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Bob Dylan, der Maler

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Bob Dylan, der Maler



Bob Dylan, der Maler

Bob Dylan ist weltweit vor allem als Singer-Songwriter, Musiker und Literaturnobelpreisträger bekannt. Weniger bekannt, aber für das Fach Kunst besonders ergiebig, ist sein über Jahrzehnte entwickeltes bildnerisches Werk. Dylan zeichnet, malt, arbeitet mit Drucktechniken und schafft Skulpturen aus Eisen. Seine Bilder führen häufig an Straßen, Bahngleise, Motels, Bars, Häfen, Brücken, Innenräume und Bühnen. Sie zeigen Menschen in Übergangssituationen, alltägliche Gegenstände und Orte, die wie Ausschnitte aus einer größeren Erzählung wirken.

Dieser aiMOOC richtet sich an Menschen jeden Alters, die sich im Sinne des lebenslangen Lernens mit Kunst beschäftigen möchten. Du brauchst keine kunsthistorischen Vorkenntnisse. Entscheidend ist Deine Bereitschaft, genau hinzusehen, Fragen zu stellen und eigene Deutungen zu entwickeln. Der Kurs verbindet Bildanalyse, Kunstgeschichte, Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur, Fotografie, Film und Musik.

Leitfrage: Wie verändert sich unser Blick auf Bob Dylan, wenn wir ihn nicht nur als Musiker, sondern als bildenden Künstler betrachten?

OER-Hinweis: Viele Originalwerke Bob Dylans sind urheberrechtlich geschützt. Dieser Kurs nutzt deshalb vor allem frei lizenzierte Kontextbilder von Wikimedia Commons sowie eingebettete Videos von Museen, Galerien, Kulturredaktionen und Ausstellungsbesuchen. Die Medien sollen nicht nur dekorieren, sondern Beobachtung, Vergleich und Diskussion ermöglichen.

Beobachtungsauftrag zum Video: Notiere drei Motive, zwei Materialien und eine Frage, die Dir beim Rundgang durch die Ausstellung Retrospectrum auffallen.


Einleitung

Bob Dylans bildnerische Arbeit lässt sich nicht als bloßes Nebenprodukt seiner Musikkarriere abtun. Er hat seit den 1960er-Jahren gezeichnet und gemalt, veröffentlichte 1994 den Band Drawn Blank mit Reiseskizzen und zeigte seine Arbeiten ab 2007 in öffentlichen Ausstellungen. Die Kunstsammlungen Chemnitz präsentierten damals The Drawn Blank Series. Es folgten Ausstellungen in Museen und Galerien in Europa, Asien und den Vereinigten Staaten.[1]

Dylans bildnerisches Werk ist für die Kunstvermittlung besonders interessant, weil es Fragen aufwirft, die weit über eine einzelne Künstlerbiografie hinausgehen:

Fragefeld Bedeutung für die Kunst
Künstlerische Identität Kann ein Mensch zugleich Musiker, Schriftsteller, Maler und Bildhauer sein, ohne dass eine Kunstform nur als „Hobby“ gilt?
Beobachtung und Erinnerung Wie werden Reiseeindrücke, Fotografien, Filmsequenzen und Erinnerungsbilder in Malerei verwandelt?
Serie und Variation Was verändert sich, wenn dasselbe Motiv mehrfach gezeichnet, gedruckt oder in unterschiedlichen Farben gemalt wird?
Originalität und Quelle Wo verläuft die Grenze zwischen Inspiration, Aneignung, Zitat, Kopie und Transformation?
Kunstbetrieb Wie beeinflussen Berühmtheit, Galerien, Museen, Editionen und Marktpreise die Wahrnehmung eines Werkes?
Lebenslanges Lernen Was können wir von einem Künstler lernen, der sich in verschiedenen Medien immer wieder neu erfindet?

Das Foto zeigt die Außensituation einer Bob-Dylan-Ausstellung am Statens Museum for Kunst in Kopenhagen im Jahr 2010. Es macht sichtbar, dass Dylans Malerei nicht nur im privaten Atelier entstand, sondern Teil internationaler Ausstellungsprogramme wurde.[2]


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du Bob Dylans zentrale Werkgruppen zeitlich und inhaltlich einordnen. Du kannst ausgewählte Bilder mit Begriffen wie Komposition, Farbe, Raum, Perspektive, Linie, Kontrast, Motiv, Serie und Narration untersuchen. Du kannst erklären, wie Dylans Malerei mit Reise, Musik, Film, Fotografie und amerikanischer Alltagskultur verbunden ist. Außerdem kannst Du unterschiedliche Positionen zur künstlerischen Originalität abwägen und ein begründetes eigenes Urteil formulieren.


Vom Musiker zum bildenden Künstler


Frühe Spuren des Malers

Bob Dylan wurde 1941 in Duluth im US-Bundesstaat Minnesota geboren und wuchs in Hibbing auf. Die Landschaft des sogenannten Iron Range war von Bergbau, Eisenbahn, Industrieanlagen und weiten Verkehrswegen geprägt. Solche Umgebungen lassen sich später in seiner Vorliebe für Gleise, Fahrzeuge, Werkzeuge, Straßenschilder, Motels und industrielle Materialien wiedererkennen. Diese Verbindung ist jedoch keine einfache Ursache-Wirkungs-Erklärung. Sie ist eine mögliche biografische Deutung, die immer am konkreten Werk überprüft werden muss.

Sehfrage: Welche Formen, Materialien und Spuren von Zeit erkennst Du an diesem Gebäude? Überlege, wie ein unscheinbarer Alltagsort zum Träger persönlicher oder kultureller Erinnerung werden kann.

