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Das is recht abscheulich, was ihr immer habt's über mich; – aber freilich, ich bin die einzige im Ort, die solche Haare hat. Für die Schönste wollt's mich nicht gelten lassen, drum setzt's mich als die Wildeste herab.
Ich bleib' halt wieder allein z'ruck! Und warum? weil ich die rotkopfete Salome bin. Rot ist doch g'wiß ein' schöne Farb', die schönsten Blumen sein die Rosen, und die Rosen sein rot. Das Schönste auf der Welt ist der Morgen, und der kündigt sich an durch das prächtigste Rot. Die Wolken sind doch g'wiß keine schöne Erfindung, und sogar die Wolken sein schön, wann s' in der Abendsonn' brennrot dastehn am Himmel; drum sag' ich, wer geg'n die rote Farb' was hat, der weiß net, was schön is. Aber was nutzt mich das alles, ich hab' doch kein'n, der mich auf den Kirtag führt; – ich könnt' allein hingehn, – da spotten wieder die Madeln über mich, lachen und schnattern. Ich geh' zu meine Gäns', die schnattern doch nicht aus Bosheit, wann s' mich sehn, und wann ich ihnen's Futter bring', schaun s' mir auf d' Händ' und net auf'n Kopf. Sie geht rechts im Vordergrunde ab.
Dazu fehlet mir die Pfiffigkeit. Ein Stellwagen is das pfiffigste Wesen auf der Welt, weil er ohne Unterschied des Standes jeden Menschen aufsitzen lasst.
O nein; aber Sie werden gewiss bald heiraten, dann ist Ihrer Sekkatur ein neues Feld eröffnet, und ich bin nicht mehr der Spielraum Ihrer Z'widrigkeit.
So kopflos urteilt die Welt über die Köpf' und wann man sich auch den Kopf aufsetzt, es nutzt nix. Das Vorurteil is eine Mauer, von der sich noch alle Köpf', die gegen sie ang'rennt sind, mit blutige Köpf' zuruckgezogen haben. Ich hab' meinen Wohnsitz mit der weiten Welt vertauscht, und die weite Welt is viel näher als man glaubt. Aus dem Dorngebüsch z'widrer Erfahrungen einen Wanderstab geschnitzt, die chiappa-via-Stiefeln angezogen, und's Adje-Kappel in aller Still' geschwungen, so is man mit einem Schritt mitten drin in der weiten Welt. – Glück und Verstand gehen selten Hand in Hand; – ich wollt', dass mir jetzt recht ein dummer Kerl begegnet', ich sähet das für eine gute Vorbedeutung an.
Der B'schreibung nach, die mir der Herr Polz g'macht hat, könnt' das der sein, den er erwart't. Wuchs groß, Mund groß, Augen sehr groß, Ohren verhältnismäßig; – nur die Haar' – Zu Titus. sucht der Herr hier ein Brot?
Ich bin entwaffnet! Der Mensch hat so etwas Dezidiertes in seiner Grobheit, dass es einem rein die Red' verschlagt. Recht freundlich, recht liebreich kommt man mir entgegen. In mir organisiert sich aber auch schon Misanthropisches. – Ja, – ich hass' dich, du inhumane Menschheit, ich will dich fliehen, eine Einöde nehme mich auf, ganz eseliert will ich sein! – Halt, kühner Geist, solcher Entschluss ziemt den Gesättigten, der Hungrige führt ihn nicht aus. Nein, Menschheit, du sollst mich nicht verlieren. Appetit is das zarte Band, welches mich mit dir verkettet, welches mich alle Tag' drei – vier Mal mahnt, dass ich mich der Gesellschaft nicht entreißen darf. – Nach rechts sehend. Dort zeigt sich ein Individuum, und treibt andere Individuen in ein Stallerl hinein, Ganseln sind's! – Oh, Hüterin, warum treibst du diese Ganseln nicht also brat'ner vor dir her, ich hätt' mir eines als Zwangsdarlehen zug'eignet.
