Agentic Coding verstehen - Programmieren mit KI-Agenten
Einleitung
Stell dir vor, eine Software könnte eine kleine Programmieraufgabe planen, Dateien bearbeiten und anschließend Tests ausführen. Beim Agentic Coding unterstützt ein KI-Agent solche Arbeitsschritte mit begrenzter Eigenständigkeit. Das ist mehr als das Vervollständigen einzelner Codezeilen – aber keine Garantie für richtige, sichere oder rechtmäßige Software. Du entscheidest, was erlaubt ist und ob das Ergebnis stimmt.
Zielgruppe: Auszubildende im 1. bis 2. Ausbildungsjahr; Voraussetzung: Dateien und Einheiten wie Millimeter verstehen, keine Programmierkenntnisse. Dauer: etwa 4 bis 6 Lerneinheiten plus eigenständige Vertiefung. Lernprodukt: eine nachvollziehbare Ablaufkarte für eine lokal laufende Messwert-App mit ausschließlich erfundenen Prüfwerten eines ungefährlichen Lehrbauteils. Kein Cloudkonto, keine kostenpflichtige KI und keine echte Maschinenanbindung nötig. Die Aufgaben können vollständig mit Papier, Tabellenprogramm oder offline am eigenen Rechner simuliert werden.
Vorwissen aktivieren: Lies bei Bedarf die vorhandene MOOCwiki-Grundlage und nenne drei Begriffe, die du bereits kennst. Ihr Seiteninhalt war bei der Quellenprüfung nicht abrufbar; dieser Kurs baut daher nur auf allgemein erklärtem Vorwissen auf. Geübt wird hier das NEUE Lernprodukt: planen, Entscheidungen begründen, Prüfwerte vergleichen und Agentenaktionen kontrollieren. Keine offiziellen Zertifikate von Liebherr, einer IHK oder anderen Institutionen; unabhängiges Bildungsangebot.
Dein Erfolgskriterium: Zu jeder Aktion ihren Zweck erklären; vor jeder Nutzung Daten-, Urheber-, Lizenz- und Zugriffsrechte prüfen; das Ergebnis mit einer von Hand erstellten Baseline vergleichen. Erst danach darf eine simulierte Aktion in der Ablaufkarte als geeignet markiert werden. Alle Aussagen zu Tools beziehen sich auf den Recherche-Stand 22.10.2026; Softwarefunktionen können sich ändern.
KI-Agenten und Agentic Coding unterscheiden
Vom Vorschlag zur überprüften Aktion
Ein Sprachmodell (LLM) erzeugt aus Eingaben wahrscheinlich passende Texte oder Code. Ein Assistent schlägt eine Codezeile vor. Ein KI-Agent kann – abhängig von freigeschalteten Werkzeugen – mehrere Schritte bis zu einem Ziel koordinieren: Datei lesen, Plan aufstellen, Programm ändern, einen Test ausführen und das Ergebnis auswerten. Agentisch meint einen zielgerichteten, schrittweisen Ablauf mit Rückkopplung, nicht Bewusstsein oder uneingeschränkte Selbstständigkeit.
Ein Werkzeugaufruf ist eine konkrete Handlung wie „Datei lesen“. Ein Prompt ist eine Arbeitsanweisung. Ein Kontext sind erlaubte Informationen über Aufgabe, Ordner und Regeln. Eine Iteration ist ein wiederholter Durchlauf nach einem Prüfergebnis. Ein Diff zeigt Änderungen zwischen Dateiversionen. Kein Werkzeug darf allein deshalb vertraut werden, weil der Agent es vorgeschlagen hat.
| Arbeitsform | Was das System tut | Wer prüft? |
|---|---|---|
| Klassisches Programmieren | Ein Mensch entwirft und schreibt die Schritte. | Mensch und Tests |
| KI-Codeassistenz | KI schlägt einzelne Codeabschnitte vor. | Mensch |
| Agentic Coding | KI kann Teilaufgaben planen und mithilfe erlaubter Werkzeuge abarbeiten. | Mensch plus unabhängige Tests und Zugriffsgrenzen |
Die Begriffe sind Praxisbeschreibungen; einheitliche, herstellerunabhängige Produktgrenzen gibt es nicht. Softwareentwicklung bleibt eine menschlich verantwortete Aufgabe.

