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Baugrund erkunden - Brunnenbauer - LF 7

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Baugrund erkunden - Brunnenbauer - LF 7

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Einleitung

Du arbeitest als Brunnenbauerin oder Brunnenbauer im zweiten Ausbildungsjahr an der Schnittstelle von Geologie, Bodenmechanik, Grundwasser und sicherem Tiefbau. Vor einer Brunnenanlage, einer Grundwassermessstelle oder einem anderen Bauwerk muss der Untergrund möglichst zuverlässig beschrieben werden: Welche Schichten liegen vor? Wo steht das Grundwasser? Welche Probe ist für welche Untersuchung brauchbar? Wo bestehen geotechnische und ökologische Risiken?

Dieser vollständige aiMOOC erschließt das KMK-Lernfeld 7 „Baugrund erkunden“ mit einem Zeitrichtwert von 80 Unterrichtsstunden. Dein Lernweg folgt dem beruflichen Auftrag: analysieren – informieren – planen – untersuchen – auswerten – kontrollieren – dokumentieren – reflektieren. Ziel ist ein nachvollziehbares Erkundungsdossier mit Schichtenverzeichnis, digitalem Schichtenprofil, Siebauswertung, Grundwasserbewertung und begründetem Messstellenkonzept. Die Zahlen des Übungsfalls sind fiktiv und dürfen nicht als reale Standortdaten verwendet werden.

Sicherheitsgrenze: Reale Bohrungen, Rammsondierungen, Schürfe, die Entnahme echter Grundwasserproben und Arbeiten an Bohrgeräten sind ausschließlich nach Freigabe des Betriebs unter befugter fachlicher Aufsicht zulässig. Im Selbstlernen verwendest du Schichtkarten, einen transparenten Sand-Kies-Modellbehälter, ungefährliches trockenes Übungsmaterial, Fotos oder simulierte Datensätze. Ein Lernprodukt ersetzt weder ein geotechnisches Gutachten noch eine behördliche Erlaubnis oder eine fachliche Bohranweisung. Die Abstimmung mit betrieblichem Ausbildungsplan, Landeslehrplan und zuständiger Handwerks- beziehungsweise Industrie- und Handelskammer bleibt notwendig.



Erkundungsauftrag und Baugrundmodell


Auftrag klären, Risiken erkennen

Bei einer Erkundung erfasst du den Baugrund als Zusammenspiel von Boden, Fels, Wasser und möglichen Schadstoffen. Beginne mit dem Arbeitsauftrag, dem geplanten Bauwerk und der Fragestellung: Wird eine wasserführende Schicht gesucht, eine Gründung beurteilt oder eine Messstelle geplant? Prüfe vorhandene Bohrprofile, Bestandspläne, Geländehöhen, unterirdische Leitungen, Grundstückszugänge, frühere Nutzung und mögliche Altlasten. Unterscheide gesicherte Angaben (Messung, überprüfter Plan) von Annahmen (vermutete Schichtgrenze). Aus einer einzigen Bohrung lässt sich keine durchgehend identische Schicht über ein großes Grundstück beweisen.

Prüffragen zur Auftragsanalyse: Welche Tiefe und welche räumliche Verteilung der Aufschlüsse werden benötigt? Welche Parameter werden für die spätere Bauwerksplanung erwartet? Welche Güte müssen die Proben besitzen? Welche Risiken entstehen durch Leitungen, Böschungen, Bohrgeräte, Schwebstoffe oder Grundwasser? Wer darf welche Entscheidung treffen? Lage und Verfahren bestimmt die fachkundige Planung; du unterstützt sie mit sauber erhobenen Daten.


Grundbegriffe von Geologie und Bodenentstehung

Lockergestein besteht aus nicht verfestigten Körnern wie Kies, Sand, Schluff und Ton. Festgestein ist beispielsweise Sandstein, Kalkstein oder Granit. Ablagerung, Verwitterung, Transport und Umlagerung erklären, warum Schichten wechseln. Ein geologischer Bodenhorizont beschreibt die Bodenbildung; eine geotechnische Schicht fasst Material mit für die Bauaufgabe ähnlichen Eigenschaften zusammen. Beides ist nicht gleichzusetzen: Eine dunkle Humuslage ist ein Bodenhorizont, aber nicht automatisch eine geeignete Gründungsschicht.

Abbildung: natürlich freigelegtes Profil mit Schluff, Lehm und Ton; Schichtgrenzen visuell erkennen. Foto: Rivadavia.vila, CC0 1.0, siehe Mediennachweise.

Betrachte Schichtung, Schichtdicke, Neigung, Farbe und mögliche Fremdbestandteile. Eine gleichartige Farbe beweist nicht dieselbe Tragfähigkeit. Für die Bauplanung müssen Beobachtungen mit geeigneten Labor- und Felduntersuchungen und einer geotechnischen Bewertung verknüpft werden. Verwende Begriffe wie „vermutlich“ nur dort, wo Daten fehlen, und kennzeichne Unsicherheiten ausdrücklich.

Beispiel: In zwei zehn Meter voneinander entfernten Bohrprofilen liegt sandiger Kies einmal ab 2,0 m und einmal ab 3,4 m Tiefe. Dazwischen darfst du die Schichtgrenze als Hypothese interpolieren, nicht als sicher nachgewiesene gerade Linie. Eine zusätzliche Erkundung kann nötig sein.

Typische Fehler: Lageplan ohne Höhenbezug; Tiefe ab Oberkante eines Messrohrs mit Tiefe unter Gelände verwechseln; Gefahren aus Vornutzung übersehen; Einzelbefund zur flächendeckenden Aussage machen.



Erkundungsverfahren und fachgerechte Proben


Direkte und indirekte Aufschlüsse

Direkte Verfahren erlauben die unmittelbare Betrachtung oder Entnahme von Boden und Fels. Zu ihnen zählen fachgerecht gesicherte Schürfe, Kleinrammbohrungen beziehungsweise Rammkernsondierungen und Kernbohrungen. Bei indirekten Verfahren wird eine Messgröße ausgewertet, etwa der Eindringwiderstand einer dynamischen Rammsondierung oder ein geophysikalisches Signal. Die Interpretation braucht örtliche Vergleichsdaten; die Schlagzahl ist keine unmittelbar gemessene zulässige Fundamentlast.