Straßenschilder, Ortsnamen und Verkehrswege sind nicht nur praktische Orientierungssysteme. In der Kunst können sie zu Zeichen für Biografie, Bewegung, Erinnerung und Mythos werden. Gerade in Dylans Straßen- und Landschaftsbildern lohnt es sich, Wegführung und Blickrichtung genau zu untersuchen.

Schon früh verband Dylan Musik und Bild. Für sein Album Self Portrait von 1970 schuf er das Covergemälde selbst.[3] Ein Albumcover ist eine Schnittstelle von Grafikdesign, Malerei, Fotografie, Typografie, Vermarktung und musikalischer Identität. Es prägt die Erwartung an ein Album, bevor ein einziger Ton erklingt.

Das im Museum ausgestellte Instrument erinnert daran, dass Dinge ihre Funktion verändern können: Eine Gitarre ist zunächst Werkzeug der Musik, später kann sie zum musealen Objekt und zum visuellen Symbol werden. Dylans Kunst bewegt sich häufig in einem ähnlichen Spannungsfeld zwischen Gebrauchsding, Erinnerungsträger und Kunstobjekt.


Zeichnen auf Reisen

Während Konzertreisen durch Amerika, Europa und Asien fertigte Dylan zwischen 1989 und 1992 zahlreiche Zeichnungen an. Sie zeigen Menschen, Zimmer, Straßenszenen, Landschaften und unspektakuläre Gegenstände. 1994 wurden diese Arbeiten als Buch unter dem Titel Drawn Blank veröffentlicht. Für die spätere Drawn Blank Series wurden ausgewählte Motive mit Aquarell, Gouache und kräftigen Farbvariationen weiterentwickelt.[4]

Der Titel Drawn Blank ist mehrdeutig. Er kann an eine gezeichnete Leerstelle, an einen offenen Anfang oder an den Ausdruck „to draw a blank“ erinnern, also an das Ausbleiben einer erwarteten Antwort. Für die Kunstbetrachtung ist diese Offenheit produktiv: Eine Zeichnung hält einen Moment fest, erklärt ihn aber nicht vollständig.

Medienauftrag: Achte darauf, wie aus einer schnellen Reiseskizze ein farbiges Ausstellungsbild werden kann. Welche Entscheidungen kommen zwischen Beobachtung und fertigem Werk hinzu?


Werkgruppen und Entwicklung

Die folgende Zeitleiste ordnet wichtige Werkgruppen. Sie ist keine vollständige Werkliste, sondern ein Lernweg durch zentrale Stationen.

Zeitraum Werkgruppe oder Projekt Künstlerischer Schwerpunkt
1960er- und 1970er-Jahre Frühe Zeichnungen und Covermalerei Verbindung von Musik, Selbstbild und visueller Gestaltung
1989–1992, veröffentlicht 1994, ausgestellt ab 2007 Drawn Blank Reiseskizzen, Alltagsbeobachtung, spätere Farbvariationen
2010 The Brazil Series großformatige Szenen, Figuren, Stadt- und Landschaftsräume
2011 The Asia Series Malerei nach Reiseeindrücken und fotografischen Bildquellen
2012 Revisionist Art Umgestaltung und Satire von Magazincovern
2013 The New Orleans Series atmosphärische Stadträume, Musikmilieus und Erinnerung
2013 Face Value zwölf Pastellporträts erfundener oder typisierter Figuren
2013 Mood Swings Tore, Wandarbeiten und Objekte aus wiederverwendetem Eisen
ab 2016 The Beaten Path amerikanische Straßen, Motels, Tankstellen, Brücken und Landschaften
2018 Mondo Scripto handgeschriebene Liedtexte in Verbindung mit Bleistiftzeichnungen
ab 2019 Retrospectrum umfassende Rückschau auf mehrere Jahrzehnte und Medien
2021 Deep Focus malerische Transformation filmischer Bildwelten
2022 Rail Car begehbare, ortsspezifische Eisenskulptur in der Provence
2025 Point Blank schnelle Zeichnungen, später als farbige Acrylmalerei weiterbearbeitet


Drawn Blank: Vom Notat zur Farbserie

Drawn Blank ist ein Schlüssel zum Verständnis von Dylans Arbeitsweise. Ausgangspunkt ist die knappe Zeichnung. Sie reduziert Wirklichkeit auf Linien, Flächen, Proportionen und markante Details. Später entstehen aus einzelnen Motiven mehrere farbige Fassungen. Dadurch wird deutlich, dass Farbe nicht bloß eine Oberfläche ergänzt. Sie verändert Temperatur, Tageszeit, Stimmung, Tiefenwirkung und Erzählrichtung.

Ein Zimmer kann in warmen Tönen vertraut wirken, in kalten Tönen aber distanziert oder einsam. Eine Straße kann durch hohen Hell-Dunkel-Kontrast dramatisch erscheinen, durch gedämpfte Farben dagegen wie eine Erinnerung. Das Motiv bleibt ähnlich, doch die Wirkung wandelt sich.

Methode der Serienanalyse: Vergleiche zuerst, was gleich bleibt. Untersuche danach, was verändert wurde. Formuliere zuletzt, wie die Veränderung Deine Deutung beeinflusst.


