Zum Inhalt springen

Buch - Iphigenie in Aulis - Euripides

Aus MOOCsWiki Staging
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.

← Bücher-Welt

Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Iphigenie in Aulis

Euripides

Iphigenie in Aulis von Euripides. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–131 Abschnitte
Historische Darstellung von Euripides
Historische Darstellung von Euripides — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Unidentified engraver · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Johann Adam Hartung

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 1 von 1

Euripides

1
Euripides
2
Iphigenie in Aulis
3
(Iphigeneia he en Aulidi)
4
Personen.
Vorlage S. 864
5
Agamemnon
Vorlage S. 864
6
Ein alter Diener
Vorlage S. 864
7
Chor junger Frauen aus Chalkis
Vorlage S. 864
8
Menelaos
Vorlage S. 864
9
Bote
Vorlage S. 864
10
Klytaimestra
Vorlage S. 864
11
Iphigenie
Vorlage S. 864
12
Achilleus
Vorlage S. 864
13
Artemis
Vorlage S. 864
14
Vor dem Zelt Agamemnons in Aulis.
Vorlage S. 864
15
AGAMEMNON
Vorlage S. 864
16
mit einem Brief in der Hand.
Vorlage S. 864
17
Der Thestios-Tochter Leda blühten Mädchen drei:
Vorlage S. 864
18
Phoibe und meine Gattin Klytaimestra und
Vorlage S. 864
19
Helena, um welche werbend Griechensöhne viel
Vorlage S. 864
20
Erschienen, die mit Gut und Macht gesegnetsten.
Vorlage S. 864
21
Und heftige Drohung schwur man, Mord um Mord, sich zu,
Vorlage S. 864
22
Wenn man der Braut verlustig würde, gegenseits.
Vorlage S. 864
23
Das setzt' den Vater Tyndar in Verlegenheit:
Vorlage S. 864
24
Ob geben, ob nicht geben? Wie das Glück sodann
Vorlage S. 864
25
Anfassen und nicht brechen? Ihm fiel dieses bei:
Vorlage S. 864
26
Die Freier müssen gegenseits sich binden durch
Vorlage S. 864
27
Eidschwur und Handschlag und in heilge Opferglut
Vorlage S. 864
28
Weihspenden gießen und geloben feierlich,
Vorlage S. 864
29
Man wolle, wessen Braut die Tyndarstochter wird,
Vorlage S. 864
30
Dem Hilfe leisten, wenn ein andrer ihm vom Haus
Vorlage S. 864
31
Die Braut entführ und ihn verdräng aus ihrem Bett,
Vorlage S. 864
32
Mit Krieg ihn überziehen, schleifen seine Stadt,
Vorlage S. 864
33
Sei's Grieche oder welscher Mann, durch Waffenmacht.
Vorlage S. 864
34
Nachdem der Schwur gegeben ist und Tyndaros,
Vorlage S. 864
35
Der Greis, sie überschlichen hat mit schlauem Sinn,
Vorlage S. 864
36
Lässt seinem Kind er freie Wahl der Werberschar,
Vorlage S. 864
37
Zu wem sie hinzög Aphroditens holder Hauch:
Vorlage S. 864
38
Und sie erkor – o wär er niemals ihr genaht! –
Vorlage S. 864
39
Den Menelas. Da kam der Obmann – wie die Sag
Vorlage S. 864
40
In der Welt besteht – des Götterstreits aus Phrygien her
Vorlage S. 864
41
Nach Lakedaimon, bunt in blumiger Kleiderpracht,
Vorlage S. 864
42
Von Golde strahlend, voller welscher Üppigkeit,
Vorlage S. 864
43
Und führte, liebend und geliebt, Helenen fort
Vorlage S. 864
44
Im Raub zu Idas Rindertriften! Menelas
Vorlage S. 864
45
War eben auswärts. Dieser rast' sehnsüchtig dann
Vorlage S. 864
46
Umher in Hellas, mahnend an den alten Schwur
Vorlage S. 864
47
Bei Tyndar, dass dem Beraubten Hilfe werden muss.
Vorlage S. 864
48
Und jetzo stürzt das Griechenvolk zum Kriegessturm,
Vorlage S. 864
49
Die Rüstung nehmend, kommt zur Reede am engen Paß
Vorlage S. 864
50
Von Aulis her, mit Schiffen, Schilden allzumal,
Vorlage S. 865
51
Mit Rossen, Waffen, Wagen ausgerüstet; und
Vorlage S. 865
52
Zum Heeresfeldherrn wählt man mich, dem Menelas
Vorlage S. 865
53
Zulieb, als Bruder. Wäre dieser Stab doch nur
Vorlage S. 865
54
In eines andern Hand gefallen, meine nicht!
Vorlage S. 865
55
Und nun das Heer versammelt und geordnet ist,
Vorlage S. 865
56
So liegt man, Fahrwind missend, hier in Aulis still.
Vorlage S. 865
57
Und da wir ratlos waren, sprach des Sehers Mund
Vorlage S. 865
58
Kalchas: Die Göttin, welche hier thront, Artemis,
Vorlage S. 865
59
Heische Iphigeniens Schlachtung, meines eignen Kinds;
Vorlage S. 865
60
Und Fahrt und Schleifung Trojas würd uns dann zuteil
Vorlage S. 865
61
Nach diesem Opfer; ohne solches nimmermehr!
Vorlage S. 865
62
Ich, als ich dies vernommen, wollte lauten Rufs
Vorlage S. 865
63
Das ganze Heer abdanken durch Talthybios,
Vorlage S. 865
64
Indem mein Herz sich sträubte wider Kindesmord,
Vorlage S. 865
65
Bis mich der Bruder, alle Gründ aufbietend, zwang,
Vorlage S. 865
66
Den Greuel geschehn zu lassen! Und ich schrieb ein Blatt
Vorlage S. 865
67
Und sandt es wohlversiegelt meiner Gattin hin,
Vorlage S. 865
68
Als Braut Achills die Tochter herzusenden mir,
Vorlage S. 865
69
Des Mannes Wert hochpreisend, der – so setzt ich bei –
Vorlage S. 865
70
Zu Schiff zu gehn sich weigre mit Achaias Volk,
Vorlage S. 865
71
Wenn nicht von uns ihm eine Braut nach Phthia kommt:
Vorlage S. 865
72
Zur Überredung meiner Gattin diente dies,
Vorlage S. 865
73
Und war die Heirat fälschlich vorgespiegelt nur.
Vorlage S. 865
74
Um dies Geheimnis wissen von den Griechen bloß
Vorlage S. 865
75
Kalchas, Odyß und Menelas: doch was ich schlimm
Vorlage S. 865
76
Damals beschlossen, widerruf und mach ich gut
Vorlage S. 865
77
In diesem Briefe, den ich heimlich durch die Nacht
Vorlage S. 865
78
(An Klytaimestren hinzutragen geb dem Greis,)
Vorlage S. 865
79
Der meinem Haus und meiner Gattin Treue hegt.
Vorlage S. 865
80
Ruft in das Zelt.
Vorlage S. 865
81
Tritt, Alter, hervor aus diesem Gezelt,
Vorlage S. 865
82
Komm her –
Vorlage S. 865
83
ALTER.
Vorlage S. 865
84
Hier bin ich! Mein Alter ist noch
Vorlage S. 865
85
Sehr munter, noch frisch mein Auge und scharf
Vorlage S. 865
86
Aufmerkend. Mein Fürst Agamemnon, was
Vorlage S. 865
87
Ist Neues im Werk?
Vorlage S. 866
88
AGAMEMNON.
Vorlage S. 866
89
Du erfährst es.
Vorlage S. 866
90
ALTER.
Vorlage S. 866
91
Doch rasch!
Vorlage S. 866
92
AGAMEMNON.
Vorlage S. 866
93
Sprich, was für ein Stern zieht hier seine Bahn?
Vorlage S. 866
94
ALTER.
Vorlage S. 866
95
Sirius, der rollt beim Siebengestirn,
Vorlage S. 866
96
In der Bärin Näh, noch inmitten der Bahn!
Vorlage S. 866
97
AGAMEMNON.
Vorlage S. 866
98
Und noch kein Laut von Vögeln ertönt,
Vorlage S. 866
99
Kein Rauschen der See! Windstille noch stets
Vorlage S. 866
100
Herrscht hier am Sund des Euripos!
Vorlage S. 866
101
ALTER.
Vorlage S. 866
102
Und was trieb dich heraus vom friedlichen Zelt,
Vorlage S. 866
103
Da alles noch ruht um Aulis herum,
Vorlage S. 866
104
Kein Wächter sich regt an den Mauern der Stadt?
Vorlage S. 866
105
Komm, gehn wir hinein.
Vorlage S. 866
106
AGAMEMNON.
Vorlage S. 866
107
Wie beneid ich dich, Greis,
Vorlage S. 866
108
Wie beneid ich den Mann, der frei von Gefahr
Vorlage S. 866
109
Sein Leben verlebt, ruhmlos, glanzlos!
Vorlage S. 866
110
Und minder den Mann, den Würden erhöhn!
Vorlage S. 866
111
ALTER.
Vorlage S. 866
112
Und doch liegt hier ja des Daseins Zier!
Vorlage S. 866
113
AGAMEMNON.
Vorlage S. 866
114
Nur leider die Zier ist verführerisch falsch,
Vorlage S. 866
115
Süßlockend, doch schmerzhaft, wem sie sich gibt!
Vorlage S. 866
116
Bald hindert die Ungunst himmlischer Macht
Vorlage S. 866
117
Und stürzt unser Glück, bald pflegt es der Welt
Vorlage S. 866
118
Vielköpfiger und
Vorlage S. 866
119
Mißliebiger Sinn zu zertrümmern.
Vorlage S. 866
120
ALTER.
Vorlage S. 866
121
Das lobe ich nicht am fürstlichen Mann,
Vorlage S. 866
122
Agamemnon! Gezeugt für lauteres Glück
Vorlage S. 866
123
Hat dich Atreus nicht: Leid musst du und Freud,
Vorlage S. 866
124
Als sterblicher Mensch, empfinden, und wenn
Vorlage S. 866
125
Nicht dir es beliebt,
Vorlage S. 866
126
Ist's also geordnet vom Himmel!
Vorlage S. 866
127
Du zündest das Licht einer Lampe dir an
Vorlage S. 866
128
Und schreibst einen Brief, den, welchen du hier
Vorlage S. 866
129
Noch trägst in der Hand, und löschest sodann
Vorlage S. 866
130
Das Geschriebene weg: erst siegelst du zu
Vorlage S. 866
131
Und erbrichst nachher und schleuderst das Blatt
Vorlage S. 866
132
An den Boden, mit hell quellenden Tränen.
Vorlage S. 866
133
Dein seltsam Tun ist wenig entfernt
Vorlage S. 866
134
Vom Wahnsinn selbst!
Vorlage S. 867
135
Was bedrängt dich? Was stieß dir, o König, denn zu?
Vorlage S. 867
136
Komm, teil es mir mit und vertraue dich mir,
Vorlage S. 867
137
Einem biederen, treu dir ergebenen Mann,
Vorlage S. 867
138
Den deinem Gemahl einst Tyndaros ja
Vorlage S. 867
139
Zur Mitgift und
Vorlage S. 867
140
Rechtschaffenem Wärter der Braut gab.
Vorlage S. 867
141
AGAMEMNON.
Vorlage S. 867
142
Nun, eben den Brief hier, den du mich sahst
Vorlage S. 867
143
Aufmachen und mehrmals siegeln, du sollst
Vorlage S. 867
144
Ihn meinem Gemahl hinbringen. Und was
Vorlage S. 867
145
Sein Umschlag birgt, das erfährst du von mir.
Vorlage S. 867
146
ALTER.
Vorlage S. 867
147
Sprich, zeig es mir an, dass das, was ich sag,
Vorlage S. 867
148
Im Einklang sei mit des Briefs Inhalt.
Vorlage S. 867
149
AGAMEMNON.
Vorlage S. 867
150
»Dir, Ledas Sprößling, meld ich
Vorlage S. 867
151
Auf Grund vorherigen Schreibens:
Vorlage S. 867
152
Send nicht dein blühendes Mädchen
Vorlage S. 867
153
Zur Jenseits-Bucht Euböas, dem sturm-
Vorlage S. 867
154
Ruhigen Aulis;
Vorlage S. 867
155
Denn der Tochter Vermählungsschmaus wird
Vorlage S. 867
156
Auf andere Fristen bereitet.«
Vorlage S. 867
157
ALTER.
Vorlage S. 867
158
Wird aber Achill, um die Gattin getäuscht,
Vorlage S. 867
159
Nicht stolzen Gemüts aufbrausen im Zorn
Vorlage S. 867
160
Der Gemahlin und dir?
Vorlage S. 867
161
Hier scheint mir Gefahr! Sag an, was du denkst!
Vorlage S. 867
162
AGAMEMNON.
Vorlage S. 867
163
Nur den Namen, die Tat nicht bietet Achill,
Vorlage S. 867
164
Weiß nichts von dem Plan, von der Heirat nichts,
Vorlage S. 867
165
Noch dass ich das Kind vorgeblich gelobt
Vorlage S. 867
166
Ihm selbst zu verleihn als Gattin
Vorlage S. 867
167
In des Brautbetts keusche Umarmung.
Vorlage S. 867
168
ALTER.
Vorlage S. 867
169
Ein fürchterlich Spiel, Agamemnon, Fürst!
Vorlage S. 867
170
So bringst du das Kind, angebliche Braut
Vorlage S. 867
171
Für den Göttinsohn, als Opfer dem Heer?!
Vorlage S. 867
172
AGAMEMNON.
Vorlage S. 867
173
O wehe! Wie war ich von Sinnen!
Vorlage S. 867
174
Und stürzte in Jammer und Qual mich!
Vorlage S. 867
175
Auf! Rühre den Fuß zu behenderem Lauf,
Vorlage S. 867
176
Und das Alter vergiss!
Vorlage S. 867
177
ALTER.
Vorlage S. 868
178
Sehr eil ich, mein Fürst!
Vorlage S. 868
179
AGAMEMNON.
Vorlage S. 868
180
Und setze dich nicht an buschigem Quell
Vorlage S. 868
181
Zur Ruh! Es beschleicht dich der Schlummer!
Vorlage S. 868
182
ALTER.
Vorlage S. 868
183
Oh, bewahre mich Gott!
Vorlage S. 868
184
AGAMEMNON.
Vorlage S. 868
185
Und wo du vorbei
Vorlage S. 868
186
Einen Scheidweg gehst, merk auf, gib acht,
Vorlage S. 868
187
Dass nicht ein Gespann mit rollendem Rad
Vorlage S. 868
188
Entgehe dem Blick, dich verfehle und her
Vorlage S. 868
189
Mir bringe das Kind zum Danaerheer!
Vorlage S. 868
190
Und wenn das Geleit dir begegnete nun,
Vorlage S. 868
191
Dann lenke zur Umkehr schüttelnd den Zaum
Vorlage S. 868
192
Und jage zurück zum Kyklopengemäur!
Vorlage S. 868
193
ALTER.
Vorlage S. 868
194
Das werd ich!
Vorlage S. 868
195
AGAMEMNON.
Vorlage S. 868
196
Und rasch zur Pforte hinaus!
Vorlage S. 868
197
ALTER.
Vorlage S. 868
198
Doch sage, mein Fürst, wie find ich Vertraun
Vorlage S. 868
199
Für diesen Bericht bei Tochter und Frau?
Vorlage S. 868
200
AGAMEMNON.
Vorlage S. 868
201
Dies Siegel bewahr hier, welches du trägst
Vorlage S. 868
202
Aufs Schreiben geprägt! Geh, schimmernd erhebt
Vorlage S. 868
203
Sich das Frührot schon, und der Morgen erscheint
Vorlage S. 868
204
Mit des Sonnengespanns helleuchtendem Feur!
Vorlage S. 868
205
Nimm mir die Last ab!
Vorlage S. 868
206
Kein Sterblicher freut sich beständigen Glücks
Vorlage S. 868
207
Und Wohlstands je:
Vorlage S. 868
208
Denn noch blieb keiner von Leid frei!
Vorlage S. 868
209
Beide ab.
Vorlage S. 868
210
Der Chor zieht ein.
Vorlage S. 868
211
Strophe
Vorlage S. 868
212
CHOR.
Vorlage S. 868
213
Über den sandigen Küstenstrand
Vorlage S. 868
214
Ging ich zur aulischen Meeresbucht,
Vorlage S. 868
215
Die Flutströmung des Eurip durch-
Vorlage S. 868
216
Rudernd, weg von der Heimat
Vorlage S. 868
217
Chalkis, der Stadt an schmalester Furt,
Vorlage S. 868
218
Wo Arethusens gerühmter Bach
Vorlage S. 868
219
Meerantreibend hervorquillt,
Vorlage S. 868
220
Anzuschauen das Kriegsheer der Achaier,
Vorlage S. 868
221
Welches ins Land Troja in zahllosem Geschwader
Vorlage S. 868
222
Menelaos der Blonde samt Agamemnon führt –
Vorlage S. 869
223
Unsere Gatten erzählen's –, Helenen zurück-
Vorlage S. 869
224
Zuholen, die edelgeborne. Vom
Vorlage S. 869
225
Schilfgrünen Eurotasbach
Vorlage S. 869
226
Hat sie Paris, der Hirt, entführt
Vorlage S. 869
227
Als Geschenk Aphroditens,
Vorlage S. 869
228
Da sie am perlentauigen Quell
Vorlage S. 869
229
Einst im Hader um Wohlgestalt
Vorlage S. 869
230
Stritt mit Pallas und Hera.
Vorlage S. 869
231
Gegenstrophe
Vorlage S. 869
232
Und durch der Artemis Opferhain
Vorlage S. 869
233
Ging ich in bänglicher Eile hin.
Vorlage S. 869
234
Von Schamröte erglühten mir
Vorlage S. 869
235
Die blutrosigen Wangen,
Vorlage S. 869
236
Als ich der Schilder schützende Wehr,
Vorlage S. 869
237
Waffengewühl und den Rosseschwarm
Vorlage S. 869
238
Im Zeltlager erblickte.
Vorlage S. 869
239
Und selbander die Aiasse gewahrt ich,
Vorlage S. 869
240
Salamis' Ruhmkränze, vereint sitzend am Schachspiel,
Vorlage S. 869
241
Ganz vertieft in der vielverschlungenen Züge Stand;
Vorlage S. 869
242
Palamedes daneben, den Enkel Posei-
Vorlage S. 869
243
Dons; doch Diomedes, ergötzt vom Spiel
Vorlage S. 869
244
Des lustigen Diskuswurfs,
Vorlage S. 869
245
Und den Meriones, aller Welt
Vorlage S. 869
246
Wunder, Schößling des Ares:
Vorlage S. 869
247
Und von den Inselbergen den Sohn
Vorlage S. 869
248
Des Laërtes, daneben Ni-
Vorlage S. 869
249
Reus, den schönsten Achaier.
Vorlage S. 869
250
Epode
Vorlage S. 869
251
Den Windesgeschwinden im flinkhinrennenden Lauf,
Vorlage S. 869
252
Welchen Thetis gebar und ausbil-
Vorlage S. 869
253
Dete Cheiron, sah ich,
Vorlage S. 869
254
Wie er im Harnisch den Wettlauf hielt
Vorlage S. 869
255
Über das kiesige Ufer,
Vorlage S. 869
256
Mit vierspänniger Rennerfahrt
Vorlage S. 869
257
Zum Siege sich tummelnd,
Vorlage S. 870
258
Im Wettstreite der Füße.
Vorlage S. 870
259
Aber der Wagenlenker, der Sohn
Vorlage S. 870
260
Pheres' schrie, Eumelos der Held!
Vorlage S. 870
261
Ihn sah ich spornen zum Lauf
Vorlage S. 870
262
Das prachtvollste Rossegespann,
Vorlage S. 870
263
Zäume kunstreich goldengestickt,
Vorlage S. 870
264
Bräunlich die Haare, am Hufe mit scheckigem
Vorlage S. 870
265
Felle gefleckt. Und es schwang sich daneben
Vorlage S. 870
266
Dem Ziel zu, der Wendung der Bahn,
Vorlage S. 870
267
Peleus' Sohn, am Rande des Wagens und
Vorlage S. 870
268
Der Radnab in Rüstung laufend.
Vorlage S. 870
269
Menelaos und der Alte treten, sich um den Brief reißend, auf.
Vorlage S. 870
270
ALTER.
Vorlage S. 870
271
Das ist verwegen, Menelas, geziemt dir nicht!
Vorlage S. 870
272
MENELAOS.
Vorlage S. 870
273
Hinweg! Das nenn ich gar zu treu sein seinem Herrn!
Vorlage S. 870
274
ALTER.
Vorlage S. 870
275
Das ist ein ehrenvoller Vorwurf! Immer zu!
Vorlage S. 870
276
MENELAOS.
Vorlage S. 870
277
Du sollst's empfinden, wenn du tust, was nicht geziemt!
Vorlage S. 870
278
ALTER.
Vorlage S. 870
279
Dir ziemt es nicht, den Brief zu lösen, den ich trag.
Vorlage S. 870
280
MENELAOS.
Vorlage S. 870
281
Dir nicht zu tragen, was den Griechen Schaden bringt!
Vorlage S. 870
282
ALTER.
Vorlage S. 870
283
Mit andren hadre drüber und mir lass den Brief.
Vorlage S. 870
284
MENELAOS.
Vorlage S. 870
285
Das werd ich schwerlich.
Vorlage S. 870
286
ALTER.
Vorlage S. 870
287
Nun, so lass auch ich ihn nicht.
Vorlage S. 870
288
MENELAOS.
Vorlage S. 870
289
So wird dein Kopf bald bluten unter meinem Stab.
Vorlage S. 870
290
ALTER.
Vorlage S. 870
291
Sei's drum! Ist ruhmvoll doch der Tod für meinen Herrn!
Vorlage S. 870
292
MENELAOS.
Vorlage S. 870
293
Gib her, du Sklav, und lass das viele Reden sein!
Vorlage S. 870
294
ALTER
Vorlage S. 870
295
schreiend.
Vorlage S. 870
296
