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Buch - Die Orestie - Aischylos

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Die Orestie

Aischylos

Die Orestie von Aischylos. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–134 Abschnitte
Historische Darstellung von Aischylos
Historische Darstellung von Aischylos — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · UnknownUnknown · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Johann Gustav Droysen

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 4

Agamemnon

1
Aischylos
2
Agamemnon
3
(Agamemnon)
4
Personen.
Vorlage S. 112
5
Wächter
Vorlage S. 112
6
Klytaimestra
Vorlage S. 112
7
Herold
Vorlage S. 112
8
Agamemnon
Vorlage S. 112
9
Kassandra
Vorlage S. 112
10
Aigisthos
Vorlage S. 112
11
Chor argivischer Greise
Vorlage S. 112
12
Königspalast zu Argos. Auf dem flachen Dach der Wächter.
Vorlage S. 112
13
WÄCHTER.
Vorlage S. 112
14
Die Götter bitt ich um Erlösung dieser Mühn
Vorlage S. 112
15
Der langen Jahreswache, die ich, lagernd hier
Vorlage S. 112
16
Im Dach des Atreushauses wie ein Wächterhund,
Vorlage S. 112
17
Der stillen Sterne Nachtverkehr mit angesehn,
Vorlage S. 112
18
Und die den Menschen Winter bringen und Sommerzeit,
Vorlage S. 112
19
Die hellen Führer, funkelnd durch des Äthers Raum.
Vorlage S. 112
20
Und wieder späh ich nach des Flammenzeichens Schein,
Vorlage S. 112
21
Dem Strahl des Feuers, das von Troja Kunde bringt
Vorlage S. 112
22
Und Siegesnachricht; also, denk ich, hat es mir
Vorlage S. 112
23
Geboten meiner Herrin männlich ratend Herz.
Vorlage S. 112
24
Und halt ich so hier meine nachtgestörte Ruh,
Vorlage S. 112
25
Vom Tau durchnäßt, nie mehr von Träumen aufgesucht,
Vorlage S. 112
26
So steht ja statt des Schlafes neben mir die Furcht,
Vorlage S. 112
27
Zufallen könnte gar im Schlaf mein Augenlid.
Vorlage S. 112
28
Und wenn ich ein Lied mir singen oder pfeifen will,
Vorlage S. 112
29
Den besten Schlaftrunk für den Wachestörer Schlaf,
Vorlage S. 112
30
So wein ich seufzend über dieses Hauses Los,
Vorlage S. 112
31
Das nicht, wie sonst wohl, allem Wetter glücklich trotzt.
Vorlage S. 112
32
So käm erwünscht mir meiner Müh Erlösung jetzt,
Vorlage S. 112
33
Erschien' des nächtgen, botenfrohen Feuers Schein.
Vorlage S. 112
34
Auf den Bergen steigt eine Flamme auf.
Vorlage S. 112
35
O sei gegrüßt mir, Licht der Nacht! Taghelle Lust
Vorlage S. 112
36
Weckst du in mir, erweckst in Argos weit und breit
Vorlage S. 112
37
Festchorgesänge, diesem Glück zum Dank geweiht!
Vorlage S. 112
38
Hoiho, hoiho!
Vorlage S. 112
39
Agamemnons Gattin will ich es laut verkündigen,
Vorlage S. 112
40
Dass schnell ihr Lager sie verlasse, im Palast
Vorlage S. 112
41
Den freudenhellsten Jubel diesem Feuerschein
Vorlage S. 112
42
Entgegenjauchze, da die Troerfeste ja
Vorlage S. 112
43
Gefallen ist, wie dort der Schein es hell erzählt!
Vorlage S. 112
44
Dann will ich selbst beim Fest den Vortanz halten; mir
Vorlage S. 112
45
Auch klecken soll's, dass meiner Herrschaft Würfel jetzt
Vorlage S. 112
46
Gut fiel; die achtzehn Augen bringt mein Spähen mir.
Vorlage S. 113
47
Nun aber will ich meines Fürsten liebe Hand,
Vorlage S. 113
48
Des Heimgekehrten, schütteln hier mit dieser Hand;
Vorlage S. 113
49
Vom andern schweig ich; mir verschließt ein golden Schloß
Vorlage S. 113
50
Den Mund; das Haus selbst, wenn es sprechen könnte, würd
Vorlage S. 113
51
Am besten ihm erzählen; denn der's weiß, mit dem
Vorlage S. 113
52
Besprech ich gern; für den, der's nicht weiß, schweig ich gern.
Vorlage S. 113
53
Wächter ab.
Vorlage S. 113
54
Der Chor der Greise tritt auf.
Vorlage S. 113
55
CHORFÜHRER.
Vorlage S. 113
56
Zehn Jahre nun sind's,
Vorlage S. 113
57
Seit Priamos' mächtiger Rechter, der Fürst
Vorlage S. 113
58
Menelaos, mit ihm Agamemnon zugleich,
Vorlage S. 113
59
Das erhabene Paar der Atriden, in Zeus'
Vorlage S. 113
60
Zweithroniger Macht, Zweizeptergewalt,
Vorlage S. 113
61
Der Argiver tausendschiffigen Zug
Vorlage S. 113
62
Von jenem Gestad
Vorlage S. 113
63
Fortführten, Genossen des Krieges.
Vorlage S. 113
64
Voll Zornmut schrien sie gewaltigen Kampf,
Vorlage S. 113
65
Wie der Weih des Gebirgs im verwilderten Schmerz
Vorlage S. 113
66
Um die Brut hoch hin sein einsam Nest
Vorlage S. 113
67
Unermüdlich umkreist,
Vorlage S. 113
68
In der Fittiche ruhendem Ruder gewiegt;
Vorlage S. 113
69
Der ins Nest bannenden,
Vorlage S. 113
70
Für die Küchlein der Sorge verwaiset!
Vorlage S. 113
71
Doch droben ein Gott, ist's Pan, ist's Zeus,
Vorlage S. 113
72
Ist es Apollon, er vernimmt des Geschreis
Vorlage S. 113
73
Weithallenden Schmerz um die fehlende Brut;
Vorlage S. 113
74
Die Vergelterin schickt,
Vorlage S. 113
75
Die Erinnys, er dem Verruchten!
Vorlage S. 113
76
Also zum Gericht Alexanders hat Zeus,
Vorlage S. 113
77
So des Gastrechts Hort, die Atriden gesandt;
Vorlage S. 113
78
So lässt um das männerumbuhlete Weib
Vorlage S. 113
79
Unablässigen, gliederzerschmetternden Kampf,
Vorlage S. 113
80
Das ermattende Knie an den Boden gestemmt,
Vorlage S. 113
81
In des Vorkampfs Tosen die Lanze zerschellt –
Vorlage S. 114
82
So lässt er die Danaer kämpfen,
Vorlage S. 114
83
Und die Troer zugleich! Mag's immer denn sein,
Vorlage S. 114
84
Wie es sei; es erfüllt das Verhängte sich doch,
Vorlage S. 114
85
Nicht Spend und Gebet, nicht Zauber beschwört,
Vorlage S. 114
86
Nicht Tränen vertilgen den lauernden Zorn
Vorlage S. 114
87
Der sühnevergessenen Gottheit!
Vorlage S. 114
88
Doch wir, kraftlos mit gealtertem Leib,
Vorlage S. 114
89
Die vom Zuge zurück man damals ließ,
Vorlage S. 114
90
Wir weilen daheim,
Vorlage S. 114
91
Die kindische Kraft mit dem Stabe gestützt,
Vorlage S. 114
92
Denn das jugendlich rüstige Mark in der Brust,
Vorlage S. 114
93
Das zur Tat anfacht, alt ist's; hier wohnt
Vorlage S. 114
94
Nicht Kampflust mehr.
Vorlage S. 114
95
Wer dem Alter erliegt, wem herbstlich die Stirn
Vorlage S. 114
96
Sich entlaubet, er wankt dreifüßigen Gang,
Vorlage S. 114
97
Nicht kräftiger mehr denn ein kraftlos Kind,
Vorlage S. 114
98
Ein tagumwandelndes Traumbild!
Vorlage S. 114
99
Aus der königlichen Pforte ist ein festlicher Zug Dienerinnen getreten. Dann erscheint die Königin Klytaimestra.
Vorlage S. 114
100
CHORFÜHRER.
Vorlage S. 114
101
Doch, Königin, sprich,
Vorlage S. 114
102
Du des Tyndaros Kind, Klytaimestra, was ist?
Vorlage S. 114
103
Was Neues geschah?
Vorlage S. 114
104
Auf welches Gerücht, auf wessen Bericht
Vorlage S. 114
105
Ist's, dass du die Opfer verteilest?
Vorlage S. 114
106
Und den Göttern zumal, den Beschirmern der Stadt,
Vorlage S. 114
107
Himmlischen, Unteren,
Vorlage S. 114
108
Den Behütern des Markts, den Olympiern flammt's
Vorlage S. 114
109
Von Geschenken auf jeglichem Altar!
Vorlage S. 114
110
Und hüben und drüben zum Himmel empor
Vorlage S. 114
111
Steigt flackernde Glut,
Vorlage S. 114
112
Mit des heiligen Öls duftsüßem Getröpf,
Vorlage S. 114
113
Wie mit arglos schmeichelndem Zauber getränkt,
Vorlage S. 115
114
Mit dem Weihöl fürstlicher Habe!
Vorlage S. 115
115
So sage davon, was kund mir zu tun
Vorlage S. 115
116
Du vermagst und du willst!
Vorlage S. 115
117
So werde du mir der Besorgnis Arzt!
Vorlage S. 115
118
Was mich bang jetzt lässt in die Zukunft sehn,
Vorlage S. 115
119
Jetzt heiter im Schein sich der Opfer erhellt,
Vorlage S. 115
120
Dies Hoffen, die weitere Sorge verbeut's,
Vorlage S. 115
121
Den geheim herznagenden Kummer!
Vorlage S. 115
122
Das Opfer beginnt.
Vorlage S. 115
123
Opfergesang
Vorlage S. 115
124
Erste Strophe
Vorlage S. 115
125
CHOR.
Vorlage S. 115
126
Ich darf singen der herrlichen, zeichenbegünstigten Fürsten
Vorlage S. 115
127
Glückliche Fahrt – denn es haucht mir Vertraun zu den Göttern
Vorlage S. 115
128
Dies Festlied ein,
Vorlage S. 115
129
Kraft inwohnendes Alter –,
Vorlage S. 115
130
Wie einst die zwiethronige Kraft der Achaier, der griechischen Jugend
Vorlage S. 115
131
Einige Feldherrn,
Vorlage S. 115
132
Fort mit Speer und mit rächendem Arme der Vogel des Mutes
Vorlage S. 115
133
Sandte gen Troja,
Vorlage S. 115
134
Der Luftkönig die Könge der See:
Vorlage S. 115
135
Der im schwarzen Gefieder voran, der im schneeweißen Fittich
Vorlage S. 115
136
Ihm nach zum Palast an der Lanzenseite;
Vorlage S. 115
137
Auf weitschauendem Horste
Vorlage S. 115
138
Saßen sie, weideten dort vom Geweide der tragenden Häsin,
Vorlage S. 115
139
Im letzten Lauf zum Tod erhascht.
Vorlage S. 115
140
Ailinon, Ailinon rufet! Das Gute siege!
Vorlage S. 115
141
Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 115
142
Und der erfahrene Seher, die zwei einmütigen, kühnen
Vorlage S. 115
143
Fürsten erkennend, erkannte die Hasenverschlinger,
Vorlage S. 115
144
Des Zugs Führer;
Vorlage S. 115
145
Also sprach er die Deutung:
Vorlage S. 115
146
»Wohl wird dereinst Priamos' Feste die Beute der Heerfahrt;
Vorlage S. 115
147
Alle des Schlosses,
Vorlage S. 116
148
Alle des Volkes gesammelte Schätze, sie wird mit Gewalt einst
Vorlage S. 116
149
Rauben die Moira;
Vorlage S. 116
150
So hat nimmer der Ewigen Neid
Vorlage S. 116
151
Die gefährdeten Wälle mit Heeresgewalt so nie umnachtet!
Vorlage S. 116
152
Die lautere Artemis zürnt dem Hause,
Vorlage S. 116
153
Den Flugdienern des Vaters,
Vorlage S. 116
154
Weil mit der Frucht sie die tragende, zagende Mutter geopfert;
Vorlage S. 116
155
Sie haßt der Adler arges Mahl!«
Vorlage S. 116
156
Ailinon, Ailinon rufet! Das Gute siege!
Vorlage S. 116
157
Epode
Vorlage S. 116
158
»So treuen Sinns schirmt die Holde
Vorlage S. 116
159
Des zürnenden Leun ungeborne Brut,
Vorlage S. 116
160
Sorgt für alle des heidedurchfliehnden Wildes saugende Jungen!
Vorlage S. 116
161
Enden wird sie, was Gunstreiches der Aare
Vorlage S. 116
162
Zeichen zugleich so erfreuend, so dräuend verkündet!
Vorlage S. 116
163
Dem Helfer will ich, dem Paian rufen,
Vorlage S. 116
164
Dass sie den Danaern nimmer ermüdender, widriger Winde Fahrthemmung zusend,
Vorlage S. 116
165
Lüstern nach anderem Opfer, geweiht mit Verstummen und Blutschuld,
Vorlage S. 116
166
Heimlichen, keimenden Hasses Geburt, mannscheulos Freveln, da furchtbar
Vorlage S. 116
167
Sein die empörte, mißehrte,
Vorlage S. 116
168
Tückische Herrin im Haus,
Vorlage S. 116
169
Schlaflos kindrächende Wut harrt!«
Vorlage S. 116
170
Also geweissagt wurde von Kalchas zu freudigstem Glücke
Vorlage S. 116
171
Böses aus fahrtvordeutendem Aar dem Hause der Fürsten.
Vorlage S. 116
172
Diesem ein gleiches
Vorlage S. 116
173
Ailinon, Ailinon rufet! Das Gute siege!
Vorlage S. 116
174
Zweite Strophe
Vorlage S. 116
175
Zeus, wer Zeus auch immer möge sein, ist er dieses Namens froh,
Vorlage S. 116
176
Will ich gern ihn nennen so;
Vorlage S. 116
177
Ihm vergleichen kann ich nichts, wenn ich alles auch erwäg,
Vorlage S. 116
178
Außer ihm selbst – wenn des Denkens vergebliche Qualen
Vorlage S. 116
179
Ich in Wahrheit bannen will!
Vorlage S. 117
180
Zweite Gegenstrophe
Vorlage S. 117
181
So, wer ehedem gewaltig war, allbewerten Trotzes hehr,
Vorlage S. 117
182
Was er war, nicht gilt es mehr;
Vorlage S. 117
183
Der darauf erstand, dem Allsieger unterlag auch der.
Vorlage S. 117
184
Aber den Zeus im Gesange des Sieges zu preisen,
Vorlage S. 117
185
Alles Denkens Frieden ist's!
Vorlage S. 117
186
Dritte Strophe
Vorlage S. 117
187
Ihn, der uns zum ernsten Nachsinnen leitet, uns in Leid
Vorlage S. 117
188
Lernen lässt zu seiner Zeit;
Vorlage S. 117
189
Drum weint auch im Traum im Herzen noch
Vorlage S. 117
190
Kummer leideingedenk, und es keimt
Vorlage S. 117
191
Wider Willen weiser Sinn.
Vorlage S. 117
192
Wohl heißt streng und schonungslos der ewgen hochgethronten Götter Gunst!
Vorlage S. 117
193
Dritte Gegenstrophe
Vorlage S. 117
194
Gleiches hat des Griechenzugs ältrer Führer kummervoll,
Vorlage S. 117
195
Seinem Seher sonder Groll,
Vorlage S. 117
196
Ringsandräundem Kummer ernst bereit,
Vorlage S. 117
197
Als in ruhmloser Rast fahrtgehemmt
Vorlage S. 117
198
Schwierig schon das Griechenheer,
Vorlage S. 117
199
An dem Aulisstrand gelagert, rückwärts Chalkis' Brandung strömen sah –
Vorlage S. 117
200
Vierte Strophe
Vorlage S. 117
201
Vom Strymon her wehten da die Winde
Vorlage S. 117
202
Rastloser Rast, hafenlosen Treibens,
Vorlage S. 117
203
Des Zugs Verzug,
Vorlage S. 117
204
Für Tau und Kiel immer neu Gefährde;
Vorlage S. 117
205
In trostlos langer Säumnis welkend,
Vorlage S. 117
206
Schwand auch des Heers blühnde Jugend schon dahin;
Vorlage S. 117
207
Und als ein Mittel nun,
Vorlage S. 117
208
Ärger den Fürsten selbst als ärgster Verzug, der Seher,
Vorlage S. 117
209
Artemis' Zorn deutend, erfand, und sie den Stab tief in den Sand
Vorlage S. 117
210
Stießen und selbst Tränen sie nicht hemmten, des Atreus Söhne –
Vorlage S. 118
211
Vierte Gegenstrophe
Vorlage S. 118
212
Da also sprach dieses Wort der Ältre:
Vorlage S. 118
213
»Ein hartes Los ist es, nicht zu folgen,
Vorlage S. 118
214
Und hart, dass ich
Vorlage S. 118
215
Soll schlachten mein Kind, des Hauses Kleinod,
Vorlage S. 118
216
Am Altar tauchen meine Hand soll,
Vorlage S. 118
217
Die Vaterhand, in der Tochter Opferblut!
Vorlage S. 118
218
Was ist von Schmerzen frei?
Vorlage S. 118
219
Soll ich das Heer verraten? Täuschen die Kampfgenossen?
Vorlage S. 118
220
Dass sie das windstillende Sühnopfer, das jungfräuliche Blut
Vorlage S. 118
221
Wilden Geschreis fordern, gerecht ist es; es stünde gut dann!«
Vorlage S. 118
222
Fünfte Strophe
Vorlage S. 118
223
Als er dem Joch so der Not sich beugte,
Vorlage S. 118
224
Als er der unselgen Sinneswandlung
Vorlage S. 118
225
Nachdachte, der arg unheilgen, da
Vorlage S. 118
226
Ergriff er kühn allzukühnen Vorsatz!
Vorlage S. 118
227
Denn so emporstachelt den Menschen ein erster Irrtum, den er begeht
Vorlage S. 118
228
Sinnverstört. Sinnbetört trug er's nun,
Vorlage S. 118
229
Sein Kind schlachten zu sehn für jenen weibstrafenden Krieg, der Meerfahrt
Vorlage S. 118
230
Bräutliche Totenweihe!
Vorlage S. 118
231
Fünfte Gegenstrophe
Vorlage S. 118
232
Ihr Bitten nicht, nicht ihr »Vater« Rufen,
Vorlage S. 118
233
Nicht ihre jungfräulich süße Jugend
Vorlage S. 118
234
Erbarmte der Feldherrn wilden Mut;
Vorlage S. 118
235
Der Vater sprach sein Gebet; er hieß sie
Vorlage S. 118
236
Den Diener hoch auf dem heilgen Herd niederhalten, in das Gewand
Vorlage S. 118
237
Tiefverhüllt, vorgebeugt, ziegengleich,
Vorlage S. 118
238
Befahl streng zu bewachen ihren schönrosigen Mund, dass nicht sie
Vorlage S. 118
239
Jammernd ihr Haus verfluche.
Vorlage S. 118
240
Sechste Strophe
Vorlage S. 118
241
Sie schwieg dem Machtwort in lautlosem Zwang;
Vorlage S. 119
242
Ihr Safrankleid ließ sie niederfließen,
Vorlage S. 119
243
Und sah mit wehmütgem Blick bang zu jedem bittend ihrer Opfrer,
Vorlage S. 119
244
Als ob sie so mahnen wie ein stummes Bild
Vorlage S. 119
245
Ihn jetztan sonst wollte, wo
Vorlage S. 119
246
Im goldnen mahlreichen Vätersaal sie
Vorlage S. 119
247
Jungfräulich blöd sang ihr Lied, in des Gesangs kindlich frommer Lust
Vorlage S. 119
248
Des vielteuren Vaters dreimal seliges Los zu preisen.
Vorlage S. 119
249
Sechste Gegenstrophe
Vorlage S. 119
250
Was drauf geschah, sah ich nicht, sag ich nicht;
Vorlage S. 119
251
Doch unerfüllt bleibet Kalchas' Wort nicht!
Vorlage S. 119
252
Denn Dike wägt je für Leid auch Belehrung zu. Die Zukunft –
Vorlage S. 119
253
Wer beugt ihr aus? – mag voraus ich nimmer schaun;
Vorlage S. 119
254
Dem wär voraustrauern gleich;
Vorlage S. 119
255
Denn klar dem Ausspruch entsprechend kommt sie!
Vorlage S. 119
256
Was muss geschehn, wenden mag sich es zum Heil, falls es gönnen will,
Vorlage S. 119
257
Der hier nächster Hort uns weilt, des apischen Landes Schirmherr!
Vorlage S. 119
258
CHORFÜHRER.
Vorlage S. 119
259
Ich nah in Ehrfurcht, Klytaimestra, deiner Macht;
Vorlage S. 119
260
Das ist gerecht, zu ehren seines Königes
Vorlage S. 119
261
Gemahlin, wenn verwaist ist seines Herrn der Thron.
Vorlage S. 119
262
Doch ob du nun Glaubwürdges hörtest oder nicht,
Vorlage S. 119
263
Dass du in botschaftsfroher Hoffnung opfertest,
Vorlage S. 119
264
Das gern erführ ich; aber schweigst du, kränkt's mich nicht.
Vorlage S. 119
265
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 119
266
Ein Evangelium, wie's im Sprichwort heißet, ward
Vorlage S. 119
267
Das Morgenrot uns von der Mutter Nacht gesandt.
Vorlage S. 119
268
Ja, Freude höret über alle Hoffnung groß:
Vorlage S. 119
269
Die Achaier nahmen ein die Stadt des Priamos!
Vorlage S. 119
270
CHOR.
Vorlage S. 119
271
Was ist? Das Wort entging mir aus Unglaublichkeit!
Vorlage S. 119
272
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 119
273
In der Griechen Hand ist Troja! Sprach ich nun es klar?
Vorlage S. 119
274
CHOR.
Vorlage S. 119
275
Es ergreift mich Freude, Tränen ruft sie mir hervor!
Vorlage S. 119
276
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 120
277
Dass du es wohl meinst, zeigt dein Aug mir unverstellt.
Vorlage S. 120
278
CHOR.
Vorlage S. 120
279
Sprich, hast du Zeugnis dessen, sicher und gewiss?
Vorlage S. 120
280
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 120
281
Gewiss, was sonst denn? Wenn ein Gott mich nicht betrog.
Vorlage S. 120
282
CHOR.
Vorlage S. 120
283
Du ehrst vielleicht ein überredend Traumgesicht?
Vorlage S. 120
284
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 120
285
Nie würd ich Glauben schlafestrunkenem Sinne leihn.
Vorlage S. 120
286
CHOR.
Vorlage S. 120
287
So macht ein schnellbeschwingt Gerücht dich wohl so froh?
Vorlage S. 120
288
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 120
289
Als wär ich ein kindisch Mädchen, so verhöhnst du mich.
Vorlage S. 120
290
CHOR.
Vorlage S. 120
291
Zu welcher Zeit war's, dass die Stadt vernichtet ward?
Vorlage S. 120
292
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 120
293
In dieser Nacht war's, welche diesen Tag gebar.
Vorlage S. 120
294
CHOR.
Vorlage S. 120
295
Doch welcher Bote mochte sich so schleunig nahn?
Vorlage S. 120
296
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 120
297
Hephaistos, der vom Ida hellen Strahl gesandt!
Vorlage S. 120
298
Denn hergeschickt hat in der Feuer Wechselpost
Vorlage S. 120
299
Ein Brand den andern. Ida selbst zum Hermesfels
Vorlage S. 120
300
In Lemnos; von der Insel her zum dritten nahm
Vorlage S. 120
301
Den breiten Lichtstrahl auf des Zeus Athosgebirg.
Vorlage S. 120
302
Hochleuchtend, dass der Wanderin Flamme mächtger Schein
Vorlage S. 120
303
Weithin der Meerflut Rücken überflog, ein Brand
Vorlage S. 120
304
Der Freude, ward goldstrahlend, einer Sonne gleich,
Vorlage S. 120
305
Zur Warte von Makistos dann das Licht gesandt.
Vorlage S. 120
306
Die schürte weiter, säumig nicht noch unbedacht
Vorlage S. 120
307
Vom Schlaf bewältigt, ihren Botenteil hinaus.
Vorlage S. 120
308
Und wieder fernhin eilend gen Euripos' Flut
Vorlage S. 120
309
Rief auf der Strahl die Wächter auf Messapios.
Vorlage S. 120
310
Die dann entbrannten und entsandten neuen Schein,
Vorlage S. 120
311
Der Graias Haufen Heidekraut anzündete.
Vorlage S. 120
312
Die rüstge Flamme, nicht ermüdet noch geschwächt,