The Brazil Series und The Asia Series

Für The Brazil Series schuf Dylan großformatige Gemälde, die 2010 im Statens Museum for Kunst in Kopenhagen gezeigt wurden. Die Serie verbindet Figurenbilder, urbane Räume und Landschaften. Das Museum präsentierte Dylan damit nicht nur als prominenten Musiker, sondern als zeitgenössischen bildenden Künstler.[1]

Bei The Asia Series von 2011 entstand eine wichtige Debatte über Bildquellen. Mehrere Gemälde zeigten deutliche Übereinstimmungen mit bereits existierenden Fotografien, darunter Aufnahmen bekannter Fotografen. Die Galerie erklärte später, die Kompositionen einiger Werke beruhten auf verschiedenen Quellen. Kritikerinnen und Kritiker diskutierten, ob es sich um legitime künstlerische Aneignung, unzureichend gekennzeichnete Übernahme oder problematische Kopie handle.[5]

Für den Kunstunterricht ist diese Kontroverse besonders wertvoll, weil sie zu einer differenzierten Unterscheidung zwingt:

Begriff Arbeitsdefinition Prüffrage
Inspiration Eine Quelle löst eine neue Idee aus, ohne dass ihre konkrete Form vollständig übernommen wird. Welche sichtbaren Entscheidungen stammen aus dem neuen Werk?
Zitat Eine erkennbare Übernahme verweist bewusst auf ein anderes Bild oder Werk. Ist der Bezug kenntlich und für die Bedeutung wichtig?
Aneignung Vorhandenes Bildmaterial wird in einen neuen Zusammenhang überführt. Wird die Quelle transformiert, kommentiert oder nur wiederholt?
Kopie Form, Aufbau und Details werden weitgehend nachgebildet. Welche eigenständige Veränderung ist noch erkennbar?
Plagiat Eine fremde Leistung wird ohne angemessene Kennzeichnung als eigene ausgegeben. Welche Urheberschaft wird behauptet oder verschwiegen?

Diese Begriffe sind nicht automatisch juristische Urteile. Sie helfen zunächst bei der kunstwissenschaftlichen Analyse. Urheberrechtliche Fragen hängen zusätzlich von Land, Schutzdauer, Werkart und konkreter Nutzung ab.


Face Value: Porträt ohne prominentes Modell

In der 2013 in der National Portrait Gallery in London gezeigten Serie Face Value arbeitete Dylan mit Pastell. Die zwölf Porträts zeigen erfundene oder typisierte Personen. Gerade weil die dargestellten Menschen nicht als bekannte Persönlichkeiten auftreten, richtet sich die Aufmerksamkeit auf Gesichtsausdruck, Haltung, Kleidung, Blick und soziale Rollen.[6]

Ein Porträt ist nie nur Ähnlichkeit. Es ist immer Auswahl und Inszenierung. Ein plastischer Kopf, eine Karikatur, ein Foto und ein Pastellbild setzen jeweils andere Schwerpunkte. Das frei lizenzierte Bild oben zeigt eine Büste von Bob Dylan und eignet sich zum Vergleich von zweidimensionalem und dreidimensionalem Porträt.

Dieses freie Kunstbild stellt Dylan dar, stammt aber nicht von ihm. Gerade diese Unterscheidung ist wichtig: Ein Bild von Bob Dylan kann ein Werk sein, das Dylan selbst geschaffen hat, oder ein Werk, das ihn als Motiv zeigt. Künstler, Urheber und dargestellte Person dürfen nicht verwechselt werden.

Porträtauftrag: Pausiere das Video bei einem Gesicht. Beschreibe Blickrichtung, Licht, Farbigkeit, Kontur und Ausdruck, ohne sofort eine Persönlichkeitseigenschaft zu behaupten. Trenne Beobachtung und Deutung.


Mood Swings und Ironworks

Mit Mood Swings zeigte Dylan 2013 erstmals öffentlich eine größere Gruppe seiner Eisenarbeiten. Er verwendete wiedergewonnene Werkzeuge, Zahnräder, Ketten, Metallteile und industrielle Fundstücke. Daraus entstanden Tore, Wandobjekte und raumgliedernde Konstruktionen. Die Teile behalten Spuren ihrer früheren Funktion, werden aber in eine neue Ordnung gebracht.[7]

Kunsthistorisch lassen sich solche Arbeiten mit Assemblage, Objektkunst, Readymade, Recyclingkunst und Skulptur verbinden. Wichtig ist dabei die genaue Unterscheidung: Ein Readymade erklärt einen vorhandenen Gegenstand weitgehend unverändert zur Kunst. Eine Assemblage kombiniert mehrere gefundene Elemente. Dylan verändert, schweißt und komponiert seine Metallteile zu neuen Strukturen.

Das Tor ist als Motiv besonders vieldeutig. Es trennt und verbindet, lässt Durchblick zu, markiert Grenzen und ermöglicht Übergänge. Der leere Raum zwischen den Metallteilen gehört genauso zur Gestaltung wie das Eisen selbst. In der Skulptur spricht man deshalb auch vom Verhältnis zwischen Positivform und Negativraum.


Rail Car: Skulptur als begehbarer Erinnerungsraum

2022 wurde Rail Car am Château La Coste in der Provence installiert. Die ortsspezifische Arbeit ist als begehbarer Güterwagen aus Eisen gestaltet und steht auf Schienen. Sie verbindet Dylans Interesse an Zügen, industrieller Geschichte, Reise und Durchgangsräumen. Das Château bezeichnete sie als Dylans erste dauerhafte monumentale Skulptureninstallation in Frankreich.[8]

Raumauftrag: Stell Dir vor, Du gehst durch die Skulptur. Welche Geräusche, Schatten, Durchblicke und Bewegungsrichtungen könnten Teil der ästhetischen Erfahrung werden? Beschreibe die Arbeit nicht nur als Gegenstand, sondern als Situation.


The Beaten Path: Amerika abseits der Postkarte

The Beaten Path zeigt Straßen, Brücken, Tankstellen, Motels, Schienen, Autos, Fassaden und Landschaften der Vereinigten Staaten. Dylan richtet den Blick häufig auf Orte, die weder spektakuläre Naturwunder noch berühmte Sehenswürdigkeiten sind. Das Alltägliche wird zum Bildthema. Die Szenen wirken oft menschenleer oder zeigen einzelne Figuren, die in große räumliche Strukturen eingebettet sind.