Verfahren Typischer Informationsgewinn Grenze und Entscheidung
Schurf Schichten und Lagerung räumlich sichtbar Nur nach fachlicher Freigabe, gesichert und nicht als offene Schülerübung
Rammkernsondierung Kontinuierliche oder abschnittsweise Lockergesteinsproben Probe kann gestört und grobes Material unterrepräsentiert sein
Kernbohrung Bohrkerne aus geeignetem Fels Kerngewinn und Klüftung dokumentieren, passende Technik erforderlich
Rammsondierung Eindringwiderstand nach festgelegtem Prüfablauf Keine direkt entnommene Bodenprobe; kalibrierte Interpretation nötig
Geophysikalische Erkundung Räumliche Hinweise durch indirekte Messgrößen Mehrdeutige Ergebnisse mit Aufschlüssen abgleichen

Abbildung: typische Bohrkerne beziehungsweise entnommene Boden- und Gesteinsabschnitte; Schichtfolge und Störungen beachten. Jifeng Liu und Huizhi Zhang, CC BY 4.0.


Werkzeugwahl, Probenqualität und Probenkette

Abhängig vom Auftrag kommen Bohrkrone, Kernrohr, Kleinrammsonde, Schnecke, Bohrgestänge, Verrohrung, Kernkasten, saubere Probengefäße und Messgeräte zum Einsatz. Die Gerätewahl richtet sich nach Körnung, Fels, Wasserandrang, erforderlicher Probenqualität und Herstelleranweisung. Eine ungestörte beziehungsweise möglichst wenig gestörte Probe erhält das Gefüge für bestimmte mechanische Prüfungen weit besser als umgelagertes Bohrklein. Die fachlich geforderte Probenkategorie und -güte lässt sich nicht allein aus einem hübschen Kernfoto ablesen. Auch Probenverlust, Entnahmedurchmesser, Nachfall und vermutete Schichtgrenzen werden dokumentiert.

Kennzeichnungskette im Ausbildungsbeispiel: Probe P1-03; fiktiver Aufschlusspunkt P1; Entnahmetiefe 3,10–3,35 m unter Gelände; Datum nur als Unterrichtsdatum; Material sandiger Kies; Entnahmeart; veranlassende Fachperson; benötigter Versuch; Behältnis; Lagerungsbedingungen und Übergabe. Verwende ausschließlich synthetische Kennungen. Für Laborproben bleiben Verschluss, Transportzeit und ggf. Feuchteerhalt abhängig von Untersuchung und Regelwerk verbindlich. Eine Wasserprobe verlangt zusätzlich geeignete Probengefäße, Messparameter, hygienischen Umgang und je nach Analyse eine abgestimmte Probenkonservierung. Nie gemeinsam mit nicht dafür gereinigtem Werkzeug umfüllen.

Gute Probenführung bedeutet, dass Entnahmeort, Entnahmetiefe, Material, Verantwortlichkeit, Veränderungen und Laborzuordnung lückenlos rückverfolgbar sind. Für wasserchemische Untersuchungen ist die Messstelle vor der Probenahme nach Untersuchungsziel und geltendem Fachverfahren zu beurteilen; nicht ungeprüft Wasser aus einem beliebigen Bohrloch schöpfen.


Videoanalyse und Arbeitsschutz

Fachvideo: ADLER Arbeitsmaschinen, „Bohrgerät B-Serie – B 25 zur Baugrunderkundung“ (2014). Beobachte Geräteaufbau und die genannten Erkundungsverfahren. Herstellerdarstellung, keine aktuelle Betriebsanweisung und keine OER-Lizenz behauptet.

Beobachtungsauftrag: Welche bewegten Maschinenteile sind zu erkennen? Welche Schutzabstände, Prüfungen und Unterweisungen wären nach den aktuell gültigen Vorgaben heute nachzuweisen? Eine Filmaufnahme zeigt nicht zwingend sämtliche erforderlichen Schutzmaßnahmen.

Vor einem Einsatz: Gefährdungsbeurteilung, aktuelle Leitungs- und Kampfmittelauskunft, Boden- und Altlastenhistorie, Maschinenprüfung, Standsicherheit, Lasten und Quetschstellen, Staub/Lärm, Wettersituation, Erste-Hilfe-Plan sowie Zuständigkeit und Not-Halt klären. Bei unerwartetem Geruch, Gas, verdächtigem Gegenstand oder ungeklärtem Hindernis: Arbeit einstellen, Abstand halten, Fachaufsicht informieren; keine eigene Untersuchung. Relevante Orientierung bieten DGUV Regel 101-604 „Branche Tiefbau“ und DGUV-Hinweise zu kontaminierten Bereichen. Die jeweils gültige Fassung und Herstelleranweisungen prüft der Betrieb.

Sichere Lernalternative: Ordne vorgegebene Gerätebilder einem fiktiven Profil und einem Probenziel zu. Zeichne Gefahrbereiche auf einen leeren Modelllageplan statt ein Gerät in Betrieb zu nehmen.



Boden- und Felsansprache mit Laborergebnissen


Beobachten, beschreiben und richtig begrenzen

Beschreibe Bodenproben systematisch: Haupt- und Nebenbestandteile, Korngröße, Kornform, Farbe, Feuchte, Struktur, Lagerungsdichte beziehungsweise Konsistenz, organische Beimengungen sowie besondere Auffälligkeiten. Nichtbindige Böden wie Sand und Kies zeigen ihr Verhalten überwiegend über Korngröße, Lagerung und Wasserverhältnisse. Bindige Böden mit Feinkornanteilen können je nach Wassergehalt plastisch, weich oder fest erscheinen. Plastizität bezeichnet die Formänderbarkeit eines feinkörnigen Bodens innerhalb bestimmter Wassergehaltsgrenzen; Konsistenz beschreibt seinen momentanen Zustand. Die Beurteilung im Gelände ist eine Voransprache, kein Ersatz für Laborversuche.