Vorlage S. 120
313
Sie eilte weithin über Asopos' Ebene,
Vorlage S. 120
314
Gleich hellem Mondlicht, gen Kithairons Felsenstirn
Vorlage S. 120
315
Und weckte schnell der Feuerboten Wechsel auf.
Vorlage S. 120
316
Fernhin erkennbar neue Flamme schürte dort
Vorlage S. 120
317
Die Wache; hoch schlug dann das hellste Feuer auf
Vorlage S. 120
318
Und warf den Glanz weit über den Gorgopis-See.
Vorlage S. 120
319
Auf Aigiplanktos' Scheitel treffend trieb es an,
Vorlage S. 120
320
Des Fanales Lichtbahn nicht zu stören; schnell geschah's;
Vorlage S. 120
321
Sie sandten glutanschürend zu wolkenglühndem Schein
Vorlage S. 120
322
Den mächtgen Schweif der Flamme, dass er fernhinaus
Vorlage S. 121
323
Die weite Spiegelfläche des saronischen
Vorlage S. 121
324
Meerbusens leuchtend überstrahlte, bis er kam
Vorlage S. 121
325
Zu Arachnaions Gipfel nah bei unsrer Stadt.
Vorlage S. 121
326
Von dort ergoß dies Feuer sich in dieses Schloß
Vorlage S. 121
327
Der Atriden, echter Enkel der idäischen Glut.
Vorlage S. 121
328
So war die Ordnung dieses Fackellaufs bestimmt
Vorlage S. 121
329
Und, so mit Flamme Flamme wechselnd, schnell erfüllt;
Vorlage S. 121
330
Im Flammenlauf die erst und letzte hat den Preis.
Vorlage S. 121
331
Ein solches Zeugnis, solches Zeichen nenn ich dir,
Vorlage S. 121
332
Aus Troja mir voraus von meinem Mann gesandt.
Vorlage S. 121
333
CHOR.
Vorlage S. 121
334
Die Götter, Herrin, preisen will ich sie demnächst;
Vorlage S. 121
335
Doch anzuhören, zu bewundern jenes Wort
Vorlage S. 121
336
Von neuem, möcht ich, dass von neuem du es sprächst.
Vorlage S. 121
337
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 121
338
's ist Ilion der Griechen Beute diesen Tag!
Vorlage S. 121
339
Ich glaub, ein unvermischt Geschrei durchhallt die Stadt;
Vorlage S. 121
340
Gießt Öl und Essig du in einen Krug, so siehst
Vorlage S. 121
341
Du sie geschieden fort und fort und nicht vereint;
Vorlage S. 121
342
So wird der Sieger, so der Besiegten Rufen dort
Vorlage S. 121
343
Geschieden, so zwiefachen Loses Zeichen sein.
Vorlage S. 121
344
Die einen tiefgebeuget bei den Leichen der
Vorlage S. 121
345
Erschlagnen Männer, der Geschwister, und das Kind
Vorlage S. 121
346
Beim greisen Vater, sie beklagen nimmermehr
Vorlage S. 121
347
Mit freier Kehle dies Geschick der Teuersten.
Vorlage S. 121
348
Die andern, nachtdurchirrend, hungermatte Gier
Vorlage S. 121
349
Hat sie zum Imbiß, wie und wo die Stadt ihn beut,
Vorlage S. 121
350
Verwildert, reihlos Reih und Glied, umherzerstreut;
Vorlage S. 121
351
Wie jeder je das Los des Glückes sich gewann,
Vorlage S. 121
352
So hausen sie in Trojas speererrungenen
Vorlage S. 121
353
Palästen, für des freien Feldes Lagerplatz
Vorlage S. 121
354
Und kalten Tau ein guter Tausch – die Glücklichen!
Vorlage S. 121
355
Die ganze Nacht durch schlafen sie nun unbewacht.
Vorlage S. 121
356
Und ehren jetzt sie jenes Landes, jener Stadt,
Vorlage S. 121
357
Der Besiegten Götter und der Götter Tempel, dann
Vorlage S. 121
358
Vielleicht erliegt der Sieger nicht dem eignen Sieg.
Vorlage S. 121
359
Doch reize nicht Begier zu früh das Heer, besiegt
Vorlage S. 121
360
Von schnöder Habsucht mehr zu wollen, als es darf;
Vorlage S. 121
361
Es braucht zur Heimkehr noch zurück die zweite Fahrt,
Vorlage S. 122
362
Bevor des Seezugs Doppelbahn vollendet ist.
Vorlage S. 122
363
Und käme schuldlos auch den Göttern heim das Heer,
Vorlage S. 122
364
Wach könnte dennoch werden der Erschlagnen Blut,
Vorlage S. 122
365
Geschäh hinfort auch keine neue Freveltat. –
Vorlage S. 122
366
Von mir, von einem Weibe, habe das gehört!
Vorlage S. 122
367
Das Gute siege, jedem Blick unzweifelhaft!
Vorlage S. 122
368
Mit teuren Opfern hab ich solchen Wunsch erkauft.
Vorlage S. 122
369
CHOR.
Vorlage S. 122
370
Du sprachst, o Herrin, würdig eines würdgen Manns;
Vorlage S. 122
371
Ich aber will den Göttern, da mich überzeugt
Vorlage S. 122
372
Dein früher Zeugnis, singen meinen frohen Dank;
Vorlage S. 122
373
Denn fromm erkannt sei's, wenn sich Mühe so belohnt.
Vorlage S. 122
374
CHORFÜHRER.
Vorlage S. 122
375
Allherrschender Zeus und du, freundliche Nacht,
Vorlage S. 122
376
Du Spenderin leuchtenden Schmuckes,
Vorlage S. 122
377
Die du fest anzogst um Ilions Burg
Vorlage S. 122
378
Dein fangendes Garn,
Vorlage S. 122
379
Und keiner entkam, nicht klein noch groß,
Vorlage S. 122
380
Dem gewaltigen Netze der Dienstbarkeit,
Vorlage S. 122
381
Dem alles erfassenden Unheil!
Vorlage S. 122
382
Dich, gastlicher Zeus, hoch ehr ich auch dich,
Vorlage S. 122
383
Der du das zu erfüllen an Priamos' Sohn
Vorlage S. 122
384
Längst hieltest den Bogen der Rache gespannt,
Vorlage S. 122
385
Dass weder zu früh noch ins Dunkel der Nacht
Vorlage S. 122
386
Ein eitel Geschoß hinschwirrte!
Vorlage S. 122
387
Erste Strophe
Vorlage S. 122
388
CHOR.
Vorlage S. 122
389
Wie Zeus traf, wissen sie zu sagen;
Vorlage S. 122
390
Auch das vermag man aufzuspüren:
Vorlage S. 122
391
Er hat's vollbracht, zu enden!
Vorlage S. 122
392
Meinet nicht, dass die Götter den
Vorlage S. 122
393
Ihrer Sorg würdigen,
Vorlage S. 122
394
Der unverletzbares Recht
Vorlage S. 122
395
Zertrat – und der scheute's nicht!
Vorlage S. 122
396
Beweis ward sein Geschlecht,
Vorlage S. 122
397
Das tollkühn Kampf gewagt,
Vorlage S. 122
398
Im Kriegsmut wilder denn gerecht war,
Vorlage S. 122
399
Im Hochmut überstolzen Glückes,
Vorlage S. 123
400
Im Übermaß schuldig!
Vorlage S. 123
401
Sei mein Geschick niedrig, sei der Armut
Vorlage S. 123
402
Reines Gewissen gnug mir!
Vorlage S. 123
403
Schutz nicht bietet der Reichtum
Vorlage S. 123
404
Dem, der, Glückes gesättigt,
Vorlage S. 123
405
Frech zertrat der Gerechtigkeit Altar, gegen Vernichtung!
Vorlage S. 123
406
Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 123
407
Gewaltsam treibt die arge Peitho,
Vorlage S. 123
408
Betörend emsig Kind des Unheils;
Vorlage S. 123
409
's ist Rettung allvergeblich!
Vorlage S. 123
410
Nie verglimmt, hell, ein lodernd Feuer,
Vorlage S. 123
411
Grausig hell zeugt die Schuld!
Vorlage S. 123
412
Gleich schlechter Goldmünze nützt
Vorlage S. 123
413
Gebrauch und Zeit prüfend ab
Vorlage S. 123
414
Den Goldschein, falsch gemünzt!
Vorlage S. 123
415
Denn nachlief, knabenhaft
Vorlage S. 123
416
Betört, der schnellbeschwingtem Vogel,
Vorlage S. 123
417
Der Heimat bittrer Prüfung Anfang!
Vorlage S. 123
418
Ihr Jammern hört keiner
Vorlage S. 123
419
Der Götter an, sondern zürnend trifft er
Vorlage S. 123
420
Jenen, des Frevels Anfang!
Vorlage S. 123
421
Also Paris, der damals
Vorlage S. 123
422
Gast im Haus der Atriden
Vorlage S. 123
423
Frech den gastlichen Tisch entweiht, der die Gattin entführt hat.
Vorlage S. 123
424
Zweite Strophe
Vorlage S. 123
425
Dem Volk daheim ließ sie kriegsrüstgen Lärm
Vorlage S. 123
426
Und Schildesklang, Speergedräng, Schiffsgeschrei am Strande,
Vorlage S. 123
427
Nahm Ilions Verderben mit als Brautgeschenk;
Vorlage S. 123
428
So floh sie durch die Pforte dahin,
Vorlage S. 123
429
Verwegnes wagend. Und es schrien laut,
Vorlage S. 123
430
Wehklagten laut ihres Hauses Seher:
Vorlage S. 123
431
»O Haus! O Haus! Wehe, weh dir, Fürstenstamm!
Vorlage S. 123
432
Weh, bräutlich Bett! Spuren toter Liebe, weh euch!«
Vorlage S. 123
433
Dort er, beschimpft schweigend, sonder Zorn und Groll,
Vorlage S. 123
434
Süßträumend, die er verlor, zu schauen,
Vorlage S. 124
435
Er wähnt voll Sehnsucht, die Meerentflohne
Vorlage S. 124
436
Walt' im Geist noch daheim im Hause;
Vorlage S. 124
437
Alles heiligen Bildes
Vorlage S. 124
438
Anmut ist ihm zuwider,
Vorlage S. 124
439
Ihres Auges verlorne Lust aller Liebe Verlust ihm!
Vorlage S. 124
440
Zweite Gegenstrophe
Vorlage S. 124
441
Und traumverwebt, trauerreich umschweben
Vorlage S. 124
442
Gestalten ihn, seines Grams wunderholdes Trugspiel.
Vorlage S. 124
443
So trughaft, wenn du Liebstes wähnst zu schaun,
Vorlage S. 124
444
So flüchtig deinen Händen entflohn
Vorlage S. 124
445
Verfliegt, verschwindet dir mit leisem Flügel
Vorlage S. 124
446
Dein Traumgesicht weit in Schlafes Weiten.
Vorlage S. 124
447
Also der Gram an des Fürstenhauses Herd;
Vorlage S. 124
448
Schon der so groß – und ein andrer größer noch!
Vorlage S. 124
449
Denn wer aus griechischem Lande mitgezogen ist,
Vorlage S. 124
450
Endloses Grämen weilt daheim
Vorlage S. 124
451
In seinem Haus Tag und Nacht;
Vorlage S. 124
452
Vieles nagt tief am tiefsten Herzen:
Vorlage S. 124
453
Denn wen jeder dahingab,
Vorlage S. 124
454
Weiß er; aber zurückkehrt
Vorlage S. 124
455
Statt des Mannes in jeglich Haus sein Gewaffen und Asche.
Vorlage S. 124
456
Dritte Strophe
Vorlage S. 124
457
Ares, der Leichname Goldwechsler ist's,
Vorlage S. 124
458
Im Kampf des Speers blutger Todeswäger,
Vorlage S. 124
459
Von Troja heimsendet er den Lieben
Vorlage S. 124
460
Ein kleines, trübselges Überbleibsel,
Vorlage S. 124
461
An Mannes Statt mit Staub gefüllt schönverzierten Aschenkrug!
Vorlage S. 124
462
Drum jammern sie, sie preisen ihn aller Schlachten Tapfersten,
Vorlage S. 124
463
Sie rühmen, dass er herrlich fiel, kämpfend um fremden Mannes Weib!
Vorlage S. 124
464
So in der Stille wird gemurrt,
Vorlage S. 124
465
Und es beschleicht des Kampfes Urheber des Hasses Unheil.
Vorlage S. 124
466
Aber wer in der Schlacht fiel,
Vorlage S. 124
467
Ruht dort unter den Mauern,
Vorlage S. 124
468
Ruht im troischen Grabe; fern deckt ihn feindlicher Boden!
Vorlage S. 125
469
Dritte Gegenstrophe
Vorlage S. 125
470
Gefährlich wächst Volkes Murren, grollgemischt,
Vorlage S. 125
471
Zahlt zurück volkentpreßter Flüche Schuld;
Vorlage S. 125
472
Zu hören bangt meine Sorg ein Ende
Vorlage S. 125
473
Endloser Nacht! Unerspäht den Göttern
Vorlage S. 125
474
Bleibt nimmermehr, wer Blut vergoß, und der Erinnyen schwarze Schar
Vorlage S. 125
475
Quält den, der glücklich wider Recht ist, einst mit unglückselger Fristung
Vorlage S. 125
476
Des Lebens tot; geknechtet, so späht er umsonst nach Schutz umher;
Vorlage S. 125
477
Selbst in des Ruhmes Übermaß
Vorlage S. 125
478
Brütet Gefahr; denn seinen Blitz schleudert des Donnrers Neidblick!
Vorlage S. 125
479
Mein mag mäßiges Glück sein,
Vorlage S. 125
480
Nicht als Städtezertrümmrer
Vorlage S. 125
481
Möcht ich, aber in Feindes Hand auch mich nimmer erblicken!
Vorlage S. 125
482
Epode
Vorlage S. 125
483
Ein botenfroh Feuer ließ
Vorlage S. 125
484
Durch unsere Stadt schnell Gerücht
Vorlage S. 125
485
Eilen; aber ob es wahr, wer weiß es?
Vorlage S. 125
486
Wahrheit wahrlich ist der Götter nur!
Vorlage S. 125
487
Wer wird so kindergläubig, so verblendet sein,
Vorlage S. 125
488
An dieses Scheins neuer Kunde sein Gemüt erst zu wärmen, dann, getäuscht, bittren Tausches Bild zu sein?
Vorlage S. 125
489
Für Weibes Witz passt es, eh sie offenbar, schon zu preisen Glückes Gunst!
Vorlage S. 125
490
Leichtgläubig zu leicht verbreitet sich Frauengeschwätz,
Vorlage S. 125
491
Wie Windeswehn; doch windverweht
Vorlage S. 125
492
Versinkt zu Nichts weiberausposaunt Gerücht! –
Vorlage S. 125
493
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 125
494
Bald offenbart sich's, ob der Botenfackellauf,
Vorlage S. 125
495
Die Wachtfanale meiner Feuerwechselpost,
Vorlage S. 125
496
Wahrhaftig waren oder wie ein Traumgesicht
Vorlage S. 125
497
Mit süßer Täuschung meinen Sinn das Licht beschlich.
Vorlage S. 125
498
Ich seh den Herold vom Gestade schon sich nahn,
Vorlage S. 125
499
Das Haupt vom Ölzweig überschattet; schon bezeugt's
Vorlage S. 126
500
Des Kotes Zwillingsbruder euch, der durstge Staub,
Vorlage S. 126
501
Nicht werde lautlos, nicht von Feuern hochgeschürt
Vorlage S. 126
502
In des Berges Waldung ferner Rauch euch Bote sein,
Vorlage S. 126
503
Nein, klaren Worts bringt uns entweder sein Bericht
Vorlage S. 126
504
Mehr Freude – was entgegen dem, verschweig ich gern,
Vorlage S. 126
505
Auf dass dem nahnden Glücke glücklich sei der Gruß!
Vorlage S. 126
506
CHORFÜHRER.
Vorlage S. 126
507
Wer jenes andere diesem Lande gönnt und wünscht,
Vorlage S. 126
508
Der ernte selbst einst seiner Missgunst schnöden Wunsch!
Vorlage S. 126
509
Ein Herold tritt auf.
Vorlage S. 126
510
HEROLD.
Vorlage S. 126
511
O meine Heimat, Argos, teures Vaterland!
Vorlage S. 126
512
Mit des zehnten Jahres Sonne kehr ich wieder heim!
Vorlage S. 126
513
Zwar mancher Hoffnung ärmer, doch in einer reich:
Vorlage S. 126
514
Denn nimmer glaubt ich, dass in Argos' Erde noch
Vorlage S. 126
515
Des liebsten Grabes Stätte mir beschieden sei.
Vorlage S. 126
516
Nun sei gegrüßt, Land! Sei gegrüßt, du Sonnenlicht!
Vorlage S. 126
517
Und du, des Landes Walter, Zeus! Du, pythischer Fürst,
Vorlage S. 126
518
Mit feindlichem Bogen fürder uns nicht pfeilgewiß –
Vorlage S. 126
519
Entgegen gnug erschienst du am Skamander uns –,
Vorlage S. 126
520
Nun wieder sei uns Helfer, sei uns Streitgenoß,
Vorlage S. 126
521
Du, Fürst Apollon! Euch, ihr kampfbeschirmenden
Vorlage S. 126
522
Gottheiten, alle ruf ich, meinen Schützer auch,
Vorlage S. 126
523
Den teuren Herold Hermes, der Herolde Zier!
Vorlage S. 126
524
Und ihr, Heroen, die uns leitetet, gnädig wollt
Vorlage S. 126
525
Das Heer empfangen, das der Lanzen Wut verschont!
Vorlage S. 126
526
Du, meiner Fürsten Palast, vielgeliebtes Haus,
Vorlage S. 126
527
Ihr heiligen Stätten, Götter ihr im Sonnenlicht,
Vorlage S. 126
528
Wenn irgend je, empfanget heitren Auges jetzt
Vorlage S. 126
529
Im Schmuck den König, unsren Herrn, nach langer Zeit;
Vorlage S. 126
530
Denn heimgekehrt ist, euch und diesen allen Licht
Vorlage S. 126
531
Nach trüber Nacht zu bringen, Agamemnons Macht!
Vorlage S. 126
532
Ihr werdet festlich ihn empfahn, wie's dem gebührt,
Vorlage S. 126
533
Der Ilion zerstörte mit des Rächers Zeus
Vorlage S. 126
534
Gewaltger Grabscheit, die den Boden unterwirft.
Vorlage S. 126
535
Der Götter Tempel und Altäre sind gestürzt
Vorlage S. 126
536
Und allvernichtet alles Feldes Saat umher.
Vorlage S. 126
537
Der solches Joch anschirrte Priams stolzer Stadt,
Vorlage S. 127
538
Der hehre Fürst Atride, der allglückselge Held,
Vorlage S. 127
539
Er kommt, vor allen höchster Ehre wert, soviel
Vorlage S. 127
540
Jetzt leben. Paris noch die mitgestrafte Stadt
Vorlage S. 127
541
Berühmen fürder größrer Tat als Buße sich;
Vorlage S. 127
542
Denn er, des Raubes, der Entführung schuldig, fand
Vorlage S. 127
543
Sich keinen Retter; sein zum Tod gezeitigter
Vorlage S. 127
544
Ureingeborner Fürstenstamm, er riss ihn aus!
Vorlage S. 127
545
So ward der Priamiden Doppelschuld gebüßt!
Vorlage S. 127
546
CHOR.
Vorlage S. 127
547
Achaierherold, Freude dir! Sei froh begrüßt!
Vorlage S. 127
548
HEROLD.
Vorlage S. 127
549
Ja, Freud; ich stürbe gern jetzt; nichts verlang ich mehr!
Vorlage S. 127
550
CHOR.
Vorlage S. 127
551
Verlangen wohl nach deiner Heimat quälte dich?
Vorlage S. 127
552
HEROLD.
Vorlage S. 127
553
So dass die Freude Tränen meinem Aug entlockt!
Vorlage S. 127
554
CHOR.
Vorlage S. 127
555
Gekranket habt auch ihr an diesem süßen Weh?
Vorlage S. 127
556
HEROLD.
Vorlage S. 127
557
Auch ihr? Belehrt erst werd ich deines Wortes Herr!
Vorlage S. 127
558
CHOR.
Vorlage S. 127
559
Getrauert voll Verlangen nach Verlangenden?
Vorlage S. 127
560
HEROLD.
Vorlage S. 127
561
Hat heim das Land sein heim sich sehnend Heer gesehnt?
Vorlage S. 127
562
CHOR.
Vorlage S. 127
563
Drum hab ich oftmals tief geseufzt in trübem Sinn!
Vorlage S. 127
564
HEROLD.
Vorlage S. 127
565
Was ward dem Volke solches bösen Grames Schuld?
Vorlage S. 127
566
CHOR.
Vorlage S. 127
567
Längst heißt mir Schweigen alles Grames einzger Arzt!
Vorlage S. 127
568
HEROLD.
Vorlage S. 127
569
Der Fürsten Fernsein, machte dich's vor Fremden bang?
Vorlage S. 127
570
CHOR.
Vorlage S. 127
571
So dass mir dein »Jetzt stürb ich gern« gar schön erscheint!
Vorlage S. 127
572
HEROLD.
Vorlage S. 127
573
Ja, schön vollbracht ist's! Freilich in so langer Zeit,
Vorlage S. 127
574
Mag einer sagen, fügt sich vieles günstig wohl,
Vorlage S. 127
575
Doch andres wieder minder gut. Wer aber ist
Vorlage S. 127
576
Nicht Gott und sonder Leiden all sein Lebelang?
Vorlage S. 127
577
Wollt unsre Mühsal ich erzählen, schwere Wacht
Vorlage S. 127
578
Und selten Ruhtag, schlechtes Lager, und des Tags,
Vorlage S. 127
579
Wann je von Schiffsdienst und Gefährde wir befreit?
Vorlage S. 127
580
Gar auf dem Festland kam dazu noch neue Not;
Vorlage S. 127
581
Denn unsre Zelte lagen hart an Feindes Wall,
Vorlage S. 127
582
Vom Himmel oben und vom Wiesengrund herauf
Vorlage S. 127
583
Durchnäßte kalter Tau uns, sog verderbend sich
Vorlage S. 127
584
In unsre Kleider, unser Haar verwildernd ein.
Vorlage S. 127
585
Spräch ich vom Winter, jenem Vogeltöter, gar,
Vorlage S. 127
586
Wie unerträglich den des Ida Schnee gebracht,
Vorlage S. 127
587
Gar von der Hitze, wenn um Mittagszeit die See
Vorlage S. 127
588
In wellenlos windstiller Ruh sich legend schlief –
Vorlage S. 128
589
Doch wozu klag ich's? 's ist vorüber alle Müh,
Vorlage S. 128
590
Vorüber nun auch denen, die gefallen sind,
Vorlage S. 128
591
Und nimmermehr verlangt sie wieder aufzustehn.
Vorlage S. 128
592
Was soll ich euch herzählen die Gebliebenen und
Vorlage S. 128
593
Mich, der ich lebe, kränken um ihr traurig Los?
Vorlage S. 128
594
Nein. Lebewohl sei allem bösen Tag gesagt!
Vorlage S. 128
595
Denn uns, die wir vom Griechenheer noch übrig sind,
Vorlage S. 128
596
Siegt der Gewinn doch, und ihn wiegt kein Leiden auf;
Vorlage S. 128
597
Wer heimgezogen über Land und über Meer,
Vorlage S. 128
598
Darf so sich rühmen vor der Sonne heilgem Licht:
Vorlage S. 128
599
Troja erobert hat das Heer der Danaer,
Vorlage S. 128
600
Geweiht den Göttern seine Beute, aufgehängt
Vorlage S. 128
601
In allen Tempeln Griechenlands den teuren Schmuck!
Vorlage S. 128
602
Die solches hören, preisen müssen sie das Volk
Vorlage S. 128
603
Und seine Feldherrn; hochgelobt sei aber auch
Vorlage S. 128
604
Zeus' Gnade, die's vollbrachte! Alles weißt du nun.
Vorlage S. 128
605
CHOR.
Vorlage S. 128
606
Von deinem Wort bekenn ich gern mich überzeugt;
Vorlage S. 128
607
Zum steten Lernen bleibet auch das Alter jung.
Vorlage S. 128
608
Das Haus und Klytaimestra mag dafür zunächst
Vorlage S. 128
609
Zu sorgen haben, aber wir uns mitzufreun.
Vorlage S. 128
610
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 128
611
Laut aufgejauchzet hab ich längst in heller Lust,
Vorlage S. 128
612
Als meines Feuers erster nächtger Bote kam,
Vorlage S. 128
613
Dass eingenommen Troja und verwüstet sei.
Vorlage S. 128
614
Zwar mancher sagte spottend: »Solchem Feuerschein
Vorlage S. 128
615
Vertrauend, glaubst du, Ilion sei nun zerstört?
Vorlage S. 128
616
Doch Weiberart ist's, außer sich gar bald zu sein!«
Vorlage S. 128
617
Nach solcher Red erschien ich als ein töricht Weib;
Vorlage S. 128
618
Jedennoch opfern ließ ich, und den Jubelruf
Vorlage S. 128
619
Erhuben gellend Weiber, andre anderswo,
Vorlage S. 128
620
In der Stadt umher froh lärmend, in der Götter Sitz
Vorlage S. 128
621
Mit reichen Spenden duftges Feuer sänftigend.
Vorlage S. 128
622
Und nun, was braucht's noch, dass du mir das weitre sagst?
