, Fürst!
Vorlage S. 867 170 So bringst du das Kind, angebliche Braut
Vorlage S. 867 171 Für den Göttinsohn, als Opfer dem Heer?!
Vorlage S. 867 172 AGAMEMNON.
Vorlage S. 867 173 O wehe! Wie war ich von Sinnen!
Vorlage S. 867 174 Und stürzte in Jammer und Qual mich!
Vorlage S. 867 175 Auf! Rühre den Fuß zu behenderem Lauf,
Vorlage S. 867 176 Und das Alter vergiss!
Vorlage S. 867 178 Sehr eil ich, mein Fürst!
Vorlage S. 868 179 AGAMEMNON.
Vorlage S. 868 180 Und setze dich nicht an buschigem Quell
Vorlage S. 868 181 Zur Ruh! Es beschleicht dich der Schlummer!
Vorlage S. 868 183 Oh, bewahre mich Gott!
Vorlage S. 868 184 AGAMEMNON.
Vorlage S. 868 185 Und wo du vorbei
Vorlage S. 868 186 Einen Scheidweg gehst, merk auf, gib acht,
Vorlage S. 868 187 Dass nicht ein Gespann mit rollendem Rad
Vorlage S. 868 188 Entgehe dem Blick, dich verfehle und her
Vorlage S. 868 189 Mir bringe das Kind zum Danaerheer!
Vorlage S. 868 190 Und wenn das Geleit dir begegnete nun,
Vorlage S. 868 191 Dann lenke zur Umkehr schüttelnd den Zaum
Vorlage S. 868 192 Und jage zurück zum Kyklopengemäur!
Vorlage S. 868 194 Das werd ich!
Vorlage S. 868 195 AGAMEMNON.
Vorlage S. 868 196 Und rasch zur Pforte hinaus!
Vorlage S. 868 198 Doch sage, mein Fürst, wie find ich Vertraun
Vorlage S. 868 199 Für diesen Bericht bei Tochter und Frau?
Vorlage S. 868 200 AGAMEMNON.
Vorlage S. 868 201 Dies Siegel bewahr hier, welches du trägst
Vorlage S. 868 202 Aufs Schreiben geprägt! Geh, schimmernd erhebt
Vorlage S. 868 203 Sich das Frührot schon, und der Morgen erscheint
Vorlage S. 868 204 Mit des Sonnengespanns helleuchtendem Feur!
Vorlage S. 868 205 Nimm mir die Last ab!
Vorlage S. 868 206 Kein Sterblicher freut sich beständigen Glücks
Vorlage S. 868 207 Und Wohlstands je:
Vorlage S. 868 208 Denn noch blieb keiner von Leid frei!
Vorlage S. 868 209 Beide ab.
Vorlage S. 868 210 Der Chor zieht ein.
Vorlage S. 868 213 Über den sandigen Küstenstrand
Vorlage S. 868 214 Ging ich zur aulischen Meeresbucht,
Vorlage S. 868 215 Die Flutströmung des Eurip durch-
Vorlage S. 868 216 Rudernd, weg von der Heimat
Vorlage S. 868 217 Chalkis, der Stadt an schmalester Furt,
Vorlage S. 868 218 Wo Arethusens gerühmter Bach
Vorlage S. 868 219 Meerantreibend hervorquillt,
Vorlage S. 868 220 Anzuschauen das Kriegsheer der Achaier,
Vorlage S. 868 221 Welches ins Land Troja in zahllosem Geschwader
Vorlage S. 868 222 Menelaos der Blonde samt Agamemnon führt –
Vorlage S. 869 223 Unsere Gatten erzählen's –, Helenen zurück-
Vorlage S. 869 224 Zuholen, die edelgeborne. Vom
Vorlage S. 869 225 Schilfgrünen Eurotasbach
Vorlage S. 869 226 Hat sie Paris, der Hirt, entführt
Vorlage S. 869 227 Als Geschenk Aphroditens,
Vorlage S. 869 228 Da sie am perlentauigen Quell
Vorlage S. 869 229 Einst im Hader um Wohlgestalt
Vorlage S. 869 230 Stritt mit Pallas und Hera.
Vorlage S. 869 231 Gegenstrophe
Vorlage S. 869 232 Und durch der Artemis Opferhain
Vorlage S. 869 233 Ging ich in bänglicher Eile hin.
Vorlage S. 869 234 Von Schamröte erglühten mir
Vorlage S. 869 235 Die blutrosigen Wangen,
Vorlage S. 869 236 Als ich der Schilder schützende Wehr,
Vorlage S. 869 237 Waffengewühl und den Rosseschwarm
Vorlage S. 869 238 Im Zeltlager erblickte.
Vorlage S. 869 239 Und selbander die Aiasse gewahrt ich,
Vorlage S. 869 240 Salamis' Ruhmkränze, vereint sitzend am Schachspiel,
Vorlage S. 869 241 Ganz vertieft in der vielverschlungenen Züge Stand;
Vorlage S. 869 242 Palamedes daneben, den Enkel Posei-
Vorlage S. 869 243 Dons; doch Diomedes, ergötzt vom Spiel
Vorlage S. 869 244 Des lustigen Diskuswurfs,
Vorlage S. 869 245 Und den Meriones, aller Welt
Vorlage S. 869 246 Wunder, Schößling des Ares:
Vorlage S. 869 247 Und von den Inselbergen den Sohn
Vorlage S. 869 248 Des Laërtes, daneben Ni-
Vorlage S. 869 249 Reus, den schönsten Achaier.
Vorlage S. 869 251 Den Windesgeschwinden im flinkhinrennenden Lauf,
Vorlage S. 869 252 Welchen Thetis gebar und ausbil-
Vorlage S. 869 253 Dete Cheiron, sah ich,
Vorlage S. 869 254 Wie er im Harnisch den Wettlauf hielt
Vorlage S. 869 255 Über das kiesige Ufer,
Vorlage S. 869 256 Mit vierspänniger Rennerfahrt
Vorlage S. 869 257 Zum Siege sich tummelnd,
Vorlage S. 870 258 Im Wettstreite der Füße.
Vorlage S. 870 259 Aber der Wagenlenker, der Sohn
Vorlage S. 870 260 Pheres' schrie, Eumelos der Held!
Vorlage S. 870 261 Ihn sah ich spornen zum Lauf
Vorlage S. 870 262 Das prachtvollste Rossegespann,
Vorlage S. 870 263 Zäume kunstreich goldengestickt,
Vorlage S. 870 264 Bräunlich die Haare, am Hufe mit scheckigem
Vorlage S. 870 265 Felle gefleckt. Und es schwang sich daneben
Vorlage S. 870 266 Dem Ziel zu, der Wendung der Bahn,
Vorlage S. 870 267 Peleus' Sohn, am Rande des Wagens und
Vorlage S. 870 268 Der Radnab in Rüstung laufend.
Vorlage S. 870 269 Menelaos und der Alte treten, sich um den Brief reißend, auf.
Vorlage S. 870 271 Das ist verwegen, Menelas, geziemt dir nicht!
Vorlage S. 870 272 MENELAOS.
Vorlage S. 870 273 Hinweg! Das nenn ich gar zu treu sein seinem Herrn!
Vorlage S. 870 275 Das ist ein ehrenvoller Vorwurf! Immer zu!
Vorlage S. 870 276 MENELAOS.
Vorlage S. 870 277 Du sollst's empfinden, wenn du tust, was nicht geziemt!
Vorlage S. 870 279 Dir ziemt es nicht, den Brief zu lösen, den ich trag.
Vorlage S. 870 280 MENELAOS.
Vorlage S. 870 281 Dir nicht zu tragen, was den Griechen Schaden bringt!
Vorlage S. 870 283 Mit andren hadre drüber und mir lass den Brief.
Vorlage S. 870 284 MENELAOS.
Vorlage S. 870 285 Das werd ich schwerlich.
Vorlage S. 870 287 Nun, so lass auch ich ihn nicht.
Vorlage S. 870 288 MENELAOS.
Vorlage S. 870 289 So wird dein Kopf bald bluten unter meinem Stab.
Vorlage S. 870 291 Sei's drum! Ist ruhmvoll doch der Tod für meinen Herrn!
Vorlage S. 870 292 MENELAOS.
Vorlage S. 870 293 Gib her, du Sklav, und lass das viele Reden sein!
Vorlage S. 870 295 schreiend.
Vorlage S. 870 296 O Herr! Mißhandlung leid ich, Unrecht! Deinen Brief
Vorlage S. 870 297 Mir aus der Hand gerissen hat er mit Gewalt,
Vorlage S. 870 298 Agamemnon! der von Billigkeit nichts hören will!
Vorlage S. 870 299 Agamemnon tritt aus dem Zelt.
Vorlage S. 870 300 AGAMEMNON.
Vorlage S. 870 302 Welcher Lärm hier vor der Türe? Welch ein unanständger Zank?
Vorlage S. 870 303 Zu dem Alten.
Vorlage S. 870 304 (Was ist dir zuleid geschehen? Und um was beschwerst du dich?)
Vorlage S. 870 305 MENELAOS.
Vorlage S. 871 306 Mir gebührt das Wort und nicht dem Diener! Meine Rede gilt!
Vorlage S. 871 307 AGAMEMNON.
Vorlage S. 871 308 Wie gerietst du dann mit ihm in Hader? Zerrst ihn mit Gewalt?
Vorlage S. 871 309 MENELAOS.
Vorlage S. 871 310 Blick mir ins Gesicht! Zum Eingang meiner Rede dient mir dies!
Vorlage S. 871 311 AGAMEMNON.
Vorlage S. 871 312 Werd ich, Atreussohn, die Augen niederschlagen zitternd wohl?
Vorlage S. 871 313 MENELAOS.
Vorlage S. 871 314 Siehst du dieses Blatt, das Werkzeug eines schändlichen Verrats?
Vorlage S. 871 315 AGAMEMNON.
Vorlage S. 871 316 Leider seh ich's! Und vor allem leg es weg aus deiner Hand!
Vorlage S. 871 317 MENELAOS.
Vorlage S. 871 318 Nein! Zuvor wohl seinen Inhalt zeig ich allen Danaern.
Vorlage S. 871 319 AGAMEMNON.
Vorlage S. 871 320 Wie? Du weißt, was nicht zu wissen schicklich? Brachst das Siegel auf?
Vorlage S. 871 321 MENELAOS.
Vorlage S. 871 322 Ja, zu deinem Ärger deckt ich hier geheime Ränke auf!
Vorlage S. 871 323 AGAMEMNON.
Vorlage S. 871 324 Und wo hast du's nur bekommen? Himmel! Welch ein frecher Sinn!
Vorlage S. 871 325 MENELAOS.
Vorlage S. 871 326 Wo ich deine Tochter wollt aus Argos kommen sehn zum Heer.
Vorlage S. 871 327 AGAMEMNON.
Vorlage S. 871 328 Musst du so mein Tun belauern? Wäre das nicht Dreistigkeit?
Vorlage S. 871 329 MENELAOS.
Vorlage S. 871 330 Weil der Trieb, die Lust mich reizte! Bin ich doch dein Sklave nicht!
Vorlage S. 871 331 AGAMEMNON.
Vorlage S. 871 332 Oh, entsetzlich! Soll ich nicht mehr Herr in meinem Hause sein?
Vorlage S. 871 333 MENELAOS.
Vorlage S. 871 334 Winkelzüge machst du! Heut so, gestern so, und morgen so!
Vorlage S. 871 335 AGAMEMNON.
Vorlage S. 871 336 Fein und witzig! Doch gescheite Zunge, die verletzt, ist bös!
Vorlage S. 871 337 MENELAOS.
Vorlage S. 871 338 Und ein ungerechtes Ding ist Wankelmut, der Freunde trügt!
Vorlage S. 871 339 Einen Spiegel will ich dir vorhalten: weise du im Zorn
Vorlage S. 871 340 Nicht die Wahrheit ab, und ich will nicht zu scharf und heftig sein.
Vorlage S. 871 341 Denke, wie du branntest, Haupt des Heers zu sein für Ilion,
Vorlage S. 871 342 Zwar dem Schein nach nicht begierig, doch im Herzen lüstern sehr,
Vorlage S. 871 343 Wie du anspruchslos dich zeigtest, alle Hände drücktest stets,
Vorlage S. 871 344 Deine Tür gemeinen Leuten offenhieltest zum Besuch,
Vorlage S. 871 345 Nach der Reihe jeden ansprachst, wer es nicht erwartet' auch,
Vorlage S. 872 346 Bis das Wesen dir die Ehr erkaufte, die zu haben war.
Vorlage S. 872 347 Dann, sobald das Amt erlangt war, nahmst du andres Wesen an,
Vorlage S. 872 348 Warst von Stund an nicht den frühern Freunden mehr der alte Freund,
Vorlage S. 872 349 Schwer zu sprechen, hinter Riegeln selten sichtbar. Nimmer wird
Vorlage S. 872 350 Sein Betragen nach dem Glück umwandeln, wer ein Ehrenmann,
Vorlage S. 872 351 Sondern grade da am meisten Freunden zuverlässig sein,
Vorlage S. 872 352 Wo er fähig ist am meisten, weil er hoch steht, wohlzutun.
Vorlage S. 872 353 Dies mein erster Tadel, wo ich deine Schwachheit sah zuerst.
Vorlage S. 872 354 Als wir drauf nach Aulis kamen und das ganze Griechenheer,
Vorlage S. 872 355 Günstiger Wind zur Fahrt uns fehlte und die Griechen forderten,
Vorlage S. 872 356 Dass die Flott entlassen werde, nicht umsonst sich quäle hier:
Vorlage S. 872 357 Welche Trübsalsmiene! Welcher Jammer, dass du nicht mit Krieg,
Vorlage S. 872 358 Tausend Segel führend, Priams Fluren überschwemmen sollst!
Vorlage S. 872 359 Und da riefst du mich: »Was tu ich? Welches Mittel find ich wo?«
Vorlage S. 872 360 Wolltest nicht, der Macht entkleidet, scheiden von der Herrlichkeit,
Vorlage S. 872 361 Warst vernichtet, ganz verzweifelnd über solches Missgeschick.
Vorlage S. 872 362 Als dir Kalchas dann aus Opfern kündet': Deine Tochter sei
Vorlage S. 872 363 Aufzuopfern, und die Flotte könne segeln, warst du froh
Vorlage S. 872 364 Und versprachst dein Kind zu opfern freudig, schriebst freiwillig auch,
Vorlage S. 872 365 Nicht gezwungen – sage das nicht! –, deiner Gattin, dass sie dir
Vorlage S. 872 366 Her die Tochter sende, scheinbar zur Vermählung mit Achill.
Vorlage S. 872 367 Dann entdeckt' sich's, dass du reuig andre Botschaft unterschobst,
Vorlage S. 872 368 Weil du nicht des Kindes Mörder werden willst. Ganz trefflich! Oh!
Vorlage S. 872 369 Dies ist noch derselbe Himmel, der es hörte, was du sprachst!
Vorlage S. 872 370 Tausend andren ging es also, wenn's zum Handeln kam, wie dir:
Vorlage S. 872 371 Willig erst zu jedem Opfer, zieht man dann sich feig zurück,
Vorlage S. 872 372 Teils vor unverständgem Urteil seiner Bürger, teils mit Recht,
Vorlage S. 872 373 Im Gefühl des Unvermögens, was die Pflicht gebeut, zu tun.
Vorlage S. 872 374 Leid nur tut es mir am meisten um das arme Vaterland.
Vorlage S. 872 375 Eine wackre Tat zu üben an den Welschen, diesem Nichts,
Vorlage S. 872 376 War's bereit, und höhnend, deinem Kind zulieb, entlässt es sie!
Vorlage S. 872 377 Setzt mir keinen seines Vorteils wegen ein zum Oberhaupt
Vorlage S. 872 378 Noch zum Waffenlenker: Einsicht sei des Feldherrn erste Kunst!
Vorlage S. 872 379 Herrscher ist ja überall auch, wer den Geist hat und Verstand!
Vorlage S. 872 380 CHOR(FÜHRERIN).
Vorlage S. 873 381 Wie schlimm ist immer zwischen Brüdern Wortgezank
Vorlage S. 873 382 Und Hader, wenn Entzweiung kommt und Zwist erzeugt!
