Zum Inhalt springen

Buch - Gespenstersonate - Strindberg, August Johan

Aus MOOCsWiki Staging
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.

← Bücher-Welt

Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Gespenstersonate

Strindberg, August Johan

Gespenstersonate von Strindberg, August Johan. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–131 Abschnitte
Porträt von August Johan Strindberg
Porträt von August Johan Strindberg — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · August Strindberg · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Mathilde Mann

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 1 von 1

August Johan Strindberg

1
August Johan Strindberg
2
Die Gespenstersonate
3
(Spök-Sonaten)
4
Personen.
Vorlage S. 3
5
Der Greis, Direktor Hummel
Vorlage S. 3
6
Der Student, Arkenholz
Vorlage S. 3
7
Das Milchmädchen (Vision)
Vorlage S. 3
8
Die Pförtnersfrau
Vorlage S. 3
9
Der Pförtner
Vorlage S. 3
10
Der Tote, Konsul
Vorlage S. 3
11
Die dunkle Dame, die Tochter des Toten und der Pförtnersfrau
Vorlage S. 3
12
Der Oberst
Vorlage S. 3
13
Die Mumie, die Frau des Obersten
Vorlage S. 3
14
Seine Tochter, ist die Tochter des Greises
Vorlage S. 3
15
Der Vornehme, Baron Skanskorg genannt, verlobt mit der Tochter der Pförtnersfrau
Vorlage S. 3
16
Johansson, Diener bei Hummel
Vorlage S. 3
17
Bengtsson, Diener beim Obersten
Vorlage S. 3
18
Die Braut, Hummels ehemalige Braut, eine weißhaarige Greisin
Vorlage S. 3
19
Die Köchin beim Obersten
Vorlage S. 3
20
Erdgeschoß und erstes Stockwerk der Vorderseite eines modernen Hauses, aber nur die Ecke des Hauses, die im Erdgeschoß mit einem runden Salon abschließt, im ersten Stockwerk mit einem Balkon und einer Flaggenstange.
Vorlage S. 5
21
Durch das offene Fenster sieht man, wenn der Vorhang aufgeht, die weiße Marmorstatue einer jungen Frau, von Palmen umgeben, hell beleuchtet von Sonnenstrahlen. Im Fenster links sieht man Hyazinthen in Töpfen, blaue, weiße, rosa.
Vorlage S. 5
22
Auf dem Geländer in der Ecke des Balkons, eine Treppe hoch, eine blauseidene Bettdecke und zwei weiße Kissen. Die Fenster links sind mit weißen Bettüchern verhängt. Es ist ein heller Sonntagmorgen.
Vorlage S. 5
23
Im Vordergrund vor dem Hause steht eine grüne Bank. Rechts im Vordergrund ein Springbrunnen, links eine Anschlagsäule. Im Hintergrund links die Haustür, durch die der Treppenaufgang sichtbar ist, die Stufen aus weißem Marmor, das Geländer aus Mahagoni mit Messing; zu beiden Seiten der Haustür, auf dem Bürgersteig, stehen Lorbeerbäume in Kübeln.
Vorlage S. 5
24
Die Ecke mit dem runden Salon liegt an einer Seitenstraße, die in den Hintergrund hineingehend gedacht ist.
Vorlage S. 5
25
Links von der Haustür im Erdgeschoß ein Fenster mit Straßenspiegel.
Vorlage S. 5
26
Wenn der Vorhang aufgeht, ertönt aus der Ferne das Glockengeläute von mehreren Kirchen.
Vorlage S. 5
27
Die Flügeltür zur Vorderseite des Hauses ist geöffnet, eine dunkelgekleidete weibliche Gestalt steht regungslos auf der Treppe.
Vorlage S. 5
28
Die Pförtnersfrau scheuert den Vorplatz, dann putzt sie das Messing an der Haustür, begießt darauf die Lorbeern.
Vorlage S. 5
29
In einem Rollstuhl neben der Anschlagsäule sitzt der Greis und liest die Zeitung. Er hat weißes Haar, einen weißen Bart und trägt eine Brille.
Vorlage S. 5
30
Das Milchmädchen von rechts mit Flaschen in einem Drahtkorb; sie ist sommerlich gekleidet mit braunen Schuhen, schwarzen Strümpfen und weißem Barett; nimmt das Barett ab und hängt es am Springbrunnen auf, trocknet den Schweiß von der Stirn, tut einen Trunk aus der Schöpfkelle, wäscht sich die Hände, ordnet ihr Haar, spiegelt sich im Wasser.
Vorlage S. 5
31
Man hört eine Dampferglocke läuten, und die Bässe der Orgel in einer nahe gelegenen Kirche dringen hin und wieder durch die Stille.
Vorlage S. 5
32
Nachdem ein paar Minuten Schweigen geherrscht und das Mädchen ihre Toilette beendet hat, kommt der Student von links, übernächtig, unrasiert. Er geht geradeswegs auf den Springbrunnen zu.
Vorlage S. 5
33
Pause.
Vorlage S. 5
34
DER STUDENT.
Vorlage S. 5
35
Kann ich die Schöpfkelle bekommen?
Vorlage S. 5
36
DAS MÄDCHEN
Vorlage S. 5
37
zieht die Schöpfkelle zu sich heran.
Vorlage S. 5
38
DER STUDENT.
Vorlage S. 5
39
Bist du nicht bald fertig?
Vorlage S. 5
40
DAS MÄDCHEN
Vorlage S. 5
41
sieht ihn voller Grauen an.
Vorlage S. 5
42
DER GREIS
Vorlage S. 5
43
vor sich hin.
Vorlage S. 5
44
Mit wem spricht er eigentlich? – Ich sehe niemand! – Ist er verrückt? Betrachtet die beiden fortdauernd mit größtem Erstaunen.
Vorlage S. 5
45
DER STUDENT.
Vorlage S. 5
46
Wonach siehst du? Sehe ich so sonderbar aus? – Ja, ich hab über Nacht nicht geschlafen, und du glaubst natürlich, ich bin auf dem Bummel gewesen ...
Vorlage S. 5
47
DAS MÄDCHEN
Vorlage S. 5
48
wie oben.
Vorlage S. 5
49
DER STUDENT.
Vorlage S. 5
50
Hab Punsch getrunken, was? – Rieche ich nach Punsch?
Vorlage S. 5
51
DAS MÄDCHEN
Vorlage S. 6
52
wie oben.
Vorlage S. 6
53
DER STUDENT.
Vorlage S. 6
54
Ich bin unrasiert, das weiß ich ... Gib mir einen Trunk Wasser, Mädchen, denn ich verdiene es! Pause. Nun! da muss ich wohl erzählen, dass ich diese ganze Nacht Verwundete verbunden und bei Kranken gewacht habe; ich war nämlich bei dem Hauseinsturz gestern abend ... Jetzt weißt du es!
Vorlage S. 6
55
DAS MÄDCHEN
Vorlage S. 6
56
spült die Schöpfkelle und reicht ihm einen Trunk.
Vorlage S. 6
57
DER STUDENT.
Vorlage S. 6
58
Danke!
Vorlage S. 6
59
DAS MÄDCHEN
Vorlage S. 6
60
regungslos.
Vorlage S. 6
61
DER STUDENT
Vorlage S. 6
62
langsam.
Vorlage S. 6
63
Willst du mir einen großen Gefallen tun? Pause. Die Sache ist die, dass meine Augen entzündet sind, wie du siehst, aber meine Hände haben Verwundete und Leichen berührt; ich kann daher nicht ohne Gefahr an meine Augen kommen ... Willst du nun mein reines Taschentuch nehmen, es in frischem Wasser anfeuchten und meine armen Augen baden? – Willst du das? – Willst du die barmherzige Samariterin sein?
Vorlage S. 6
64
DAS MÄDCHEN
Vorlage S. 6
65
zögert, tut aber, wie er begehrt.
Vorlage S. 6
66
DER STUDENT.
Vorlage S. 6
67
Danke, mein Kind! Zieht sein Portemonnaie heraus.
Vorlage S. 6
68
DAS MÄDCHEN
Vorlage S. 6
69
macht eine abweisende Bewegung.
Vorlage S. 6
70
DER STUDENT.
Vorlage S. 6
71
Verzeih mir meine Gedankenlosigkeit, aber ich bin nur halbwach ...
Vorlage S. 6
72
DER GREIS
Vorlage S. 6
73
zu dem Studenten.
Vorlage S. 6
74
Entschuldigen Sie, dass ich Sie anrede, aber ich hörte, dass Sie bei dem Unglücksfall gestern abend zugegen waren ... Ich sitze hier gerade und lese in der Zeitung davon ...
Vorlage S. 6
75
DER STUDENT.
Vorlage S. 6
76
Steht das schon da?
Vorlage S. 6
77
DER GREIS.
Vorlage S. 6
78
Ja, alles; und Ihr Bild ist auch da, aber man bedauert, dass man den Namen des tüchtigen Studenten nicht erfuhr ...
Vorlage S. 6
79
DER STUDENT
Vorlage S. 7
80
guckt in die Zeitung.
Vorlage S. 7
81
So? Ja, das bin ich! Na!
Vorlage S. 7
82
DER GREIS.
Vorlage S. 7
83
Mit wem sprachen Sie vorhin?
Vorlage S. 7
84
DER STUDENT.
Vorlage S. 7
85
Sahen Sie das nicht?
Vorlage S. 7
86
Pause.
Vorlage S. 7
87
DER GREIS.
Vorlage S. 7
88
Ist es unbescheiden – wenn ich bitte – Ihren werten Namen – erfahren zu dürfen?
Vorlage S. 7
89
DER STUDENT.
Vorlage S. 7
90
Zu welchem Zweck? Ich bin nicht für die Öffentlichkeit – wird einem Lob zuteil, so ist der Tadel auch gleich da – die Kunst, schlecht zu machen, ist zu einem solchen Grade entwickelt – übrigens, ich begehre keinen Lohn ...
Vorlage S. 7
91
DER GREIS.
Vorlage S. 7
92
Vielleicht vermögend?
Vorlage S. 7
93
DER STUDENT.
Vorlage S. 7
94
Ganz und gar nicht ... Im Gegenteil! Ich bin blutarm.
Vorlage S. 7
95
DER GREIS.
Vorlage S. 7
96
Hören Sie einmal ... es ist mir, als hätte ich die Stimme schon einmal gehört ... ich hatte einen Jugendfreund, der nicht Fenster sagen konnte, sondern immer Finster sagte – mir ist nur ein Mensch mit dieser Aussprache vorgekommen, und das war er; der zweite sind Sie – ist es möglich, dass Sie ein Verwandter von Großhändler Arkenholz sind?
Vorlage S. 7
97
DER STUDENT.
Vorlage S. 7
98
Er war mein Vater.
Vorlage S. 7
99
DER GREIS.
Vorlage S. 7
100
Wunderlich sind die Wege des Schicksals ... ich habe Sie als kleines Kind unter sehr schwierigen Verhältnissen gesehen ...
Vorlage S. 7
101
DER STUDENT.
Vorlage S. 7
102
Freilich, ich bin wohl mitten in einem Bankrott zur Welt gekommen ...
Vorlage S. 7
103
DER GREIS.
Vorlage S. 7
104
Das stimmt.
Vorlage S. 7
105
DER STUDENT.
Vorlage S. 7
106
Dürfte ich um Ihren Namen bitten?
Vorlage S. 7
107
DER GREIS.
Vorlage S. 8
108
Ich bin Direktor Hummel.
Vorlage S. 8
109
DER STUDENT.
Vorlage S. 8
110
Sind Sie ... Da entsinne ich mich ...
Vorlage S. 8
111
DER GREIS.
Vorlage S. 8
112
Sie haben meinen Namen oft in Ihrer Familie nennen hören?
Vorlage S. 8
113
DER STUDENT.
Vorlage S. 8
114
Ja.
Vorlage S. 8
115
DER GREIS.
Vorlage S. 8
116
Und vielleicht mit einem gewissen Unwillen nennen hören?
Vorlage S. 8
117
DER STUDENT
Vorlage S. 8
118
schweigt.
Vorlage S. 8
119
DER GREIS.
Vorlage S. 8
120
Ja, das kann ich mir denken! – Man sagte wohl, ich hätte Ihren Vater ruiniert? – Alle, die sich durch dumme Spekulationen ruinieren, glauben sich von dem ruiniert, den sie nicht haben übervorteilen können. Pause. Es verhält sich indessen so, dass Ihr Vater mich um 17000 Kronen brachte, die damals meine ganzen Ersparnisse ausmachten.
Vorlage S. 8
121
DER STUDENT.
Vorlage S. 8
122
Es ist sonderbar, wie Geschichten auf zwei ganz verschiedene Weisen erzählt werden können.
Vorlage S. 8
123
DER GREIS.
Vorlage S. 8
124
Sie glauben doch nicht, dass ich die Unwahrheit rede?
Vorlage S. 8
125
DER STUDENT.
Vorlage S. 8
126
Was soll ich glauben? Mein Vater log nicht!
Vorlage S. 8
127
DER GREIS.
Vorlage S. 8
128
Das ist so wahr! Ein Vater lügt nie ... aber ich bin auch Vater ... folglich ...
Vorlage S. 8
129
DER STUDENT.
Vorlage S. 8
130
Wo wollen Sie hinaus?
Vorlage S. 8
131
DER GREIS.
Vorlage S. 8
132
Ich errettete Ihren Vater aus dem Elend, und er belohnte mich mit dem ganzen entsetzlichen Haß der Dankesschuld ... er lehrte seine Familie, mich zu hassen.
Vorlage S. 8
133
DER STUDENT.
Vorlage S. 8
134
Vielleicht trieben Sie ihn zur Undankbarkeit, indem Sie die Hilfe mit unnötigen Demütigungen vergifteten.
Vorlage S. 8
135
DER GREIS.
Vorlage S. 8
136
Jegliche Hilfe ist Demütigung, mein Herr!
Vorlage S. 8
137
DER STUDENT.
Vorlage S. 8
138
Was verlangen Sie von mir?
Vorlage S. 8
139
DER GREIS.
Vorlage S. 9
140
Ich fordere kein Geld; wenn Sie mir aber kleine Dienste leisten wollen, so bin ich wohl bezahlt. Sie sehen mich als Krüppel; einige sagen, es sei mein eigener Fehler, andere schieben die Schuld auf meine Eltern. Ich möchte glauben, dass es das Leben selbst mit seiner Hinterlist ist, denn weicht man der einen Falle aus, so geht man geradeswegs in die andere hinein. Indessen, ich kann keine Treppen laufen, nicht an Türglocken klingeln, deswegen sage ich: helfen Sie mir!
Vorlage S. 9
141
DER STUDENT.
Vorlage S. 9
142
Was kann ich tun?
Vorlage S. 9
143
DER GREIS.
Vorlage S. 9
144
Erstens: schieben Sie meinen Stuhl so, dass ich die Anschlagzettel lesen kann; ich will sehen, was heute abend gespielt wird.
Vorlage S. 9
145
DER STUDENT
Vorlage S. 9
146
schiebt den Rollstuhl.
Vorlage S. 9
147
Haben Sie keinen Diener bei sich?
Vorlage S. 9
148
DER GREIS.
Vorlage S. 9
149
Freilich, aber er macht eine Besorgung ... kommt gleich zurück ... Ist der Herr Mediziner?
Vorlage S. 9
150
DER
Vorlage S. 9
151
STUDENT: Nein, ich studiere Sprachen, weiß übrigens nicht, was ich werden soll .
Vorlage S. 9
152
..
Vorlage S. 9
153
DER GREIS.
Vorlage S. 9
154
Hahaha! – Können Sie Mathematik?
Vorlage S. 9
155
DER STUDENT.
Vorlage S. 9
156
Ja, so ziemlich.
Vorlage S. 9
157
DER GREIS.
Vorlage S. 9
158
Das ist gut! – Möchten Sie vielleicht eine Anstellung haben?
Vorlage S. 9
159
DER STUDENT.
Vorlage S. 9
160
Ja, warum nicht?
Vorlage S. 9
161
DER GREIS
Vorlage S. 9
162
liest die Anschlagzettel.
Vorlage S. 9
163
Die Walküre wird als Nachmittagsvorstellung gegeben ... Dann ist der Oberst mit der Tochter da, und da er immer am äußersten Ende der sechsten Reihe sitzt, so setze ich Sie daneben ... Wollen Sie in den Telephonkiosk dort gehen und eine Karte auf der sechsten Bank, Nummer 82 bestellen?
Vorlage S. 9
164
DER STUDENT.
Vorlage S. 9
165
Soll ich heute mittag in die Oper gehen?
Vorlage S. 9
166
DER GREIS.
Vorlage S. 10
167
Ja, und Sie sollen mir gehorchen, dann wird es Ihnen wohl ergehen! Ich will, dass Sie glücklich, reich und geehrt werden; Ihr Debüt gestern als der mutige Retter macht Sie morgen berühmt, und da ist Ihr Name viel wert.
Vorlage S. 10
168
DER STUDENT
Vorlage S. 10
169
geht nach dem Telephonkiosk.
Vorlage S. 10
170
Das ist ja ein lustiges Abenteuer ...
Vorlage S. 10
171
DER GREIS.
Vorlage S. 10
172
Sind Sie Sportsmann?
Vorlage S. 10
173
DER STUDENT.