Bild: Entwicklungsphasen; Heyinsun, CC BY 3.0. Die Darstellung beschreibt einen Prozess, nicht die Zuverlässigkeit eines Agenten. Commons-Dateiseite und Lizenz
Ziel, Schritte, Stoppsignal
Merke dir die Lernregel Ziel → Plan → begrenzte Aktion → unabhängige Prüfung → menschliche Entscheidung. Ein Agent kann den Plan überarbeiten. Dagegen bleiben Schreibrechte, Netzwerkzugriff, Ausführung und Veröffentlichung getrennte Berechtigungen. Beispiel: Ein Auftrag zum Sortieren erfundener Messwerte erlaubt weder das Lesen privater Dokumente noch den Zugriff auf eine echte Steuerung.
Miniübung: Schreibe zu „Datei lesen“, „Werte prüfen“ und „Ergebnis anzeigen“ jeweils einen Zweck. Setze ein Stoppsignal vor jedes Überschreiben, jeden unklaren Dateizugriff und jede Aktion ohne erklärten Nutzen. Deine Beschreibung muss auch ohne KI-Agent sinnvoll sein.
Arbeitsweise und kontrollierter Entwicklungsablauf
Einen Auftrag in prüfbare Schritte zerlegen
Ein guter Auftrag beschreibt Eingaben, Ausgabe, klare Regeln, unerlaubte Aktionen, Testdaten und Abnahme. Beispiel: „Erstelle nur einen Plan für eine lokale App, die synthetische Millimeterwerte prüft. Lies keine anderen Ordner. Kein Netzwerk. Zeige jede geplante Änderung zuerst an. Erkläre den Zweck. Verändere keine Grenzwerte ohne Rückfrage.“ Das ist eine Aufgabenspezifikation.
Eine Akzeptanzbedingung beschreibt beobachtbares Verhalten: „20,05 mm ist bei inklusiver Obergrenze gültig“. Ein Testfall setzt Eingabe und erwartete Ausgabe gegenüber. Eine Baseline ist das vorher unabhängig ermittelte Vergleichsergebnis. Eine Ausgabe, die der Agent selbst geprüft hat, zählt nicht automatisch als unabhängige Kontrolle.

Bild: Versionskontrolle und separate Prüfung als Prinzip; Antoine „hashar“ Musso, nach Chad Horohoe, CC BY-SA 3.0. MedienWiki-spezifischer Workflow, kein direktes Agentendiagramm. Commons-Dateiseite und Lizenz
Schritte protokollieren statt blind freigeben
Lege für jede Agentenhandlung vier Felder an: geplant – erlaubt – beobachtet – bewertet. Beispiel: Plan „Datei messwerte.csv lesen“; Erlaubnis „nur Lehrordner“; Beobachtung „sieben synthetische Zeilen geladen“; Bewertung „zweckmäßig“. Wird stattdessen „private_personaldaten.csv“ vorgeschlagen, lautet die Entscheidung stoppen. Prüfe vor Ausführung konkret das Zielverzeichnis, den vollständigen Befehl und die betroffenen Dateien. Ein Agent darf weder seine Rechte eigenständig erweitern noch die eigenen Änderungen ohne unabhängige Kontrolle endgültig genehmigen.
Anleitung ohne Programmierung: Spiele mit zwei Personen Agent und Prüfer. Der Agent schreibt die nächste Aktion auf eine Karte. Der Prüfer entscheidet mit Begründung, ob sie nötig und erlaubt ist; ein dritter Zettel enthält die erwartete Ausgabe. Tauscht die Rollen und vergleicht Abweichungen.
Testen und Versionsvergleich
Ein Softwaretest prüft Erwartungen an bestimmten Beispielen, beweist aber keine völlige Fehlerfreiheit. Regression bedeutet, dass eine neue Änderung eine zuvor funktionierende Eigenschaft beschädigt. Bewahre eine Ausgangsversion und notiere Änderungen. Nutze Grenzwerte, ungültige Eingaben und einen absichtlich fehlerhaften Vorschlag, damit deine Prüfungen nicht nur gute Fälle bestätigen.