Vorlage S. 873 383 AGAMEMNON.
Vorlage S. 873 384 Schelten will ich dich in Güte, kurz und schlicht, nicht hoch herab-
Vorlage S. 873 385 Sehend, nicht mit dreist erhobnen Blicken: nein, bescheidener,
Vorlage S. 873 386 Wie's dem Bruder ziemt; denn Achtung hegt und gibt ein edler Mann.
Vorlage S. 873 387 Sage mir: was glüht dein Auge blutgefärbt? Was schnaubst du so?
Vorlage S. 873 388 Kränkt man dich? Entzieht dir etwas? Eine Frau fehlt deinem Bett?
Vorlage S. 873 389 Nun, ich kann sie nicht verschaffen! Sie, die deine, hast du ja
Vorlage S. 873 390 Schlecht bewahrt: soll ich den Fehler büßen, der ihn nicht beging?
Vorlage S. 873 391 Wie, mein Ehrgeiz kränkt dich? Aber du begehrst in deinem Arm
Vorlage S. 873 392 Nur ein reizend Weib zu haben, setzest Tugend und Vernunft
Vorlage S. 873 393 Ganz beiseite? Niedre Neigung zeugt von niedrer Denkungsart!
Vorlage S. 873 394 Wenn ich frühre Übereilung nahm zurück mit beßrem Rat,
Vorlage S. 873 395 Bin ich toll? Du bist es eher, der ein schlechtes Weib verlor –
Vorlage S. 873 396 Was der Himmel wohl gemacht hat! – und sie wiederholen will.
Vorlage S. 873 397 Freilich schwur die sinnbetörte, liebestrunkne Freierschar
Vorlage S. 873 398 Jenen Eid dem Tyndar; doch die Göttin Hoffnung riss sie hin,
Vorlage S. 873 399 Mein ich, und bewirkt' es mehr als deine Gunst und deine Macht.
Vorlage S. 873 400 Nimm sie, zieh, wohin du willst! Dein töricht Tun bereust du bald.
Vorlage S. 873 401 Denn die Gottheit wacht und ist nicht blind und unterscheidet wohl
Vorlage S. 873 402 Trügerisch erschlichne Schwüre, die man leistet unbewusst.
Vorlage S. 873 403 Aber meine Kinder werd ich nicht ermorden, werde nicht
Vorlage S. 873 404 Wider Recht dich fördern bei der Züchtgung einer Buhlerin,
Vorlage S. 873 405 Während ich in Reuetränen mich verzehre Tag und Nacht
Vorlage S. 873 406 Nach so sündlich unerlaubter Tat an meinem eignen Blut.
Vorlage S. 873 407 Dies ist meine Meinung, kurz und bündig, klar und faßlich auch.
Vorlage S. 873 408 Willst du taub sein für Vernunft, so kenn ich meine Pflichten doch.
Vorlage S. 873 410 Verschieden lautet diese Rede von der erst
Vorlage S. 873 411 Gesprochnen: dass man seiner Kinder schont, ist recht.
Vorlage S. 873 412 MENELAOS.
Vorlage S. 873 413 O weh mir Armem! Also hab ich keinen Freund!
Vorlage S. 873 414 AGAMEMNON.
Vorlage S. 873 415 Nur nicht zugrunde richten wollen musst du mich.
Vorlage S. 873 416 MENELAOS.
Vorlage S. 873 417 Worin erkenn ich, dass ich einen Bruder hab?
Vorlage S. 873 418 AGAMEMNON.
Vorlage S. 873 419 In Fördrung klugen Strebens, nicht verderblichen.
Vorlage S. 873 420 MENELAOS.
Vorlage S. 873 421 Ein Freund muss jeden Kummer teilen mit dem Freund.
Vorlage S. 873 422 AGAMEMNON.
Vorlage S. 873 423 Verlang zum Wohltun, nicht zum Wehetun nach mir.
Vorlage S. 873 424 MENELAOS.
Vorlage S. 873 425 Willst also dies nicht leiden um das Vaterland?
Vorlage S. 873 426 AGAMEMNON.
Vorlage S. 874 427 Das Vaterland samt dir ist toll durch einen Gott.
Vorlage S. 874 428 MENELAOS.
Vorlage S. 874 429 Tu stolz mit deinem Herrscherstabe und verrat
Vorlage S. 874 430 Den Bruder. Gut, so such ich andre Mittel auf
Vorlage S. 874 431 Und andre Freunde!
Vorlage S. 874 432 Ein Bote erscheint eilig.
Vorlage S. 874 434 König, aller Griechen Fürst,
Vorlage S. 874 435 Agamemnon, deiner Tochter Ankunft meld ich dir,
Vorlage S. 874 436 Der Iphigenie – diesen Namen gabst du ihr –;
Vorlage S. 874 437 Die Mutter folgt ihr, Klytaimestra, dein Gemahl,
Vorlage S. 874 438 Der klein Orest auch, dir zur Lust des Wiedersehns,
Vorlage S. 874 439 Der schon vom Haus geraume Zeit abwesend ist.
Vorlage S. 874 440 Doch von der langen Reis' erschöpft, erfrischen sie
Vorlage S. 874 441 An einem angenehmen Quell den zarten Fuß,
Vorlage S. 874 442 Sie und die Stuten, die man losgebunden hat
Vorlage S. 874 443 Und in der grünen Wiese schweifend grasen lässt.
Vorlage S. 874 444 Ich eilte her, damit du zum Empfange dich
Vorlage S. 874 445 Bereitest. Deiner Tochter Ankunft hat das Heer
Vorlage S. 874 446 Erfahren, denn die Kunde flog pfeilschnell umher,
Vorlage S. 874 447 Und scharenweise rennt das Volk zum Schauen hin,
Vorlage S. 874 448 Dein Kind zu sehen. Denn die Hochbeglückten sind
Vorlage S. 874 449 Gefeiert, ziehn die Blicke überall auf sich.
Vorlage S. 874 450 »Gibt's eine Hochzeit?« fragt man; »was ist sonst im Werk?
Vorlage S. 874 451 Hat bloß aus Sehnsucht nach der Tochter wohl der Fürst
Vorlage S. 874 452 Sein Kind berufen?« Andre wieder sprachen so:
Vorlage S. 874 453 »Der Aulisfürstin Artemis vorstellen will
Vorlage S. 874 454 Man hier die Jungfrau. Wer ist wohl der Bräutigam?«
Vorlage S. 874 455 Nun denn, wohlan! So hebet Opferkörb empor,
Vorlage S. 874 456 Bekränzt die Haare, du und auch Fürst Menelas,
Vorlage S. 874 457 Bestellet Hochzeitlieder, und im Saale lasst
Vorlage S. 874 458 Zum Takt der Füße tönen lustigen Flötenschall,
Vorlage S. 874 459 Weil jetzt der Jungfrau Freudentag erschienen ist!
Vorlage S. 874 460 AGAMEMNON.
Vorlage S. 874 461 Ganz löblich! Doch für jetzo tritt ins Zimmer ein!
Vorlage S. 874 462 Das andre macht sich; denn das Glück hat seinen Gang!
Vorlage S. 874 463 Der Bote ab.
Vorlage S. 874 464 O weh mir Unglückselgem! Wo beginn ich nur?
Vorlage S. 874 465 In welches Zwangsjoch bin ich nun geraten! Ach,
Vorlage S. 874 466 Der Dämon hat mich schleichend tückisch überholt
Vorlage S. 874 467 Und überlistet alle meine Künste weit! –
Vorlage S. 875 468 Oh, wer in niedrem Stande lebt, ist gut daran,
Vorlage S. 875 469 Er kann die Tränen fließen lassen frei von Zwang
Vorlage S. 875 470 Und alles sprechen! Doch den hochgestellten Mann
Vorlage S. 875 471 Entwürdigt solches; denn der Stolz ist unsres Tuns
Vorlage S. 875 472 Hofmeister, und dem Pöbel sind wir Untertan.
Vorlage S. 875 473 Und so verwehrt mir jetzt die Scham der Tränen Trost,
Vorlage S. 875 474 Und doch der Tränen mich enthalten – kann ich's wohl
Vorlage S. 875 475 In diesem großen Jammer, der mich überfiel? –
Vorlage S. 875 476 Wohlan! Was soll ich meiner Gattin sagen? Wie
Vorlage S. 875 477 Sie nun empfangen? Wie ihr in die Augen sehn?
Vorlage S. 875 478 Ihr ungeladnes Kommen hat das Maß erfüllt
Vorlage S. 875 479 Von meinem Leiden! Dennoch folgt sie mit Gebühr
Vorlage S. 875 480 Der Tochter zur Vermählung, ihren besten Schatz
Vorlage S. 875 481 Hingebend, wo sie meine Schlechtheit kennenlernt!
Vorlage S. 875 482 Und dann das unglückselge Mädchen – Mädchen? ach!
Vorlage S. 875 483 Der Hades wird sie leider bald als Braut umfahn! –,
Vorlage S. 875 484 Wie kläglich, wenn sie weinend mir zu Füßen liegt:
Vorlage S. 875 485 »O Vater, morden willst du mich? So magst du selbst,
Vorlage S. 875 486 Und wer dir lieb ist, solche Hochzeit feiern einst!«
Vorlage S. 875 487 Der klein Orestes steht dabei und weinet laut
Vorlage S. 875 488 Verständlich-Unverständliches, ein lallend Kind!
Vorlage S. 875 489 O weh, Helenens Liebe war mein Untergang!
Vorlage S. 875 491 Mich jammert's gleichfalls, denn dem fremden Weibe auch,
Vorlage S. 875 492 Das Ungemach der Herrscher muss ihm nahegehn.
Vorlage S. 875 493 MENELAOS.
Vorlage S. 875 494 Mein Bruder, lass mich deine Hand ergreifen, komm!
Vorlage S. 875 495 AGAMEMNON.
Vorlage S. 875 496 Hier hast du sie! Dein ist der Sieg, der Jammer mein!
Vorlage S. 875 497 MENELAOS.
Vorlage S. 875 498 Bei Pelops schwör ich's, welcher dein Großvater heißt
Vorlage S. 875 499 So wie der mein, und Atreus, unsrem Zeuger: Ja,
Vorlage S. 875 500 Ich rede wahr, aufrichtig, aus des Herzens Grund
Vorlage S. 875 501 Und alles ungeheuchelt, wie ich's fühl und denk:
Vorlage S. 875 502 Sieh, als ich Zähren deinem Aug entquellen sah,
Vorlage S. 875 503 Hat mich's gerührt, und weinen musst ich ebenfalls.
Vorlage S. 875 504 Und meine frühre Rede nehm ich nun zurück,
Vorlage S. 875 505 Bin nicht so hart mehr gegen dich und denk wie du,
Vorlage S. 875 506 Verlang auch nicht die Tötung deines Kindes noch
Vorlage S. 875 507 Aufopferung deines Glückes mir. Wie ungerecht,
Vorlage S. 875 508 Wenn du dich härmtest und es mir nach Wunsch erging,
Vorlage S. 876 509 Dein Kind verschiede, meines blieb' im Sonnenlicht!
Vorlage S. 876 510 Nach was verlang ich? Frauen, ausgezeichnete,
Vorlage S. 876 511 Sind andre noch zu finden, wenn ich freien will.
Vorlage S. 876 512 Und sollt ich meinen Bruder, den ich liebe, um
Vorlage S. 876 513 Helenen geben, um ein Übel solch ein Gut?
Vorlage S. 876 514 Leichtsinnig war ich, eh ich's nah betrachtete
Vorlage S. 876 515 Und nun erkannte, was das heiße: Kindesmord!
Vorlage S. 876 516 Dann hat mich Mitleid mit dem armen Mädchen auch
Vorlage S. 876 517 Ergriffen, und bedenk ich ihr verwandtes Blut,
Vorlage S. 876 518 Die man um meiner Liebe willen schlachten will.
Vorlage S. 876 519 Und was nur geht Helena deine Tochter an?
Vorlage S. 876 520 Entlaß das Heer! Mag's ziehen heim vom Aulisstrand!
Vorlage S. 876 521 Und höre auf, mit Tränen, Bruder, deinen Blick
Vorlage S. 876 522 Zu feuchten, Tränen mir ins Aug zu nötigen.
Vorlage S. 876 523 Und hat der Ausspruch irgend auf dein Kind Bezug,
Vorlage S. 876 524 Mich geht er nichts an: meinen Anteil schenk ich dir!
Vorlage S. 876 525 Und bin ich umgewandelt aus der Heftigkeit,
Vorlage S. 876 526 So ist die Stimmung löblich, welche mich bekehrt
Vorlage S. 876 527 Zur Bruderliebe: schlechter Biegsamkeit ist nicht
Vorlage S. 876 528 Der Mann zu zeihen, welcher je das Best ergreift.
Vorlage S. 876 530 Ganz edel sprachst du, einem Sprößling Tantals wohl
Vorlage S. 876 531 Und Zeusens angemessen, deiner Ahnen wert!
Vorlage S. 876 532 AGAMEMNON.
Vorlage S. 876 533 Ich lob es, Bruder, dass du mir ein wackres Wort
Vorlage S. 876 534 Und deiner würdiges wider mein Erwarten beutst!
Vorlage S. 876 535 Doch bin ich leider in die traurge Not versetzt
Vorlage S. 876 536 Und muss der Tochter blutgen Mord vollziehen nun.
Vorlage S. 876 537 MENELAOS.
Vorlage S. 876 538 Wiefern? Wer zwingt zur Tötung deines eignen Kinds?
Vorlage S. 876 539 AGAMEMNON.
Vorlage S. 876 540 Das ganze hier versammelt Heer der Danaer.
Vorlage S. 876 541 MENELAOS.
Vorlage S. 876 542 Nicht, wenn du jene heim nach Argos senden wirst.
Vorlage S. 876 543 AGAMEMNON.
Vorlage S. 876 544 Das möchte hingehn unbemerkt, doch jenes nicht –
Vorlage S. 876 545 MENELAOS.
Vorlage S. 876 546 Was meinst du? Nur nicht gar zu bange vor dem Volk!
Vorlage S. 876 547 AGAMEMNON.
Vorlage S. 876 548 Kalchas verrät den Seherspruch dem Griechenheer.
Vorlage S. 876 549 MENELAOS.
Vorlage S. 876 550 So lass zuvor ihn sterben! Das macht keine Not.
Vorlage S. 876 551 AGAMEMNON.
Vorlage S. 876 552 Ehrgeiziges Unheil freilich ist das Sehervolk!
Vorlage S. 876 553 MENELAOS.
Vorlage S. 876 554 Zu nichts gebrauchbar, nirgends heilsam, wo man's hat!
Vorlage S. 876 555 AGAMEMNON.
Vorlage S. 877 556 Allein ein andres, was mir einfällt, schreckt's dich nicht?
Vorlage S. 877 557 MENELAOS.
Vorlage S. 877 558 Du musst es nennen; denn erraten kann ich's nicht.
Vorlage S. 877 559 AGAMEMNON.
Vorlage S. 877 560 Das Sisyphosgezüchte weiß den ganzen Plan.
Vorlage S. 877 561 MENELAOS.
Vorlage S. 877 562 Odysseus wagt nichts Schlimmes gegen mich und dich.
Vorlage S. 877 563 AGAMEMNON.
Vorlage S. 877 564 Er ist verschmitzt und hält es mit dem Haufen stets.
Vorlage S. 877 565 MENELAOS.
Vorlage S. 877 566 Ehrgeiz beherrscht ihn freilich, ein gefährlich Ding!
Vorlage S. 877 567 AGAMEMNON.
Vorlage S. 877 568 So sei versichert, dass er mitten in der Schar
Vorlage S. 877 569 Den Spruch des Kalchas offenbart und sagt, wie ich
Vorlage S. 877 570 Des Opfers Schlachtung übernahm für Artemis
Vorlage S. 877 571 Und brach mein Wort. Der reißt den Haufen mit sich fort
Vorlage S. 877 572 Und heißt die Griechen mich und dich erschlagen und
Vorlage S. 877 573 Das Mädchen opfern. Flieh ich in mein Reich zurück,
Vorlage S. 877 574 Sie rücken nach und schleifen samt dem Kyklopenbau
Vorlage S. 877 575 Uns selbst im Sturme und verwüsten unser Land.