Die Straße kann als formales und symbolisches Element gelesen werden. Formal führt sie den Blick in die Tiefe. Symbolisch kann sie für Reise, Freiheit, Verlust, Herkunft, Zukunft oder endlose Wiederholung stehen. Eine solche Deutung ist jedoch nur dann überzeugend, wenn sie durch sichtbare Bildmerkmale gestützt wird.

Dieses freie Straßenfoto ist kein Werk Dylans. Es dient als Vergleichsmaterial: Analysiere Fluchtlinien, Schilder, Fassaden, Verkehrsräume und die Beziehung zwischen menschlichem Maßstab und Stadtarchitektur. Überlege danach, welche Auswahl ein Maler treffen müsste, um aus einer ähnlichen Situation ein konzentriertes Bild zu entwickeln.

Vergleichsauftrag: Achte in beiden Videos auf wiederkehrende Motive. Welche Rolle spielen Horizont, Straßenrand, Reklameschrift, Fahrzeuge und menschenleere Flächen?


Mondo Scripto: Wenn Text zum Bild wird

Mondo Scripto verbindet handgeschriebene Fassungen ausgewählter Songs mit Bleistiftzeichnungen. 2018 zeigte die Halcyon Gallery eine Auswahl von 60 Liedern, deren Texte Dylan teilweise neu schrieb und mit Bildern verband.[9]

Handschrift ist zugleich Sprache und Spur einer körperlichen Bewegung. Größe, Druck, Rhythmus, Korrektur und Zeilenfall besitzen eine visuelle Qualität. In Mondo Scripto wird der Text nicht nur gelesen, sondern auch gesehen. Die Zeichnung illustriert den Song nicht zwingend eindeutig. Sie kann einen einzelnen Gegenstand herauslösen, eine neue Perspektive eröffnen oder eine bekannte Zeile irritieren.

Wort-Bild-Auftrag: Wähle eine kurze, selbst verfasste Zeile. Schreibe sie von Hand und ergänze eine Zeichnung, die nicht bloß das Hauptwort abbildet, sondern eine zweite Bedeutungsebene erzeugt.


Retrospectrum und Deep Focus

Retrospectrum wurde 2019 in Shanghai eröffnet und später an weiteren Orten gezeigt. Die Ausstellung führte Zeichnungen, Gemälde, Drucke, Eisenarbeiten und Dokumente aus mehreren Jahrzehnten zusammen. Eine Fassung im Frost Art Museum in Miami umfasste mehr als 180 Arbeiten und machte die Entwicklung von Dylans visueller Praxis über sechs Jahrzehnte nachvollziehbar.[10]

Eine Retrospektive ist keine neutrale Ansammlung. Kuratorinnen und Kuratoren wählen aus, gruppieren, beleuchten und beschriften. Dadurch entsteht eine Erzählung über Entwicklung, Brüche, wiederkehrende Motive und Bedeutung. Wer eine Ausstellung besucht, betrachtet also nicht nur einzelne Werke, sondern auch ein kuratorisches Argument.

Das Bob Dylan Center in Tulsa sammelt und vermittelt Materialien zu Dylans Schaffen. Archive und Ausstellungsorte beeinflussen, welche Dokumente sichtbar werden und welche Geschichten über ein Künstlerleben erzählt werden.

Deep Focus greift Bildwelten des Kinos auf. Die Gemälde erinnern an Filmstills, Bühnenräume und dramatisch beleuchtete Szenen. Der Titel bezeichnet in der Film- und Fototheorie eine große Schärfentiefe, bei der Vorder-, Mittel- und Hintergrund gleichzeitig deutlich lesbar bleiben können. In der Malerei kann ein ähnlicher Effekt durch gestaffelte Räume, klare Konturen und differenzierte Tonwerte entstehen.

Filmbild-Auftrag: Untersuche, wie ein einzelner eingefrorener Moment eine Geschichte andeuten kann. Welche Handlung könnte unmittelbar vor oder nach der dargestellten Szene stattfinden?


Point Blank: Zeichnung als erneuter Anfang

Die 2025 in London gezeigte Serie Point Blank umfasste 97 neue Arbeiten. Ausgangspunkt waren schnelle Zeichnungen, die während der Rough and Rowdy Ways-Tour entstanden. Dylan ließ die Skizzen reproduzieren und bearbeitete sie später mit Acrylfarbe weiter. Dadurch blieb die ursprüngliche Linie sichtbar, wurde aber farblich und malerisch neu interpretiert.[11]

Der Prozess zeigt, dass eine Zeichnung nicht nur Vorstufe eines „fertigen“ Gemäldes sein muss. Sie kann als eigenständige Form bestehen und zugleich Ausgangspunkt weiterer Versionen werden. Das Werk erscheint dann weniger als endgültige Aussage denn als Moment in einem fortgesetzten Prozess.

Transfer zum lebenslangen Lernen: Eine erste Skizze muss nicht perfekt sein. Sie kann ein Denkwerkzeug sein. Überarbeiten bedeutet nicht, den Anfang zu verleugnen, sondern ihn sichtbar weiterzuentwickeln.


Künstlerische Mittel analysieren


Linie und Kontur

Dylans Zeichnungen arbeiten häufig mit klaren Umrissen. Die Linie begrenzt Körper und Gegenstände, kann aber zugleich Bewegung ausdrücken. Eine ruhige, gleichmäßige Kontur wirkt anders als eine suchende, unterbrochene oder stark verdichtete Linie. Frage bei jeder Analyse: Beschreibt die Linie nur eine Form oder besitzt sie einen eigenen Rhythmus?


