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Allerseelen - Heym, Georg - Gedichtanalyse

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Allerseelen - Heym, Georg - Gedichtanalyse

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Allerseelen - Heym, Georg - Gedichtanalyse

Georg Heym: „Allerseelen“

Kurzbeschreibung: „Geht ein Tag ferne aus, kommt ein Abend.“ Das Gedicht hat 20 Verse. Du untersuchst, wie Heym mit Bildern von Dunkelheit, Licht, Gräbern und Wind über Tod und Erinnerung schreibt.

Zielgruppe: Klasse 9–10 (Grundlagen) und Klasse 11–13 (Vertiefung).

Lernziele: Du kannst das Gedicht verstehen, seine Form und Sprache beschreiben, Textstellen zitieren und eigene Deutungen begründen.

Wichtig: Es gibt mehrere Gedichte mit dem Titel „Allerseelen“. Hier geht es ausschließlich um Georg Heyms 20-zeiliges Gedicht mit dem Anfang „Geht ein Tag ferne aus, kommt ein Abend.“

Vorhandene Gedichtseite: Gedicht – Allerseelen – Heym, Georg. Diese Textseite wird verlinkt und nicht als neuer Kurs angelegt.

Georg Heym (1887–1912). Historisches Porträt, Wikimedia Commons, gemeinfrei. Bildquelle und Lizenz.


Einleitung

Georg Heym gehört zu den wichtigen Dichtern des Expressionismus. Diese literarische Bewegung entstand in der Zeit der Moderne.

Im Gedicht „Allerseelen“ wird es Abend. Menschen, Schatten, Fackeln und Gräber erscheinen. Der Wind bewegt sich durch eine dunkle Landschaft.

Leitfrage: Wie zeigt das Gedicht die Verbindung zwischen Leben, Tod und Erinnerung?


Historischer Hintergrund

Allerseelen ist in der katholischen Tradition ein Gedenktag für Verstorbene am 2. November. Menschen besuchen Gräber, beten und entzünden Lichter.

Heyms Gedicht erschien erstmals 1912 im nach seinem Tod veröffentlichten Gedichtband Umbra vitae.

Titel der Ausgabe von 1912: Georg Heym, „Umbra vitae“, Ernst Rowohlt Verlag. Wikimedia Commons, gemeinfrei (PD-ineligible). Quelle und Lizenz.


Gedichttext und Textfassungen


Quellfassung

Textgrundlage: TextGrid Digitale Bibliothek: Georg Heym, Allerseelen.

Die digitale Transkription beruht auf einer späteren Edition, die den Erstdruck in Umbra vitae nachweist. Sie ist kein fotografisches Faksimile der Druckseite von 1912.

Die folgende Quellfassung übernimmt die überprüften 20 Verse und die überlieferte Schreibweise der TextGrid-Fassung.

Allerseelen

Geht ein Tag ferne aus, kommt ein Abend.
Brennt ein Stern in der Höhe zur Nacht.
Wehet das Gras. Und die Wege alle
Werden in Dämmrung zusammengebracht.

Viele sind über die Steige gegangen.
Ihre Schatten sind ferne zu sehn,
Und sie tragen an schwankenden Stangen
Ihre Fackeln, die wandern und wehn.

Mauern sind viele, und Gräber, und wenige Bäume.
Manche Tore darin, wo der Lorbeer trauert.
Viele sitzen in Haufen über den Kreuzen,
Ihre Lichter behütend, wenn der Regen schauert.

Und ein Rot steckt im Walde, dürr wie ein Finger,
Wo der Abend hänget in wolkiger Zeit
Mit dem wenigen Licht. Und geringer
Rings ist das Nahe, und die Weite so weit.

Doch ewig ist der Wind, der nimmer schweiget
In dunklem Lande, herbstlich schon erbraunet,
Der dunkle Bilder viel vorüber zeiget
Und dunkle Worte flüchtig trübe raunet.

Quellenprüfung: Der Wortlaut wurde mit Bibliotheca Augustana abgeglichen. Die beiden geprüften digitalen Textquellen stimmen in den hier wiedergegebenen Versen überein.