Vorlage S. 128
623
Die ganze Kunde hör ich bald vom Fürsten selbst;
Vorlage S. 128
624
Drum eil ich, meinen erlauchten Herrn aufs herrlichste
Vorlage S. 128
625
Bei seiner Ankunft hier zu empfahn. Was gäb es auch
Vorlage S. 128
626
Für eine Gattin Süßeres, als den Tag zu schaun,
Vorlage S. 128
627
Wo ihrem Mann, der glücklich heimkehrt aus dem Feld,
Vorlage S. 129
628
Das Tor sie auftut! Also sprich zu meinem Herrn:
Vorlage S. 129
629
Zu kommen mög er eilen, vielersehnt der Stadt;
Vorlage S. 129
630
Treu fänd im Haus er sein Gemahl, wie er sie einst
Vorlage S. 129
631
Verlassen habe als des Hauses Wächterin,
Vorlage S. 129
632
Ihm edlen Sinnes, allen Bösgesinnten feind,
Vorlage S. 129
633
In allem andern noch sich gleich, von ihrer Hand
Vorlage S. 129
634
Kein Siegel drinnen während all der Zeit verletzt;
Vorlage S. 129
635
Noch weiß von Wollust, von verbotner Heimlichkeit
Vorlage S. 129
636
Mit fremdem Manne mehr ich denn vom Bad des Stahls!
Vorlage S. 129
637
Klytaimestra ab.
Vorlage S. 129
638
HEROLD.
Vorlage S. 129
639
Ein solcher Selbstruhm, seiner Wahrheit voll und wert,
Vorlage S. 129
640
Ist tadellos zu sprechen für ein edles Weib!
Vorlage S. 129
641
CHOR.
Vorlage S. 129
642
Sie sagt es selbst dir, und du hörst es von ihr selbst,
Vorlage S. 129
643
Vom besten Dolmetsch, durch ihr eignes klares Wort!
Vorlage S. 129
644
Doch sag mir, Herold, ist Menelaos auch mit euch
Vorlage S. 129
645
Heimwärts gesegelt, ist er wohlbehalten auch
Vorlage S. 129
646
Zurückgekommen, unsres Landes lieber Herr?
Vorlage S. 129
647
HEROLD.
Vorlage S. 129
648
Nicht ist es möglich, dass ich frohe Kunde dir,
Vorlage S. 129
649
Der du dich lange könntest freun, erheuchele!
Vorlage S. 129
650
CHOR.
Vorlage S. 129
651
Wie träfst du auch das Wahre, wenn du Frohes sagst?
Vorlage S. 129
652
Dass das sich ewig scheidet, leicht ist's einzusehn!
Vorlage S. 129
653
HEROLD.
Vorlage S. 129
654
Der Held, er ist verschollen im Hellenenheer,
Vorlage S. 129
655
Er selbst und seine Schiffe. Falsches hörst du nicht!
Vorlage S. 129
656
CHOR.
Vorlage S. 129
657
Und ging er vor euch noch von Troja aus in See?
Vorlage S. 129
658
Verschlug ein Sturm ihn, euch und ihm zugleich verhängt?
Vorlage S. 129
659
HEROLD.
Vorlage S. 129
660
Recht trafst du wie ein wackrer Bogenschütz das Ziel
Vorlage S. 129
661
Und sprachst ein langes Leiden aus mit kurzem Wort!
Vorlage S. 129
662
CHOR.
Vorlage S. 129
663
Ob er selbst noch lebe, ob er umgekommen sei,
Vorlage S. 129
664
Kam's durch Berichte fremder Schiffer nicht umher?
Vorlage S. 129
665
HEROLD.
Vorlage S. 129
666
Wohl keiner weiß es, der es nacherzählen kann,
Vorlage S. 129
667
Als, der der Erde Lebenskraft nährt, Helios!
Vorlage S. 129
668
CHOR.
Vorlage S. 129
669
Wie aber, sag uns, ist den Schiffen jener Sturm
Vorlage S. 129
670
Gekommen und vollendet durch der Götter Zorn?
Vorlage S. 129
671
HEROLD.
Vorlage S. 129
672
Mit böser Botschaft sollte man den frohen Tag
Vorlage S. 129
673
Niemals entweihen; des enthält sich Gottesfurcht;
Vorlage S. 129
674
Bringt aber heim ein Bote der gefallenen
Vorlage S. 130
675
Heerscharen unaussprechlich Leid, mit trüber Stirn
Vorlage S. 130
676
Die Wunden heim, die eine des gesamten Volks
Vorlage S. 130
677
Und andere viele, weil aus jedem Haus den Mann
Vorlage S. 130
678
Hinausgepeitschet Ares' Doppelgeißel hat –
Vorlage S. 130
679
Zweischneidges Unheil, blutge Gramverschwisterung –,
Vorlage S. 130
680
Ja, wem ein solcher Jammer aufgebürdet ist,
Vorlage S. 130
681
Den soll man nennen der Erinnyen Ehrenhold,
Vorlage S. 130
682
Doch Freudenbote glücklich überstandner Not
Vorlage S. 130
683
Den, welcher heimkehrt froh zur frohen Vaterstadt.
Vorlage S. 130
684
Wie misch ich Liebes Bösem bei, wenn ich vom Sturm,
Vorlage S. 130
685
Den Götter uns Achaiern zürnten, sprechen soll?
Vorlage S. 130
686
Denn da verschwur sich, was sich sonst das Feindlichste,
Vorlage S. 130
687
Meerflut und Feuer, sie bewährten ihren Bund,
Vorlage S. 130
688
Vernichtend der Argiver unglückselges Heer.
Vorlage S. 130
689
Es erhob zur Nachtzeit sich der empörten Fluten Sturz,
Vorlage S. 130
690
Aneinander jagte die Schiffe wilder thrakischer
Vorlage S. 130
691
Orkan; sie selbst im Ungestüm des Schloßensturms,
Vorlage S. 130
692
Des typhoischen Wetters, wild vom Horn des Kiels zerfleischt,
Vorlage S. 130
693
Verschwanden spurlos in des Treibers Kreiseltanz.
Vorlage S. 130
694
Als dann das Frühlicht tagend endlich wieder schien,
Vorlage S. 130
695
Da sahn wir rings des stillen Meeres Spiegel blühn
Vorlage S. 130
696
Von Griechenleichen, von zerschellter Schiffe Wrack.
Vorlage S. 130
697
Uns aber hat und unser unversehrtes Schiff
Vorlage S. 130
698
Entwendet, glaub ich, oder bittend frei gemacht
Vorlage S. 130
699
Ein Gott, ein Mensch nicht, der das Steuer uns gelenkt;
Vorlage S. 130
700
Mitfahrend saß beim Ruder Tyche, Retterin,
Vorlage S. 130
701
Dass nicht den Kiel am Ankerplatz noch böse Flut
Vorlage S. 130
702
Bedrohte, noch am Klippenstrand er scheiterte.
Vorlage S. 130
703
Also dem Hades des empörten Meers entflohn,
Vorlage S. 130
704
Misstrauten unsrem Glück wir auch am heitren Tag
Vorlage S. 130
705
Und ließen weiden unsren Gram das neue Leid
Vorlage S. 130
706
Des mühbeladnen, jammervoll zerstäubten Heers.
Vorlage S. 130
707
Und freut von jenen einer noch des Atems sich,
Vorlage S. 130
708
So redet auch von uns er wie von Toten; denn
Vorlage S. 130
709
Wir wieder meinen, ihnen sei es so geschehn.
Vorlage S. 130
710
So gut es kann, mag's werden; doch Menelaos nun,
Vorlage S. 130
711
Der kommt zuerst wohl und vor allen noch zurück;
Vorlage S. 131
712
Denn wenn ein Lichtblick irgend noch des Helios
Vorlage S. 131
713
Ihn leben sieht und weben durch Zeus' ewgen Rat,
Vorlage S. 131
714
Der sein Geschlecht doch nimmermehr vertilgen will,
Vorlage S. 131
715
So bleibet Hoffnung, dass er einst noch wiederkehrt. –
Vorlage S. 131
716
Soviel du hörtest, Wahres nur hast du gehört!
Vorlage S. 131
717
Herold ab.
Vorlage S. 131
718
Erste Strophe
Vorlage S. 131
719
CHOR.
Vorlage S. 131
720
Wer erfand den Namen einst,
Vorlage S. 131
721
Namen überall bewährt,
Vorlage S. 131
722
Wenn nicht der, den keiner schaut, der voraus all Verhängnis überdenkt,
Vorlage S. 131
723
Auch das Wort im Zufall lenkt –
Vorlage S. 131
724
Helena deutungsvoll die vielstreitige, speererrungne nennend,
Vorlage S. 131
725
Die, ein Elend allem Geschwader und Volk, aus des Gemahls
Vorlage S. 131
726
Teppichumhülltem Lager floh, fahrend mit segelblähndem Westwind?
Vorlage S. 131
727
Und des Kiels flutenverwehter Fährte nachjagten mit Schild und Speer die Jäger,
Vorlage S. 131
728
Fern gen Simoeis' Uferland steuernd, dem laubumgrünten,
Vorlage S. 131
729
Mit dem empörtesten Blutdurst!
Vorlage S. 131
730
Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 131
731
Rechte Gramverschwägrung war's,
Vorlage S. 131
732
Die den Troern Götterzorn,
Vorlage S. 131
733
Endesinnend, hat gesandt, für des Gasttisches arge Schändung einst,
Vorlage S. 131
734
Für des höchsten Hortes Schmach
Vorlage S. 131
735
Buße vom Freudenfest, vom brautfeiernden Hymnos einzufordern,
Vorlage S. 131
736
Von dem Hochzeitlied, das die Schwäger daheim sangen mit Stolz;
Vorlage S. 131
737
Doch es verlernte solchen Sang bald die ergraute Priamsfeste;
Vorlage S. 131
738
Und in Gramliedern beseufzend ihre Not, schrie sie, verfluchte sie Paris' Untat,
Vorlage S. 131
739
Noch bevor sie das ganze graunvolle Geschick des Volkes sah
Vorlage S. 131
740
In dem entsetzlichen Blutbad!
Vorlage S. 131
741
Zweite Strophe
Vorlage S. 131
742
Es zog also ein Mann einst,
Vorlage S. 132
743
Ein Löwenjunges der Muttermilch raubend, selbst sich den Rächer;
Vorlage S. 132
744
Denn es erschien im Anfang,
Vorlage S. 132
745
Zahm mit den Kindern zu spielen,
Vorlage S. 132
746
Treuer Begleiter der Alten,
Vorlage S. 132
747
Ruhete oft in ihrem Arm,
Vorlage S. 132
748
Wie ein gehegter Säugling pflegt,
Vorlage S. 132
749
Sah hellblickend zur Hand herauf, an sich schmiegend vor Hunger.
Vorlage S. 132
750
Zweite Gegenstrophe
Vorlage S. 132
751
Gereift endlich enthüllte
Vorlage S. 132
752
Die Art er seines Geschlechtes; denn, als der Pflege Vergeltung,
Vorlage S. 132
753
Riss er sich ungeladen
Vorlage S. 132
754
Schafe der Herde zum Mahle,
Vorlage S. 132
755
Tünchte des Haus mit dem Blute rings –
Vorlage S. 132
756
Für die Bewohner übergroß
Vorlage S. 132
757
Unverwindbar bittres Leid;
Vorlage S. 132
758
Gottgesandt dem Geschlecht erwuchs so ein Priester des Unheils.
Vorlage S. 132
759
Dritte Strophe
Vorlage S. 132
760
In gleicher Art kam gen Ilion, ich möchte sagen:
Vorlage S. 132
761
Ein Sinn wie glanzheitre Meeresstille,
Vorlage S. 132
762
Ein Kleinod wunderholden Reichtums,
Vorlage S. 132
763
Lieblich geheimen Blickes Pfeil,
Vorlage S. 132
764
Herzbetrübende Liebesblüte;
Vorlage S. 132
765
Doch enttäuscht endlich, erfüllt' selbst sie das grambittere Ziel der Hochzeit,
Vorlage S. 132
766
Die, hinweg Frieden und Lust scheuchend, in Priamos' Haus geflohn kam,
Vorlage S. 132
767
Geschenk des gastlichen Zeus,
Vorlage S. 132
768
Brautbeweinte Erinnys!
Vorlage S. 132
769
Dritte Gegenstrophe
Vorlage S. 132
770
Ein greises Wort, vielberühmt den Menschen, lautet also:
Vorlage S. 132
771
Der große, volkreiche Glückessegen
Vorlage S. 132
772
Gebiert, stirbt nimmer kinderlos;
Vorlage S. 132
773
Und in des Glückes Garten wächst
Vorlage S. 132
774
Unersättlicher Jammer wuchernd!
Vorlage S. 133
775
Doch erkennt anders es mein Geist; denn des Menschen böser Wandel,
Vorlage S. 133
776
Er erzeugt andere Untat, an des Vaters Zügen kenntlich!
Vorlage S. 133
777
Doch frommen Häusern erblüht
Vorlage S. 133
778
Kinderseliges Heil stets!
Vorlage S. 133
779
Vierte Strophe
Vorlage S. 133
780
Es zeuget gern Übermut alter Zeit Übermut fort und fort,
Vorlage S. 133
781
Der im Leide grünt und reift –
Vorlage S. 133
782
Sei's heut, sei's morgen, wenn nur erst die rechte Stunde kommt –,
Vorlage S. 133
783
Den unüberwindlichen, den allverhaßten, den Abscheu des Sonnenlichts, in des Geschlechts
Vorlage S. 133
784
Nachtdunkler Schuld göttervergeßne Frechheit,
Vorlage S. 133
785
Wieder dem Vater ähnlich!
Vorlage S. 133
786
Vierte Gegenstrophe
Vorlage S. 133
787
Doch Dike strahlt unter armselgem, rauchschwarzem Dach,
Vorlage S. 133
788
Ehret frommes Leben hoch;
Vorlage S. 133
789
Wer aber goldgewirkte Pracht mit schmutzger Hand sich webt,
Vorlage S. 133
790
Da flieht des Vaters hehre Tochter, den Blick abgewandt, des Reichtumes Gewalt,
Vorlage S. 133
791
Von feilem Lob falsch gemünzt, verachtend;
Vorlage S. 133
792
Jegliches probt am Ziel sie!
Vorlage S. 133
793
Auf hohem Siegeswagen tritt Agamemnon auf; neben ihm sitzend Kassandra. Etwas später tritt Klytaimestra aus dem Palast.
Vorlage S. 133
794
CHORFÜHRER.
Vorlage S. 133
795
Mein König und Herr,
Vorlage S. 133
796
Du des Atreus Sohn, der du Troja bezwangst,
Vorlage S. 133
797
Wie red ich dich an, wie ehr ich dich jetzt
Vorlage S. 133
798
Nicht überentzückt, nicht niedergedrückt
Vorlage S. 133
799
Von der Freude des Tags?
Vorlage S. 133
800
Wohl mancher versucht zu erheucheln den Schein,
Vorlage S. 133
801
Überschreitend das Maß des Gerechten!
Vorlage S. 133
802
Mit dem Unglückselgen zu klagen ist leicht
Vorlage S. 133
803
Alljeder bereit; doch die Nadel des Grams
Vorlage S. 133
804
Dringt dem niemals bis zum Herzen!
Vorlage S. 133
805
Und Fröhlichen wieder erscheinet er froh
Vorlage S. 133
806
Und zwingt nichtlachende Stirn, dass sie lacht.
Vorlage S. 133
807
Doch wer wie ein wackerer Hirte des Volks
Vorlage S. 134
808
Achtgibt, dem birgt solch Auge sich nicht,
Vorlage S. 134
809
Das, ein treues Gemüt zu bekunden bemüht,
Vorlage S. 134
810
Liebäugelt in wäßriger Freundschaft!
Vorlage S. 134
811
Du dünktest mich einst, da du fort in den Krieg
Vorlage S. 134
812
Um Helena zogst – nicht berg ich es dir –,
Vorlage S. 134
813
Sehr töricht zu sein, und es blieb mir im Geist,
Vorlage S. 134
814
Dass du nicht recht lenktest das Steuer des Sinns,
Vorlage S. 134
815
Unwilligen Mut
Vorlage S. 134
816
Für Kampf und Tod zu erzwingen.
Vorlage S. 134
817
Jetzt aber erfreut mich im tiefsten Gemüt
Vorlage S. 134
818
Die Gefahr, die glücklich vorbei euch zog;
Vorlage S. 134
819
Du wirst mit der Zeit, wenn du nachforschst, sehn,
Vorlage S. 134
820
Wer löblich und wer nicht, wie es sich ziemt,
Vorlage S. 134
821
Von den Bürgern die Stadt dir bewahrt hat.
Vorlage S. 134
822
AGAMEMNON.
Vorlage S. 134
823
Zuerst gebührt sich's, Argos und die heimischen
Vorlage S. 134
824
Gottheiten fromm zu grüßen, die zur Wiederkehr,
Vorlage S. 134
825
Zu meinem Recht mir halfen, das ich von Priams Stadt
Vorlage S. 134
826
Gefordert habe. Sie, des Streites Richter nicht
Vorlage S. 134
827
Nach Red und Gegenrede, warfen offenbar
Vorlage S. 134
828
In des Blutes Urne Trojas männermordende,
Vorlage S. 134
829
Des Todes Kugel; bei der andern, unberührt
Vorlage S. 134
830
Von aller Hand noch, saß die Hoffnung kummervoll.
Vorlage S. 134
831
Am Rauch erkennt man Trojas Trümmerstätte jetzt;
Vorlage S. 134
832
Die Todeswolke lebt und weht, und sterbend haucht
Vorlage S. 134
833
Des einstgen Reichtums schwülen Qualm die Asche noch.
Vorlage S. 134
834
Dafür gebührt den Göttern vielgedenker Dank,
Vorlage S. 134
835
Da auch die Tücke wutgeschürzter Schlingen wir
Vorlage S. 134
836
Vergolten haben und des Weibes wegen jetzt
Vorlage S. 134
837
Die Stadt in Staub trat das Argiver-Ungetüm,
Vorlage S. 134
838
Des Rosses Nestling, unser schildgewandtes Volk,
Vorlage S. 134
839
Das sich zum Fang hob um der Plejaden Untergang;
Vorlage S. 134
840
Da übersprang den Wall es, ein blutdurstger Leu,
Vorlage S. 134
841
Und leckte dürstend sich im Königsblute satt.
Vorlage S. 134
842
Den Göttern hab ich diesen ersten Gruß gesagt;
Vorlage S. 134
843
Zu deiner Meinung, der ich wohl gedenke, dies:
Vorlage S. 135
844
Dasselbe sag ich und vertrete, was du sprachst;
Vorlage S. 135
845
Denn wenig Menschen ist es angeborne Art,
Vorlage S. 135
846
Den hochbeglückten Freund zu ehren sonder Neid;
Vorlage S. 135
847
Denn in das Herz tief frisst sich ein des Neides Rost
Vorlage S. 135
848
Und kränkt mit zweifach bösem Gram den Krankenden;
Vorlage S. 135
849
Von eignem Leide nieder schon gedrückt, beseufzt
Vorlage S. 135
850
Er's doppelt bitter, dass er andre glücklich sieht.
Vorlage S. 135
851
Wohl nennen darf ich – denn ich hab es selbst erkannt
Vorlage S. 135
852
In meines Lebens Spiegel – eines Schattens Bild
Vorlage S. 135
853
Den Schein der Treue, den mir viele viel gezeigt;
Vorlage S. 135
854
Und nur Odysseus, welcher ungern mit uns zog,
Vorlage S. 135
855
Trug willig mit mir, unter gleiches Joch gebeugt! –
Vorlage S. 135
856
Ob er der Toten einer, ob am Leben noch,
Vorlage S. 135
857
Weiß Gott! – Das weitre für die Götter und die Stadt,
Vorlage S. 135
858
In der Volksversammlung wird es nach gewohnter Art
Vorlage S. 135
859
Erwogen werden; was sich gut und tüchtig zeigt,
Vorlage S. 135
860
Für dessen Aufrechthaltung wird zu sorgen sein;
Vorlage S. 135
861
Doch wo's des Arztes und der Arzenein bedarf,
Vorlage S. 135
862
Da auch mit Schnitt und Feuer, doch voll Liebe werd
Vorlage S. 135
863
Ich solchen Aussatz wegzutilgen mich bemühn.
Vorlage S. 135
864
Und nun zum Palast und zum Herde heimgekehrt,
Vorlage S. 135
865
Heb ich den Göttern betend meine Hand empor;
Vorlage S. 135
866
Die fern hinaus mich sandte, die mich heimgeführt,
Vorlage S. 135
867
Nike, die mir gefolget, sei mein immerdar!
Vorlage S. 135
868
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 135
869
Argiver, Bürger, unsrer Stadt ehrwürdger Stolz!
Vorlage S. 135
870
Nicht soll's mich schämen, wie ich liebe meinen Mann,
Vorlage S. 135
871
Vor euch zu sagen; sondern auslischt uns die Zeit
Vorlage S. 135
872
Die blöde Scheu vor Menschen. Eignen Grams belehrt,
Vorlage S. 135
873
Will ich erzählen, wie ich still und kummervoll
Vorlage S. 135
874
Fortlebte, während jener lag vor Ilion.
Vorlage S. 135
875
Schon dass so weit von ihrem Mann getrennt ein Weib
Vorlage S. 135
876
Einsam daheim sitzt, das ist unaussprechlich hart;
Vorlage S. 135
877
Gerüchte hört sie, viele, widersprechende;
Vorlage S. 135
878
Bald dass er komme, bald er bringe mit zurück,
Vorlage S. 135
879
Was schlimmer als das Schlimmste sei, so heißt's im Haus.
Vorlage S. 135
880
Und wenn ihm soviel Wunden dort geschlagen sind,
Vorlage S. 135
881
Wie das Gerücht uns fort und fort zu Ohren kam,
Vorlage S. 136
882
Sein Körper wäre wie ein vieldurchlöchert Netz;
Vorlage S. 136
883
Und wär er stets gefallen, wenn gesagt es ward,
Vorlage S. 136
884
Gleich einem zweiten dreigeleibten Geryon
Vorlage S. 136
885
Könnt er im Leben – denn vom Tode red ich nicht –
Vorlage S. 136
886
Gar manch ein dreifach Leichentuch zu haben schon
Vorlage S. 136
887
Sich rühmen, einmal sterbend mit jedwedem Leib.
Vorlage S. 136
888
Um solcher unglückselgen Kunde willen war's,
Vorlage S. 136
889
Dass mancher Schlinge, hochgeknüpft um meinen Hals,
Vorlage S. 136
890
Mich überrascht und wider Willen man entriss.
Vorlage S. 136
891
Zu Agamemnon.
Vorlage S. 136
892
Drum steht der Knabe nicht mir, wie es müsste sein,
Vorlage S. 136
893
Er mein und deiner Liebe liebes Unterpfand,
Vorlage S. 136
894
Orest mir nicht zur Seite; wundre drum dich nicht!
Vorlage S. 136
895
Dein treuer Gastfreund zieht ihn dir wohlwollend auf,
Vorlage S. 136
896
Der Phoker Strophios, der mir viel Bedenkliches
Vorlage S. 136
897
Vorausgesagt hat, wie in Gefahr vor Ilion
Vorlage S. 136
898
Du schwebtest, wie das herrscherlose Volk den Rat
Vorlage S. 136
899
Leicht in Empörung stürzte, wie es angeborn
Vorlage S. 136
900
Den Menschen sei, Gestürzten doppelt weh zu tun.
Vorlage S. 136
901
Glaub nicht, es berge dies Entschuldgen dir Betrug! –
Vorlage S. 136
902
Mir aber ist der Tränen ewig strömender
Vorlage S. 136
903
Brunnquell versieget; drinnen ist kein Tropfen mehr;
Vorlage S. 136
904
Mein spätentschlummernd Auge krankt und schmerzt mich sehr;
Vorlage S. 136
905
Um dich zu weinen, saß ich Mitternächte durch,
Vorlage S. 136
906
Von denen du nichts wusstest; wieder dann im Traum
Vorlage S. 136
907
Erweckte früh mit schwirrend leisem Flügelschlag
Vorlage S. 136
908
Mich eine Mücke, wann ich deiner Leiden mehr
Vorlage S. 136
909
Sah, denn die Zeit begreifen konnte, die ich schlief.
Vorlage S. 136
910
Nachdem ich alles das mit ungebeugtem Sinn
Vorlage S. 136
911
Ertragen, nun begrüß ich dich des Hauses Hort,
Vorlage S. 136
912
Ein allerrettend Ankertau, des hohen Dachs
Vorlage S. 136
913
Grundfester Pfeiler, eines Vaters einzig Kind,
Vorlage S. 136
914
Und Land, dem Schiffer wider Hoffnung aufgetaucht,
Vorlage S. 136
915
Ein schönster Frühlingsmorgen nach dem Wintersturm,
Vorlage S. 136
916
Dem müden, durstgen Wandersmann ein frischer Quell!
Vorlage S. 136
917
So selig ist es, aller Not entflohn zu sein,
Vorlage S. 136
918
Und solchen Grußes acht ich dich darum mir wert!
Vorlage S. 137
919
Fern bleibe Missgunst; haben wir doch Gram genug
Vorlage S. 137
920
Zuvor erduldet! – Nun, o du mein teures Haupt,