Vorlage S. 10
174
Ja, das war mein Unglück ...
Vorlage S. 10
175
DER GREIS.
Vorlage S. 10
176
Dann soll es sich in Glück verwandeln! – Telephonieren Sie jetzt! Er liest seine Zeitung.
Vorlage S. 10
177
Die dunkelgekleidete Dame ist auf den Bürgersteig hinausgetreten und spricht mit der Pförtnersfrau; der Greis lauscht, aber das Publikum hört nichts.
Vorlage S. 10
178
DER STUDENT
Vorlage S. 10
179
kommt zurück.
Vorlage S. 10
180
DER GREIS.
Vorlage S. 10
181
Ist die Sache klar?
Vorlage S. 10
182
DER STUDENT.
Vorlage S. 10
183
Es ist besorgt.
Vorlage S. 10
184
DER GREIS.
Vorlage S. 10
185
Sehen Sie das Haus da?
Vorlage S. 10
186
DER STUDENT.
Vorlage S. 10
187
Ich habe es betrachtet ... ich ging hier gestern vorüber, als die Sonne in die Fenster schien – und indem ich mir all die Schönheit und den Luxus vorstellte, die da drinnen herrschen – sagte ich zu meinem Kameraden: Wer jetzt eine Wohnung dort hätte, vier Treppen hoch, eine schöne junge Frau, zwei liebe kleine Kinder und 20000 Kronen Zinsen ...
Vorlage S. 10
188
DER GREIS.
Vorlage S. 10
189
Haben Sie das gesagt? Haben Sie das gesagt? Sehen Sie! auch ich liebe das Haus ...
Vorlage S. 10
190
DER STUDENT.
Vorlage S. 10
191
Spekulieren Sie in Häusern?
Vorlage S. 10
192
DER GREIS.
Vorlage S. 10
193
Hm – ja! Aber nicht auf die Weise, wie Sie meinen ...
Vorlage S. 10
194
DER STUDENT.
Vorlage S. 11
195
Kennen Sie die Leute, die dort wohnen?
Vorlage S. 11
196
DER GREIS.
Vorlage S. 11
197
Alle. In meinem Alter kennt man alle Menschen, ihre Väter und Vorfahren, und man ist immer auf irgendeine Weise mit ihnen verwandt – ich bin kürzlich achtzig Jahre alt geworden – aber niemand kennt mich richtig – ich interessiere mich für die Schicksale der Menschen ...
Vorlage S. 11
198
Das Rouleau im runden Salon wird in die Höhe gezogen: man sieht den Obersten drinnen in Zivil; nachdem er nach dem Thermometer gesehen, geht er in das Zimmer zurück und bleibt vor der Marmorstatue stehen.
Vorlage S. 11
199
DER GREIS.
Vorlage S. 11
200
Sehen Sie, da ist der Oberst, neben dem Sie heute mittag sitzen sollen ...
Vorlage S. 11
201
DER STUDENT.
Vorlage S. 11
202
Ist das – der Oberst? Ich begreife nichts von dem Ganzen, aber es ist wie ein Märchen ...
Vorlage S. 11
203
DER GREIS.
Vorlage S. 11
204
Mein ganzes Leben ist wie ein Märchenbuch, mein Herr; aber obwohl die Märchen verschieden sind, so hängen sie durch einen Faden zusammen, und das Leitmotiv kehrt regelmäßig wieder.
Vorlage S. 11
205
DER STUDENT.
Vorlage S. 11
206
Wer ist die Marmorstatue da drinnen?
Vorlage S. 11
207
DER GREIS.
Vorlage S. 11
208
Das ist natürlich seine Frau ...
Vorlage S. 11
209
DER STUDENT.
Vorlage S. 11
210
War sie denn so liebenswert?
Vorlage S. 11
211
DER GREIS.
Vorlage S. 11
212
Hm – ja! Freilich.
Vorlage S. 11
213
DER STUDENT.
Vorlage S. 11
214
Erklären Sie sich!
Vorlage S. 11
215
DER GREIS.
Vorlage S. 11
216
Wir vermögen nicht über einen Menschen zu urteilen, liebes Kind! – Und wenn ich Ihnen nun erzähle, dass sie von ihm ging, dass er sie schlug, dass sie wiederkam, sich nochmals mit ihm verheiratete, und dass sie jetzt da drinnen als Mumie sitzt und ihre eigene Statue anbetet, so glauben Sie, dass ich verrückt bin ...
Vorlage S. 11
217
DER STUDENT.
Vorlage S. 12
218
Das verstehe ich nicht!
Vorlage S. 12
219
DER GREIS.
Vorlage S. 12
220
Das kann ich mir denken! – Dann ist da das Hyazinthenfenster. Da wohnt seine Tochter ... sie macht einen Spazierritt, aber sie kommt gleich nach Hause ...
Vorlage S. 12
221
DER STUDENT.
Vorlage S. 12
222
Wer ist die dunkle Dame, die dort mit der Pförtnersfrau spricht?
Vorlage S. 12
223
DER GREIS.
Vorlage S. 12
224
Ja, sehen Sie, das ist ein wenig verwickelt, aber es steht im Zusammenhang mit dem Toten da oben, wo die weißen Bettücher zu sehen sind.
Vorlage S. 12
225
DER STUDENT.
Vorlage S. 12
226
Wer war denn das?
Vorlage S. 12
227
DER GREIS.
Vorlage S. 12
228
Er war ein Mensch, so wie wir, am sichtbarsten aber war seine Eitelkeit ... Wenn wir Sonntagskinder wären, würden wir ihn bald aus der Haustür herauskommen sehen, um die auf Halbmast gezogene Konsulatsflagge zu betrachten – er war nämlich Konsul und liebte Kronen, Löwen, Federn auf dem Hut und bunte Bänder.
Vorlage S. 12
229
DER STUDENT.
Vorlage S. 12
230
Sie sprechen von Sonntagskindern – ich bin wirklich an einem Sonntag geboren ...
Vorlage S. 12
231
DER GREIS.
Vorlage S. 12
232
Ach! Sind Sie –? Ich konnte es mir ja denken ... ich sah es an der Farbe Ihrer Augen ... aber da können Sie sehen, was andre nicht sehen, haben Sie das bemerkt?
Vorlage S. 12
233
DER STUDENT.
Vorlage S. 12
234
Ich weiß nicht, was andre sehen, aber zuweilen ... ja, darüber spricht man ja nicht.
Vorlage S. 12
235
DER GREIS.
Vorlage S. 12
236
Ich war meiner Sache fast gewiss! Aber zu mir können Sie davon sprechen – denn ich – verstehe dergleichen! ...
Vorlage S. 12
237
DER STUDENT.
Vorlage S. 12
238
Zum Beispiel gestern ... ich fühlte mich zu der unbekannten Straße hingezogen, wo dann das Haus zusammenstürzte ... ich kam dahin und blieb vor dem Gebäude stehen, das ich nie zuvor gesehen hatte ... Da bemerkte ich einen Riss in der Wand, hörte, wie es in dem Windelboden krachte; ich sprang herzu und riss ein Kind an mich, das an der Wand entlang ging ... in der nächsten Sekunde stürzte das Haus ein ... ich war gerettet, aber in meinen Armen, wo ich das Kind zu halten glaubte, war nichts ...
Vorlage S. 12
239
DER GREIS.
Vorlage S. 13
240
Das muss ich sagen ... Ich glaubte freilich ... Erklären Sie mir eins: Warum gestikulierten Sie vorhin am Springbrunnen? Und warum sprachen Sie mit sich selbst?
Vorlage S. 13
241
DER STUDENT.
Vorlage S. 13
242
Sahen Sie nicht das Milchmädchen, mit dem ich sprach?
Vorlage S. 13
243
DER GREIS
Vorlage S. 13
244
schaudernd.
Vorlage S. 13
245
Das Milchmädchen?
Vorlage S. 13
246
DER STUDENT.
Vorlage S. 13
247
Freilich! Sie, die mir die Schöpfkelle gab.
Vorlage S. 13
248
DER GREIS.
Vorlage S. 13
249
Ach so! Sie haben es auf die Weise ... Nun ja, ich kann nicht sehen, aber ich kann andres ... Jetzt sieht man eine weißhaarige Frau sich an das Fenster mit dem Straßenspiegel setzen. Sehen Sie die Alte am Fenster! Können Sie sie sehen? Gott! Das war meine Braut, einstmals, vor sechzig Jahren ... Ich war zwanzig Jahre alt. – Fürchten Sie nichts, sie erkennt mich nicht wieder! Wir sehen uns tagtäglich, aber es macht nicht den geringsten Eindruck auf mich, obwohl wir einander damals ewige Treue schwuren; ewige!
Vorlage S. 13
250
DER STUDENT.
Vorlage S. 13
251
Wie unverständig Sie ehedem in dieser Welt waren! Heutzutage sprechen wir nie von dergleichen mit unsern Mädchen.
Vorlage S. 13
252
DER GREIS.
Vorlage S. 13
253
Verzeihen Sie uns, Jüngling, wir verstanden es nicht besser! – Können Sie aber sehen, dass diese Greisin jung und schön gewesen ist?
Vorlage S. 13
254
DER STUDENT.
Vorlage S. 13
255
Das kann man nicht mehr sehen. Ja, sie hat einen schönen Blick, die Augen sehe ich nicht!
Vorlage S. 13
256
DIE PFÖRTNERSFRAU
Vorlage S. 14
257
kommt mit einem Korb heraus und streut Tannenreiser.
Vorlage S. 14
258
DER GREIS.
Vorlage S. 14
259
Die Pförtnersfrau, ja! – Die dunkle Dame dort ist ihre Tochter mit dem Toten, und deswegen erhielt der Mann den Platz als Pförtner ... aber die dunkle Dame hat einen Freier, der vornehm ist und Aussicht hat, reich zu werden; er ist im Begriff, sich scheiden zu lassen, nämlich von seiner Frau, die ihm ein steinernes Haus schenkt, um ihn loszuwerden. Dieser vornehme Freier ist ein Schwiegersohn des Toten, und Sie sehen seine Betten, die dort oben auf dem Balkon gelüftet werden ... Eine verwickelte Geschichte, sollt ich meinen!
Vorlage S. 14
260
DER STUDENT.
Vorlage S. 14
261
Schrecklich verwickelt!
Vorlage S. 14
262
DER GREIS.
Vorlage S. 14
263
Ja, so ist es, nach innen und nach außen, obwohl es so einfach aussieht.
Vorlage S. 14
264
DER STUDENT.
Vorlage S. 14
265
Aber wer war denn der Tote?
Vorlage S. 14
266
DER GREIS.
Vorlage S. 14
267
Sie fragten vorhin, und ich antwortete; könnten Sie um die Ecke sehen, da wo die Hintertreppe ist, so würden Sie einen Haufen Armer bemerken, die er unterstützte, wenn es ihm in den Sinn kam ...
Vorlage S. 14
268
DER STUDENT.
Vorlage S. 14
269
Er war also ein barmherziger Mensch?
Vorlage S. 14
270
DER GREIS.
Vorlage S. 14
271
Ja ... zuweilen.
Vorlage S. 14
272
DER STUDENT.
Vorlage S. 14
273
Nicht immer?
Vorlage S. 14
274
DER GREIS.
Vorlage S. 14
275
Ach nein! ... So sind die Menschen! Hören Sie jetzt, mein Herr, schieben Sie den Wagen ein wenig vor, so dass er in die Sonne kommt, mich friert so schrecklich; wenn man sich nie bewegen kann, so stockt das Blut – ich werde wohl bald sterben, das weiß ich, aber trotzdem habe ich noch allerlei auszurichten – nehmen Sie meine Hand, dann können Sie fühlen, wie kalt ich bin.
Vorlage S. 14
276
DER STUDENT.
Vorlage S. 15
277
Das ist doch arg! Weicht zurück.
Vorlage S. 15
278
DER GREIS.
Vorlage S. 15
279
Gehen Sie nicht von mir, ich bin müde, ich bin einsam, aber ich bin nicht immer so gewesen, wissen Sie; ich habe ein unendlich langes Leben hinter mir – unendlich – ich habe Menschen unglücklich gemacht, und Menschen haben mich unglücklich gemacht, das eine muss gegen das andre aufgehen – aber ehe ich sterbe, will ich Sie glücklich sehen ... Unsere Geschicke sind durch Ihren Vater verbunden – und durch anderes ...
Vorlage S. 15
280
DER STUDENT.
Vorlage S. 15
281
Aber lassen Sie meine Hand los, Sie nehmen ja meine Kraft, Sie kühlen mich aus, was wollen Sie nur?
Vorlage S. 15
282
DER GREIS.
Vorlage S. 15
283
Geduld, und Sie werden sehen und verstehen ... Da kommt die junge Dame ...
Vorlage S. 15
284
DER STUDENT.
Vorlage S. 15
285
Die Tochter des Obersten?
Vorlage S. 15
286
DER GREIS.
Vorlage S. 15
287
Ja! Die Tochter! Sehen Sie sie an! – Haben Sie je so ein Meisterwerk gesehen?
Vorlage S. 15
288
DER STUDENT.
Vorlage S. 15
289
Sie sieht der Marmorstatue da drinnen ähnlich ...
Vorlage S. 15
290
DER GREIS.
Vorlage S. 15
291
Das ist ja ihre Mutter!
Vorlage S. 15
292
DER STUDENT.
Vorlage S. 15
293
Sie haben recht – nie sah ich so ein Weib vom Weibe geboren. – Glücklich der Mann, der sie zum Altar und in sein Heim führen darf!
Vorlage S. 15
294
DER GREIS.
Vorlage S. 15
295
Das können Sie sehen! – Nicht alle erkennen ihre Schönheit ... Gut, damit ist das abgemacht!
Vorlage S. 15
296
Das Fräulein von links in modernem englischen Reitkleia geht langsam, ohne jemand anzusehen, an die Haustür, wo sie stehen bleibt und ein paar Worte zu der Pförtnersfrau sagt; dann in Haus hinein.
Vorlage S. 15
297
DER STUDENT
Vorlage S. 15
298
die Hand vor den Augen.
Vorlage S. 15
299
DER GREIS.
Vorlage S. 16
300
Sie weinen?
Vorlage S. 16
301
DER STUDENT.
Vorlage S. 16
302
Dem Hoffnungslosen gegenüber gibt es ja nur die Verzweiflung!
Vorlage S. 16
303
DER GREIS.
Vorlage S. 16
304
Ich kann Türen und Herzen öffnen, wenn ich nur einen Arm für meinen Willen finde ... Dienen Sie mir, und Sie sollen herrschen ...
Vorlage S. 16
305
DER STUDENT.
Vorlage S. 16
306
Ist das ein Pakt? Soll ich meine Seele verkaufen?
Vorlage S. 16
307
DER GREIS.
Vorlage S. 16
308
Nichts verkaufen! – Sehen Sie, ich habe mein ganzes Leben lang genommen! Jetzt habe ich ein Bedürfnis, geben zu können! Zu geben! Aber niemand will annehmen ... ich bin reich, sehr reich, habe aber keine Erben, ja, einen Lümmel, der mir das Leben aus dem Leibe quält ... Werden Sie mir wie ein Sohn, beerben Sie mich lebend, genießen Sie das Dasein, so dass ich es sehe, aus der Entfernung wenigstens.
Vorlage S. 16
309
DER STUDENT.
Vorlage S. 16
310
Was soll ich tun?
Vorlage S. 16
311
DER GREIS.
Vorlage S. 16
312
Gehen Sie erst hin und hören Sie die Walküre!
Vorlage S. 16
313
DER STUDENT.
Vorlage S. 16
314
Die Sache ist ja abgemacht – was weiter?
Vorlage S. 16
315
DER GREIS.
Vorlage S. 16
316
Heute abend werden Sie da drinnen in dem runden Salon sitzen!
Vorlage S. 16
317
DER STUDENT.
Vorlage S. 16
318
Wie soll ich dahin kommen?
Vorlage S. 16
319
DER GREIS.
Vorlage S. 16
320
Durch die Walküre.
Vorlage S. 16
321
DER STUDENT.
Vorlage S. 16
322
Warum haben Sie gerade mich zu Ihrem Medium erwählt? Kannten Sie mich denn schon?
Vorlage S. 16
323
DER GREIS.
Vorlage S. 16
324
Ja, natürlich! Ich habe schon lange ein Auge auf Sie geworfen ... Aber sehen Sie jetzt da, sehen Sie nach dem Balkon hinauf, wo die Jungfer die Flagge für den verstorbenen Konsul auf Halbmast hißt ... und dann wendet sie die Betten um ... Sehen Sie die blaue Decke? – Sie war für zweie, um darunter zu schlafen, aber jetzt ist sie für einen ...
Vorlage S. 16
325
DAS FRÄULEIN
Vorlage S. 17
326
wird jetzt umgekleidet am Fenster sichtbar, wo sie die Hyazinthen begießt.
Vorlage S. 17
327
DER GREIS.
Vorlage S. 17
328