Lesefassung mit Versnummern

Die Lesefassung enthält denselben Gedichttext. Nur die Versnummern wurden ergänzt. Sie helfen Dir beim Zitieren.

Georg Heym: Allerseelen

01 Geht ein Tag ferne aus, kommt ein Abend.
02 Brennt ein Stern in der Höhe zur Nacht.
03 Wehet das Gras. Und die Wege alle
04 Werden in Dämmrung zusammengebracht.

05 Viele sind über die Steige gegangen.
06 Ihre Schatten sind ferne zu sehn,
07 Und sie tragen an schwankenden Stangen
08 Ihre Fackeln, die wandern und wehn.

09 Mauern sind viele, und Gräber, und wenige Bäume.
10 Manche Tore darin, wo der Lorbeer trauert.
11 Viele sitzen in Haufen über den Kreuzen,
12 Ihre Lichter behütend, wenn der Regen schauert.

13 Und ein Rot steckt im Walde, dürr wie ein Finger,
14 Wo der Abend hänget in wolkiger Zeit
15 Mit dem wenigen Licht. Und geringer
16 Rings ist das Nahe, und die Weite so weit.

17 Doch ewig ist der Wind, der nimmer schweiget
18 In dunklem Lande, herbstlich schon erbraunet,
19 Der dunkle Bilder viel vorüber zeiget
20 Und dunkle Worte flüchtig trübe raunet.

Zitierbeispiel: „Manche Tore darin, wo der Lorbeer trauert.“ (V. 10)

Die Versnummer gehört nicht zum Gedichttext.


Übersetzung und Übertragung in einfache Sprache

Übersetzung bedeutet: Ein Text wird in eine andere Sprache übertragen. Hier liegt der deutsche Originaltext vor. Eine fremdsprachige Übersetzung wird nicht als Original ausgegeben.

Die folgende sinngemäße Übertragung in einfache Sprache hilft Dir beim Verstehen. Sie ist keine wörtliche Übersetzung und darf nicht als Heym-Zitat verwendet werden.

Strophe 1: Es wird dunkel. Ein Stern erscheint, Gras bewegt sich und die Wege verschwimmen in der Dämmerung.

Strophe 2: Menschen sind durch die Landschaft gegangen. Ihre Schatten und bewegten Fackeln sind zu sehen.

Strophe 3: Auf einem Friedhof gibt es Gräber, Mauern und Kreuze. Menschen schützen ihre Lichter vor dem Regen.

Strophe 4: In der Landschaft ist nur noch wenig rotes Licht. Die Nähe wirkt klein, die Ferne groß.

Strophe 5: Der Wind hört nicht auf. Seine Bewegung wirkt, als würde er dunkle Bilder zeigen und leise sprechen.


Gedichtanalyse


Inhalt und Stimmung

Das Gedicht führt Dich durch fünf Bilder:

  1. Abend: Tag und Nacht gehen ineinander über (V. 1–4).
  2. Schatten und Fackeln: Gestalten bewegen sich durch die Landschaft (V. 5–8).
  3. Friedhof: Gräber, Kreuze, Lichter und Regen werden sichtbar (V. 9–12).
  4. Ferne: Die Umgebung verschwindet im schwachen Abendlicht (V. 13–16).
  5. Wind: Der Wind bleibt und erscheint fast wie eine Stimme (V. 17–20).

Die Stimmung wirkt still, traurig, geheimnisvoll und teilweise bedrohlich.

Czesław Pełczyński: „Graveyard at dusk“, Nationalmuseum Warschau. Gemeinfreies Gemälde, Wikimedia Commons. Quelle und Lizenz. Das Bild ist eine Vergleichsdarstellung, keine Originalillustration des Gedichts.

Bildaufgabe: Welche Einzelheiten des Gemäldes erinnern Dich an die Verse 9–16?


Lyrisches Sprechen

Im Gedicht gibt es keine ausdrücklich auftretende Ich-Figur.

Eine beobachtende lyrische Stimme beschreibt die Landschaft und ihre Bewegungen. Wer spricht und wo genau diese Stimme steht, bleibt offen.