Vorlage S. 877 576 Von dieser Art ist meine Not. O jammervoll!
Vorlage S. 877 577 Wie bin ich so betrogen von den Göttern nun!
Vorlage S. 877 578 Nur eins verhüte, Menelas: zum Heer begib
Vorlage S. 877 579 Dich hin und sorge, dass es Klytaimestra nicht
Vorlage S. 877 580 Erfahre, bis der Hades erst mein Kind umfängt,
Vorlage S. 877 581 Dass mir mein Elend möglichst wenig Tränen bringt.
Vorlage S. 877 582 Ihr aber, fremde Frauen, haltet reinen Mund.
Vorlage S. 877 583 Agamemnon und Menelaos ab.
Vorlage S. 877 586 Selig, wer mit bescheidnem Sinn
Vorlage S. 877 587 Und mit mäßiger Leidenschaft
Vorlage S. 877 588 Pflückt die Freuden der Liebe,
Vorlage S. 877 589 Dessen Herz kein tobender Sturm
Vorlage S. 877 590 Rasender Triebe erschüttert; denn
Vorlage S. 877 591 Zweierlei Pfeile der süßen Qual
Vorlage S. 877 592 Schießt der goldhaarlockige Gott,
Vorlage S. 877 593 Einen milden zu sanftem Glück,
Vorlage S. 877 594 Einen verderblichen, der's zerstört.
Vorlage S. 877 595 Schönste Kypris, behüte vor
Vorlage S. 877 596 Diesem Pfeil mein häusliches Glück!
Vorlage S. 877 597 Lass mich keusche Begier und Reiz
Vorlage S. 877 598 Zwar empfinden, allein mit Maß,
Vorlage S. 877 599 Pflücken der Liebe Freuden und Lust,
Vorlage S. 877 600 Doch obsiegen dem Unmaß!
Vorlage S. 878 601 Gegenstrophe
Vorlage S. 878 602 Mannigfach ist das menschlich Herz
Vorlage S. 878 603 Und vielartig die Sitten, doch
Vorlage S. 878 604 Was recht sei, das ist deutlich.
Vorlage S. 878 605 Zucht und bildender Unterricht
Vorlage S. 878 606 Wirkt zur Tugend gewaltig viel,
Vorlage S. 878 607 Und Unschuld ist der Weisheit gleich,
Vorlage S. 878 608 Und an Schöne und Gunst entspricht
Vorlage S. 878 609 Ihr eine Seele, die mit Bewusst-
Vorlage S. 878 610 Sein die Pflicht übt. Ewigen Ruhm
Vorlage S. 878 611 Und Ehr erntet das Leben hier.
Vorlage S. 878 612 Groß ist's, ringen nach Tugend, wenn
Vorlage S. 878 613 Frauen, die ehliche Treue keusch
Vorlage S. 878 614 Hütend, heimliche Buhlschaft fliehn,
Vorlage S. 878 615 Männer den Staat groß machen, im Schmuck
Vorlage S. 878 616 Tausendfacher Verdienste.
Vorlage S. 878 618 Paris, welch ein verderblich Leid
Vorlage S. 878 619 Wuchsest du, Hirt, auf ländlicher Trift
Vorlage S. 878 620 Dort bei Rindern am Ida,
Vorlage S. 878 621 Bliesest welsche Weisen, Olymps
Vorlage S. 878 622 Phrygischem Flötenspiele zum Trotz,
Vorlage S. 878 623 Auf schwirrendem Rohre,
Vorlage S. 878 624 Und es gediehn milchtrotzende Küh,
Vorlage S. 878 625 Bis du vom Göttinnenstreit verrückt
Vorlage S. 878 626 Hinfuhrest nach Hellas.
Vorlage S. 878 627 Vor dem elfenbeinernen Stuhl
Vorlage S. 878 628 Standst du, Aug in Auge den Blick,
Vorlage S. 878 629 Und umstricktest Helenens Herz mit Liebe
Vorlage S. 878 630 Und wardst von Liebe selbst bezaubert.
Vorlage S. 878 631 Hader von daher
Vorlage S. 878 632 Sendet mit Schiffen und Schilden das Heer
Vorlage S. 878 633 Nach Iliens Festen.
Vorlage S. 878 635 O erhabenes Glück des erhabenen Stands!
Vorlage S. 879 636 Iphigenien seht,
Vorlage S. 879 637 Hochfürstliche Tochter des Königs,
Vorlage S. 879 638 Samt Tyndars Tochter Klytaimestra,
Vorlage S. 879 639 Von erlauchtem Geschlecht entsprossen und jetzt
Vorlage S. 879 640 Noch höherem Los entgegengeführt!
Vorlage S. 879 641 Die Gewaltigen, ja! Die Gesegneten sind
Vorlage S. 879 642 Tiefstehenden Sterblichen Götter!
Vorlage S. 879 643 Iphigenie und Klytaimestra treten auf.
Vorlage S. 879 644 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 879 645 Zum guten Zeichen meinem Kommen nehm ich dies,
Vorlage S. 879 646 Hier deinen Glückruf, dein ersprießlich braves Wort.
Vorlage S. 879 647 Auch heg ich Hoffnung, dass zu segensvollem Bund
Vorlage S. 879 648 Mein Brautgeleit sei.
Vorlage S. 879 649 Zu den Dienern.
Vorlage S. 879 650 Schaffet nun vom Wagen da
Vorlage S. 879 651 Die mitgebrachte Morgengabe für die Braut
Vorlage S. 879 652 Und tragt behutsam alles ins Gemach hinein!
Vorlage S. 879 653 Zu Iphigenie.
Vorlage S. 879 654 Du, meine Tochter, steige mir vom Wagen ab,
Vorlage S. 879 655 Vorsichtig lass zu Boden deinen zarten Fuß.
Vorlage S. 879 656 Zu den Dienern.
Vorlage S. 879 657 Dann biete jemand mir des Armes Stütze dar,
Vorlage S. 879 658 Auf dass ich hübsch dem Roßgespann entsteigen mag.
Vorlage S. 879 659 Ihr aber tretet vor das Joch der Pferde hin,
Vorlage S. 879 660 Denn scheu und schwer zu sänftigen ist der Rosse Blick.
Vorlage S. 879 661 Und dieses Kind, Agamemnons Sprößling, traget mir,
Vorlage S. 879 662 Oresten; denn er ist zum Wandeln noch zu zart.
Vorlage S. 879 663 Mein Kind, du schläfst, vom Schaukelwagen eingewiegt?
Vorlage S. 879 664 Erwach zu deiner Schwester Hochzeitsfeste froh:
Vorlage S. 879 665 Denn dein, des Edlen, harret edle Schwägerschaft,
Vorlage S. 879 666 Der Nereustochter göttergleicher Heldensohn!
Vorlage S. 879 667 Zu Iphigenie.
Vorlage S. 879 668 Hierher, mein Kind, an meine Seite trete her,
Vorlage S. 879 669 Zur Mutter, Iphigenie, mir, der glücklichen,
Vorlage S. 879 670 Hier neben diese fremden Frauen hingestellt:
Vorlage S. 879 671 Und nun begrüße deinen teuren Vater hier.
Vorlage S. 879 672 O mein verehrter höchster Hort, Agamemnon, Fürst,
Vorlage S. 880 673 Nicht ungehorsam deinem Auftrag sind wir hier.
Vorlage S. 880 674 Agamemnon ist aus dem Zelt getreten.
Vorlage S. 880 675 IPHIGENIE.
Vorlage S. 880 676 O Mutter, darf ich eilen, an des Vaters Brust
Vorlage S. 880 677 Die Brust zu drücken, hin zu ihm, und zürnst du nicht?
Vorlage S. 880 678 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 880 679 Ach ja, mein Kind, das sollst du! Zärtlich hängst du ja
Vorlage S. 880 680 Am Vater, mehr als alle meine Kinder, stets!
Vorlage S. 880 681 IPHIGENIE.
Vorlage S. 880 682 Mein Vater, nach so langer Zeit! Wie freu ich mich!
Vorlage S. 880 683 AGAMEMNON.
Vorlage S. 880 684 Dein Vater gleichfalls! Was du sagst, gilt auch von mir.
Vorlage S. 880 685 IPHIGENIE.
Vorlage S. 880 686 Heil dir! Wie schön ist's, Vater, dass ich kommen darf!
Vorlage S. 880 687 AGAMEMNON.
Vorlage S. 880 688 Schön oder nicht schön – wie man's nehmen mag, mein Kind!
Vorlage S. 880 689 IPHIGENIE.
Vorlage S. 880 691 Du blickst mich gar nicht freudig an! So mißgestimmt!
Vorlage S. 880 692 AGAMEMNON.
Vorlage S. 880 693 Viel Sorgen hat ein König und Feldherr, mein Kind.
Vorlage S. 880 694 IPHIGENIE.
Vorlage S. 880 695 So schenk dich mir jetzt, schlag die Sorgen aus dem Sinn!
Vorlage S. 880 696 AGAMEMNON.
Vorlage S. 880 697 Mein Sinn ist völlig nur bei dir und nirgends sonst.
Vorlage S. 880 698 IPHIGENIE.
Vorlage S. 880 699 Entrunzle denn die Stirne, blick mich heiter an!
Vorlage S. 880 700 AGAMEMNON.
Vorlage S. 880 701 Ich freu mich, sieh! – wer weiß, wie sehr? –, Kind, dich zu sehn!
Vorlage S. 880 702 IPHIGENIE.
Vorlage S. 880 703 Und dennoch rinnen Zähren dir die Wangen ab?
Vorlage S. 880 704 AGAMEMNON.
Vorlage S. 880 705 Lang ist ja auch die Trennung, die uns droht, mein Kind!
Vorlage S. 880 706 IPHIGENIE.
Vorlage S. 880 707 Das weiß ich nicht, mein Vater, nichts mir Schmerzliches!
Vorlage S. 880 708 AGAMEMNON.
Vorlage S. 880 709 Dies Wort, so sinnvoll, rührt mich desto heftiger!
Vorlage S. 880 710 IPHIGENIE.
Vorlage S. 880 711 So will ich kindisch reden, wenn's dich heiter stimmt.
Vorlage S. 880 712 AGAMEMNON.
Vorlage S. 880 713 O Gott! Wie kann ich schweigen noch?! – Dir bin ich gut!
Vorlage S. 880 714 IPHIGENIE.
Vorlage S. 880 715 Bleib, lieber Vater! Deinen Kindern bleib daheim!
Vorlage S. 880 716 AGAMEMNON.
Vorlage S. 880 717 Ich will's – und darf's nicht wollen doch: das ist mein Gram!
Vorlage S. 880 718 IPHIGENIE.
Vorlage S. 880 719 Fluch Menelaens Händeln und dem Waffenlärm!
Vorlage S. 880 720 AGAMEMNON.
Vorlage S. 880 721 Fluch bringt er andern früher, hat ihn mir gebracht.
Vorlage S. 880 722 IPHIGENIE.
Vorlage S. 880 723 Bist schon so lang in Aulis' Buchten, fern von uns!
Vorlage S. 880 724 AGAMEMNON.
Vorlage S. 880 725 Und hemmt den Aufbruch immer noch ein Hindernis.
Vorlage S. 880 726 IPHIGENIE.
Vorlage S. 880 727 Wo, sagt man denn, dass dieser Phryger Siedlung sei?
Vorlage S. 880 728 AGAMEMNON.
Vorlage S. 880 729 Da, wo des Priams Paris leider wohnhaft ist.
Vorlage S. 880 730 IPHIGENIE.
Vorlage S. 880 731 Da fährst du weit weg, lieber Vater, fort von mir!
Vorlage S. 880 732 AGAMEMNON.
Vorlage S. 880 733 Dein Fall, mein Kind, ist für den Vater gleicher Art.
Vorlage S. 880 734 IPHIGENIE.
Vorlage S. 880 736 Oh, ging es nur, mich mitzunehmen auf der Fahrt!
Vorlage S. 880 737 AGAMEMNON.
Vorlage S. 881 738 Auch deiner harrt ein Weg noch, wo du mein gedenkst.
Vorlage S. 881 739 IPHIGENIE.
Vorlage S. 881 740 Und fahr ich mit der Mutter oder ganz allein?
Vorlage S. 881 741 AGAMEMNON.
Vorlage S. 881 742 Vom Vater fern und Mutter, einsam und allein!
Vorlage S. 881 743 IPHIGENIE.
Vorlage S. 881 744 Du willst mich wohl verpflanzen in ein andres Haus?
Vorlage S. 881 745 AGAMEMNON.
Vorlage S. 881 746 Lass! Solcherlei zu wissen ziemet Mädchen nicht.
Vorlage S. 881 747 IPHIGENIE.
Vorlage S. 881 748 Geh's dir in Phrygien glücklich und komm bald zurück!
Vorlage S. 881 749 AGAMEMNON.
Vorlage S. 881 750 Erst muss ich noch ein Opfer schlachten hier am Strand.
Vorlage S. 881 751 IPHIGENIE.
Vorlage S. 881 752 Mit Opfern muss man prüfen, was man fromm beginnt!
Vorlage S. 881 753 AGAMEMNON.
Vorlage S. 881 754 Du wirst's erfahren, an der Weihungssprenge stehn!
Vorlage S. 881 755 IPHIGENIE.
Vorlage S. 881 756 Wir werden also Reigen tanzen um den Herd?
Vorlage S. 881 757 AGAMEMNON.
Vorlage S. 881 758 In deiner Unschuld neid ich dich weit mehr als mich.
Vorlage S. 881 759 Begib dich nun ins Zimmer; denn bei Männern auf
Vorlage S. 881 760 Der Straß erblickt zu werden ziemet Mädchen nicht!
Vorlage S. 881 761 Und reich mir einen Schmerzenskuß und Händedruck,
Vorlage S. 881 762 Du, die vom Vater scheiden soll auf lange Zeit!
Vorlage S. 881 763 O teure Brust! O Wangen! Blondes Lockenhaar!
Vorlage S. 881 764 O welche Qual Helena und die Phrygerstadt
Vorlage S. 881 765 Uns schuf! – Ich muss hier enden; denn die Zähre bricht
Vorlage S. 881 766 Mir plötzlich aus den Augen, hier in deinem Arm!
Vorlage S. 881 767 Geh hin ins Zelt! –
Vorlage S. 881 768 Iphigenie ab.
Vorlage S. 881 769 Dich bitt ich um Entschuldigung,
Vorlage S. 881 770 O Ledas Tochter, wenn ich gar zu weich erschien,
Vorlage S. 881 771 Im Begriff, die Tochter hinzugeben an Achill.
Vorlage S. 881 772 Zwar hochbeglückt ist diese Entsendung, aber doch
Vorlage S. 881 773 Fällt's Eltern schmerzlich, Kinder in ein fremdes Haus
Vorlage S. 881 774 Zu geben, sie, um die man viele Mühen trug.
Vorlage S. 881 775 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 881 776 So bar der Einsicht bin ich nicht! Glaub nur, ich werd
Vorlage S. 881 777 Es auch empfinden, wenn ich unter Brautgesang
Vorlage S. 881 778 Die Tochter hingeleite; also tadl ich's nicht.
Vorlage S. 881 779 Doch wird Gewohnheit mit der Zeit es mildern wohl.
Vorlage S. 881 780 Den Namen nun des künftgen Eidams kenn ich zwar,
Vorlage S. 881 781 Doch seinen Stammbaum möcht ich wohl erfahren noch.
Vorlage S. 881 782 AGAMEMNON.
Vorlage S. 881 783 Aigina war Asops, des Flußgotts, Tochter einst.
Vorlage S. 881 784 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 881 785 Und wer der Menschen oder Götter freite sie?
Vorlage S. 881 786 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 787 Zeus. Aiakos, Oinones Häuptling, zeugte er.
Vorlage S. 882 788 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 789 Und welcher Sprößling Aiakos' bestieg den Thron?
Vorlage S. 882 790 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 791 Peleus, und Nereus' Tochter war mit ihm vereint.
Vorlage S. 882 792 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 793 Vom Vater selbst wohl? oder trotz den Himmlischen?