Vorlage S. 137
921
Steig mir von deinem Wagen; auf die Erde nicht
Vorlage S. 137
922
Setz deinen Fuß, Herr, den Zertreter Ilions!
Vorlage S. 137
923
Was säumt ihr, Mägde, da euch aufgetragen ist,
Vorlage S. 137
924
Die Decken hinzubreiten über seinen Weg!
Vorlage S. 137
925
So eilt, dass purpurüberdeckt ihm sei der Gang,
Vorlage S. 137
926
Den wider Hoffnung Dike leitet seinen Fuß;
Vorlage S. 137
927
Das andre wird mein Sorgen, das kein Schlaf bezwang,
Vorlage S. 137
928
Gerecht, so Gott will, bald erfüllen, wie es muss!
Vorlage S. 137
929
Die Sklavinnen breiten Purpurteppiche bis zum Palast.
Vorlage S. 137
930
AGAMEMNON.
Vorlage S. 137
931
Du Tochter Ledas, meines Hauses Hüterin,
Vorlage S. 137
932
Du sprachst der Zeit, die ich entfernt war, wohlgemäß
Vorlage S. 137
933
In gleicher langer Rede; doch ein echtes Lob –
Vorlage S. 137
Historische Darstellung von Aischylos
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von Aischylos — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · UnknownUnknown · Public domain Bildquelle ↗
934
Aus fremdem Mund muss kommen uns ein solch Geschenk.
Vorlage S. 137
935
Auch wolle sonst nicht mit mir zärteln nach der Art
Vorlage S. 137
936
Der Weiber noch am Boden liegend tief herauf,
Vorlage S. 137
937
So wie's Barbaren tun, mir knechten deinen Gruß,
Vorlage S. 137
938
Noch mache gar mit deinem Purpur meinen Weg
Vorlage S. 137
939
Verhaßt: die Götter nur ist so zu ehren recht!
Vorlage S. 137
940
Dass ich, ein Mensch, auf bunten Prachtgewanden soll
Vorlage S. 137
941
Hinschreiten, mir ist's Grund zu mehr als eitler Furcht;
Vorlage S. 137
942
Ich will geehrt als Menschen, nicht als Gott mich sehn;
Vorlage S. 137
943
Auch ohne deiner Decken, deines Purpurs Stolz
Vorlage S. 137
944
Erhebt der Ruf mich, und es ist, nicht argen Sinns
Vorlage S. 137
945
Zu sein, der Götter größt Geschenk. Den mag beglückt
Vorlage S. 137
946
Man preisen, der sein Leben schließt im lieben Glück;
Vorlage S. 137
947
Wenn mir es stets so würde, hätt ich frohen Mut!
Vorlage S. 137
948
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 137
949
O sage du nicht mir das wider meinen Wunsch!
Vorlage S. 137
950
AGAMEMNON.
Vorlage S. 137
951
Den Wunsch bewahr ich, glaub mir, unveränderlich!
Vorlage S. 137
952
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 137
953
Hast du gelobt aus Furcht, es irgend je zu tun?
Vorlage S. 137
954
AGAMEMNON.
Vorlage S. 137
955
Wenn einer, hab ich meinen Entschluss wohl bedacht!
Vorlage S. 137
956
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 137
957
Was, meinst du, täte Priamos wohl an deiner Statt?
Vorlage S. 137
958
AGAMEMNON.
Vorlage S. 137
959
Ich glaube, der beträte deiner Decken Pracht!
Vorlage S. 137
960
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 138
961
So habe nicht mehr vor der Menschen Tadel Scheu!
Vorlage S. 138
962
AGAMEMNON.
Vorlage S. 138
963
Und doch gewichtig ist des Volkes Stimme stets!
Vorlage S. 138
964
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 138
965
Wer unbeneidet, ist des Neides nimmer wert!
Vorlage S. 138
966
AGAMEMNON.
Vorlage S. 138
967
Streit aufzusuchen ziemet für ein Weib sich nicht!
Vorlage S. 138
968
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 138
969
Jedoch besiegt zu werden dem, der glücklich ist!
Vorlage S. 138
970
AGAMEMNON.
Vorlage S. 138
971
So achte du auch meinen Sieg in diesem Streit!
Vorlage S. 138
972
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 138
973
Gib nach, gewähre willig mir die Oberhand!
Vorlage S. 138
974
AGAMEMNON.
Vorlage S. 138
975
Nun, wenn du gern willst, mag man schnell die Sohle mir
Vorlage S. 138
976
Abbinden, meines Fußes treue Dienerin,
Vorlage S. 138
977
Dass nicht mich fernher treffen mag, wenn ich in ihr
Vorlage S. 138
978
Auf Purpur wandle, eines Gottes neidscher Blick:
Vorlage S. 138
979
Denn ich fürchte sehr zu verderben meines Hauses Glück,
Vorlage S. 138
980
Wann solchen Reichtum, solch Geweb mein Fuß verdirbt!
Vorlage S. 138
981
Davon genug jetzt. Dieses fremde Mädchen führ
Vorlage S. 138
982
Ins Haus mir freundlich; wer als Herr sich mild erzeigt,
Vorlage S. 138
983
Auf den herab sieht mild und gnadenreich der Gott;
Vorlage S. 138
984
Mit frohem Herzen trägt ja niemand Sklavenjoch.
Vorlage S. 138
985
Aus vielen Beuten als die schönste Blume mir
Vorlage S. 138
986
Vom Heer erlesen und geschenkt mir, kam sie mit.
Vorlage S. 138
987
So will ich, da ich dir zu folgen über mich
Vorlage S. 138
988
Gewann, ins Haus gehn, tretend auf des Purpurs Glanz!
Vorlage S. 138
989
Geht in den Palast.
Vorlage S. 138
990
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 138
991
Es ist ein Meer noch – und das Meer, wer schöpft es leer? –,
Vorlage S. 138
992
Das vielen Purpurs silberaufgewägten Saft
Vorlage S. 138
993
Erzeugt, den immerneusten, prachtkleidfärbenden,
Vorlage S. 138
994
Davon, den Göttern dank es, Herr, dein Haus besitzt!
Vorlage S. 138
995
Zu haben, nicht zu darben hat dein Haus gelernt.
Vorlage S. 138
996
Und viele Decken hätt ich zum Zertreten gern
Vorlage S. 138
997
Gelobt, wenn das mir ein Orakel angezeigt,
Vorlage S. 138
998
Als Dank, dass heim dein Leben du mir hast gebracht.
Vorlage S. 138
999
Denn lebt die Wurzel, so umgrünet Laub das Dach
Vorlage S. 138
1000
Und breitet Schatten vor dem heißen Sirius;
Vorlage S. 138
1001
Du, heimgekehrt mir an den heimatlichen Herd,
Vorlage S. 138
1002
Mir kündest Frühlingswärme du in Winterszeit;
Vorlage S. 138
1003
Und wieder, wenn in herber Traube Zeus den Wein
Vorlage S. 138
1004
Lässt reifen, lieber Kühle gleich weht's dann im Haus,
Vorlage S. 139
1005
Weil du vollendend wieder heimgekommen bist! –
Vorlage S. 139
1006
Zeus, Zeus Vollender, endlich ende mein Gebet;
Vorlage S. 139
1007
In deine Hände leg ich, was du enden musst!
Vorlage S. 139
1008
Ab in den Palast.
Vorlage S. 139
1009
Erste Strophe
Vorlage S. 139
1010
CHOR.
Vorlage S. 139
1011
Warum ist's, dass immerfort
Vorlage S. 139
1012
Jenes Zeichen meinem Blick,
Vorlage S. 139
1013
Meinem ahndungsvollen Geiste vorschwebt?
Vorlage S. 139
1014
Dass der Gesang ungelohnt, ungeboten mir weissagt?
Vorlage S. 139
1015
Warum nicht, vergessend sein,
Vorlage S. 139
1016
Sein wie eines dunklen Traums,
Vorlage S. 139
1017
Weilt auf meines Gemüts liebem Thron getroster Mut?
Vorlage S. 139
1018
Und doch: vorbei ist längst die Zeit, dass fern am Strand
Vorlage S. 139
1019
Heer und Schiffe man altern ließ, als zur See gen Ilion
Vorlage S. 139
1020
Unser Heer gezogen war!
Vorlage S. 139
1021
Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 139
1022
Eigner Zeuge, eignen Augs
Vorlage S. 139
1023
Sah ich ihre Wiederkehr;
Vorlage S. 139
1024
Dennoch singet drinnen harfenlos mir,
Vorlage S. 139
1025
Willenlos mir den Trauergesang der Erinnys
Vorlage S. 139
1026
Meine Seele, ruhig nicht
Vorlage S. 139
1027
Durch der Hoffnung frohen Mut!
Vorlage S. 139
1028
Und dies Bangen, erwägt's kalter Ernst, so täuscht sich nicht
Vorlage S. 139
1029
Mein Herz, vom Strudel nahnder Erfüllung miterfaßt!
Vorlage S. 139
1030
Möcht es anders, wie ich's geahnt, möcht es ewig unerfüllt
Vorlage S. 139
1031
Als ein Nichts in Nichts vergehn!
Vorlage S. 139
1032
Zweite Strophe
Vorlage S. 139
1033
Denn es verzehrt, heimlich zerstört alle blühnde Gesundheit selbst sich; ihr Nachbar,
Vorlage S. 139
1034
Wohnt, Mauer an Mauer ihr, lauerndes Siechtum!
Vorlage S. 139
1035
Mitten in glücklicher Fahrt
Vorlage S. 139
1036
Treibet des Menschen Verhängnis
Vorlage S. 139
1037
Auf verborgene Scheiterklippen;
Vorlage S. 139
1038
Wirft Besorgnis einen Teil
Vorlage S. 140
1039
Dann hinab vom reichen Gut,
Vorlage S. 140
1040
Einen vollgemeßnen Wurf,
Vorlage S. 140
1041
Nicht versinkt sein Haus dann ganz,
Vorlage S. 140
1042
Grambelastet allzusehr,
Vorlage S. 140
1043
Noch verschlingt die See den Kiel;
Vorlage S. 140
1044
Wahrlich, reifende, reichliche Gabe des Zeus in den jährlichen grünenden Fluren
Vorlage S. 140
1045
Sättigt leicht den Hungernden!
Vorlage S. 140
1046
Zweite Gegenstrophe
Vorlage S. 140
1047
Doch in den Staub wenn das dahinsterbend dunkele Blut einmal sich gemischt hat,
Vorlage S. 140
1048
Wer ruft es mit Zauber zurück in das Leben?
Vorlage S. 140
1049
Welcher vor allen verstand
Vorlage S. 140
1050
Tote zu wecken, es zwang den
Vorlage S. 140
1051
Zeus, nicht schonend, zur Ruh des Todes.
Vorlage S. 140
1052
Aber wenn es kein Geschick
Vorlage S. 140
1053
Gottbeschieden hinderte,
Vorlage S. 140
1054
Längren Lebens froh zu sein,
Vorlage S. 140
1055
Eilen würde da mein Herz,
Vorlage S. 140
1056
Auszuströmen diesen Wunsch;
Vorlage S. 140
1057
Doch im Dunkel kummervoll
Vorlage S. 140
1058
Pocht es zagend, im Tiefsten verzagend, das Knäuel der Gedanken zu lösen,
Vorlage S. 140
1059
Wild umtost von dunkler Angst! –
Vorlage S. 140
1060
Klytaimestra tritt eilig aus dem Palast.
Vorlage S. 140
1061
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 140
1062
So komm hinein doch! Du, Kassandra, bist gemeint;
Vorlage S. 140
1063
Nicht zürnte Zeus dir, dass er in unsrem Hause dich
Vorlage S. 140
1064
Am Opfer teil lässt nehmen, mit den übrigen
Vorlage S. 140
1065
Dienstboten hinzutreten an den heilgen Herd.
Vorlage S. 140
1066
So steig herab vom Wagen! Lass den eitlen Stolz!
Vorlage S. 140
1067
Denn auch Alkmenes Sohn, so sagt man, trug es einst,
Vorlage S. 140
1068
Verkauft zu leben und gezwungen Knecht zu sein.
Vorlage S. 140
1069
Wenn nun ein Schicksal dieser Art jemandem wird,
Vorlage S. 140
1070
So ist ein altbegütert Haus am leidlichsten;
Vorlage S. 140
1071
Doch die sich Reichtum unerwartet ernteten,
Vorlage S. 141
1072
Sind ihren Sklaven immer hart und ungerecht.
Vorlage S. 141
1073
So weißt du also, wie's bei uns gehalten wird.
Vorlage S. 141
1074
CHORFÜHRER.
Vorlage S. 141
1075
Sie hat zuletzt dir recht ein wahres Wort gesagt,
Vorlage S. 141
1076
Und bist du einmal im verhängten Netz, so folg,
Vorlage S. 141
1077
Da du ihr doch musst folgen; oder folgst du nicht?
Vorlage S. 141
1078
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 141
1079
Versteht sie nicht, gleich Schwalben, unverständliches
Vorlage S. 141
1080
Geschwätze der Barbaren nur, so rat ich ihr
Vorlage S. 141
1081
Mit klaren Worten, wohlverständlich, dass sie folgt!
Vorlage S. 141
1082
CHOR.
Vorlage S. 141
1083
Geh mit! Sie rät das Beste, was dir übrig ist;
Vorlage S. 141
1084
Gehorche! Steig aus deinem Wagensitz herab!
Vorlage S. 141
1085
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 141
1086
Nicht hab ich Muße, lange vor den Türen hier
Vorlage S. 141
1087
Zu weilen; denn in Hauses Mitten am Altar
Vorlage S. 141
1088
Steht unser Opfer schon am Feuer uns bereit,
Vorlage S. 141
1089
Die wir uns niemals solche Lust erwarteten.
Vorlage S. 141
1090
Willst du dabeisein, nun, so zögre länger nicht,
Vorlage S. 141
1091
Und kannst du unvernehmlich nicht mein Wort verstehn,
Vorlage S. 141
1092
So sag's mir statt mit Worten mit der Barbarenhand!
Vorlage S. 141
1093
CHOR.
Vorlage S. 141
1094
Ein klarer Dolmetsch scheint der Fremden not zu sein,
Vorlage S. 141
1095
Sie ist so schüchtern wie ein neugefangen Wild.
Vorlage S. 141
1096
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 141
1097
Nein, ist von Sinnen, hört nur ihrem argen Trotz,
Vorlage S. 141
1098
Dass sie entfernt von ihrer neugefangnen Stadt
Vorlage S. 141
1099
Herkam; dem Zügel sich zu fügen scheint ihr fremd,
Vorlage S. 141
1100
Eh nicht, gepeitscht, sie blutgen Schaum zu Boden trieft!
Vorlage S. 141
1101
Nicht weiter nutzlos sprech ich hier zur eignen Schmach!
Vorlage S. 141
1102
Eilig ab.
Vorlage S. 141
1103
CHOR.
Vorlage S. 141
1104
Und ich – mich jammert deiner –, eifern will ich nicht!
Vorlage S. 141
1105
So komm, du Arme; deinen Wagen lass allein;
Vorlage S. 141
1106
Dem Zwange weichend, weih das neue Joch dir ein!
Vorlage S. 141
1107
Erste Strophe
Vorlage S. 141
1108
KASSANDRA.
Vorlage S. 141
1109
Ha, Götter! Oh!
Vorlage S. 141
1110
Apollon! Apollon!
Vorlage S. 141
1111
CHOR.
Vorlage S. 141
1112
Was rufst du solch ein traurig Ach dem Loxias?
Vorlage S. 141
1113
Er ist der Gott nicht, dem des Grames Ruf gebührt!
Vorlage S. 141
1114
Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 141
1115
KASSANDRA.
Vorlage S. 142
1116
Ha, Götter! Oh!
Vorlage S. 142
1117
Apollon! Apollon!
Vorlage S. 142
1118
CHOR.
Vorlage S. 142
1119
Von neuem rief sie mit entweihndem Schrei den Gott,
Vorlage S. 142
1120
Dem nie gerecht ist, solchem Jammer nah zu sein!
Vorlage S. 142
1121
Zweite Strophe
Vorlage S. 142
1122
KASSANDRA.
Vorlage S. 142
1123
Apollon! O Apollon!
Vorlage S. 142
1124
Du Wegführer! O Abholder mir!
Vorlage S. 142
1125
Abhold verdirbst du gar mich ganz zum zweitenmal!
Vorlage S. 142
1126
CHOR.
Vorlage S. 142
1127
Ihr eignes Unheil will sie wohl verkündigen;
Vorlage S. 142
1128
Des Gottes Geist weilt auch im Sklavensinne noch!
Vorlage S. 142
1129
Zweite Gegenstrophe
Vorlage S. 142
1130
KASSANDRA.
Vorlage S. 142
1131
Apollon! O Apollon!
Vorlage S. 142
1132
Du Wegführer! O Abholder mir!
Vorlage S. 142
1133
Wohin geführt hast du mich, ach, in welches Haus?
Vorlage S. 142
1134
CHOR.
Vorlage S. 142
1135
Zum Hause der Atriden, wenn du nicht es weißt;
Vorlage S. 142
1136
Ich sag es gern dir, falsch erfindest du es nicht!
Vorlage S. 142
1137
Dritte Strophe
Vorlage S. 142
1138
KASSANDRA.
Vorlage S. 142
1139
Ha! Götterverhaßtes Haus! Du von unzählger Schuld
Vorlage S. 142
1140
Zeuge, von Strick, von Wechselmord,
Vorlage S. 142
1141
Von Mannes Opferbecken, Boden blutbespritzt!
Vorlage S. 142
1142
CHOR.
Vorlage S. 142
1143
Scharfspürend scheint die Fremde, wie ein Jägerhund,
Vorlage S. 142
1144
Zu wittern, wessen Todesblut sie spüren mag!
Vorlage S. 142
1145
Dritte Gegenstrophe
Vorlage S. 142
1146
KASSANDRA.
Vorlage S. 142
1147
Ha! Diese belehren mich, deutliche Zeugen sind's,
Vorlage S. 142
1148
Weinende Kindlein, jäher Mord,
Vorlage S. 142
1149
Ihr Fleisch gebraten und vom Vater aufgezehrt!
Vorlage S. 142
1150
CHOR.
Vorlage S. 142
1151
Wir haben sonst schon viel von deinem Seherruf
Vorlage S. 142
1152
Erfahren alle, suchen jetzt Wahrsager nicht!
Vorlage S. 142
1153
Vierte Strophe
Vorlage S. 142
1154
KASSANDRA.
Vorlage S. 142
1155
O Götter ihr! Weh, was ersinnt sie jetzt?
Vorlage S. 142
1156
Welch unerhörtes, neues Weh,
Vorlage S. 142
1157
Welch gräßlich Unheil drinnen beginnt die Wilde jetzt –
Vorlage S. 142
1158
Unsagbar, unsühnbar, ein Fluch allen! Ach, und Hilfe von keiner Seite!
Vorlage S. 143
1159
CHOR.
Vorlage S. 143
1160
Mir unbegreiflich sprachst du dies Orakel aus;
Vorlage S. 143
1161
Klar war mir jenes; denn die ganze Stadt erzählt's!
Vorlage S. 143
1162
Vierte Gegenstrophe
Vorlage S. 143
1163
KASSANDRA.
Vorlage S. 143
1164
Unselge du! Wehe, du führst's hinaus!
Vorlage S. 143
1165
Der an der Seite dir geruht,
Vorlage S. 143
1166
Den du ins Bad lockst, deinen Herrn – wie sag ich's ganz?
Vorlage S. 143
1167
Denn gleich ist's erfüllt – frech hervor recket, ach! schon hastig sich Arm um Arm!
Vorlage S. 143
1168
CHOR.
Vorlage S. 143
1169
Ich faß es nimmer, unerklärlich Rätsel birgt
Vorlage S. 143
1170
Mir deiner zukunftschwangren Worte dunkler Sinn!
Vorlage S. 143
1171
Fünfte Strophe
Vorlage S. 143
1172
KASSANDRA.
Vorlage S. 143
1173
Ach! ach! o schau! o schau! Wieder, was seh ich da?
Vorlage S. 143
1174
Ist's gar ein Netz des Todes?
Vorlage S. 143
1175
Die Schlinge Bettgenossin, Blutgenossin
Vorlage S. 143
1176
Des Mordes ist's! Jauchze, du wilder Haß
Vorlage S. 143
1177
Dieses Geschlechtes, jetzt diesem Blutopfer zu!
Vorlage S. 143
1178
CHOR.
Vorlage S. 143
1179
Weh! Welchen Dämon rufst du auf, in diesem Haus
Vorlage S. 143
1180
Wild aufzujubeln? Fröhlich macht dein Wort mich nicht!
Vorlage S. 143
1181
Nein, in das Herz zurück stürzt mir in dumpfer Angst
Vorlage S. 143
1182
Das Blut totenbleich, wie der Verwundeten
Vorlage S. 143
1183
Brechendes Auge der Tod tief in Nacht hüllt;
Vorlage S. 143
1184
Verderben eilt gar zu schnell!
Vorlage S. 143
1185
Fünfte Gegenstrophe
Vorlage S. 143
1186
KASSANDRA.
Vorlage S. 143
1187
Ach! ach! o sieh! o sieh! Halt von der Kuh doch fern
Vorlage S. 143
1188
Den Stier! Im weiten Mantel
Vorlage S. 143
1189
Fängt sie den schwarzgehörnten ein mit arger List!
Vorlage S. 143
1190
Sie trifft – er sinkt, sieh, in des Beckens Flut! –
Vorlage S. 143
1191
Von dem Geschick in mordlistgem Bad hörtest du!
Vorlage S. 143
1192
CHOR.
Vorlage S. 143
1193
Nicht großer Kunde rühm ich mich im Deuten von
Vorlage S. 143
1194
Orakelsprüchen; doch ein Unglück ahnd ich hier!
Vorlage S. 143
1195
Wo ist ein freundlich Wort von den Orakeln je
Vorlage S. 143
1196
Den Sterblichen gesandt? Im Leid selber erst
Vorlage S. 143
1197
Lassen verstehn die vieldeutigen Sprüche
Vorlage S. 144
1198
Die gottgeweissagte Furcht!
Vorlage S. 144
1199
Sechste Strophe
Vorlage S. 144
1200
KASSANDRA.
Vorlage S. 144
1201
O mein, der Armen, gar zu betrübtes Los!
Vorlage S. 144
1202
Denn um mein eigen Leid sing ich die Klage mit drein!
Vorlage S. 144
1203
Warum denn hierher hast mich Arme du gebracht?
Vorlage S. 144
1204
Doch einzig, dass ich mit dir stürbe! Wozu sonst?
Vorlage S. 144
1205
CHOR.
Vorlage S. 144
1206
Dich hat ein Gott verwirrt,
Vorlage S. 144
1207
Dir das Gemüt verstört, dass unselgen Sang
Vorlage S. 144
1208
Du von dir wie die Nachtigall wehklagst,
Vorlage S. 144
1209
Die im betrübten Sinn, ach! des Rufs nimmer satt,
Vorlage S. 144
1210
Itys, o Itys! seufzt; ewiger Gram umblüht
Vorlage S. 144
1211
Ihr Wehklageleben!
Vorlage S. 144
1212
Sechste Gegenstrophe
Vorlage S. 144
1213
KASSANDRA.
Vorlage S. 144
1214
O selig Schicksal singender Nachtigall!
Vorlage S. 144
1215
In den beschwingten Leib kleideten Götter sie
Vorlage S. 144
1216
Und gaben süße, tränenlose Tage ihr;
Vorlage S. 144
1217
Doch meiner harret Mord von doppelscharfer Axt!
Vorlage S. 144
1218
CHOR.
Vorlage S. 144
1219
Aber von wannen kam,
Vorlage S. 144
1220
Kam dir vom Gott gestürmt der Angst eitler Wahn,
Vorlage S. 144
1221
Dass du dir die Gefahr so tief wehklagst,
Vorlage S. 144
1222
Wider sie jammerlaut, hellen Schmerz gellend schreist?
Vorlage S. 144
1223
Wer hat das Ziel der weissagenden Klage dir,
Vorlage S. 144
1224
Das Fluchziel, gesetzt?
Vorlage S. 144
1225
Siebente Strophe
Vorlage S. 144
1226
KASSANDRA.
Vorlage S. 144
1227
Du Ehe, Paris' Ehe, weh!
Vorlage S. 144
1228
Die du den Freunden Tod gebracht!
Vorlage S. 144
1229
O du Skamandros, meiner Väter Trank!
Vorlage S. 144
1230
An dem Gestade dein lebte ich Arme wohl glückliche Tage sonst!
Vorlage S. 144
1231
Nun glaub ich, am Kokytos, an des Acheron
Vorlage S. 144
1232
Felsufern werd ich singen meine Sprüche bald!
Vorlage S. 144
1233
CHOR.
Vorlage S. 144
1234
Wie du es uns mit dem Wort gar zu verständlich sagst!
Vorlage S. 144
1235
Und auch ein Kind verstünde dich;
Vorlage S. 144
1236
Mich schlägt, blutig schlägt nagender Kummer mich,
Vorlage S. 144
1237
Wie dein bittres Los wissend umsonst du beweinst,
Vorlage S. 145
1238
Wunder zu hören mir!
Vorlage S. 145
1239
Siebente Gegenstrophe
Vorlage S. 145
1240
KASSANDRA.
Vorlage S. 145
1241