Bild: Testgetriebene Entwicklung; Excirial, Vektorbearbeitung Jarozwj, CC BY-SA 3.0. Englisch beschriftet; offline: erst Erwartung notieren, dann Änderung, dann erneut prüfen. Commons-Dateiseite und Lizenz
Modellfall einer lokalen Messwert-App
Lehrbauteil, Daten und manuelle Baseline
Eine ungefährliche Lehrscheibe soll auf dem Papier eine Sollbreite von 20,00 mm besitzen. Für die Simulation beträgt die Toleranz ±0,05 mm. Inklusive Grenzwerte: 19,95 bis 20,05 mm. Werte außerhalb sind „außer Toleranz“; fehlende, nicht numerische oder falsch formatierte Werte sind „ungültig“. Die Modellwerte sind vollständig erfunden, weder echte Qualitätsprüfung noch Sicherheitsfreigabe.
| Kennung | Synthetischer Eingabewert | Ergebnis der Handprüfung | Begründung |
|---|---|---|---|
| A | 19,98 mm | innerhalb | Im zulässigen Intervall |
| B | 20,04 mm | innerhalb | Im zulässigen Intervall |
| C | 20,06 mm | außerhalb | Obergrenze überschritten |
| D | abc | ungültig | Keine Zahl |
| E | 19,95 mm | innerhalb | Untere Grenze eingeschlossen |
| F | 20,05 mm | innerhalb | Obere Grenze eingeschlossen |
| G | 19,94 mm | außerhalb | Untergrenze unterschritten |
Manuelle Baseline: vier innerhalb, zwei außerhalb, einer ungültig. Halte sie auf Papier fest, bevor du ein Programm oder einen simulierten Agenten bewertest. Zahlenformate müssen vor der Berechnung eindeutig vereinbart sein: Dezimalkomma in der Darstellung, intern gegebenenfalls einheitliche numerische Umwandlung. Für reale Messungen wären Unsicherheit, Kalibrierung, Normbezug und Freigaben zusätzlich zu prüfen; sie gehören bewusst nicht zu dieser Simulation.
Ablaufkarte als Lernprodukt
Erstelle sechs verbundene Karten in dieser Reihenfolge:
- Eingabe: sieben synthetische Werte aus der festgelegten lokalen Datei übernehmen; keine privaten Daten.
- Validierung: Prüfen, ob die Angabe eine interpretierbare Zahl mit der Einheit Millimeter ist.
- Grenzvergleich: Zahl mit den INKLUSIVEN Grenzen 19,95 und 20,05 vergleichen.
- Kennzeichnung: „innerhalb“, „außerhalb“ oder „ungültig“ vergeben.
- Ausgabe: Tabelle und Gesamtzahlen nur lokal darstellen; keine Verbindung zu Messgerät, Maschine oder Cloud.
- Abnahme: Jede Klassifikation und die Anzahlen gegen die handgeprüfte Baseline prüfen; Mensch dokumentiert die Entscheidung.
Für jede Karte ergänze Zweck, benötigte Eingabe, erlaubte Aktion, erwartete Ausgabe und Prüfnachweis. Zeichne ein Stoppsymbol neben ungeprüfte Daten, fehlende Rechte oder Abweichung zur Baseline. Die Karte zählt als vollständiges Ergebnis – ein ausführbares Programm ist optional.

Bild: Beispiel einer Programm-Ablaufdarstellung; Mistervip.wa, CC BY-SA 4.0; nicht identisch mit der zu erstellenden Messwert-App. Commons-Dateiseite und Lizenz
Geführte Agenten-Simulation mit Fehlersuche
Schritt eins: Lies den folgenden erfundenen Agentenvorschlag: „Ich werte gültig aus, wenn Messwert kleiner als 20,05 ist, und lösche nachher die Ausgangsdatei.“ Schritt zwei: Vergleiche mit der Spezifikation. Der Vorschlag vergisst die Untergrenze, schließt den oberen Grenzwert aus, prüft keinen ungültigen Text und will unerlaubt löschen. Schritt drei: Schreibe eine Reparaturanweisung: „Behalte Originaldatei. Prüfe erst den Datentyp. Vergleiche einschließlich beider Grenzen. Weise außerhalb und ungültig getrennt aus. Zeige den Vergleich mit A bis G, aber ändere keine weiteren Dateien.“ Schritt vier: Beschreibe, warum eine grün leuchtende Agentenmeldung keine Prüfung ersetzt.
| Denk-Test | Erwartung | Warum nötig? |
|---|---|---|
| F mit 20,05 | innerhalb | Rand inklusive |
| C mit 20,06 | außerhalb | Überschreitung erkennbar |
| D mit abc | ungültig | Robustheit vor Zahlenvergleich |
| G mit 19,94 | außerhalb | Untere Grenze darf nicht fehlen |
Die Klassifikationen dienen dem geführten Beispiel; bei den späteren Quizfragen werden die Antwortmöglichkeiten nicht vorab gelöst.