Beispiel: „Mauern sind viele, und Gräber, und wenige Bäume.“ (V. 9)

Die Dinge werden genannt, ohne dass die sprechende Stimme ihre eigenen Gefühle direkt erklärt.

Deutungsmöglichkeit: Die unpersönliche Darstellung kann den Eindruck von Einsamkeit und Entfernung verstärken.


Form und Aufbau

Das Gedicht besteht aus fünf Strophen mit jeweils vier Versen. Insgesamt sind es 20 Verse.

Die Reime sind nicht überall gleich aufgebaut.

In der zweiten Strophe reimen sich „gegangen“ und „Stangen“ sowie „sehn“ und „wehn“ (V. 5–8). Hier liegt ein Kreuzreim vor.

Auch die vierte und fünfte Strophe zeigen Kreuzreime. In der ersten und dritten Strophe reimen sich dagegen jeweils nur der zweite und vierte Vers deutlich.

Die Verslängen und der Sprechrhythmus verändern sich. Ein durchgehend gleichmäßiges Metrum sollte deshalb nicht ohne genaue Prüfung behauptet werden.

Wirkung: Regelmäßige Strophen treffen auf einen bewegten Sprachrhythmus. Das passt zu den schwankenden Fackeln und zum Wind.


Klang und Rhythmus

Heym verwendet Wiederholungen und ähnliche Laute.

„Ihre Fackeln, die wandern und wehn.“ (V. 8)

Die wiederholten W-Laute verbinden Bewegung und Wind.

„Der dunkle Bilder viel vorüber zeiget / Und dunkle Worte flüchtig trübe raunet.“ (V. 19–20)

Das wiederholte Wort „dunkle“ verstärkt die geheimnisvolle Wirkung.

Leseauftrag: Lies die letzten vier Verse langsam und dann schneller. Wie verändert sich der Eindruck?

Hörbeispiel: Windgeräusch aus einem Wald

Originaltonaufnahme: W.carter, 2024, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Quelle und Lizenz. Dies ist eine Naturaufnahme, keine Gedichtrezitation.

Höraufgabe: Welche Wörter in den Versen 17–20 erinnern Dich an das Geräusch?


Bildsprache und Stilmittel

Personifikation: „Manche Tore darin, wo der Lorbeer trauert.“ (V. 10)

Der Lorbeer ist eine Pflanze. Er kann nicht wirklich trauern. Die Personifikation lässt die Landschaft traurig erscheinen.

Vergleich: „Und ein Rot steckt im Walde, dürr wie ein Finger“ (V. 13)

Das rote Licht wird mit einem dünnen Finger verglichen. Das Bild wirkt ungewöhnlich und etwas unheimlich.

Wiederholung: „Und geringer / Rings ist das Nahe, und die Weite so weit.“ (V. 15–16)

„Weite“ und „weit“ betonen die Entfernung. Die Nähe verliert an Bedeutung.

Personifikation und Lautbild: „Doch ewig ist der Wind, der nimmer schweiget“ (V. 17)

Der Wind bekommt eine menschliche Eigenschaft. Er wird wie eine Stimme dargestellt.

Grablichter an Allerheiligen in Polen, fotografiert von Marek Ślusarczyk. Wikimedia Commons, CC BY 3.0. Quelle und Lizenz. Das Foto zeigt einen realen Brauch, nicht den historischen Schauplatz des Gedichts.

Vergleichsfrage: Welche Wirkung hat Licht inmitten von Dunkelheit?


Licht und Dunkelheit

Das Gedicht stellt zwei Gegensätze nebeneinander.

Licht erscheint als Stern (V. 2), Fackeln (V. 8) und geschützte Lichter (V. 12).

Dunkelheit erscheint in der Dämmerung (V. 4) und in den „dunkle[n] Bilder[n]“ sowie „dunkle[n] Worte[n]“ (V. 19–20).

Die Lichter können als Zeichen von Erinnerung oder Hoffnung verstanden werden. Die Dunkelheit kann auf Tod, Vergänglichkeit oder Unsicherheit hinweisen.

Das sind Deutungen, keine ausdrücklich erklärten Aussagen des Gedichts.