Du Gram, o Gram du meiner Stadt, die du zumal dem Tod erlagst,
Vorlage S. 145
1242
Oh, meines Vaters fromme Opfer ihr,
Vorlage S. 145
1243
Prangender Herden Blut, unserer Stadt zum Heil; aber es gab kein Heil,
Vorlage S. 145
1244
Dass unsre Stadt nicht litte, was ihr jetzt geschehn! –
Vorlage S. 145
1245
Ich aber sinke bald im heißen Todeskampf!
Vorlage S. 145
1246
CHOR.
Vorlage S. 145
1247
Wie du vorher, so sprichst wieder du gar zu klar!
Vorlage S. 145
1248
Sag, welcher schwererzürnte Gott
Vorlage S. 145
1249
Erfasst überstark dich, stürmt wild dich empor,
Vorlage S. 145
1250
Dass Wehklage du, Jammer des Todes du singst?
Vorlage S. 145
1251
Wie wird das Ende sein?
Vorlage S. 145
1252
KASSANDRA.
Vorlage S. 145
1253
Es soll von nun an unter Schleiern nicht hervor
Vorlage S. 145
1254
Die Verheißung blicken gleich der neuvermählten Braut;
Vorlage S. 145
1255
Ein heller Frühwind, wird sie wach, dahinzuwehn
Vorlage S. 145
1256
Gen Sonnenaufgang, und es rauscht wie Meeresflut
Vorlage S. 145
1257
Bei dieser Blutschuld erstem Strahl gewaltiger
Vorlage S. 145
1258
Empor! Verkünden will ich nicht in Rätseln mehr!
Vorlage S. 145
1259
Und seid mir Zeuge, dass ich, jeder Spur gewiss,
Vorlage S. 145
1260
Des allverübten Frevels Fährte wittere.
Vorlage S. 145
1261
Denn dieses Haus lässt nimmermehr des Chors Gesang,
Vorlage S. 145
1262
Der, laut und doch mißlautig, Frohes nimmer singt.
Vorlage S. 145
1263
Denn, voll und trunken bis zum frechsten Übermut
Vorlage S. 145
1264
Vom Menschenblut, tobt durch das Haus ein Trinkgelag,
Vorlage S. 145
1265
Der Erinnyen schwergebannter, blutsverwandter Schwarm;
Vorlage S. 145
1266
Ihr gellend Trinklied singen sie, an den Herd geschart,
Vorlage S. 145
1267
Urerste Blutschuld, schmähen und verfluchen dann
Vorlage S. 145
1268
Des Bruders Ehbett, das den Schänder niederschlug!
Vorlage S. 145
1269
Verfehl ich's, treff ich's, wie die Jägerin ihr Wild?
Vorlage S. 145
1270
Und Lügenseherin, Bettelprophetin, sprich, bin ich's?
Vorlage S. 145
1271
So schwöre mir zu zeugen, dass ich klar gewusst
Vorlage S. 145
1272
Von dieses Hauses altgeerbter Frevelschuld!
Vorlage S. 145
1273
CHOR.
Vorlage S. 146
1274
Wie mag des Schwures fromm geschlungen Band ein Heil
Vorlage S. 146
1275
Gewähren? Doch dich staun ich an, dass, über See
Vorlage S. 146
1276
Geboren, alles du uns Andersredenden
Vorlage S. 146
1277
Kannst nacherzählen, gleich als hättest du's gesehn!
Vorlage S. 146
1278
KASSANDRA.
Vorlage S. 146
1279
Es gab Apollon mir, der Seher, dieses Amt.
Vorlage S. 146
1280
CHOR.
Vorlage S. 146
1281
Vielleicht, ein Gott er, dir in Liebe doch besiegt?
Vorlage S. 146
1282
KASSANDRA.
Vorlage S. 146
1283
Vor diesem hab ich mich geschämt, das zu gestehn.
Vorlage S. 146
1284
CHOR.
Vorlage S. 146
1285
Zu zartgewöhnt sind freilich alle Glücklichen.
Vorlage S. 146
1286
KASSANDRA.
Vorlage S. 146
1287
Mein Buhle war er! Und er hat mich sehr geliebt!
Vorlage S. 146
1288
CHOR.
Vorlage S. 146
1289
Und hat der Gott in seiner Liebe dich erkannt?
Vorlage S. 146
1290
KASSANDRA.
Vorlage S. 146
1291
Versprochen hatt ich's, und belog den Loxias!
Vorlage S. 146
1292
CHOR.
Vorlage S. 146
1293
Da du der gotterfüllten Kunst schon mächtig warst?
Vorlage S. 146
1294
KASSANDRA.
Vorlage S. 146
1295
Ja; schon verhieß ich meinem Volke jedes Leid.
Vorlage S. 146
1296
CHOR.
Vorlage S. 146
1297
Ließ ohne Strafe dich der Zorn des Loxias?
Vorlage S. 146
1298
KASSANDRA.
Vorlage S. 146
1299
Es glaubte niemand nichts mir, seit ich das getan!
Vorlage S. 146
1300
CHOR.
Vorlage S. 146
1301
Uns wahrlich scheinst du gar zu wahr zu prophezein!
Vorlage S. 146
1302
KASSANDRA.
Vorlage S. 146
1303
O Gott! Weh! Qualen!
Vorlage S. 146
1304
Auf reißt mich wieder der Begeistrung wilder Schmerz!
Vorlage S. 146
1305
Im jähen Wirbel stürmen Sprüche wirr hervor!
Vorlage S. 146
1306
Ha! seht ihr die dort sitzen vor der Tür, so still,
Vorlage S. 146
1307
So jung, der Träume Truggestalten gleich zu schaun,
Vorlage S. 146
1308
Zween Knaben gleich, als hätten Freunde sie gewürgt,
Vorlage S. 146
1309
Die kleinen Hände mit des eignen Fleisches Kost,
Vorlage S. 146
1310
Der eignen Eingeweide jammervollem Mahl
Vorlage S. 146
1311
Gefüllt, davon der eigne Vater gessen hat?
Vorlage S. 146
1312
Um diese sinnt jetzt auf Vergeltung, sag ich dir,
Vorlage S. 146
1313
Ein Löwe Feigling, Hauses Hüter, seines Betts
Vorlage S. 146
1314
Nestling, Vergeltung. Wehe deinem teuren Herrn
Vorlage S. 146
1315
Und meinem – Sklavin bin ich ja und trag es auch!
Vorlage S. 146
1316
Der Schiffe König, Ilions Bewältiger,
Vorlage S. 146
1317
Nicht weiß er, wie ihr Willkommen ihm die Gleisnerin,
Vorlage S. 146
1318
Der scheußlichen Hündin Lippe, wie ein heimliches
Vorlage S. 146
1319
Verhängnis bald vollenden wird zum Gruß des Fluchs!
Vorlage S. 146
1320
Sie wagt's! Das Weib des eignen Mannes Mörderin!
Vorlage S. 146
1321
Welch scheußlich Untier leihet seinen Namen ihr,
Vorlage S. 146
1322
Der träfe? Nenne Drachen, nenne Skylla sie!
Vorlage S. 146
1323
In tiefer Klippenhöhle aller Schiffer Tod,
Vorlage S. 146
1324
Wahnwitzge Hadesmutter, die sühnlosen Fluch
Vorlage S. 146
1325
Den Lieben zustürmt! – Wie sie laut gejauchzet hat,
Vorlage S. 147
1326
Die Allverwegne, gleich als schlage sie den Feind,
Vorlage S. 147
1327
Sie nennt es Freude, dass er glücklich heimgekehrt! –
Vorlage S. 147
1328
Und ob es niemand glaube, nun gilt's gleich. Wie nicht?
Vorlage S. 147
1329
Es kommt die Zukunft; um ein kleines Zeuge selbst,
Vorlage S. 147
1330
Nennst du mich weinend allzuwahre Seherin!
Vorlage S. 147
1331
CHOR.
Vorlage S. 147
1332
Das Mahl Thyestens von der eigenen Kinder Fleisch
Vorlage S. 147
1333
Erkannt ich, und mich schaudert; Furcht bewältigt mich,
Vorlage S. 147
1334
So wahr zu hören, was ich nicht mißdeuten kann;
Vorlage S. 147
1335
Doch für das andre, da verlier ich jede Bahn!
Vorlage S. 147
1336
KASSANDRA.
Vorlage S. 147
1337
Agamemnons Ende, sag ich, wirst du heute sehn!
Vorlage S. 147
1338
CHOR.
Vorlage S. 147
1339
Kein böses Wort, Unselge, schweige deinen Mund!
Vorlage S. 147
1340
KASSANDRA.
Vorlage S. 147
1341
Und doch ersteht dir keiner, der dem Worte wehrt!
Vorlage S. 147
1342
CHOR.
Vorlage S. 147
1343
Ja, wenn's geschehen ist; aber nimmermehr gescheh's!
Vorlage S. 147
1344
KASSANDRA.
Vorlage S. 147
1345
Du mögest beten! Jene sorgen für den Mord!
Vorlage S. 147
1346
CHOR.
Vorlage S. 147
1347
Sprich, wessen Hand wird solche Freveltat begehn?
Vorlage S. 147
1348
KASSANDRA.
Vorlage S. 147
1349
Was ich geweissagt, überhört hast du es sehr!
Vorlage S. 147
1350
CHOR.
Vorlage S. 147
1351
Nein, doch begreif ich des Vollbringers Ränke nicht!
Vorlage S. 147
1352
KASSANDRA.
Vorlage S. 147
1353
Und doch versteh ich der Hellenen Sprache wohl!
Vorlage S. 147
1354
CHOR.
Vorlage S. 147
1355
So auch die Pythosprüche, dunkel sind sie doch!
Vorlage S. 147
1356
KASSANDRA.
Vorlage S. 147
1357
Ha! Welches Feuer! Brennend flammt's an mir empor!
Vorlage S. 147
1358
Ha, du, Lykeios Apollon! Wehe, weh mir! Ach!
Vorlage S. 147
1359
Da die, die Menschenlöwin, die geschlafen hat
Vorlage S. 147
1360
Beim Wolf, da fern der hochgeborne Löwe war,
Vorlage S. 147
1361
Mich Arme will sie töten, will zu ihrem Haß
Vorlage S. 147
1362
Ihm, ach! in den Gifttrank mischen auch den Lohn für mich;
Vorlage S. 147
1363
Sie wetzt das Messer ihrem Herrn, sie rühmt sich laut:
Vorlage S. 147
1364
Mord soll es rächen, dass er mich hat mitgebracht!
Vorlage S. 147
1365
Was hab ich länger mir zum Gespött den heilgen Schmuck,
Vorlage S. 147
1366
Den Zepter noch, den Seherkranz um meine Stirn?
Vorlage S. 147
1367
Fort! eh der Tod mich fasset, brech ich dich entzwei!
Vorlage S. 147
1368
Euch werf ich hin, verkommt ihr! So vergelt ich euch;
Vorlage S. 147
1369
Bringt einer andren eures Elends Bettelstolz!
Vorlage S. 147
1370
Sieh her, Apollon, der du mir mein Seherkleid
Vorlage S. 147
1371
Nun selber ausziehst, der auf mich du niedersahst,
Vorlage S. 147
1372
Als Freund und Feind mich auch in diesem deinen Schmuck
Vorlage S. 147
1373
Gar sehr verhöhnten, unverhohlen, wahnbetört!
Vorlage S. 147
1374
Gescholten Törin, Bettlerin, Lügenzauberweib,
Vorlage S. 148
1375
Wahnwitzig, elend, hungersüchtig – ich ertrug's!
Vorlage S. 148
1376
Nun hat der Seher mich, die Seherin, gestraft!
Vorlage S. 148
1377
Hat mich in dies Verhängnis, in den Tod geführt!
Vorlage S. 148
1378
Statt meiner Väter Altar harret mein der Block,
Vorlage S. 148
1379
Drauf blutig heißer, scharfer Mord bald mich erschlägt!
Vorlage S. 148
1380
Doch nein, ich sterbe nicht den Göttern ungerächt;
Vorlage S. 148
1381
Denn wieder wird einst unser Rächer nahe sein,
Vorlage S. 148
1382
Der Muttermörder, der des Vaters Mord vergilt;
Vorlage S. 148
1383
Ein irrer Flüchtling, kehrt er aus der Fremde heim
Vorlage S. 148
1384
Und setzt den Schlußstein aller Schuld der Seinigen.
Vorlage S. 148
1385
Geschworen also war den Göttern höchster Schwur,
Vorlage S. 148
1386
Sie nachzustürzen in des erschlagenen Vaters Sturz! –
Vorlage S. 148
1387
Warum erseufzet wieder mein, der Sklavin, Mund?
Vorlage S. 148
1388
Da ich zum ersten sah die Feste Ilion,
Vorlage S. 148
1389
Wie sie geendet, enden, meines Landes Volk
Vorlage S. 148
1390
Also hinweggetilget durch der Götter Spruch! –
Vorlage S. 148
1391
Ich geh, zu enden: leiden werd ich dort den Tod!
Vorlage S. 148
1392
Dich, Pforte, grüß ich, Pforte mir ins Schattenreich!
Vorlage S. 148
1393
Doch fleh ich eins, mich treffe gleich der Todesstreich,
Vorlage S. 148
1394
Auf dass, wenn mein sanftsterbend Blut zu Boden fließt,
Vorlage S. 148
1395
Sich ruhig ohne Todeskampf mein Auge schließt!
Vorlage S. 148
1396
CHOR.
Vorlage S. 148
1397
O viel unselges, wieder auch viel weises Weib,
Vorlage S. 148
1398
Du sprachest reichlich. Aber wenn wahrhaftig du
Vorlage S. 148
1399
Dein eigen Schicksal weißest, warum gehst du, gleich
Vorlage S. 148
1400
Dem gottgetriebnen Stier, zum Altar festen Muts?
Vorlage S. 148
1401
KASSANDRA.
Vorlage S. 148
1402
Nicht gibt es Rettung, Freunde, nicht durch Zögern mehr!
Vorlage S. 148
1403
CHOR.
Vorlage S. 148
1404
Doch wer der letzte zögernd bleibt, gewinnet schon.
Vorlage S. 148
1405
KASSANDRA.
Vorlage S. 148
1406
Nein, meine Stund ist kommen; Flucht frommt wenig mir!
Vorlage S. 148
1407
CHOR.
Vorlage S. 148
1408
So wisse, leiden wirst du um so festen Mut!
Vorlage S. 148
1409
KASSANDRA.
Vorlage S. 148
1410
Begreifen kann das niemand von den Glücklichen!
Vorlage S. 148
1411
CHOR.
Vorlage S. 148
1412
Ja, rühmlich sterben ist den Menschen süßer Trost.
Vorlage S. 148
1413
KASSANDRA.
Vorlage S. 148
1414
– Mein Vater! Über dich und deine Kinder, oh!
Vorlage S. 148
1415
CHOR.
Vorlage S. 148
1416
Was ist dir? Welch Entsetzen schrecket dich hinweg?
Vorlage S. 148
1417
KASSANDRA.
Vorlage S. 148
1418
Weh, weh!
Vorlage S. 148
1419
CHOR.
Vorlage S. 149
1420
Was will der Wehruf? Ist's ein Graun, das dich erfasst?
Vorlage S. 149
1421
KASSANDRA.
Vorlage S. 149
1422
Mord haucht das Haus mir, blutumtrieften Mord mir zu!
Vorlage S. 149
1423
CHOR.
Vorlage S. 149
1424
Nicht doch; der Weihrauch auf dem Herde duftet so!
Vorlage S. 149
1425
KASSANDRA.
Vorlage S. 149
1426
Es wehet Dunst mir wie aus einem Grabe zu!
Vorlage S. 149
1427
CHOR.
Vorlage S. 149
1428
Kein syrisch Duftgepränge, das du rühmst dem Haus!
Vorlage S. 149
1429
KASSANDRA.
Vorlage S. 149
1430
So geh ich, so bewein ich noch im Hause mein
Vorlage S. 149
1431
Und Agamemnons Ende. Sei's des Lebens gnug!
Vorlage S. 149
1432
O Freunde!
Vorlage S. 149
1433
Nicht klagen will ich, wie der Vogel im Gebüsch,
Vorlage S. 149
1434
Furchtsam, vergebens. Mir, der Toten, zeuget einst,
Vorlage S. 149
1435
Wie das Weib an mein, des Weibes, Statt erschlagen liegt,
Vorlage S. 149
1436
An des Mannes Statt der fluchgefreite Mann erliegt!
Vorlage S. 149
1437
Mit diesem Gastgruß tritt hinein die Sterbende.
Vorlage S. 149
1438
CHOR.
Vorlage S. 149
1439
Du jammerst, Arme, um den Tod mich, den du ahnst!
Vorlage S. 149
1440
KASSANDRA.
Vorlage S. 149
1441
Einmal noch sagen will ich letzten Spruch und Gram,
Vorlage S. 149
1442
Den eignen, meinen: dich beschwör ich, Helios,
Vorlage S. 149
1443
Beim letzten Lichte, fordern müsse, wer mich rächt,
Vorlage S. 149
1444
Von meinen Feinden, meinen Mördern gleichen Tod,
Vorlage S. 149
1445
Wie mich, die Sklavin, ihre Hand behend erschlug!
Vorlage S. 149
1446
O dieses Menschenleben! – wenn es glücklich ist,
Vorlage S. 149
1447
Ein Schatten stört es; ist es kummervoll, so tilgt
Vorlage S. 149
1448
Ein feuchter Schwamm dies Bild, und alle Welt vergisst's;
Vorlage S. 149
1449
Und mehr denn jenes schmerzt mich dies: vergessen ist's! –
Vorlage S. 149
1450
Ab in den Palast.
Vorlage S. 149
1451
CHORFÜHRER.
Vorlage S. 149
1452
Ein beglücktes Geschick, unersättlich im Gram,
Vorlage S. 149
1453
Ist's jedem, der lebt, und niemand wehrt
Vorlage S. 149
1454
Vom fingergezeigten Palast es zurück,
Vorlage S. 149
1455
Wenn er spräche: du nahe dich nimmer!
Vorlage S. 149
1456
Und diesem gewährt von den Seligen ward,
Vorlage S. 149
1457
Dass er Ilion nahm,
Vorlage S. 149
1458
In die Heimat kam, von den Göttern geehrt;
Vorlage S. 149
1459
Und soll der jetzt abbüßen das Blut
Vorlage S. 149
1460
Der Erschlagenen, soll mit dem eigenen Tod
Vorlage S. 149
1461
Der Getöteten Tod er entgelten,
Vorlage S. 149
1462
Wer rühmte sich noch, ihm bleibe gewiss
Vorlage S. 149
1463
Gramloses Geschick, wenn er das hört?
Vorlage S. 149
1464
AGAMEMNON.
Vorlage S. 150
1465
Weh, bin verwundet! Todeswunde, die mich traf!
Vorlage S. 150
1466
CHOR.
Vorlage S. 150
1467
Stille! Wer, zum Tod getroffen, ruft um seine Wunde laut?
Vorlage S. 150
1468
AGAMEMNON.
Vorlage S. 150
1469
Weh mir noch einmal! Bin geschlagen wiederum!
Vorlage S. 150
1470
CHORFÜHRER.
Vorlage S. 150
1471
Ausgeführt schon scheint die Untat nach des Königs Weheruf!
Vorlage S. 150
1472
Lasset schnell uns überlegen, was zu tun am sichersten!
Vorlage S. 150
1473
ERSTER CHOREUTE.
Vorlage S. 150
1474
So tu denn ich euch diese meine Meinung kund:
Vorlage S. 150
1475
Zum Palast her sogleich zu rufen alles Volk.
Vorlage S. 150
1476
ZWEITER.
Vorlage S. 150
1477
Mir scheint es besser, einzudringen jetzt und gleich,
Vorlage S. 150
1478
Und schnell zu richten mit dem schnellgezückten Schwert.
Vorlage S. 150
1479
DRITTER.
Vorlage S. 150
1480
Auch ich, derselben Meinung zugetan wie du,
Vorlage S. 150
1481
Will, dass man handle; nicht zu säumen drängt die Zeit.
Vorlage S. 150
1482
VIERTER.
Vorlage S. 150
1483
Das sieht sich leicht ein; denn ein Vorspiel ist's, als ob
Vorlage S. 150
1484
Der Tyrannei Anzeichen uns man zeigen will.
Vorlage S. 150
1485
FÜNFTER.
Vorlage S. 150
1486
Wir zögern fort noch; aber die des Zögerns Ruhm
Vorlage S. 150
1487
Zu Boden treten, lassen nicht die Hände ruhn.
Vorlage S. 150
1488
SECHSTER.
Vorlage S. 150
1489
Nicht weiß ich, welchen rechten Rat ich sagen soll,
Vorlage S. 150
1490
Doch um die Täter muss zuvor beraten sein.
Vorlage S. 150
1491
SIEBENTER.
Vorlage S. 150
1492
Derselben Meinung bin ich auch; nicht seh ich ein,
Vorlage S. 150
1493
Wie man mit Worten Tote wieder wecken will.
Vorlage S. 150
1494
ACHTER.
Vorlage S. 150
1495
Und sollten zur Gefahr des eignen Lebens wir
Vorlage S. 150
1496
Des Hauses Schändern weichen, künftig unsern Herrn?
Vorlage S. 150
1497
NEUNTER.
Vorlage S. 150
1498
Nein, ich ertrag's nicht; nein, der Tod ist vorzuziehn,
Vorlage S. 150
1499
Da jedes Schicksal süßer ist denn Tyrannei.
Vorlage S. 150
1500
ZEHNTER.
Vorlage S. 150
1501
Doch sollten auf des Wehgeschreis Anzeige wir
Vorlage S. 150
1502
Schon überzeugt sein, dass der Fürst erschlagen ist?
Vorlage S. 150
1503
ELFTER.
Vorlage S. 150
1504
Erst wenn's gewiss ist, sollte man zu Rate gehn;
Vorlage S. 150
1505
Ein andres ist vermuten, andres klarzusehn.
Vorlage S. 150
1506
ZWÖLFTER.
Vorlage S. 150
1507
Dem beizustimmen bin ich überall geneigt,
Vorlage S. 150
1508
Dass man genau forscht, wie es steht um Atreus' Sohn.
Vorlage S. 150
1509
Aus der königlichen Pforte tritt Klytaimestra, das Beil über der Schulter; hinter ihr unter roten Decken Agamemnons und Kassandras Leichen.
Vorlage S. 150
1510
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 150
1511
Wenn vieles sonst ich, wie die Zeit es heischte, sprach,
Vorlage S. 150
1512
So scheu ich jetzt das Gegenteil zu sagen nicht.
Vorlage S. 150
1513
Wie kann man anders, um den Feinden Feindliches,
Vorlage S. 150
1514
Die Freunde scheinen, anzutun, des Jammers Netz
Vorlage S. 150
1515
Klug stellen, höher, als ein leichter Sprung heraus?
Vorlage S. 150
1516
Mir brachte den Kampf, des ich lange schon gedacht,
Vorlage S. 150
1517
Der alte Hader; doch die Zeit erst reifte ihn.
Vorlage S. 151
1518
Hier steh ich nach dem Morde, wie ich ihn erschlug;
Vorlage S. 151
1519
Ich hab es so vollendet und bekenn es laut,
Vorlage S. 151
1520
Dass der dem Tod nicht wehren konnte noch entfliehn.
Vorlage S. 151
1521
Ich schlang ein endlos weit Geweb rings um ihn her,
Vorlage S. 151
1522
Gleich einem Fischnetz, falschen Glückes Prunkgewand;
Vorlage S. 151
1523
Ich schlag ihn zweimal, zweimal weherufend lässt
Vorlage S. 151
1524
Er matt die Glieder sinken; als er niederliegt,
Vorlage S. 151
1525
Geb ich den dritten Schlag ihm, für des Hades Zeus,
Vorlage S. 151
1526
Den Retter der Gestorbnen, frohgebotnen Dank.
Vorlage S. 151
1527
So fallend, hauchet er den Lebensatem aus
Vorlage S. 151
1528
Und trifft, des Blutes jähen Strahl ausröchelnd, mich
Vorlage S. 151
1529
Mit einem dunklen Tropfen feinen, blutgen Taus,
Vorlage S. 151
1530
Mir minder nicht zur Freude, als Zeus' Regenschaur
Vorlage S. 151
1531
Dem Acker, wenn in der Knospen Mutterschoß es schwillt.
Vorlage S. 151
1532
Um solchen Ausgang dürftet ihr, ehrwürdge Schar,
Vorlage S. 151
1533
Wohl freudig sein, wärt ihr es; ich frohlocke laut.
Vorlage S. 151
1534
Und war es Sitte, Spenden über Leichen auch
Vorlage S. 151
1535
Zu gießen, hier wär's wohl gerecht. Und ganz gerecht
Vorlage S. 151
1536
Hat er den Kelch so vieler fluchgemischten Schuld,
Vorlage S. 151
1537
Den er gefüllt, heimkehrend selber auch geleert.
Vorlage S. 151
1538
CHORFÜHRER.
Vorlage S. 151
1539
Wir staunen deiner Rede, wie du zungenfrech
Vorlage S. 151
1540
Noch solche Worte prahlest über dich und ihn!
Vorlage S. 151
1541
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 151
1542
Mich prüfen wollt ihr als ein unbesonnen Weib!
Vorlage S. 151
1543
Ich aber sag euch sonder Furcht, was jeder selbst
Vorlage S. 151
1544
Hier sieht – ob loben du, ob du mich tadeln willst,
Vorlage S. 151
1545
Mir gilt es gleich: hier liegt Agamemnon, mein Gemahl,
Vorlage S. 151
1546
Und zwar als Leichnam, dieser meiner rechten Hand,
Vorlage S. 151
1547
Des gerechten Schlächters, Meisterstück! So steht es jetzt.
Vorlage S. 151
1548
CHOR.
Vorlage S. 151
1549
Was für ein Gift, o Weib,
Vorlage S. 151
1550
Kostetest du, das dir zu essen die Erd, das dir des grauen Meers
Vorlage S. 151
1551
Tiefe zu trinken bot,
Vorlage S. 151
1552
Dass du dir solche Wut wecktest und Volkes Fluch?
Vorlage S. 151
1553
Die du ihn fingst, die du ihn schlugst, ja, dich verjagt die Stadt,