Vorlage S. 882 794 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 795 Von Zeus verlobt, vom eignen Vater zugeführt.
Vorlage S. 882 796 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 797 Wo war die Hochzeit? etwa wohl im Wellenreich?
Vorlage S. 882 798 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 799 Wo Cheiron wohnt auf Pelions heiligen Stufenhöhn.
Vorlage S. 882 800 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 801 Dort also, wo Kentauren, sagt man, hausen, war's?
Vorlage S. 882 802 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 803 Bei Peleus' Hochzeit schmausten dort die Himmlischen.
Vorlage S. 882 804 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 805 Den Achill erzog der Vater oder Thetis selbst?
Vorlage S. 882 806 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 807 Cheiron, in Unschuld, von verderbten Menschen fern.
Vorlage S. 882 808 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 809 Klug war der Lehrer – der auch, der ihn suchte, klug!
Vorlage S. 882 810 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 811 Das ist der Held, der deiner Tochter Gatte wird.
Vorlage S. 882 812 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 813 Untadlig! Welche Griechenstadt gehört ihm denn?
Vorlage S. 882 814 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 815 In Phthia liegt sie um den Fluss Apidanos.
Vorlage S. 882 816 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 817 Dort also führt er mein und deine Tochter hin?
Vorlage S. 882 818 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 819 Dem, der sie sein nennt, wird es überlassen sein.
Vorlage S. 882 820 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 821 So wünsch ich Glück! Die Trauung ist an welchem Tag?
Vorlage S. 882 822 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 823 Sobald des Vollmonds segensvolle Scheibe glänzt.
Vorlage S. 882 824 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 825 Das Weihungsopfer ist der Göttin schon gebracht?
Vorlage S. 882 826 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 827 Jetzt soll es: eben steh ich jetzt an diesem Los!
Vorlage S. 882 828 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 829 Du gibst das Hochzeitsmahl sodann wohl hinterher?
Vorlage S. 882 830 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 831 Nach Opfrung eines Opfers, das der Himmel heischt.
Vorlage S. 882 832 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 833 Wo aber feir ich mit den Frauen diesen Tag?
Vorlage S. 882 834 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 835 Hier, bei der Griechen steuergeschmückten Schiffen selbst.
Vorlage S. 882 836 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 837 Schlimm, aber nicht zu ändern! Sei's ersprießlich doch.
Vorlage S. 882 838 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 839 Nun höre, meine Gattin, und gehorche mir.
Vorlage S. 882 840 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 841 Worinnen? Dir zu folgen bin ich stets gewohnt.
Vorlage S. 882 842 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 843 Wir einerseits nun wollen hier beim Bräutigam –
Vorlage S. 882 844 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 845 Was ohne mich vollziehen, das der Mutter ziemt?
Vorlage S. 882 846 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 847 Dein Kind dem Bräutigam geben vor den Danaern.
Vorlage S. 882 848 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 849 Und ich, wo soll ich mich befinden unterdes?
Vorlage S. 882 850 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 851 Nach Argos reisen und der Mädchen warten dort.
Vorlage S. 882 852 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 853 Mein Kind verlassen? Wer erhebt die Fackel dann?
Vorlage S. 882 854 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 855 Die Fackel, welche Bräuten ziemet, schür ich selbst
Vorlage S. 882 856 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882 857 Ist nicht der Brauch! Wie hältst du das für Kleinigkeit?
Vorlage S. 882 858 AGAMEMNON.
Vorlage S. 882 859 Dein Aufenthalt im Heergewühle ziemt sich nicht.
Vorlage S. 882 860 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 883 861 Mir ziemt als Mutter meines Kindes Brautgeleit.
Vorlage S. 883 862 AGAMEMNON.
Vorlage S. 883 863 Auch die im Hause nicht allein zu lassen ziemt.
Vorlage S. 883 864 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 883 865 Sie sind im sichern Frauengemache wohl verwahrt.
Vorlage S. 883 866 AGAMEMNON.
Vorlage S. 883 868 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 883 869 Bei der Göttin, die zu Argos thronet, nein!
Vorlage S. 883 870 Geh du und walte draußen! Das im Haus ist mein!
Vorlage S. 883 871 Klytaimestra ab.
Vorlage S. 883 872 AGAMEMNON.
Vorlage S. 883 873 O weh! Ich rang vergebens, meine Hoffnung trog,
Vorlage S. 883 874 Die Gattin wegzuschaffen aus dem Angesicht!
Vorlage S. 883 875 Ich sinn und liste, erfinde Ränke gegen die,
Vorlage S. 883 876 Die mir die Liebsten, unterliegend überall!
Vorlage S. 883 877 Gleichwohl zum Opferpriester Kalchas muss ich gehn,
Vorlage S. 883 878 Das, was genehm der Göttin, mir verderblich ist,
Vorlage S. 883 879 Noch gründlich auszuforschen, Griechenlandes Not.
Vorlage S. 883 880 Ein kluger Mann muss eine brave Gattin je
Vorlage S. 883 881 Im Hause hegen – besser sonst, er freie nicht.
Vorlage S. 883 885 Jetzo schauen des Simoeis
Vorlage S. 883 886 Silbernfarbige Strudel
Vorlage S. 883 887 Diese gescharte griechische Macht,
Vorlage S. 883 888 Wenn sie zu Phoibos' heiligem Grund,
Vorlage S. 883 889 Ilions fester Burg, kommt
Vorlage S. 883 890 Zu Schiff mit Waffengerät.
Vorlage S. 883 891 Dort, sagt man, schwinget im Vor-
Vorlage S. 883 892 Ahnungsgeist Kassandra verzückt,
Vorlage S. 883 893 Wenn sie der göttliche Drang beseelt,
Vorlage S. 883 894 Ihr blondwallendes Lockenhaar,
Vorlage S. 883 895 Heilig umkränzt mit grünem Lorbeer.
Vorlage S. 883 896 Gegenstrophe
Vorlage S. 883 897 Und auf ragendem Mauerkranz
Vorlage S. 883 898 Staunend werden die Trojer
Vorlage S. 883 899 Stehen, heran zum Simoeisbach
Vorlage S. 883 900 Wenn sie den erzgepanzerten Krieg
Vorlage S. 883 901 Sehen im Ruderschlag ziehn
Vorlage S. 883 902 Auf schöngebordetem Kiel,
Vorlage S. 883 903 Aus Priams Fluren des hoch
Vorlage S. 884 904 Im Sternäther leuchtenden Paars
Vorlage S. 884 905 Schwester Helena zu holen zum
Vorlage S. 884 906 Land der Griechen mit Kriegessturm,
Vorlage S. 884 907 Ringen in Schwert- und Lanzennöten.
Vorlage S. 884 909 Mir erschein und den Kindern mein
Vorlage S. 884 910 Nie ein solches Erwarten,
Vorlage S. 884 911 Wie es der Phryger und Lyder
Vorlage S. 884 912 Goldgeschmückte Frauen am Web-
Vorlage S. 884 913 Stuhl hegen und sprechen
Vorlage S. 884 914 Werden untereinander so:
Vorlage S. 884 915 »Ach, wenn die heimische Burg hinstürzt,
Vorlage S. 884 916 Wer wohl wird am lockigen Haar
Vorlage S. 884 917 Zerren das weinende Mädchen, die Blüt entblättern?
Vorlage S. 884 918 Deinethalb, langhalsigen Schwans Entsproßne du,
Vorlage S. 884 919 Wenn glaubwürdig die Sage spricht, dass Leden
Vorlage S. 884 920 Zeus umfing verwandelten Leibs
Vorlage S. 884 921 Und dich gezeugt ein beschwingter Schwan,
Vorlage S. 884 922 Oder solch ein Märchen umsonst
Vorlage S. 884 923 Durch Dichtererfindungen
Vorlage S. 884 924 Zur Unzeit in die Welt verpflanzt ward.«
Vorlage S. 884 925 Achilleus tritt auf.
Vorlage S. 884 926 ACHILLEUS.
Vorlage S. 884 927 Wo ist der Feldherr Griechenlands zu finden hier?
Vorlage S. 884 928 Meld einer ihm, ihr Diener, dass der Peleussohn
Vorlage S. 884 929 Achilleus, an der Pforte wartend, sein begehrt. –
Vorlage S. 884 930 Denn harrt man nicht in gleicher Lag am Euripos?
Vorlage S. 884 931 Die einen, durch kein Eheband gebunden, die
Vorlage S. 884 932 Nur leere Zimmer dort verließen, sitzen hier
Vorlage S. 884 933 Am Strand mit andern, die im Hause Weib und Kind
Vorlage S. 884 934 Verließen: also waltete ein gewaltger Drang
Vorlage S. 884 935 Bei diesem Aufbruch – sichtlich war ein Gott dabei!
Vorlage S. 884 936 Nun ist, das Meinige auszusprechen, meine Pflicht,
Vorlage S. 884 937 Ein andrer trage, wenn's beliebt, das Seine vor.
Vorlage S. 884 938 Vom Vater Peleus schied ich und Pharsalerland,
Vorlage S. 884 939 Und an des Eurips schmaler Pforte harre ich hier,
Vorlage S. 885 940 Die Myrmidonen haltend, die bestürmend stets:
Vorlage S. 885 941 »Achill, was säumst du?« sprechen. »Sag, wie viele Zeit
Vorlage S. 885 942 Soll noch verrinnen bis zur Fahrt nach Ilion?
Vorlage S. 885 943 Tu, was du tun willst, oder führ die Truppen heim,
Vorlage S. 885 944 Wart auf der Atreussöhne Zaudereien nicht.«
Vorlage S. 885 945 Klytaimestra tritt aus dem Zelt.
Vorlage S. 885 946 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 885 Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von Euripides — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Unidentified engraver · Public domain Bildquelle ↗ 947 O Sohn der Nereustochter, deine Meldung hört
Vorlage S. 885 948 Ich drinnen, und drum komm ich aus dem Zelt hervor.
Vorlage S. 885 949 ACHILLEUS.
Vorlage S. 885 950 O hehre Scheu und Sitte, was erblick ich hier
Vorlage S. 885 951 Für eine Frau, vornehmen Wesens von Gestalt?
Vorlage S. 885 952 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 885 953 Mich wundert dies Verkennen nicht: du hast mich nie
Vorlage S. 885 954 Gesehn, und löblich ist die Sittsamkeit zugleich.
Vorlage S. 885 955 ACHILLEUS.
Vorlage S. 885 956 Wer bist du? Wie gelangst du ins Achaierheer,
Vorlage S. 885 957 Ein Weib zu lauter kriegsgepanzerten Männern her?
Vorlage S. 885 958 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 885 959 Der Leda Tochter bin ich, Klytaimestra ist
Vorlage S. 885 960 Mein Name, Fürst Agamemnon ist mein Ehgemahl.
Vorlage S. 885 961 ACHILLEUS.
Vorlage S. 885 962 Das Geeignete hast du hübsch und kurz mir mitgeteilt:
Vorlage S. 885 963 Allein mit Fraun Gespräche führen ziemt mir nicht.
Vorlage S. 885 964 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 885 965 Was fliehst du? Bleibe! Und zum Eingang glücklichen
Vorlage S. 885 966 Brautbundes reiche mir getrost die Rechte dar!
Vorlage S. 885 967 ACHILLEUS.
Vorlage S. 885 968 Ich dir die Hand? Was soll das? Scheuen müsst ich doch
Vorlage S. 885 969 Agamemnon, anzurühren, die mir nicht gebührt.
Vorlage S. 885 970 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 885 971 Nichts ziemt sich besser, wenn du meiner Tochter bist
Vorlage S. 885 972 Verlobt, o Sohn der seeischen Göttin, Nereussproß!
Vorlage S. 885 973 ACHILLEUS.
Vorlage S. 885 974 Was sprichst du von Verlobung? Staunen fasst mich, Frau,
Vorlage S. 885 975 Wenn nicht dein seltsam Reden stammt von irrem Geist!
Vorlage S. 885 976 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 885 977 Das ist die Art Verlobter, dies verschämte Tun
Vorlage S. 885 978 Vor ungewohnten Freunden, wer der Braut gedenkt!
Vorlage S. 885 979 ACHILLEUS.
Vorlage S. 885 980 Ich hab um deine Tochter nie geworben, Frau!
Vorlage S. 885 981 Kein Wort von Heirat hat mir Atreus' Sohn gesagt.
Vorlage S. 885 982 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 885 983 Was wäre das?! Mag meine Rede gegenseits
Vorlage S. 885 984 Dich wundern, wie dein Wesen mich in Staunen setzt!
Vorlage S. 885 985 ACHILLEUS.
Vorlage S. 885 986 Denk nach! Und lass uns raten, wie's zusammenhängt:
Vorlage S. 885 987 Auf falsche Fährte sind wir beid am End geführt.
Vorlage S. 885 988 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 886 989 Ich bin gehöhnt! Gewißlich! Hochzeit hab ich mir,
Vorlage S. 886 990 Wo keine ist, eingebildet! Wie beschämt mich das!
Vorlage S. 886 991 ACHILLEUS.
Vorlage S. 886 992 Es war ein Scherz wohl, den man mit uns beiden trieb!
Vorlage S. 886 993 Nimm's nicht zu Herzen, sondern schlag es aus dem Sinn.
Vorlage S. 886 994 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 886 995 Leb wohl! Dir grad ins Auge kann ich ferner nicht
Vorlage S. 886 996 Mehr sehn, verhöhnt dastehend und als Lügnerin.
Vorlage S. 886 997 ACHILLEUS.
Vorlage S. 886 998 Das gleiche geb ich dir zurück. Ich gehe nun,
Vorlage S. 886 999 Um deinen Gatten aufzusuchen, ins Gemach.
Vorlage S. 886 1000 Der alte Diener Agamemnons öffnet das Zelt.
Vorlage S. 886 1002 Fremdling, edler Aiakide, bleibe! He! Dich ruf ich da,
Vorlage S. 886 1003 Dich, den Sohn der seeischen Göttin! Dich auch, Ledas Tochter da!
Vorlage S. 886 1004 ACHILLEUS.
Vorlage S. 886 1005 Wer nur ruft aus halbgelüpfter Tür so ängstlich und so bang?
Vorlage S. 886 1007 Sklave bin ich, überheb mich dessen nicht: mein Los verbeut's.
Vorlage S. 886 1008 ACHILLEUS.
Vorlage S. 886 1009 Wessen? Meiner nicht! Agamemnons Sach und meine sind getrennt!
Vorlage S. 886 1011 Dieser hier vor diesem Hause, ihr erteilt von Tyndaros.
Vorlage S. 886 1012 ACHILLEUS.
Vorlage S. 886 1013 Nun, wir stehen: sprich, was willst du? Warum hältst du mich zurück?
Vorlage S. 886 1015 Steht ihr wirklich ohne Zeugen ganz allein an diesem Tor?
Vorlage S. 886 1016 ACHILLEUS.
Vorlage S. 886 1017 Rede nur! Wir sind allein; doch tritt heraus vom Königszelt.
Vorlage S. 886 1019 Jetzt, o Glück und meine Vorsicht, rette, die ich retten will!
Vorlage S. 886 1020 ACHILLEUS.
Vorlage S. 886 1021 Diese Äußrung zeigt Gefahr, doch an die Zukunft knüpft sie sie.
Vorlage S. 886 1022 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 886 1023 Zögre nicht, bei deiner Rechten! wenn du was entdecken willst.
Vorlage S. 886 1025 Nun, du weißt, wie treu ich's meine dir und deinen Kindern stets?
Vorlage S. 886 1026 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 886 1027 Ja; als guten alten Diener meines Hauses kenn ich dich.
Vorlage S. 886 1029 Dass mich nur als Teil der Mitgift Fürst Agamemnon überkam?
Vorlage S. 886 1030 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 886 1031 Wohl, du kamst mit mir nach Argos, meinem Dienste stets geweiht.
Vorlage S. 886 1033 Also ist's; und dir ergeben bin ich, minder deinem Mann.
Vorlage S. 887 1034 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887 1035 Nun zur Sach, enthüll uns endlich, was du mitzuteilen hast.
Vorlage S. 887 1037 Deine Tochter bringt der eigne Vater eigenhändig um.
Vorlage S. 887 1038 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887 1039 Was? Du bist von Sinnen, Alter! Pfui! Das Wort, ich werf es fort!