Zur fachlichen Einordnung werden häufig Körner von etwa 0,063–2 mm als Sand und etwa 2–63 mm als Kies betrachtet; unter 0,063 mm liegt Feinkorn, das mit einer Trockensiebung allein nicht zuverlässig in Schluff und Ton aufgeteilt wird. Nutze für verbindliche Bezeichnungen und bodenmechanische Klassifikationen die am Ausbildungsort tatsächlich anzuwendenden aktuellen Fassungen der DIN EN ISO 14688-Reihe und die jeweiligen Prüfverfahren; aus alten Beispieltabellen darf kein Normstatus abgeleitet werden. Auch Kalkgehalt (geeigneter Laborversuch), Härte und Klüftung von Fels, Kornform und organische Bestandteile können für die Aufgabe wichtig sein. Tragfähigkeit ist keine reine Augeneigenschaft: Sie wird geotechnisch aus geeigneten Untersuchungen für das konkrete Bauwerk beurteilt.

Fingerprobe, Modell: Eine gekaufte, bekannte Tonprobe lässt sich bei leichtem Anfeuchten häufig anders formen als sauberer Sand. Das demonstriert nur einen Unterschied, liefert keine normgerechte Klassifikation. Reagenzien wie Säuren zur Karbonatprüfung werden nicht von Lernenden ohne angeleitete Schutzmaßnahmen eingesetzt.


Siebversuch und Sieblinie rechnerisch verstehen

Ein Siebversuch trennt eine nach Vorgabe vorbereitete Probe in Kornklassen; die auf einem Sieb verbliebene Masse heißt Rückstand. Der kumulative Durchgang an einem Sieb ist der Massenanteil, der dieses Sieb passiert hat. Die Sieblinie stellt den Durchgang in Prozent über der Korngröße dar. Feinkorn wird je nach Fragestellung durch geeignete ergänzende Prüfverfahren erfasst. Prüfe vor dem Rechnen, ob die Probe trocken beziehungsweise im Verfahren korrekt vorbehandelt ist und die Massenbilanz stimmt.

Abbildung: gestapelter Siebsatz für eine Korngrößentrennung. Lewis Fausak, CC BY-SA 4.0.

Abbildung: Wiegen eines Siebrückstands; die Masse ist die Grundlage des prozentualen Anteils. Soccer jim2002, CC BY-SA 4.0.

Durchgerechneter Versuch mit vollständig fiktiven Daten: Die Proben-Trockenmasse beträgt 1.000 g. Oberhalb 2,0 mm verbleiben 250 g Kies, zwischen 0,063 mm und 2,0 mm entfallen insgesamt 600 g auf Sand, der nach dem vorgeschriebenen Vorbehandlungsverfahren erfasste Feinkornanteil unter 0,063 mm beträgt 150 g.

Fraktion Masse Anteil an 1.000 g Beurteilung
Kies über 2,0 mm 250 g 250 / 1.000 · 100 = 25 % Nebenbestandteil
Sand von 0,063 bis 2,0 mm 600 g 600 / 1.000 · 100 = 60 % mengenmäßig vorherrschend
Feinkorn unter 0,063 mm 150 g 150 / 1.000 · 100 = 15 % Feinkornanteil, ohne Trennung nach Ton und Schluff
Summe 1.000 g 100 % Massenbilanz geschlossen

Durchgang an 2,0 mm: 1.000 g − 250 g = 750 g, also 75 % der Gesamtmasse. Durchgang an 0,063 mm: 150 g, also 15 %. Zeichne die Punkte (2,0 mm; 75 %) und (0,063 mm; 15 %) in das übliche halblogarithmische Sieblinien-Diagramm ein; weitere geprüfte Siebstufen sind für einen belastbaren Kurvenverlauf notwendig. Das Beispiel erlaubt die Vorbeschreibung „Sand mit Kies- und Feinkornanteil“. Es erlaubt keine unbelegte Unterscheidung von Ton und Schluff oder verbindliche Bodenklassifizierung ohne ergänzende Merkmale und Prüfungen.

Fehlerkontrolle: Sind Einheiten und Siebweiten korrekt? Ergibt die Summe 100 %? Wird „Rückstand“ mit „Durchgang“ verwechselt? Sind die Kornanteile repräsentativ und steht die Analytik zum Probenahmeverfahren im Verhältnis? Eine Sieblinie ohne Probennummer und Tiefe ist für den Baugrundbericht kaum verwertbar.

Weiterführende Fachquelle: Fachinformation zur Korngrößenverteilung und Siebanalyse (fachliche Erläuterung; keine Normabschrift).



Grundwasser erkennen und Messstellen entwerfen


Freier und gespannter Grundwasserspiegel

Ungespanntes Grundwasser besitzt einen freien Wasserspiegel im Grundwasserleiter. Bei gespanntem Grundwasser liegt der wasserführende Bereich unter einer geringer durchlässigen Deckschicht; das Wasser kann im Standrohr über die Oberkante des Grundwasserleiters steigen. Die Höhe der Wassersäule ergibt sich aus dem hydraulischen Potenzial, nicht nur aus der Lage des Filterrohrs. Beobachtungen während des Bohrens sind von nach ausreichender Beruhigung gemessenen Wasserständen zu unterscheiden. Aus einer einmaligen Messung lassen sich keine Jahresmaxima oder dauerhaften Fließrichtungen ableiten.

Höhenbezug rechnen: Bezugsmarke an einer fiktiven Rohroberkante 105,40 m über NHN; gemessener Flurabstand von dieser Messmarke bis zur Wasseroberfläche 3,20 m. Dann lautet die hydraulische Höhe h = 105,40 m − 3,20 m = 102,20 m über NHN. Liegt die Geländeoberkante auf 105,00 m über NHN, befindet sich der Wasserspiegel 2,80 m unter Gelände. Der erste und der zweite Abstand haben verschiedene Bezugspunkte und dürfen nicht verwechselt werden.


Grundwassergleichen-Dreieck als Auswertung

Das Grundwassergleichen-Dreieck arbeitet mit mindestens drei räumlich nicht auf einer Linie liegenden Pegeln im selben hydraulisch verbundenen Horizont und zur gleichen Messzeit. In einem vereinfachten Unterrichtsbeispiel liegen A bei (0 m Ost, 0 m Nord), B bei (100 m Ost, 0 m Nord), C bei (0 m Ost, 100 m Nord). Die gemessenen hydraulischen Höhen lauten A = 102,0 m, B = 101,6 m und C = 101,8 m über demselben Höhenbezug.