Vorlage S. 151
1554
Dich, den Bürgern ein Scheusal!
Vorlage S. 151
1555
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 152
1556
Nun sagst du mir mein Urteil, aus der Stadt zu ziehn,
Vorlage S. 152
1557
Dem Volk ein Scheusal, von der Bürger Fluch verfolgt;
Vorlage S. 152
1558
Und hattest doch gar nichts zu sagen wider den,
Vorlage S. 152
1559
Der ohne weitres, gleich als wär es nur ein Lamm,
Vorlage S. 152
1560
Wie viele seiner reichen Herden Pracht ihm bot,
Vorlage S. 152
1561
Sein eigen Kind doch, meines Schoßes liebste Frucht,
Vorlage S. 152
1562
Ließ schlachten, thrakische Winde zu beschwichtigen.
Vorlage S. 152
1563
Und musstest den du nicht verjagen aus dem Land,
Vorlage S. 152
1564
Den ungestraften Frevler? Nun, da du vernimmst,
Vorlage S. 152
1565
Was ich getan, bist du ein harter Richter. Doch
Vorlage S. 152
1566
Ich sag dir, und gerüstet bin ich, so zu drohn:
Vorlage S. 152
1567
In gleicher Art magst du mich, wenn du mich besiegst,
Vorlage S. 152
1568
Beherrschen; aber wenn ein Gott es anders fügt,
Vorlage S. 152
1569
So sollst du spät mir lernen, was verständig ist.
Vorlage S. 152
1570
CHOR.
Vorlage S. 152
1571
Stolze, wie hoch du prahlst!
Vorlage S. 152
1572
Dreisteste du, wie du mir dräust! So frech von dem vergoßnen Blut
Vorlage S. 152
1573
Rast dir der Geist noch nach.
Vorlage S. 152
1574
Über dem Auge glänzt fett dir der Tropfen Blut,
Vorlage S. 152
1575
Noch ungerächt, doch es geschieht, dass du, von Freunden bar,
Vorlage S. 152
1576
Mord mit Mord noch entgeltest!
Vorlage S. 152
1577
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 152
1578
Vernimm denn diesen meiner Schwüre heiligsten:
Vorlage S. 152
1579
So wahr mir Dike, meines Kindes Rächerin,
Vorlage S. 152
1580
Mir Ate und Erinnys, der ich ihn erschlug,
Vorlage S. 152
1581
Mag helfen, niemals hoff ich mich dem Haus der Furcht
Vorlage S. 152
1582
Zu nahn, solang auf meinem Herd das Feuer noch
Vorlage S. 152
1583
Aigisthos anschürt, wie bisher mir treugesinnt;
Vorlage S. 152
1584
Der wahrlich ist uns kein geringer Schild des Muts. –
Vorlage S. 152
1585
Da liegt er tot, der mein, des Weibes, Recht zertrat,
Vorlage S. 152
1586
Der Chryseiden Augenlust vor Ilion;
Vorlage S. 152
1587
Tot da die Lanzenbeute, Wunderseherin,
Vorlage S. 152
1588
Genossin seiner Nächte, Zukunftdeuterin,
Vorlage S. 152
1589
Die treue Buhle, die bei Ruderbank und Mast
Vorlage S. 152
1590
Mit ihm umherlag; trieben's doch nicht ungestraft!
Vorlage S. 152
1591
Da liegt er tot; und sie, die einem Schwane gleich
Vorlage S. 152
1592
Sich noch ein letztes Sterbelied gesungen hat,
Vorlage S. 152
1593
Tot neben ihrem Liebsten; meinen Nächten ist's
Vorlage S. 152
1594
Der süßen Wollust eine neue Würze mehr!
Vorlage S. 153
1595
Erste Strophe
Vorlage S. 153
1596
CHOR.
Vorlage S. 153
1597
Ach, dass in Eile doch, ohne zu großen Schmerz,
Vorlage S. 153
1598
Ohne zögerndes Siechtum,
Vorlage S. 153
1599
Der Tod sich uns nahte, ewgen Schlaf,
Vorlage S. 153
1600
Nimmer geweckten, zu bringen. Tot liegt,
Vorlage S. 153
1601
Der uns der treuste Hüter war,
Vorlage S. 153
1602
Der vieles Weh um ein Weib duldete,
Vorlage S. 153
1603
Durch ein Weib nun des Lebens ward beraubt!
Vorlage S. 153
1604
Weh, Frevlerin dir, weh, Helena dir,
Vorlage S. 153
1605
Du allein hast viel, gar vielen entrafft
Vorlage S. 153
1606
Vor Ilion rüstiges Leben!
Vorlage S. 153
1607
Aber das Glorwürdigste, Rächerin, mörderisch tilgte sie es
Vorlage S. 153
1608
In wilder Blutschuld,
Vorlage S. 153
1609
Welche, haßempörter Haß,
Vorlage S. 153
1610
Mannes Mord, hier daheim im Haus blieb!
Vorlage S. 153
1611
Zweite Strophe
Vorlage S. 153
1612
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 153
1613
Nicht wünsche das Los dir des Todes herbei,
Vorlage S. 153
1614
Hierüber betrübt,
Vorlage S. 153
1615
Noch werfe den Zorn auf Helenas Haupt,
Vorlage S. 153
1616
Als sei sie schuld, als habe nur sie
Vorlage S. 153
1617
So vielen Argivern das Leben entrafft
Vorlage S. 153
1618
Und endlos Weh dir erzeuget.
Vorlage S. 153
1619
Erste Gegenstrophe
Vorlage S. 153
1620
CHOR.
Vorlage S. 153
1621
Dämon, der blitzesgleich du in des Tantalos
Vorlage S. 153
1622
Stamm und Doppelgezweig flammst,
Vorlage S. 153
1623
Gewalt, in gleich wilden Weibern rasend,
Vorlage S. 153
1624
Herz mir zerreißend, bewältigt hast du!
Vorlage S. 153
1625
Wie ein verhaßter Rabe steht
Vorlage S. 153
1626
Sie da an den Leichnamen, gedenkt widerlich
Vorlage S. 153
1627
Ihrem Haus herzujubeln ihren Sang!
Vorlage S. 153
1628
Zweite Gegenstrophe
Vorlage S. 153
1629
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 154
1630
Nun sprach dein Mund wahrhafteren Spruch,
Vorlage S. 154
1631
Da den mächtigen du,
Vorlage S. 154
1632
Du den Dämon genannt hast unsres Geschlechts;
Vorlage S. 154
1633
Der nähret der Frucht in dem hoffenden Schoß
Vorlage S. 154
1634
Blutlechzende Gier; eh das alternde Weh
Vorlage S. 154
1635
Noch endet, erneut sich der Mord schon.
Vorlage S. 154
1636
Dritte Strophe
Vorlage S. 154
1637
CHOR.
Vorlage S. 154
1638
Fürchterlich rühmst du des Hauses mächtigen haderempörten Dämon,
Vorlage S. 154
1639
Ach, traurigen Ruhm des grausen, unersättlichen Elends.
Vorlage S. 154
1640
Ach weh, ach Zeus, durch deinen Rat,
Vorlage S. 154
1641
Der alles fügt, der alles schafft;
Vorlage S. 154
1642
Denn was geschäh den Menschen ohne dich, Zeus?
Vorlage S. 154
1643
Was nicht wäre der Götter Schickung?
Vorlage S. 154
1644
Wie soll ich, ach,
Vorlage S. 154
1645
Mein König und Herr, wie weinen um dich,
Vorlage S. 154
1646
In der Liebe zu dir wie sprechen?
Vorlage S. 154
1647
Da liegst du verstrickt in der Spinne Geweb,
Vorlage S. 154
1648
Tot da, gottlos du erschlagen!
Vorlage S. 154
1649
Ach weh! weh! so unwürdige Ruhe dir!
Vorlage S. 154
1650
Von der doppelscharfen Axt
Vorlage S. 154
1651
Du mit der Hand wie ein Knecht erschlagen!
Vorlage S. 154
1652
Vierte Strophe
Vorlage S. 154
1653
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 154
1654
Und rühmst du, dass dies mein Werk sei,
Vorlage S. 154
1655
So sage doch nicht,
Vorlage S. 154
1656
Ich sei Agamemnons Gattin auch;
Vorlage S. 154
1657
Denn dem Weibe des Leichnams dort an Gestalt
Vorlage S. 154
1658
Nur gleich, hat den des empörenden Mahls
Vorlage S. 154
1659
Alträchender, nimmer vergessener Fluch,
Vorlage S. 154
1660
Des Atreus wütender Rächer gestraft,
Vorlage S. 154
1661
Hinopfernd den Mann für die Knaben!
Vorlage S. 154
1662
Dritte Gegenstrophe
Vorlage S. 154
1663
CHOR.
Vorlage S. 155
1664
Dass du an diesem Blut unschuldig, du Blutge, wer bezeugt's dir?
Vorlage S. 155
1665
Wer? Aber dir mochte beistehn seiner Väter Vergelter;
Vorlage S. 155
1666
In Strömen gleich entsprungnen Bluts
Vorlage S. 155
1667
Drängt fort und fort der öde Kampf;
Vorlage S. 155
1668
Er füllt, wohin er immer auch sich fortwälzt,
Vorlage S. 155
1669
Den Sumpf blutigen Kindermordes!
Vorlage S. 155
1670
Wie soll ich, ach,
Vorlage S. 155
1671
Mein König und Herr, wie weinen um dich,
Vorlage S. 155
1672
In der Liebe zu dir wie sprechen?
Vorlage S. 155
1673
Da liegst du verstrickt in der Spinne Geweb,
Vorlage S. 155
1674
Tot da, gottlos du erschlagen!
Vorlage S. 155
1675
Ach weh, weh! so unwürdige Ruhe dir!
Vorlage S. 155
1676
Von der doppelscharfen Axt
Vorlage S. 155
1677
Du mit der Hand wie ein Knecht erschlagen!
Vorlage S. 155
1678
Vierte Gegenstrophe
Vorlage S. 155
1679
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 155
1680
's ist nicht, glaub ich, unwürdiger Tod
Vorlage S. 155
1681
Dem worden zuteil;
Vorlage S. 155
1682
Hat denn er nicht blutige Tücke zuerst
Vorlage S. 155
1683
In das Haus mir gebracht? Nein, der mein Kind,
Vorlage S. 155
1684
Das von ihm ich empfing, das ich ewig bewein,
Vorlage S. 155
1685
Iphigenien mir unwürdig erschlug,
Vorlage S. 155
1686
Litt Würdiges jetzt; der beklage sich nicht
Vorlage S. 155
1687
In des Hades Reich, dass mordender Stahl
Vorlage S. 155
1688
Ihn strafte für das, was er anhub!
Vorlage S. 155
1689
Fünfte Strophe
Vorlage S. 155
1690
CHOR.
Vorlage S. 155
1691
Ich sinn umsonst, jedes Rats entraten,
Vorlage S. 155
1692
Wie ich der Sorge Steuer
Vorlage S. 155
1693
Mir wenden soll, weil das Haus dahinstürzt;
Vorlage S. 155
1694
Ich fürcht des Unwetters wilden Schloßensturm,
Vorlage S. 155
1695
Den blutgen; aufhört's fortan zu tröpfeln!
Vorlage S. 155
1696
Es wetzt ein Recht zu andrer Buße sich
Vorlage S. 155
1697
Die Moira schon auf anderm Wetzstein.
Vorlage S. 155
1698
O Grab! o Nacht! o bedecktest du mich,
Vorlage S. 155
1699
Eh ihn ich geschaut, in den silbernen Sarg,
Vorlage S. 156
1700
In das Becken des Todes gebettet!
Vorlage S. 156
1701
Wer gräbt ihm ein Grab? Wer weinet ihm nach?
Vorlage S. 156
1702
Und willst denn noch du ihm, deinem Gemahl,
Vorlage S. 156
1703
Den du selber erschlugst, Grabfeier begehn?
Vorlage S. 156
1704
Für die Taten des Ruhms ihm ein schnödes Gepräng
Vorlage S. 156
1705
Lieblosester Liebe bereiten?
Vorlage S. 156
1706
Preisenden Feiergesang an dem Grabe, wer wird
Vorlage S. 156
1707
Den mit der Tränen Wahrheit
Vorlage S. 156
1708
Dem gottgleich hehren Helden singen?
Vorlage S. 156
1709
Sechste Strophe
Vorlage S. 156
1710
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 156
1711
Nicht ziemt es sich dir, ihm solchen Gesang
Vorlage S. 156
1712
Zu begehn; durch mich
Vorlage S. 156
1713
Sank er und starb er, ich will ihn beerdigen,
Vorlage S. 156
1714
Nicht unter Gewein im Palast und Gemach;
Vorlage S. 156
1715
Iphigenia kommt, sein Töchterlein hold,
Vorlage S. 156
1716
Liebreich, wie sie muss,
Vorlage S. 156
1717
Ihm entgegen, dem Vater, zur schweigenden Fahrt
Vorlage S. 156
1718
Auf dem ächzenden Strom,
Vorlage S. 156
1719
Umhalset ihn zärtlich und küsst ihn!
Vorlage S. 156
1720
Fünfte Gegenstrophe
Vorlage S. 156
1721
CHOR.
Vorlage S. 156
1722
Vorwurf erhebt sich rasch gegen Vorwurf.
Vorlage S. 156
1723
Und zu entscheiden, schwer ist's!
Vorlage S. 156
1724
Wer fällte, fällt; wiederbüßt der Mörder!
Vorlage S. 156
1725
Das aber doch währt, solang sich Zeus bewährt:
Vorlage S. 156
1726
Was jeder tat, leidet er; denn wer reißt
Vorlage S. 156
1727
Aus seinem Stamm die Gerte voll gerechten Fluchs?
Vorlage S. 156
1728
Verzweigt hat solch Genist das Schicksal!
Vorlage S. 156
1729
Sechste Gegenstrophe
Vorlage S. 156
1730
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 156
1731
Eintraf auf den wahrhaftig der Spruch
Vorlage S. 156
1732
Der Orakel; doch ich,
Vorlage S. 156
1733
Bei dem Dämon im Pleistheniadengeschlecht
Vorlage S. 156
1734
Schwör ich's, selbst dies Unerträgliche bin
Vorlage S. 156
1735
Ich zu tragen bereit; nur möge fortan
Vorlage S. 156
1736
Er verlassen dies Haus und ein ander Geschlecht
Vorlage S. 157
1737
Heimsuchen mit wechselgemordetem Mord!
Vorlage S. 157
1738
Und hätt ich der Güter ein spärliches Teil,
Vorlage S. 157
1739
Ganz gnügte mir's doch, wenn des wechselnden Mords
Vorlage S. 157
1740
Wahnsinn aus dem Hause verschwände!
Vorlage S. 157
1741
Aigisthos kommt aus der Gastwohnung.
Vorlage S. 157
1742
AIGISTHOS.
Vorlage S. 157
1743
O frohes Licht des Tages, der Gericht gebracht!
Vorlage S. 157
1744
Nun sag ich freudig, Rächer schaun den Sterblichen
Vorlage S. 157
1745
Die Götter hochher auf der Erde Missetat,
Vorlage S. 157
1746
Da den in den prachtgewebten Purpurdecken ich
Vorlage S. 157
1747
Der Erinnys, recht zur Lust mir, tot da liegen seh,
Vorlage S. 157
1748
Untat zu büßen, die des Vaters Hand beging.
Vorlage S. 157
1749
Denn einst hat Atreus, dieses Landes Fürst und Herr,
Vorlage S. 157
1750
Sein Vater, meinen Vater Thyestes, hör mich recht,
Vorlage S. 157
1751
Den eignen Bruder, der um das Reich mit ihm sich stritt,
Vorlage S. 157
1752
Hinausgestoßen aus der Stadt, aus seinem Haus;
Vorlage S. 157
1753
Heimkehrend drauf, am Herde hilfesuchend, kam
Vorlage S. 157
1754
Gramvoll Thyestes und erflehte Sicherheit,
Vorlage S. 157
1755
Dass er der Heimat Boden nicht mit seinem Blut
Vorlage S. 157
1756
Gemordet tränkte; doch zum Gastgeschenk gereicht
Vorlage S. 157
1757
Hat sein verruchter Vater Atreus, liebend nicht,
Vorlage S. 157
1758
Nein, schändlich meinem Vater, Festgelag und Schmaus
Vorlage S. 157
1759
Scheinbar bereitend, Kost von der eignen Kinder Fleisch;
Vorlage S. 157
1760
Er ließ die Füßlein und der Hände Fingerkamm
Vorlage S. 157
1761
Zu Kohlen brennen (über seines Herdes Glut
Vorlage S. 157
1762
Und gab vom andren meinem Vater, dass er aß;)
Vorlage S. 157
1763
Der, ohne dass er wusste, was er nehme, nahm
Vorlage S. 157
1764
Und aß vom Mahl, du siehst's, dem Fluchmahl des Geschlechts.
Vorlage S. 157
1765
Drauf als ihm klar wird dieser Tat Entsetzlichkeit,
Vorlage S. 157
1766
Da seufzt er, sinkt er nieder, speiet aus den Mord,
Vorlage S. 157
1767
Flucht den Pelopiden ungemeßnen Untergang,
Vorlage S. 157
1768
Häuft Graunverwünschung auf die Schmach des schnöden Mahls:
Vorlage S. 157
1769
Dass so der ganze Pleisthenidenstamm vergeh!
Vorlage S. 157
1770
Nach solchem Fluch kannst dort du den erschlagen sehn!
Vorlage S. 157
1771
Ich aber heiße seines Mords gerechter Schmied;
Vorlage S. 157
1772
Denn mich, den dritten zu den zween, trieb er fort
Vorlage S. 157
1773
Mit dem armen Vater, da ich klein in Windeln lag.
Vorlage S. 158
1774
Erwachsen führte Dike wieder mich zurück;
Vorlage S. 158
1775
Auch da ich fern war, hatt an ihn ich mich geknüpft,
Vorlage S. 158
1776
Geknüpft die ganze sichre Kunst heimtückscher List.
Vorlage S. 158
1777
So wäre selbst zu sterben jetzt mir leicht und lieb,
Vorlage S. 158
1778
Nachdem ich diesen in die Schlingen Dikes trieb!
Vorlage S. 158
1779
CHORFÜHRER.
Vorlage S. 158
1780
Aigisthos, Frechheit noch zum Frevel hass ich ganz;
Vorlage S. 158
1781
Du sagest, gern ermordet habest du den Mann,
Vorlage S. 158
1782
Allein ihm diesen jammervollen Tod gebracht –
Vorlage S. 158
1783
Ich sag dir, nicht wird im Gericht dein schuldig Haupt
Vorlage S. 158
1784
Des Volkes Flüchen und der Steinigung entgehn!
Vorlage S. 158
1785
AIGISTHOS.
Vorlage S. 158
1786
Mir redest du das, der du der letzten Ruderbank
Vorlage S. 158
1787
Der Stadt gehörst, da unser noch das Steuer ist?
Vorlage S. 158
1788
So lern als Greis noch, wie in solchem Alter, Freund,
Vorlage S. 158
1789
Schwer ist zu lernen, dass man mäßge seinen Mund;
Vorlage S. 158
1790
Denn Ketten lehren und die Qual des Hungers selbst
Vorlage S. 158
1791
Das Alter, Wunderärzte, auserlesenste,
Vorlage S. 158
1792
Für jede Torheit. Bist du blind mit offnem Aug?
Vorlage S. 158
1793
Nicht wider den Stachel löcke, dass er nicht dich sticht!
Vorlage S. 158
1794
CHOR.
Vorlage S. 158
1795
Weib, der du ins Haus schlichst, aufzulauern, wenn er heim
Vorlage S. 158
1796
Von Schlachten käme, und zugleich des Helden Bett
Vorlage S. 158
1797
Zu schänden, du sannst Tod dem Fürsten, meinem Herrn?
Vorlage S. 158
1798
AIGISTHOS.
Vorlage S. 158
1799
Auch dieses Wort scharrt bittrer Tränen Quell dir auf!
Vorlage S. 158
1800
Du hast von Orpheus' Lippen ganz das Widerspiel:
Vorlage S. 158
1801
Der riss mit seiner Stimme Zauber alles fort,
Vorlage S. 158
1802
Empörend du mit deinem Schmähn die Mildesten,
Vorlage S. 158
1803
Wirst fortgerissen. Zahmer macht die Zucht dich bald!
Vorlage S. 158
1804
CHOR.
Vorlage S. 158
1805
Und also du willst König nur in Argos sein,
Vorlage S. 158
1806
Der, als du Mord sannst, nicht einmal mit eigner Hand
Vorlage S. 158
1807
Hinauszuführen du gewagt hast deine Tat!
Vorlage S. 158
1808
AIGISTHOS.
Vorlage S. 158
1809
Des Weibes war natürlich, ihn in List zu fahn;
Vorlage S. 158
1810
Ich aber schien verdächtig als ein alter Feind.
Vorlage S. 158
1811
Doch jetzt mit seinem reichen Schatz versuchen wir
Vorlage S. 158
1812
Das Volk zu knechten; wer mir nicht gehorchen wird,
Vorlage S. 158
1813
Ich will ihm schon aufpacken, bis ihn gutbejocht
Vorlage S. 158
1814
Der Hafer nicht mehr sticht; ihn wird des dunklen Lochs
Vorlage S. 158
1815
Langweilger Wirt, der Hunger, wohl noch ruhig sehn!
Vorlage S. 158
1816
CHOR.
Vorlage S. 159
1817
Warum denn hast mit deiner feigen Seele du
Vorlage S. 159
1818
Nicht selber ihn ermordet, sondern ihn das Weib,
Vorlage S. 159
1819
Des Landes Abscheu und der Landesgötter Greul,
Vorlage S. 159
1820
Erwürgt? Orestes, lebte der noch irgendwo,
Vorlage S. 159
1821
Auf dass, zur Heimat einst in Tyches Schutz gekehrt,
Vorlage S. 159
1822
Er dieser zwei glorreicher Mörder möchte sein!
Vorlage S. 159
1823
AIGISTHOS.
Vorlage S. 159
1824
Dass du also wagst zu sprechen und zu tun, du büßt es gleich!
Vorlage S. 159
1825
CHOR.
Vorlage S. 159
1826
Auf denn, liebe Kampfgenossen, ferne nicht mehr ist der Kampf!
Vorlage S. 159
1827
(AIGISTHOS.
Vorlage S. 159
1828
Rüstet euch und stellt euch zu mir, macht zuschanden solchen Hohn!)
Vorlage S. 159
1829
CHOR.
Vorlage S. 159
1830
Auf denn! Hab zum Kampf ein jeder sein entblößtes Schwert bereit!
Vorlage S. 159
1831
AIGISTHOS.
Vorlage S. 159
1832
Mein entblößtes Schwert in Händen weigr ich mich dem Tode nicht!
Vorlage S. 159
1833
CHOR.
Vorlage S. 159
1834
Was du vom Tod gesagt, es gelte! Mag das Glück denn Richter sein!
Vorlage S. 159
1835
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 159
1836
Nimmermehr! O teure Männer, häufet nicht noch neues Weh!
Vorlage S. 159
1837
Nein, auch das noch einzumähen, allzublutge Ernte wär's!
Vorlage S. 159
1838
Nein, genug schon ist des Jammers; Blutvergießen wollet nicht!
Vorlage S. 159
1839
Geht, o Greise, geht nach Hause, eh in Wunden ihr der Tat
Vorlage S. 159
1840
Straf und Reue leidet; nehmen müsst ihr dies, wie wir's getan!
Vorlage S. 159
1841
Ja, wenn einem Leid zuteil ward, haben wir des wohl genug,
Vorlage S. 159
1842
Die wir schwerste Wunden leiden durch des Dämons harten Zorn.
Vorlage S. 159
1843
Dies ist mein, des Weibes, Meinung, wenn mir einer folgen will!
Vorlage S. 159
1844
AIGISTHOS.
Vorlage S. 159
1845
Aber dass mit frecher Zunge diese mich verhöhneten,
Vorlage S. 159
1846
Dass sie solches Wort mir anspien, frech versuchten mit dem Gott,
Vorlage S. 159
1847
Jede Mäßigung vergaßen, sich empörten ihrem Herrn –
Vorlage S. 159
1848
CHOR.
Vorlage S. 159
1849
Einem feigen Mann zu schmeicheln, nicht Argiver Sache wär's!
Vorlage S. 159
1850
AIGISTHOS.
Vorlage S. 159
1851
Doch ich denk, in künftgen Tagen bin ich auch noch unter euch!
Vorlage S. 159
1852
CHOR.
Vorlage S. 159
1853
Nimmer, wenn es fügt der Dämon, dass Orest zurückgekehrt!
Vorlage S. 159
1854
AIGISTHOS.
Vorlage S. 159
1855
Ja, ich weiß, Vertriebne nähren sich mit solcher Hoffnung gern!
Vorlage S. 159
1856
CHOR.
Vorlage S. 160
1857
Schalte, schwelge, mach zuschanden Fug und Recht, weil du es darfst!
Vorlage S. 160
1858
AIGISTHOS.
Vorlage S. 160
1859
Glaub mir, büßen deine Torheit sollst du mir aufs bitterste!
Vorlage S. 160
1860
CHOR.
Vorlage S. 160
1861
Prahle keck und kühn dem Hahn gleich, wenn er bei der Henne steht!
Vorlage S. 160
1862
KLYTAIMESTRA.
Vorlage S. 160
1863
Achte nicht ihr eitel Schwätzen weiter; ich und du, wir gehn,
Vorlage S. 160
1864
Machen alles uns im Hause, da wir Herr sind, wunderschön!
Vorlage S. 160
1865
Beide ab in den Palast, der Chor ab zur Stadt.
Vorlage S. 160