Animation eines Sonnenuntergangs: Soheilskh, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Quelle und Lizenz.

Beobachtungsauftrag: Vergleiche den Übergang vom Licht zur Dunkelheit mit den Versen 1–4.


Deutungsmöglichkeiten

Deutung A – Erinnerung an Verstorbene: Der Titel „Allerseelen“, die Gräber (V. 9), die Kreuze (V. 11) und die geschützten Lichter (V. 12) verbinden das Gedicht mit dem Totengedenken.

Deutung B – Vergänglichkeit: Der Wechsel vom Tag zum Abend (V. 1) und das Verschwinden der Nähe (V. 15–16) können zeigen, dass alles Irdische vergeht.

Deutung C – Das Unbekannte: Der Wind, der niemals schweigt (V. 17), und die dunklen Worte (V. 20) können eine rätselhafte Verbindung zwischen Lebenden und Toten andeuten.

Wichtig: Das Gedicht beweist nicht, dass die Schatten wirkliche Geister sind. Auch andere Lesarten sind möglich, wenn Du sie am Text begründest.


Epochenkontext: Moderne und Expressionismus

Der Expressionismus gehört zur literarischen Moderne. Besonders zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigen sich viele Dichter mit Angst, Tod, Veränderung und Entfremdung.

Bei Heym finden wir starke Bilder, dunkle Farben und ungewöhnliche Sprachverbindungen.

„Und ein Rot steckt im Walde, dürr wie ein Finger“ (V. 13) ist ein Beispiel für eine auffällige, verfremdete Bildsprache.

Nicht jedes expressionistische Gedicht handelt von Großstädten oder Krieg. „Allerseelen“ zeigt eine Friedhofs- und Naturlandschaft.

Buchgestaltung von Ernst Ludwig Kirchner für eine Ausgabe von „Umbra vitae“ aus dem Jahr 1924. Wikimedia Commons, gemeinfrei. Quelle und Lizenz. Diese Gestaltung stammt nicht aus dem Erstdruck von 1912.

Kunstvergleich: Untersuche, wie Kirchners Gestaltung mit starken Formen und Kontrasten arbeitet. Vergleiche dies mit Heyms Sprache.


Videos zum Weiterlernen

Video 1: Gedichtanalyse allgemein – musstewissen Deutsch

Das Video erklärt das Vorgehen bei einer Gedichtanalyse. Es wird auch vom Hessischen Bildungsserver für die Klassen 8–13 empfohlen.

Video 2: Gedichtanalyse am Beispiel eines anderen Heym-Gedichts – How to Deutsch

Das Video behandelt „Der Gott der Stadt“, nicht „Allerseelen“. Du kannst die Vorgehensweise auf dieses Gedicht übertragen.

Video 3: Literatur des Expressionismus – STARK Verlag

Das Video gibt einen Überblick über die Literaturepoche für die Oberstufe.

Die Videos werden von ihren jeweiligen Anbietern auf YouTube bereitgestellt. Es wird keine freie Lizenz für die Videos behauptet. Rechte- und Nutzungsbedingungen findest Du bei den Videokanälen. Die Videos werden nicht verändert oder neu hochgeladen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Lies die Fragen genau. Die Versangaben beziehen sich auf die Lesefassung.

Was folgt laut Vers 1 auf den ausgehenden Tag? (Ein Abend) (!Ein Morgen) (!Ein Mittag) (!Ein Frühling)




Was erscheint in Vers 2 am Himmel? (Ein Stern) (!Ein Regenbogen) (!Eine Sonne) (!Ein Blitz)




Was tragen die Gestalten in Vers 8? (Fackeln) (!Blumen) (!Bücher) (!Schirme)




Was wird in Vers 9 ausdrücklich genannt? (Gräber) (!Häuserblocks) (!Flüsse) (!Bahnhöfe)




Welche Pflanze trauert laut Vers 10? (Der Lorbeer) (!Die Rose) (!Der Efeu) (!Die Tulpe)




Was schützen die Sitzenden in Vers 12? (Ihre Lichter) (!Ihre Bücher) (!Ihre Hüte) (!Ihre Blumen)