O Herr! Mißhandlung leid ich, Unrecht! Deinen Brief
Vorlage S. 870
297
Mir aus der Hand gerissen hat er mit Gewalt,
Vorlage S. 870
298
Agamemnon! der von Billigkeit nichts hören will!
Vorlage S. 870
299
Agamemnon tritt aus dem Zelt.
Vorlage S. 870
300
AGAMEMNON.
Vorlage S. 870
301
Ha!
Vorlage S. 870
302
Welcher Lärm hier vor der Türe? Welch ein unanständger Zank?
Vorlage S. 870
303
Zu dem Alten.
Vorlage S. 870
304
(Was ist dir zuleid geschehen? Und um was beschwerst du dich?)
Vorlage S. 870
305
MENELAOS.
Vorlage S. 871
306
Mir gebührt das Wort und nicht dem Diener! Meine Rede gilt!
Vorlage S. 871
307
AGAMEMNON.
Vorlage S. 871
308
Wie gerietst du dann mit ihm in Hader? Zerrst ihn mit Gewalt?
Vorlage S. 871
309
MENELAOS.
Vorlage S. 871
310
Blick mir ins Gesicht! Zum Eingang meiner Rede dient mir dies!
Vorlage S. 871
311
AGAMEMNON.
Vorlage S. 871
312
Werd ich, Atreussohn, die Augen niederschlagen zitternd wohl?
Vorlage S. 871
313
MENELAOS.
Vorlage S. 871
314
Siehst du dieses Blatt, das Werkzeug eines schändlichen Verrats?
Vorlage S. 871
315
AGAMEMNON.
Vorlage S. 871
316
Leider seh ich's! Und vor allem leg es weg aus deiner Hand!
Vorlage S. 871
317
MENELAOS.
Vorlage S. 871
318
Nein! Zuvor wohl seinen Inhalt zeig ich allen Danaern.
Vorlage S. 871
319
AGAMEMNON.
Vorlage S. 871
320
Wie? Du weißt, was nicht zu wissen schicklich? Brachst das Siegel auf?
Vorlage S. 871
321
MENELAOS.
Vorlage S. 871
322
Ja, zu deinem Ärger deckt ich hier geheime Ränke auf!
Vorlage S. 871
323
AGAMEMNON.
Vorlage S. 871
324
Und wo hast du's nur bekommen? Himmel! Welch ein frecher Sinn!
Vorlage S. 871
325
MENELAOS.
Vorlage S. 871
326
Wo ich deine Tochter wollt aus Argos kommen sehn zum Heer.
Vorlage S. 871
327
AGAMEMNON.
Vorlage S. 871
328
Musst du so mein Tun belauern? Wäre das nicht Dreistigkeit?
Vorlage S. 871
329
MENELAOS.
Vorlage S. 871
330
Weil der Trieb, die Lust mich reizte! Bin ich doch dein Sklave nicht!
Vorlage S. 871
331
AGAMEMNON.
Vorlage S. 871
332
Oh, entsetzlich! Soll ich nicht mehr Herr in meinem Hause sein?
Vorlage S. 871
333
MENELAOS.
Vorlage S. 871
334
Winkelzüge machst du! Heut so, gestern so, und morgen so!
Vorlage S. 871
335
AGAMEMNON.
Vorlage S. 871
336
Fein und witzig! Doch gescheite Zunge, die verletzt, ist bös!
Vorlage S. 871
337
MENELAOS.
Vorlage S. 871
338
Und ein ungerechtes Ding ist Wankelmut, der Freunde trügt!
Vorlage S. 871
339
Einen Spiegel will ich dir vorhalten: weise du im Zorn
Vorlage S. 871
340
Nicht die Wahrheit ab, und ich will nicht zu scharf und heftig sein.
Vorlage S. 871
341
Denke, wie du branntest, Haupt des Heers zu sein für Ilion,
Vorlage S. 871
342
Zwar dem Schein nach nicht begierig, doch im Herzen lüstern sehr,
Vorlage S. 871
343
Wie du anspruchslos dich zeigtest, alle Hände drücktest stets,
Vorlage S. 871
344
Deine Tür gemeinen Leuten offenhieltest zum Besuch,
Vorlage S. 871
345
Nach der Reihe jeden ansprachst, wer es nicht erwartet' auch,
Vorlage S. 872
346
Bis das Wesen dir die Ehr erkaufte, die zu haben war.
Vorlage S. 872
347
Dann, sobald das Amt erlangt war, nahmst du andres Wesen an,
Vorlage S. 872
348
Warst von Stund an nicht den frühern Freunden mehr der alte Freund,
Vorlage S. 872
349
Schwer zu sprechen, hinter Riegeln selten sichtbar. Nimmer wird
Vorlage S. 872
350
Sein Betragen nach dem Glück umwandeln, wer ein Ehrenmann,
Vorlage S. 872
351
Sondern grade da am meisten Freunden zuverlässig sein,
Vorlage S. 872
352
Wo er fähig ist am meisten, weil er hoch steht, wohlzutun.
Vorlage S. 872
353
Dies mein erster Tadel, wo ich deine Schwachheit sah zuerst.
Vorlage S. 872
354
Als wir drauf nach Aulis kamen und das ganze Griechenheer,
Vorlage S. 872
355
Günstiger Wind zur Fahrt uns fehlte und die Griechen forderten,
Vorlage S. 872
356
Dass die Flott entlassen werde, nicht umsonst sich quäle hier:
Vorlage S. 872
357
Welche Trübsalsmiene! Welcher Jammer, dass du nicht mit Krieg,
Vorlage S. 872
358
Tausend Segel führend, Priams Fluren überschwemmen sollst!
Vorlage S. 872
359
Und da riefst du mich: »Was tu ich? Welches Mittel find ich wo?«
Vorlage S. 872
360
Wolltest nicht, der Macht entkleidet, scheiden von der Herrlichkeit,
Vorlage S. 872
361
Warst vernichtet, ganz verzweifelnd über solches Missgeschick.
Vorlage S. 872
362
Als dir Kalchas dann aus Opfern kündet': Deine Tochter sei
Vorlage S. 872
363
Aufzuopfern, und die Flotte könne segeln, warst du froh
Vorlage S. 872
364
Und versprachst dein Kind zu opfern freudig, schriebst freiwillig auch,
Vorlage S. 872
365
Nicht gezwungen – sage das nicht! –, deiner Gattin, dass sie dir
Vorlage S. 872
366
Her die Tochter sende, scheinbar zur Vermählung mit Achill.
Vorlage S. 872
367
Dann entdeckt' sich's, dass du reuig andre Botschaft unterschobst,
Vorlage S. 872
368
Weil du nicht des Kindes Mörder werden willst. Ganz trefflich! Oh!
Vorlage S. 872
369
Dies ist noch derselbe Himmel, der es hörte, was du sprachst!
Vorlage S. 872
370
Tausend andren ging es also, wenn's zum Handeln kam, wie dir:
Vorlage S. 872
371
Willig erst zu jedem Opfer, zieht man dann sich feig zurück,
Vorlage S. 872
372
Teils vor unverständgem Urteil seiner Bürger, teils mit Recht,
Vorlage S. 872
373
Im Gefühl des Unvermögens, was die Pflicht gebeut, zu tun.
Vorlage S. 872
374
Leid nur tut es mir am meisten um das arme Vaterland.
Vorlage S. 872
375
Eine wackre Tat zu üben an den Welschen, diesem Nichts,
Vorlage S. 872
376
War's bereit, und höhnend, deinem Kind zulieb, entlässt es sie!
Vorlage S. 872
377
Setzt mir keinen seines Vorteils wegen ein zum Oberhaupt
Vorlage S. 872
378
Noch zum Waffenlenker: Einsicht sei des Feldherrn erste Kunst!
Vorlage S. 872
379
Herrscher ist ja überall auch, wer den Geist hat und Verstand!
Vorlage S. 872
380
CHOR(FÜHRERIN).
Vorlage S. 873
381
Wie schlimm ist immer zwischen Brüdern Wortgezank
Vorlage S. 873
382
Und Hader, wenn Entzweiung kommt und Zwist erzeugt!
Vorlage S. 873
383
AGAMEMNON.
Vorlage S. 873
384
Schelten will ich dich in Güte, kurz und schlicht, nicht hoch herab-
Vorlage S. 873
385
Sehend, nicht mit dreist erhobnen Blicken: nein, bescheidener,
Vorlage S. 873
386
Wie's dem Bruder ziemt; denn Achtung hegt und gibt ein edler Mann.
Vorlage S. 873
387
Sage mir: was glüht dein Auge blutgefärbt? Was schnaubst du so?
Vorlage S. 873
388
Kränkt man dich? Entzieht dir etwas? Eine Frau fehlt deinem Bett?
Vorlage S. 873
389
Nun, ich kann sie nicht verschaffen! Sie, die deine, hast du ja
Vorlage S. 873
390
Schlecht bewahrt: soll ich den Fehler büßen, der ihn nicht beging?
Vorlage S. 873
391
Wie, mein Ehrgeiz kränkt dich? Aber du begehrst in deinem Arm
Vorlage S. 873
392
Nur ein reizend Weib zu haben, setzest Tugend und Vernunft
Vorlage S. 873
393
Ganz beiseite? Niedre Neigung zeugt von niedrer Denkungsart!
Vorlage S. 873
394
Wenn ich frühre Übereilung nahm zurück mit beßrem Rat,
Vorlage S. 873
395
Bin ich toll? Du bist es eher, der ein schlechtes Weib verlor –
Vorlage S. 873
396
Was der Himmel wohl gemacht hat! – und sie wiederholen will.
Vorlage S. 873
397
Freilich schwur die sinnbetörte, liebestrunkne Freierschar
Vorlage S. 873
398
Jenen Eid dem Tyndar; doch die Göttin Hoffnung riss sie hin,
Vorlage S. 873
399
Mein ich, und bewirkt' es mehr als deine Gunst und deine Macht.
Vorlage S. 873
400
Nimm sie, zieh, wohin du willst! Dein töricht Tun bereust du bald.
Vorlage S. 873
401
Denn die Gottheit wacht und ist nicht blind und unterscheidet wohl
Vorlage S. 873
402
Trügerisch erschlichne Schwüre, die man leistet unbewusst.
Vorlage S. 873
403
Aber meine Kinder werd ich nicht ermorden, werde nicht
Vorlage S. 873
404
Wider Recht dich fördern bei der Züchtgung einer Buhlerin,
Vorlage S. 873
405
Während ich in Reuetränen mich verzehre Tag und Nacht
Vorlage S. 873
406
Nach so sündlich unerlaubter Tat an meinem eignen Blut.
Vorlage S. 873
407
Dies ist meine Meinung, kurz und bündig, klar und faßlich auch.
Vorlage S. 873
408
Willst du taub sein für Vernunft, so kenn ich meine Pflichten doch.
Vorlage S. 873
409
CHOR.
Vorlage S. 873
410
Verschieden lautet diese Rede von der erst
Vorlage S. 873
411
Gesprochnen: dass man seiner Kinder schont, ist recht.
Vorlage S. 873
412
MENELAOS.
Vorlage S. 873
413
O weh mir Armem! Also hab ich keinen Freund!
Vorlage S. 873
414
AGAMEMNON.
Vorlage S. 873
415
Nur nicht zugrunde richten wollen musst du mich.
Vorlage S. 873
416
MENELAOS.
Vorlage S. 873
417
Worin erkenn ich, dass ich einen Bruder hab?
Vorlage S. 873
418
AGAMEMNON.
Vorlage S. 873
419
In Fördrung klugen Strebens, nicht verderblichen.
Vorlage S. 873
420
MENELAOS.
Vorlage S. 873
421
Ein Freund muss jeden Kummer teilen mit dem Freund.
Vorlage S. 873
422
AGAMEMNON.
Vorlage S. 873
423
Verlang zum Wohltun, nicht zum Wehetun nach mir.
Vorlage S. 873
424
MENELAOS.
Vorlage S. 873
425
Willst also dies nicht leiden um das Vaterland?
Vorlage S. 873
426
AGAMEMNON.
Vorlage S. 874
427
Das Vaterland samt dir ist toll durch einen Gott.
Vorlage S. 874
428
MENELAOS.
Vorlage S. 874
429
Tu stolz mit deinem Herrscherstabe und verrat
Vorlage S. 874
430
Den Bruder. Gut, so such ich andre Mittel auf
Vorlage S. 874
431
Und andre Freunde!
Vorlage S. 874
432
Ein Bote erscheint eilig.
Vorlage S. 874
433
BOTE.
Vorlage S. 874
434
König, aller Griechen Fürst,
Vorlage S. 874
435
Agamemnon, deiner Tochter Ankunft meld ich dir,
Vorlage S. 874
436
Der Iphigenie – diesen Namen gabst du ihr –;
Vorlage S. 874
437
Die Mutter folgt ihr, Klytaimestra, dein Gemahl,
Vorlage S. 874
438
Der klein Orest auch, dir zur Lust des Wiedersehns,
Vorlage S. 874
439
Der schon vom Haus geraume Zeit abwesend ist.
Vorlage S. 874
440
Doch von der langen Reis' erschöpft, erfrischen sie
Vorlage S. 874
441
An einem angenehmen Quell den zarten Fuß,
Vorlage S. 874
442
Sie und die Stuten, die man losgebunden hat
Vorlage S. 874
443
Und in der grünen Wiese schweifend grasen lässt.
Vorlage S. 874
444
Ich eilte her, damit du zum Empfange dich
Vorlage S. 874
445
Bereitest. Deiner Tochter Ankunft hat das Heer
Vorlage S. 874
446
Erfahren, denn die Kunde flog pfeilschnell umher,
Vorlage S. 874
447
Und scharenweise rennt das Volk zum Schauen hin,
Vorlage S. 874
448
Dein Kind zu sehen. Denn die Hochbeglückten sind
Vorlage S. 874
449
Gefeiert, ziehn die Blicke überall auf sich.
Vorlage S. 874
450
»Gibt's eine Hochzeit?« fragt man; »was ist sonst im Werk?
Vorlage S. 874
451
Hat bloß aus Sehnsucht nach der Tochter wohl der Fürst
Vorlage S. 874
452
Sein Kind berufen?« Andre wieder sprachen so:
Vorlage S. 874
453
»Der Aulisfürstin Artemis vorstellen will
Vorlage S. 874
454
Man hier die Jungfrau. Wer ist wohl der Bräutigam?«
Vorlage S. 874
455
Nun denn, wohlan! So hebet Opferkörb empor,
Vorlage S. 874
456
Bekränzt die Haare, du und auch Fürst Menelas,
Vorlage S. 874
457
Bestellet Hochzeitlieder, und im Saale lasst
Vorlage S. 874
458
Zum Takt der Füße tönen lustigen Flötenschall,
Vorlage S. 874
459
Weil jetzt der Jungfrau Freudentag erschienen ist!
Vorlage S. 874
460
AGAMEMNON.
Vorlage S. 874
461
Ganz löblich! Doch für jetzo tritt ins Zimmer ein!
Vorlage S. 874
462
Das andre macht sich; denn das Glück hat seinen Gang!
Vorlage S. 874
463
Der Bote ab.
Vorlage S. 874
464
O weh mir Unglückselgem! Wo beginn ich nur?
Vorlage S. 874
465
In welches Zwangsjoch bin ich nun geraten! Ach,
Vorlage S. 874
466
Der Dämon hat mich schleichend tückisch überholt
Vorlage S. 874
467
Und überlistet alle meine Künste weit! –
Vorlage S. 875
468
Oh, wer in niedrem Stande lebt, ist gut daran,
Vorlage S. 875
469
Er kann die Tränen fließen lassen frei von Zwang
Vorlage S. 875
470
Und alles sprechen! Doch den hochgestellten Mann
Vorlage S. 875
471
Entwürdigt solches; denn der Stolz ist unsres Tuns
Vorlage S. 875
472
Hofmeister, und dem Pöbel sind wir Untertan.
Vorlage S. 875
473
Und so verwehrt mir jetzt die Scham der Tränen Trost,
Vorlage S. 875
474
Und doch der Tränen mich enthalten – kann ich's wohl
Vorlage S. 875
475
In diesem großen Jammer, der mich überfiel? –
Vorlage S. 875
476
Wohlan! Was soll ich meiner Gattin sagen? Wie
Vorlage S. 875
477
Sie nun empfangen? Wie ihr in die Augen sehn?
Vorlage S. 875
478
Ihr ungeladnes Kommen hat das Maß erfüllt
Vorlage S. 875
479
Von meinem Leiden! Dennoch folgt sie mit Gebühr
Vorlage S. 875
480
Der Tochter zur Vermählung, ihren besten Schatz
Vorlage S. 875
481
Hingebend, wo sie meine Schlechtheit kennenlernt!
Vorlage S. 875
482
Und dann das unglückselge Mädchen – Mädchen? ach!
Vorlage S. 875
483
Der Hades wird sie leider bald als Braut umfahn! –,
Vorlage S. 875
484
Wie kläglich, wenn sie weinend mir zu Füßen liegt:
Vorlage S. 875
485
»O Vater, morden willst du mich? So magst du selbst,
Vorlage S. 875
486
Und wer dir lieb ist, solche Hochzeit feiern einst!«
Vorlage S. 875
487
Der klein Orestes steht dabei und weinet laut
Vorlage S. 875
488
Verständlich-Unverständliches, ein lallend Kind!
Vorlage S. 875
489
O weh, Helenens Liebe war mein Untergang!
Vorlage S. 875
490
CHOR.
Vorlage S. 875
491
Mich jammert's gleichfalls, denn dem fremden Weibe auch,
Vorlage S. 875
492
Das Ungemach der Herrscher muss ihm nahegehn.
Vorlage S. 875
493
MENELAOS.
Vorlage S. 875
494
Mein Bruder, lass mich deine Hand ergreifen, komm!
Vorlage S. 875
495
AGAMEMNON.
Vorlage S. 875
496
Hier hast du sie! Dein ist der Sieg, der Jammer mein!
Vorlage S. 875
497
MENELAOS.
Vorlage S. 875
498
Bei Pelops schwör ich's, welcher dein Großvater heißt
Vorlage S. 875
499
So wie der mein, und Atreus, unsrem Zeuger: Ja,
Vorlage S. 875
500
Ich rede wahr, aufrichtig, aus des Herzens Grund
Vorlage S. 875
501
Und alles ungeheuchelt, wie ich's fühl und denk:
Vorlage S. 875
502
Sieh, als ich Zähren deinem Aug entquellen sah,
Vorlage S. 875
503
Hat mich's gerührt, und weinen musst ich ebenfalls.
Vorlage S. 875
504
Und meine frühre Rede nehm ich nun zurück,
Vorlage S. 875
505
Bin nicht so hart mehr gegen dich und denk wie du,
Vorlage S. 875
506
Verlang auch nicht die Tötung deines Kindes noch
Vorlage S. 875
507
Aufopferung deines Glückes mir. Wie ungerecht,
Vorlage S. 875
508
Wenn du dich härmtest und es mir nach Wunsch erging,
Vorlage S. 876
509
Dein Kind verschiede, meines blieb' im Sonnenlicht!
Vorlage S. 876
510
Nach was verlang ich? Frauen, ausgezeichnete,
Vorlage S. 876
511
Sind andre noch zu finden, wenn ich freien will.
Vorlage S. 876
512
Und sollt ich meinen Bruder, den ich liebe, um
Vorlage S. 876
513
Helenen geben, um ein Übel solch ein Gut?
Vorlage S. 876
514
Leichtsinnig war ich, eh ich's nah betrachtete
Vorlage S. 876
515
Und nun erkannte, was das heiße: Kindesmord!
Vorlage S. 876
516
Dann hat mich Mitleid mit dem armen Mädchen auch
Vorlage S. 876
517
Ergriffen, und bedenk ich ihr verwandtes Blut,
Vorlage S. 876
518
Die man um meiner Liebe willen schlachten will.
Vorlage S. 876
519
Und was nur geht Helena deine Tochter an?
Vorlage S. 876
520
Entlaß das Heer! Mag's ziehen heim vom Aulisstrand!
Vorlage S. 876
521
Und höre auf, mit Tränen, Bruder, deinen Blick
Vorlage S. 876
522
Zu feuchten, Tränen mir ins Aug zu nötigen.
Vorlage S. 876
523
Und hat der Ausspruch irgend auf dein Kind Bezug,
Vorlage S. 876
524
Mich geht er nichts an: meinen Anteil schenk ich dir!
Vorlage S. 876
525
Und bin ich umgewandelt aus der Heftigkeit,
Vorlage S. 876
526
So ist die Stimmung löblich, welche mich bekehrt
Vorlage S. 876
527
Zur Bruderliebe: schlechter Biegsamkeit ist nicht
Vorlage S. 876
528
Der Mann zu zeihen, welcher je das Best ergreift.
Vorlage S. 876
529
CHOR.
Vorlage S. 876
530
Ganz edel sprachst du, einem Sprößling Tantals wohl
Vorlage S. 876
531
Und Zeusens angemessen, deiner Ahnen wert!
Vorlage S. 876
532
AGAMEMNON.
Vorlage S. 876
533
Ich lob es, Bruder, dass du mir ein wackres Wort
Vorlage S. 876
534
Und deiner würdiges wider mein Erwarten beutst!
Vorlage S. 876
535
Doch bin ich leider in die traurge Not versetzt
Vorlage S. 876
536
Und muss der Tochter blutgen Mord vollziehen nun.
Vorlage S. 876
537
MENELAOS.
Vorlage S. 876
538
Wiefern? Wer zwingt zur Tötung deines eignen Kinds?
Vorlage S. 876
539
AGAMEMNON.
Vorlage S. 876
540
Das ganze hier versammelt Heer der Danaer.
Vorlage S. 876
541
MENELAOS.
Vorlage S. 876
542
Nicht, wenn du jene heim nach Argos senden wirst.
Vorlage S. 876
543
AGAMEMNON.
Vorlage S. 876
544