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ihm vergleichen kann ich nichts, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Bevor« in diesem Textausschnitt? »Bevor des Seezugs Doppelbahn vollendet ist.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Die fern hinaus mich sandte, die mich heimgeführt, Nike, die mir gefolget, sei mein immerdar!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Sinnbetört trug er's nun, Sein Kind schlachten zu sehn für jenen weibstrafenden Krieg, der Meerfahrt« B: »Welch scheußlich Untier leihet seinen Namen ihr, Der träfe?« C: »Gereift endlich enthüllte Die Art er seines Geschlechtes; denn, als der Pflege Vergeltung, Riss er sich ungeladen Schafe der Herde zum Mahle, Tünchte des Haus mit dem Blute rings – Für die Bewohner übergroß Unverwindbar bittres Leid;«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗

9. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Die du ihn fingst, die du ihn schlugst, ja, dich verjagt die Stadt,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Häuft Graunverwünschung auf die Schmach des schnöden …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Ihm vergleichen kann ich nichts, «. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Ihm vergleichen kann ich nichts, « und »müsst ihr dies, wie wir's getan«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Nike, die mir gefolget, sei mein immerdar!«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Die Götter bitt ich um Erlösung dieser Mühn«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Setz deinen Fuß, Herr, den Zertreter Ilions!«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Machen alles uns im Hause, da wir Herr sind, wunderschön!«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Die Orestie

