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Das versteht's ihr nicht: er hat ein zerrissenes Gemüt, da rinnt der Wein durch, und kann nicht in Kopf steigen. Jetzt kümmert's euch nicht um Sachen, die euch nix angehn, und schaut's zum Servieren.
tritt durch die Mitteltür links herein, und trägt mit Anstrengung ein eisernes Balkongeländer; ein Bursche, der einen Teil des Geländers trägt, kommt mit, und geht, nachdem er es auf den Balkon gestellt hat, sogleich ab.
Von unsern Ort bis da herüber is über a halbe Stund, wenn man leer geht; jetzt wenn man so ein G'wicht tragt, und a paarmal einkehren muss, da is a halber Tag weg, man weiß nicht wo er hinkommen is.
Ich hätt' eher das Fenster, was da war, zumauern lassen, unser Herr aber lasst's zu einer Tür ausbrechen, und eine Altan' bau'n, wegen der Aussicht; lauter so verruckte Gusto.
Seine Gäst sein fidel, aber er – keine Spur. Ich muss jetzt nachschau'n, ob s' kein frischen Champagner brauchen. Geht in den Speisesalon Mitte rechts ab.
Die reichen Leut' haben halt doch ein prächtig's Leben. Sie können trinken, schnabulieren, schlafen, sich unterhalten nach Gusto. – Schade, ich hätt' zum Reichtum viel Anlag g'habt, wenn sich so ein Millionär meiner ang'nommen hätt'; hätt' mich ausbild't, und hätt' mir mit der Zeit 's G'schäft übergeb'n, – aus mir hätt' was werden können.
Was wird er machen? bös is er auf'n Meister Gluthammer, dass er sich seit anderthalb Jahren nicht bei ihm sehn lasst, und da hat er recht! Pichelsdorf is doch nur 4 Stund weit von der Stadt.
Ich bin ja nicht mehr in der Stadt. Aber wie kommt denn die Jungfer Kathi daher? g'wiß das Pachtgeld vom Freund Krautkopf dem gnädigen Herrn überbringen?
Meine Mutter hat einmal gedient im Haus, wie noch der alte Lips, der Fabrikant, g'lebt hat, wie dann der junge Herr die vielen Häuser und Landgüter gekauft hat, das Pachtgut vom Vetter Krautkopf war auch dabei, – da haben ich und meine Mutter uns gar nicht mehr in seine Nähe getraut, als noblen Herrn, aber Traurig. vor 3 Jahren, wie's uns gar so schlecht gangen is, die Weißnähterei wird zu schlecht bezahlt –
Die is schon so viel als aus. Wie's uns so schlecht gangen is, und d' Mutter war krank, da bin ich zu meinen gnädigen Herrn Göden, und hab' 100 fl. z' leihen g'nommen; er hat mir's an der Stell' geben, und hat g'lacht, wie ich vom Z'ruckzahlen g'redt hab'! Meiner Frau Mutter hab' ich aber noch auf'n Tot'nbett versprechen müssen, recht fleißig und sparsam zu sein, und auf die Schuld ja nicht zu vergessen; und das hab' ich halt g'halten. Ich bin nach der Frau Mutter ihr'n Tod zum Vetter Krautkopf kommen, da hab' ich gearbeitet und gearbeitet, und gespart und gespart, und nach dritthalb Jahren waren die 100 fl. erübrigt. Jetzt bin ich da, beim Herrn Göden Schulden zahl'n.
Im Verlauf der Begebenheiten wird alles klar. Ich hab' mich verliebt – jetzt wird's bald 2 Jahr, in eine Putzerin, in eine reine, schneeblüh-weißgewaschne Seele.