Das möchte hingehn unbemerkt, doch jenes nicht –
Vorlage S. 876
545
MENELAOS.
Vorlage S. 876
546
Was meinst du? Nur nicht gar zu bange vor dem Volk!
Vorlage S. 876
547
AGAMEMNON.
Vorlage S. 876
548
Kalchas verrät den Seherspruch dem Griechenheer.
Vorlage S. 876
549
MENELAOS.
Vorlage S. 876
550
So lass zuvor ihn sterben! Das macht keine Not.
Vorlage S. 876
551
AGAMEMNON.
Vorlage S. 876
552
Ehrgeiziges Unheil freilich ist das Sehervolk!
Vorlage S. 876
553
MENELAOS.
Vorlage S. 876
554
Zu nichts gebrauchbar, nirgends heilsam, wo man's hat!
Vorlage S. 876
555
AGAMEMNON.
Vorlage S. 877
556
Allein ein andres, was mir einfällt, schreckt's dich nicht?
Vorlage S. 877
557
MENELAOS.
Vorlage S. 877
558
Du musst es nennen; denn erraten kann ich's nicht.
Vorlage S. 877
559
AGAMEMNON.
Vorlage S. 877
560
Das Sisyphosgezüchte weiß den ganzen Plan.
Vorlage S. 877
561
MENELAOS.
Vorlage S. 877
562
Odysseus wagt nichts Schlimmes gegen mich und dich.
Vorlage S. 877
563
AGAMEMNON.
Vorlage S. 877
564
Er ist verschmitzt und hält es mit dem Haufen stets.
Vorlage S. 877
565
MENELAOS.
Vorlage S. 877
566
Ehrgeiz beherrscht ihn freilich, ein gefährlich Ding!
Vorlage S. 877
567
AGAMEMNON.
Vorlage S. 877
568
So sei versichert, dass er mitten in der Schar
Vorlage S. 877
569
Den Spruch des Kalchas offenbart und sagt, wie ich
Vorlage S. 877
570
Des Opfers Schlachtung übernahm für Artemis
Vorlage S. 877
571
Und brach mein Wort. Der reißt den Haufen mit sich fort
Vorlage S. 877
572
Und heißt die Griechen mich und dich erschlagen und
Vorlage S. 877
573
Das Mädchen opfern. Flieh ich in mein Reich zurück,
Vorlage S. 877
574
Sie rücken nach und schleifen samt dem Kyklopenbau
Vorlage S. 877
575
Uns selbst im Sturme und verwüsten unser Land.
Vorlage S. 877
576
Von dieser Art ist meine Not. O jammervoll!
Vorlage S. 877
577
Wie bin ich so betrogen von den Göttern nun!
Vorlage S. 877
578
Nur eins verhüte, Menelas: zum Heer begib
Vorlage S. 877
579
Dich hin und sorge, dass es Klytaimestra nicht
Vorlage S. 877
580
Erfahre, bis der Hades erst mein Kind umfängt,
Vorlage S. 877
581
Dass mir mein Elend möglichst wenig Tränen bringt.
Vorlage S. 877
582
Ihr aber, fremde Frauen, haltet reinen Mund.
Vorlage S. 877
583
Agamemnon und Menelaos ab.
Vorlage S. 877
584
Strophe
Vorlage S. 877
585
CHOR.
Vorlage S. 877
586
Selig, wer mit bescheidnem Sinn
Vorlage S. 877
587
Und mit mäßiger Leidenschaft
Vorlage S. 877
588
Pflückt die Freuden der Liebe,
Vorlage S. 877
589
Dessen Herz kein tobender Sturm
Vorlage S. 877
590
Rasender Triebe erschüttert; denn
Vorlage S. 877
591
Zweierlei Pfeile der süßen Qual
Vorlage S. 877
592
Schießt der goldhaarlockige Gott,
Vorlage S. 877
593
Einen milden zu sanftem Glück,
Vorlage S. 877
594
Einen verderblichen, der's zerstört.
Vorlage S. 877
595
Schönste Kypris, behüte vor
Vorlage S. 877
596
Diesem Pfeil mein häusliches Glück!
Vorlage S. 877
597
Lass mich keusche Begier und Reiz
Vorlage S. 877
598
Zwar empfinden, allein mit Maß,
Vorlage S. 877
599
Pflücken der Liebe Freuden und Lust,
Vorlage S. 877
600
Doch obsiegen dem Unmaß!
Vorlage S. 878
601
Gegenstrophe
Vorlage S. 878
602
Mannigfach ist das menschlich Herz
Vorlage S. 878
603
Und vielartig die Sitten, doch
Vorlage S. 878
604
Was recht sei, das ist deutlich.
Vorlage S. 878
605
Zucht und bildender Unterricht
Vorlage S. 878
606
Wirkt zur Tugend gewaltig viel,
Vorlage S. 878
607
Und Unschuld ist der Weisheit gleich,
Vorlage S. 878
608
Und an Schöne und Gunst entspricht
Vorlage S. 878
609
Ihr eine Seele, die mit Bewusst-
Vorlage S. 878
610
Sein die Pflicht übt. Ewigen Ruhm
Vorlage S. 878
611
Und Ehr erntet das Leben hier.
Vorlage S. 878
612
Groß ist's, ringen nach Tugend, wenn
Vorlage S. 878
613
Frauen, die ehliche Treue keusch
Vorlage S. 878
614
Hütend, heimliche Buhlschaft fliehn,
Vorlage S. 878
615
Männer den Staat groß machen, im Schmuck
Vorlage S. 878
616
Tausendfacher Verdienste.
Vorlage S. 878
617
Epode
Vorlage S. 878
618
Paris, welch ein verderblich Leid
Vorlage S. 878
619
Wuchsest du, Hirt, auf ländlicher Trift
Vorlage S. 878
620
Dort bei Rindern am Ida,
Vorlage S. 878
621
Bliesest welsche Weisen, Olymps
Vorlage S. 878
622
Phrygischem Flötenspiele zum Trotz,
Vorlage S. 878
623
Auf schwirrendem Rohre,
Vorlage S. 878
624
Und es gediehn milchtrotzende Küh,
Vorlage S. 878
625
Bis du vom Göttinnenstreit verrückt
Vorlage S. 878
626
Hinfuhrest nach Hellas.
Vorlage S. 878
627
Vor dem elfenbeinernen Stuhl
Vorlage S. 878
628
Standst du, Aug in Auge den Blick,
Vorlage S. 878
629
Und umstricktest Helenens Herz mit Liebe
Vorlage S. 878
630
Und wardst von Liebe selbst bezaubert.
Vorlage S. 878
631
Hader von daher
Vorlage S. 878
632
Sendet mit Schiffen und Schilden das Heer
Vorlage S. 878
633
Nach Iliens Festen.
Vorlage S. 878
634
Io! io!
Vorlage S. 878
635
O erhabenes Glück des erhabenen Stands!
Vorlage S. 879
636
Iphigenien seht,
Vorlage S. 879
637
Hochfürstliche Tochter des Königs,
Vorlage S. 879
638
Samt Tyndars Tochter Klytaimestra,
Vorlage S. 879
639
Von erlauchtem Geschlecht entsprossen und jetzt
Vorlage S. 879
640
Noch höherem Los entgegengeführt!
Vorlage S. 879
641
Die Gewaltigen, ja! Die Gesegneten sind
Vorlage S. 879
642
Tiefstehenden Sterblichen Götter!
Vorlage S. 879
643
Iphigenie und Klytaimestra treten auf.
Vorlage S. 879
644
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 879
645
Zum guten Zeichen meinem Kommen nehm ich dies,
Vorlage S. 879
646
Hier deinen Glückruf, dein ersprießlich braves Wort.
Vorlage S. 879
647
Auch heg ich Hoffnung, dass zu segensvollem Bund
Vorlage S. 879
648
Mein Brautgeleit sei.
Vorlage S. 879
649
Zu den Dienern.
Vorlage S. 879
650
Schaffet nun vom Wagen da
Vorlage S. 879
651
Die mitgebrachte Morgengabe für die Braut
Vorlage S. 879
652
Und tragt behutsam alles ins Gemach hinein!
Vorlage S. 879
653
Zu Iphigenie.
Vorlage S. 879
654
Du, meine Tochter, steige mir vom Wagen ab,
Vorlage S. 879
655
Vorsichtig lass zu Boden deinen zarten Fuß.
Vorlage S. 879
656
Zu den Dienern.
Vorlage S. 879
657
Dann biete jemand mir des Armes Stütze dar,
Vorlage S. 879
658
Auf dass ich hübsch dem Roßgespann entsteigen mag.
Vorlage S. 879
659
Ihr aber tretet vor das Joch der Pferde hin,
Vorlage S. 879
660
Denn scheu und schwer zu sänftigen ist der Rosse Blick.
Vorlage S. 879
661
Und dieses Kind, Agamemnons Sprößling, traget mir,
Vorlage S. 879
662
Oresten; denn er ist zum Wandeln noch zu zart.
Vorlage S. 879
663
Mein Kind, du schläfst, vom Schaukelwagen eingewiegt?
Vorlage S. 879
664
Erwach zu deiner Schwester Hochzeitsfeste froh:
Vorlage S. 879
665
Denn dein, des Edlen, harret edle Schwägerschaft,
Vorlage S. 879
666
Der Nereustochter göttergleicher Heldensohn!
Vorlage S. 879
667
Zu Iphigenie.
Vorlage S. 879
668
Hierher, mein Kind, an meine Seite trete her,
Vorlage S. 879
669
Zur Mutter, Iphigenie, mir, der glücklichen,
Vorlage S. 879
670
Hier neben diese fremden Frauen hingestellt:
Vorlage S. 879
671
Und nun begrüße deinen teuren Vater hier.
Vorlage S. 879
672
O mein verehrter höchster Hort, Agamemnon, Fürst,
Vorlage S. 880
673
Nicht ungehorsam deinem Auftrag sind wir hier.
Vorlage S. 880
674
Agamemnon ist aus dem Zelt getreten.
Vorlage S. 880
675
IPHIGENIE.
Vorlage S. 880
676
O Mutter, darf ich eilen, an des Vaters Brust
Vorlage S. 880
677
Die Brust zu drücken, hin zu ihm, und zürnst du nicht?
Vorlage S. 880
678
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 880
679
Ach ja, mein Kind, das sollst du! Zärtlich hängst du ja
Vorlage S. 880
680
Am Vater, mehr als alle meine Kinder, stets!
Vorlage S. 880
681
IPHIGENIE.
Vorlage S. 880
682
Mein Vater, nach so langer Zeit! Wie freu ich mich!
Vorlage S. 880
683
AGAMEMNON.
Vorlage S. 880
684
Dein Vater gleichfalls! Was du sagst, gilt auch von mir.
Vorlage S. 880
685
IPHIGENIE.
Vorlage S. 880
686
Heil dir! Wie schön ist's, Vater, dass ich kommen darf!
Vorlage S. 880
687
AGAMEMNON.
Vorlage S. 880
688
Schön oder nicht schön – wie man's nehmen mag, mein Kind!
Vorlage S. 880
689
IPHIGENIE.
Vorlage S. 880
690
Ha!
Vorlage S. 880
691
Du blickst mich gar nicht freudig an! So mißgestimmt!
Vorlage S. 880
692
AGAMEMNON.
Vorlage S. 880
693
Viel Sorgen hat ein König und Feldherr, mein Kind.
Vorlage S. 880
694
IPHIGENIE.
Vorlage S. 880
695
So schenk dich mir jetzt, schlag die Sorgen aus dem Sinn!
Vorlage S. 880
696
AGAMEMNON.
Vorlage S. 880
697
Mein Sinn ist völlig nur bei dir und nirgends sonst.
Vorlage S. 880
698
IPHIGENIE.
Vorlage S. 880
699
Entrunzle denn die Stirne, blick mich heiter an!
Vorlage S. 880
700
AGAMEMNON.
Vorlage S. 880
701
Ich freu mich, sieh! – wer weiß, wie sehr? –, Kind, dich zu sehn!
Vorlage S. 880
702
IPHIGENIE.
Vorlage S. 880
703
Und dennoch rinnen Zähren dir die Wangen ab?
Vorlage S. 880
704
AGAMEMNON.
Vorlage S. 880
705
Lang ist ja auch die Trennung, die uns droht, mein Kind!
Vorlage S. 880
706
IPHIGENIE.
Vorlage S. 880
707
Das weiß ich nicht, mein Vater, nichts mir Schmerzliches!
Vorlage S. 880
708
AGAMEMNON.
Vorlage S. 880
709
Dies Wort, so sinnvoll, rührt mich desto heftiger!
Vorlage S. 880
710
IPHIGENIE.
Vorlage S. 880
711
So will ich kindisch reden, wenn's dich heiter stimmt.
Vorlage S. 880
712
AGAMEMNON.
Vorlage S. 880
713
O Gott! Wie kann ich schweigen noch?! – Dir bin ich gut!
Vorlage S. 880
714
IPHIGENIE.
Vorlage S. 880
715
Bleib, lieber Vater! Deinen Kindern bleib daheim!
Vorlage S. 880
716
AGAMEMNON.
Vorlage S. 880
717
Ich will's – und darf's nicht wollen doch: das ist mein Gram!
Vorlage S. 880
718
IPHIGENIE.
Vorlage S. 880
719
Fluch Menelaens Händeln und dem Waffenlärm!
Vorlage S. 880
720
AGAMEMNON.
Vorlage S. 880
721
Fluch bringt er andern früher, hat ihn mir gebracht.
Vorlage S. 880
722
IPHIGENIE.
Vorlage S. 880
723
Bist schon so lang in Aulis' Buchten, fern von uns!
Vorlage S. 880
724
AGAMEMNON.
Vorlage S. 880
725
Und hemmt den Aufbruch immer noch ein Hindernis.
Vorlage S. 880
726
IPHIGENIE.
Vorlage S. 880
727
Wo, sagt man denn, dass dieser Phryger Siedlung sei?
Vorlage S. 880
728
AGAMEMNON.
Vorlage S. 880
729
Da, wo des Priams Paris leider wohnhaft ist.
Vorlage S. 880
730
IPHIGENIE.
Vorlage S. 880
731
Da fährst du weit weg, lieber Vater, fort von mir!
Vorlage S. 880
732
AGAMEMNON.
Vorlage S. 880
733
Dein Fall, mein Kind, ist für den Vater gleicher Art.
Vorlage S. 880
734
IPHIGENIE.
Vorlage S. 880
735
Weh!
Vorlage S. 880
736
Oh, ging es nur, mich mitzunehmen auf der Fahrt!
Vorlage S. 880
737
AGAMEMNON.
Vorlage S. 881
738
Auch deiner harrt ein Weg noch, wo du mein gedenkst.
Vorlage S. 881
739
IPHIGENIE.
Vorlage S. 881
740
Und fahr ich mit der Mutter oder ganz allein?
Vorlage S. 881
741
AGAMEMNON.
Vorlage S. 881
742
Vom Vater fern und Mutter, einsam und allein!
Vorlage S. 881
743
IPHIGENIE.
Vorlage S. 881
744
Du willst mich wohl verpflanzen in ein andres Haus?
Vorlage S. 881
745
AGAMEMNON.
Vorlage S. 881
746
Lass! Solcherlei zu wissen ziemet Mädchen nicht.
Vorlage S. 881
747
IPHIGENIE.
Vorlage S. 881
748
Geh's dir in Phrygien glücklich und komm bald zurück!
Vorlage S. 881
749
AGAMEMNON.
Vorlage S. 881
750
Erst muss ich noch ein Opfer schlachten hier am Strand.
Vorlage S. 881
751
IPHIGENIE.
Vorlage S. 881
752
Mit Opfern muss man prüfen, was man fromm beginnt!
Vorlage S. 881
753
AGAMEMNON.
Vorlage S. 881
754
Du wirst's erfahren, an der Weihungssprenge stehn!
Vorlage S. 881
755
IPHIGENIE.
Vorlage S. 881
756
Wir werden also Reigen tanzen um den Herd?
Vorlage S. 881
757
AGAMEMNON.
Vorlage S. 881
758
In deiner Unschuld neid ich dich weit mehr als mich.
Vorlage S. 881
759
Begib dich nun ins Zimmer; denn bei Männern auf
Vorlage S. 881
760
Der Straß erblickt zu werden ziemet Mädchen nicht!
Vorlage S. 881
761
Und reich mir einen Schmerzenskuß und Händedruck,
Vorlage S. 881
762
Du, die vom Vater scheiden soll auf lange Zeit!
Vorlage S. 881
763
O teure Brust! O Wangen! Blondes Lockenhaar!
Vorlage S. 881
764
O welche Qual Helena und die Phrygerstadt
Vorlage S. 881
765
Uns schuf! – Ich muss hier enden; denn die Zähre bricht
Vorlage S. 881
766
Mir plötzlich aus den Augen, hier in deinem Arm!
Vorlage S. 881
767
Geh hin ins Zelt! –
Vorlage S. 881
768
Iphigenie ab.
Vorlage S. 881
769
Dich bitt ich um Entschuldigung,
Vorlage S. 881
770
O Ledas Tochter, wenn ich gar zu weich erschien,
Vorlage S. 881
771
Im Begriff, die Tochter hinzugeben an Achill.
Vorlage S. 881
772
Zwar hochbeglückt ist diese Entsendung, aber doch
Vorlage S. 881
773
Fällt's Eltern schmerzlich, Kinder in ein fremdes Haus
Vorlage S. 881
774
Zu geben, sie, um die man viele Mühen trug.
Vorlage S. 881
775
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 881
776
So bar der Einsicht bin ich nicht! Glaub nur, ich werd
Vorlage S. 881
777
Es auch empfinden, wenn ich unter Brautgesang
Vorlage S. 881
778
Die Tochter hingeleite; also tadl ich's nicht.
Vorlage S. 881
779
Doch wird Gewohnheit mit der Zeit es mildern wohl.
Vorlage S. 881
780
Den Namen nun des künftgen Eidams kenn ich zwar,
Vorlage S. 881
781
Doch seinen Stammbaum möcht ich wohl erfahren noch.
Vorlage S. 881
782
AGAMEMNON.
Vorlage S. 881
783
Aigina war Asops, des Flußgotts, Tochter einst.
Vorlage S. 881
784
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 881
785
Und wer der Menschen oder Götter freite sie?
Vorlage S. 881
786
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
787
Zeus. Aiakos, Oinones Häuptling, zeugte er.
Vorlage S. 882
788
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
789
Und welcher Sprößling Aiakos' bestieg den Thron?
Vorlage S. 882
790
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
791
Peleus, und Nereus' Tochter war mit ihm vereint.
Vorlage S. 882
792
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
793
Vom Vater selbst wohl? oder trotz den Himmlischen?
Vorlage S. 882
794
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
795
Von Zeus verlobt, vom eignen Vater zugeführt.
Vorlage S. 882
796
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
797
Wo war die Hochzeit? etwa wohl im Wellenreich?
Vorlage S. 882
798
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
799
Wo Cheiron wohnt auf Pelions heiligen Stufenhöhn.
Vorlage S. 882
800
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
801
Dort also, wo Kentauren, sagt man, hausen, war's?
Vorlage S. 882
802
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
803
Bei Peleus' Hochzeit schmausten dort die Himmlischen.
Vorlage S. 882
804
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
805
Den Achill erzog der Vater oder Thetis selbst?
Vorlage S. 882
806
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
807
Cheiron, in Unschuld, von verderbten Menschen fern.
Vorlage S. 882
808
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
809
Klug war der Lehrer – der auch, der ihn suchte, klug!
Vorlage S. 882
810
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
811
Das ist der Held, der deiner Tochter Gatte wird.
Vorlage S. 882
812
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
813
Untadlig! Welche Griechenstadt gehört ihm denn?
Vorlage S. 882
814
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
815
In Phthia liegt sie um den Fluss Apidanos.
Vorlage S. 882
816
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
817
Dort also führt er mein und deine Tochter hin?
Vorlage S. 882
818
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
819
Dem, der sie sein nennt, wird es überlassen sein.
Vorlage S. 882
820
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
821
So wünsch ich Glück! Die Trauung ist an welchem Tag?
Vorlage S. 882
822
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
823
Sobald des Vollmonds segensvolle Scheibe glänzt.
Vorlage S. 882
824
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
825
Das Weihungsopfer ist der Göttin schon gebracht?
Vorlage S. 882
826
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
827
Jetzt soll es: eben steh ich jetzt an diesem Los!
Vorlage S. 882
828
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
829
Du gibst das Hochzeitsmahl sodann wohl hinterher?
Vorlage S. 882
830
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
831
Nach Opfrung eines Opfers, das der Himmel heischt.
Vorlage S. 882
832
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