Arm? Ich bedaure dich, sorgsame Erzieherin junger Gänse; deine Kolleginnen in der Stadt sind viel besser daran, und doch erteilen sie häufig ihren Zöglingen in einer Reihe von Jahren eine nur mangelhafte Bildung, während du die deinigen alle Martini vollkommen ausgebildet für ihren schönen Beruf der Menschheit überlieferst.
Kind, frevele nicht, er ist Bierversilberer, die haben alle was; das sein gar fleißige Leut; die versilbern nicht nur das Bier, sie vergolden auch ihre Kassa.
Sehr viel, ich hab' ihn auf der empfindlichsten Seite angegriffen; das Aug' ist der heiklichste Teil am Menschen, und ich beleidige sein Aug', sooft er mich anschaut, denn er kann die roten Haar net leiden.
Mehr dumm als abscheulich. Die Natur gibt uns hierüber die zarteste Andeutung. Werfen wir einen Blick auf das liebe Tierreich, so werden wir finden, dass die Ochsen einen Abscheu vor der roten Farb' haben, und unter diesen wieder zeigen die totalen Büffeln die heftigste Antipathie; – welch ungeheuere Blöße also gibt sich der Mensch, wenn er rote Vorurteile zeigt.
Schmeichlerin! Dass ich dir also weiter erzähl' über mein Schicksal. Die Zurückstoßung meines Herrn Vetters war nicht das einzige Bittere, was ich hab' dulden müssen; ich hab' in dem Heiligtum der Lieb' mein Glück suchen wollen, aber die Grazien haben mich für geschmackswidrig erklärt; ich hab' in den Tempel der Freundschaft geguckt, aber die Freund' sind alle so witzig, da hat's Bonmots g'regnet auf mein'n Kopf, bis ich ihn auf ewige Zeiten zurückgezogen hab'. So ist mir ohne Geld, ohne Lieb', ohne Freundschaft meine Umgebung unerträglich word'n; da hab' ich alle Verhältnisse abg'streift, wie man einen wattierten Kaput auszieht in der Hitz', und jetzt steh' ich in den Hemdärmeln der Freiheit da.
Also handelt es sich um ein Brot? Na, wenn der Herr arbeiten will, da lasst sich Rat schaffen. Mein Bruder is Jodel hier, sein Herr, der Bäck, hat eine große Wirtschaft, und da brauchen s' ein'n Knecht –
Hm! ich will deinen Brudern nicht zu voreilig verdammen; um ein Werk zu beurteilen, muss man tiefer eindringen. Nimmt den Brotlaib und schneidet ein sehr großes Stück ab. Ich werde prüfen und dir gelegentlich meine Ansichten mitteilen. Steckt das Stück Brot in die Tasche.
Also bleiben S' noch ein' Zeit da bei uns? das is recht; den Stolz muss man ablegen, wenn man nix hat! und's wird Ihnen recht gut gehn da, wenn Ihnen nur der Bäck aufnimmt.
Er wird doch nicht gar? – er rennt hin; – wenn ihm nur nichts g'schieht – er packt's Pferd – 's reißt ihn nieder! – Aufschreiend. Ah!! 's Pferd steht still – er hat's aufg'halten. – Das ist ein Teuxelsmensch. Ein Herr steigt aus'm Wagen; – er kommt daher mit ihm. Ah, das muss ich gleich den Bäcken erzähl'n; wenn er das hört, nimmt er den Menschen g'wiß. Läuft rechts ab.
Wer eine solche Tat vollführt. Es hat einmal einer – ich weiß nicht, wie er geheißen hat, – einem Prinzen, – ich weiß nicht, wie er geheißen hat, – das Leben gerettet, der wollte ihn mit Diamanten lohnen; da entgegnete der Retter: »Ich finde in meinem Bewusstsein den schönsten Lohn«; – ich bin überzeugt, dass Sie nicht weniger edel denken, als der, wo ich nicht weiß, wie er geheißen hat.
Auch durch zu viele Worte unangenehm affiziert wird, wollten Sie sagen? Ganz recht; der wahre Dank ist ohnedies stumm; drum gänzliches Stillschweigen über die Geschichte.