Farbe und Atmosphäre

In vielen Serien wird Farbe nicht naturalistisch verwendet. Ein Himmel muss nicht die beobachtete Farbe besitzen. Warme und kalte Töne können Nähe und Distanz erzeugen. Komplementärkontraste steigern Spannung. Gedämpfte Farbigkeit kann Erinnerung, Dämmerung oder Melancholie nahelegen. Kräftige, ungebrochene Töne können ein alltägliches Motiv plakativ und gegenwärtig erscheinen lassen.

Eine belastbare Farbanalyse besteht aus drei Schritten: Zuerst benennst Du die sichtbaren Farben. Danach untersuchst Du ihre Beziehungen. Erst dann deutest Du ihre Wirkung.


Komposition und Blickführung

Straßen, Schienen, Brücken und Fassaden eignen sich besonders für perspektivische Ordnungen. Diagonalen führen den Blick, während horizontale Linien Ruhe erzeugen können. Zentralperspektive kann Tiefe und Zielgerichtetheit betonen. Ein angeschnittener Bildrand erzeugt dagegen den Eindruck eines zufälligen Ausschnitts. Leere Flächen können Einsamkeit, Weite oder Konzentration bewirken.


Licht und Zeit

Künstliches Licht in Bars, Hotels oder Straßenszenen erzeugt andere Bedeutungen als gleichmäßiges Tageslicht. Lange Schatten deuten auf Morgen oder Abend. Starke Hell-Dunkel-Kontraste erinnern an filmische Dramaturgie oder Film noir. Licht zeigt nicht nur Gegenstände, sondern organisiert Aufmerksamkeit.


Figur und Umgebung

Bei Dylans Figurenbildern lohnt es sich, die Person nicht isoliert zu betrachten. Wie groß ist sie im Verhältnis zum Raum? Wird sie von Architektur eingeengt oder durch offene Landschaft umgeben? Blickt sie aus dem Bild, auf einen Gegenstand oder in sich selbst? Eine Figur kann zur Hauptperson werden, aber auch als Maßstab für einen überwältigenden Raum dienen.


Material und Oberfläche

Aquarell, Gouache, Acryl, Pastell, Druck und Eisen erzeugen jeweils andere Oberflächen. Aquarell kann transparent und leicht wirken. Gouache deckt stärker. Acryl ermöglicht schnelle Schichtungen und kräftige Farbflächen. Pastell verbindet Zeichnung und Malerei durch direkt aufgetragenes Pigment. Eisen bringt Gewicht, Rost, Widerstand, Schatten und tatsächlichen Raum ins Werk.


Wiederkehrende Motive


Straße, Reise und Übergang

Die Straße ist bei Dylan zugleich Ort und Denkfigur. Sie kann Bewegung versprechen und Stillstand zeigen. Ein Motelzimmer ist vorübergehender Innenraum. Ein Bahnhof verbindet Ankunft und Abschied. Eine Brücke überwindet eine Grenze, macht diese Grenze aber erst sichtbar. Die Motive laden zu biografischen Deutungen ein, sollten jedoch nicht auf Dylans Tourleben reduziert werden.


Americana und Alltagskultur

Mit Americana bezeichnet man kulturelle Bilder, Gegenstände und Erzählungen, die mit Geschichte und Selbstbildern der Vereinigten Staaten verbunden sind. Dazu gehören Diners, Tankstellen, Highways, Reklameschilder, Bahnen, Veranden, Bars, Werkzeuge und regionale Architektur. Dylans Bilder zeigen solche Motive oft ohne idealisierte Hochglanzästhetik. Sie wirken gebraucht, stillgelegt, verlassen oder zeitlich schwer einzuordnen.

Das Foto eines Papierkleides mit Dylan-Porträt zeigt, wie eine Person selbst zum Motiv der Pop- und Konsumkultur werden kann. Zwischen Werbebild, Modeobjekt, Fanartikel und Museumsstück verschiebt sich die Bedeutung des Bildes. Diese Perspektive hilft, Dylans eigene Distanz zur Prominenz und seine Beschäftigung mit Alltagsbildern kritisch zu untersuchen.


Fenster, Türen und Tore

Fenster und Türen strukturieren den Bildraum. Sie rahmen Ausschnitte, erlauben Sicht und markieren Schwellen. In den Eisenarbeiten wird das Tor selbst zum Hauptwerk. Damit wird eine in der Malerei dargestellte Grenze zu einem realen räumlichen Gegenstand, durch den das Publikum hindurchgehen kann.


Bühne, Bar und Innenraum

Bars, Bühnen und Hotelzimmer sind soziale Räume mit eigenen Regeln. Sie verbinden Öffentlichkeit und Privatheit. Ein leerer Stuhl kann Abwesenheit anzeigen. Ein beleuchteter Tresen kann zum Zentrum werden. Ein Spiegel kann den Raum erweitern oder Identität vervielfachen. Solche Details lassen sich wie Hinweise in einer offenen Erzählung lesen.


Zwischen Malerei, Fotografie, Film und Musik


Malerei nach Fotografie

Seit der Erfindung der Fotografie arbeiten Malerinnen und Maler mit fotografischen Vorlagen. Entscheidend ist nicht allein, ob eine Fotografie verwendet wurde, sondern wie transparent und transformierend der Umgang damit ist. Verändert die Malerei Ausschnitt, Farbe, Materialität, Kontext und Bedeutung? Wird die Quelle benannt? Entsteht ein Kommentar zur Bildgeschichte oder nur eine Wiederholung?

Die Debatte um The Asia Series zeigt, dass künstlerische Freiheit und Verantwortung zusammengehören. Ein Werk kann ästhetisch interessant sein und trotzdem Fragen nach Quellen, Rechten und Anerkennung aufwerfen.