Das ist mein kleines Mädel, sehen Sie sie an, sehen Sie. – Sie spricht mit den Blumen, ist sie nicht selbst wie die blaue Hyazinthe? ... Sie gibt ihnen zu trinken, nur reines Wasser, und sie verwandeln das Wasser in Farben und Duft! ... Jetzt kommt der Oberst mit der Zeitung! – Er zeigt ihr den Hauseinsturz ... jetzt deutet er auf Ihr Bild! Sie ist nicht gleichgültig ... sie liest von Ihrer Heldentat ... Ich glaube, es bewölkt sich, denken Sie nur, wenn es jetzt regnete! Da sitze ich hübsch in der Patsche, wenn nicht Johansson bald zurückkommt ... Es bewölkt sich und wird dunkel. – Die Alte am Straßenspiegel schließt ihr Fenster.
Vorlage S. 17
329
DER GREIS.
Vorlage S. 17
330
Jetzt schließt meine Braut das Fenster ... siebzig Jahre ... Der Spion ist der einzige Spiegel, den sie benutzt, denn darin sieht sie nicht sich selbst, nur die Außenwelt und von zwei Seiten, aber die Welt kann sie sehen, daran hat sie nicht gedacht ... Eine schöne Greisin übrigens ...
Vorlage S. 17
331
Jetzt sieht man den Toten in Leichenkleidern aus der Haustür kommen.
Vorlage S. 17
332
DER STUDENT.
Vorlage S. 17
333
Großer Gott, was sehe ich?
Vorlage S. 17
334
DER GREIS.
Vorlage S. 17
335
Was sehen Sie?
Vorlage S. 17
336
DER STUDENT.
Vorlage S. 17
337
Sehen Sie nicht den Toten in der Haustür?
Vorlage S. 17
338
DER GREIS.
Vorlage S. 17
339
Ich sehe nichts, aber ich erwartete es gerade! Erzählen Sie ...
Vorlage S. 17
340
DER STUDENT.
Vorlage S. 17
341
Er geht auf die Straße hinaus ... Pause. Jetzt dreht er den Kopf herum und betrachtet die Flagge.
Vorlage S. 17
342
DER GREIS.
Vorlage S. 18
343
Was sagte ich? Er wird sicher auch die Kränze nachzählen und die Visitenkarten lesen ... wehe dem, der fehlt!
Vorlage S. 18
344
DER STUDENT.
Vorlage S. 18
345
Jetzt biegt er um die Ecke ...
Vorlage S. 18
346
DER GREIS.
Vorlage S. 18
347
Er will die Armen an der Hintertreppe zählen ... die Armen dekorieren so schön ... »gefolgt von den Segnungen vieler«. Ja, aber meinen Segen bekommt er nicht! Er war ein großer Schurke, unter uns gesagt ...
Vorlage S. 18
348
DER STUDENT.
Vorlage S. 18
349
Aber wohltätig ...
Vorlage S. 18
350
DER GREIS.
Vorlage S. 18
351
Ein wohltätiger Schurke, der immer an ein schönes Begräbnis dachte ... Als er das Ende nahen fühlte, beschummelte er den Staat um 50000 Kronen ... Jetzt drängt sich seine Tochter in die Ehe einer andern und grübelt über die Erbschaft nach ... er, der Schurke, hört alles, was wir sagen, und das ist ihm wohl gegönnt! – Da kommt Johansson!
Vorlage S. 18
352
JOHANSSON
Vorlage S. 18
353
von links.
Vorlage S. 18
354
DER GREIS.
Vorlage S. 18
355
Berichte!
Vorlage S. 18
356
JOHANSSON
Vorlage S. 18
357
spricht unhörbar.
Vorlage S. 18
358
DER GREIS.
Vorlage S. 18
359
Also nicht zu Hause? Du bist ein Rindvieh! – Und der Telegraph? – Nichts! ... weiter! ... Um sechs heute abend? Das ist gut! – Das Extrablatt? – Der ganze Name da: Student Arkenholz, geboren ... Eltern ... ausgezeichnet ... Ich glaube, es fängt an zu regnen ... Was sagte er denn? ... So, so! Er wollte nicht? – Aber er muss! – Da kommt der Vornehme! – Schieb mich um die Ecke, Johansson, dann kann ich hören, was die Armen sagen ... Und Arkenholz, Sie erwarten mich hier ... verstehen Sie? – Schnell, schnell!
Vorlage S. 18
360
JOHANSSON
Vorlage S. 18
361
schiebt den Stuhl um die Ecke.
Vorlage S. 18
362
DER STUDENT
Vorlage S. 19
363
bleibt stehen und betrachtet das Fräulein, das in den Blumentöpfen scharrt.
Vorlage S. 19
364
DER VORNEHME
Vorlage S. 19
365
in Trauerkleidung, redet die dunkle Dame an, die auf den Bürgersteig gegangen ist.
Vorlage S. 19
366
Ja, was kann man dabei machen? – Wir müssen warten!
Vorlage S. 19
367
DIE DAME.
Vorlage S. 19
368
Ich kann nicht warten!
Vorlage S. 19
369
DER VORNEHME.
Vorlage S. 19
370
Steht es so? Dann geh aufs Land!
Vorlage S. 19
371
DIE DAME.
Vorlage S. 19
372
Das will ich nicht.
Vorlage S. 19
373
DER VORNEHME.
Vorlage S. 19
374
Komm hierher, sonst hören sie, was wir sagen. Sie gehen an die Anschlagsäule und setzen ihre Unterhaltung unhörbar fort.
Vorlage S. 19
375
JOHANSSON
Vorlage S. 19
376
von rechts, zu dem Studenten.
Vorlage S. 19
377
Mein Herr bittet den Herrn, das andere nicht zu vergessen!
Vorlage S. 19
378
DER STUDENT
Vorlage S. 19
379
langsam.
Vorlage S. 19
380
Hören Sie einmal – sagen Sie mir erst: wer ist Ihr Herr?
Vorlage S. 19
381
JOHANSSON.
Vorlage S. 19
382
Er – er ist so viel und ist alles gewesen.
Vorlage S. 19
383
DER STUDENT.
Vorlage S. 19
384
Ist er klug?
Vorlage S. 19
385
JOHANSSON.
Vorlage S. 19
386
Ja, was ist klug? – Er behauptet, er habe sein ganzes Leben nach einem Sonntagskind gesucht, aber das kann Unwahrheit sein ...
Vorlage S. 19
387
DER STUDENT.
Vorlage S. 19
388
Was will er, ist er geizig?
Vorlage S. 19
389
JOHANSSON.
Vorlage S. 19
390
Er will herrschen ... Den ganzen Tag zieht er umher in seinem Wagen wie der Gott Thor ... er besieht Häuser, reißt sie ein, erschließt Straßen, bebaut Marktplätze; aber er bricht auch in Häuser ein, kriecht durch Fenster, zerstört Menschenschicksale, tötet seine Feinde und verzeiht niemals. – Können der Herr sich vorstellen, dass der kleine Lahme ein Don Juan gewesen ist, obgleich er seine Frauen immer verloren hat?
Vorlage S. 19
391
DER STUDENT.
Vorlage S. 19
392
Wie lässt sich das vereinen?
Vorlage S. 19
393
JOHANSSON.
Vorlage S. 20
394
Ja, er ist so Herzschlau, dass er die Frauen dazu bringt, ihn zu verlassen, wenn er ihrer überdrüssig ist ... Indessen, jetzt ist er gleichsam ein Pferdedieb auf dem Menschenmarkt, er stiehlt Menschen auf mancherlei Weise ... Mich hat er buchstäblich aus den Händen der Gerechtigkeit gestohlen ... ich hatte nämlich etwas begangen, von dem er wusste; statt mich einsperren zu lassen, machte er mich nur zum Sklaven; ich tue Sklavendienste für das bloße Essen, das nicht das beste ist ...
Vorlage S. 20
395
DER STUDENT.
Vorlage S. 20
396
Was will er denn hier in diesem Hause tun?
Vorlage S. 20
397
JOHANSSON.
Vorlage S. 20
398
Ja, sehen Sie, das will ich nicht sagen! Das ist so verwickelt.
Vorlage S. 20
399
DER STUDENT.
Vorlage S. 20
400
Ich glaube, ich mache, dass ich wegkomme ...
Vorlage S. 20
401
JOHANSSON.
Vorlage S. 20
402
Sehen Sie doch das Fräulein, sie hat ihr Armband aus dem Fenster fallen lassen ... Das Fräulein hat ihr Armband durch das offene Fenster verloren.
Vorlage S. 20
403
DER STUDENT
Vorlage S. 20
404
nähert sich leise dem Fenster, nimmt das Armband auf und reicht es dem Fräulein, das schweigend dankt.
Vorlage S. 20
405
Der Student geht zu Johansson zurück.
Vorlage S. 20
406
JOHANSSON.
Vorlage S. 20
407
So, der Herr wollen gehen ... Das ist nicht so leicht, wie man glaubt, wenn er einem das Netz über den Kopf geworfen hat ... Und er fürchtet nichts zwischen Himmel und Erde ... ja, eines, oder vielmehr eine Person ...
Vorlage S. 20
408
DER STUDENT.
Vorlage S. 20
409
Warten Sie mal, vielleicht weiß ich es!
Vorlage S. 20
410
JOHANSSON.
Vorlage S. 20
411
Wie können Sie das wissen?
Vorlage S. 20
412
DER STUDENT.
Vorlage S. 20
413
Ich mutmaße! – Ist es – ein kleines Milchmädchen, das er fürchtet?
Vorlage S. 20
414
JOHANSSON.
Vorlage S. 20
415
Er wendet sich immer ab, wenn er einem Milchwagen begegnet ... und dann redet er im Schlaf, er ist, glaube ich, einmal in Hamburg gewesen ...
Vorlage S. 20
416
DER STUDENT.
Vorlage S. 21
417
Kann man diesem Mann trauen?
Vorlage S. 21
418
JOHANSSON.
Vorlage S. 21
419
Man kann ihm alles – zutrauen!
Vorlage S. 21
420
DER STUDENT.
Vorlage S. 21
421
Was tut er jetzt da um die Ecke?
Vorlage S. 21
422
JOHANSSON.
Vorlage S. 21
423
Er hört zu, was die Armen sagen ... säet ein kleines Wort aus, pflückt einmal einen kleinen Stein heraus, bis das Haus einstürzt ... sinnbildlich gesprochen ... Sehen Sie, ich bin ein gebildeter Mann und bin Buchhändler gewesen ... Wollen Sie jetzt gehen?
Vorlage S. 21
424
DER STUDENT.
Vorlage S. 21
425
Es wird mir schwer, undankbar zu sein ... Dieser Mann hat einstmals meinen Vater gerettet, und nun verlangt er nur einen kleinen Gegendienst ...
Vorlage S. 21
426
JOHANSSON.
Vorlage S. 21
427
Was für einen?
Vorlage S. 21
428
DER STUDENT.
Vorlage S. 21
429
Ich soll hingehen und die Walküre sehen ...
Vorlage S. 21
430
JOHANSSON.
Vorlage S. 21
431
Das verstehe ich nicht ... Aber er hat immer neue Einfälle ... Sehen Sie, jetzt spricht er mit dem Schutzmann ... er hält sich immer an die Polizisten, ersucht sie um etwas, wickelt sie mit Interesse ein, bindet sie mit falschen Versprechungen und Vorspiegelungen, alles während er sie aushorcht. – Sie sollen sehen, ehe es Nacht wird, ist er in dem runden Salon empfangen!
Vorlage S. 21
432
DER STUDENT.
Vorlage S. 21
433
Was will er da? Was hat er mit dem Obersten zu schaffen?
Vorlage S. 21
434
JOHANSSON.
Vorlage S. 21
435
Ja ... ich ahne, aber ich weiß nicht! Sie werden es wohl selbst sehen, wenn Sie dahin kommen! ...
Vorlage S. 21
436
DER STUDENT.
Vorlage S. 21
437
Nie komme ich da hinein ...
Vorlage S. 21
438
JOHANSSON.
Vorlage S. 21
439
Das hängt allein von Ihnen ab! – Gehen Sie in die Walküre!
Vorlage S. 21
440
DER STUDENT.
Vorlage S. 21
441
Ist das der Weg?
Vorlage S. 21
442
JOHANSSON.
Vorlage S. 21
443
Freilich, wenn er es gesagt hat! – Sehen Sie, sehen Sie ihn an auf dem Streitwagen, im Triumph von den Bettlern gezogen, die keinen Heller Lohn bekommen, nur einen Wink, dass es bei seinem Begräbnis etwas geben wird!
Vorlage S. 21
444
DER GREIS
Vorlage S. 22
445
im Rollstuhl stehend, von einem Bettler gezogen, von den übrigen begleitet.
Vorlage S. 22
446
Huldigt dem edlen Jüngling, der mit Gefahr seines eigenen Lebens die Vielen bei dem gestrigen Unglücksfall gerettet hat. Heil, Arkenholz!
Vorlage S. 22
447
DIE BETTLER
Vorlage S. 22
448
entblößen die Köpfe, ohne jedoch Hurra zu rufen.
Vorlage S. 22
449
DAS FRÄULEIN
Vorlage S. 22
450
im Fenster winkt mit ihrem Taschentuch.
Vorlage S. 22
451
DER OBERST
Vorlage S. 22
452
starrt aus seinem Fenster heraus.
Vorlage S. 22
453
DIE GREISIN
Vorlage S. 22
454
steht an ihrem Fenster auf.
Vorlage S. 22
455
DIE JUNGFER
Vorlage S. 22
456
auf dem Balkon zieht die Flagge in die Höhe.
Vorlage S. 22
457
DER GREIS
Vorlage S. 22
458
klatscht in die Hände.
Vorlage S. 22
459
Mitbürger, es ist freilich Sonntag, aber der Esel im Brunnen und die Ähre auf dem Acker gewähren uns Absolution, und obwohl ich kein Sonntagskind bin, so besitze ich sowohl die Gabe der Weissagung als auch die Gabe der Heilkunst, denn ich habe einmal einen Ertrunkenen wieder ins Leben zurückgerufen ... ja, das war in Hamburg, an einem Sonntagvormittag, so wie jetzt ...
Vorlage S. 22
460
Das Milchmädchen kommt, nur von dem Studenten und dem Greis gesehen; sie streckt die Arme in die Höhe wie eine Ertrinkende und sieht den Greis starr an.
Vorlage S. 22
461
DER GREIS
Vorlage S. 22
462
setzt sich, sinkt darauf voller Grauen zusammen.
Vorlage S. 22
463
Johansson! Fahr mich weg! Schnell! – Arkenholz, vergessen Sie nicht die Walküre!
Vorlage S. 22
464
DER STUDENT.
Vorlage S. 22
465
Was bedeutet dies alles?
Vorlage S. 22
466
JOHANSSON.
Vorlage S. 22
467
Das werden wir schon sehen! Das werden wir schon sehen!
Vorlage S. 22
468
*
Vorlage S. 22
469
Im runden Salon: im Hintergrund weißer Ofen mit Stutzuhr und Kandelabern und einem Spiegel darüber; rechts Vorzimmer mit der Perspektive in ein grünes Zimmer mit Mahagonimöbeln; links steht die Statue, von Palmen beschattet, kann mit einem Vorhang verhüllt werden; links im Hintergrund Tür nach dem Hyazinthenzimmer, wo das Fräulein sitzt und liest. Man sieht den Rücken des Obersten, der im grünen Zimmer sitzt und schreibt.
Vorlage S. 23
470
Bengtsson, der Diener, in Livree, kommt aus dem Vorzimmer mit Johansson in Frack und weißer Halsbinde.
Vorlage S. 23
471
BENGTSSON.
Vorlage S. 23
472
Sie können nun servieren, während ich die Röcke abnehme. Sie haben doch schon serviert?
Vorlage S. 23
473
JOHANSSON.
Vorlage S. 23
474
Am Tage rolle ich ja den Streitwagen, wie Sie wissen, aber des Abends serviere ich auf Gesellschaften, und es war immer mein Traum, einmal in dies Haus zu kommen ... Es sind sonderbare Leute, nicht wahr?
Vorlage S. 23
475
BENGTSSON.
Vorlage S. 23
476
Ja–a, ein bisschen ungewöhnlich, kann man wohl sagen.
Vorlage S. 23
477
JOHANSSON.
Vorlage S. 23
478
Ist es ein Musikabend, oder was soll es sein?
Vorlage S. 23
479
BENGTSSON.
Vorlage S. 23
480
Es ist das gewöhnliche Gespenstersouper, wie wir es nennen. Sie trinken Tee, sagen kein Wort, oder der Oberst spricht allein; und dann knabbern sie an kleinem Gebäck, alle auf einmal, so dass es klingt wie Ratten in einer Bodenkammer.
Vorlage S. 23
481
JOHANSSON.
Vorlage S. 23
482
Warum wird es Gespenstersouper genannt?
Vorlage S. 23
483
BENGTSSON.
Vorlage S. 23
484
Sie sehen aus wie Gespenster ... Und das haben sie nun seit zwanzig Jahren betrieben, immer dieselben Menschen, die dasselbe sagen, oder sie schweigen, damit sie sich nicht zu schämen brauchen.
Vorlage S. 23
485
JOHANSSON.
Vorlage S. 24
486
Ist hier nicht auch eine Frau im Hause?
Vorlage S. 24
487
BENGTSSON.
Vorlage S. 24
488