Es hat nix g'fehlt, als dass er aus Dankbarkeit »rote Rub'n« g'sagt hätt'. Das is ein lieber Marquis; was tut er denn? In die Szene sehend. Er rennt zum Pirutsch, – er sucht drin herum, – Andenken hat er g'sagt; auf d' Letzt macht er mir doch ein wertvolles Präsent. – Was is denn das? – A Hutschachtel hat er herausg'nommen, – er läuft her damit; er wird mir doch nicht für das, dass ich sein junges Leben gerettet hab', ein'n alten Hut schenken?
So, Freund, nehmen Sie das, Sie werden's brauchen; die gefällige äußere Form macht viel – beinahe alles; es wird Ihnen nicht fehlen. Hier ist ein Talisman, Gibt ihm die Schachtel. und mich wird's freuen, wenn ich der Gründer Ihres Glückes war. Adieu, Freund! Adieu! Eilt in den Hintergrund links ab.
Glück gründen? – Talisman? – Da bin ich doch neugierig, was da drin steckt. Öffnet die Schachtel und zieht eine schwarze Perücke heraus. A Perücken! – nix als eine kohlrabenschwarze Perücken! Ich glaub' gar, der will sich lustig machen über mich. – Ihm nachrufend. Wart, du lebendiger Perückenstock, ich verbitte mir alle Witzboldungen und Zielscheibereien! – Aber halt! – war denn das net schon längst mein Wunsch? – haben mich nicht immer nur die unerschwinglichen fünfzig Gulden, die eine täuschende Tour kost't, abgehalten? – Talisman hat er g'sagt; – er hat recht! – Wenn ich diese Tour aufsetz', so sinkt der Adonis zum Gottschebabub'n herab und der Narziß wird ausg'strichen aus der Mythologie. Meine Karriere geht an, die Glückspforte öffnet sich – Auf die offene Gartentür blickend. Schau, die Tür steht grad offen da; wer weiß? – ich reskier's; ein'm schönen Kerl schlagt's nirgends fehl. Geht in die Gartentür ab.
Der Bäck hat g'sagt: er hat erstens Ihre Zeugnisse nicht g'sehn, und dann sind ihm so viele anempfohlen, er ist bei Vergebung dieser Stelle an Rücksichten gebunden. –
Aufs Schloß? Das kann ja net sein. Oh, wann Ihnen die gnädige Frau sieht, jagt sie Ihnen augenblicklich davon; Mit Beziehung auf ihre Haare. darf ja ich mich auch fast gar nicht blicken lassen vor ihr.
Die Antipathien der Gnädigen sind Nebensache, seitdem sich bei mir die Hauptsachen verändert haben. Ich geh' mit kecker Zuversicht meinem Glück entgegen.
Na, ich wünsch' Ihnen viel Glück zu Ihrem Glück; 's is völlig net recht, aber's schmerzt mich halt doch, dass mir wieder a Hoffnung in'n Brunn'n g'fallen is.
Wenn Sie als meinesgleichen dablieben wär'n, hätt's g'heißen, das sind die zwei Wildesten im Ort, das is der rote Titus, das is die rote Salome; den Titus hätt' kein Madel ang'schaut, so wie die Salome keiner von die Burschen.
Und drauf warten, bis man mich in deine Arme schleudert. Gut, mach dir diese Privatunterhaltung, pfürt dich Gott! Mein Schicksal ruft: »Schön, herein da!« Ich folge diesem Ruf und bringe mich selbst als Apportel. Geht in die Gartentür ab.
Da geht er, und ich weiß nicht, – ich hab' eh' kein Glück g'habt, und mir kommt jetzt vor, als wenn er noch was mitgenommen hätt' davon. Wenn ich mir's nur aus'm Sinn schlagen könnt', aber wie denn? mit was denn? Wär' ich a Mannsbild, wußt' ich mir schon z' helfen; aber so. – Die Mannsbilder haben's halt doch in allen Stücken gut gegen uns.