833
Wo aber feir ich mit den Frauen diesen Tag?
Vorlage S. 882
834
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
835
Hier, bei der Griechen steuergeschmückten Schiffen selbst.
Vorlage S. 882
836
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
837
Schlimm, aber nicht zu ändern! Sei's ersprießlich doch.
Vorlage S. 882
838
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
839
Nun höre, meine Gattin, und gehorche mir.
Vorlage S. 882
840
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
841
Worinnen? Dir zu folgen bin ich stets gewohnt.
Vorlage S. 882
842
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
843
Wir einerseits nun wollen hier beim Bräutigam –
Vorlage S. 882
844
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
845
Was ohne mich vollziehen, das der Mutter ziemt?
Vorlage S. 882
846
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
847
Dein Kind dem Bräutigam geben vor den Danaern.
Vorlage S. 882
848
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
849
Und ich, wo soll ich mich befinden unterdes?
Vorlage S. 882
850
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
851
Nach Argos reisen und der Mädchen warten dort.
Vorlage S. 882
852
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
853
Mein Kind verlassen? Wer erhebt die Fackel dann?
Vorlage S. 882
854
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
855
Die Fackel, welche Bräuten ziemet, schür ich selbst
Vorlage S. 882
856
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 882
857
Ist nicht der Brauch! Wie hältst du das für Kleinigkeit?
Vorlage S. 882
858
AGAMEMNON.
Vorlage S. 882
859
Dein Aufenthalt im Heergewühle ziemt sich nicht.
Vorlage S. 882
860
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 883
861
Mir ziemt als Mutter meines Kindes Brautgeleit.
Vorlage S. 883
862
AGAMEMNON.
Vorlage S. 883
863
Auch die im Hause nicht allein zu lassen ziemt.
Vorlage S. 883
864
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 883
865
Sie sind im sichern Frauengemache wohl verwahrt.
Vorlage S. 883
866
AGAMEMNON.
Vorlage S. 883
867
Tu's –
Vorlage S. 883
868
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 883
869
Bei der Göttin, die zu Argos thronet, nein!
Vorlage S. 883
870
Geh du und walte draußen! Das im Haus ist mein!
Vorlage S. 883
871
Klytaimestra ab.
Vorlage S. 883
872
AGAMEMNON.
Vorlage S. 883
873
O weh! Ich rang vergebens, meine Hoffnung trog,
Vorlage S. 883
874
Die Gattin wegzuschaffen aus dem Angesicht!
Vorlage S. 883
875
Ich sinn und liste, erfinde Ränke gegen die,
Vorlage S. 883
876
Die mir die Liebsten, unterliegend überall!
Vorlage S. 883
877
Gleichwohl zum Opferpriester Kalchas muss ich gehn,
Vorlage S. 883
878
Das, was genehm der Göttin, mir verderblich ist,
Vorlage S. 883
879
Noch gründlich auszuforschen, Griechenlandes Not.
Vorlage S. 883
880
Ein kluger Mann muss eine brave Gattin je
Vorlage S. 883
881
Im Hause hegen – besser sonst, er freie nicht.
Vorlage S. 883
882
Ab.
Vorlage S. 883
883
Strophe
Vorlage S. 883
884
CHOR.
Vorlage S. 883
885
Jetzo schauen des Simoeis
Vorlage S. 883
886
Silbernfarbige Strudel
Vorlage S. 883
887
Diese gescharte griechische Macht,
Vorlage S. 883
888
Wenn sie zu Phoibos' heiligem Grund,
Vorlage S. 883
889
Ilions fester Burg, kommt
Vorlage S. 883
890
Zu Schiff mit Waffengerät.
Vorlage S. 883
891
Dort, sagt man, schwinget im Vor-
Vorlage S. 883
892
Ahnungsgeist Kassandra verzückt,
Vorlage S. 883
893
Wenn sie der göttliche Drang beseelt,
Vorlage S. 883
894
Ihr blondwallendes Lockenhaar,
Vorlage S. 883
895
Heilig umkränzt mit grünem Lorbeer.
Vorlage S. 883
896
Gegenstrophe
Vorlage S. 883
897
Und auf ragendem Mauerkranz
Vorlage S. 883
898
Staunend werden die Trojer
Vorlage S. 883
899
Stehen, heran zum Simoeisbach
Vorlage S. 883
900
Wenn sie den erzgepanzerten Krieg
Vorlage S. 883
901
Sehen im Ruderschlag ziehn
Vorlage S. 883
902
Auf schöngebordetem Kiel,
Vorlage S. 883
903
Aus Priams Fluren des hoch
Vorlage S. 884
904
Im Sternäther leuchtenden Paars
Vorlage S. 884
905
Schwester Helena zu holen zum
Vorlage S. 884
906
Land der Griechen mit Kriegessturm,
Vorlage S. 884
907
Ringen in Schwert- und Lanzennöten.
Vorlage S. 884
908
Epode
Vorlage S. 884
909
Mir erschein und den Kindern mein
Vorlage S. 884
910
Nie ein solches Erwarten,
Vorlage S. 884
911
Wie es der Phryger und Lyder
Vorlage S. 884
912
Goldgeschmückte Frauen am Web-
Vorlage S. 884
913
Stuhl hegen und sprechen
Vorlage S. 884
914
Werden untereinander so:
Vorlage S. 884
915
»Ach, wenn die heimische Burg hinstürzt,
Vorlage S. 884
916
Wer wohl wird am lockigen Haar
Vorlage S. 884
917
Zerren das weinende Mädchen, die Blüt entblättern?
Vorlage S. 884
918
Deinethalb, langhalsigen Schwans Entsproßne du,
Vorlage S. 884
919
Wenn glaubwürdig die Sage spricht, dass Leden
Vorlage S. 884
920
Zeus umfing verwandelten Leibs
Vorlage S. 884
921
Und dich gezeugt ein beschwingter Schwan,
Vorlage S. 884
922
Oder solch ein Märchen umsonst
Vorlage S. 884
923
Durch Dichtererfindungen
Vorlage S. 884
924
Zur Unzeit in die Welt verpflanzt ward.«
Vorlage S. 884
925
Achilleus tritt auf.
Vorlage S. 884
926
ACHILLEUS.
Vorlage S. 884
927
Wo ist der Feldherr Griechenlands zu finden hier?
Vorlage S. 884
928
Meld einer ihm, ihr Diener, dass der Peleussohn
Vorlage S. 884
929
Achilleus, an der Pforte wartend, sein begehrt. –
Vorlage S. 884
930
Denn harrt man nicht in gleicher Lag am Euripos?
Vorlage S. 884
931
Die einen, durch kein Eheband gebunden, die
Vorlage S. 884
932
Nur leere Zimmer dort verließen, sitzen hier
Vorlage S. 884
933
Am Strand mit andern, die im Hause Weib und Kind
Vorlage S. 884
934
Verließen: also waltete ein gewaltger Drang
Vorlage S. 884
935
Bei diesem Aufbruch – sichtlich war ein Gott dabei!
Vorlage S. 884
936
Nun ist, das Meinige auszusprechen, meine Pflicht,
Vorlage S. 884
937
Ein andrer trage, wenn's beliebt, das Seine vor.
Vorlage S. 884
938
Vom Vater Peleus schied ich und Pharsalerland,
Vorlage S. 884
939
Und an des Eurips schmaler Pforte harre ich hier,
Vorlage S. 885
940
Die Myrmidonen haltend, die bestürmend stets:
Vorlage S. 885
941
»Achill, was säumst du?« sprechen. »Sag, wie viele Zeit
Vorlage S. 885
942
Soll noch verrinnen bis zur Fahrt nach Ilion?
Vorlage S. 885
943
Tu, was du tun willst, oder führ die Truppen heim,
Vorlage S. 885
944
Wart auf der Atreussöhne Zaudereien nicht.«
Vorlage S. 885
945
Klytaimestra tritt aus dem Zelt.
Vorlage S. 885
946
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 885
Historische Darstellung von Euripides
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von Euripides — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Unidentified engraver · Public domain Bildquelle ↗
947
O Sohn der Nereustochter, deine Meldung hört
Vorlage S. 885
948
Ich drinnen, und drum komm ich aus dem Zelt hervor.
Vorlage S. 885
949
ACHILLEUS.
Vorlage S. 885
950
O hehre Scheu und Sitte, was erblick ich hier
Vorlage S. 885
951
Für eine Frau, vornehmen Wesens von Gestalt?
Vorlage S. 885
952
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 885
953
Mich wundert dies Verkennen nicht: du hast mich nie
Vorlage S. 885
954
Gesehn, und löblich ist die Sittsamkeit zugleich.
Vorlage S. 885
955
ACHILLEUS.
Vorlage S. 885
956
Wer bist du? Wie gelangst du ins Achaierheer,
Vorlage S. 885
957
Ein Weib zu lauter kriegsgepanzerten Männern her?
Vorlage S. 885
958
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 885
959
Der Leda Tochter bin ich, Klytaimestra ist
Vorlage S. 885
960
Mein Name, Fürst Agamemnon ist mein Ehgemahl.
Vorlage S. 885
961
ACHILLEUS.
Vorlage S. 885
962
Das Geeignete hast du hübsch und kurz mir mitgeteilt:
Vorlage S. 885
963
Allein mit Fraun Gespräche führen ziemt mir nicht.
Vorlage S. 885
964
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 885
965
Was fliehst du? Bleibe! Und zum Eingang glücklichen
Vorlage S. 885
966
Brautbundes reiche mir getrost die Rechte dar!
Vorlage S. 885
967
ACHILLEUS.
Vorlage S. 885
968
Ich dir die Hand? Was soll das? Scheuen müsst ich doch
Vorlage S. 885
969
Agamemnon, anzurühren, die mir nicht gebührt.
Vorlage S. 885
970
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 885
971
Nichts ziemt sich besser, wenn du meiner Tochter bist
Vorlage S. 885
972
Verlobt, o Sohn der seeischen Göttin, Nereussproß!
Vorlage S. 885
973
ACHILLEUS.
Vorlage S. 885
974
Was sprichst du von Verlobung? Staunen fasst mich, Frau,
Vorlage S. 885
975
Wenn nicht dein seltsam Reden stammt von irrem Geist!
Vorlage S. 885
976
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 885
977
Das ist die Art Verlobter, dies verschämte Tun
Vorlage S. 885
978
Vor ungewohnten Freunden, wer der Braut gedenkt!
Vorlage S. 885
979
ACHILLEUS.
Vorlage S. 885
980
Ich hab um deine Tochter nie geworben, Frau!
Vorlage S. 885
981
Kein Wort von Heirat hat mir Atreus' Sohn gesagt.
Vorlage S. 885
982
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 885
983
Was wäre das?! Mag meine Rede gegenseits
Vorlage S. 885
984
Dich wundern, wie dein Wesen mich in Staunen setzt!
Vorlage S. 885
985
ACHILLEUS.
Vorlage S. 885
986
Denk nach! Und lass uns raten, wie's zusammenhängt:
Vorlage S. 885
987
Auf falsche Fährte sind wir beid am End geführt.
Vorlage S. 885
988
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 886
989
Ich bin gehöhnt! Gewißlich! Hochzeit hab ich mir,
Vorlage S. 886
990
Wo keine ist, eingebildet! Wie beschämt mich das!
Vorlage S. 886
991
ACHILLEUS.
Vorlage S. 886
992
Es war ein Scherz wohl, den man mit uns beiden trieb!
Vorlage S. 886
993
Nimm's nicht zu Herzen, sondern schlag es aus dem Sinn.
Vorlage S. 886
994
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 886
995
Leb wohl! Dir grad ins Auge kann ich ferner nicht
Vorlage S. 886
996
Mehr sehn, verhöhnt dastehend und als Lügnerin.
Vorlage S. 886
997
ACHILLEUS.
Vorlage S. 886
998
Das gleiche geb ich dir zurück. Ich gehe nun,
Vorlage S. 886
999
Um deinen Gatten aufzusuchen, ins Gemach.
Vorlage S. 886
1000
Der alte Diener Agamemnons öffnet das Zelt.
Vorlage S. 886
1001
ALTER.
Vorlage S. 886
1002
Fremdling, edler Aiakide, bleibe! He! Dich ruf ich da,
Vorlage S. 886
1003
Dich, den Sohn der seeischen Göttin! Dich auch, Ledas Tochter da!
Vorlage S. 886
1004
ACHILLEUS.
Vorlage S. 886
1005
Wer nur ruft aus halbgelüpfter Tür so ängstlich und so bang?
Vorlage S. 886
1006
ALTER.
Vorlage S. 886
1007
Sklave bin ich, überheb mich dessen nicht: mein Los verbeut's.
Vorlage S. 886
1008
ACHILLEUS.
Vorlage S. 886
1009
Wessen? Meiner nicht! Agamemnons Sach und meine sind getrennt!
Vorlage S. 886
1010
ALTER.
Vorlage S. 886
1011
Dieser hier vor diesem Hause, ihr erteilt von Tyndaros.
Vorlage S. 886
1012
ACHILLEUS.
Vorlage S. 886
1013
Nun, wir stehen: sprich, was willst du? Warum hältst du mich zurück?
Vorlage S. 886
1014
ALTER.
Vorlage S. 886
1015
Steht ihr wirklich ohne Zeugen ganz allein an diesem Tor?
Vorlage S. 886
1016
ACHILLEUS.
Vorlage S. 886
1017
Rede nur! Wir sind allein; doch tritt heraus vom Königszelt.
Vorlage S. 886
1018
ALTER.
Vorlage S. 886
1019
Jetzt, o Glück und meine Vorsicht, rette, die ich retten will!
Vorlage S. 886
1020
ACHILLEUS.
Vorlage S. 886
1021
Diese Äußrung zeigt Gefahr, doch an die Zukunft knüpft sie sie.
Vorlage S. 886
1022
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 886
1023
Zögre nicht, bei deiner Rechten! wenn du was entdecken willst.
Vorlage S. 886
1024
ALTER.
Vorlage S. 886
1025
Nun, du weißt, wie treu ich's meine dir und deinen Kindern stets?
Vorlage S. 886
1026
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 886
1027
Ja; als guten alten Diener meines Hauses kenn ich dich.
Vorlage S. 886
1028
ALTER.
Vorlage S. 886
1029
Dass mich nur als Teil der Mitgift Fürst Agamemnon überkam?
Vorlage S. 886
1030
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 886
1031
Wohl, du kamst mit mir nach Argos, meinem Dienste stets geweiht.
Vorlage S. 886
1032
ALTER.
Vorlage S. 887
1033
Also ist's; und dir ergeben bin ich, minder deinem Mann.
Vorlage S. 887
1034
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887
1035
Nun zur Sach, enthüll uns endlich, was du mitzuteilen hast.
Vorlage S. 887
1036
ALTER.
Vorlage S. 887
1037
Deine Tochter bringt der eigne Vater eigenhändig um.
Vorlage S. 887
1038
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887
1039
Was? Du bist von Sinnen, Alter! Pfui! Das Wort, ich werf es fort!
Vorlage S. 887
1040
ALTER.
Vorlage S. 887
1041
Mit dem Schwert des armen Mädchens weißen Hals zerschneidet er!
Vorlage S. 887
1042
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887
1043
Weh, o Jammer! Also rast er, ist er wütend, mein Gemahl?
Vorlage S. 887
1044
ALTER.
Vorlage S. 887
1045
Ganz vernünftig! Gegen dich nur und die Tochter ohne Sinn.
Vorlage S. 887
1046
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887
1047
Und aus welchem Grunde? Welcher böse Geist verleitet ihn?
Vorlage S. 887
1048
ALTER.
Vorlage S. 887
1049
Ein Orakel – Kalchas sagt es –, das dem Heere Fahrt verheißt.
Vorlage S. 887
1050
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887
1051
Fahrt wohin? Weh mir und weh ihr, die der Vater morden will!
Vorlage S. 887
1052
ALTER.
Vorlage S. 887
1053
Nach Dardanien, dass Helenen Menelas zurückbekommt.
Vorlage S. 887
1054
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887
1055
Wäre so Helenas Rückkehr Iphigeniens Todeslos?
Vorlage S. 887
1056
ALTER.
Vorlage S. 887
1057
Alles weißt du jetzt: der Vater weiht dein Kind der Artemis.
Vorlage S. 887
1058
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887
1059
Welchen Grund hat denn die Heirat, die mich her vom Hause lockt'?
Vorlage S. 887
1060
ALTER.
Vorlage S. 887
1061
Dass du freudig deine Tochter brächtest als Achilleus' Braut.
Vorlage S. 887
1062
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887
1063
Kind, zu deinem Untergange kamst du, du und ich dazu!
Vorlage S. 887
1064
ALTER.
Vorlage S. 887
1065
Jammervoll ist eure Lage, schrecklich deines Gatten Tat!
Vorlage S. 887
1066
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887
1067
Ich vergeh vor Schmerz, mein Auge birgt die Träne nimmermehr!
Vorlage S. 887
1068
ALTER.
Vorlage S. 887
1069
Wer verdenkt die Tränen einer Mutter, die ihr Kind verliert?!
Vorlage S. 887
1070
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887
1071
Aber, Alter, wie erfuhrst du dieses? Wer verriet es dir?
Vorlage S. 887
1072
ALTER.
Vorlage S. 887
1073
Einen Brief zum ersten Schreiben dir zu bringen, war ich fort.
Vorlage S. 887
1074
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887
1075
Der die Todesfahrt der Tochter fordert' oder widerrief?
Vorlage S. 887
1076
ALTER.
Vorlage S. 887
1077
Der's zurücknahm; denn vernünftig wieder war dein Gatte da.
Vorlage S. 887
1078
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 887
1079
Und warum dann, wenn du's hattest, gabst du mir das Schreiben nicht?
Vorlage S. 887
1080
ALTER.
Vorlage S. 887
1081
Menelas, der schuld an allem diesem Leid ist, nahm es mir.
Vorlage S. 887
1082
KLYTAIMESTRA
Vorlage S. 888
1083
zu Achilleus.
Vorlage S. 888
1084
O du Kind der Nereustochter, Peleus' Sohn, vernahmst du dies?
Vorlage S. 888
1085
ACHILLEUS.
Vorlage S. 888
1086
Ja, dein Elend hört ich, auch die eigne Kränkung fühl ich wohl.
Vorlage S. 888
1087
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 888
1088
Meine Tochter will man morden, ködert' uns durch deine Eh!
Vorlage S. 888
1089
ACHILLEUS.
Vorlage S. 888
1090
Deinem Gatten zürn ich gleichfalls, leichten Sinnes trag ich's nicht!
Vorlage S. 888
1091
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 888
1092
Keine Scham mehr soll mich halten, hinzusinken dir ans Knie,
Vorlage S. 888
1093
Mich, das irdisch Weib, dem Göttinsohne; denn wozu der Stolz?
Vorlage S. 888
1094
Oder ist mir werter, teurer etwas als mein Kinderglück?
Vorlage S. 888
1095
Oh, erbarm dich, Sohn der Göttin, meines schweren Ungemachs,
Vorlage S. 888
1096
Meines Kinds, das deine Braut hieß, ohne Grund zwar, aber doch!
Vorlage S. 888
1097
Dir, als deine Braut, mit Blumen kränzt ich sie und brachte sie,
Vorlage S. 888
1098
Und zur Schlachtbank ging die Reise! Ewiger Vorwurf bleibt es dir,
Vorlage S. 888