Hab' es noch keinen Samstag unterlassen, – dass ich also weiter sag', sie hat mich ang'redt, ich soll ihr d' Marchandmoderei lernen lassen; ich hab' sie also gleich in d' Lehr' geb'n, und in kurzer Zeit hat sie alles im kleinen Finger g'habt, und so war sie Mamsell. Da stirbt die alte Marchandmode, 's Heirat'n is uns von Anfang schon in Kopf g'steckt – so hat sie mir zug'redt, ich soll ihr das G'schäft von der toten Madam kaufen. 4000 fl. hat's kosten sollen; die Hälfte hab' ich gleich bar auszahlt, und so war die Meinige Marchandmod, der Ehrentag war festgesetzt. Da –
Im Verlauf der Begebenheiten wird das alles klar. Die Hochzeit war bestimmt, 's Brautkleid war fertig, mein blauer Frack g'wendt, – Mit Schluchzen. die Anginene begelt, die Gäst eing'laden – Person a 2 fl. – Beinahe in Tränen ausbrechend. ohne Wein. –
Im Verlauf der Begebenheiten wird das alles klar. Sie is von der Stund an nicht mehr nach Haus kommen. Ich hab' s' g'sucht, ich hab' s' g'meldt, ich hab' s' woll'n austrommeln lassen, aber 's darf nur a Feuerwerk austrommelt wer'n in der Stadt, – mit ein Wort, es war alles umsonst, ich war Strohwittiber, bin Strohwittiber geblieben, und das Stroh bring' ich auf der Welt nicht mehr aus'n Kopf.
Oh! so was bleibt! Und dann die Folgen: 's G'schäft war einmal kauft, 2000 fl. war ich drauf schuldig; denk' ich mir, zu was brauch' ich zwei G'werber, es is das G'scheideste, ich verkauf' eins. Da hab' ich mein Schlosserg'werb verkauft, und bin Marchandmode blieben.
Wär' kein schlechter Gedanken g'wesen, aber man war ung'recht gegen mich. Die Kundschaften hab'n g'sagt, ich hätt' keinen Geschmack, weil ich alles in schwarz und hochrot hab' arbeiten lassen. Nach 4 Monaten war ich nix, als eine zugrund gegangene Marchandmode, und um meinen Gläubigern aus'n G'sicht zu kommen, hab' ich müssen aufs Land als Schlosserg'sell gehn. O meine Mathilde!
Was!? sie liebt mich! sie is offenbar mit G'walt fortg'schleppt worden, wird wo als Gefangene festg'halten, und hat keinen andern Gedanken, als nur in meine Arme zurückzukehren.
O Gott! wenn ich alles so g'wiß wüßt'! wenn ich den Räuber so g'wiß ausfindig z' machen wüßt' – Jungfer Kathi – Nimmt sie bei der Hand. dem ging's schlecht. – Ihre Hand heftig schüttelnd. Der wurd' auf schlosserisch in d' Arbeit g'nommen.
Komm' die Kathi! die Mathilde is verloren – Nimmt sie beim Arm. aber ihn werd' ich finden, den Mathildenschnipfer – Grimmig. Und dann werden wir was erleben, von einer nagelneuen Zermalmungsmethode.
Nehmen Sie's nicht übel, aber es gibt Momente, wo der ganze Schlosser in mir erwacht, und da merkt man keine Spur, dass ich jemals Marchandmode g'wesen bin.