Das Unkraut, Gall und Verdruss, wachst mir jetzt schon zu dick auf mein'm Geschäftsacker, ich kann's nicht mehr allein ausjäten. Mein seliger Mann hat kurz vorher, als er selig word'n ist, gesagt, ich soll Wittib bleiben; wie kann ein seliger Mann so eine unglückliche Idee haben. Die Knecht' haben keine Furcht, kein'n Respekt, ich muss ihnen einen Herrn geben, dessen Frau ich bin. Mein Seliger wird den Kopf beuteln in die Wolken, wann er mir etwa gar als Geist erscheinet, wann's auf einmal so klopfet bei der Nacht – Es wird an die Tür geklopft – ängstlich aufschreiend. Ah! Hält sich wankend am Tische.
Wundern über das Allgemeine? Oh, nein! Die Nerven von Spinnengeweb', d' Herzen von Wachs und die Köpferl von Eisen, das is ja der Grundriß der weiblichen Struktur.
Recht ein angenehmer Mensch, und die rabenschwarzen Haar'; – ich muss aber doch – Laut und in etwas strengem Ton. Wer is der Herr, und was will der Herr?
Ob Sie mich Gehülfe nennen, oder Gärtner – das is alles eins; selbst – ich setz' nur den Fall – wenn es mir als Gärtner gelingen sollte, Gefühle in Ihr Herz zu pflanzen – ich setz' nur den Fall – und Sie mich zum unbeschränkten Besitzer dieser Plantage ernennen sollten – ich setz' nur den Fall – selbst dann würde ich immer nur Ihr Knecht sein.
Ein exotisches Gewächs, nicht auf diesen Boden gepflanzt, durch die Umstände ausgerissen, und durch den Zufall in das freundliche Gartengeschirr Ihres Hauses versetzt, und hier, von der Sonne Ihrer Huld beschienen, hofft die zarte Pflanze Nahrung zu finden.
Sehr gut; wer Menschen kennt, der kennt auch die Vegetabilien, weil nur sehr wenig Menschen leben, und viele unzählige aber nur vegetieren. Wer in der Fruh aufsteht, in die Kanzlei geht, nachher essen geht, nachher präferanzeln geht, und nachher schlafen geht, der vegetiert; wer in der Fruh ins G'wölb' geht und nachher auf die Maut geht, und nachher essen geht, und nachher wieder ins G'wölb' geht, der vegetiert; wer in der Fruh aufsteht, nachher a Roll' durchgeht, nachher in die Prob' geht, nachher essen geht, nachher ins Kaffeehaus geht, nachher Komödie spiel'n geht, und wenn das alle Tag' so fortgeht, der vegetiert. Zum Leben gehört sich, billig berechnet, eine Million, und das is nicht genug; auch ein geistiger Aufschwung g'hört dazu, und das find't man höchst selten beisammen; wenigstens, was ich von die Millionär weiß, so führen fast alle aus millionär'scher Gewinn- und Vermehrungspassion ein so fades, trockenes Geschäftsleben, was kaum den blühenden Namen »Vegetation« verdient.
Also gilt bei Ihnen das Sprichwort: »Das Kleid macht den Mann«, das Sprichwort, durch welches wir uns selbst so sehr vor die Schneider herabsetzen, und welches doch so unwahr ist; denn wie viele ganze Kerls gehn mit zerrissene Röck' herum.
Oh, der Anzug hat nur zu viel Gärtnerartiges, er is übersä't mit Fleck, er is aufgegangen bei die Ellbögen und an verschiedenen Orten; weil ich nie ein Paraplü trag', wird er auch häufig begos sen, und wie er noch in der Blüte war, hab' ich ihn oft wie eine Pflanze versetzt.
Das ist dummes Zeug. Nach der Tür rechts deutend. Geh' Er durch das Zimmer in die Kammer hinein: in der Truhen, wo der Zwiefel liegt, find't Er den Hochzeitanzug von mein'm seligen Mann.