Womit wird das Rot in Vers 13 verglichen? (Mit einem dürren Finger) (!Mit einer brennenden Stadt) (!Mit einem roten Vogel) (!Mit einer offenen Tür)




Was geschieht mit dem Nahen in Vers 15 und 16? (Es erscheint geringer) (!Es wird lauter) (!Es wird heller) (!Es wächst zu einem Turm)




Welches Naturphänomen schweigt laut Vers 17 niemals? (Der Wind) (!Der Regen) (!Der Schnee) (!Der Nebel)




Was kennzeichnet das lyrische Sprechen? (Eine beobachtende Stimme ohne ausdrückliches Ich) (!Ein Gespräch zwischen zwei eindeutig benannten Personen) (!Eine Rede des Dichters an sein Publikum) (!Ein Bericht mit klar benannter Ichfigur)





Memory

Ordne den Begriffen die passenden Erklärungen zu.

Abenddämmerung Übergang vom Tag zur Nacht
Fackelzug Bewegte Lichter auf den Wegen
Personifikation Trauernder Lorbeer
Vergleich Rotes Licht wie ein dürrer Finger
Klangwiederholung Dunkle Bilder und dunkle Worte
Sprecherhaltung Beobachtung ohne ausdrückliches Ich





Drag and Drop

Ordne die Beobachtungen den passenden Begriffen zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Beschreibung
Lyrisches Sprechen Beobachtende Stimme ohne Ichfigur
Personifikation Trauernder Lorbeer
Vergleich Rotes Licht wie ein dürrer Finger
Klang Wiederkehrende W-Laute
Totengedenken Gräber und geschützte Lichter
Kreuzreim Wechselnde Reimpartner in der zweiten Strophe





Kreuzworträtsel

Finde die passenden Wörter aus dem Gedicht.

Abend Welche Tageszeit folgt auf den ausgehenden Tag?
Schatten Was ist von den Gegangenen noch zu sehen?
Fackeln Was tragen die Gestalten an Stangen?
Lorbeer Welche Pflanze wird als trauernd beschrieben?
Kreuze Worüber sitzen viele in der dritten Strophe?
Wind Welches Naturphänomen schweigt niemals?





LearningApps

Hier kannst Du nach bestehenden Übungen zum Gedicht suchen. Prüfe den Titel und den ersten Vers, damit Du keine Übungen zu einem anderen Gedicht namens „Allerseelen“ verwendest.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Das Gedicht umfasst

Verse.
Der Tag geht in einen

über.
Am Himmel erscheint ein

.
In der Landschaft führen mehrere

durch die Dämmerung.
Die Gestalten tragen

.
In der Friedhofslandschaft gibt es viele

.
Der Lorbeer wird als

dargestellt.
Die Menschen schützen ihre

.
Das rote Licht wird mit einem

verglichen.
Die Nähe verliert gegenüber der

an Bedeutung.
Am Schluss ist der

besonders wichtig.
Die sprechende Stimme verwendet kein ausdrückliches

.




Gestufte Hilfen

Nutze die Hilfen nur, wenn Du sie brauchst.


Hilfe 1: Text verstehen

Lies zuerst die Verse 1–4 und 9–12. Unterstreiche Wörter für Zeit, Licht und Tod.

Satzanfang: „In dem Gedicht sehe ich …“


Hilfe 2: Sprachliche Mittel erklären

Suche eine Textstelle, in der ein Gegenstand oder eine Pflanze menschliche Eigenschaften bekommt.

Satzmuster: „In Vers … steht ‚…‘. Das ist eine … . Dadurch wirkt …“


Hilfe 3: Eine Deutung entwickeln

Verbinde mindestens zwei Textstellen miteinander. Frage Dich, wie Licht, Entfernung und Dunkelheit zusammenwirken.

Satzmuster: „Das Gedicht lässt sich als … verstehen. Dafür sprechen … und … . Allerdings bleibt offen, ob …“


Offene Aufgaben

Wähle das Niveau, das zu Dir passt. Du kannst auch mehrere Aufgaben bearbeiten.