Freilich, aber sie ist töricht; sie sitzt in einer Garderobe, weil ihre Augen das Licht nicht vertragen ... Sie sitzt da drinnen ... Zeigt auf eine Tapetentür in der Wand.
Vorlage S. 24
489
JOHANSSON.
Vorlage S. 24
490
Da drinnen?
Vorlage S. 24
491
BENGTSSON.
Vorlage S. 24
492
Da sitzt sie! Ich sagte ja schon, dass sie ein bisschen ungewöhnlich sind ...
Vorlage S. 24
493
JOHANSSON.
Vorlage S. 24
494
Wie sieht sie denn aus?
Vorlage S. 24
495
BENGTSSON.
Vorlage S. 24
496
Wie eine Mumie ... wollen Sie sie sehen? Öffnet die Tapetentür. Sehen Sie, da sitzt sie!
Vorlage S. 24
497
JOHANSSON.
Vorlage S. 24
498
Herr du meines Le– ...
Vorlage S. 24
499
DIE MUMIE
Vorlage S. 24
500
lallt.
Vorlage S. 24
501
Warum macht er die Tür auf, hab ich nicht gesagt, dass sie geschlossen sein soll!
Vorlage S. 24
502
BENGTSSON
Vorlage S. 24
503
plappert.
Vorlage S. 24
504
Ta, ta, ta, ta! Die kleine Närrin soll jetzt artig sein, dann kriegt sie auch was Gutes! – Schönes Papchen!
Vorlage S. 24
505
DIE MUMIE
Vorlage S. 24
506
wie ein Papagei.
Vorlage S. 24
507
Schönes Papchen. Is Jakob da? Kurrrre!
Vorlage S. 24
508
BENGTSSON.
Vorlage S. 24
509
Sie glaubt, dass sie ein Papagei ist, und es ist ja möglich, dass es sich so verhält ... Zu der Mumie. Polly, pfeif uns mal was vor!
Vorlage S. 24
510
DIE MUMIE
Vorlage S. 24
511
pfeift.
Vorlage S. 24
512
JOHANSSON.
Vorlage S. 24
513
Ich hab ja viel gesehn, aber so was doch noch nie!
Vorlage S. 24
514
BENGTSSON.
Vorlage S. 24
515
Sehen Sie, wenn ein Haus alt wird, so schimmelt es, und wenn Leute lange zusammensitzen und einander quälen, so werden sie närrisch. Diese Frau des Hauses – still, Polly! – diese Mumie hat hier vierzig Jahre gesessen – derselbe Mann, dieselben Möbel, dieselben Verwandten, dieselben Freunde ... Schließt die Mumie wieder ein. Und was hier im Hause passiert ist, – das weiß ich nicht so genau ... Sehen Sie diese Statue an ... das ist die Gnädige als junge Frau!
Vorlage S. 24
516
JOHANSSON.
Vorlage S. 25
517
Ach, Herr Gott! – Ist das die Mumie?
Vorlage S. 25
518
BENGTSSON.
Vorlage S. 25
519
Ja! – Das ist zum Weinen! Aber diese Frau hat, durch die Macht der Einbildung oder durch etwas anderes, gewisse Eigenschaften des geschwätzigen Vogels angenommen – sie kann es nicht ertragen, Krüppel oder Kranke zu sehen ... sie kann ihre eigene Tochter nicht leiden, weil sie krank ist ...
Vorlage S. 25
520
JOHANSSON.
Vorlage S. 25
521
Ist das Fräulein krank?
Vorlage S. 25
522
BENGTSSON.
Vorlage S. 25
523
Wussten Sie das nicht?
Vorlage S. 25
524
JOHANSSON.
Vorlage S. 25
525
Nein! ... Und der Oberst, wer ist das?
Vorlage S. 25
526
BENGTSSON.
Vorlage S. 25
527
Das werden Sie ja sehen!
Vorlage S. 25
528
JOHANSSON
Vorlage S. 25
529
betrachtet die Statue.
Vorlage S. 25
530
Das ist schrecklich zu denken ... Wie alt ist die Frau jetzt?
Vorlage S. 25
531
BENGTSSON.
Vorlage S. 25
532
Das weiß niemand. Ja aber man erzählt, dass sie mit fünfunddreißig aussah, als sei sie neunzehn, und das bildete sie dem Obersten auch ein ... Hier im Hause ... Wissen Sie, wozu der schwarze japanische Schirm dient, der da hinter der Chaiselongue steht? – Der heißt der Totenschirm, und der wird aufgestellt, wenn jemand sterben soll, ganz wie im Krankenhaus ...
Vorlage S. 25
533
JOHANSSON.
Vorlage S. 25
534
Das ist ja ein gefährliches Haus ... Und hier hinein wünschte sich der Student wie in das Paradies ...
Vorlage S. 25
535
BENGTSSON.
Vorlage S. 25
536
Welcher Student? Ach so, der! der heute abend kommen soll ... Der Oberst und das Fräulein trafen ihn in der Oper und waren beide ganz von ihm eingenommen ... Hm! ... Aber nun ist die Reihe zu fragen an mir: Wer ist Ihr Herr? Der Direktor im Rollstuhl ...?
Vorlage S. 25
537
JOHANSSON.
Vorlage S. 25
538
Ja, ja! – Kommt der auch hierher?
Vorlage S. 25
539
BENGTSSON.
Vorlage S. 26
540
Geladen ist er nicht.
Vorlage S. 26
541
JOHANSSON.
Vorlage S. 26
542
Der kommt auch ungeladen! im Notfall! ...
Vorlage S. 26
543
DER GREIS
Vorlage S. 26
544
im Vorzimmer, Überrock, Zylinder, Krücken, schleicht sich heran und lauscht.
Vorlage S. 26
545
BENGTSSON.
Vorlage S. 26
546
Ein richtiger alter Dieb, wie?
Vorlage S. 26
547
JOHANSSON.
Vorlage S. 26
548
Durch und durch!
Vorlage S. 26
549
BENGTSSON.
Vorlage S. 26
550
Er sieht aus wie der leibhaftige Satan!
Vorlage S. 26
551
JOHANSSON.
Vorlage S. 26
552
Und ein Zauberer ist er auch wohl! – denn er geht durch geschlossene Türen ...
Vorlage S. 26
553
DER GREIS
Vorlage S. 26
554
tritt vor, zupft Johansson am Ohr.
Vorlage S. 26
555
Schurke! – Nimm dich in acht! – Zu Bengtsson. Melden Sie mich bei dem Herrn Obersten!
Vorlage S. 26
556
BENGTSSON.
Vorlage S. 26
557
Aber wir erwarten Gäste ...
Vorlage S. 26
558
DER GREIS.
Vorlage S. 26
559
Das weiß ich! Aber mein Besuch ist fast erwartet, wenn auch nicht ersehnt ...
Vorlage S. 26
560
BENGTSSON.
Vorlage S. 26
561
Ach so! Wie war doch der werte Name? Direktor Hummel?
Vorlage S. 26
562
DER GREIS.
Vorlage S. 26
563
Ganz recht, ja!
Vorlage S. 26
564
BENGTSSON
Vorlage S. 26
565
geht durch das Vorzimmer nach dem grünen Zimmer, dessen Tür er schließt.
Vorlage S. 26
566
DER GREIS
Vorlage S. 26
567
zu Johansson.
Vorlage S. 26
568
Verschwinde!
Vorlage S. 26
569
JOHANSSON
Vorlage S. 26
570
zögert.
Vorlage S. 26
571
DER GREIS.
Vorlage S. 26
572
Verschwinde!
Vorlage S. 26
573
JOHANSSON
Vorlage S. 26
574
verschwindet in das Vorzimmer.
Vorlage S. 26
575
DER GREIS
Vorlage S. 26
576
läßt den Blick durch das Zimmer schweifen; bleibt in tiefer Verwunderung vor der Statue stehen.
Vorlage S. 26
Porträt von August Johan Strindberg
Kontextbild zum Werk. Porträt von August Johan Strindberg — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · August Strindberg · Public domain Bildquelle ↗
577
Amalia! ... Das ist sie! ... Sie! – Er streift durch das Zimmer, befingert die Sachen, ordnet seine Perücke vor dem Spiegel, kehrt zu der Statue zurück.
Vorlage S. 26
578
DIE MUMIE
Vorlage S. 26
579
in der Garderobe.
Vorlage S. 26
580
Schönes Papchen!
Vorlage S. 26
581
DER GREIS
Vorlage S. 27
582
zuckt zusammen.
Vorlage S. 27
583
Was war das? Ist hier ein Papagei im Zimmer? Aber ich sehe keinen!
Vorlage S. 27
584
DIE MUMIE.
Vorlage S. 27
585
Ist Jakob da?
Vorlage S. 27
586
DER GREIS.
Vorlage S. 27
587
Es spukt!
Vorlage S. 27
588
DIE MUMIE.
Vorlage S. 27
589
Jakob!
Vorlage S. 27
590
DER GREIS.
Vorlage S. 27
591
Mir wird bange! ... Solche Geheimnisse bewahren sie hier im Hause! Betrachtet, den Rücken der Garderobe zugewendet, ein Gemälde. Das ist er! ... Er!
Vorlage S. 27
592
DIE MUMIE
Vorlage S. 27
593
erscheint hinter dem Greis und zupft an seiner Perücke.
Vorlage S. 27
594
Kurrr–e! Sind Sie Kurrre?
Vorlage S. 27
595
DER GREIS
Vorlage S. 27
596
schreckt empor.
Vorlage S. 27
597
Gott im hohen Himmel! – Wer ist denn das?
Vorlage S. 27
598
DIE MUMIE
Vorlage S. 27
599
mit menschlicher Stimme.
Vorlage S. 27
600
Ist das Jakob?
Vorlage S. 27
601
DER GREIS.
Vorlage S. 27
602
Ich heiße wirklich Jakob ...
Vorlage S. 27
603
DIE MUMIE
Vorlage S. 27
604
mit Rührung.
Vorlage S. 27
605
Und ich heiße Amalia!
Vorlage S. 27
606
DER GREIS.
Vorlage S. 27
607
Nein, nein, nein ... Ach, Herr Je ...
Vorlage S. 27
608
DIE MUMIE.
Vorlage S. 27
609
Wie ich aussehe! Ja! – Und habe so ausgesehn! Zeigt auf die Statue. Es ist erbaulich zu leben – ich lebe meistens in der Garderobe, um nicht zu sehen und um nicht gesehen zu werden ... Aber du, Jakob, was suchst du hier?
Vorlage S. 27
610
DER GREIS.
Vorlage S. 27
611
Mein Kind! Unser Kind!
Vorlage S. 27
612
DIE MUMIE.
Vorlage S. 27
613
Sie sitzt da.
Vorlage S. 27
614
DER GREIS.
Vorlage S. 27
615
Wo?
Vorlage S. 27
616
DIE MUMIE.
Vorlage S. 27
617
Dort im Hyazinthenzimmer!
Vorlage S. 27
618
DER GREIS
Vorlage S. 27
619
betrachtet das Fräulein.
Vorlage S. 27
620
Ja, das ist sie! – Pause. Was sagt ihr Vater? der Oberst, meine ich! Dein Mann?
Vorlage S. 27
621
DIE MUMIE.
Vorlage S. 27
622
Ich war einmal böse auf ihn, und da sprach ich über alles ...
Vorlage S. 27
623
DER GREIS.
Vorlage S. 27
624
Nun?
Vorlage S. 27
625
DIE MUMIE.
Vorlage S. 28
626
Er glaubte mir nicht, sondern antwortete: »So etwas pflegen alle Frauen zu sagen, wenn sie ihren Mann morden wollen.« – Es war auf alle Fälle ein schreckliches Verbrechen. Sein ganzes Leben ist ja gefälscht, seine Stammtafel ebenfalls; ich lese hin und wieder in dem Adelskalender, und da denke ich: Er läuft mit einem falschen Taufschein herum wie ein Mädchen, und das wird ja mit Zuchthaus bestraft.
Vorlage S. 28
627
DER GREIS.
Vorlage S. 28
628
Das tun viele; ich entsinne mich, dass du ein falsches Geburtsjahr hattest ...
Vorlage S. 28
629
DIE MUMIE.
Vorlage S. 28
630
Das hat mich meine Mutter gelehrt ... dafür war ich nicht verantwortlich! ... Aber du trugst doch die größte Schuld an unserm Verbrechen ...
Vorlage S. 28
631
DER GREIS.
Vorlage S. 28
632
Nein, dein Mann rief dies Verbrechen hervor, als er mir meine Braut nahm! – Ich war so beschaffen, dass ich nicht verzeihen konnte, ehe ich nicht gestraft hatte – ich fasste es als gebietende Pflicht auf ... und tue das auch jetzt noch!
Vorlage S. 28
633
DIE MUMIE.
Vorlage S. 28
634
Was suchst du hier im Hause? Was willst du? Wie bist du hereingekommen? – Ist es wegen meiner Tochter? Wenn du sie anrührst, musst du sterben!
Vorlage S. 28
635
DER GREIS.
Vorlage S. 28
636
Ich will ihr Wohl!
Vorlage S. 28
637
DIE MUMIE.
Vorlage S. 28
638
Aber du sollst ihren Vater schonen!
Vorlage S. 28
639
DER GREIS.
Vorlage S. 28
640
Nein!
Vorlage S. 28
641
DIE MUMIE.
Vorlage S. 28
642
Dann musst du sterben; in diesem Zimmer; hinter diesem Schirm ...
Vorlage S. 28
643
DER GREIS.
Vorlage S. 28
644
Mag sein ... aber ich kann den Biss nicht loslassen, wenn ich einmal zugebissen habe ...
Vorlage S. 28
645
DIE MUMIE.
Vorlage S. 28
646
Du willst sie mit dem Studenten verheiraten; warum denn nur? Er ist ja nichts und hat nichts.
Vorlage S. 28
647
DER GREIS.
Vorlage S. 28
648
Er wird reich durch mich!
Vorlage S. 28
649
DIE MUMIE.
Vorlage S. 29
650
Bist du heute abend hier eingeladen?
Vorlage S. 29
651
DER GREIS.
Vorlage S. 29
652
Nein, aber ich beabsichtige, mich zum Gespenstersouper laden zu lassen!
Vorlage S. 29
653
DIE MUMIE.
Vorlage S. 29
654
Weißt du, wer kommt?
Vorlage S. 29
655
DER GREIS.
Vorlage S. 29
656
Nicht so recht.
Vorlage S. 29
657
DIE MUMIE.
Vorlage S. 29
658
Der Baron ... der hier oben wohnt, und dessen Schwiegervater heute mittag begraben wurde ...
Vorlage S. 29
659
DER GREIS.
Vorlage S. 29
660
Er, der geschieden werden soll, um sich mit der Tochter der Pförtnersfrau zu verheiraten ... er, der einstmals dein – Geliebter war?
Vorlage S. 29
661
DIE MUMIE.
Vorlage S. 29
662
Und dann kommt deine ehemalige Braut, die mein Mann verführte ...
Vorlage S. 29
663
DER GREIS.
Vorlage S. 29
664
Eine hübsche Versammlung ...
Vorlage S. 29
665
DIE MUMIE.
Vorlage S. 29
666
Ach Gott, wenn wir sterben könnten! Wenn wir doch sterben könnten!
Vorlage S. 29
667
DER GREIS.
Vorlage S. 29
668
Warum verkehrt ihr denn miteinander?
Vorlage S. 29
669
DIE MUMIE.
Vorlage S. 29
670
Verbrechen und Geheimnisse und Schuld binden uns ja zusammen! – Wir haben so unendlich oft miteinander gebrochen und sind unsere eigenen Wege gegangen, aber dann werden wir wieder zueinander hingezogen ...
Vorlage S. 29
671
DER GREIS.
Vorlage S. 29
672
Jetzt, glaube ich, kommt der Oberst ...
Vorlage S. 29
673
DIE MUMIE.
Vorlage S. 29
674
Dann gehe ich zu Adele hinein ... Pause. Jakob, bedenke, was du tust. Schone ihn ... Pause. Sie geht.
Vorlage S. 29
675
DER OBERST
Vorlage S. 29
676
tritt ein, kühl, reserviert.
Vorlage S. 29
677
Nehmen Sie gefälligst Platz!
Vorlage S. 29
678
DER GREIS
Vorlage S. 29
679
setzt sich langsam.
Vorlage S. 29
680
– Pause.
Vorlage S. 29
681
DER OBERST
Vorlage S. 29
682
sieht ihn forschend an.
Vorlage S. 29
683
Sie sind der Herr, der diesen Brief geschrieben hat?
Vorlage S. 29
684
DER GREIS.
Vorlage S. 29
685
Ja! – Pause.
Vorlage S. 29
686
DER OBERST.
Vorlage S. 30
687
Da ich jetzt weiß, dass Sie alle meine ausstehenden Schuldscheine aufgekauft haben, so ergibt sich daraus, dass ich in Ihrer Hand bin. Was wollen Sie jetzt?
Vorlage S. 30
688
DER GREIS.
Vorlage S. 30
689
Ich verlange Zahlung auf die eine oder die andere Weise.
Vorlage S. 30
690
DER OBERST.
Vorlage S. 30
691
Auf welche Weise?
Vorlage S. 30
692
DER GREIS.
Vorlage S. 30
693
Auf eine sehr einfache – lassen Sie uns nicht von Geld reden – dulden Sie mich nur als Gast in Ihrem Hause!
Vorlage S. 30
694
DER OBERST.
Vorlage S. 30
695
Wenn Ihnen mit so wenig gedient sein kann ...
Vorlage S. 30
696
DER GREIS.
Vorlage S. 30
697
Ich danke Ihnen.
Vorlage S. 30
698
DER OBERST.
Vorlage S. 30
699
Und weiter?
Vorlage S. 30
700
DER GREIS.
Vorlage S. 30
701
Verabschieden Sie Bengtsson.
Vorlage S. 30
702
DER OBERST.
Vorlage S. 30
703
Weswegen sollte ich das tun? Meinen treuen Diener, der ein Mannesalter bei mir war – der die vaterländische Medaille für treue Dienste besitzt – warum sollte ich das tun?