Griechische Tragiker: Aischylos, Sophokles, Euripides. Hg. v. Wolf Hartmut Friedrich, übers. v. J. G. Droysen (Aischylos), K. W. F. Solger (Sophokles), J. A. Hartung (Euripides), München: Winkler, 1958. Aischylos 112- München

Das Werk Die Orestie von Aischylos ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Altgriechisch

Vollständiger überlieferter Originaltext der angegebenen Perseus-Edition. Antike Überlieferungslücken und kritische Ergänzungen gehören zur Quellausgabe und sind kenntlich: ⟨Ergänzung⟩, ⟦vom Herausgeber getilgter Text⟧, […] Überlieferungslücke. Anmerkungen der Quellausgabe sind beschriftet. Wortlaut bleibt erhalten; TEI-Markup wird in Lesetext überführt. Keine Gleichsetzung mit einem erhaltenen Autorenmanuskript oder mit der Textgrundlage der deutschen Übersetzung.

Aischylos; source-edition editors listed separately; Perseus Digital Library, Tufts University. CC BY-SA 4.0.

Autorschaft und Ausgabe: Aischylos · Herbert Weir Smyth · Perseus Digital Library, Tufts University

Originaltext und Ausgabe ↗ · Perseus Digital Library, Tufts University · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Aeschylus Aeschylus Herbert Weir Smyth New York London William Heinemann G.P. Putnam's Sons 1926 2 Internet Archive

Aeschylus Aeschylus Herbert Weir Smyth New York London William Heinemann G.P. Putnam's Sons 1926 2 Internet Archive

Aeschylus Aeschylus Herbert Weir Smyth New York London William Heinemann G.P. Putnam's Sons 1926 2 Internet Archive

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.