Vorlage S. 887 1041 Mit dem Schwert des armen Mädchens weißen Hals zerschneidet er!
Vorlage S. 887 1042 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887 1043 Weh, o Jammer! Also rast er, ist er wütend, mein Gemahl?
Vorlage S. 887 1045 Ganz vernünftig! Gegen dich nur und die Tochter ohne Sinn.
Vorlage S. 887 1046 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887 1047 Und aus welchem Grunde? Welcher böse Geist verleitet ihn?
Vorlage S. 887 1049 Ein Orakel – Kalchas sagt es –, das dem Heere Fahrt verheißt.
Vorlage S. 887 1050 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887 1051 Fahrt wohin? Weh mir und weh ihr, die der Vater morden will!
Vorlage S. 887 1053 Nach Dardanien, dass Helenen Menelas zurückbekommt.
Vorlage S. 887 1054 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887 1055 Wäre so Helenas Rückkehr Iphigeniens Todeslos?
Vorlage S. 887 1057 Alles weißt du jetzt: der Vater weiht dein Kind der Artemis.
Vorlage S. 887 1058 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887 1059 Welchen Grund hat denn die Heirat, die mich her vom Hause lockt'?
Vorlage S. 887 1061 Dass du freudig deine Tochter brächtest als Achilleus' Braut.
Vorlage S. 887 1062 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887 1063 Kind, zu deinem Untergange kamst du, du und ich dazu!
Vorlage S. 887 1065 Jammervoll ist eure Lage, schrecklich deines Gatten Tat!
Vorlage S. 887 1066 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887 1067 Ich vergeh vor Schmerz, mein Auge birgt die Träne nimmermehr!
Vorlage S. 887 1069 Wer verdenkt die Tränen einer Mutter, die ihr Kind verliert?!
Vorlage S. 887 1070 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887 1071 Aber, Alter, wie erfuhrst du dieses? Wer verriet es dir?
Vorlage S. 887 1073 Einen Brief zum ersten Schreiben dir zu bringen, war ich fort.
Vorlage S. 887 1074 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887 1075 Der die Todesfahrt der Tochter fordert' oder widerrief?
Vorlage S. 887 1077 Der's zurücknahm; denn vernünftig wieder war dein Gatte da.
Vorlage S. 887 1078 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887 1079 Und warum dann, wenn du's hattest, gabst du mir das Schreiben nicht?
Vorlage S. 887 1081 Menelas, der schuld an allem diesem Leid ist, nahm es mir.
Vorlage S. 887 1082 KLYTAIMESTRA
Vorlage S. 888 1083 zu Achilleus.
Vorlage S. 888 1084 O du Kind der Nereustochter, Peleus' Sohn, vernahmst du dies?
Vorlage S. 888 1085 ACHILLEUS.
Vorlage S. 888 1086 Ja, dein Elend hört ich, auch die eigne Kränkung fühl ich wohl.
Vorlage S. 888 1087 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 888 1088 Meine Tochter will man morden, ködert' uns durch deine Eh!
Vorlage S. 888 1089 ACHILLEUS.
Vorlage S. 888 1090 Deinem Gatten zürn ich gleichfalls, leichten Sinnes trag ich's nicht!
Vorlage S. 888 1091 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 888 1092 Keine Scham mehr soll mich halten, hinzusinken dir ans Knie,
Vorlage S. 888 1093 Mich, das irdisch Weib, dem Göttinsohne; denn wozu der Stolz?
Vorlage S. 888 1094 Oder ist mir werter, teurer etwas als mein Kinderglück?
Vorlage S. 888 1095 Oh, erbarm dich, Sohn der Göttin, meines schweren Ungemachs,
Vorlage S. 888 1096 Meines Kinds, das deine Braut hieß, ohne Grund zwar, aber doch!
Vorlage S. 888 1097 Dir, als deine Braut, mit Blumen kränzt ich sie und brachte sie,
Vorlage S. 888 1098 Und zur Schlachtbank ging die Reise! Ewiger Vorwurf bleibt es dir,
Vorlage S. 888 1099 Hast du nicht geholfen. Ob kein ehlich Band dich auch vereint,
Vorlage S. 888 1100 Warst du doch des armen Mädchens trauter Bräutigam genannt.
Vorlage S. 888 1101 Oh, bei deinem Kinn, der Hand hier, bei der Mutter fleh ich dich!
Vorlage S. 888 1102 Mein Verderben war dein Name, rette dessen Ehre nun!
Vorlage S. 888 1103 Keinen Herd als deine Kniee gibt's, an den ich flüchten kann,
Vorlage S. 888 1104 Kein Verwandter ist mir nahe, und Agamemnons Handeln ist
Vorlage S. 888 1105 Grausam, wie du hörst, verwegen! Und ich stehe, wie du siehst,
Vorlage S. 888 1106 Unter meisterlosem Seevolk, welches keck zum Schlimmen ist,
Vorlage S. 888 1107 Gut und brav auch, wenn's ihm einfällt; aber wenn du deine Hand
Vorlage S. 888 1108 Über uns hältst, sind wir sicher; ohne dich nun rettungslos!
Vorlage S. 888 1109 CHOR(FÜHRERIN).
Vorlage S. 888 1110 Gebären ist entsetzlich und ein mächtiges Band;
Vorlage S. 888 1111 Und jedes Opfer bringt die Mutterliebe gern.
Vorlage S. 888 1112 ACHILLEUS.
Vorlage S. 888 1113 Voll Mut und Hochsinn hebt sich meine Brust, entfernt
Vorlage S. 888 1114 Von niedrer Furcht wie von Begier und Lüsternheit,
Vorlage S. 888 1115 Versteht mit Fassung Mißliches zu tragen und
Vorlage S. 888 1116 Des hochgetürmten Glückes sich mit Maß zu freun.
Vorlage S. 888 1117 Denn so gestimmte Seelen wandeln mit Vernunft
Vorlage S. 888 1118 Nach sichrem Grundsatz richtig ihren Lebenspfad.
Vorlage S. 888 1119 Nun gibt es Fälle, wo es frommt, nicht allzuviel
Vorlage S. 888 1120 Zu grübeln, andre, wo das Denken nützlich ist.
Vorlage S. 888 1121 Und ich, erwachsen in der Zucht des frömmsten Manns,
Vorlage S. 888 1122 Des Cheiron, lernte bieder sein mit schlichtem Sinn
Vorlage S. 888 1123 Und will mich Atreus' Söhnen unterordnen, wo
Vorlage S. 888 1124 Sie richtig leiten, frönen nicht zur Ungebühr –
Vorlage S. 889 1125 Nein, hier und dort in Troja meinen freien Sinn
Vorlage S. 889 1126 Bewahrend, Ruhm dem Kriege leihn durch meinen Arm. –
Vorlage S. 889 1127 Und dich, an der die Nächsten grausam handelten,
Vorlage S. 889 1128 Dich will ich schirmen mit dem Schild des Mitgefühls,
Vorlage S. 889 1129 Wie's immer eines jungen Mannes Arm vermag.
Vorlage S. 889 1130 Und schlachten soll der Vater deine Tochter nie,
Vorlage S. 889 1131 Die mein genannt war! Nein, ich gebe meinen Leib
Vorlage S. 889 1132 Zum Ränkeschmieden deinem Mann mitnichten preis!
Vorlage S. 889 1133 Mein Name, ohne dass ich je ein Schwert gezückt,
Vorlage S. 889 1134 Er wäre deines Kindes Mörder; trägt die Schuld
Vorlage S. 889 1135 Der Vater auch, ich bleibe doch nicht unbefleckt,
Vorlage S. 889 1136 Wenn mein und meiner Ehe wegen untergeht
Vorlage S. 889 1137 Das Mädchen, so empörend, grausam, unerhört
Vorlage S. 889 1138 Mißhandelt, so unwürdig, schmachvoll angeführt!
Vorlage S. 889 1139 So wär ich, traun! der schlimmste Wicht im Griechenvolk,
Vorlage S. 889 1140 Ein bloßes Nichts, und Menelas ein rechter Mann,
Vorlage S. 889 1141 Nicht Peleus' Sohn, nein, eines Teufels Ausgeburt,
Vorlage S. 889 1142 Wenn dein Gemahl durch meinen Namen morden darf.
Vorlage S. 889 1143 Beim Greise, der im feuchten Wellenreiche wohnt,
Vorlage S. 889 1144 Nereus, der Thetis Zeuger, deren Schoß mich trug –
Vorlage S. 889 1145 Nein, deine Tochter soll Agamemnon nimmermehr,
Vorlage S. 889 1146 Soll keiner, der im Danaervolke Ränke spinnt,
Vorlage S. 889 1147 Anrühren, nur den Finger legen ans Gewand!
Vorlage S. 889 1148 Sonst scheine Sipylos groß und stolz, die welsche Burg,
Vorlage S. 889 1149 Die Ahnenwiege dieser Heergebieter da,
Vorlage S. 889 1150 Und Phthia sei verschollen und mein Name nichts! –
Vorlage S. 889 1151 Und schlimm bekomme Wasserweih und Opferschrot
Vorlage S. 889 1152 Dem Seher Kalchas! – Seher? Was heißt Seher sein?
Vorlage S. 889 1153 Ein Mann, der wenig Wahres, doch viel Falsches spricht
Vorlage S. 889 1154 Und, trifft er's oder trifft er's nicht, entschuldigt ist.
Vorlage S. 889 1155 Nicht meiner Neigung wegen – denn nach meiner Hand
Vorlage S. 889 1156 Gewißlich trachten tausend Mädchen – sag ich das,
Vorlage S. 889 1157 Allein Agamemnon hat mich missbraucht und beschimpft.
Vorlage S. 889 1158 Er musst um meinen Namen mich ersuchen selbst
Vorlage S. 889 1159 Zum Köder, wenn sich Klytaimestra grade mir
Vorlage S. 889 1160 Nur ihre Tochter anzutraun bewegen ließ.
Vorlage S. 889 1161 Ich gab ihn dann den Griechen, wenn die Überfahrt
Vorlage S. 890 1162 In dieser Not gebunden lag, versagte nicht
Vorlage S. 890 1163 Der Sache meiner Kriegsgenossen diese Steur.
Vorlage S. 890 1164 Jetzt bin ich gar nichts, und den Heeresführern da
Vorlage S. 890 1165 Macht's kein Bedenken, gut zu handeln oder schlecht.
Vorlage S. 890 1166 Bald soll das Schwert entscheiden, welches, eh es noch
Vorlage S. 890 1167 Zu Phrygern kommt, von rotem Blute triefen wird,
Vorlage S. 890 1168 Wenn jemand deine Tochter mir entreißen will.
Vorlage S. 890 1169 Bleib ruhig: ja, ein mächtiger Gott erschien ich dir,
Vorlage S. 890 1170 Obwohl ich's nicht bin, denn ich rett und schirme dich.
Vorlage S. 890 1172 O Sohn des Peleus, deiner würdig war die Red
Vorlage S. 890 1173 Und wert der hehren Göttin, die in Fluten thront.
Vorlage S. 890 1174 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 890 1176 Wie mach ich's, dich zu loben nicht im Übermaß
Vorlage S. 890 1177 Und nicht zu sparsam, deiner Huld gewiss zu sein?
Vorlage S. 890 1178 Denn edle Seelen werden leicht bei ihrem Lob
Vorlage S. 890 1179 Dem Lober abhold, der sie überschwenglich preist.
Vorlage S. 890 1180 Und meinen Jammer vorzuklagen schäm ich mich
Vorlage S. 890 1181 Im eignen Notstand, welcher dich mitnichten drückt.
Vorlage S. 890 1182 Doch steht's dem braven Manne wohl an, mag er auch
Vorlage S. 890 1183 Nur ferne stehn, zu helfen, wo er Leiden sieht.
Vorlage S. 890 1184 Erbarm dich unser, unsre Lag ist jammervoll!
Vorlage S. 890 1185 Denn erstlich hofft ich, dich zum Sohn gewänn ich mir,
Vorlage S. 890 1186 Und nichtig war die Hoffnung; zweitens könnte leicht
Vorlage S. 890 1187 Zum schlimmen Zeichen deiner künftgen Braut gedeihn
Vorlage S. 890 1188 Das Sterben meiner Tochter, was du meiden musst.
Vorlage S. 890 1189 Jedoch den Eingang sprachst zu trefflich wie den Schluss:
Vorlage S. 890 1190 Wenn du nur willst, so wird mein Kind gerettet sein.
Vorlage S. 890 1191 Verlangst du's, dass sie flehend deine Knie umschlingt?
Vorlage S. 890 1192 Zwar mädchenhaft mitnichten ist's, doch wenn du's willst,
Vorlage S. 890 1193 Erscheint sie, schamhaft, aber edlen freien Blicks.
Vorlage S. 890 1194 Wo nicht, erlang ich gleiches, wenn sie drinnen bleibt.
Vorlage S. 890 1195 ACHILLEUS.
Vorlage S. 890 1196 Sie bleibe: Hohes soll sich nicht erniedrigen.
Vorlage S. 890 1197 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 890 1198 Doch ziemt die Scham auch nur, soweit sie tunlich ist.
Vorlage S. 890 1199 ACHILLEUS.
Vorlage S. 890 1200 Bring weder deine Tochter vor mein Angesicht
Vorlage S. 890 1201 Noch setze uns boshaftem Tadel aus, o Frau;
Vorlage S. 890 1202 Denn eine Heeresmasse, eigner Sorgen bar,
Vorlage S. 890 1203 Liebt ehrenrührig und verleumderisch Geschwätz,
Vorlage S. 891 1204 Und überhaupt erreicht ihr, ob mich euer Flehn,
Vorlage S. 891 1205 Ob nicht verpflichtet, einerlei: es ist einmal
Vorlage S. 891 1206 Mein eifrig Ringen, euch zu retten aus der Not.
Vorlage S. 891 1207 Drum wisse, dass ich's ernstlich mein, und höre dies:
Vorlage S. 891 1208 Wofern ich lüg und deiner eitel spotte, will
Vorlage S. 891 1209 Ich sterben; aber leben will ich, rett ich sie!
Vorlage S. 891 1210 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 891 1211 O sei gesegnet, edler, zarter Leidenstrost!
Vorlage S. 891 1212 ACHILLEUS.
Vorlage S. 891 1213 Nun höre, wie's am besten einzurichten ist.
Vorlage S. 891 1214 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 891 1215 Was willst du sagen? Deiner Rede lauscht das Ohr.
Vorlage S. 891 1216 ACHILLEUS.
Vorlage S. 891 1217 Den Vater zur Vernunft zu bringen sei versucht.
Vorlage S. 891 1218 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 891 1219 Oh, der ist feig und zittert vor dem Heere bang!
Vorlage S. 891 1220 ACHILLEUS.
Vorlage S. 891 1221 Allein mit Gründen ringt man Gründe nieder doch.
Vorlage S. 891 1222 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 891 1223 Schwach ist mein Hoffen! Aber sprich, was soll ich tun?
Vorlage S. 891 1224 ACHILLEUS.
Vorlage S. 891 1225 Fürs erste fleh ihn, red ihm ab vom Kindesmord!
Vorlage S. 891 1226 Und widerstrebt er, wende dann dich nur an mich.
Vorlage S. 891 1227 Gesetzt jedoch, er folgt der Pflicht, so brauche ich
Vorlage S. 891 1228 Nicht einzuschreiten; denn die Rettung liegt darin.
Vorlage S. 891 1229 Ich selber bleib in beßrer Stellung so zum Freund,
Vorlage S. 891 1230 Und tadeln kann das Heer mich nicht, wenn mit Vernunft
Vorlage S. 891 1231 Die Sache mehr vollendet wird als mit Gewalt.
Vorlage S. 891 1232 Und endet's gut, so wird es mehr den Deinigen
Vorlage S. 891 1233 Und dir zum Wohlgefallen ohne meinen Dienst.
Vorlage S. 891 1234 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 891 1235 Klug und besonnen! Ja, ich tue, was du rätst.
Vorlage S. 891 1236 Doch wenn mir's, wie ich wünsche, nicht gelänge, wo
Vorlage S. 891 1237 Dich wiedersehen? Wohin muss ich armes Weib
Vorlage S. 891 1238 Mich wenden, um zu finden deinen Rettungsarm?