Vorlage S. 30
704
DER GREIS.
Vorlage S. 30
705
All dies Schöne ist er nur in Ihrer Einbildung – er ist nicht der, der er zu sein scheint!
Vorlage S. 30
706
DER OBERST.
Vorlage S. 30
707
Wer ist das im Grunde?
Vorlage S. 30
708
DER GREIS
Vorlage S. 30
709
zuckt.
Vorlage S. 30
710
Wohl wahr! Aber Bengtsson muss fort!
Vorlage S. 30
711
DER OBERST.
Vorlage S. 30
712
Wollen Sie über mein Haus bestimmen?
Vorlage S. 30
713
DER GREIS.
Vorlage S. 30
714
Ja! da alles, was hier sichtbar ist, mir gehört – die Möbel, die Gardinen, das Service, der Leinenschrank ... und anderes!
Vorlage S. 30
715
DER OBERST.
Vorlage S. 30
716
Was für anderes?
Vorlage S. 30
717
DER GREIS.
Vorlage S. 30
718
Alles! Alles, was hier sichtbar ist, gehört mir, ist mein!
Vorlage S. 30
719
DER OBERST.
Vorlage S. 30
720
Gut, es gehört Ihnen! Aber mein adliges Wappen und mein guter Name bleiben mir!
Vorlage S. 30
721
DER GREIS.
Vorlage S. 31
722
Nein, nicht einmal das! Pause. Sie sind kein Edelmann!
Vorlage S. 31
723
DER OBERST.
Vorlage S. 31
724
Schämen Sie sich!
Vorlage S. 31
725
DER GREIS
Vorlage S. 31
726
holt ein Papier heraus.
Vorlage S. 31
727
Wenn Sie diesen Auszug aus dem Wappenbuch lesen, werden Sie sehen, dass das Geschlecht, dessen Namen Sie tragen, seit hundert Jahren ausgestorben ist.
Vorlage S. 31
728
DER OBERST
Vorlage S. 31
729
liest.
Vorlage S. 31
730
Ich habe allerdings dergleichen Gerüchte gehört, aber ich habe den Namen von meinem Vater geerbt ... Liest. Das stimmt; Sie haben recht ... ich bin kein Edelmann! – Nicht einmal das! – Da nehme ich meinen Siegelring ab. – Das ist wahr, er gehört Ihnen ... Bitte schön!
Vorlage S. 31
731
DER GREIS
Vorlage S. 31
732
steckt den Ring ein.
Vorlage S. 31
733
Jetzt gehen wir weiter! – Sie sind auch nicht Oberst!
Vorlage S. 31
734
DER OBERST.
Vorlage S. 31
735
Bin ich nicht Oberst?
Vorlage S. 31
736
DER GREIS.
Vorlage S. 31
737
Nein! Sie sind ehedem Oberst im amerikanischen freiwilligen Dienst gewesen, aber nach dem Krieg auf Kuba und der Neugestaltung der Armee sind alle früheren Titel eingezogen ...
Vorlage S. 31
738
DER OBERST.
Vorlage S. 31
739
Ist das wahr?
Vorlage S. 31
740
DER GREIS
Vorlage S. 31
741
greift in die Tasche.
Vorlage S. 31
742
Wollen Sie lesen?
Vorlage S. 31
743
DER OBERST.
Vorlage S. 31
744
Nein, es ist nicht nötig! ... Wer sind Sie, dass Sie das Recht haben, dazusitzen und mich auf diese Weise zu entkleiden?
Vorlage S. 31
745
DER GREIS.
Vorlage S. 31
746
Das werden Sie sehen! Aber was das Entkleiden betrifft ... wissen Sie, wer Sie sind?
Vorlage S. 31
747
DER OBERST.
Vorlage S. 31
748
Schämen Sie sich nicht?
Vorlage S. 31
749
DER GREIS.
Vorlage S. 31
750
Nehmen Sie Ihr Haar ab und sehen Sie in den Spiegel, aber nehmen Sie auch gleich die Zähne heraus und rasieren Sie den Schnurrbart ab, lassen Sie Bengtsson das eiserne Mieder aufschnüren, dann wollen wir sehen, ob nicht der Diener XYZ sich wieder erkennen kann, er, der Schmarotzer in einer gewissen Küche war ...
Vorlage S. 31
751
DER OBERST
Vorlage S. 32
752
greift nach der Glocke, die auf dem Tisch steht.
Vorlage S. 32
753
DER GREIS
Vorlage S. 32
754
kommt ihm zuvor.
Vorlage S. 32
755
Rühren Sie die Glocke nicht an, rufen Sie Bengtsson nicht, denn dann lasse ich ihn arretieren ... Jetzt kommen die Gäste – verhalten Sie sich jetzt ganz ruhig, dann spielen wir unsere alten Rollen weiter!
Vorlage S. 32
756
DER OBERST.
Vorlage S. 32
757
Wer sind Sie? Der Blick und der Tonfall sind mir bekannt ...
Vorlage S. 32
758
DER GREIS.
Vorlage S. 32
759
Forschen Sie nicht, schweigen Sie und gehorchen Sie nur!
Vorlage S. 32
760
DER STUDENT
Vorlage S. 32
761
tritt ein, verbeugt sich vor dem Obersten.
Vorlage S. 32
762
Herr Oberst!
Vorlage S. 32
763
DER OBERST.
Vorlage S. 32
764
Willkommen in meinem Hause, junger Mann! Ihr edles Benehmen bei dem großen Unglück hat Ihren Namen auf aller Lippen gebracht, und ich betrachte es als eine Ehre, Sie in meinem Heim zu empfangen ...
Vorlage S. 32
765
DER STUDENT.
Vorlage S. 32
766
Meine geringe Herkunft ... Ihr leuchtender Name, Ihre edle Geburt ...
Vorlage S. 32
767
DER OBERST.
Vorlage S. 32
768
Gestatten Sie, Herr Direktor Hummel, dass ich Ihnen Kandidat Arkenholz vorstelle ... Wollen der Herr Kandidat nicht näher treten und die Damen begrüßen, ich muss eine Unterredung mit dem Herrn Direktor beenden ...
Vorlage S. 32
769
DER STUDENT
Vorlage S. 32
770
wird in das Hyazinthenzimmer geführt, wo er sichtbar bleibt, in schüchterner Unterhaltung mit dem Fräulein.
Vorlage S. 32
771
DER OBERST.
Vorlage S. 32
772
Ein prächtiger junger Mann, musikalisch, singt, schreibt Poesie ... Wäre er Edelmann und ebenbürtig, so würde ich nichts dagegen haben ... ja ...
Vorlage S. 32
773
DER GREIS.
Vorlage S. 33
774
Wogegen?
Vorlage S. 33
775
DER OBERST.
Vorlage S. 33
776
Meine Tochter ...
Vorlage S. 33
777
DER GREIS.
Vorlage S. 33
778
Ihre Tochter! – Apropos, warum sitzt sie immer da drinnen?
Vorlage S. 33
779
DER OBERST.
Vorlage S. 33
780
Sie muss im Hyazinthenzimmer sitzen, wenn sie nicht draußen ist! Das ist eine Eigenheit bei ihr ... Da haben wir Fräulein Beate von Holsteinkrona ... eine scharmante Dame ... Stiftsfräulein mit einer Rente, die groß genug für ihren Stand und ihre Verhältnisse ist ...
Vorlage S. 33
781
DER GREIS
Vorlage S. 33
782
für sich.
Vorlage S. 33
783
Meine Braut!
Vorlage S. 33
784
DIE BRAUT
Vorlage S. 33
785
weißhaarig, sieht töricht aus.
Vorlage S. 33
786
DER OBERST.
Vorlage S. 33
787
Fräulein Holsteinkrona ... Direktor Hummel ...
Vorlage S. 33
788
DIE BRAUT
Vorlage S. 33
789
verneigt sich und setzt sich.
Vorlage S. 33
790
DER VORNEHME
Vorlage S. 33
791
kommt herein, geheimnisvoll, in Trauerkleidung, setzt sich.
Vorlage S. 33
792
DER OBERST.
Vorlage S. 33
793
Baron Skanskorg ...
Vorlage S. 33
794
DER GREIS
Vorlage S. 33
795
beiseite, ohne sich zu erheben.
Vorlage S. 33
796
Ich glaube, das ist der Juwelendieb ... Zu dem Obersten. Lassen Sie die Mumie herein, dann ist die Versammlung vollzählig ...
Vorlage S. 33
797
DER OBERST
Vorlage S. 33
798
in der Tür zum Hyazinthenzimmer.
Vorlage S. 33
799
Polly!
Vorlage S. 33
800
DIE MUMIE
Vorlage S. 33
801
kommt herein.
Vorlage S. 33
802
Kurrrrr–e!
Vorlage S. 33
803
DER OBERST.
Vorlage S. 33
804
Sollen die jungen Leute auch hereinkommen?
Vorlage S. 33
805
DER GREIS.
Vorlage S. 33
806
Nein! Die jungen Leute nicht! Die sollen verschont bleiben ... Alle sitzen jetzt stumm in einem Kreis.
Vorlage S. 33
807
DER OBERST.
Vorlage S. 33
808
Wollen wir den Tee nehmen?
Vorlage S. 33
809
DER GREIS.
Vorlage S. 33
810
Was für einen Zweck hat das? Keiner mag Tee, und deswegen wollen wir nicht hier sitzen und heucheln.
Vorlage S. 33
811
Pause.
Vorlage S. 33
812
DER OBERST.
Vorlage S. 34
813
Wollen wir dann konversieren?
Vorlage S. 34
814
DER GREIS
Vorlage S. 34
815
langsam und mit Pausen.
Vorlage S. 34
816
Über das Wetter sprechen, das wir kennen, fragen, wie es uns geht, was wir wissen; ich ziehe Schweigen vor, da hört man Gedanken und sieht das Verflossene; das Schweigen kann nichts verbergen ... was Worte können; ich las hierüber, dass die Verschiedenheit der Sprachen wirklich bei den wilden Völkern entstanden ist, mit der Absicht, die Geheimnisse des einen Stammes vor den andern zu verbergen; die Sprachen sind also Chiffern, und wer den Schlüssel findet, versteht die Sprachen der ganzen Welt; aber das hindert nicht, dass Geheimnisse ohne Schlüssel offenbart werden, und namentlich in dem Fall, wo die Vaterschaft bewiesen werden soll, aber der Beweis vor dem Richterstuhl, das ist etwas anderes; zwei falsche Zeugen dienen als vollgültiger Beweis, wenn sie einig sind, aber auf solche Expeditionen, wie ich sie beabsichtige, nimmt man keine Zeugen mit, die Natur selbst hat in den Menschen ein Schamgefühl niedergelegt, das zu verbergen sucht, was verborgen werden soll; doch gleiten wir in Situationen hinein, ohne es zu wollen, und es bietet sich oft eine Gelegenheit, wo das Geheimste offenbart werden soll, wo die Maske dem Verbrecher abgerissen wird, wo der Spitzbube entlarvt wird ...
Vorlage S. 34
817
Alle betrachten einander schweigend.
Vorlage S. 34
818
Wie still es geworden ist!
Vorlage S. 34
819
Langes Schweigen.
Vorlage S. 34
820
Hier zum Beispiel in diesem achtungswerten Hause, in diesem hübschen Heim, wo sich Schönheit, Bildung und Wohlstand vereinen ...
Vorlage S. 34
821
Langes Schweigen.
Vorlage S. 34
822
Alle, die wir hier sitzen, wir wissen, wer wir sind ... nicht wahr? ... ich brauche es nicht zu sagen ... und Sie kennen mich, obwohl Sie Unwissenheit heucheln ...! Da drinnen wiederum sitzt meine Tochter, meine, das wissen Sie ebenfalls ... Sie hatte die Lust zu leben verloren, ohne zu wissen warum ... aber sie welkte in dieser Luft, die Verbrechen, Betrug und alle Arten von Falschheit atmet ... deswegen suchte ich nach einem Freund für sie, in dessen Nähe sie das Licht und die Wärme von einer edlen Handlung spüren konnte ...
Vorlage S. 35
823
Langes Schweigen.
Vorlage S. 35
824
Dieses war meine Mission in diesem Hause: das Unkraut auszujäten, das Verbrechen zu enthüllen, den Bücherabschluß zu machen, so dass das junge Paar neu in diesem Heim beginnen kann, das ich ihnen geschenkt habe!
Vorlage S. 35
825
Langes Schweigen.
Vorlage S. 35
826
Jetzt bewillige ich freien Abzug für jeden einzelnen in Reihe und Ordnung; wer zurückbleibt, den lasse ich verhaften!
Vorlage S. 35
827
Langes Schweigen.
Vorlage S. 35
828
Hört, wie die Uhr tickt, wie die Totenuhr in der Wand! Hört ihr, was sie sagt? »Die – Zeit! Die – Zeit!« Wenn sie nach einer kleinen Weile schlägt, da ist eure Zeit um, da müsst ihr gehen, aber nicht früher. Sie sagt aber an, ehe sie schlägt! – Hört! jetzt warnt sie: »Die Uhr kann schlagen« – – Auch ich kann schlagen ... Er schlägt mit der Krücke auf den Tisch. Hört ihr?
Vorlage S. 35
829
Schweigen.
Vorlage S. 35
830
DIE MUMIE
Vorlage S. 35
831
tritt an die Uhr heran und hält sie an; darauf klar, aber ernsthaft.
Vorlage S. 35
832
Ich aber kann die Zeit in ihrem Lauf aufhalten – ich kann das Verflossene zu nichts, das Geschehene ungeschehen machen; doch nicht durch Bestechungen, nicht durch Drohungen – sondern durch Leiden und Reue – – – Tritt an den Greis heran. Wir sind arme Menschen, das wissen wir; wir haben gesündigt, wir haben gefehlt, wir wie alle; wir sind nicht die, die wir scheinen, denn wir sind im Grunde besser als wir selbst, wenn wir unsere Versehen missbilligen; aber dass du, Jakob Hummel, mit falschem Namen dich als Richter aufwerfen willst, das beweist, dass du schlechter bist als wir Ärmsten! Auch du bist nicht der, der du zu sein scheinst! – Du bist ein Menschendieb, denn du hast mich einstmals mit falschen Vorspiegelungen gestohlen; du hast den Konsul, der hier gestern begraben wurde, gemordet; du hast ihn mit Schuldscheinen erwürgt; du hast den Studenten gestohlen, indem du ihn bandest mittels fingierter Schulden seines Vaters, der dir nie einen Heller schuldig war ...
Vorlage S. 35
833
DER GREIS
Vorlage S. 36
834
hat versucht, sich zu erheben und das Wort zu ergreifen, ist aber in den Stuhl zurückgefallen und schrumpft zusammen, schrumpft unter dem Folgenden mehr und mehr zusammen.
Vorlage S. 36
835
DIE MUMIE.
Vorlage S. 36
836
Aber da ist ein dunkler Punkt in deinem Leben, den ich nicht genau kenne, jedoch ahne ... ich glaube, dass Bengtsson Bescheid darüber weiß! Klingelt mit der Glocke.
Vorlage S. 36
837
DER GREIS.
Vorlage S. 36
838
Nein, nicht Bengtsson! Nicht Bengtsson!
Vorlage S. 36
839
DIE MUMIE.
Vorlage S. 36
840
Also, der weiß es! Klingelt abermals.
Vorlage S. 36
841
Jetzt erscheint das kleine Milchmädchen in der Tür zum Vorzimmer, ungesehen von allen, ausgenommen vom Greis, den ein Grauen packt. Das Mädchen verschwindet, als Bengtsson eintritt.
Vorlage S. 36
842
DIE MUMIE.
Vorlage S. 36
843
Kennst du diesen Herrn, Bengtsson?
Vorlage S. 36
844
BENGTSSON.
Vorlage S. 36
845
Ja, ich kenne ihn, und er kennt mich. Das Leben wechselt, das wissen wir ja, und ich habe bei ihm gedient, ein andermal hat er bei mir gedient. Er war zwei ganze Jahre lang Schmarotzer in meiner Küche –: da er um drei Uhr fort musste, so wurde das Mittagessen für zwei Uhr fertig gemacht, und das Haus musste aufgewärmte Speisen essen wegen des Ochsen da – aber er trank auch von der Fleischbrühe, die dann mit Wasser verlängert werden musste – er saß da draußen wie ein Vampir und sog alle Kraft aus dem Hause, so dass wir wie Skelette wurden – und er hatte uns fast ins Gefängnis gebracht, weil wir die Köchin eine Diebin nannten.
Vorlage S. 36
846
Später traf ich diesen Mann in Hamburg unter einem andern Namen. Da war er Wucherer und Blutsauger; aber da war er sogar unter Anklage, ein Mädchen aufs Eis gelockt und sie ertränkt zu haben, weil sie durch ihr Zeugnis ein Verbrechen bekräftigte, dessen Entdeckung er befürchtete.