1099
Hast du nicht geholfen. Ob kein ehlich Band dich auch vereint,
Vorlage S. 888
1100
Warst du doch des armen Mädchens trauter Bräutigam genannt.
Vorlage S. 888
1101
Oh, bei deinem Kinn, der Hand hier, bei der Mutter fleh ich dich!
Vorlage S. 888
1102
Mein Verderben war dein Name, rette dessen Ehre nun!
Vorlage S. 888
1103
Keinen Herd als deine Kniee gibt's, an den ich flüchten kann,
Vorlage S. 888
1104
Kein Verwandter ist mir nahe, und Agamemnons Handeln ist
Vorlage S. 888
1105
Grausam, wie du hörst, verwegen! Und ich stehe, wie du siehst,
Vorlage S. 888
1106
Unter meisterlosem Seevolk, welches keck zum Schlimmen ist,
Vorlage S. 888
1107
Gut und brav auch, wenn's ihm einfällt; aber wenn du deine Hand
Vorlage S. 888
1108
Über uns hältst, sind wir sicher; ohne dich nun rettungslos!
Vorlage S. 888
1109
CHOR(FÜHRERIN).
Vorlage S. 888
1110
Gebären ist entsetzlich und ein mächtiges Band;
Vorlage S. 888
1111
Und jedes Opfer bringt die Mutterliebe gern.
Vorlage S. 888
1112
ACHILLEUS.
Vorlage S. 888
1113
Voll Mut und Hochsinn hebt sich meine Brust, entfernt
Vorlage S. 888
1114
Von niedrer Furcht wie von Begier und Lüsternheit,
Vorlage S. 888
1115
Versteht mit Fassung Mißliches zu tragen und
Vorlage S. 888
1116
Des hochgetürmten Glückes sich mit Maß zu freun.
Vorlage S. 888
1117
Denn so gestimmte Seelen wandeln mit Vernunft
Vorlage S. 888
1118
Nach sichrem Grundsatz richtig ihren Lebenspfad.
Vorlage S. 888
1119
Nun gibt es Fälle, wo es frommt, nicht allzuviel
Vorlage S. 888
1120
Zu grübeln, andre, wo das Denken nützlich ist.
Vorlage S. 888
1121
Und ich, erwachsen in der Zucht des frömmsten Manns,
Vorlage S. 888
1122
Des Cheiron, lernte bieder sein mit schlichtem Sinn
Vorlage S. 888
1123
Und will mich Atreus' Söhnen unterordnen, wo
Vorlage S. 888
1124
Sie richtig leiten, frönen nicht zur Ungebühr –
Vorlage S. 889
1125
Nein, hier und dort in Troja meinen freien Sinn
Vorlage S. 889
1126
Bewahrend, Ruhm dem Kriege leihn durch meinen Arm. –
Vorlage S. 889
1127
Und dich, an der die Nächsten grausam handelten,
Vorlage S. 889
1128
Dich will ich schirmen mit dem Schild des Mitgefühls,
Vorlage S. 889
1129
Wie's immer eines jungen Mannes Arm vermag.
Vorlage S. 889
1130
Und schlachten soll der Vater deine Tochter nie,
Vorlage S. 889
1131
Die mein genannt war! Nein, ich gebe meinen Leib
Vorlage S. 889
1132
Zum Ränkeschmieden deinem Mann mitnichten preis!
Vorlage S. 889
1133
Mein Name, ohne dass ich je ein Schwert gezückt,
Vorlage S. 889
1134
Er wäre deines Kindes Mörder; trägt die Schuld
Vorlage S. 889
1135
Der Vater auch, ich bleibe doch nicht unbefleckt,
Vorlage S. 889
1136
Wenn mein und meiner Ehe wegen untergeht
Vorlage S. 889
1137
Das Mädchen, so empörend, grausam, unerhört
Vorlage S. 889
1138
Mißhandelt, so unwürdig, schmachvoll angeführt!
Vorlage S. 889
1139
So wär ich, traun! der schlimmste Wicht im Griechenvolk,
Vorlage S. 889
1140
Ein bloßes Nichts, und Menelas ein rechter Mann,
Vorlage S. 889
1141
Nicht Peleus' Sohn, nein, eines Teufels Ausgeburt,
Vorlage S. 889
1142
Wenn dein Gemahl durch meinen Namen morden darf.
Vorlage S. 889
1143
Beim Greise, der im feuchten Wellenreiche wohnt,
Vorlage S. 889
1144
Nereus, der Thetis Zeuger, deren Schoß mich trug –
Vorlage S. 889
1145
Nein, deine Tochter soll Agamemnon nimmermehr,
Vorlage S. 889
1146
Soll keiner, der im Danaervolke Ränke spinnt,
Vorlage S. 889
1147
Anrühren, nur den Finger legen ans Gewand!
Vorlage S. 889
1148
Sonst scheine Sipylos groß und stolz, die welsche Burg,
Vorlage S. 889
1149
Die Ahnenwiege dieser Heergebieter da,
Vorlage S. 889
1150
Und Phthia sei verschollen und mein Name nichts! –
Vorlage S. 889
1151
Und schlimm bekomme Wasserweih und Opferschrot
Vorlage S. 889
1152
Dem Seher Kalchas! – Seher? Was heißt Seher sein?
Vorlage S. 889
1153
Ein Mann, der wenig Wahres, doch viel Falsches spricht
Vorlage S. 889
1154
Und, trifft er's oder trifft er's nicht, entschuldigt ist.
Vorlage S. 889
1155
Nicht meiner Neigung wegen – denn nach meiner Hand
Vorlage S. 889
1156
Gewißlich trachten tausend Mädchen – sag ich das,
Vorlage S. 889
1157
Allein Agamemnon hat mich missbraucht und beschimpft.
Vorlage S. 889
1158
Er musst um meinen Namen mich ersuchen selbst
Vorlage S. 889
1159
Zum Köder, wenn sich Klytaimestra grade mir
Vorlage S. 889
1160
Nur ihre Tochter anzutraun bewegen ließ.
Vorlage S. 889
1161
Ich gab ihn dann den Griechen, wenn die Überfahrt
Vorlage S. 890
1162
In dieser Not gebunden lag, versagte nicht
Vorlage S. 890
1163
Der Sache meiner Kriegsgenossen diese Steur.
Vorlage S. 890
1164
Jetzt bin ich gar nichts, und den Heeresführern da
Vorlage S. 890
1165
Macht's kein Bedenken, gut zu handeln oder schlecht.
Vorlage S. 890
1166
Bald soll das Schwert entscheiden, welches, eh es noch
Vorlage S. 890
1167
Zu Phrygern kommt, von rotem Blute triefen wird,
Vorlage S. 890
1168
Wenn jemand deine Tochter mir entreißen will.
Vorlage S. 890
1169
Bleib ruhig: ja, ein mächtiger Gott erschien ich dir,
Vorlage S. 890
1170
Obwohl ich's nicht bin, denn ich rett und schirme dich.
Vorlage S. 890
1171
CHOR.
Vorlage S. 890
1172
O Sohn des Peleus, deiner würdig war die Red
Vorlage S. 890
1173
Und wert der hehren Göttin, die in Fluten thront.
Vorlage S. 890
1174
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 890
1175
Oh!
Vorlage S. 890
1176
Wie mach ich's, dich zu loben nicht im Übermaß
Vorlage S. 890
1177
Und nicht zu sparsam, deiner Huld gewiss zu sein?
Vorlage S. 890
1178
Denn edle Seelen werden leicht bei ihrem Lob
Vorlage S. 890
1179
Dem Lober abhold, der sie überschwenglich preist.
Vorlage S. 890
1180
Und meinen Jammer vorzuklagen schäm ich mich
Vorlage S. 890
1181
Im eignen Notstand, welcher dich mitnichten drückt.
Vorlage S. 890
1182
Doch steht's dem braven Manne wohl an, mag er auch
Vorlage S. 890
1183
Nur ferne stehn, zu helfen, wo er Leiden sieht.
Vorlage S. 890
1184
Erbarm dich unser, unsre Lag ist jammervoll!
Vorlage S. 890
1185
Denn erstlich hofft ich, dich zum Sohn gewänn ich mir,
Vorlage S. 890
1186
Und nichtig war die Hoffnung; zweitens könnte leicht
Vorlage S. 890
1187
Zum schlimmen Zeichen deiner künftgen Braut gedeihn
Vorlage S. 890
1188
Das Sterben meiner Tochter, was du meiden musst.
Vorlage S. 890
1189
Jedoch den Eingang sprachst zu trefflich wie den Schluss:
Vorlage S. 890
1190
Wenn du nur willst, so wird mein Kind gerettet sein.
Vorlage S. 890
1191
Verlangst du's, dass sie flehend deine Knie umschlingt?
Vorlage S. 890
1192
Zwar mädchenhaft mitnichten ist's, doch wenn du's willst,
Vorlage S. 890
1193
Erscheint sie, schamhaft, aber edlen freien Blicks.
Vorlage S. 890
1194
Wo nicht, erlang ich gleiches, wenn sie drinnen bleibt.
Vorlage S. 890
1195
ACHILLEUS.
Vorlage S. 890
1196
Sie bleibe: Hohes soll sich nicht erniedrigen.
Vorlage S. 890
1197
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 890
1198
Doch ziemt die Scham auch nur, soweit sie tunlich ist.
Vorlage S. 890
1199
ACHILLEUS.
Vorlage S. 890
1200
Bring weder deine Tochter vor mein Angesicht
Vorlage S. 890
1201
Noch setze uns boshaftem Tadel aus, o Frau;
Vorlage S. 890
1202
Denn eine Heeresmasse, eigner Sorgen bar,
Vorlage S. 890
1203
Liebt ehrenrührig und verleumderisch Geschwätz,
Vorlage S. 891
1204
Und überhaupt erreicht ihr, ob mich euer Flehn,
Vorlage S. 891
1205
Ob nicht verpflichtet, einerlei: es ist einmal
Vorlage S. 891
1206
Mein eifrig Ringen, euch zu retten aus der Not.
Vorlage S. 891
1207
Drum wisse, dass ich's ernstlich mein, und höre dies:
Vorlage S. 891
1208
Wofern ich lüg und deiner eitel spotte, will
Vorlage S. 891
1209
Ich sterben; aber leben will ich, rett ich sie!
Vorlage S. 891
1210
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 891
1211
O sei gesegnet, edler, zarter Leidenstrost!
Vorlage S. 891
1212
ACHILLEUS.
Vorlage S. 891
1213
Nun höre, wie's am besten einzurichten ist.
Vorlage S. 891
1214
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 891
1215
Was willst du sagen? Deiner Rede lauscht das Ohr.
Vorlage S. 891
1216
ACHILLEUS.
Vorlage S. 891
1217
Den Vater zur Vernunft zu bringen sei versucht.
Vorlage S. 891
1218
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 891
1219
Oh, der ist feig und zittert vor dem Heere bang!
Vorlage S. 891
1220
ACHILLEUS.
Vorlage S. 891
1221
Allein mit Gründen ringt man Gründe nieder doch.
Vorlage S. 891
1222
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 891
1223
Schwach ist mein Hoffen! Aber sprich, was soll ich tun?
Vorlage S. 891
1224
ACHILLEUS.
Vorlage S. 891
1225
Fürs erste fleh ihn, red ihm ab vom Kindesmord!
Vorlage S. 891
1226
Und widerstrebt er, wende dann dich nur an mich.
Vorlage S. 891
1227
Gesetzt jedoch, er folgt der Pflicht, so brauche ich
Vorlage S. 891
1228
Nicht einzuschreiten; denn die Rettung liegt darin.
Vorlage S. 891
1229
Ich selber bleib in beßrer Stellung so zum Freund,
Vorlage S. 891
1230
Und tadeln kann das Heer mich nicht, wenn mit Vernunft
Vorlage S. 891
1231
Die Sache mehr vollendet wird als mit Gewalt.
Vorlage S. 891
1232
Und endet's gut, so wird es mehr den Deinigen
Vorlage S. 891
1233
Und dir zum Wohlgefallen ohne meinen Dienst.
Vorlage S. 891
1234
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 891
1235
Klug und besonnen! Ja, ich tue, was du rätst.
Vorlage S. 891
1236
Doch wenn mir's, wie ich wünsche, nicht gelänge, wo
Vorlage S. 891
1237
Dich wiedersehen? Wohin muss ich armes Weib
Vorlage S. 891
1238
Mich wenden, um zu finden deinen Rettungsarm?
Vorlage S. 891
1239
ACHILLEUS.
Vorlage S. 891
1240
Dein Hüter wird, wo's nötig ist, zugegen sein,
Vorlage S. 891
1241
Damit man nicht, von Angst erregt, dich rennen sieht
Vorlage S. 891
1242
Durchs Heergewühl: erniedre nicht dein Ahnenhaus.
Vorlage S. 891
1243
Dein edler Vater Tyndaros verdient es nicht,
Vorlage S. 891
1244
Geschmäht zu werden; denn er ist in Hellas groß.
Vorlage S. 891
1245
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 891
1246
So sei es! Führ mich, und ich folg dir unbedingt.
Vorlage S. 891
1247
Und gibt's im Himmel Götter, musst du, edler Mann,
Vorlage S. 891
1248
Lohn ernten – gibt es keine, was bemühn wir uns?
Vorlage S. 891
1249
Beide ab.
Vorlage S. 891
1250
Strophe
Vorlage S. 891
1251
CHOR.
Vorlage S. 892
1252
Oh, wie erscholl jubelnd der hochzeitliche Sang
Vorlage S. 892
1253
Unter hellem Flötengetön
Vorlage S. 892
1254
Und tanzlustiger Lauten Klang
Vorlage S. 892
1255
Und schilfrohriger Pfeifen,
Vorlage S. 892
1256
Als an des Pelions Höhn beim Göttergelag
Vorlage S. 892
1257
Der schönlockige Musenchor
Vorlage S. 892
1258
Kam zur Vermählung des Peleus,
Vorlage S. 892
1259
Im Taktschritt den Grund
Vorlage S. 892
1260
Rührte mit goldenen Sohlen!
Vorlage S. 892
1261
Und harmonischer Ruf schallte im Kentaurengebirg
Vorlage S. 892
1262
Und durch Pelions Forst zum Preis dem
Vorlage S. 892
1263
Aiaksohn und Thetis!
Vorlage S. 892
1264
Und der reizende Dardansproß,
Vorlage S. 892
1265
Der traute Liebling des Zeus,
Vorlage S. 892
1266
Schöpft' aus güldener Humpen weit-
Vorlage S. 892
1267
Räumigem Bauch den perlenden Saft,
Vorlage S. 892
1268
Phrygiens Sohn Ganymedes,
Vorlage S. 892
1269
Während am schimmernden Ufersand
Vorlage S. 892
1270
Rundreigen zum Tanze schlang
Vorlage S. 892
1271
Die nereische Schwesternschar
Vorlage S. 892
1272
Beim festlichen Jubel.
Vorlage S. 892
1273
Gegenstrophe
Vorlage S. 892
1274
Und mit dem Grün fichtener Baumzweige bekränzt,
Vorlage S. 892
1275
Kam der roßgestaltige Schwarm
Vorlage S. 892
1276
Der Kentauren zum Göttermahl,
Vorlage S. 892
1277
Der Weinkumme des Bakchos.
Vorlage S. 892
1278
Und die thessalischen Jungfraun sangen: »Ein Stern
Vorlage S. 892
1279
Wird, o göttliche Nereusmaid« –
Vorlage S. 892
1280
Seher Apollo: »Ein Held wird
Vorlage S. 892
1281
Erstehn deinem Schoß!«
Vorlage S. 892
1282
Cheiron auch, kundig der Musen:
Vorlage S. 892
1283
Sein Wort schilderte den, welcher ins Land Priams mit speer-
Vorlage S. 892
1284
Und schildrüstigen Myrmidonen
Vorlage S. 892
1285
Einst verwüstend hinzieht,
Vorlage S. 892
1286
Um den Leib mit der goldnen Wehr,
Vorlage S. 892
1287
Hephaistos' künstlichem Werk,
Vorlage S. 892
1288
Helm und Harnische, angetan,
Vorlage S. 893
1289
Der Mitgift der göttlichen Frau,
Vorlage S. 893
1290
Welche den Herrlichen Sohn nennt. –
Vorlage S. 893
1291
Also wurde das Hochzeitsfest
Vorlage S. 893
1292
Der edelgezeugten Maid
Vorlage S. 893
1293
Des Nereus und dem Peleus dort
Vorlage S. 893
1294
Von Göttern gefeiert!
Vorlage S. 893
1295
Epode
Vorlage S. 893
1296
Aber dir
Vorlage S. 893
1297
Setzt die achaische Kriegerschar
Vorlage S. 893
1298
Einen Kranz aufs lockige Haar,
Vorlage S. 893
1299
Wie dem scheckigen muntern Rind,
Vorlage S. 893
1300
Aus Felsgrotten und Wildforst
Vorlage S. 893
1301
Unberührt von der Trift geholt!
Vorlage S. 893
1302
Die nicht unter Schalmeienschall
Vorlage S. 893
1303
Aufwuchs noch beim Hirtengesang,
Vorlage S. 893
1304
Sondern am Busen der Mutter erblüht',
Vorlage S. 893
1305
Eine achaische Fürstenbraut!
Vorlage S. 893
1306
Also wirkt
Vorlage S. 893
1307
Das Antlitz der Tugend und Scheu
Vorlage S. 893
1308
Nicht mehr zum Erröten,
Vorlage S. 893
1309
Wenn man die Macht der heiligen Scheu
Vorlage S. 893
1310
Fürder verachtet und Tugend und Recht
Vorlage S. 893
1311
So von Menschen verhöhnt wird,
Vorlage S. 893
1312
Wenn Willkür die Gesetze beugt,
Vorlage S. 893
1313
Angst vor göttlicher Strafe nicht
Vorlage S. 893
1314
Mehr herrscht unter der Menschheit!
Vorlage S. 893
1315
Klytaimestra tritt aus dem Zelt.
Vorlage S. 893
1316
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 893
1317
Ich tret heraus, mich nach dem Gatten umzusehn,
Vorlage S. 893
1318
Der vom Gemache fort ist schon geraume Zeit.
Vorlage S. 893
1319
In Tränen sitzet drinnen mein unselig Kind,
Vorlage S. 893
1320
Abwechselnd laut wehklagend, weinend, jammernd dann,
Vorlage S. 893
1321
Seit ihr die Absicht ihres Vaters ward bekannt. –
Vorlage S. 893
1322
Doch sieh, er steht in meiner Näh, von dem ich sprach.
Vorlage S. 893
1323
Agamemnon, dessen frevelhaftes Handeln man
Vorlage S. 893
1324
An seinem eignen Kinde bald erfahren wird.
Vorlage S. 894
1325
Agamemnon tritt auf.
Vorlage S. 894
1326
AGAMEMNON.
Vorlage S. 894
1327
O Ledas Sprößling, sehr gelegen find ich dich
Vorlage S. 894
1328
Hier außen, um dir ohne Beisein unsres Kinds
Vorlage S. 894
1329
Ein Wort zu sagen, das die Braut nicht hören darf.
Vorlage S. 894
1330
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 894
1331
Sag an, worin dir Ort und Stund entgegenkommt.
Vorlage S. 894
1332
AGAMEMNON.
Vorlage S. 894
1333
Entsende deine Tochter mit mir aus dem Haus.
Vorlage S. 894
1334
Die heilige Sprenge steht bereit am Opferherd
Vorlage S. 894
1335
Samt Weihegries, ins Sühnungsfeuer einzustreun,
Vorlage S. 894
1336
Und Rinder, die, ihr dunkles Blut der Artemis
Vorlage S. 894
1337
Aussprudelnd, fallen sollen vor dem Fest der Braut.
Vorlage S. 894
1338
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 894
1339
Zwar deine Worte lauten gut, dein Tun jedoch –
Vorlage S. 894
1340
Ich weiß fürwahr nicht, wie ich's recht benennen soll!
Vorlage S. 894
1341
Hervor, mein Kind! Komm – was er vorhat, weißt du ja,
Vorlage S. 894
1342
Dein Vater – und nimm, eingehüllt in dein Gewand,
Vorlage S. 894
1343
Das Kind Orestes, deinen Bruder, mit heraus.
Vorlage S. 894
1344
Iphigenie und Orestes treten auf.
Vorlage S. 894
1345
Hier steht sie, folgsam deinem Willen, vor dir da!
Vorlage S. 894
1346
Das andre werd ich sprechen jetzt für mich und sie.
Vorlage S. 894
1347
AGAMEMNON.
Vorlage S. 894
1348
Mein Kind, du weinst und siehst mich nicht mehr freundlich an?
Vorlage S. 894
1349
Und senkst dein Aug und hältst den Schleier vors Gesicht?
Vorlage S. 894
1350
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 894
1351
Ach!
Vorlage S. 894
1352
Wo nur beginn ich in der Fülle meines Leids?
Vorlage S. 894
1353
Denn alles drängt sich, alles lässt zum ersten sich
Vorlage S. 894
1354
Gebrauchen und zur Mitte alles und zum Schluss!
Vorlage S. 894
1355
AGAMEMNON.
Vorlage S. 894
1356
Was gibt es? Alle seid ihr übereingestimmt!
Vorlage S. 894
1357
Verstörtes Wesen habt ihr und bestürzten Blick!
Vorlage S. 894
1358
Wem tat ich etwas?
Vorlage S. 894