Vorlage S. 891 1239 ACHILLEUS.
Vorlage S. 891 1240 Dein Hüter wird, wo's nötig ist, zugegen sein,
Vorlage S. 891 1241 Damit man nicht, von Angst erregt, dich rennen sieht
Vorlage S. 891 1242 Durchs Heergewühl: erniedre nicht dein Ahnenhaus.
Vorlage S. 891 1243 Dein edler Vater Tyndaros verdient es nicht,
Vorlage S. 891 1244 Geschmäht zu werden; denn er ist in Hellas groß.
Vorlage S. 891 1245 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 891 1246 So sei es! Führ mich, und ich folg dir unbedingt.
Vorlage S. 891 1247 Und gibt's im Himmel Götter, musst du, edler Mann,
Vorlage S. 891 1248 Lohn ernten – gibt es keine, was bemühn wir uns?
Vorlage S. 891 1249 Beide ab.
Vorlage S. 891 1250 Strophe
Vorlage S. 891 1252 Oh, wie erscholl jubelnd der hochzeitliche Sang
Vorlage S. 892 1253 Unter hellem Flötengetön
Vorlage S. 892 1254 Und tanzlustiger Lauten Klang
Vorlage S. 892 1255 Und schilfrohriger Pfeifen,
Vorlage S. 892 1256 Als an des Pelions Höhn beim Göttergelag
Vorlage S. 892 1257 Der schönlockige Musenchor
Vorlage S. 892 1258 Kam zur Vermählung des Peleus,
Vorlage S. 892 1259 Im Taktschritt den Grund
Vorlage S. 892 1260 Rührte mit goldenen Sohlen!
Vorlage S. 892 1261 Und harmonischer Ruf schallte im Kentaurengebirg
Vorlage S. 892 1262 Und durch Pelions Forst zum Preis dem
Vorlage S. 892 1263 Aiaksohn und Thetis!
Vorlage S. 892 1264 Und der reizende Dardansproß,
Vorlage S. 892 1265 Der traute Liebling des Zeus,
Vorlage S. 892 1266 Schöpft' aus güldener Humpen weit-
Vorlage S. 892 1267 Räumigem Bauch den perlenden Saft,
Vorlage S. 892 1268 Phrygiens Sohn Ganymedes,
Vorlage S. 892 1269 Während am schimmernden Ufersand
Vorlage S. 892 1270 Rundreigen zum Tanze schlang
Vorlage S. 892 1271 Die nereische Schwesternschar
Vorlage S. 892 1272 Beim festlichen Jubel.
Vorlage S. 892 1273 Gegenstrophe
Vorlage S. 892 1274 Und mit dem Grün fichtener Baumzweige bekränzt,
Vorlage S. 892 1275 Kam der roßgestaltige Schwarm
Vorlage S. 892 1276 Der Kentauren zum Göttermahl,
Vorlage S. 892 1277 Der Weinkumme des Bakchos.
Vorlage S. 892 1278 Und die thessalischen Jungfraun sangen: »Ein Stern
Vorlage S. 892 1279 Wird, o göttliche Nereusmaid« –
Vorlage S. 892 1280 Seher Apollo: »Ein Held wird
Vorlage S. 892 1281 Erstehn deinem Schoß!«
Vorlage S. 892 1282 Cheiron auch, kundig der Musen:
Vorlage S. 892 1283 Sein Wort schilderte den, welcher ins Land Priams mit speer-
Vorlage S. 892 1284 Und schildrüstigen Myrmidonen
Vorlage S. 892 1285 Einst verwüstend hinzieht,
Vorlage S. 892 1286 Um den Leib mit der goldnen Wehr,
Vorlage S. 892 1287 Hephaistos' künstlichem Werk,
Vorlage S. 892 1288 Helm und Harnische, angetan,
Vorlage S. 893 1289 Der Mitgift der göttlichen Frau,
Vorlage S. 893 1290 Welche den Herrlichen Sohn nennt. –
Vorlage S. 893 1291 Also wurde das Hochzeitsfest
Vorlage S. 893 1292 Der edelgezeugten Maid
Vorlage S. 893 1293 Des Nereus und dem Peleus dort
Vorlage S. 893 1294 Von Göttern gefeiert!
Vorlage S. 893 1296 Aber dir
Vorlage S. 893 1297 Setzt die achaische Kriegerschar
Vorlage S. 893 1298 Einen Kranz aufs lockige Haar,
Vorlage S. 893 1299 Wie dem scheckigen muntern Rind,
Vorlage S. 893 1300 Aus Felsgrotten und Wildforst
Vorlage S. 893 1301 Unberührt von der Trift geholt!
Vorlage S. 893 1302 Die nicht unter Schalmeienschall
Vorlage S. 893 1303 Aufwuchs noch beim Hirtengesang,
Vorlage S. 893 1304 Sondern am Busen der Mutter erblüht',
Vorlage S. 893 1305 Eine achaische Fürstenbraut!
Vorlage S. 893 1306 Also wirkt
Vorlage S. 893 1307 Das Antlitz der Tugend und Scheu
Vorlage S. 893 1308 Nicht mehr zum Erröten,
Vorlage S. 893 1309 Wenn man die Macht der heiligen Scheu
Vorlage S. 893 1310 Fürder verachtet und Tugend und Recht
Vorlage S. 893 1311 So von Menschen verhöhnt wird,
Vorlage S. 893 1312 Wenn Willkür die Gesetze beugt,
Vorlage S. 893 1313 Angst vor göttlicher Strafe nicht
Vorlage S. 893 1314 Mehr herrscht unter der Menschheit!
Vorlage S. 893 1315 Klytaimestra tritt aus dem Zelt.
Vorlage S. 893 1316 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 893 1317 Ich tret heraus, mich nach dem Gatten umzusehn,
Vorlage S. 893 1318 Der vom Gemache fort ist schon geraume Zeit.
Vorlage S. 893 1319 In Tränen sitzet drinnen mein unselig Kind,
Vorlage S. 893 1320 Abwechselnd laut wehklagend, weinend, jammernd dann,
Vorlage S. 893 1321 Seit ihr die Absicht ihres Vaters ward bekannt. –
Vorlage S. 893 1322 Doch sieh, er steht in meiner Näh, von dem ich sprach.
Vorlage S. 893 1323 Agamemnon, dessen frevelhaftes Handeln man
Vorlage S. 893 1324 An seinem eignen Kinde bald erfahren wird.
Vorlage S. 894 1325 Agamemnon tritt auf.
Vorlage S. 894 1326 AGAMEMNON.
Vorlage S. 894 1327 O Ledas Sprößling, sehr gelegen find ich dich
Vorlage S. 894 1328 Hier außen, um dir ohne Beisein unsres Kinds
Vorlage S. 894 1329 Ein Wort zu sagen, das die Braut nicht hören darf.
Vorlage S. 894 1330 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 894 1331 Sag an, worin dir Ort und Stund entgegenkommt.
Vorlage S. 894 1332 AGAMEMNON.
Vorlage S. 894 1333 Entsende deine Tochter mit mir aus dem Haus.
Vorlage S. 894 1334 Die heilige Sprenge steht bereit am Opferherd
Vorlage S. 894 1335 Samt Weihegries, ins Sühnungsfeuer einzustreun,
Vorlage S. 894 1336 Und Rinder, die, ihr dunkles Blut der Artemis
Vorlage S. 894 1337 Aussprudelnd, fallen sollen vor dem Fest der Braut.
Vorlage S. 894 1338 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 894 1339 Zwar deine Worte lauten gut, dein Tun jedoch –
Vorlage S. 894 1340 Ich weiß fürwahr nicht, wie ich's recht benennen soll!
Vorlage S. 894 1341 Hervor, mein Kind! Komm – was er vorhat, weißt du ja,
Vorlage S. 894 1342 Dein Vater – und nimm, eingehüllt in dein Gewand,
Vorlage S. 894 1343 Das Kind Orestes, deinen Bruder, mit heraus.
Vorlage S. 894 1344 Iphigenie und Orestes treten auf.
Vorlage S. 894 1345 Hier steht sie, folgsam deinem Willen, vor dir da!
Vorlage S. 894 1346 Das andre werd ich sprechen jetzt für mich und sie.
Vorlage S. 894 1347 AGAMEMNON.
Vorlage S. 894 1348 Mein Kind, du weinst und siehst mich nicht mehr freundlich an?
Vorlage S. 894 1349 Und senkst dein Aug und hältst den Schleier vors Gesicht?
Vorlage S. 894 1350 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 894 1352 Wo nur beginn ich in der Fülle meines Leids?
Vorlage S. 894 1353 Denn alles drängt sich, alles lässt zum ersten sich
Vorlage S. 894 1354 Gebrauchen und zur Mitte alles und zum Schluss!
Vorlage S. 894 1355 AGAMEMNON.
Vorlage S. 894 1356 Was gibt es? Alle seid ihr übereingestimmt!
Vorlage S. 894 1357 Verstörtes Wesen habt ihr und bestürzten Blick!
Vorlage S. 894 1358 Wem tat ich etwas?
Vorlage S. 894 1359 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 894 1360 Diese Frage tust du mir?
Vorlage S. 894 1361 Nun, dieser Sinn selbst hat gerade keinen Sinn!
Vorlage S. 894 1362 Antworte, was ich frage, mir aufrichtig, Mann!
Vorlage S. 894 1363 AGAMEMNON.
Vorlage S. 894 1364 Unnötige Mahnung! Dass du fragest, wünsch ich selbst.
Vorlage S. 894 1365 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 894 1366 Dein Kind und mein Kind umzubringen hast du vor.
Vorlage S. 894 1367 AGAMEMNON.
Vorlage S. 894 1369 Ein schrecklich Wort! Ein ungegründeter Verdacht!
Vorlage S. 894 1370 Wer gab ihn deinem Herzen?
Vorlage S. 895 1371 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 895 1372 Bleibe ruhig und
Vorlage S. 895 1373 Antwort noch einmal auf die erste Frage mir.
Vorlage S. 895 1374 AGAMEMNON.
Vorlage S. 895 1375 Und soll ich schicklich sprechen, frage Schickliches!
Vorlage S. 895 1376 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 895 1377 Das eben frag ich, sprich auch du dasselbe mir.
Vorlage S. 895 1378 AGAMEMNON.
Vorlage S. 895 1379 O göttlich Schicksal! O mein Unstern! Mein Geschick!
Vorlage S. 895 1380 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 895 1381 Und dieser ihrs und meines! drei Unseliger!
Vorlage S. 895 1382 AGAMEMNON.
Vorlage S. 895 1383 Ich bin verloren! Mein Geheimnis ist entdeckt!
Vorlage S. 895 1384 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 895 1385 Ja, alles weiß, erfuhr ich, was du tun mir willst!
Vorlage S. 895 1386 Und dein Verstummen, dieses Seufzen selber auch
Vorlage S. 895 1387 Ist Eingeständnis: also spare dir die Müh!
Vorlage S. 895 1388 AGAMEMNON.
Vorlage S. 895 1389 Nun ja, ich schweige! Denn wozu zu meiner Not
Vorlage S. 895 1390 Frechheit noch fügen, sagen, was nicht richtig ist?
Vorlage S. 895 1391 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 895 1392 Nun denn, so höre: offen will ich reden und
Vorlage S. 895 1393 Nicht, wie zum Vorspiel, mehr in Rätseln sprechen hier.
Vorlage S. 895 1394 Fürs erste – um von diesem Vorwurf auszugehn –:
Vorlage S. 895 1395 Du nahmst zur Frau mich wider Willen mit Gewalt,
Vorlage S. 895 1396 Nachdem du Tantal, meinen ersten Mann, in Fehd
Vorlage S. 895 1397 Erschlagen, mein Kind von der Brust mir mit Gewalt
Vorlage S. 895 1398 Gerissen hattest und zur Beute hingetan.
Vorlage S. 895 1399 Und Zeusens Zwillingssöhne, meine Brüder, zwar,
Vorlage S. 895 1400 Zu Rosse blinkend, überzogen dich mit Krieg,
Vorlage S. 895 1401 Allein mein alter Vater Tyndar schirmte dich,
Vorlage S. 895 1402 Den Flehnden, und verlieh dir wieder meine Hand.
Vorlage S. 895 1403 Mit dir versöhnt dann, wirst du selbst bezeugen, wie
Vorlage S. 895 1404 Ich dir ein tadelloses Weib im Hause war,
Vorlage S. 895 1405 In keuscher Treue sittsam, dass der Segen wuchs
Vorlage S. 895 1406 In deiner Wohnung und du wiederkehrend stets
Vorlage S. 895 1407 Froh und zufrieden, wenn du ausgingst, glücklich warst.
Vorlage S. 895 1408 Ein solches Weib zu finden ist ein seltnes Glück
Vorlage S. 895 1409 Für Männer, aber schlechte sind kein seltner Fund.
Vorlage S. 895 1410 Drei Töchter vor dem Sohne da gebar ich dir,
Vorlage S. 895 1411 Davon du mir unmenschlich eine rauben willst.
Vorlage S. 895 1412 Und fragt man dich, zu welchem Zweck sie sterbe, sprich,
Vorlage S. 895 1413 Was kannst du sagen? Oder ich statt deiner tu's:
Vorlage S. 895 1414 Dass Menelas Helenen wieder habe. Schön,
Vorlage S. 895 1415 Sein Kind als Preis zu geben für die Buhlerin,
Vorlage S. 895 1416 Das Schlimmste einzuhandeln für das Teuerste!
Vorlage S. 896 1417 Sag, wenn du nun im Felde bist und ich daheim
Vorlage S. 896 1418 Und dort in deinem langen Absein bleib allein –
Vorlage S. 896 1419 Wie muss mir wohl im Hause dort zumute sein,
Vorlage S. 896 1420 Wenn, sie in all den öden Räumen suchend, sie
Vorlage S. 896 1421 Im Fraungemach vermissend, unter Tränen ich
Vorlage S. 896 1422 Dort sitz allein und ewig sie beweinen muss:
Vorlage S. 896 1423 »Mein Kind, dein eigner Vater hat dich umgebracht,
Vorlage S. 896 1424 Dich selbst erwürgt, kein andrer, und mit eigner Hand!«
Vorlage S. 896 1425 Und welchen Lohn dann hast du dort dir selbst gesät,
Vorlage S. 896 1426 Indem es eines leichten Vorwands nur bedarf,
Vorlage S. 896 1427 Dass dir von mir und meinen andern Töchtern ein
Vorlage S. 896 1428 Empfang bereitet werde, wie du's würdig bist?
Vorlage S. 896 1429 O nein, bei allen Göttern, nein, o zwinge nicht
Vorlage S. 896 1430 Mich, schlimm an dir zu handeln! Handle nicht so schlimm!
Vorlage S. 896 1431 Wohlan!
Vorlage S. 896 1432 Du opferst sie! Was sprichst du für Gebet' dabei?
Vorlage S. 896 1433 Wie willst du Segen dir erflehn beim Kindesmord?
Vorlage S. 896 1434 Und ziemt es mir, um Segen wohl für dich zu flehn?
Vorlage S. 896 1435 Oh, dann für sinnlos hielt ich wohl die Götter, wenn
Vorlage S. 896 1436 Ich dem gewogen wäre, der die Meinen schlug!
Vorlage S. 896 1437 Und willst du deine Kinder herzen, heimgekehrt?
Vorlage S. 896 1438 Du hast das Recht verscherzet! Keines blickt dich an,
Vorlage S. 896 1439 Nachdem du ihrer eines hin zur Schlachtung gabst.
Vorlage S. 896 1440 Sprich, hast du dieses schon erwogen? Oder liegt
Vorlage S. 896 1441 Dir bloß dein Zepter und dein Feldherrntum im Sinn?
Vorlage S. 896 1442 Dir, der die billige Rede sprechen musst im Heer:
Vorlage S. 896 1443 »Achaier, wollt ihr segeln nach der Phrygerstadt,
Vorlage S. 896 1444 So werft das Los drum, wessen Tochter sterben soll.«
Vorlage S. 896 1445 Das war gerecht, nicht aber, dass nur du dein Kind
Vorlage S. 896 1446 Als auserwähltes Opfer gabst den Danaern.