Malerei und Filmstill

Ein Filmstill isoliert einen Sekundenbruchteil aus einer zeitlichen Folge. In der Malerei wird dieser Moment dauerhaft. Dadurch entsteht ein Spannungsverhältnis: Das Bild bewegt sich nicht, aber wir ergänzen gedanklich Handlung. Deep Focus nutzt diese Fähigkeit des Einzelbildes, eine unsichtbare Vorgeschichte und Zukunft anzudeuten.


Bild und Lied

Ein Lied entfaltet sich in der Zeit, ein Bild wird meist gleichzeitig überblickt. Dennoch besitzen beide Rhythmus, Wiederholung, Kontrast und Atmosphäre. Eine Farbwiederholung kann wie ein Refrain wirken. Eine diagonale Blickführung kann Spannung aufbauen. Eine Bildserie kann mit Variationen eines musikalischen Themas verglichen werden.

Diese Analogien sind keine Gleichsetzung. Ein Farbton „ist“ kein Akkord. Der Vergleich dient dazu, Strukturen wahrzunehmen und über Mediengrenzen hinweg zu denken.


Handschrift und Stimme

In Mondo Scripto wird die Handschrift zum visuellen Gegenstück der Stimme. Beide sind körperlich, individuell und veränderlich. Ein Song klingt bei jeder Aufführung etwas anders; eine handgeschriebene Zeile enthält kleine Abweichungen, Korrekturen und Rhythmen. Dylans Praxis lädt dazu ein, Kunst nicht nur als festes Objekt, sondern als wiederholte Aufführung und Überarbeitung zu verstehen.


Wie betrachtet man ein Bild von Bob Dylan?


Die Fünf-Schritte-Methode

Schritt Leitfragen
Wahrnehmen Was sehe ich tatsächlich? Welche Personen, Dinge, Räume, Farben und Linien sind vorhanden?
Beschreiben Wo befindet sich was? Wie sind Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund organisiert?
Analysieren Wie wirken Komposition, Farbe, Licht, Perspektive, Material und Oberfläche zusammen?
Deuten Welche Themen, Stimmungen oder Konflikte könnten gemeint sein? Welche Beobachtungen stützen die Deutung?
Kontextualisieren und urteilen Zu welcher Werkgruppe gehört das Bild? Welche Quellen und Vergleichswerke sind relevant? Wie begründe ich mein eigenes Urteil?

Wichtig: „Das Bild ist traurig“ ist noch keine Analyse. Präziser wäre: „Die fast leere Straße, das kühle Licht und die kleine isolierte Figur erzeugen bei mir einen Eindruck von Einsamkeit.“


Slow Looking

Slow Looking bedeutet, ein Werk länger und bewusster zu betrachten, bevor Informationen über Titel, Künstler oder Entstehungszeit gelesen werden. Stelle einen Timer auf drei Minuten. Notiere in der ersten Minute nur Gegenstände, in der zweiten formale Mittel und in der dritten Fragen. Vergleiche anschließend Deine erste Vermutung mit den Kontextinformationen.

Diese Methode eignet sich für jedes Lebensalter. Sie trainiert Aufmerksamkeit, sprachliche Genauigkeit und die Bereitschaft, die eigene erste Meinung zu korrigieren.


Kunstbetrieb, Ruhm und kritisches Urteil


Der berühmte Musiker als Maler

Bei prominenten Personen besteht die Gefahr, dass das bekannte Image die Werkbetrachtung überlagert. Manche Menschen bewerten Dylans Bilder positiv, weil sie seine Musik lieben. Andere lehnen sie vorschnell als „Prominentenkunst“ ab. Beides ersetzt keine Analyse.

Ein faires Urteil fragt: Welche formalen Entscheidungen sind erkennbar? Wie entwickelt sich das Werk über Zeit? Welche Rolle spielen Serien, Material und Motiv? Welche Resonanz gibt es in Museen, Kritik und Forschung? Wo bleiben Schwächen, Wiederholungen oder problematische Quellen sichtbar?


Galerie, Museum und Markt

Galerien vertreten Künstler, organisieren Ausstellungen und verkaufen Werke. Museen sammeln, bewahren, erforschen und vermitteln. Beide Institutionen können Anerkennung erzeugen, sind aber nicht neutral. Auswahl, Preis, Raumgestaltung, Pressearbeit und prominente Namen beeinflussen Wahrnehmung.

Dylans Werk existiert als Unikat, Druckedition, Ausstellungskatalog, Buch, Plakat und Skulptur. Bei Editionen ist wichtig, zwischen Originalzeichnung, Originalgemälde, signiertem Druck und reproduzierter Abbildung zu unterscheiden. Der Begriff „Original“ darf nicht unkritisch verwendet werden.


Kuratieren als Deutung

Eine Ausstellung ordnet Werke in Nachbarschaften. Ein Straßenbild neben einem Eisenobjekt kann das Thema Industrie betonen. Ein Porträt neben einem Songmanuskript kann Identität und Stimme verbinden. Kuratieren bedeutet daher, mit Räumen, Reihenfolgen, Texten, Licht und Pausen eine Argumentation zu gestalten.

Diskussionsauftrag: Höre in einen Abschnitt des Symposiums hinein. Unterscheide zwischen überprüfbarer Werkbeschreibung, historischer Kontextinformation und persönlicher Wertung.


Bob Dylan als Motiv anderer Künstlerinnen und Künstler

Bob Dylan ist nicht nur Urheber von Bildern, sondern selbst ein häufig dargestelltes Motiv. Fotografien, Plakate, Karikaturen, Büsten, Street Art und Modeobjekte erzeugen unterschiedliche öffentliche Bilder seiner Person.