Armut is ohne Zweifel das Schrecklichste. Mir dürft' einer 10 Millionen herlegen, und sagen, ich soll arm sein dafür, ich nehmet s' nicht. Und was schaut anderseits beim Reichtum heraus? Auch wieder ein ödes abgeschmacktes Leben. Wenn einem kleinen Buben nix fehlt, und er is grantig, so gibt man ihm a paar Praker, und 's is gut. Vielleicht helfet das bei mir auch, aber bei einem Bub'n in meinem Alter müssten die Schläg vom Schicksal ausgehn, und von da hab' ich nix zu reskier'n. Meine Gelder liegen sicher, meine Häuser sind assekuriert, meine Realitäten sind nicht zum stehlen – bin der einzige in meiner Familie, folglich kann mir kein teurer Angehöriger sterben, außer ich selber, und um mich werd' ich mir auch d' Haar nicht ausreißen, wenn ich einmal weg bin. – Für mich is also keine Hoffnung auf Aufrieglung, auf Impuls. – Jetzt hab' ich Tafel g'habt, wenn ich nur wüßt', wie ich bis zur nächsten Tafel d' Zeit verbring'! – Mit Abenteuer? mit Spiel? – Das Spielen is nix für ein Reichen, wem 's Verlieren nicht mehr weh tut, dem macht 's Gewinnen auch kein' Freud'! – Abenteuer? da muss ich lachen! für einen Reichen existieren keine Abenteuer. 's Geld räumt zu leicht d' Hindernisse auf die Seiten. Wo sollen da die Abenteuer herkommen? Man is und bleibt schon auf die faden Alletagsgenüsse reduziert, die man mit Hülfe der Freundschaft hinunterwürgt. Das is noch das Schönste, über Mangel an Freunden darf sich der Reiche nicht beklagen. Freunde hab' ich, und das was für Freunde! den warmen Anteil, den sie nehmen, wenn s' bei mir essen, das heiße Mitgefühl, wenn s' mit mir zugleich einen Punschdusel kriegen, und die treue Anhänglichkeit! ob einer zum Losbringen wär'! – keine Möglichkeit! Ich bin wirklich ein beneidenswerter Kerl, nur schad', dass ich mich selber nicht beneid'! –
Aber, Herr Bruder, sag doch, was ist's mit dir? die Gesellschaft wird immer lauter, du wirst immer stiller, alle Gesichter verklären sich, das deine verdüstert sich, endlich lasst du uns ganz im Stich. –
Wenn s' sehn, du kommst nicht, so verlier'n sie sich halt schön stad, die Anhänglichkeit, die wir haben, die kann man nicht prätendieren von so gewöhnlichen Tischfreund.
Eben die Träume verraten mir's, dass es auf die Neige geht, ich mein' die wachen Träume, die jeder Mensch hat. Bestehen diese Träume in Hoffnungen, so is man jung, bestehen sie in Erinnerungen, so ist man alt. Ich hoffe nix mehr, und erinnre mich an vieles, ergo alt; uralt; Greis; Tatl.
Sag mir ein Land, wo ich was Neues sehe, wo der Wasserfall einen andern Brauser, der Waldbach einen andern Murmler, die Wiesenquelle einen an dern Schlängler hat, als ich schon hundertmal gesehen und gehört habe. Führ mich auf einen Gletscher mit schwarzem Schnee und glühende Eiszapfen. – Segeln wir in einen Weltteil, wo das Waldesgrün lilafarb, wo die Morgenröte paperlgrün is. – Lasst mich aus, die Natur kränkelt auch an einer unerträglichen Stereotypigkeit.
Eine originelle Wahl? Wie is das möglich? Wähl' ich vernünftig, so haben schon hundert so gewählt, und wähl' ich dumm, so haben schon Millionen Leut' so g'wählt. Aber wenn ich – ja freilich – Von einer Idee ergriffen. ich hab's!
Kein Aber – kein po situs! unbedingt die erste, die mir begegnet. Ich sag' euch, Freunde, ich g'spür' jetzt schon die heilsame Wirkung von diesem Entschluss; die Spannung, die Neugierd', wer wird die erste sein? –
Der Glanz alles Glänzenden wird durch schwarze Unterlag gehoben, drum sind immer die Bälle die glänzendsten, denen das Unglück den dunklen Grund abgibt, für welches dann der Glanz des Balles zum Strahl des Trostes wird. So wird auch ohne Zweifel Ihr Ball einen wohltätigen Zweck haben.