Vorlage S. 896 1447 Sonst konnte, dessen Sach es war, auch Menelas
Vorlage S. 896 1448 Die Tochter für die Mutter töten. Soll denn ich
Vorlage S. 896 1449 Mein Kind verlieren, die dem Gatten treu verblieb,
Vorlage S. 896 1450 Und sie, die Buhlerin, glücklich sein, indem ihr Kind
Vorlage S. 896 1451 Zu Sparta wohlbehütet bleibt im Fraungemach?
Vorlage S. 896 1452 Dies widerlege, wenn ich was nicht richtig sprach.
Vorlage S. 896 1453 Doch hab ich recht in allem, oh, dann töte nicht
Vorlage S. 897 1454 Mein Kind und deines, sondern handle tugendhaft.
Vorlage S. 897 1455 CHOR(FÜHRERIN).
Vorlage S. 897 1456 Folg ihr! Sein Kind erhalten ist 'ne gute Tat,
Vorlage S. 897 1457 Agamemnon; keine Seele widerspricht uns hier.
Vorlage S. 897 1458 IPHIGENIE.
Vorlage S. 897 1459 Besäß ich, o mein Vater, Orpheus' Zaubermund
Vorlage S. 897 1460 Und könnte Steine rühren, um mir nachzuziehn,
Vorlage S. 897 1461 Und kirren, wen ich wollte, mittelst Redekunst:
Vorlage S. 897 1462 Nach solchem griff ich! Aber so all meine Kunst
Vorlage S. 897 1463 Sind Tränen: diese bring ich, dieses kann ich bloß,
Vorlage S. 897 1464 Und statt des Ölzweigs leg ich flehend meinen Leib,
Vorlage S. 897 1465 Den hier die Mutter dir geboren, dir ans Knie:
Vorlage S. 897 1466 Vernichte meine Blüte nicht! Dies Licht zu schaun
Vorlage S. 897 1467 Ist süß! Oh, stoß mich nicht hinab ins finstre Reich!
Vorlage S. 897 1468 Ich war die erste, die dich Vater nannte, die
Vorlage S. 897 1469 Du Tochter nanntest, die, gewiegt auf deinem Knie,
Vorlage S. 897 1470 Liebkosung, holde, gab und hold entgegennahm.
Vorlage S. 897 1471 Da sprachst du manchmal: »Werd ich dich, mein Kind, dereinst
Vorlage S. 897 1472 In einem reichbeglückten Hause glücklich sehn,
Vorlage S. 897 1473 Gesund und blühend, wie es meiner würdig ist?«
Vorlage S. 897 1474 Und ich dagegen, deinen Wangen angeschmiegt,
Vorlage S. 897 1475 Denselben, die jetzt bittend meine Hand berührt:
Vorlage S. 897 1476 »Und ich, mein Vater, wenn du alt bist, werd ich dich
Vorlage S. 897 1477 Mit holdem Willkomm grüßen unter meinem Dach,
Vorlage S. 897 1478 Mit Pfleg und Wartung dir die Mühn vergelten wohl?«
Vorlage S. 897 1479 Und diese Rede lebt in meinem Herzen noch –
Vorlage S. 897 1480 Du hast sie nun vergessen, töten willst du mich!
Vorlage S. 897 1481 O nein, bei Pelops, deinem Vater Atreus und
Vorlage S. 897 1482 Bei dieser Mutter, die mit Schmerzen einst gebar
Vorlage S. 897 1483 Und jetzt aufs neue Schmerzen um mich leiden soll! –
Vorlage S. 897 1484 Was geht mich Alexanders Liebschaft an und was
Vorlage S. 897 1485 Helena? Wie geriet sie mir zum Untergang?
Vorlage S. 897 1486 Oh, blick mich an! Oh, gönn mir Kuß und Auge doch
Vorlage S. 897 1487 Und lass mich dies zum Angedenken wenigstens
Vorlage S. 897 1488 Mitnehmen, wenn dich meine Rede nicht erweicht!
Vorlage S. 897 1489 O Bruder, zwar ein schwacher Beistand bist du mir,
Vorlage S. 897 1490 Doch hilf mir gleichwohl weinen, flehn zum Vater hier:
Vorlage S. 897 1491 Er soll die Schwester nicht ermorden. Mitgefühl
Vorlage S. 897 1492 Für Leiden haben selbst ja zarte Kinder auch!
Vorlage S. 898 1493 Sieh her, mein Vater, schweigend fleht das Kind dich an.
Vorlage S. 898 1494 O hege Scheu! O fühl Erbarmen! Schone mein!
Vorlage S. 898 1495 Zwei Kinder flehn an deinen Wangen! Ja! du musst,
Vorlage S. 898 1496 Und alle Gründe fasst das eine siegend Wort:
Vorlage S. 898 1497 Dies Licht zu schaun ist Menschen süß, das Süßeste!
Vorlage S. 898 1498 Jenseits ist nichts! Ein Tor ist, wer den Tod begehrt!
Vorlage S. 898 1499 Ein elend Dasein besser als ein schöner Tod!
Vorlage S. 898 1501 O arges Weib, Helena, du und deine Lieb,
Vorlage S. 898 1502 Ihr schafft den Atreuskindern diese große Not!
Vorlage S. 898 1503 AGAMEMNON.
Vorlage S. 898 1504 Ich hab ein Herz und fühle wohl, was rührend ist,
Vorlage S. 898 1505 Und liebe meine Kinder; sinnlos wär ich sonst!
Vorlage S. 898 1506 Entsetzlich ist es, wenn die Tat geschieht, o Frau,
Vorlage S. 898 1507 Entsetzlich, wenn ich's weigere – doch sie muss geschehn.
Vorlage S. 898 1508 Seht diesen Wall von Schiffen, dieses Kriegerheer,
Vorlage S. 898 1509 In Erz und Harnisch diese Griechenfürsten-Schar,
Vorlage S. 898 1510 Für die es keine Fahrt zu Ilions Mauern gibt
Vorlage S. 898 1511 Und keine Eroberung jener stolzen Felsenburg,
Vorlage S. 898 1512 Wofern ich nicht dich opfere, wie der Seher spricht.
Vorlage S. 898 1513 Ein toller Eifer hat das Griechenheer gepackt,
Vorlage S. 898 1514 In Eile hinzusteuern nach der welschen Stadt,
Vorlage S. 898 1515 Einhalt zu tun den Räuberein an Griechenfraun.
Vorlage S. 898 1516 Ihr Grimm ermordet in Myken die Mädchen mir
Vorlage S. 898 1517 Und mich und euch, erfüll ich nicht den Seherspruch.
Vorlage S. 898 1518 Nicht Menelas ist's, der mich knechtet, liebes Kind,
Vorlage S. 898 1519 Nicht seinem Willen frön ich, hab ich mich gefügt:
Vorlage S. 898 1520 Nein, Hellas ist es, dem ich, wollend oder nicht,
Vorlage S. 898 1521 Dich opfern muss; denn wider dieses sind wir nichts.
Vorlage S. 898 1522 Frei muss, mein Kind, soviel an dir liegt und an mir,
Vorlage S. 898 1523 Das Vaterland sein, nicht den Welschen untertan,
Vorlage S. 898 1524 Und Griechenfrauen nicht der Welschen Beute sein!
Vorlage S. 898 1526 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 898 1527 O Kind! O Fraun! O Jammergeschick!
Vorlage S. 898 1528 Weh mir! Dein Tod, unseliges Kind!
Vorlage S. 898 1529 Fort geht er, verlässt
Vorlage S. 898 1530 Dich, der Vater, und gibt dich dem Tod preis!
Vorlage S. 898 1531 IPHIGENIE.
Vorlage S. 899 1532 O Mutter! Ach weh! O Mutter, es ist
Vorlage S. 899 1533 Ein Lied, ein Leid uns beiden verhängt!
Vorlage S. 899 1534 Dies freundliche Licht,
Vorlage S. 899 1535 Ach, die Sonne gehört mir nicht mehr!
Vorlage S. 899 1536 O weh! O weh!
Vorlage S. 899 1537 Du schneereichen Idäergebirges Tal,
Vorlage S. 899 1538 Wohin Priam einst legte ein zartes Kind,
Vorlage S. 899 1539 Zum tödlichen Verderben, von der Mutter fern, hinausstieß –
Vorlage S. 899 1540 Hätte nie, bei Rindern hirtlich aufgezogen, jener Findling
Vorlage S. 899 1541 Nie an den schimmernden Wassern geweilt, wo die Nymphen
Vorlage S. 899 1542 Sich der Quellen erfreun
Vorlage S. 899 1543 Und grün pranget die Au, blumengeschmückt!
Vorlage S. 899 1544 Wo Pallas sich einstens hinbegab,
Vorlage S. 899 1545 Kypris, die listge, und
Vorlage S. 899 1546 Hera samt Hermes, den Zeus gesandt:
Vorlage S. 899 1547 Kypris um Liebreiz stolz, Pallas ob Heldentums
Vorlage S. 899 1548 Und Hera ob des höchsten Zeus
Vorlage S. 899 1549 Fürstlichem Ehebett,
Vorlage S. 899 1550 Zum Schönheitsgericht im unselgen Streit
Vorlage S. 899 1551 Und mir zum frevelhaften Mord,
Vorlage S. 899 1552 Dass mich die Jungfrau Artemis der Fahrt
Vorlage S. 899 1553 Nach Ilion vom Heer zum Voropfer nimmt!
Vorlage S. 899 1554 Und es verlässt der Vater mich, Mutter, weh!
Vorlage S. 899 1555 Der mir das Leben gab, gibt mich dem Tode preis!
Vorlage S. 899 1556 O Jammerlos, ach, welches Leid erleb ich
Vorlage S. 899 1557 Von dieser Unheils-Helena!
Vorlage S. 899 1558 Es tötet, schlachtet, würgt mich
Vorlage S. 899 1559 Des frevelhaften Vaters frevelhafter Mord!
Vorlage S. 899 1560 Oh, hätte doch nie dies Aulisgestad
Vorlage S. 899 1561 Empfangen die Kiel' erzschnabliger Schiff
Vorlage S. 899 1562 In der bergenden Bucht, gen Troja
Vorlage S. 899 1563 Kriegsvolk hinführende Segel!
Vorlage S. 899 1564 Hätte doch Zeus nie
Vorlage S. 899 1565 Widrige Windströmung geweht am
Vorlage S. 899 1566 Eurip, des Hauch sich dem Bootsmann dreht
Vorlage S. 899 1567 Nach Ost und nach West,
Vorlage S. 900 1568 Nach Süd und nach Nord, zu Freud und Verdruss,
Vorlage S. 900 1569 Diesem zur Hemmung, jenem zur Abfahrt!
Vorlage S. 900 1570 Ach, wie gequält, wie gequält ist der endlichen Menschen
Vorlage S. 900 1571 Armes Geschlecht! Vom Verhängten sich loszuringen,
Vorlage S. 900 1572 Umsonst versucht er's!
Vorlage S. 900 1573 O weh! O weh!
Vorlage S. 900 1574 Großes Leid hat Tyndars Tochter, großes Weh
Vorlage S. 900 1575 Den Griechen zubereitet!
Vorlage S. 900 1577 Mein Herz empfindet um dein großes Missgeschick
Vorlage S. 900 1578 Mitleid. Wie schwer, wie unverdient erleidest du's!
Vorlage S. 900 1579 IPHIGENIE.
Vorlage S. 900 1580 Teure Mutter, ach, ich seh da eine Schar von Männern nahn.
Vorlage S. 900 1581 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900 1582 Kind, es ist der Göttin Sohn, für den ich dich hierhergebracht.
Vorlage S. 900 1583 IPHIGENIE.
Vorlage S. 900 1584 Schließt mir auf die Pforten, Knechte, dass ich mich verbergen kann!
Vorlage S. 900 1585 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900 1586 Kind, warum denn fliehn?
Vorlage S. 900 1587 IPHIGENIE.
Vorlage S. 900 1588 Erröten muss ich, diesen Mann zu sehn.
Vorlage S. 900 1589 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900 1590 Und warum?
Vorlage S. 900 1591 IPHIGENIE.
Vorlage S. 900 1592 Des traurgen Ausgangs meiner Brautschaft
Vorlage S. 900 1593 schäm ich mich.
Vorlage S. 900 1594 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900 1595 Deine gegenwärtige Lage duldet keine Zärtlichkeit.
Vorlage S. 900 1596 Achilleus tritt auf.
Vorlage S. 900 1597 ACHILLEUS.
Vorlage S. 900 1598 Unglückselges Weib, der Leda Sprößling –
Vorlage S. 900 1599 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900 1600 Leider bin ich das!
Vorlage S. 900 1601 ACHILLEUS.
Vorlage S. 900 1602 Schrein und Toben herrscht im Lager –
Vorlage S. 900 1603 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900 1604 Und worüber? Sag es an!
Vorlage S. 900 1605 ACHILLEUS.
Vorlage S. 900 1606 Wegen deiner Tochter.
Vorlage S. 900 1607 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900 1608 Oh, Weissagung schlimmer Meldungen!
Vorlage S. 900 1609 ACHILLEUS.
Vorlage S. 900 1610 Dass der Jungfrau Opfrung nötig sei.
Vorlage S. 900 1611 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900 1612 Und niemand widerspricht?
Vorlage S. 900 1613 ACHILLEUS.
Vorlage S. 900 1614 Selbst versucht ich's, und der Aufruhr drohte mir –
Vorlage S. 900 1615 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900 1616 Was? Edler Freund!
Vorlage S. 900 1617 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1618 Mich mit Steinen totzuwerfen!
Vorlage S. 901 1619 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1620 Für das Leben meines Kinds?
Vorlage S. 901 1621 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1622 Eben dies!
Vorlage S. 901 1623 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1624 Und wer vermaß sich, anzutasten deinen Leib?
Vorlage S. 901 1625 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1626 Alle Griechen.
Vorlage S. 901 1627 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1628 Standen dir nicht deine Myrmidonen bei?
Vorlage S. 901 1629 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1630 Ihre Empörung war die erste.
Vorlage S. 901 1631 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1632 Weh, wir sind verloren, Kind!
Vorlage S. 901 1633 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1634 Nannten mich den brautbetörten Freier.
Vorlage S. 901 1635 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1636 Und was sagtest du?
Vorlage S. 901 1637 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1638 Dass ich nicht die mir Verlobte morden lasse.
Vorlage S. 901 1639 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1640 Ganz gerecht!
Vorlage S. 901 1641 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1642 Die der Vater zugesagt hat –
Vorlage S. 901 1643 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1644 Und von Argos hergesandt!
Vorlage S. 901 1645 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1646 Doch der Aufruhr überschrie mich.
Vorlage S. 901 1647 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1648 Pöbels Wut ist fürchterlich!
Vorlage S. 901 1649 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1650 Dennoch schütz ich dich.
Vorlage S. 901 1651 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1652 Und kämpfest einer gegen Hunderte?
Vorlage S. 901 1653 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1654 Siehst du diese hier im Harnisch?
Vorlage S. 901 1655 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1656 Werde dir der Tugend Lohn!
Vorlage S. 901 1657 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1658 Ja, das hoff ich.
Vorlage S. 901 1659 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1660 Und mein Kind stirbt also nicht am Opferherd?
Vorlage S. 901 1661 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1662 Nicht, solang ich's wehren kann.
Vorlage S. 901 1663 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1664 Hand anzulegen kommt man her?
Vorlage S. 901 1665 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1666 Tausend, und voran Odysseus.
Vorlage S. 901 1667 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1668 Wohl der Sproß des Sisyphos?
Vorlage S. 901 1669 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1670 Eben der.
Vorlage S. 901 1671 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1672 Aus eignem Antrieb, oder hergesandt vom Heer?
Vorlage S. 901 1673 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1674 Willig und erwählt!
Vorlage S. 901 1675 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1676 Zum Blutvergießen! Welche schnöde Wahl!
Vorlage S. 901 1677 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1678 Doch ich werd ihn hemmen!
Vorlage S. 901 1679 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1680 Also schleppen will man sie mit Zwang?
Vorlage S. 901 1681 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1682 Ganz gewiss, an ihren Locken!