Vorlage S. 37
847
DIE MUMIE
Vorlage S. 37
848
fährt mit der Hand über das Gesicht des Greises.
Vorlage S. 37
849
Das bist du! Hol jetzt die Schuldscheine und das Testament heraus!
Vorlage S. 37
850
JOHANSSON
Vorlage S. 37
851
erscheint in der Vorstubentür und betrachtet den Auftritt mit großem Interesse, denn nun wird er von dem Sklavendienst befreit.
Vorlage S. 37
852
DER GREIS
Vorlage S. 37
853
zieht ein Bündel Papiere aus der Tasche und wirft sie auf den Tisch.
Vorlage S. 37
854
DIE MUMIE
Vorlage S. 37
855
streichelt den Rücken des Greises.
Vorlage S. 37
856
Papchen! Ist Jakob da?
Vorlage S. 37
857
DER GREIS
Vorlage S. 37
858
wie ein Papagei.
Vorlage S. 37
859
Jakob ist da! – Kakadora! Dora!
Vorlage S. 37
860
DIE MUMIE.
Vorlage S. 37
861
Kann die Uhr schlagen?
Vorlage S. 37
862
DER GREIS
Vorlage S. 37
863
gluckst.
Vorlage S. 37
864
Die Uhr kann schlagen! Ahmt die Kuckucksuhr nach. Kuk–kuck, Kuk–kuck, Kuk–kuck!
Vorlage S. 37
865
DIE MUMIE
Vorlage S. 37
866
öffnet die Garderobentür.
Vorlage S. 37
867
Jetzt hat die Uhr geschlagen! – Steh auf, geh in die Garderobe hinein, wo ich zwanzig Jahre gesessen und unser Vergehen beweint habe. – Da drinnen hängt eine Schnur, die kann die vorstellen, mit der du den Konsul da oben erdrosseltest, und mit der du deine Wohltäter erdrosseln wolltest ... Geh!
Vorlage S. 37
868
DER GREIS
Vorlage S. 38
869
geht in die Garderobe.
Vorlage S. 38
870
DIE MUMIE
Vorlage S. 38
871
verschließt die Tür.
Vorlage S. 38
872
Bengtsson! Setz den Schirm vor die Tür. Den Todesschirm!
Vorlage S. 38
873
BENGTSSON
Vorlage S. 38
874
setzt den Schirm vor die Tür.
Vorlage S. 38
875
DIE MUMIE.
Vorlage S. 38
876
Es ist vollbracht! – Gott sei seiner Seele gnädig!
Vorlage S. 38
877
ALLE.
Vorlage S. 38
878
Amen!
Vorlage S. 38
879
Langes Schweigen.
Vorlage S. 38
880
Im Hyazinthenzimmer sieht man das Fräulein vor einer Harfe, mit der sie den Vortrag des Studenten
Vorlage S. 38
881
begleitet.
Vorlage S. 38
882
Gesang mit voraufgehendem Präludium.
Vorlage S. 38
883
Sah die Sonne, und es war mir,
Vorlage S. 38
884
Als erschaut' ich den Verborgnen;
Vorlage S. 38
885
Seine Werke Menschen freuen,
Vorlage S. 38
886
Glücklich, wer da Gutes übet.
Vorlage S. 38
887
Für die Zornestat, die du vollbrachtest,
Vorlage S. 38
888
Büße nicht mit Bosheit;
Vorlage S. 38
889
Tröste, den du einst betrübet,
Vorlage S. 38
890
Gütig; und du hast gesühnet.
Vorlage S. 38
891
Niemand fürchtet, der nicht Böses wollte;
Vorlage S. 38
892
Schadlos sei, und du bist gut.
Vorlage S. 38
893
Ein Zimmer in etwas bizarrem Stil, orientalischen Motiven. Überall Hyazinthen in allen Farben. Auf dem Ofen sitzt ein großes Buddhabild mit einer Blumenzwiebel zwischen den Knien, aus der der Stengel einer Askalonzwiebel emporgeschossen ist, den kugelförmigen Blütenstand mit den weißen Sternblumen tragend.
Vorlage S. 38
894
Im Hintergrunde rechts eine Tür nach dem runden Salon: dort sieht man den Obersten und die Mumie beschäftigungslos und stumm sitzen, nur ein Stück des Totenschirms ist sichtbar; links eine Tür nach der Anrichte und der Küche.
Vorlage S. 38
895
Der Student und Fräulein (Adele) am Tisch; sie vor
Vorlage S. 39
896
der Harfe, er stehend.
Vorlage S. 39
897
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 39
898
Singen Sie jetzt meinen Blumen etwa vor!
Vorlage S. 39
899
DER STUDENT.
Vorlage S. 39
900
Sind dies die Blumen Ihrer Seele?
Vorlage S. 39
901
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 39
902
Es ist mein einziges! Lieben Sie Hyazinthen?
Vorlage S. 39
903
DER STUDENT.
Vorlage S. 39
904
Ich liebe sie über alle andern Blumen, ihre jungfräuliche Gestalt, die sich schlank und gerade aus der Zwiebel erhebt; die wiederum ruht auf dem Wasser und senkt ihre weißen, reinen Wurzeln in die farblose Flüssigkeit; ich liebe ihre Farben, die schneeweiße unschuldige, reine, die honiggelbe liebliche, die rosa junge, die rote reife, vor allem aber die blaue, die tagblaue, die tiefäugige, die treue ... ich liebe sie alle, mehr als Gold und Perlen, habe sie geliebt, als ich noch ein Kind war, habe sie bewundert, weil sie alle die schönen Eigenschaften besitzen, die mir fehlen ... doch! ...
Vorlage S. 39
905
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 39
906
Was?
Vorlage S. 39
907
DER STUDENT.
Vorlage S. 39
908
Meine Liebe ist unerwidert, denn die schönen Blumen hassen mich.
Vorlage S. 39
909
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 39
910
Wieso?
Vorlage S. 39
911
DER STUDENT.
Vorlage S. 39
912
Ihr Duft, stark und rein von den ersten Winden des Frühlings, der über geschmolzenen Schnee dahingezogen ist, verwirrt meine Sinne, betäubt mich, blendet mich, drängt mich aus dem Zimmer hinaus, beschießt mich mit giftigen Pfeilen, die mir das Herz weh und den Kopf heiß machen! Kennen Sie nicht das Märchen von den Blumen?
Vorlage S. 39
913
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 40
914
Erzählen Sie es!
Vorlage S. 40
915
DER STUDENT.
Vorlage S. 40
916
Erst aber seine Deutung. Die Zwiebel, die auf dem Wasser ruht oder in dem Humus, ist die Erde. Jetzt schießt der Stengel empor, gerade wie die Erdachse, an seinem oberen Ende sitzen die sechsstrahligen Sternblüten.
Vorlage S. 40
917
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 40
918
Über der Erde die Sterne! Ach, das ist groß, woher haben Sie das, wo sahen Sie das?
Vorlage S. 40
919
DER STUDENT.
Vorlage S. 40
920
Lassen Sie mich nachdenken! – In Ihren Augen! – Es ist also ein Bild des Kosmos ... Deswegen sitzt Buddha mit der Zwiebel Erde da, mit grübelnden Blicken, weil er sie sehen will, wie sie heraus- und emporwächst und sich zu einem Himmel umformt. – Die arme Erde soll zum Himmel werden! Darauf wartet Buddha!
Vorlage S. 40
921
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 40
922
Aber – sind nicht die Schneeblüten auch sechsstrahlig, so wie die Lilien – Hyazinthen?
Vorlage S. 40
923
DER STUDENT.
Vorlage S. 40
924
Ganz recht! – da sind die Schneeblumen fallende Sterne ...
Vorlage S. 40
925
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 40
926
Und das Schneeglöckchen ist ein Schneestern ... aus dem Schnee gewachsen.
Vorlage S. 40
927
DER STUDENT.
Vorlage S. 40
928
Aber der Sirius, der größte und schönste von den Sternen des Firmaments in Gelb und Rot, das ist die Narzisse mit ihrem gelben und roten Kelch und den sechs weißen Strahlen ...
Vorlage S. 40
929
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 40
930
Haben Sie die Askalonzwiebel blühen sehen?
Vorlage S. 40
931
DER STUDENT.
Vorlage S. 40
932
Freilich sah ich sie blühen! – Sie trägt ihre Blüten in einem Ball, in einer Kugel, die der Himmelskugel gleicht, mit weißen Sternen übersäet ...
Vorlage S. 40
933
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 40
934
Ja, Gott, wie groß! Wessen Gedanke war das?
Vorlage S. 40
935
DER STUDENT.
Vorlage S. 40
936
Der deine!
Vorlage S. 40
937
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 41
938
Der deine!
Vorlage S. 41
939
DER STUDENT.
Vorlage S. 41
940
Der unsere! – Wir haben etwas Gemeinsames erzeugt, wir sind getraut ...
Vorlage S. 41
941
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 41
942
Noch nicht!
Vorlage S. 41
943
DER STUDENT.
Vorlage S. 41
944
Was fehlt denn noch?
Vorlage S. 41
945
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 41
946
Warte: die Prüfungen, Geduld!
Vorlage S. 41
947
DER STUDENT.
Vorlage S. 41
948
Wohlan! Prüfen Sie mich! Pause. Sagen Sie doch, warum sitzen die Eltern da drinnen so stumm, ohne nur ein einziges Wort zu sagen?
Vorlage S. 41
949
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 41
950
Weil sie einander nichts zu sagen haben, weil der eine nicht glaubt, was der andere sagt. Mein Vater hat das so ausgedrückt: Was für einen Zweck hat es, zu reden, wir können einander ja doch nicht täuschen!
Vorlage S. 41
951
DER STUDENT.
Vorlage S. 41
952
Das ist schrecklich zu hören ...
Vorlage S. 41
953
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 41
954
Da kommt die Köchin ... Sehen Sie sich die an, wie groß und fett sie ist ...
Vorlage S. 41
955
DER STUDENT.
Vorlage S. 41
956
Was will sie?
Vorlage S. 41
957
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 41
958
Sie will mich nach dem Mittagessen fragen, ich führe nämlich den Haushalt während der Krankheit meiner Mutter ...
Vorlage S. 41
959
DER STUDENT.
Vorlage S. 41
960
Sollen wir uns um die Küche bekümmern?
Vorlage S. 41
961
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 41
962
Wir müssen ja etwas zu essen haben ... Sehen Sie sich die Köchin an, ich kann sie nicht sehen ...
Vorlage S. 41
963
DER STUDENT.
Vorlage S. 41
964
Wer ist dies Riesenweib?
Vorlage S. 41
965
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 41
966
Sie gehört zu der Vampirfamilie Hummel; sie frisst uns auf ...
Vorlage S. 41
967
DER STUDENT.
Vorlage S. 41
968
Warum wird sie denn nicht verabschiedet?
Vorlage S. 41
969
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 41
970
Sie geht nicht. Wir haben keine Macht über sie, wir haben sie um unserer Sünden willen bekommen ... Sehen Sie nicht, dass wir hinschwinden, verzehrt werden ...
Vorlage S. 41
971
DER STUDENT.
Vorlage S. 42
972
Bekommen Sie denn nichts zu essen?
Vorlage S. 42
973
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 42
974
Freilich, wir bekommen viele Gerichte, aber alle Kraft ist weg ... Sie kocht das Fleisch aus, gibt uns die Fasern und das Wasser, während sie selbst die Kraftbrühe trinkt; und wenn es Braten gibt, so kocht sie erst die Kraft heraus, isst die Sauce, trinkt die Brühe; alles, was sie anrührt, verliert seinen Saft, es ist, als söge sie sie mit den Augen aus; wir bekommen den Bodensatz, wenn sie den Kaffee getrunken hat, sie trinkt aus den Weinflaschen und füllt sie mit Wasser ...
Vorlage S. 42
975
DER STUDENT.
Vorlage S. 42
976
Jagen Sie sie weg!
Vorlage S. 42
977
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 42
978
Das können wir nicht!
Vorlage S. 42
979
DER STUDENT.
Vorlage S. 42
980
Warum nicht?
Vorlage S. 42
981
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 42
982
Wir wissen es nicht! Sie geht nicht! Niemand vermag etwas über sie – sie hat uns ja die Kraft ausgesogen!
Vorlage S. 42
983
DER STUDENT.
Vorlage S. 42
984
Soll ich sie wegjagen?
Vorlage S. 42
985
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 42
986
Nein! Es soll wohl so sein, wie es ist! – Jetzt ist sie hier! Dann fragt sie, was es zu Mittag geben soll, ich antworte das und das; sie erhebt Einwand, und dann wird es so, wie sie will.
Vorlage S. 42
987
DER STUDENT.
Vorlage S. 42
988
Dann lassen Sie sie doch selbst bestimmen!
Vorlage S. 42
989
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 42
990
Das will sie nicht.
Vorlage S. 42
991
DER STUDENT.
Vorlage S. 42
992
Das ist doch ein sonderbares Haus. Es ist verhext!
Vorlage S. 42
993
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 42
994
Freilich! Aber jetzt kehrt sie um, weil sie Sie gesehen hat!
Vorlage S. 42
995
DIE KÖCHIN
Vorlage S. 42
996
in der Tür.
Vorlage S. 42
997
Nein, nicht deswegen! Grinst so, dass die Zähne zu sehen sind.
Vorlage S. 42
998
DER STUDENT.
Vorlage S. 42
999
Raus, Weib!
Vorlage S. 42
1000
DIE KÖCHIN.
Vorlage S. 43
1001
Wenn es mir beliebt! Pause. Jetzt beliebt es mir! Verschwindet.
Vorlage S. 43
1002
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 43
1003
Ereifern Sie sich nicht! – Üben Sie sich in Geduld; sie gehört zu den Prüfungen, die wir hier im Hause durchmachen! Aber wir haben auch ein Hausmädchen, hinter der wir aufräumen müssen!
Vorlage S. 43
1004
DER STUDENT.
Vorlage S. 43
1005
Jetzt versinke ich! Cor in aethere! Gesang!
Vorlage S. 43
1006
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 43
1007
Warten Sie!
Vorlage S. 43
1008
DER STUDENT.
Vorlage S. 43
1009
Gesang!
Vorlage S. 43
1010
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 43
1011
Geduld! – Dies Zimmer wird das Prüfungszimmer genannt – es ist schön zu sehen, besteht aber aus eitel Gebrechlichkeiten ...
Vorlage S. 43
1012
DER STUDENT.
Vorlage S. 43
1013
Unglaublich; aber das muss man übersehen! Schön ist es, aber ein wenig kalt. Warum heizen Sie nicht?
Vorlage S. 43
1014
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 43
1015
Weil der Ofen raucht.
Vorlage S. 43
1016
DER STUDENT.
Vorlage S. 43
1017
Kann man den Schornstein nicht kehren?
Vorlage S. 43
1018
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 43
1019
Das hilft nicht! ... Sehen Sie den Schreibtisch dort?
Vorlage S. 43
1020
DER STUDENT.
Vorlage S. 43
1021
Außerordentlich schön!
Vorlage S. 43
1022
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 43
1023
Aber er hinkt; ich lege jeden Tag eine Korkscheibe unter den Fuß, aber das Hausmädchen nimmt sie wieder weg, wenn sie kehrt, und ich muss eine neue schneiden. Der Federhalter ist jeden Morgen voller Tinte und das Schreibzeug ebenfalls; das muss ich jeden Tag, den Gott werden lässt, hinter ihr abwaschen. Pause. Was ist das Schlimmste, das Sie kennen?