Mit einem Wort, zu Ihrem Besten, und zum Besten Ihrer Gläubiger wird der Ball gehalten; jetzt brauchen Sie nur noch die Gäste mit dem Ball zum besten zu halten, so ist ein allgemeines Bestes erzweckt.
Nichts, als das kleine Haus da heraußen, von dem ich die Hälfte an eine Sommerpartei verlassen. Jetzt hab'n mir die Gläubiger auf das Haus greifen wollen.
Fatal, vorm Feuer kann man ein Haus assekurieren lassen, aber an eine Assekuranzanstalt vor Gläubigern hat man noch nicht gedacht, und doch werden offenbar den Gläubigern mehr Häuser, als den Flammen, zum Raube.
Ein alter Streich- und Projektenmacher. Sie glauben nicht, wie der mich hinters Licht g'führt hat. Herr von Lips müssen wissen, ich war in der Stadt bei der Handlung.
Herr von Lips – Ihre Großmut – Ihre – Eilfertig. ich verharre mit untertänigstem Dank, die tiefergebenste Dienerin. Verneigt sich und geht rasch durch die Mitte links ab.
Mein Kompliment. Wie sich die tummelt, die muss einen Abscheu vor dem Herausgeben haben. Sich besinnend. Aber halt, ich vergeß ja ganz, dass sie meine Braut is, Eilt zur Tür und ruft ihr nach. ich bitt', Madame, – haben S' die Güte, – auf ein'n Augenblick – Für sich. sie kommt zurück.
Nein, ich dank'. Für einen Ledigen is ein Billet genug, und selbst wenn ein Lediger die Ballgeberin heirat, braucht er nur ein Billet; denn die Ballgeberin hat ja freies Entree auf ihrem eigenen Ball.
Is es denn so wunderbar; mir is der Schuss zum Heiraten kommen, und der Schuss trifft zufällig Sie. Besser als ein anderer Schuss, der bald mich selbst getroffen hätt'.
Sie müssen wissen, mein Innres is zerrissen, wie die Nachtwäsch' von einem Bettelmann – da hab' ich mich also unlängst erschießen wollen, und derweil ich so im Schuss ein Testament aufsetz', zugunsten meiner Freunde, is mir der Schuss zum Erschießen vergangen.
Aha, Sie gehn schon drauf ein, das is recht, ich verdien's, dass man mit mir Komödie spielt, weil mich meine Eitelkeit schon manchmal undankbar gegen den Reichtum macht. Glauben Sie denn, wenn ich von einer G'sellschaft nach Haus kommen bin, ich hab' mich bedankt bei meine Obligationen, und g'sagt: »Euch nur verdank' ich's, dass diese Frau auf mich gelächelt, diese Tochter mit mir kokettiert hat. Euch nur, ihr herrlichen Papiere, dass diese Cousine mich heiraten will«; – kein Gedan ken! ich hab' mich hing'stellt voll Selbstgefühl vorn Spiegel, und g'funden: Ich bin ein höchst gefährlicher Mann. Diesen Undank muss die Nemesis rächen. Also heraus jetzt mit dem Entschluss, meine Holde!
Später, später, – jetzt hab' ich durchaus keine Zeit; geh nur, Kind, geh! Zu Madame Schleier. Ich geb' Ihnen also Bedenkzeit, aber nicht mehr als eine Viertelstund!
Was kann man in einer Viertelstund' bedenken? Im Grund is eigentlich gar nichts zu bedenken – und der Herr von Lips durchschauen ohnedies jede Ziererei – ich könnte also gleich –
Ich weiß, Sie könnten gleich ja sagen, aber mir g'fallt das jetzt mit der Bedenkzeit; ich bild' mir jetzt ein, ich bin in einer ängstlichen Erwartung, – das unterhalt' mich. Sehn S', so muss sich der Mensch selber für einen Narren halten. Glauben Sie mir, das ist eine schöne und nicht so leichte Kunst. Um andre für einen Narren zu halten, braucht man nix als Leut, die einem an Dummheit übertreffen; nun aber mit Vorsatz sich selbst für einen Narren halten, muss man sich selbst an G'scheitheit übertreffen. Also in einer Viertelstund, Angebetete – ich werde die Sekunden zählen – das Blut drängt sich zum Herzen, das Hirn pulsiert – der Atem stockt. – In einer Viertelstunde – Leben oder Tod! Eilt in den Speisesalon Mitte rechts ab.