Vergleiche die drei Darstellungsformen. Die Karikatur verdichtet Merkmale, die Büste übersetzt den Kopf in Volumen, das Kleid macht das Porträt zu einem tragbaren Popkultur-Objekt. Frage bei jedem Bild: Wer stellt wen dar, für welches Publikum und in welchem Medium?

Die beleuchtete Fassade am Abend eines Konzerts zeigt, wie der Name „Bob Dylan“ selbst zum Zeichen im öffentlichen Raum wird. Für die Kunstbetrachtung ist interessant, wie Schrift, Architektur, Ereignis und kulturelle Erinnerung zusammenwirken.


Lebenslanges Lernen mit Dylans Kunst

Dylans bildnerische Praxis kann als Modell für kontinuierliches Lernen gelesen werden. Er begann nicht mit einer einzigen, unveränderlichen Bildsprache. Er arbeitete in Skizzenbüchern, entwickelte ältere Motive weiter, wechselte Materialien, griff auf Fotografie und Film zurück, erprobte Druckverfahren und übertrug sein Interesse an industriellen Formen in Skulpturen.

Für Lernende bedeutet das: Entwicklung ist nicht geradlinig. Wiederholung kann produktiv sein. Eine frühere Idee darf Jahre später neu bearbeitet werden. Materialkenntnis wächst durch Praxis. Kritik und Kontroversen gehören zur Auseinandersetzung mit Kunst. Auch ein etabliertes Werk bleibt offen für Neubewertung.

Dein persönlicher Lernpfad: Wähle ein Motiv aus Deinem Alltag. Zeichne es heute in fünf Minuten. Fotografiere oder bewahre die Skizze. Bearbeite dasselbe Motiv nach einer Woche erneut in einer anderen Technik. Vergleiche nicht, welche Version „besser“ ist, sondern welche neuen Entscheidungen sichtbar werden.


Quellen und Medienhinweise

Weiterführende, verlässliche Ausgangspunkte sind die offizielle Kunstseite von Bob Dylan, die Künstlerseite der Gagosian Gallery, die Ausstellungsmaterialien des Frost Art Museum, der National Portrait Gallery, des Château La Coste sowie die frei lizenzierten Dateien auf Wikimedia Commons.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Werkgruppe ging aus Reiseskizzen der Jahre 1989 bis 1992 hervor? (Drawn Blank) (!Face Value) (!Mood Swings) (!Revisionist Art)




In welcher Stadt wurde Dylans erste öffentliche Ausstellung der Drawn Blank Series 2007 gezeigt? (Chemnitz) (!London) (!New Orleans) (!Tulsa)




Welches Medium prägt die Serie Face Value besonders? (Pastell) (!Marmor) (!Fotogramm) (!Keramik)




Welche Motive stehen im Zentrum von The Beaten Path? (Amerikanische Straßen und Alltagslandschaften) (!Mythologische Götterwelten) (!Abstrakte Farbfelder ohne Gegenstände) (!Mittelalterliche Kirchenfenster)




Was verbindet Mondo Scripto? (Handgeschriebene Liedtexte und Zeichnungen) (!Bronzeguss und Tanz) (!Fotografie und Architekturmodelle) (!Keramik und Computerspielgrafik)




Woraus bestehen viele Arbeiten der Ausstellung Mood Swings? (Wiederverwendete Eisenteile) (!Gefärbtes Glas) (!Geschnitztes Elfenbein) (!Gewebte Wolle)




Was ist Retrospectrum? (Eine umfassende Rückschau auf Dylans visuelle Kunst) (!Ein einziges Selbstporträt) (!Eine Oper ohne Bühnenbild) (!Ein Lehrbuch zur Zentralperspektive)




Auf welche Bildwelt bezieht sich Deep Focus besonders? (Filmische Szenen und Standbilder) (!Mikroskopische Zellaufnahmen) (!Mittelalterliche Buchmalerei) (!Reine mathematische Diagramme)




Welche Frage wurde durch The Asia Series besonders diskutiert? (Der Umgang mit vorhandenen fotografischen Quellen) (!Die Haltbarkeit von Freskoputz) (!Die Erfindung der Ölfarbe) (!Die Restaurierung antiker Mosaike)




Wie entstanden viele Arbeiten der Serie Point Blank? (Schnelle Zeichnungen wurden später mit Acrylfarbe weiterbearbeitet) (!Steinblöcke wurden ohne Vorzeichnung gehauen) (!Digitale Fotos wurden ausschließlich automatisch gefiltert) (!Tonfiguren wurden in Bronze abgegossen)





Memory

Drawn Blank Reiseskizzen
Face Value Pastellporträts
The Beaten Path Amerikanische Straßenlandschaften
Mondo Scripto Liedtext und Zeichnung
Mood Swings Eisentore
Deep Focus Filmische Bildquellen
Point Blank Übermalte Schnellstudien





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Künstlerischer Schwerpunkt
Drawn Blank Reisebeobachtung
Face Value Charakterporträt
Mondo Scripto Wort-Bild-Verknüpfung
Deep Focus Filmische Transformation
Rail Car Begehbare Eisenskulptur






Kreuzworträtsel

Chemnitz In welcher deutschen Stadt wurde die Drawn Blank Series erstmals öffentlich ausgestellt?
Pastell Welches Material prägt die Porträts von Face Value?
Retrospectrum Wie heißt Dylans große Werkschau über mehrere Jahrzehnte?
Motel Welcher vorübergehende Unterkunftstyp erscheint häufig in amerikanischen Straßenbildern?
Provence In welcher französischen Region steht die Skulptur Rail Car?
Handschrift Welche persönliche Schreibspur wird in Mondo Scripto zum visuellen Gestaltungsmittel?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Bob Dylan entwickelte aus Reiseskizzen die Werkgruppe