Das Hochzeitkleid des Verblichenen soll ich anziehen? – Hören Sie – Fährt sich kokett mit der Hand durch die Locken. Da kann ich nichts davor, wenn Gefühle erwachen, die – Sieht sie bedeutungsvoll an, und geht zur Seitentür rechts ab.
Wirklich ein charmanter Mensch! – Na, man kann nicht wissen, was geschieht. Ein Spaß wär's, wenn ich früher zur zweiten Heirat käm', als unsere Kammerfrau, die so spöttisch auf mich herabsieht, weil sie den Herrn Friseur zum Liebhaber hat. Mit der Hochzeit lasst er sich aber hübsch Zeit; bei mir könnt' es rascher gehn, das wär' ein Triumph! – Vor allem muss ich aber die Leut' zusammenrufen. Geht zum Fenster. Ah, der Plutzerkern! Hinausrufend. Hol geschwind die Leut' alle zusamm, ein neuer Gärtner is aufgenommen, der in Zukunft anstatt meiner über sie befehlen wird.
Was is das? – Die Kammerfrau? – Zum Fenster hinaus grüßend. Gehorsamste Dienerin! – Vom Fenster weggehend. Sie kommt zu mir; was hat das zu bedeuten? G'wiß wieder ein Verdruss; die Leut' hab'n was versäumt, und ich kann's Bad ausgießen.
Die gnädige Frau erwartet heute nachmittags Besuch aus der Stadt und wünscht, dass nicht wieder so schlechtes Obst, wie das letztemal, ins Schloß geschickt werde.
Is nicht meine Schuld; die Leut' – aber das wird jetzt alles anders wer'n. Die gnädige Frau hat mir den Auftrag erteilt, einen geschickten Menschen aufzunehmen; na, und da hat sich's so geschickt, dass ein sehr geschickter Mensch –
Oh, ich bitte, Madam, diesen Menschen mit keinem gewöhnlichen Gartenknecht zu verwechseln; er ist – es ist sogar möglich – beinahe schon gewiss, dass ich ihn heirat'.
So? Diese Vermählung wird der gnädigen Frau so uninteressant sein, wie der ganze Mensch; ich finde es daher, wie schon gesagt, ganz unstatthaft, ihn der gnädigen Frau vorzustellen.
Gut. – Constantia erblickend. Ah! – Jetzt gebet ich kein'n Tropfen Blut, wann man mir eine Ader lasset. Sich tief vor Constantia verneigend. Ich bitte untertänig – Zu Flora. Warum haben Sie mir nicht gesagt – Zu Constantia mit tiefer Verbeugung. mir nicht zu zürnen, dass ich – Zu Flora. dass die gnädige Frau da ist – Zu Constantia mit tiefer Verbeugung. nicht gleich die pflichtschuldigste Referenz – Zu Flora. – 's is wirklich schrecklich, in was Sie ein'm für eine Lag' bringen.
Ich muss mir nur g'schwind ein Schnupftüchel vors G'sicht – Zieht statt eines Schnupftuches eine graue Perücke mit Zopf aus der Tasche und hält sie eiligst vors Gesicht.
Vorstellen? Wie finden Sie es denn auf einmal nötig, ihn der Gnädigen vorzustellen? Sie hab'n ja grad vorher g'sagt, es is ganz unstatthaft, so einen Bengel der gnädigen Frau vor Augen zu bringen.
Wenn diese Dame wirklich ihre Lippen zu dem Wort »Bengel« hergegeben, so hat sie wahrscheinlich einen Knecht, vielleicht einen von diesen beiden Herren Auf die Gartenknechte zeigend. gemeint, denn mich hat sie ja noch gar nicht gekannt, und kennt mich selbst jetzt noch viel zu wenig, um über meine Bengelhaftigkeit das gehörige Urteil zu fällen. Zu Constantia. Hab' ich nicht recht?
Das is klar. Zu Constantia. Sie weiß nichts von Etikette. Das Schicklichste auf jeden Fall is, dass ich bei Ihnen wart', bis der günstige Moment erscheint.