Euer Gnaden sind so herablassend, mit mir zu sprechen, werden mir also eine Frag' erlauben, 's is vielleicht eine dumme Frage. Etwas ängstlich. Hab' ich recht, mir is vor kommen, als wenn mein Herr Göd heiraten möcht'?
Ihnen! – nicht wahr, Sie hab'n ihn recht gern? Er is so gut, – so ein herzensguter Herr – Er verdient's, und ihm fehlt ja nix zu seinem Glück, als ein treues Herz. – O Euer Gnaden werden ihn g'wiß recht glücklich machen.
Mit mir haben sich wohl merkwürdige Schicksale zugetragen in die anderthalb Jahre; und das neueste Schicksal is das, dass ich seit 5 Minuten dem Herrn von Lips seine Braut bin.
Sein Leben will ich, nix als sein Räuberleben. Is denn nirgends was in der Näh'? Mein Hab und Gut für einen Taschenfeidl! Eine Million für a halbe Portion Gift.
Gut, dort will ich ihm zur Hochzeit gratulieren. Indem er wütend, während den folgenden Worten, alle Hiebe, Stiche, Stöße und Tritte pantomimisch ausdrückt. Glück, – Freud', – Gesundheit – lang's Leb'n – und alles Erdenkliche, was er sich selbst wünschen kann. Wart Räuber!! Rennt wütend durch die Mitte links ab.
welche erst ängstlich nach der Mitteltüre links gelaufen, läuft jetzt Mitte rechts an die Tür, welche in den Speisesalon führt, und ruft an der zugemachten Tür.
Zwei Bediente treten jeder mit 2 angezündeten Armleuchtern zur Mitte links ein, und stellen jeder einen auf den Tisch rechts und links. In den Kulissen Tag, im Hintergrunde bleibt es Nacht.
Erlauben Sie mir, dass ich ihm sein Glück verkünde. Er öffnet in der Mitte rechts die Tür nach dem Speisesalon, und man sieht Lips auf einem Diwan ausgestreckt liegen und schlafen. Er schläft.
Die zwei Bedienten, welche die beiden andern Armleuchter nach dem Speisesalon tragen wollten, haben sich in dem Moment der Tür genähert, als Stifler selbe öffnete, so daß sie unwillkürlich den schlafenden Lips beleuchten.
indem er mit Stifler und Sporner durch die Mitte rechts in den Speisesalon nach rechts ab –, und an dem schlafenden Lips vorübergeht, den Bedienten, welche die Lichter in den Speisesalon gestellt, zurufend.
Gnade für Recht ergehen lassen, gut. Wir wollen, weil mein Traum nicht ausgeht, weiter träumen, das heißt, von der Zukunft diskuriern; das is auch ein Traum, der selten ausgeht. Is Ihnen nicht gefällig Platz zu nehmen? Rückt einen Stuhl zurecht.
Sechs Wochen? – ich glaub', wenn die Braut in einer Viertelstunde den Entschluss fasst, so könnt' der Bräutigam doch längstens in 8 Tagen mit die Anstalten fertig sein.
Für mich keineswegs. Glauben Sie, das Auf Gluthammer deutend. schreckt mich ab? Ich will ja einen Narrenstreich begehn, und ich sehe immer mehr und mehr, ich habe eine ganz passende Wahl getroffen. Schließt sie in seine Arme.