Entlang A–B fällt h um 0,4 m auf 100 m: Änderung nach Osten −0,004 m/m. Entlang A–C fällt h um 0,2 m auf 100 m: Änderung nach Norden −0,002 m/m. Eine 101,8-m-Gleiche verläuft im idealisierten linearen Modell durch C und durch den Mittelpunkt von A–B bei (50 m Ost, 0 m Nord). Das Gefälle hat den Betrag √(0,004² + 0,002²) ≈ 0,00447 = 0,447 %. Die angenäherte Fließrichtung steht bei horizontal isotropem, homogenem Grundwasserleiter senkrecht zu den Grundwassergleichen in Richtung fallender Höhe, hier nach Ostnordost. Grenzen: Heterogenität, anisotrope Durchlässigkeit, unterschiedliche Filterhorizonte und zeitversetzte Messungen machen dieses Modell unsicher.


Aufbau einer Grundwassermessstelle

Eine Pegel- oder Gütemessstelle besteht je nach Auftrag aus geeignetem Messrohr, einem zum Untersuchungsziel passenden Filterabschnitt, abgestimmtem Filtermaterial, ringraumbezogenen Abdichtungen, einem mechanisch geschützten Abschluss und einer vermessenen Bezugskante. Überflurabschluss steht geschützt über der Geländeoberfläche; Unterflurabschluss liegt in einem geeigneten, gesicherten Schacht bündig oder unter Flur. Schutz gegen Eintrag von Oberflächenwasser, Fremdwasser und unerwünschte hydraulische Verbindungen ist entscheidend. Der Filter darf nicht gedankenlos mehrere unterschiedliche Grundwasserstockwerke kurzschließen.

Abbildung: beispielhafte Messstellenskizze zum Beschriften von Filterrohr, Ringraum und Abschluss. AuntSpray, CC BY-SA 3.0. Die Skizze ist nicht als baureifes Regelprofil zu verwenden.

Wasserprobe planen: Analysenziel (z. B. Hydrochemie), zu messende Feldparameter, saubere und geeignete Probennahmetechnik, Probenbehältnisse, Kühl- und Transportkette, Blind- und Vergleichsproben je nach Auftrag festlegen. Für den praktischen Ausbau und die sichere Abdichtung entscheidet eine qualifizierte Stelle nach aktueller Rechtslage, technischem Regelwerk und Standortbedingungen.

Umweltbezug: Erdaufschlüsse mit möglicher Auswirkung auf das Grundwasser unterliegen gesetzlichen Anforderungen; § 49 Wasserhaushaltsgesetz regelt die Anzeige solcher Arbeiten und den Umgang mit unbeabsichtigt erschlossenem Grundwasser. Zusätzlich sind Landesrecht, Wasserschutzgebiete und Behördenvorgaben zu prüfen. Der Kurs selbst erteilt keine Bohrfreigabe.



Praxisfall: von Bohrdaten zum prüfbaren Erkundungsdossier


Fiktiver berufstypischer Auftrag

Eine fiktive Kommune plant auf dem Übungsgelände „Modellfeld A“ eine Beobachtungsstelle für einen oberflächennahen Grundwasserleiter. Du sollst vorhandene Rohdaten einer bereits durch Fachkräfte ausgeführten Aufschlussbohrung P1 auswerten, sie in ein digitales Schichtenprofil übertragen, die fiktive Proben-Korngrößenverteilung berechnen, ein nicht baureifes Prinzipkonzept für eine Pegelmessstelle entwerfen und die Aussagegrenzen erläutern. Alle Koordinaten und Probenkennungen sind erfunden. Die Bohrung wird nicht nachgestellt.

Ausgangsdaten: Geländeoberkante P1 = 105,00 m über NHN, vermessene Messrohrmarke einer bestehenden Übungsmessstelle = 105,40 m über NHN, nach Stabilisierung gemessener Abstand Messrohrmarke–Wasser = 3,20 m. Aufschluss P1 reicht bis 6,00 m unter Gelände. Ein repräsentativ dargestelltes Übungsmuster stammt aus 3,10–3,35 m Tiefe. Die Schichtbeobachtungen sind wie folgt:

Teufe unter Gelände Übungs-Schichtenbeschreibung Hinweis zur Interpretation
0,00–0,40 m Oberboden, humos und dunkelbraun getrennt behandeln; kein geotechnischer Tragfähigkeitsbeweis
0,40–1,80 m sandiger Schluff, braun, leicht feucht Konsistenz und Wasserempfindlichkeit weiter prüfen
1,80–4,60 m Sand und Kies mit wechselndem Feinkorn, grau Grundwasser bei 2,80 m unter Gelände; wasserführender Abschnitt möglich
4,60–6,00 m Ton, grau, plastisch nach Voransprache mögliche geringere Durchlässigkeit; nicht als sicherer Dichtungshorizont ohne Prüfung


Arbeitsplan mit Zuständigkeit und sicheren Entscheidungen

  1. Auftragsklärung: Fragestellung, Bauwerk, Messziel, Gelände- und Bezugshöhe dokumentieren; offene Fragen an Fachplanung geben.
  2. Unterlagenprüfung: Bestandsleitungen, Schutzgebiete, Altlastenhinweise, Arbeitsschutzunterlagen und Anzeigepflichten anhand der freigegebenen Unterlagen kontrollieren.
  3. Verfahrensvergleich: Schurf, Aufschlussbohrung und Sondierung hinsichtlich Informationsgewinn und Probenqualität tabellarisch vergleichen; begründete Wahl einer Fachkraft empfehlen, nicht eigenmächtig bohren.
  4. Datenübernahme: Rohdaten P1 auf Vollständigkeit, Tiefenbezug, Schichtwechsel und Probenkennzeichnung prüfen; Unklarheiten markieren.
  5. Bodenbeschreibung: Schichten nach Haupt-/Nebenanteilen, Zustand und beobachtbaren Merkmalen erfassen; Feldansprache und erforderliche Laborprüfung trennen.
  6. Laborrechnung: Für das Muster 3,10–3,35 m den 1.000-g-Siebversuch aus Kapitel 3 auswerten, Massenbilanz und zwei Durchgangswerte ausweisen.
  7. Darstellung: Schichtenverzeichnis und digitalen Querschnitt P1 von 0 bis 6 m mit lesbarer Legende, Tiefenmaßstab, GOK, Grundwasserstand und fiktivem Messstellenkonzept zeichnen.
  8. Qualität und Übergabe: Rechenwerte, Quelle jeder Zahl, Wasserbezug, Annahmen, Risiken, Verfüll-/Ausbauentscheidung und offene Fragen mit einer fachkundigen Person gegenprüfen; anonymisiertes Dossier abgeben.