Müssen zu einem Strauß herhalten. Ein Band brauchen wir auch. Zum Tisch eilend. Da liegt ja eines. Nimmt ein breites Atlasband und wickelt es um die Blumen.
Erlauben Sie, diese Sache kann man rangieren, ohne dass jemand dabei vor den Kopf gestoßen wird. Ich bin so frei – Nimmt das Geld von Constantia. geben S' nur her – Nimmt das Geld von Flora. So! – Nur in solchen Fällen niemanden beleidigen. Zu den Gartenknechten. Heut' werdt's alle traktiert von mir.
Titus geht während dem Chore mit Constanzen voran, die Knechte folgen mit den Obstkörben, Flora sieht ärgerlich nach, Plutzerkern betrachtet sie mit bedeutungsvollem Lächeln; unter dem Jubel des Gartenpersonales fällt der Vorhang.
Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.
Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.
Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.
1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ein Stellwagen is das pfiffigste Wesen auf der Welt, …«
2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Und sein oft […] noch, als d' jungen Leut!«
3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Wirklich? – Ich glaub' es nur, weil ich es aus Ihrem eigenen Munde hör'.«
4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.
6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse.
A: »Geh' Er jetzt zum G'vatter Polz, der will mir einen Gartenknecht rekommandieren.«
B: »Ich glaub' gar, der will sich lustig machen über mich. – Ihm nachrufend.«
C: »Weiß Er aber, dass Er ein sehr eitler Mensch ist?«
8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Laut. so dunkel sein Kopf […] is, so hell scheint er inwendig zu sein.«
10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Der Herr Gärtner wird die Früchte überbringen, dies ist …«
2Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte
1. Lies den Abschnittsbeginn: »Bauernmädchen, darunter Hannerl, treten während dem Ritornell des folgenden Chores aus dem Hintergrunde links auf.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Weil er ein schlechtes Subjekt war, hat der Richter g'sagt.«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] ein seliger Mann so eine unglückliche Idee haben. Die Knecht' haben keine Furcht, kein'n Respekt, ich muss ihnen einen Herrn geben, dessen Frau ich bin. Mein Seliger wird den Kopf beuteln in die Wolken, wann er mir etwa gar als Geist […]«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Und der Weg von Freundschaft bis zur Liebe is eine blumenreiche Bahn.«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Geld oder Besitz geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Kopf, bis ich ihn auf ewige Zeiten zurückgezogen hab'. So ist mir ohne Geld, ohne Lieb', ohne Freundschaft meine Umgebung unerträglich word'n; da hab' ich alle Verhältnisse abg'streift, wie man einen wattierten Kaput auszieht in der Hitz', […]«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Haben Sie ihm vielleicht was getan, dass er Ihnen net mag?« und »Da fragt es sich aber vor allem, ob Er die Gärtnerei versteht?«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
7. Am Abschnittsende steht: »Titus geht während dem Chore mit Constanzen voran, die Knechte folgen mit den Obstkörben, Flora sieht ärgerlich nach, Plutzerkern betrachtet sie mit bedeutungsvollem Lächeln; unter dem Jubel des […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Bauernmädchen, darunter Hannerl, treten während dem Ritornell des folgenden Chores aus dem Hintergrunde links […]« / »Titus geht während dem Chore mit Constanzen voran, die Knechte folgen mit den Obstkörben, Flora sieht […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
3Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte
Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.
Niveau 1 · Einstieg
1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Au'm Nachkirtag tanzt man schon in aller Fruh',«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Na, ich wünsch' Ihnen viel Glück zu Ihrem Glück; 's is völlig net recht, aber's schmerzt mich halt doch, dass mir wieder a Hoffnung in'n Brunn'n g'fallen is.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Sein' G'sundheit wird 'trunken, das is halt ein Mann!«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Der Talisman von Nestroy, Johann ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).
Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.
Der Talisman
Johann Nestroy: Werke. Ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Oskar Maurus Fontana, München: Winkler, 1962. Nestroy, Johann 244- München
Das Werk Der Talisman von Nestroy, Johann ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.
Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.