Chancen, Grenzen und überprüfbare Autonomie
Was Agenten unterstützen können
Sinnvolle Tätigkeiten sind kleine Prototypen, Umbenennungen in einem freigegebenen Ordner, Dokumentation, Testvorschläge und Fehlersuche. Chancen sind schnelleres Ausprobieren und leichterer Einstieg. Risiken entstehen durch unbemerkte Annahmen, erfundene Bibliotheken, veraltete Abhängigkeiten, gefährliche Befehle, Rechteverletzungen und Prompt Injection: fremde Texte enthalten Anweisungen, die nicht zur Aufgabe gehören, aber den Agenten umlenken sollen. Der Agent kann plausible, jedoch falsche Begründungen liefern.
Ein Sandbox ist eine abgetrennte Ausführungsumgebung. Minimalprinzip bedeutet, nur unbedingt nötige Rechte zu vergeben. Ein MCP-Werkzeug vermittelt extern bereitgestellte Funktionen und Daten; das Protokoll selbst macht eine Anwendung weder sicher noch vertrauenswürdig. Dokumentiere die tatsächlich eingeräumten Rechte und ein menschliches Stoppsignal.

Animation: QuickHull mit festgelegtem Algorithmus, Maonus, CC BY-SA 4.0; verdeutlicht die Unterscheidung: Eine fest programmierte Schrittfolge ist für sich noch kein generativer KI-Agent. Commons-Dateiseite und Lizenz
Die drei Prüfungen konkret anwenden
Prüfung A – Zweck jeder Aktion erklären: „Datei A bis G lesen“ dient dem Grenzvergleich und ist im Lehrordner zulässig. „Alle Benutzerordner durchsuchen“ hat dafür keinen begründbaren Zweck: stoppen.
Prüfung B – Rechte prüfen: Synthetische Daten dürfen im Unterricht mit klarer Freigabe verwendet werden. Fremdcode, Modelle, Bilder und echte Betriebsdaten benötigen eine jeweils geeignete Erlaubnis; freie Sichtbarkeit allein ist keine Nutzungsberechtigung. Bei unklaren Lizenzen, personenbezogenen Daten oder unbekannten Netzwerkzielen: nichts senden oder kopieren, zunächst zuständige Person fragen.
Prüfung C – Baseline unabhängig vergleichen: Der Agent meldet fünf „innerhalb“, aber die Handprüfung ergibt vier. Die Entscheidung lautet nicht „trotzdem übernehmen“, sondern „Differenz suchen; Grenzregel und Datentypen überprüfen; erneut testen“. Ein zweiter KI-Agent als alleiniger Prüfer wäre nicht notwendigerweise unabhängig, weil ähnliche systematische Fehler möglich sind.
| Kriterium | Beleg | Abbruchsignal |
|---|---|---|
| Zweck | Protokoll mit Aktion und nachvollziehbarem Nutzen | Unnötiger Datei- oder Netzwerkzugriff |
| Recht | Freigabe für Daten, Code, Werkzeuge und Zielverzeichnis | Ungeklärte Lizenz oder fehlende Berechtigung |
| Baseline | Zeilenvergleich A bis G und Summen 4 / 2 / 1 | Auch nur eine unerklärte Abweichung |
Zukunftsakzent: überprüfbare Autonomie. Ein Agent soll nur so selbstständig sein, wie seine konkreten Aktionen nachgewiesen, begrenzt und gegebenenfalls rückgängig gemacht werden können. Mehr Aktionen oder schnellere Ausführung allein sind kein Qualitätsmaß.