1359
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 894
1360
Diese Frage tust du mir?
Vorlage S. 894
1361
Nun, dieser Sinn selbst hat gerade keinen Sinn!
Vorlage S. 894
1362
Antworte, was ich frage, mir aufrichtig, Mann!
Vorlage S. 894
1363
AGAMEMNON.
Vorlage S. 894
1364
Unnötige Mahnung! Dass du fragest, wünsch ich selbst.
Vorlage S. 894
1365
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 894
1366
Dein Kind und mein Kind umzubringen hast du vor.
Vorlage S. 894
1367
AGAMEMNON.
Vorlage S. 894
1368
Ha!
Vorlage S. 894
1369
Ein schrecklich Wort! Ein ungegründeter Verdacht!
Vorlage S. 894
1370
Wer gab ihn deinem Herzen?
Vorlage S. 895
1371
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 895
1372
Bleibe ruhig und
Vorlage S. 895
1373
Antwort noch einmal auf die erste Frage mir.
Vorlage S. 895
1374
AGAMEMNON.
Vorlage S. 895
1375
Und soll ich schicklich sprechen, frage Schickliches!
Vorlage S. 895
1376
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 895
1377
Das eben frag ich, sprich auch du dasselbe mir.
Vorlage S. 895
1378
AGAMEMNON.
Vorlage S. 895
1379
O göttlich Schicksal! O mein Unstern! Mein Geschick!
Vorlage S. 895
1380
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 895
1381
Und dieser ihrs und meines! drei Unseliger!
Vorlage S. 895
1382
AGAMEMNON.
Vorlage S. 895
1383
Ich bin verloren! Mein Geheimnis ist entdeckt!
Vorlage S. 895
1384
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 895
1385
Ja, alles weiß, erfuhr ich, was du tun mir willst!
Vorlage S. 895
1386
Und dein Verstummen, dieses Seufzen selber auch
Vorlage S. 895
1387
Ist Eingeständnis: also spare dir die Müh!
Vorlage S. 895
1388
AGAMEMNON.
Vorlage S. 895
1389
Nun ja, ich schweige! Denn wozu zu meiner Not
Vorlage S. 895
1390
Frechheit noch fügen, sagen, was nicht richtig ist?
Vorlage S. 895
1391
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 895
1392
Nun denn, so höre: offen will ich reden und
Vorlage S. 895
1393
Nicht, wie zum Vorspiel, mehr in Rätseln sprechen hier.
Vorlage S. 895
1394
Fürs erste – um von diesem Vorwurf auszugehn –:
Vorlage S. 895
1395
Du nahmst zur Frau mich wider Willen mit Gewalt,
Vorlage S. 895
1396
Nachdem du Tantal, meinen ersten Mann, in Fehd
Vorlage S. 895
1397
Erschlagen, mein Kind von der Brust mir mit Gewalt
Vorlage S. 895
1398
Gerissen hattest und zur Beute hingetan.
Vorlage S. 895
1399
Und Zeusens Zwillingssöhne, meine Brüder, zwar,
Vorlage S. 895
1400
Zu Rosse blinkend, überzogen dich mit Krieg,
Vorlage S. 895
1401
Allein mein alter Vater Tyndar schirmte dich,
Vorlage S. 895
1402
Den Flehnden, und verlieh dir wieder meine Hand.
Vorlage S. 895
1403
Mit dir versöhnt dann, wirst du selbst bezeugen, wie
Vorlage S. 895
1404
Ich dir ein tadelloses Weib im Hause war,
Vorlage S. 895
1405
In keuscher Treue sittsam, dass der Segen wuchs
Vorlage S. 895
1406
In deiner Wohnung und du wiederkehrend stets
Vorlage S. 895
1407
Froh und zufrieden, wenn du ausgingst, glücklich warst.
Vorlage S. 895
1408
Ein solches Weib zu finden ist ein seltnes Glück
Vorlage S. 895
1409
Für Männer, aber schlechte sind kein seltner Fund.
Vorlage S. 895
1410
Drei Töchter vor dem Sohne da gebar ich dir,
Vorlage S. 895
1411
Davon du mir unmenschlich eine rauben willst.
Vorlage S. 895
1412
Und fragt man dich, zu welchem Zweck sie sterbe, sprich,
Vorlage S. 895
1413
Was kannst du sagen? Oder ich statt deiner tu's:
Vorlage S. 895
1414
Dass Menelas Helenen wieder habe. Schön,
Vorlage S. 895
1415
Sein Kind als Preis zu geben für die Buhlerin,
Vorlage S. 895
1416
Das Schlimmste einzuhandeln für das Teuerste!
Vorlage S. 896
1417
Sag, wenn du nun im Felde bist und ich daheim
Vorlage S. 896
1418
Und dort in deinem langen Absein bleib allein –
Vorlage S. 896
1419
Wie muss mir wohl im Hause dort zumute sein,
Vorlage S. 896
1420
Wenn, sie in all den öden Räumen suchend, sie
Vorlage S. 896
1421
Im Fraungemach vermissend, unter Tränen ich
Vorlage S. 896
1422
Dort sitz allein und ewig sie beweinen muss:
Vorlage S. 896
1423
»Mein Kind, dein eigner Vater hat dich umgebracht,
Vorlage S. 896
1424
Dich selbst erwürgt, kein andrer, und mit eigner Hand!«
Vorlage S. 896
1425
Und welchen Lohn dann hast du dort dir selbst gesät,
Vorlage S. 896
1426
Indem es eines leichten Vorwands nur bedarf,
Vorlage S. 896
1427
Dass dir von mir und meinen andern Töchtern ein
Vorlage S. 896
1428
Empfang bereitet werde, wie du's würdig bist?
Vorlage S. 896
1429
O nein, bei allen Göttern, nein, o zwinge nicht
Vorlage S. 896
1430
Mich, schlimm an dir zu handeln! Handle nicht so schlimm!
Vorlage S. 896
1431
Wohlan!
Vorlage S. 896
1432
Du opferst sie! Was sprichst du für Gebet' dabei?
Vorlage S. 896
1433
Wie willst du Segen dir erflehn beim Kindesmord?
Vorlage S. 896
1434
Und ziemt es mir, um Segen wohl für dich zu flehn?
Vorlage S. 896
1435
Oh, dann für sinnlos hielt ich wohl die Götter, wenn
Vorlage S. 896
1436
Ich dem gewogen wäre, der die Meinen schlug!
Vorlage S. 896
1437
Und willst du deine Kinder herzen, heimgekehrt?
Vorlage S. 896
1438
Du hast das Recht verscherzet! Keines blickt dich an,
Vorlage S. 896
1439
Nachdem du ihrer eines hin zur Schlachtung gabst.
Vorlage S. 896
1440
Sprich, hast du dieses schon erwogen? Oder liegt
Vorlage S. 896
1441
Dir bloß dein Zepter und dein Feldherrntum im Sinn?
Vorlage S. 896
1442
Dir, der die billige Rede sprechen musst im Heer:
Vorlage S. 896
1443
»Achaier, wollt ihr segeln nach der Phrygerstadt,
Vorlage S. 896
1444
So werft das Los drum, wessen Tochter sterben soll.«
Vorlage S. 896
1445
Das war gerecht, nicht aber, dass nur du dein Kind
Vorlage S. 896
1446
Als auserwähltes Opfer gabst den Danaern.
Vorlage S. 896
1447
Sonst konnte, dessen Sach es war, auch Menelas
Vorlage S. 896
1448
Die Tochter für die Mutter töten. Soll denn ich
Vorlage S. 896
1449
Mein Kind verlieren, die dem Gatten treu verblieb,
Vorlage S. 896
1450
Und sie, die Buhlerin, glücklich sein, indem ihr Kind
Vorlage S. 896
1451
Zu Sparta wohlbehütet bleibt im Fraungemach?
Vorlage S. 896
1452
Dies widerlege, wenn ich was nicht richtig sprach.
Vorlage S. 896
1453
Doch hab ich recht in allem, oh, dann töte nicht
Vorlage S. 897
1454
Mein Kind und deines, sondern handle tugendhaft.
Vorlage S. 897
1455
CHOR(FÜHRERIN).
Vorlage S. 897
1456
Folg ihr! Sein Kind erhalten ist 'ne gute Tat,
Vorlage S. 897
1457
Agamemnon; keine Seele widerspricht uns hier.
Vorlage S. 897
1458
IPHIGENIE.
Vorlage S. 897
1459
Besäß ich, o mein Vater, Orpheus' Zaubermund
Vorlage S. 897
1460
Und könnte Steine rühren, um mir nachzuziehn,
Vorlage S. 897
1461
Und kirren, wen ich wollte, mittelst Redekunst:
Vorlage S. 897
1462
Nach solchem griff ich! Aber so all meine Kunst
Vorlage S. 897
1463
Sind Tränen: diese bring ich, dieses kann ich bloß,
Vorlage S. 897
1464
Und statt des Ölzweigs leg ich flehend meinen Leib,
Vorlage S. 897
1465
Den hier die Mutter dir geboren, dir ans Knie:
Vorlage S. 897
1466
Vernichte meine Blüte nicht! Dies Licht zu schaun
Vorlage S. 897
1467
Ist süß! Oh, stoß mich nicht hinab ins finstre Reich!
Vorlage S. 897
1468
Ich war die erste, die dich Vater nannte, die
Vorlage S. 897
1469
Du Tochter nanntest, die, gewiegt auf deinem Knie,
Vorlage S. 897
1470
Liebkosung, holde, gab und hold entgegennahm.
Vorlage S. 897
1471
Da sprachst du manchmal: »Werd ich dich, mein Kind, dereinst
Vorlage S. 897
1472
In einem reichbeglückten Hause glücklich sehn,
Vorlage S. 897
1473
Gesund und blühend, wie es meiner würdig ist?«
Vorlage S. 897
1474
Und ich dagegen, deinen Wangen angeschmiegt,
Vorlage S. 897
1475
Denselben, die jetzt bittend meine Hand berührt:
Vorlage S. 897
1476
»Und ich, mein Vater, wenn du alt bist, werd ich dich
Vorlage S. 897
1477
Mit holdem Willkomm grüßen unter meinem Dach,
Vorlage S. 897
1478
Mit Pfleg und Wartung dir die Mühn vergelten wohl?«
Vorlage S. 897
1479
Und diese Rede lebt in meinem Herzen noch –
Vorlage S. 897
1480
Du hast sie nun vergessen, töten willst du mich!
Vorlage S. 897
1481
O nein, bei Pelops, deinem Vater Atreus und
Vorlage S. 897
1482
Bei dieser Mutter, die mit Schmerzen einst gebar
Vorlage S. 897
1483
Und jetzt aufs neue Schmerzen um mich leiden soll! –
Vorlage S. 897
1484
Was geht mich Alexanders Liebschaft an und was
Vorlage S. 897
1485
Helena? Wie geriet sie mir zum Untergang?
Vorlage S. 897
1486
Oh, blick mich an! Oh, gönn mir Kuß und Auge doch
Vorlage S. 897
1487
Und lass mich dies zum Angedenken wenigstens
Vorlage S. 897
1488
Mitnehmen, wenn dich meine Rede nicht erweicht!
Vorlage S. 897
1489
O Bruder, zwar ein schwacher Beistand bist du mir,
Vorlage S. 897
1490
Doch hilf mir gleichwohl weinen, flehn zum Vater hier:
Vorlage S. 897
1491
Er soll die Schwester nicht ermorden. Mitgefühl
Vorlage S. 897
1492
Für Leiden haben selbst ja zarte Kinder auch!
Vorlage S. 898
1493
Sieh her, mein Vater, schweigend fleht das Kind dich an.
Vorlage S. 898
1494
O hege Scheu! O fühl Erbarmen! Schone mein!
Vorlage S. 898
1495
Zwei Kinder flehn an deinen Wangen! Ja! du musst,
Vorlage S. 898
1496
Und alle Gründe fasst das eine siegend Wort:
Vorlage S. 898
1497
Dies Licht zu schaun ist Menschen süß, das Süßeste!
Vorlage S. 898
1498
Jenseits ist nichts! Ein Tor ist, wer den Tod begehrt!
Vorlage S. 898
1499
Ein elend Dasein besser als ein schöner Tod!
Vorlage S. 898
1500
CHOR.
Vorlage S. 898
1501
O arges Weib, Helena, du und deine Lieb,
Vorlage S. 898
1502
Ihr schafft den Atreuskindern diese große Not!
Vorlage S. 898
1503
AGAMEMNON.
Vorlage S. 898
1504
Ich hab ein Herz und fühle wohl, was rührend ist,
Vorlage S. 898
1505
Und liebe meine Kinder; sinnlos wär ich sonst!
Vorlage S. 898
1506
Entsetzlich ist es, wenn die Tat geschieht, o Frau,
Vorlage S. 898
1507
Entsetzlich, wenn ich's weigere – doch sie muss geschehn.
Vorlage S. 898
1508
Seht diesen Wall von Schiffen, dieses Kriegerheer,
Vorlage S. 898
1509
In Erz und Harnisch diese Griechenfürsten-Schar,
Vorlage S. 898
1510
Für die es keine Fahrt zu Ilions Mauern gibt
Vorlage S. 898
1511
Und keine Eroberung jener stolzen Felsenburg,
Vorlage S. 898
1512
Wofern ich nicht dich opfere, wie der Seher spricht.
Vorlage S. 898
1513
Ein toller Eifer hat das Griechenheer gepackt,
Vorlage S. 898
1514
In Eile hinzusteuern nach der welschen Stadt,
Vorlage S. 898
1515
Einhalt zu tun den Räuberein an Griechenfraun.
Vorlage S. 898
1516
Ihr Grimm ermordet in Myken die Mädchen mir
Vorlage S. 898
1517
Und mich und euch, erfüll ich nicht den Seherspruch.
Vorlage S. 898
1518
Nicht Menelas ist's, der mich knechtet, liebes Kind,
Vorlage S. 898
1519
Nicht seinem Willen frön ich, hab ich mich gefügt:
Vorlage S. 898
1520
Nein, Hellas ist es, dem ich, wollend oder nicht,
Vorlage S. 898
1521
Dich opfern muss; denn wider dieses sind wir nichts.
Vorlage S. 898
1522
Frei muss, mein Kind, soviel an dir liegt und an mir,
Vorlage S. 898
1523
Das Vaterland sein, nicht den Welschen untertan,
Vorlage S. 898
1524
Und Griechenfrauen nicht der Welschen Beute sein!
Vorlage S. 898
1525
Ab.
Vorlage S. 898
1526
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 898
1527
O Kind! O Fraun! O Jammergeschick!
Vorlage S. 898
1528
Weh mir! Dein Tod, unseliges Kind!
Vorlage S. 898
1529
Fort geht er, verlässt
Vorlage S. 898
1530
Dich, der Vater, und gibt dich dem Tod preis!
Vorlage S. 898
1531
IPHIGENIE.
Vorlage S. 899
1532
O Mutter! Ach weh! O Mutter, es ist
Vorlage S. 899
1533
Ein Lied, ein Leid uns beiden verhängt!
Vorlage S. 899
1534
Dies freundliche Licht,
Vorlage S. 899
1535
Ach, die Sonne gehört mir nicht mehr!
Vorlage S. 899
1536
O weh! O weh!
Vorlage S. 899
1537
Du schneereichen Idäergebirges Tal,
Vorlage S. 899
1538
Wohin Priam einst legte ein zartes Kind,
Vorlage S. 899
1539
Zum tödlichen Verderben, von der Mutter fern, hinausstieß –
Vorlage S. 899
1540
Hätte nie, bei Rindern hirtlich aufgezogen, jener Findling
Vorlage S. 899
1541
Nie an den schimmernden Wassern geweilt, wo die Nymphen
Vorlage S. 899
1542
Sich der Quellen erfreun
Vorlage S. 899
1543
Und grün pranget die Au, blumengeschmückt!
Vorlage S. 899
1544
Wo Pallas sich einstens hinbegab,
Vorlage S. 899
1545
Kypris, die listge, und
Vorlage S. 899
1546
Hera samt Hermes, den Zeus gesandt:
Vorlage S. 899
1547
Kypris um Liebreiz stolz, Pallas ob Heldentums
Vorlage S. 899
1548
Und Hera ob des höchsten Zeus
Vorlage S. 899
1549
Fürstlichem Ehebett,
Vorlage S. 899
1550
Zum Schönheitsgericht im unselgen Streit
Vorlage S. 899
1551
Und mir zum frevelhaften Mord,
Vorlage S. 899
1552
Dass mich die Jungfrau Artemis der Fahrt
Vorlage S. 899
1553
Nach Ilion vom Heer zum Voropfer nimmt!
Vorlage S. 899
1554
Und es verlässt der Vater mich, Mutter, weh!
Vorlage S. 899
1555
Der mir das Leben gab, gibt mich dem Tode preis!
Vorlage S. 899
1556
O Jammerlos, ach, welches Leid erleb ich
Vorlage S. 899
1557
Von dieser Unheils-Helena!
Vorlage S. 899
1558
Es tötet, schlachtet, würgt mich
Vorlage S. 899
1559
Des frevelhaften Vaters frevelhafter Mord!
Vorlage S. 899
1560
Oh, hätte doch nie dies Aulisgestad
Vorlage S. 899
1561
Empfangen die Kiel' erzschnabliger Schiff
Vorlage S. 899
1562
In der bergenden Bucht, gen Troja
Vorlage S. 899
1563
Kriegsvolk hinführende Segel!
Vorlage S. 899
1564
Hätte doch Zeus nie
Vorlage S. 899
1565
Widrige Windströmung geweht am
Vorlage S. 899
1566
Eurip, des Hauch sich dem Bootsmann dreht
Vorlage S. 899
1567
Nach Ost und nach West,
Vorlage S. 900
1568
Nach Süd und nach Nord, zu Freud und Verdruss,
Vorlage S. 900
1569
Diesem zur Hemmung, jenem zur Abfahrt!
Vorlage S. 900
1570
Ach, wie gequält, wie gequält ist der endlichen Menschen
Vorlage S. 900
1571
Armes Geschlecht! Vom Verhängten sich loszuringen,
Vorlage S. 900
1572
Umsonst versucht er's!
Vorlage S. 900
1573
O weh! O weh!
Vorlage S. 900
1574
Großes Leid hat Tyndars Tochter, großes Weh
Vorlage S. 900
1575
Den Griechen zubereitet!
Vorlage S. 900
1576
CHOR.
Vorlage S. 900
1577
Mein Herz empfindet um dein großes Missgeschick
Vorlage S. 900
1578
Mitleid. Wie schwer, wie unverdient erleidest du's!
Vorlage S. 900
1579
IPHIGENIE.
Vorlage S. 900
1580
Teure Mutter, ach, ich seh da eine Schar von Männern nahn.
Vorlage S. 900
1581
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900
1582
Kind, es ist der Göttin Sohn, für den ich dich hierhergebracht.
Vorlage S. 900
1583
IPHIGENIE.
Vorlage S. 900
1584
Schließt mir auf die Pforten, Knechte, dass ich mich verbergen kann!
Vorlage S. 900
1585
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900
1586
Kind, warum denn fliehn?
Vorlage S. 900
1587
IPHIGENIE.
Vorlage S. 900
1588
Erröten muss ich, diesen Mann zu sehn.
Vorlage S. 900
1589
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900
1590
Und warum?
Vorlage S. 900
1591
IPHIGENIE.
Vorlage S. 900
1592
Des traurgen Ausgangs meiner Brautschaft
Vorlage S. 900
1593
schäm ich mich.
Vorlage S. 900
1594
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900
1595
Deine gegenwärtige Lage duldet keine Zärtlichkeit.
Vorlage S. 900
1596
Achilleus tritt auf.
Vorlage S. 900
1597
ACHILLEUS.
Vorlage S. 900
1598
Unglückselges Weib, der Leda Sprößling –
Vorlage S. 900
1599
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900
1600
Leider bin ich das!
Vorlage S. 900
1601
ACHILLEUS.
Vorlage S. 900
1602
Schrein und Toben herrscht im Lager –
Vorlage S. 900
1603
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900
1604
Und worüber? Sag es an!
Vorlage S. 900
1605
ACHILLEUS.
Vorlage S. 900
1606
Wegen deiner Tochter.
Vorlage S. 900
1607
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900
1608
Oh, Weissagung schlimmer Meldungen!
Vorlage S. 900
1609
ACHILLEUS.
Vorlage S. 900
1610
Dass der Jungfrau Opfrung nötig sei.
Vorlage S. 900
1611
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900
1612
Und niemand widerspricht?
Vorlage S. 900
1613
ACHILLEUS.
Vorlage S. 900
1614
Selbst versucht ich's, und der Aufruhr drohte mir –
Vorlage S. 900
1615
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 900
1616
Was? Edler Freund!
Vorlage S. 900
1617
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1618
Mich mit Steinen totzuwerfen!
Vorlage S. 901
1619
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1620
Für das Leben meines Kinds?
Vorlage S. 901
1621