Vorlage S. 43
1024
DER STUDENT.
Vorlage S. 43
1025
Wäsche nachzählen! Hu!
Vorlage S. 43
1026
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 43
1027
Das ist mein Amt! Hu!
Vorlage S. 43
1028
DER STUDENT.
Vorlage S. 43
1029
Und was sonst?
Vorlage S. 43
1030
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 44
1031
In seinem nächtlichen Schlaf gestört werden, wenn man aufstehen und das Fenster festhaken muss ... weil das Hausmädchen es vergessen hat.
Vorlage S. 44
1032
DER STUDENT.
Vorlage S. 44
1033
Und was sonst noch?
Vorlage S. 44
1034
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 44
1035
Auf eine Leiter steigen und die Ofenklappenschnur befestigen, weil das Hausmädchen sie abgerissen hat.
Vorlage S. 44
1036
DER STUDENT.
Vorlage S. 44
1037
Und was sonst noch?
Vorlage S. 44
1038
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 44
1039
Hinter ihr her kehren, hinter ihr her abstäuben, und hinter ihr her den Ofen anheizen, denn sie legt nur das Holz hinein! Acht auf die Ofenklappe geben, die Gläser trocknen, den Tisch umdecken, die Weinflaschen aufziehen, die Fenster öffnen und lüften, mein Bett noch einmal machen, die Wasserflasche spülen, wenn sie von Algen grün wird, Streichhölzer und Seife kaufen, was beides nie da ist, die Lampengläser putzen und die Dochte beschneiden, damit die Lampen nicht flammen; und damit die Lampen nicht ausgehen, wenn Besuch da ist, muss ich sie selbst füllen ...
Vorlage S. 44
1040
DER STUDENT.
Vorlage S. 44
1041
Gesang!
Vorlage S. 44
1042
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 44
1043
Warten Sie! – Erst die Beschwerden, die Beschwerden, sich das Unreine im Leben fernzuhalten.
Vorlage S. 44
1044
DER STUDENT.
Vorlage S. 44
1045
Aber Sie sind doch vermögend, Sie haben zwei Dienstboten!
Vorlage S. 44
1046
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 44
1047
Das hilft nicht! Und wenn man dreie hätte! Es ist beschwerlich zu leben, und ich bin oft müde ... Denken Sie sich dann noch ein Kinderzimmer dahinzu!
Vorlage S. 44
1048
DER STUDENT.
Vorlage S. 44
1049
Die größte aller Freuden ...
Vorlage S. 44
1050
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 44
1051
Die kostbarste ... Ist das Leben so viel Mühe wert?
Vorlage S. 44
1052
DER STUDENT.
Vorlage S. 45
1053
Das hängt wohl von dem Lohn ab, den man von der Mühe erwartet ... ich würde nichts scheuen, wenn ich Ihre Hand gewinnen könnte!
Vorlage S. 45
1054
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 45
1055
Reden Sie nicht so! – Sie können mich nie bekommen!
Vorlage S. 45
1056
DER STUDENT.
Vorlage S. 45
1057
Warum nicht?
Vorlage S. 45
1058
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 45
1059
Danach dürfen Sie nicht fragen.
Vorlage S. 45
1060
Pause.
Vorlage S. 45
1061
DER STUDENT.
Vorlage S. 45
1062
Sie ließen das Armband aus dem Fenster fallen ...
Vorlage S. 45
1063
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 45
1064
Weil meine Hand so schmal geworden ist ...
Vorlage S. 45
1065
Pause.
Vorlage S. 45
1066
Die Köchin erscheint mit einer japanischen Flasche in der Hand.
Vorlage S. 45
1067
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 45
1068
Da ist die, die mich auffrißt und uns alle.
Vorlage S. 45
1069
DER STUDENT.
Vorlage S. 45
1070
Was hat sie in der Hand?
Vorlage S. 45
1071
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 45
1072
Die Coleurflasche mit den Skorpionbuchstaben! Es ist die Soja, die das Wasser in Kraftbrühe verwandelt, die Sauce ersetzt, von der man Kohl kocht, aus der man Schildkrötensuppe macht.
Vorlage S. 45
1073
DER STUDENT.
Vorlage S. 45
1074
Raus!
Vorlage S. 45
1075
DIE KÖCHIN.
Vorlage S. 45
1076
Sie saugen uns die Kraft aus, und wir Ihnen; wir nehmen das Blut, und Sie bekommen das Wasse dafür wieder – mit Coleur! Dies ist Coleur! Jetzt gehe ich, aber ich bleibe doch so lange, wie ich will! Ab.
Vorlage S. 45
1077
DER STUDENT.
Vorlage S. 45
1078
Warum hat Bengtsson eine Medaille?
Vorlage S. 45
1079
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 45
1080
Um seiner großen Verdienste willen.
Vorlage S. 45
1081
DER STUDENT.
Vorlage S. 45
1082
Hat er keine Fehler?
Vorlage S. 45
1083
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 45
1084
Ja, sehr große, aber für die bekommt man keine Medaille. Sie lachen.
Vorlage S. 45
1085
DER STUDENT.
Vorlage S. 46
1086
Sie haben so viele Geheimnisse hier im Hause ...
Vorlage S. 46
1087
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 46
1088
So wie alle andern ... lassen Sie uns die unsern behalten!
Vorlage S. 46
1089
Pause.
Vorlage S. 46
1090
DER STUDENT.
Vorlage S. 46
1091
Lieben Sie Aufrichtigkeit?
Vorlage S. 46
1092
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 46
1093
Ja, mit Maßen!
Vorlage S. 46
1094
DER STUDENT.
Vorlage S. 46
1095
Mich überkommt zuweilen ein rasendes verlangen, alles zu sagen, was ich denke; aber ich weiß, dass die Welt zusammenstürzen würde, wenn man wirklich aufrichtig wäre. Pause. Ich war auf einer Beerdigung in diesen Morgen ... in der Kirche – das war sehr feierlich und schön!
Vorlage S. 46
1096
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 46
1097
Auf Direktor Hummels Beerdigung?
Vorlage S. 46
1098
DER STUDENT.
Vorlage S. 46
1099
Meines falschen Wohltäters, ja! – Zu Haupten des Sarges stand ein älterer Freund des Verstorbenen, und er führte den Leichenzug an; der Geistliche imponierte er besonders durch sein würdiges Auftreten und seine rührenden Worte. – Ich weinte, wir weinten alle. – Hinterher gingen wir in ein Wirtshaus ... Dort erfuhr ich, dass die Leichenzugführer den Sohn des Verstorbenen geliebt hätte ...
Vorlage S. 46
1100
DAS FRÄULEIN
Vorlage S. 46
1101
sieht ihn scharf an, um den Sinn seiner Worte ergründen.
Vorlage S. 46
1102
DER STUDENT.
Vorlage S. 46
1103
Und dass der Verstorbene Geld von dem wunderer seines Sohnes geliehen hatte ... Pause. Am Tage darauf wurde der Geistliche verhaftet, weil er die Kirchenkasse bestohlen hatte! – Das ist doch hübsch!
Vorlage S. 46
1104
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 46
1105
Hu!
Vorlage S. 46
1106
Pause.
Vorlage S. 46
1107
DER STUDENT.
Vorlage S. 47
1108
Wissen Sie, was ich jetzt von Ihnen denke?
Vorlage S. 47
1109
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 47
1110
Sagen Sie das nicht, denn dann sterbe@ ich.
Vorlage S. 47
1111
DER STUDENT.
Vorlage S. 47
1112
Ich muss, denn sonst sterbe ich! ...
Vorlage S. 47
1113
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 47
1114
Im Krankenhaus sagt man alles, was man denkt ...
Vorlage S. 47
1115
DER STUDENT.
Vorlage S. 47
1116
Ja, alles! – Mein Vater endete in einem Irrenhaus.
Vorlage S. 47
1117
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 47
1118
War er krank?
Vorlage S. 47
1119
DER STUDENT.
Vorlage S. 47
1120
Nein, er war gesund, aber er war verrückt. Nun ja, es brach einmal unter folgenden Umständen aus. Er war so, wie wir alle, von einem Umgangskreis umgeben, er nannte die Leute der Kürze halber Freunde; es war ein Haufe von Schurken, wissen Sie, so wie die Menschen meist sind. Aber er musste Verkehr haben, da er nicht allein sitzen konnte. Nun ja, man sagt den Menschen im täglichen Leben nicht, was man von ihnen denkt, und das tat er auch nie. Er wusste sehr wohl, wie falsch sie waren, er kannte ihre Treulosigkeit bis auf den Grund ... aber er war ein weiser Mann und wohlerzogen, deswegen war er immer höflich. Aber eines Tages gab er eine große Gesellschaft – es war eine Abendgesellschaft; er war müde von der Arbeit des Tages und von der Anstrengung, teils schweigen, teils Blech mit den Gästen reden zu müssen ...
Vorlage S. 47
1121
DAS FRÄULEIN
Vorlage S. 47
1122
schaudert.
Vorlage S. 47
1123
DER STUDENT.
Vorlage S. 47
1124
Ja, und dann bei Tische bricht er Schweigen, ergreift sein Glas und hält eine Rede ... Da lief die Sperrhaken nach, und in einer längeren Auseinandersetzung entkleidete er die ganze Gesellschaft, einen nach dem anderen, hielt ihnen alle ihre Falschheit vor. Und müde setzte er sich mitten auf den Tisch und bat sie, sich zur Hölle zu scheren.
Vorlage S. 47
1125
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 48
1126
Hu!
Vorlage S. 48
1127
DER STUDENT.
Vorlage S. 48
1128
Ich war mit dabei, und ich vergesse nie, was dann geschah! ... Vater und Mutter schlugen sich, die Gäste stürzten zur Tür hinaus ... und Vater wurde in das Irrenhaus gebracht, wo er starb! Pause. Durch zu langes Schweigen bildet sich stillstehendes Wasser, das fault, und so ist es hier im Hause ebenfalls. Hier ist etwas faul! Und ich glaubte, es sei das Paradies, als ich Sie hier zum erstenmal hineingehen sah ... Da stand ich am Sonntagmorgen und sah hier hinein; ich sah einen Obersten, der kein Oberst war, ich hatte einen edlen Wohltäter, der ein Bandit war und sich erhängen musste, ich sah eine Mumie, die keine war, und eine Jungfrau, apropos, wo findet man Virginität? Wo findet man Schönheit? In der Natur und in meinem Gemüt, wenn es sein Sonntagsgewand trägt! Wo findet man Treu und Glauben? In den Märchen und in den Kindervorstellungen! Wo findet man das, was hält, was es anspricht? In meiner Phantasie! – Nun haben Ihre Blumen mich vergiftet, und ich habe Ihnen das Gift zurückgegeben – ich bat, Sie zur Gattin in einem Heim machen zu dürfen; wir dichteten, sangen und spielten, und da trat die Köchin ein ... Sursum corda! Versuchen Sie noch einmal, Feuer und Purpur aus der goldenen Harfe zu schlagen ... versuchen Sie es, ich bitte, ich befehle auf meinen Knien ... Gut, dann tue ich es selbst. Nimmt die Harfe, aber die Saiten gehorchen nicht. Sie ist stumm und taub! Denken Sie nur, die schönsten Blumen sind so giftig, sind die giftigsten, der Fluch ruht ja auf der ganzen Schöpfung und dem Leben ... Warum wollten Sie meine Braut nicht sein? Weil Sie krank sind an dem Quell des Lebens ... jetzt fühle ich, wie der Vampir in der Küche anfängt mich auszusaugen, ich glaube, es ist eine Lamia, die Kinder säugt – in der Küche werden den Kindern der Familie immer die Herzblätter abgeknipst, falls es nicht in der Schlafstube geschieht ... es gibt Gifte, die das Gesicht wegnehmen, und Gifte, die die Augen öffnen – ich bin gewiss mit dem letzteren geboren, denn ich kann das Hässliche nicht schön sehen oder das Schlechte gut nennen, ich kann es nicht! Jesus Christus stieg in die Hölle hinab, das war seine Wanderung auf Erden, nach dem Tollhaus, dem Zuchthaus, dem Leichenhaus Erde hinab; und die Toren töteten ihn, als er sie befreien wollte, aber der Bandit wurde freigegeben, der Räuber hatte aller Sympathien! – Wehe! wehe über uns alle! Heiland der Welt, erlöse uns, wir vergehen!
Vorlage S. 48
1129
DAS FRÄULEIN
Vorlage S. 49
1130
ist zusammengesunken, scheint sterbend, klingelt.
Vorlage S. 49
1131
BENGTSSON
Vorlage S. 49
1132
erscheint.
Vorlage S. 49
1133
DAS FRÄULEIN.
Vorlage S. 49
1134
Bringen Sie den Schirm! – Schnell – ich sterbe!
Vorlage S. 49
1135
BENGTSSON
Vorlage S. 49
1136
zurück mit dem Schirm, den er auseinander schlägt und vor das Fräulein stellt.
Vorlage S. 49
1137
DER STUDENT.
Vorlage S. 49
1138
Der Befreier kommt! Willkommen, du Bleicher, Milder! – Schlafe, du Schöne, Unglückliche, Unschuldige, ohne Schuld an deinen Leiden, schlafe ohne Träume, und wenn du wieder erwachst ... mögest du begrüßt werden von einer Sonne, die nicht brennt, in einem Heim ohne Staub, von Freuden ohne Schande, von einer Liebe ohne Makel ... Du weiser, milder Buddha, der du da sitzest und wartest, dass ein Himmel aus der Erde emporwachsen soll, verleihe uns Geduld in den Prüfungen, Reinheit im Wollen, dass die Hoffnung nicht zu Schanden werde! Es säuselt in den Saiten der Harfe, ein weißes Licht füllt das Zimmer.
Vorlage S. 49
1139
Sah die Sonne, und es war mir,
Vorlage S. 49
1140
Als erschaut' ich den Verborgnen;
Vorlage S. 50
1141
Seine Werke Menschen freuen,
Vorlage S. 50
1142
Glücklich, wer da Gutes übet.
Vorlage S. 50
1143
Für die Zornestat, die du vollbrachtest,
Vorlage S. 50
1144
Büße nicht mit Bosheit;
Vorlage S. 50
1145
Tröste, den du einst betrübet,
Vorlage S. 50
1146
Gütig; und du hast gesühnet.
Vorlage S. 50
1147
Niemand fürchtet, der nicht Böses wollte;
Vorlage S. 50
1148
Schadlos sei, und du bist gut.
Vorlage S. 50
1149
Man hört ein Stöhnen hinter dem Schirm.
Vorlage S. 50
1150
Du armes kleines Kind, Kind dieser Welt der Irrungen, der Schuld, des Leidens und des Todes, dieser Welt des ewigen Wechsels, der Enttäuschungen und Schmerzen! Der Herr des Himmels sei dir gnädig auf der Fahrt ...
Vorlage S. 50
1151
Das Zimmer verschwindet; Boecklins Toteninsel wird zum Hintergrund; schwache Musik, still, angenehm trauernd, tönt von der Insel herüber.
Vorlage S. 50