Für die digitale Übung genügt eine Tabellenkalkulation und eine maßstäblich aufgebaute Zeichnung. Trage die Schichtgrenzen bei 0,40 m, 1,80 m, 4,60 m und 6,00 m ein. Weise jeder Beobachtung eine Tiefenangabe, Bezeichnung, Probenkennung und die Quelle „synthetische Übungsdaten“ zu. Ein Schichtenverzeichnis beschreibt die zeitliche beziehungsweise teufenbezogene Folge standardisiert; das Schichtenprofil zeigt sie grafisch, einschließlich Legende und Wasserstand.


Nachvollziehbare Musterbearbeitung und Musterergebnis

Schritt 1 – Schichtmächtigkeiten: Oberboden 0,40 m; sandiger Schluff 1,80 − 0,40 = 1,40 m; Sand/Kies 4,60 − 1,80 = 2,80 m; Ton 6,00 − 4,60 = 1,40 m. Kontrolle: 0,40 + 1,40 + 2,80 + 1,40 = 6,00 m. Zwischenlagen können durch diese vereinfachte Datentabelle nicht erkannt werden.

Schritt 2 – Korngrößen: 250 g Kies + 600 g Sand + 150 g Feinkorn = 1.000 g. Die Massenanteile betragen 25 %, 60 %, 15 %. Der Durchgang an 2 mm beträgt 75 %, an 0,063 mm 15 %. Nicht belegbar sind allein daraus Plastizitätskennwerte, die genaue Tonmenge, k-Wert oder Tragfähigkeit. Das Laborprotokoll muss Probe, Versuchsmethode, Korngrößen und Kontrollrechnung enthalten.

Schritt 3 – Grundwasser: h = 105,40 − 3,20 = 102,20 m über NHN. Abstand zum Gelände 105,00 − 102,20 = 2,80 m. Im Schichtenprofil wird die Wasserlinie an 2,80 m unter GOK eingezeichnet. Anmerkung: Für einen hydrogeologischen Trend wären weitere Messungen erforderlich; es liegt nur ein fiktiver Stichtagswert vor.

Schritt 4 – konzeptioneller Messstellenausbau: Eine beispielhafte Skizze zeigt einen Filter innerhalb des beobachteten sandig-kiesigen Abschnitts, etwa zwischen 3,00 und 4,20 m unter Gelände, ein zur Probe und Körnung noch abzustimmendes Filtermaterial, ein Vollrohr bis zum Abschluss sowie geeignete Ringraumabdichtungen zur Vermeidung vertikaler Wasserwege. Das sind allein Skizzenkoordinaten einer Lernaufgabe, keine zulässigen Ausbauvorgaben. Materialwahl, Filterlänge, Filterkorn, Durchmesser, hygienischer Ausbau, Abstände und Abschluss muss eine fachkundige Stelle für den wirklichen Standort auslegen. Zum Nachweis gehört eine Schnittdarstellung mit eindeutiger Beschriftung von Vollrohr, Filterrohr, Filterpackung, Ringraumabdichtung, Sumpf beziehungsweise Bodenverschluss und geschütztem Messstellenabschluss sowie ein Hinweis auf überflurige und unterflurige Varianten.

Schritt 5 – Verfüllung und Übergabe: Ein nur zu Erkundungszwecken genutzter Aufschluss wird nach genehmigtem beziehungsweise fachlich vorgegebenem Verfahren sicher und grundwasserschützend verschlossen. Keine selbstständige Verfüllung mit beliebigem Bohrgut: Die Verfüllung darf keine unerwünschten Wasserwege oder Schadstoffverschleppung erzeugen. Dokumentiere durch befugte Fachkräfte bestätigte Materialien, Tiefe, Menge, Datum und Übergabe. Bleibt die Messstelle bestehen, sind Schutz, Kennzeichnung und Wartungszuständigkeit festzuhalten.

Prüfbares Musterergebnis: Ein Ordner mit (A) einseitiger Auftrags- und Risikoanalyse, (B) Verfahrensvergleich mit Probengüte-Begründung, (C) Tabelle der vier Schichten mit Mächtigkeiten, (D) nachvollziehbarer Siebrechnung samt Diagrammachsen, (E) digitalem Querschnitt 0–6 m und Konzeptmessstelle, (F) Wasserstandrechnung, (G) Checkliste zur Plausibilität, Umwelt und Datenschutz sowie (H) Übergabenotiz an die verantwortliche Fachperson. Jede Zahl muss auf eine synthetische Ausgangsangabe oder offengelegte Berechnung zurückführbar sein.


Bewertungsraster für das Erkundungsdossier

Kriterium Punkte Prüffrage für volle Punktzahl
Auftrag und Gefahreneinschätzung 15 Bauziel, Grenzen, Leitungen, Schutzgebiete und Aufsicht eindeutig erfasst
Erkundungsverfahren und Probenkette 15 Direkt/indirekt begründet und Probenzuordnung vollständig
Bodenansprache und Siebrechnung 20 100-%-Massenbilanz, zwei Durchgangswerte, vorsichtige Materialinterpretation
Schichtenverzeichnis und digitales Profil 15 Tiefengrenzen, Mächtigkeiten, Legende und Maßstab konsistent
Grundwasser und Messstellenkonzept 15 Richtiger Höhenbezug, 102,20 m über NHN, nachvollziehbares Modell und Grenzen
Qualitätssicherung und fachliche Übergabe 10 Prüfschritte, Unsicherheiten, Zuständigkeiten und sichere Verfüllfrage dokumentiert
Nachhaltigkeit, Recht und Datenschutz 10 Ressourcenschonung, Anzeigeprüfung und ausschließlich fiktive Daten berücksichtigt
Gesamt 100 Fachgerechte Lernleistung, keine Bescheinigung einer praktischen Zulassung

Orientierung zur Rückmeldung: 90–100 Punkte = weitgehend vollständiges Dossier; 75–89 = kleinere Korrekturen; 60–74 = wesentliche Nacharbeit; unter 60 = wichtige Kompetenznachweise fehlen. Vor einer abschließenden Bewertung müssen sachliche Sicherheitsfehler unabhängig von der Punktzahl korrigiert werden. Das Raster bewertet eine Lernleistung, nicht die reale Eignung des Grundstücks.