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1622
Eben dies!
Vorlage S. 901
1623
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1624
Und wer vermaß sich, anzutasten deinen Leib?
Vorlage S. 901
1625
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1626
Alle Griechen.
Vorlage S. 901
1627
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1628
Standen dir nicht deine Myrmidonen bei?
Vorlage S. 901
1629
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1630
Ihre Empörung war die erste.
Vorlage S. 901
1631
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1632
Weh, wir sind verloren, Kind!
Vorlage S. 901
1633
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1634
Nannten mich den brautbetörten Freier.
Vorlage S. 901
1635
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1636
Und was sagtest du?
Vorlage S. 901
1637
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1638
Dass ich nicht die mir Verlobte morden lasse.
Vorlage S. 901
1639
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1640
Ganz gerecht!
Vorlage S. 901
1641
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1642
Die der Vater zugesagt hat –
Vorlage S. 901
1643
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1644
Und von Argos hergesandt!
Vorlage S. 901
1645
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1646
Doch der Aufruhr überschrie mich.
Vorlage S. 901
1647
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1648
Pöbels Wut ist fürchterlich!
Vorlage S. 901
1649
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1650
Dennoch schütz ich dich.
Vorlage S. 901
1651
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1652
Und kämpfest einer gegen Hunderte?
Vorlage S. 901
1653
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1654
Siehst du diese hier im Harnisch?
Vorlage S. 901
1655
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1656
Werde dir der Tugend Lohn!
Vorlage S. 901
1657
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1658
Ja, das hoff ich.
Vorlage S. 901
1659
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1660
Und mein Kind stirbt also nicht am Opferherd?
Vorlage S. 901
1661
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1662
Nicht, solang ich's wehren kann.
Vorlage S. 901
1663
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1664
Hand anzulegen kommt man her?
Vorlage S. 901
1665
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1666
Tausend, und voran Odysseus.
Vorlage S. 901
1667
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1668
Wohl der Sproß des Sisyphos?
Vorlage S. 901
1669
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1670
Eben der.
Vorlage S. 901
1671
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1672
Aus eignem Antrieb, oder hergesandt vom Heer?
Vorlage S. 901
1673
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1674
Willig und erwählt!
Vorlage S. 901
1675
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1676
Zum Blutvergießen! Welche schnöde Wahl!
Vorlage S. 901
1677
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1678
Doch ich werd ihn hemmen!
Vorlage S. 901
1679
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1680
Also schleppen will man sie mit Zwang?
Vorlage S. 901
1681
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1682
Ganz gewiss, an ihren Locken!
Vorlage S. 901
1683
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1684
Und was muss ich tun dabei?
Vorlage S. 901
1685
ACHILLEUS.
Vorlage S. 901
1686
Häng dich an die Tochter!
Vorlage S. 901
1687
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 901
1688
So fest, dass sie nie mir sterben soll!
Vorlage S. 901
1689
ACHILLEUS.
Vorlage S. 902
1690
Doch du wirst das gleiche wohl erreichen –
Vorlage S. 902
1691
IPHIGENIE.
Vorlage S. 902
1692
Mutter, höre mich,
Vorlage S. 902
1693
Höret meine Wort: ich seh dich deinem Gatten ohne Grund
Vorlage S. 902
1694
Aufgebracht sein, und erzwingen lässt sich nichts Unmögliches.
Vorlage S. 902
1695
Dieses Freundes edler Eifer zwar ist alles Lobes wert,
Vorlage S. 902
1696
Doch auch du musst dies verhüten, dass das Heer ihn nicht verkenn
Vorlage S. 902
1697
Und wir doch nichts weiter wirken, während er es büßen muss.
Vorlage S. 902
1698
Nun vernimm, was Überlegung mir in meine Seele gab:
Vorlage S. 902
1699
Sieh, ich bin zu sterben willens; aber dieses eben soll
Vorlage S. 902
1700
Schön und rühmlich, mit Verbannung niedrer Sinnesart, geschehn.
Vorlage S. 902
1701
Komm und prüf, o Mutter, mit mir, wie mein Ratschluß richtig sei!
Vorlage S. 902
1702
Sieh, das ganze große Hellas richtet seine Blick auf mich;
Vorlage S. 902
1703
Denn die Überfahrt der Flotte ruht auf mir und Trojas Sturz,
Vorlage S. 902
1704
Und dass künftig keine Frauen aus dem seligen Hellas mehr
Vorlage S. 902
1705
Werden weggeführt, wenn diese Leides tun den Welschen dort
Vorlage S. 902
1706
Und den Raub Helenens strafen mit des Landes Untergang.
Vorlage S. 902
1707
Allem diesem bring ich sterbend Schutz und Heil, und herrlich wird
Vorlage S. 902
1708
So mein Tod sein; denn ich heiße Griechenlands Befreierin.
Vorlage S. 902
1709
Ja, auch ich darf nicht am Leben hängen, Mutter, gar zu fest;
Vorlage S. 902
1710
Dir allein gehör ich nicht an, sondern auch dem Vaterland.
Vorlage S. 902
1711
Wo so viele tausend Männer, angetan mit Stahl und Erz,
Vorlage S. 902
1712
Viele tausend Ruderschwinger sind bereit, des Vaterlands
Vorlage S. 902
1713
Schmach zu rächen an den Feinden und zu sterben für sein Wohl,
Vorlage S. 902
1714
Dürfte da mein einzig Leben allem dem im Wege stehn?
Vorlage S. 902
1715
Sag, was lässt sich dem entgegnen? Welcher irgend billige Grund?
Vorlage S. 902
1716
Lass mich dann auf jenes kommen: dieser Mann soll nicht in Kampf
Vorlage S. 902
1717
Mit dem Griechenvolk geraten, nicht sich opfern für ein Weib.
Vorlage S. 902
1718
Mehr denn tausend Frauenleben wiegt das Leben eines Manns.
Vorlage S. 902
1719
Und wenn Artemis doch einmal meinen Leib zum Opfern will,
Vorlage S. 902
1720
Werde ich, ein sterblich Wesen, hindern, was die Göttin will?
Vorlage S. 902
1721
Nein, umsonst! Ich gebe willig meinen Leib für Hellas hin:
Vorlage S. 902
1722
Opfert mich, verwüstet Troja! Ewiges Angedenken bleibt
Vorlage S. 902
1723
Dieses mir: dies gilt für Gatten, Kinder mir und Ehrenkranz.
Vorlage S. 902
1724
Dass die Griechen über Welsche herrschen, ziemt sich, aber nicht
Vorlage S. 902
1725
Welsche über Griechen: sie sind Sklaven, aber jene frei.
Vorlage S. 902
1726
CHOR.
Vorlage S. 902
1727
Dein Handeln, Jungfrau, zwar ist groß und heldenhaft,
Vorlage S. 902
1728
Allein das Schicksal und die Göttin ungerecht.
Vorlage S. 902
1729
ACHILLEUS.
Vorlage S. 903
1730
O Kind Agamemnons, selig machen wollte mich
Vorlage S. 903
1731
Ein gnädiger Gott wohl im Besitze deiner Hand.
Vorlage S. 903
1732
Um dich beneid ich Hellas, und um Hellas dich.
Vorlage S. 903
1733
Denn deine Rede ist herrlich, wert des Vaterlands,
Vorlage S. 903
1734
Denn auf das Ringen mit des Schicksals stärkrer Macht
Vorlage S. 903
1735
Verzichtend, fühlst du, was die Pflicht heischt und die Not.
Vorlage S. 903
1736
IPHIGENIE.
Vorlage S. 903
1737
Ohn andre Rücksicht gegen jeden sag ich das.
Vorlage S. 903
1738
Dass Tyndars Tochter zwischen Männern Kampf und Mord
Vorlage S. 903
1739
Um ihren Leib verschuldet, ist genug – um mich
Vorlage S. 903
1740
Sollst du, mein Freund, nicht sterben, keinen töten auch;
Vorlage S. 903
1741
Und lass mich Hellas retten, wenn's mir möglich ist.
Vorlage S. 903
1742
ACHILLEUS.
Vorlage S. 903
1743
O hohe Seele! Gegen dieses lässt sich nichts
Vorlage S. 903
1744
Erwidern, weil es dir genehm ist. Ja, du denkst
Vorlage S. 903
1745
Erhaben! Sollt ich nicht die Wahrheit eingestehn?
Vorlage S. 903
1746
Doch wär es möglich, dass dich dein Entschluss gereut.
Vorlage S. 903
1747
Drum dass du, wie ich's meine, durch die Tat erfährst,
Vorlage S. 903
1748
So werd ich, diese Kriegerschar beim Opferherd
Vorlage S. 903
1749
Aufstellend, deiner Erscheinung dort gewärtig sein.
Vorlage S. 903
1750
Ab mit den Kriegern.
Vorlage S. 903
1751
IPHIGENIE.
Vorlage S. 903
1752
O Mutter, stille Tränen feuchten deinen Blick?
Vorlage S. 903
1753
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903
1754
Und hab ich nicht zum Weinen Grund, ich armes Weib?
Vorlage S. 903
1755
IPHIGENIE.
Vorlage S. 903
1756
Erweiche mich nicht, auch gewähr mir dieses noch –
Vorlage S. 903
1757
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903
1758
Sprich nur, mein Kind: nichts, wie's auch sie, versag ich dir.
Vorlage S. 903
1759
IPHIGENIE.
Vorlage S. 903
1760
Du sollst vom Haupt dir keine Locken schneiden und
Vorlage S. 903
1761
Auch keine Trauerkleider legen um den Leib.
Vorlage S. 903
1762
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903
1763
Wieso, mein Kind? Ich werde deiner doch beraubt!
Vorlage S. 903
1764
IPHIGENIE.
Vorlage S. 903
1765
Das wirst du nicht: ich lebe dir zu hohem Ruhm.
Vorlage S. 903
1766
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903
1767
Wie meinst du? Um dein Leben muss ich trauern doch?
Vorlage S. 903
1768
IPHIGENIE.
Vorlage S. 903
1769
Mitnichten! Kein Grabhügel türmt sich über mir.
Vorlage S. 903
1770
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903
1771
Wie? wenn du doch verscheidest? Ziemt Bestattung nicht?
Vorlage S. 903
1772
IPHIGENIE.
Vorlage S. 903
1773
Der Göttin Herd, der Zeusenstochter, ist mein Grab.
Vorlage S. 903
1774
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903
1775
Ja, Kind, ich will dir folgen, weil du richtig sprichst.
Vorlage S. 903
1776
IPHIGENIE.
Vorlage S. 903
1777
Ich sterb als Siegerin und Wohltäterin Griechenlands.
Vorlage S. 903
1778
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903
1779
Was soll ich deinen Schwestern von dir melden, Kind?
Vorlage S. 903
1780
IPHIGENIE.
Vorlage S. 903
1781
Auch ihnen lege keine schwarzen Kleider an.
Vorlage S. 903
1782
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 903
1783
Und sag ich ihnen nicht von dir ein holdes Wort?
Vorlage S. 903
1784
IPHIGENIE.
Vorlage S. 904
1785
Ein Lebewohl! Oresten da erzieh zum Mann.
Vorlage S. 904
1786
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904
1787
Küß ihn noch einmal, denn du siehst ihn nimmermehr.
Vorlage S. 904
1788
IPHIGENIE.
Vorlage S. 904
1789
Du liebes Herz, du hast mich redlich unterstützt.
Vorlage S. 904
1790
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904
1791
Vermag ich dir in Argos was zulieb zu tun?
Vorlage S. 904
1792
IPHIGENIE.
Vorlage S. 904
1793
Nicht grollen sollst du meinem Vater, deinem Mann.
Vorlage S. 904
1794
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904
1795
Er soll um dich mir manchen harten Kampf bestehn.
Vorlage S. 904
1796
IPHIGENIE.
Vorlage S. 904
1797
Er bringt mich ungern Griechenland zum Opfer dar.
Vorlage S. 904
1798
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904
1799
Doch hinterlistig, feige! Atreus schämt sich sein!
Vorlage S. 904
1800
IPHIGENIE.
Vorlage S. 904
1801
Wer führt mich hin, eh man mich bei den Locken fasst?
Vorlage S. 904
1802
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904
1803
Ich gehe mit –
Vorlage S. 904
1804
IPHIGENIE.
Vorlage S. 904
1805
O nein, das ist nicht wohlgetan!
Vorlage S. 904
1806
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904
1807
An dein Gewand mich hängend.
Vorlage S. 904
1808
IPHIGENIE.
Vorlage S. 904
1809
Mutter, folge mir
Vorlage S. 904
1810
Und bleibe: schöner steht es so uns beiden an;
Vorlage S. 904
1811
Und einer von des Vaters Dienern leite mich
Vorlage S. 904
1812
Zur Aue hin der Göttin, wo das Opfer fällt.
Vorlage S. 904
1813
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904
1814
Du gehst, mein Kind?
Vorlage S. 904
1815
IPHIGENIE.
Vorlage S. 904
1816
Ich gehe ohne Wiederkehr!
Vorlage S. 904
1817
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904
1818
Fort von der Mutter?
Vorlage S. 904
1819
IPHIGENIE.
Vorlage S. 904
1820
Wie du siehst, so unverdient!
Vorlage S. 904
1821
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 904
1822
Verlaß mich nicht! Ob, bleibe!
Vorlage S. 904
1823
IPHIGENIE.
Vorlage S. 904
1824
Weinen sollst du nicht!
Vorlage S. 904
1825
Ihr aber, Jungfraun, stimmet an ein Jubellied
Vorlage S. 904
1826
Bei meinem Untergange! »Singet Artemis,
Vorlage S. 904
1827
Zeus' Tochter!« schalle Segensruf im Danaerheer!
Vorlage S. 904
1828
Herbei die Opferkörbe, lasst die Flamme glühn
Vorlage S. 904
1829
Vom Sühnungsguß des Grieses! Und mein Vater soll
Vorlage S. 904
1830
Rechtshin den Herd umwandeln! Denn Triumph und Heil
Vorlage S. 904
1831
Dem Vaterland und Ruhm zu bringen, zieh ich hin!
Vorlage S. 904
1832
So führt mich hin, mich, der Burg, Trojas Überwinderin!
Vorlage S. 904
1833
Bringt Binden her – hier ist die Locke! –, bringt den Kranz
Vorlage S. 904
1834
Und die Weihungssprengen!
Vorlage S. 904
1835
Schlingt Reigen um den Altar,
Vorlage S. 904
1836
Tanzt der Fürstin Artemis, der selgen!
Vorlage S. 904
1837
Perlentau von Vaters Hand
Vorlage S. 904
1838
Und heilige Sprenge harrt mein,
Vorlage S. 904
1839
Dass mein Blut, mein Opfertod, weil es sein
Vorlage S. 904
1840
Muss, den Schicksalsbeschluß entrolle!
Vorlage S. 905
1841
CHOR.
Vorlage S. 905
1842
Oh, seht sie ziehn, sie, der Burg, Trojas Überwinderin,
Vorlage S. 905
1843
Hinwandeln, wo man auf das Haupt den Kranz ihr legt
Vorlage S. 905
1844
Und die Weihungsspreng', und
Vorlage S. 905
1845
Der blutgen Göttin Altar
Vorlage S. 905
1846
Trieft vom Tau der blutgenetzten Sprenge,
Vorlage S. 905
1847
Wo der jugendschöne Hals
Vorlage S. 905
1848
Verwundet wird vom Schlächter,
Vorlage S. 905
1849
Dass die Flotte, dass das Heer Griechenlands
Vorlage S. 905
1850
Hin zur Burg Troja freudig segle!
Vorlage S. 905
1851
IPHIGENIE.
Vorlage S. 905
1852
So leb wohl, Mutterland, Pelasgerland,
Vorlage S. 905
1853
Myken', oh, meine traute Heimat!
Vorlage S. 905
1854
CHOR.
Vorlage S. 905
1855
Du nennst des Perseus stolze Burg,
Vorlage S. 905
1856
Gemauert vom Kyklopenarm!
Vorlage S. 905
1857
IPHIGENIE.
Vorlage S. 905
1858
Du zogst mich auf, dem Vaterland
Vorlage S. 905
1859
Zum Heil: mit Freuden scheid ich hin!
Vorlage S. 905
1860
CHOR.
Vorlage S. 905
1861
Ruhm und Ehre folgt dir nach!
Vorlage S. 905
1862
IPHIGENIE.
Vorlage S. 905
1863
Leb wohl, leb wohl, klarer Strahl des Himmelslichts,
Vorlage S. 905
1864
Glanz des Tags! Ein andres Los tut sich, ein
Vorlage S. 905
1865
Andres Dasein mir auf!
Vorlage S. 905
1866
Sei gesegnet, freundlich Licht!
Vorlage S. 905
1867
Auf, wohlauf, ihr jungen Fraun,
Vorlage S. 905
1868
Singet Lob der Göttin, die
Vorlage S. 905
1869
Thronet genüber Chalkis,
Vorlage S. 905
1870
Wo die Schiffeskiele ringen auf der eng-
Vorlage S. 905
1871
Furtgen Aulis-Reede!
Vorlage S. 905
1872
CHOR.
Vorlage S. 905
1873
Auf, und singt der Tochter Zeus'
Vorlage S. 905
1874
Preis und Lob, der Artemis,
Vorlage S. 905
1875
Singet der Himmelsfürstin,
Vorlage S. 905
1876
Dass zum Sieg, mit günstgem Glück das Griechenheer
Vorlage S. 905
1877
Hin nach Troja steure!
Vorlage S. 905
1878
O mächtge Herrin, die der Menschenopfer sich
Vorlage S. 905
1879
Erfreut, geleit ins Phrygerland
Vorlage S. 905
1880
Hin das mächtge Griechenheer
Vorlage S. 905
1881
Und zu dem Räubersitz Troja! Lass
Vorlage S. 905
1882
Agamemnon des Sieges
Vorlage S. 905
1883
Herrlichste Kränze ums griechische Heer
Vorlage S. 906
1884
Sowie um sein Haupt des Ruhms
Vorlage S. 906
1885
Schönen Kranz unverwelklich flechten!
Vorlage S. 906
1886
Der echte Schluß des Dramas ist verloren. In unseren Handschriften folgt ein Botenbericht, der mindestens größtenteils Ergänzung ist. Durch ein antikes Zitat ist gesichert – was ohnehin von der Anlage des Stücks gefordert wird –, daß Artemis erschien und die Rettung Iphigenies ankündigte. Aus ihrer Rede, in der sie zweifellos auch begründete, warum sie gerade Agamemnons Tochter als Opfer verlangt habe, werden folgende Verse angeführt.
Vorlage S. 906
1887
(ARTEMIS.)
Vorlage S. 906
1888
Und einen hochgehörnten Hirsch den Griechen will
Vorlage S. 906
1889
Ich in die Hände spielen, welchen schlachtend, sie
Vorlage S. 906
1890
Dein Kind zu schlachten träumen ...
Vorlage S. 906