Leicht – Klasse 9–10

  1. Ein Tagebucheintrag: Schreibe aus der Sicht einer Person, die am Abend über den Friedhof geht, einen Tagebucheintrag mit etwa 100 Wörtern. Beschreibe, was sie sieht und hört. Verwende zwei überprüfte Bildmotive aus dem Gedicht und gib die Versnummern an. Der Tagebucheintrag ist Deine eigene Erfindung.


Standard – Klasse 9–11

  1. Eine kurze Gedichtanalyse: Schreibe 180–250 Wörter über Licht und Dunkelheit in „Allerseelen“. Untersuche mindestens zwei sprachliche Mittel und verwende drei korrekte Verszitate. Erkläre jeweils die Wirkung.


Schwer – Klasse 11–13

  1. Eine begründete Interpretation: Verfasse 350–500 Wörter zur Frage: „Zeigt das Gedicht Trost oder eine bedrohliche Fremdheit des Todes?“ Entwickle eine Deutungshypothese, untersuche Form, Sprecherhaltung und Bildsprache und belege Deine Argumentation mit mindestens vier überprüften Verszitaten. Beziehe den Expressionismus ein und diskutiere eine mögliche Gegeninterpretation.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Die Aufgaben prüfen das Verstehen von Zusammenhängen.

  1. Bildsprache: Erkläre, warum dieselben Fackeln zugleich als Zeichen von Hoffnung und als Teil einer unheimlichen Stimmung verstanden werden können.
  2. Lyrisches Ich: Beurteile, wie sich die Wirkung ändern würde, wenn das Gedicht ausdrücklich aus der Ich-Perspektive geschrieben wäre.
  3. Strophenform: Untersuche, wie der regelmäßige Strophenbau und die unterschiedlich geregelten Reime zusammenwirken.
  4. Expressionismus: Vergleiche Heyms Bildsprache mit einem anderen expressionistischen Gedicht. Belege zwei Gemeinsamkeiten und einen Unterschied.
  5. Interpretation: Entwickle zwei unterschiedliche Deutungen der letzten vier Verse. Begründe jede mit dem genauen Wortlaut.


Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du das Gedicht eigenständig analysieren kannst.

  1. Textverständnis: Gib den Inhalt der fünf Strophen in eigenen Worten wieder.
  2. Form: Beschreibe Strophenbau, Reime und auffällige rhythmische Merkmale korrekt.
  3. Sprache: Erkläre mindestens drei sprachliche Mittel mit ihrer Wirkung.
  4. Lyrisches Sprechen: Unterscheide die beobachtende Stimme von einem ausdrücklich genannten lyrischen Ich.
  5. Deutung: Formuliere eine eigene Deutungshypothese und belege sie mit mindestens drei genauen Verszitaten.
  6. Epochenwissen: Ordne das Gedicht begründet in die literarische Moderne und den Expressionismus ein.
  7. Quellenarbeit: Unterscheide Gedichtwortlaut, vereinfachende Übertragung und eigene Interpretation.

Bewertung: Entscheidend sind richtige Textbelege, verständliche Erklärungen und nachvollziehbare Zusammenhänge. Eine Deutung muss nicht mit einer einzigen Musterlösung übereinstimmen.




OERs zum Thema

Bereits vorhandener Gedichttext auf moocwiki:

Gedicht – Allerseelen – Heym, Georg

Digitale Textquellen:

  1. TextGrid Digitale Bibliothek: Allerseelen – überprüfbare Textgrundlage mit Editionsnachweis. TextGrid 2012; die Textdaten und Annotationen stehen unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid, der zugrunde liegende gemeinfreie Gedichttext ist davon ausgenommen.
  2. Bibliotheca Augustana: Umbra vitae – weiterer digitaler Textabgleich.
  3. National Gallery of Art: Allerseelen – historische Buchgestaltung von Ernst Ludwig Kirchner zu Heyms Gedicht, aus einem späteren Editionsentwurf. Die Objektseite dokumentiert die Zuordnung.

Wikipedia – Georg Heym:

Weitere Informationen: Expressionismus in der Literatur, Lyrik und Gedichtanalyse.

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