Qualitätsprüfung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Vier-Augen-Prüfung: Stimmen Bohrpunkt, Lageplan, Schichtenverzeichnis, Probenetikett, Laborblatt und digitales Profil überein? Sind Tiefen immer als Tiefe unter Gelände oder Höhe über NHN gekennzeichnet? Gibt es Sprünge im Wasserstand? Wurde der Feinkornanteil tatsächlich bestimmt oder nur behauptet? Sind Material, Ringraumabdichtung und Entsorgung bei einer echten Maßnahme fachlich festgelegt?

Nachhaltigkeit: Erkundung zielgerichtet planen, unnötige Bohrmeter vermeiden, Wasser und Material sparsam einsetzen, getrennte Bodenfraktionen fachgerecht verwerten oder entsorgen und Altlasten nicht verteilen. Elektrische oder emissionsärmere Geräte können unter passenden Sicherheitsbedingungen Vorteile bieten; Energiebedarf, Standortzugang und Lärmbelastung gehören in eine begründete Abwägung.

Digitale Qualität: Verwende versionierte Tabellen, nachvollziehbare Dateinamen, konsistente Koordinaten- und Höhenbezüge, abgesicherte Geräte und datensparsame Freigaben. Bei realen Projekten sind Auftraggeberdaten, Geodaten und sensible Informationen nicht öffentlich zu teilen. Im Unterricht werden weder Schülerdaten noch vertrauliche Betriebsinformationen und keine echten Kundenaufträge hochgeladen. Der Entwurf des Lernfalls bleibt eine Simulation.

Reflexion: Was hätte eine vertauschte Tiefenreferenz, eine verunreinigte Wasserprobe oder eine offen gebliebene Bohrung für das spätere Bauwerk und den Grundwasserschutz zur Folge? Warum ist eine dokumentierte Unsicherheit fachlich besser als eine scheinbar präzise, aber unbelegte Aussage?



Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice-Quiz

Prüfe die Zusammenhänge, nicht nur einzelne Wörter. Nach einer Rückmeldung suchst du den passenden Beleg im Fachkapitel und versuchst es erneut. Die Aufgaben enthalten jeweils eine fachlich passende Antwort und drei Ablenkantworten.

Welche Aussage beschreibt den Zweck der Baugrunderkundung für ein Bauwerk am treffendsten? (Die Untergrundverhältnisse systematisch erkunden und ihre Bedeutung für Planung und Ausführung fachlich bewerten lassen) (!Den Baugrund allein anhand der Oberflächenfarbe freigeben) (!Die Standsicherheit ohne Daten verbindlich zusichern) (!Die Bauwerksgründung ohne Fachplanung festlegen)




Welches Verfahren liefert unmittelbar Bodenmaterial für eine Schichtenansprache? (Eine geeignete Aufschlussbohrung mit Probenentnahme) (!Eine alleinige Rammsondierung ohne Probengewinnung) (!Ein Lageplan ohne Felduntersuchung) (!Eine Schätzung aus benachbarten Fotografien)




Welche Information liefert eine dynamische Rammsondierung vorrangig? (Einen unter festgelegten Bedingungen ermittelten Eindringwiderstand) (!Den Laborwert des Tonmineralgehalts) (!Eine vollständige chemische Wasseranalyse) (!Die direkte Zugfestigkeit eines ungestörten Bohrkerns)




Warum muss die Probenqualität im Erkundungsbericht genannt werden? (Weil Störungen der Probe ihre Aussagekraft für bestimmte Prüfungen einschränken können) (!Weil jede Probe unabhängig vom Verfahren unverändert bleibt) (!Weil eine Probennummer die Untersuchung im Labor ersetzt) (!Weil die Farbe des Probenbeutels die Tragfähigkeit bestimmt)




Was kennzeichnet die Plastizität feinkörniger bindiger Böden? (Die mögliche formbare Verformung in Abhängigkeit vom Wassergehalt) (!Ausschließlich den Durchmesser einzelner Kieskörner) (!Den Abstand zwischen zwei Messstellen) (!Die Zahl der Bohrgeräte auf der Baustelle)




Welcher Wert ist der korrekte Durchgang an 2 Millimeter im Beispiel mit 1000 Gramm und 250 Gramm Kiesrückstand? (75 Prozent) (!25 Prozent) (!15 Prozent) (!60 Prozent)




Welche Aussage zu einem Siebversuch mit 15 Prozent Feinkorn ist korrekt? (Die Feinanteile sind ermittelt aber Ton und Schluff damit noch nicht zuverlässig getrennt) (!Der Boden enthält zwangsläufig ausschließlich Ton als Feinkorn) (!Aus dem Wert folgt unmittelbar eine sichere Gründungstiefe) (!Der Grundwasserstand lässt sich aus der Siebmasse berechnen)




Welche hydraulische Höhe ergibt sich bei einer Messrohrmarke von 105 Komma 40 Metern und 3 Komma 20 Metern Wasserabstand? (102 Komma 20 Meter über NHN) (!108 Komma 60 Meter über NHN) (!105 Komma 40 Meter unter Gelände) (!3 Komma 20 Meter über NHN)




Wozu dienen geeignete Ringraumabdichtungen einer Grundwassermessstelle? (Sie sollen unerwünschte Wasserwege zwischen unterschiedlichen Bereichen verhindern) (!Sie sollen alle Grundwasserstockwerke absichtlich miteinander verbinden) (!Sie ersetzen jede Dokumentation des Messstellenaufbaus) (!Sie erlauben eine unbeaufsichtigte Bohrung in Wasserschutzgebieten)




Wie ist bei einem unerwarteten Gefahrstoffverdacht während einer echten Erkundungsbohrung zu handeln? (Arbeit stoppen und die zuständige Fachaufsicht einschalten) (!Die unbekannte Substanz durch direktes Riechen bestimmen) (!Ohne Rücksprache tiefer bohren) (!Die Beobachtung aus dem Bericht entfernen)





Memory

Ordne jeden Fachbegriff seiner eindeutigen Erklärung zu. Nach einem Fehler hilft dir das Verfahrens- oder Grundwasserkapitel beim erneuten Zuordnen.