. Seine erste öffentliche Ausstellung dieser Serie fand in

statt. Die Porträts von Face Value wurden vor allem mit

gestaltet. In The Beaten Path untersucht Dylan amerikanische Straßen und

. Mondo Scripto verbindet handgeschriebene Liedtexte mit

. Die Ausstellung Mood Swings machte seine Arbeiten aus

bekannt. Deep Focus greift Bildwelten des

auf. Die begehbare Skulptur Rail Car steht in der

. Bei The Asia Series wurde der Umgang mit fotografischen

diskutiert. Point Blank zeigt, wie aus schnellen Skizzen durch farbige Überarbeitung neue

entstehen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bildtagebuch: Zeichne an fünf aufeinanderfolgenden Tagen jeweils einen unscheinbaren Alltagsort in höchstens zehn Minuten. Notiere zu jeder Skizze eine Beobachtung.
  2. Slow Looking: Betrachte ein frei gewähltes Straßenbild drei Minuten lang und trenne Deine Notizen in Gegenstände, formale Mittel und Deutungen.
  3. Farbstimmung: Gestalte dasselbe einfache Motiv zweimal mit deutlich unterschiedlicher Farbigkeit und beschreibe, wie sich die Wirkung verändert.
  4. Motivsuche: Fotografiere oder skizziere in Deiner Umgebung fünf Übergangsorte wie Tür, Brücke, Haltestelle, Treppe oder Tor und begründe Deine Auswahl.


Standard

  1. Serienvergleich: Vergleiche zwei Versionen desselben Motivs aus einer frei zugänglichen Werkdokumentation zu Drawn Blank. Untersuche Linie, Farbe, Raum und Stimmung.
  2. Fototransformation: Nutze ein eigenes Foto als Vorlage, verändere Ausschnitt, Farbigkeit und Licht und dokumentiere, welche Entscheidungen aus der Vorlage ein neues Bild machen.
  3. Wort-Bild-Blatt: Schreibe einen eigenen kurzen Text von Hand und kombiniere ihn mit einer Zeichnung, die eine zusätzliche Bedeutungsebene eröffnet.
  4. Ausstellungskonzept: Entwirf einen Raum für fünf Werke zum Thema Straße, Reise und Erinnerung. Lege Reihenfolge, Wandfarbe, Licht und einen kurzen Einführungstext fest.


Schwer

  1. Aneignungsdebatte: Verfasse eine argumentierende Stellungnahme zur Nutzung fotografischer Vorlagen in der Malerei. Unterscheide Inspiration, Zitat, Aneignung, Kopie und Plagiat.
  2. Kuratorisches Dossier: Entwickle eine kleine Retrospektive mit mindestens vier Werkgruppen Dylans. Begründe Auswahl, Dramaturgie, Medien und Zielgruppe.
  3. Skulpturmodell: Baue aus ungefährlichen Recyclingmaterialien ein Tor- oder Waggonmodell. Untersuche Positivform, Negativraum, Stabilität und symbolische Bedeutung.
  4. Forschungsinterview: Führe ein Interview mit einer Person, die im Erwachsenenalter eine neue künstlerische Technik gelernt hat. Vergleiche ihre Erfahrungen mit dem Prinzip der fortgesetzten Überarbeitung bei Dylan.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Formanalyse und Deutung: Analysiere ein Straßen- oder Innenraumbild mit der Fünf-Schritte-Methode. Zeige ausdrücklich, welche Beobachtungen Deine Deutung stützen.
  2. Medienwechsel: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie sich die Wirkung eines Motivs beim Wechsel von Zeichnung zu Malerei oder von Malerei zu Skulptur verändert.
  3. Serie als Erkenntnismethode: Begründe, warum mehrere Versionen desselben Motivs mehr zeigen können als ein einzelnes „endgültiges“ Bild.
  4. Quelle und Verantwortung: Entwickle Kriterien für einen transparenten und künstlerisch produktiven Umgang mit fotografischen Vorlagen.
  5. Kuratieren und Macht: Analysiere, wie Hängung, Beschriftung, Licht und institutioneller Ruf die Bewertung eines Werkes beeinflussen.
  6. Kunst und Prominenz: Formuliere ein ausgewogenes Urteil dazu, ob Dylans musikalischer Ruhm die Betrachtung seiner Malerei eher erleichtert oder erschwert.
  7. Lebenslanges Lernen: Übertrage Dylans Arbeitsweise auf ein eigenes Lernprojekt und plane drei Stufen von erster Skizze, Überarbeitung und öffentlicher Präsentation.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Namen und Jahreszahlen wiedergibst, sondern Zusammenhänge sichtbar machst.

  1. Werkgruppenkenntnis: Du ordnest zentrale Serien wie Drawn Blank, Face Value, The Beaten Path, Mondo Scripto, Deep Focus und Point Blank ein.
  2. Bildanalyse: Du beschreibst Komposition, Linie, Farbe, Licht, Raum, Material und Motiv präzise.
  3. Begründete Deutung: Du leitest Aussagen über Stimmung und Bedeutung aus sichtbaren Merkmalen ab.
  4. Medienreflexion: Du vergleichst Zeichnung, Malerei, Druck, Fotografie, Film und Skulptur.
  5. Quellenkritik: Du unterscheidest Inspiration, Zitat, Aneignung, Kopie und Plagiat.
  6. Kontextwissen: Du erklärst die Rolle von Reise, amerikanischer Alltagskultur, Ausstellung und Kunstmarkt.
  7. Eigenständige Gestaltung: Du dokumentierst einen kreativen Prozess mit Entwurf, Überarbeitung und Reflexion.
  8. Urteilskompetenz: Du formulierst ein differenziertes Urteil, das weder Prominenzbewunderung noch vorschnelle Abwertung an die Stelle der Analyse setzt.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche


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Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


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