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ich sitze hier gerade und …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »In meinem Alter kennt man alle Menschen, ihre Väter und Vorfahren, und man ist immer auf irgendeine Weise mit ihnen verwandt – ich bin kürzlich achtzig Jahre alt geworden – aber niemand kennt mich richtig – ich […] mich für die Schicksale der Menschen ...«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »deswegen« in diesem Textausschnitt? »Die Pförtnersfrau, ja! – Die dunkle Dame dort ist ihre Tochter mit dem Toten, und deswegen erhielt der Mann den Platz als Pförtner ... aber die dunkle Dame hat einen Freier, der vornehm ist und Aussicht hat, reich zu werden; er ist im Begriff, sich scheiden zu lassen, nämlich von seiner Frau, die ihm ein steinernes Haus schenkt, um ihn loszuwerden.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Ach so, der! der heute abend kommen soll ...«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Sagen Sie doch, warum sitzen die Eltern da drinnen so stumm, ohne nur ein einziges Wort zu sagen?« B: »Sehe ich so sonderbar aus? – Ja, ich hab über Nacht nicht geschlafen, und du glaubst natürlich, ich bin auf dem Bummel gewesen ...« C: »Sehen Sie doch das Fräulein, sie hat ihr Armband aus dem Fenster fallen lassen ...«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Hört, wie die Uhr tickt, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »In seinem nächtlichen Schlaf gestört werden, wenn man aufstehen und das Fenster festhaken muss ... weil das Hausmädchen es vergessen hat.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ich war mit dabei, und …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Sehe ich so sonderbar aus? – Ja, ich hab über Nacht nicht geschlafen, und du glaubst natürlich, ich bin auf dem Bummel gewesen ...«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Sehe ich so sonderbar aus? – Ja, ich hab über Nacht nicht geschlafen, und du glaubst natürlich, ich bin auf dem Bummel gewesen ...« und »Himmel aus der Erde emporwachsen soll, verleihe uns Geduld in den Prüfungen«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Sehen Sie doch das Fräulein, sie hat ihr Armband aus dem Fenster fallen lassen ...«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Die dunkle Dame, die Tochter des Toten und der Pförtnersfrau«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Solche Geheimnisse bewahren sie hier im Hause!«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Der Herr des Himmels sei dir gnädig auf der Fahrt ...«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Gespenstersonate

Strindberg, August: Die Gespenstersonate. Übers. v. Mathilde Mann, Leipzig: Insel-Verlag, [o. J.] Strindberg, August Johan 3- Leipzig

Das Werk Gespenstersonate von Strindberg, August Johan ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Schwedisch

Vollständiger schwedischer Stücktext nach der wissenschaftlichen Ausgabe Samlade Verk (1991) von Litteraturbanken. Ausschließlich der dort ausdrücklich unter CC BY 4.0 freigegebene literarische Text einschließlich Personenverzeichnis und Bühnenanweisungen ist enthalten. Die gesondert geschützten Herausgebereinleitungen, Kommentare und Worterklärungen wurden nicht übernommen. Die 3 Szenen beziehungsweise Akte bleiben vollständig; historische Editionsunterschiede zur deutschen Übersetzung werden nicht als Satzparität ausgegeben.

August Strindberg; literarischer Text der Samlade-Verk-Ausgabe, Stockholms universitet / Litteraturbanken, CC BY 4.0. Text unverändert; Navigation neu gegliedert. Keine Herausgeberkommentare übernommen.

Autorschaft und Ausgabe: Strindberg, August Johan

Originaltext und Ausgabe ↗ · Litteraturbanken · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.