Aufschlussbohrung Direkter Zugang zur Untersuchung und Probenentnahme aus tieferen Schichten
Rammsondierung Indirektes Prüfverfahren über den Eindringwiderstand
Sieblinie Grafische Darstellung des kumulativen Korndurchgangs
Probenkette Dokumentierte Zuordnung von Entnahme über Transport bis Analyse
Schichtenprofil Maßstäbliche bildliche Darstellung der Abfolge von Bodenschichten
Messstellenabschluss Geschützter Zugang und Sicherung einer Grundwassermessstelle





Drag-and-drop

Ziehe die fachliche Funktion zum jeweils passenden Bauteil oder Dokumentationsmerkmal. Prüfe bei einer Fehlzuordnung, ob es sich um ein Bohrgerät, eine Messstelle oder eine Laborgröße handelt.

Ordne den Fachbegriff zu. Richtige Beschreibung
Kernkasten Behälter zur tiefenbezogenen Ablage und Dokumentation gewonnener Bohrkerne
Referenzhöhe Festgelegte Bezugskante zur Umrechnung gemessener Wasserabstände
Filterrohr Durchlässiger Messstellenabschnitt zum Kontakt mit dem Zielgrundwasserleiter
Ringraumabdichtung Barriere gegen unerwünschte hydraulische Verbindungen neben dem Messrohr
Siebrückstand Materialmasse die auf einer gewählten Siebweite verbleibt





Kreuzworträtsel

Finde die sechs Fachwörter anhand der Umschreibungen. Verwende jeweils genau ein Wort.

Bohrkern Zusammenhängend gewonnene Probe aus einer Kernbohrung
Schichtenprofil Grafische Darstellung der vertikalen Untergrundabfolge
Sieblinie Kurve des kumulativen Korndurchgangs
Grundwasser Wasser im zusammenhängend gesättigten Untergrund
Schluff Feine Bodenkornfraktion zwischen Sand und Ton
Filterkies Auf den Filter und Untergrund abgestimmtes körniges Material im Ringraum





LearningApps

Die verlinkte LearningApps-Suche bietet ggf. ergänzende öffentlich zugängliche Aufgaben zum Thema. Eine dort gefundene App muss vor Nutzung einzeln auf Qualität, Rechte und Datenschutz geprüft werden; der Kurs behauptet keine Prüfung einer konkreten fremden App.


Lückentext

Fülle die Lücken mit den Fachbegriffen aus den Kapiteln. Wiederhole bei Unsicherheiten den beruflichen Ablauf vom Auftrag bis zum Nachweis.

Ergänze die Fachbegriffe.
Ein direkter Aufschluss mit Entnahme von Bodenmaterial heißt beispielsweise

.
Eine Messung des Eindringwiderstandes ohne unmittelbare Probenentnahme liefert eine

.
Die fortlaufende Dokumentation von Tiefe und Material erfolgt im

.
Eine kumulative Kurve des Korndurchgangs ist die

.
Die Masse oberhalb einer bestimmten Siebweite heißt

.
Feinkörniger Boden kann in Abhängigkeit vom Wassergehalt eine ausgeprägte

besitzen.
Die Höhe der Wasseroberfläche muss auf eine vermessene

bezogen werden.
Beim Messstellenbau verhindert eine passende

ungewollte hydraulische Verbindungen.
Ein Wasserstand oberhalb der Dachfläche eines bedeckten Grundwasserleiters kann auf

Grundwasser hinweisen.
Ein probenbezogener Auftrag verlangt eine nachvollziehbare

.
Vor einer echten Bohrung benötigt der Betrieb eine fachliche

.
Das vollständige Lernprodukt mit Zeichnung, Rechnung und Nachweisen ist ein

.




Offene Aufgaben

Bearbeite die Aufgaben mit Modellmaterial und den fiktiven Datensätzen. Ein Außentermin oder Gerätetest ist weder notwendig noch ohne fachliche Aufsicht zulässig.


Leicht

  1. Baugrund: Analysiere die fiktive Aufgabenstellung und erstelle eine sechszeilige Übersicht zu Bauziel, vorhandenen Daten und offenen Fragen.
  2. Geologie: Sortiere vorbereitete Karten mit Lockergestein, Festgestein, Grundwasser und Auffüllung und begründe jede Zuordnung.
  3. Probenahme: Entwirf ein fiktives Probenetikett mit Kennung, Tiefenbereich, Untersuchung, Probenzustand und Transporthinweis.
  4. Bodenart: Beschreibe drei gekaufte trockene Übungsmuster ohne Chemikalien mit Kornform, Farbe, Körnung und Unsicherheiten.


Standard

  1. Baugrunderkundung: Vergleiche vier Erkundungsverfahren in einer Tabelle mit Informationsgewinn, Materialentnahme, Grenzen und notwendiger Aufsicht.
  2. Korngrößenverteilung: Berechne für die Beispielprobe die drei Kornanteile und zwei Durchgangswerte und zeichne eine beschriftete Teil-Sieblinie.
  3. Schichtenprofil: Übertrage die vier fiktiven P1-Schichten maßstäblich in ein digitales Profil mit Tiefenskala und Quellenhinweis.
  4. Grundwasser: Berechne aus Messrohrmarke und Flurabstand die hydraulische Höhe und unterscheide Messpunkt, GOK und Wasserlinie.


Schwer

  1. Geotechnik: Leite aus den drei hypothetischen Grundwasserständen eine Grundwassergleiche und eine vorsichtige Fließrichtung ab; erläutere drei Annahmen.
  2. Grundwassermessstelle: Entwirf den beschrifteten Modellquerschnitt einer Pegelmessstelle und begründe den Schutz vor vertikalen hydraulischen Kurzschlüssen.
  3. Arbeitsschutz: Erstelle eine fiktive Gefährdungsbeurteilungsmatrix für Bohrstelle, unbekannten Untergrund, Leitungen, Lärm und Wasserproben; nenne sichere Alternativen.
  4. Nachhaltigkeit: Erarbeite ein vollständiges Erkundungsdossier samt Kontrollblatt, digitaler Versionierung und ressourcenschonendem Alternativverfahren und verteidige die Grenzen.