Vorlage S. 901 1683 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1684 Und was muss ich tun dabei?
Vorlage S. 901 1685 ACHILLEUS.
Vorlage S. 901 1686 Häng dich an die Tochter!
Vorlage S. 901 1687 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901 1688 So fest, dass sie nie mir sterben soll!
Vorlage S. 901 1689 ACHILLEUS.
Vorlage S. 902 1690 Doch du wirst das gleiche wohl erreichen –
Vorlage S. 902 1691 IPHIGENIE.
Vorlage S. 902 1692 Mutter, höre mich,
Vorlage S. 902 1693 Höret meine Wort: ich seh dich deinem Gatten ohne Grund
Vorlage S. 902 1694 Aufgebracht sein, und erzwingen lässt sich nichts Unmögliches.
Vorlage S. 902 1695 Dieses Freundes edler Eifer zwar ist alles Lobes wert,
Vorlage S. 902 1696 Doch auch du musst dies verhüten, dass das Heer ihn nicht verkenn
Vorlage S. 902 1697 Und wir doch nichts weiter wirken, während er es büßen muss.
Vorlage S. 902 1698 Nun vernimm, was Überlegung mir in meine Seele gab:
Vorlage S. 902 1699 Sieh, ich bin zu sterben willens; aber dieses eben soll
Vorlage S. 902 1700 Schön und rühmlich, mit Verbannung niedrer Sinnesart, geschehn.
Vorlage S. 902 1701 Komm und prüf, o Mutter, mit mir, wie mein Ratschluß richtig sei!
Vorlage S. 902 1702 Sieh, das ganze große Hellas richtet seine Blick auf mich;
Vorlage S. 902 1703 Denn die Überfahrt der Flotte ruht auf mir und Trojas Sturz,
Vorlage S. 902 1704 Und dass künftig keine Frauen aus dem seligen Hellas mehr
Vorlage S. 902 1705 Werden weggeführt, wenn diese Leides tun den Welschen dort
Vorlage S. 902 1706 Und den Raub Helenens strafen mit des Landes Untergang.
Vorlage S. 902 1707 Allem diesem bring ich sterbend Schutz und Heil, und herrlich wird
Vorlage S. 902 1708 So mein Tod sein; denn ich heiße Griechenlands Befreierin.
Vorlage S. 902 1709 Ja, auch ich darf nicht am Leben hängen, Mutter, gar zu fest;
Vorlage S. 902 1710 Dir allein gehör ich nicht an, sondern auch dem Vaterland.
Vorlage S. 902 1711 Wo so viele tausend Männer, angetan mit Stahl und Erz,
Vorlage S. 902 1712 Viele tausend Ruderschwinger sind bereit, des Vaterlands
Vorlage S. 902 1713 Schmach zu rächen an den Feinden und zu sterben für sein Wohl,
Vorlage S. 902 1714 Dürfte da mein einzig Leben allem dem im Wege stehn?
Vorlage S. 902 1715 Sag, was lässt sich dem entgegnen? Welcher irgend billige Grund?
Vorlage S. 902 1716 Lass mich dann auf jenes kommen: dieser Mann soll nicht in Kampf
Vorlage S. 902 1717 Mit dem Griechenvolk geraten, nicht sich opfern für ein Weib.
Vorlage S. 902 1718 Mehr denn tausend Frauenleben wiegt das Leben eines Manns.
Vorlage S. 902 1719 Und wenn Artemis doch einmal meinen Leib zum Opfern will,
Vorlage S. 902 1720 Werde ich, ein sterblich Wesen, hindern, was die Göttin will?
Vorlage S. 902 1721 Nein, umsonst! Ich gebe willig meinen Leib für Hellas hin:
Vorlage S. 902 1722 Opfert mich, verwüstet Troja! Ewiges Angedenken bleibt
Vorlage S. 902 1723 Dieses mir: dies gilt für Gatten, Kinder mir und Ehrenkranz.
Vorlage S. 902 1724 Dass die Griechen über Welsche herrschen, ziemt sich, aber nicht
Vorlage S. 902 1725 Welsche über Griechen: sie sind Sklaven, aber jene frei.
Vorlage S. 902 1727 Dein Handeln, Jungfrau, zwar ist groß und heldenhaft,
Vorlage S. 902 1728 Allein das Schicksal und die Göttin ungerecht.
Vorlage S. 902 1729 ACHILLEUS.
Vorlage S. 903 1730 O Kind Agamemnons, selig machen wollte mich
Vorlage S. 903 1731 Ein gnädiger Gott wohl im Besitze deiner Hand.
Vorlage S. 903 1732 Um dich beneid ich Hellas, und um Hellas dich.
Vorlage S. 903 1733 Denn deine Rede ist herrlich, wert des Vaterlands,
Vorlage S. 903 1734 Denn auf das Ringen mit des Schicksals stärkrer Macht
Vorlage S. 903 1735 Verzichtend, fühlst du, was die Pflicht heischt und die Not.
Vorlage S. 903 1736 IPHIGENIE.
Vorlage S. 903 1737 Ohn andre Rücksicht gegen jeden sag ich das.
Vorlage S. 903 1738 Dass Tyndars Tochter zwischen Männern Kampf und Mord
Vorlage S. 903 1739 Um ihren Leib verschuldet, ist genug – um mich
Vorlage S. 903 1740 Sollst du, mein Freund, nicht sterben, keinen töten auch;
Vorlage S. 903 1741 Und lass mich Hellas retten, wenn's mir möglich ist.
Vorlage S. 903 1742 ACHILLEUS.
Vorlage S. 903 1743 O hohe Seele! Gegen dieses lässt sich nichts
Vorlage S. 903 1744 Erwidern, weil es dir genehm ist. Ja, du denkst
Vorlage S. 903 1745 Erhaben! Sollt ich nicht die Wahrheit eingestehn?
Vorlage S. 903 1746 Doch wär es möglich, dass dich dein Entschluss gereut.
Vorlage S. 903 1747 Drum dass du, wie ich's meine, durch die Tat erfährst,
Vorlage S. 903 1748 So werd ich, diese Kriegerschar beim Opferherd
Vorlage S. 903 1749 Aufstellend, deiner Erscheinung dort gewärtig sein.
Vorlage S. 903 1750 Ab mit den Kriegern.
Vorlage S. 903 1751 IPHIGENIE.
Vorlage S. 903 1752 O Mutter, stille Tränen feuchten deinen Blick?
Vorlage S. 903 1753 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903 1754 Und hab ich nicht zum Weinen Grund, ich armes Weib?
Vorlage S. 903 1755 IPHIGENIE.
Vorlage S. 903 1756 Erweiche mich nicht, auch gewähr mir dieses noch –
Vorlage S. 903 1757 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903 1758 Sprich nur, mein Kind: nichts, wie's auch sie, versag ich dir.
Vorlage S. 903 1759 IPHIGENIE.
Vorlage S. 903 1760 Du sollst vom Haupt dir keine Locken schneiden und
Vorlage S. 903 1761 Auch keine Trauerkleider legen um den Leib.
Vorlage S. 903 1762 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903 1763 Wieso, mein Kind? Ich werde deiner doch beraubt!
Vorlage S. 903 1764 IPHIGENIE.
Vorlage S. 903 1765 Das wirst du nicht: ich lebe dir zu hohem Ruhm.
Vorlage S. 903 1766 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903 1767 Wie meinst du? Um dein Leben muss ich trauern doch?
Vorlage S. 903 1768 IPHIGENIE.
Vorlage S. 903 1769 Mitnichten! Kein Grabhügel türmt sich über mir.
Vorlage S. 903 1770 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903 1771 Wie? wenn du doch verscheidest? Ziemt Bestattung nicht?
Vorlage S. 903 1772 IPHIGENIE.
Vorlage S. 903 1773 Der Göttin Herd, der Zeusenstochter, ist mein Grab.
Vorlage S. 903 1774 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903 1775 Ja, Kind, ich will dir folgen, weil du richtig sprichst.
Vorlage S. 903 1776 IPHIGENIE.
Vorlage S. 903 1777 Ich sterb als Siegerin und Wohltäterin Griechenlands.
Vorlage S. 903 1778 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903 1779 Was soll ich deinen Schwestern von dir melden, Kind?
Vorlage S. 903 1780 IPHIGENIE.
Vorlage S. 903 1781 Auch ihnen lege keine schwarzen Kleider an.
Vorlage S. 903 1782 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903 1783 Und sag ich ihnen nicht von dir ein holdes Wort?
Vorlage S. 903 1784 IPHIGENIE.
Vorlage S. 904 1785 Ein Lebewohl! Oresten da erzieh zum Mann.
Vorlage S. 904 1786 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904 1787 Küß ihn noch einmal, denn du siehst ihn nimmermehr.
Vorlage S. 904 1788 IPHIGENIE.
Vorlage S. 904 1789 Du liebes Herz, du hast mich redlich unterstützt.
Vorlage S. 904 1790 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904 1791 Vermag ich dir in Argos was zulieb zu tun?
Vorlage S. 904 1792 IPHIGENIE.
Vorlage S. 904 1793 Nicht grollen sollst du meinem Vater, deinem Mann.
Vorlage S. 904 1794 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904 1795 Er soll um dich mir manchen harten Kampf bestehn.
Vorlage S. 904 1796 IPHIGENIE.
Vorlage S. 904 1797 Er bringt mich ungern Griechenland zum Opfer dar.
Vorlage S. 904 1798 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904 1799 Doch hinterlistig, feige! Atreus schämt sich sein!
Vorlage S. 904 1800 IPHIGENIE.
Vorlage S. 904 1801 Wer führt mich hin, eh man mich bei den Locken fasst?
Vorlage S. 904 1802 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904 1803 Ich gehe mit –
Vorlage S. 904 1804 IPHIGENIE.
Vorlage S. 904 1805 O nein, das ist nicht wohlgetan!
Vorlage S. 904 1806 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904 1807 An dein Gewand mich hängend.
Vorlage S. 904 1808 IPHIGENIE.
Vorlage S. 904 1809 Mutter, folge mir
Vorlage S. 904 1810 Und bleibe: schöner steht es so uns beiden an;
Vorlage S. 904 1811 Und einer von des Vaters Dienern leite mich
Vorlage S. 904 1812 Zur Aue hin der Göttin, wo das Opfer fällt.
Vorlage S. 904 1813 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904 1814 Du gehst, mein Kind?
Vorlage S. 904 1815 IPHIGENIE.
Vorlage S. 904 1816 Ich gehe ohne Wiederkehr!
Vorlage S. 904 1817 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904 1818 Fort von der Mutter?
Vorlage S. 904 1819 IPHIGENIE.
Vorlage S. 904 1820 Wie du siehst, so unverdient!
Vorlage S. 904 1821 KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904 1822 Verlaß mich nicht! Ob, bleibe!
Vorlage S. 904 1823 IPHIGENIE.
Vorlage S. 904 1824 Weinen sollst du nicht!
Vorlage S. 904 1825 Ihr aber, Jungfraun, stimmet an ein Jubellied
Vorlage S. 904 1826 Bei meinem Untergange! »Singet Artemis,
Vorlage S. 904 1827 Zeus' Tochter!« schalle Segensruf im Danaerheer!
Vorlage S. 904 1828 Herbei die Opferkörbe, lasst die Flamme glühn
Vorlage S. 904 1829 Vom Sühnungsguß des Grieses! Und mein Vater soll
Vorlage S. 904 1830 Rechtshin den Herd umwandeln! Denn Triumph und Heil
Vorlage S. 904 1831 Dem Vaterland und Ruhm zu bringen, zieh ich hin!
Vorlage S. 904 1832 So führt mich hin, mich, der Burg, Trojas Überwinderin!
Vorlage S. 904 1833 Bringt Binden her – hier ist die Locke! –, bringt den Kranz
Vorlage S. 904 1834 Und die Weihungssprengen!
Vorlage S. 904 1835 Schlingt Reigen um den Altar,
Vorlage S. 904 1836 Tanzt der Fürstin Artemis, der selgen!
Vorlage S. 904 1837 Perlentau von Vaters Hand
Vorlage S. 904 1838 Und heilige Sprenge harrt mein,
Vorlage S. 904 1839 Dass mein Blut, mein Opfertod, weil es sein
Vorlage S. 904 1840 Muss, den Schicksalsbeschluß entrolle!
Vorlage S. 905 1842 Oh, seht sie ziehn, sie, der Burg, Trojas Überwinderin,
Vorlage S. 905 1843 Hinwandeln, wo man auf das Haupt den Kranz ihr legt
Vorlage S. 905 1844 Und die Weihungsspreng', und
Vorlage S. 905 1845 Der blutgen Göttin Altar
Vorlage S. 905 1846 Trieft vom Tau der blutgenetzten Sprenge,
Vorlage S. 905 1847 Wo der jugendschöne Hals
Vorlage S. 905 1848 Verwundet wird vom Schlächter,
Vorlage S. 905 1849 Dass die Flotte, dass das Heer Griechenlands
Vorlage S. 905 1850 Hin zur Burg Troja freudig segle!
Vorlage S. 905 1851 IPHIGENIE.
Vorlage S. 905 1852 So leb wohl, Mutterland, Pelasgerland,
Vorlage S. 905 1853 Myken', oh, meine traute Heimat!
Vorlage S. 905 1855 Du nennst des Perseus stolze Burg,
Vorlage S. 905 1856 Gemauert vom Kyklopenarm!
Vorlage S. 905 1857 IPHIGENIE.
Vorlage S. 905 1858 Du zogst mich auf, dem Vaterland
Vorlage S. 905 1859 Zum Heil: mit Freuden scheid ich hin!
Vorlage S. 905 1861 Ruhm und Ehre folgt dir nach!
Vorlage S. 905 1862 IPHIGENIE.
Vorlage S. 905 1863 Leb wohl, leb wohl, klarer Strahl des Himmelslichts,
Vorlage S. 905 1864 Glanz des Tags! Ein andres Los tut sich, ein
Vorlage S. 905 1865 Andres Dasein mir auf!
Vorlage S. 905 1866 Sei gesegnet, freundlich Licht!
Vorlage S. 905 1867 Auf, wohlauf, ihr jungen Fraun,
Vorlage S. 905 1868 Singet Lob der Göttin, die
Vorlage S. 905 1869 Thronet genüber Chalkis,
Vorlage S. 905 1870 Wo die Schiffeskiele ringen auf der eng-
Vorlage S. 905 1871 Furtgen Aulis-Reede!
Vorlage S. 905 1873 Auf, und singt der Tochter Zeus'
Vorlage S. 905 1874 Preis und Lob, der Artemis,
Vorlage S. 905 1875 Singet der Himmelsfürstin,
Vorlage S. 905 1876 Dass zum Sieg, mit günstgem Glück das Griechenheer
Vorlage S. 905 1877 Hin nach Troja steure!
Vorlage S. 905 1878 O mächtge Herrin, die der Menschenopfer sich
Vorlage S. 905 1879 Erfreut, geleit ins Phrygerland
Vorlage S. 905 1880 Hin das mächtge Griechenheer
Vorlage S. 905 1881 Und zu dem Räubersitz Troja! Lass
Vorlage S. 905 1882 Agamemnon des Sieges
Vorlage S. 905 1883 Herrlichste Kränze ums griechische Heer
Vorlage S. 906 1884 Sowie um sein Haupt des Ruhms
Vorlage S. 906 1885 Schönen Kranz unverwelklich flechten!
Vorlage S. 906 1886 Der echte Schluß des Dramas ist verloren. In unseren Handschriften folgt ein Botenbericht, der mindestens größtenteils Ergänzung ist. Durch ein antikes Zitat ist gesichert – was ohnehin von der Anlage des Stücks gefordert wird –, daß Artemis erschien und die Rettung Iphigenies ankündigte. Aus ihrer Rede, in der sie zweifellos auch begründete, warum sie gerade Agamemnons Tochter als Opfer verlangt habe, werden folgende Verse angeführt.
Vorlage S. 906 1887 (ARTEMIS.)
Vorlage S. 906 1888 Und einen hochgehörnten Hirsch den Griechen will
Vorlage S. 906 1889 Ich in die Hände spielen, welchen schlachtend, sie
Vorlage S. 906 1890 Dein Kind zu schlachten träumen ...
Vorlage S. 906