Kommen, indem sie ringen, in die Nähe der Balkontür, die offensteht; unwillkürlich drängt einer den andern hinaus auf den Balkon. Beide stürzen während eines Schreckensausrufes, indem sie sich umklammert halten, samt dem noch nicht festgemachten Eisengitter, über den Balkon herab.
ohne von den Anwesenden, welche um die Balkontür gedrängt, ihre Blicke nach außen und folglich Lips den Rücken kehren, bemerkt zu werden, ist ganz durchnäßt zur Mitteltür links eingetreten, und hat die letzten auf dem Balkon geführten Reden gehört.
2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Und aufs […] scheint der Herr große Stück zu halten.«
3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Aha, Sie gehn schon drauf ein, das is recht, ich verdien's, dass man mit mir Komödie spielt, weil mich meine Eitelkeit schon manchmal undankbar gegen den Reichtum macht.«
5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Fatal, vorm Feuer kann man ein Haus assekurieren lassen, aber an eine Assekuranzanstalt vor Gläubigern hat man noch nicht gedacht, und doch werden offenbar den Gläubigern mehr Häuser, als den Flammen, zum Raube.«
6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse.
A: »Wer will Ihm was nehmen? und was hat Er g'sehn?«
B: »Schön oder wild, gut oder bös, jung oder alt, – alles eins – ich heirat' sie.«
C: »Geduld – ich hab' noch nicht den rechten Schlüssel zum Schloß der Erinnerung.«
8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Einen […], der die Sekunden zählt, darf man nicht eine Minute warten lassen.«
10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Sechs Wochen? – ich glaub', wenn die Braut in einer Viertelstunde den Entschluss …«
2Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte
1. Lies den Abschnittsbeginn: »Anton, Christian, Joseph kommen durch die Glastür Mitte links aus dem Hintergrund vor.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Bruder, jetzt treff' ich das Rechte. Eins ist dir noch neu, – der Ehestand.«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Ihnen! – nicht wahr, Sie hab'n ihn recht gern? Er is so gut, – so ein herzensguter Herr – Er verdient's, und ihm fehlt ja nix zu seinem Glück, als ein treues Herz. – O Euer Gnaden werden ihn g'wiß recht glücklich machen.«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Geld oder Besitz geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Spielen Sie mir jetzt die Komödie vor, als ob nicht mein Reichtum, sondern meine liebenswürdige Persönlichkeit Ihren Entschluss bestimmt.«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Macht oder Abhängigkeit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Macht eine Bewegung, daß sie sich entfernen soll.«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Nu, gar so jung – ich bin wohl erst im Vierundfünfzigsten.« und »Natürlich! wir sehen uns zum erstenmal. Es sind aber noch ein paar Ihrer ehmaligen Anbeter hier; suchen wir sie im Garten auf, […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
7. Am Abschnittsende steht: »Im Orchester fällt eine passende Musik ein. Der Vorhang fällt.« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Anton, Christian, Joseph kommen durch die Glastür Mitte links aus dem Hintergrund vor.« / »Im Orchester fällt eine passende Musik ein. Der Vorhang fällt.«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
3Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte
Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.
Niveau 1 · Einstieg
1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »So, tragt sie nur hinein, 's werden nicht die letzten sein; wenn die einmal ins Trinken kommen –«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Mit einem Wort, zu Ihrem Besten, und zum Besten Ihrer Gläubiger wird der Ball gehalten; jetzt brauchen Sie nur noch die Gäste mit dem Ball zum besten zu halten, so ist ein allgemeines Bestes erzweckt.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Flucht! – Flucht! – schleunige Flucht! – Eilt zur Seite links ab.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Der Zerrissene von Nestroy, Johann ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).
Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.
Der Zerrissene
Johann Nestroy: Werke. Ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Oskar Maurus Fontana, München: Winkler, 1962. Nestroy, Johann 500- München
Das Werk Der Zerrissene von Nestroy, Johann ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.
Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.