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Lernkontrolle

  1. Auftragsanalyse: Prüfe ein neues fiktives Standortblatt, kennzeichne fehlende Daten und priorisiere die fachlichen Rückfragen.
  2. Bodenerkundung: Begründe die Kombination eines direkten und eines indirekten Aufschlusses, ohne aus Messwerten unzulässige Gewissheit abzuleiten.
  3. Sieblinie: Vergleiche zwei synthetische Kornverteilungen, überprüfe Massenbilanz und erläutere, weshalb identische Kiesanteile verschiedene Eigenschaften zulassen.
  4. Grundwassermessung: Löse eine Messrohr-Aufgabe mit neuer Höhenmarke und prüfe zwei mögliche Bezugsfehler.
  5. Grundwassermessstelle: Bewerte eine Skizze, in der ein Filter zwei Stockwerke verbindet, und fordere eine fachlich zu überprüfende Korrektur.
  6. Qualitätssicherung: Finde in einem absichtlich fehlerhaften Schichtenverzeichnis fünf Widersprüche, dokumentiere sie und schlage einen Prüfablauf vor.
  7. Nachhaltigkeit im Tiefbau: Entscheide begründet zwischen zusätzlicher Bohrung und Auswertung vorhandener Daten, unter Nennung von Erkenntnisbedarf, Risiken und Ressourcen.




Lernnachweis

Abzugeben ist ein vollständiges, prüfbares Erkundungsdossier auf Basis synthetischer Daten.: Auftragsblatt und Risikoübersicht; fachlich begründeter Verfahrensvergleich; korrekt zugeordnete Proben; viergliedriges Schichtenverzeichnis und digital maßstäbliches Profil; Korngrößen-Tabelle mit 100-%-Massenbilanz und wenigstens zwei Durchgangswerten; Grundwasserberechnung mit vermessenem Höhenbezug; beschriftete konzeptionelle Pegelmessstelle; Verfüll- beziehungsweise Schutzentscheidung nur als fachlich zu prüfender Vorschlag; Qualitätssicherungsprotokoll, Quellen- und Rechteverzeichnis, Datenschutz- und Nachhaltigkeitskontrolle.

Die Lernleistung ist reproduzierbar, wenn ein anderes Team mit denselben fiktiven Eingangsdaten alle Rechnungen und Zeichnungen nachvollziehen kann. Ergänze eine kurze Selbstreflexion mit drei verbliebenen Unsicherheiten, zwei möglichen Fehlerfolgen für das Bauwerk und einer begründeten Verbesserung. Das Bewertungsraster aus Kapitel 5 liefert den Maßstab; die Lehrkraft ergänzt verständliche individuelle Rückmeldung, nicht die Erklärung einer realen Bohrfreigabe.




OER und Wikipedia

Grundlagen und aktuelle Orientierung; überprüft am 22. Oktober 2026. Die folgenden Quellen unterstützen das Lernen. Fachentscheidungen benötigen die aktuellen Originalfassungen, betrieblichen Vorgaben und Zuständigkeiten. Normtexte werden nicht kopiert.

Hinweise zu technischen Normen: Die Normenfamilien DIN EN ISO 14688 (Bodenbenennung und Klassifizierung), DIN EN ISO 22475 (Probenahme und Grundwassermessung), DIN EN ISO 22476 (Felduntersuchungen) sowie einschlägige geotechnische Bemessungs- und Dokumentationsregeln sind thematisch relevant. Vor verbindlicher Anwendung müssen die aktuellen Ausgaben, Änderungsstände, nationalen Festlegungen und vertraglichen Anforderungen durch die Fachverantwortlichen geprüft werden. Keine in diesem Kurs angegebene vereinfachte Korngrößengrenze ersetzt den vollständigen Normtext.

Eingebetteter freier Überblicksartikel:

Geprüfte Mediennachweise. Die Dateinamen entsprechen den tatsächlich auf Wikimedia Commons vorhandenen Seiten. Lizenzbedingungen und Urheberangaben gelten jeweils für das Original, nicht automatisch für veränderte Fassungen.

Datei beziehungsweise Videolink Geprüfter Quellnachweis Urheber Lizenz oder rechtlicher Nutzungsstatus
File:Soil profile with silt, loam, and clay.jpg Commons-Dateiseite Rivadavia.vila CC0 1.0
File:Typical-borehole-rock-or-soil-cores.jpg Commons-Dateiseite Jifeng Liu und Huizhi Zhang CC BY 4.0
File:Soil sieve nest.png Commons-Dateiseite Lewis Fausak CC BY-SA 4.0
File:Sieve Analysis.jpg Commons-Dateiseite Soccer jim2002 CC BY-SA 4.0
File:Monitoring Well Diagram.jpg Commons-Dateiseite AuntSpray CC BY-SA 3.0
https://www.youtube.com/watch?v=92o0AnnRLnE Herstellervideo „B 25 zur Baugrunderkundung“ ADLER Arbeitsmaschinen Nur Plattformvideo mit verlinkter Herkunft; keine offene Bearbeitungs- oder Nachnutzungslizenz festgestellt

Mediengrenze: Das Video zeigt ältere Gerätepraxis und ersetzt keine aktuelle sicherheitstechnische Unterweisung. Weitere einschlägige deutschsprachige Filme wurden nicht ausreichend verlässlich zugänglich bestätigt; daher keine ungesicherten zusätzlichen Videoeinbettungen. Die LearningApps-Suchseite ist keine überprüfte Einzel-App.


Verknüpfte Lernbereiche

Der Stoff verknüpft naturwissenschaftliche Beschreibung, Mess- und Rechentechnik, Zeichnen beziehungsweise CAD, rechtssichere Arbeitsorganisation sowie die spätere Planung von Brunnen und Grundwassermessstellen. Das Modellprofil ist kein geotechnisches Gutachten. Für reale Vorhaben gelten Ausbildungsbetrieb, zuständige Kammer, Landeslehrplan und qualifizierte Fachplanung.


aiMOOC Projekte

Projekt 1 – Digitales Schichtenarchiv: Verwandle den Übungsfall in eine versionskontrollierte Musterakte mit Quellspalte und Prüfprotokoll.

Projekt 2 – Wasserwege schützen: Konstruiere am ungefährlichen transparenten Lehrmodell zwei Schichtenfolgen; zeige, warum eine unsachgemäß verbundene Messstelle schaden könnte.

Projekt 3 – Erkundung ressourcenschonend planen: Vergleiche ein datenbasiertes Ergänzungsprogramm mit einer ungezielten zusätzlichen Bohrung und dokumentiere den fachlichen Restbedarf.



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