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Wird aber Achill, um die Gattin getäuscht, Nicht …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Denke, wie du […], Haupt des Heers zu sein für Ilion, Zwar dem Schein nach nicht begierig, doch im Herzen lüstern sehr,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

3. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Denn die Gottheit wacht und ist nicht blind und unterscheidet wohl«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Wenn sie zu Phoibos' heiligem Grund,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Denn wozu zu meiner Not Frechheit noch fügen, sagen, was nicht richtig ist?« B: »Kein Wächter sich regt an den Mauern der Stadt?« C: »Begib dich nun ins Zimmer; denn bei Männern auf«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ich selber bleib in beßrer Stellung so zum Freund, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Und wenn Artemis doch einmal meinen Leib zum Opfern will, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Kein Wächter sich regt an den Mauern der Stadt?«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Kein Wächter sich regt an den Mauern der Stadt?« und »Verzichtend, fühlst du, was die Pflicht heischt«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Und zur Schlachtbank ging die Reise!«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Der Thestios-Tochter Leda blühten Mädchen drei:«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Nichts ziemt sich besser, wenn du meiner Tochter bist Verlobt, o Sohn der seeischen Göttin, Nereussproß!«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Dein Kind zu schlachten träumen ...«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Iphigenie in Aulis

Griechische Tragiker: Aischylos, Sophokles, Euripides. Hg. v. Wolf Hartmut Friedrich, übers. v. J. G. Droysen (Aischylos), K. W. F. Solger (Sophokles), J. A. Hartung (Euripides), München: Winkler, 1958. Euripides 864- München

Das Werk Iphigenie in Aulis von Euripides ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Altgriechisch

Vollständiger überlieferter Originaltext der angegebenen Perseus-Edition. Antike Überlieferungslücken und kritische Ergänzungen gehören zur Quellausgabe und sind kenntlich: ⟨Ergänzung⟩, ⟦vom Herausgeber getilgter Text⟧, […] Überlieferungslücke. Anmerkungen der Quellausgabe sind beschriftet. Wortlaut bleibt erhalten; TEI-Markup wird in Lesetext überführt. Keine Gleichsetzung mit einem erhaltenen Autorenmanuskript oder mit der Textgrundlage der deutschen Übersetzung.

Euripides; source-edition editors listed separately; Perseus Digital Library, Tufts University. CC BY-SA 4.0.

Autorschaft und Ausgabe: Euripides · Gilbert Murray · Perseus Digital Library, Tufts University

Originaltext und Ausgabe ↗ · Perseus Digital Library, Tufts University · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Euripides Euripidis Fabulae Gilbert Murray Oxford Clarendon Press 1913 3 The Internet Archive

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.