Verantwortung, Lernhilfen und Vertiefung
Lernhilfe: Nutze die Satzanfänge „Diese Aktion dient …“, „Erlaubt ist sie, weil …“, „Die unabhängige Erwartung lautet …“ und „Ich stoppe, wenn …“. Ohne Rechner kannst du sämtliche Aufgaben mit Karten, Papier und Tabelle lösen.
Anspruchsvolle Vertiefung: Denke über manipulierte Testberichte, Eingaben wie „20,05 mm“ als Text, unterschiedliche Zeichencodierung, Versionskonflikte, einen absichtlich geänderten Grenzwert und eine falsche KI-Selbstbewertung nach. Entwerfe ein separates menschliches Vier-Augen-Prinzip, unveränderliche Logs und ein Änderungsprotokoll. NIST AI 600-1 (Ausgabe Juli 2024) liefert ein freiwilliges Risikomanagementprofil für generative KI, jedoch KEIN Prüfzeugnis für eine konkrete App. Die MCP Security Best Practices (Dokumentationspfad 2026-07-28, geprüft 22.10.2026) behandeln unter anderem Berechtigungen, OAuth und Angriffsmöglichkeiten – nicht jede Regel ist unmittelbar auf eine Offline-Papiersimulation anwendbar.
Klangimpuls (optional): Das kurze Commons-Audio „Softwarelösung“ spricht nur das Fachwort aus; es ist kein Hörvortrag. Jeuwre, CC BY-SA 4.0. Ohne Audio: Lies das Wort und erkläre es anhand deiner Ablaufkarte.
Video (optionale externe Ergänzung, deutsch): KI-Agenten für Beginner: Alle Grundlagen in 9 Min Einfach Erklärt, Jonas Keil, 11.07.2025; öffentlich dokumentiert auf der Autorenwebsite. Die direkte YouTube-Abspielbarkeit konnte beim Abruf nicht unabhängig bestätigt werden; daher kein verpflichtender Bestandteil. Medienfreie Alternative: die obige Unterscheidung von Assistent, festem Workflow und Agent mit Werkzeugen lesen und den Ablauf auf sechs Karten übertragen.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz
Wähle jeweils die fachlich begründbare Antwort. Die Antworten werden erst über das jeweilige Quiz-Element ausgewertet.
1. Woran erkennst du agentisch unterstützte Entwicklung besonders? (Ein System plant und bearbeitet erlaubte Teilschritte mit Werkzeugen) (!Jede Codezeile wird ausschließlich manuell geschrieben) (!Jede vorgeschlagene Zeile ist nachweislich korrekt) (!Ein Agent erhält automatisch uneingeschränkte Rechte)
2. Was ist eine manuelle Baseline? (Ein unabhängig vorab berechnetes Vergleichsergebnis) (!Die vom Agenten zuletzt ausgegebene Bewertung) (!Eine Liste beliebiger Bibliotheken) (!Ein geheimes Passwort für die App)
3. Was muss vor einer Dateiaktion überprüft werden? (Ihr Zweck und die konkreten Zugriffsrechte) (!Nur die Geschwindigkeit des Agenten) (!Ausschließlich die Farbe der Oberfläche) (!Nur die Anzahl generierter Codezeilen)
4. Was zeigt bei 20,00 mm mit Toleranz plus oder minus 0,05 mm die korrekte obere Grenze? (20,05 mm gehört noch zum zulässigen Bereich) (!20,05 mm ist immer ungültiger Text) (!20,04 mm liegt bereits außerhalb) (!20,06 mm gehört noch zum zulässigen Bereich)
5. Wie ist die synthetische Eingabe abc zu behandeln? (Als ungültige Eingabe vor dem Zahlenvergleich) (!Als Millimeterwert null ohne Hinweis) (!Als Wert innerhalb der Toleranz) (!Als Freigabe für einen Netzwerkzugriff)
6. Was ist bei fünf Agenten-Treffern und vier Hand-Treffern richtig? (Abweichung untersuchen und Abnahme aussetzen) (!Den Agenten ohne Rückfrage freigeben) (!Die Baseline heimlich anpassen) (!Alle Testfälle entfernen)
7. Welches Risiko beschreibt Prompt Injection? (Fremder Inhalt versucht die Werkzeugentscheidung des Agenten umzulenken) (!Eine zu geringe Bildschirmauflösung) (!Ein durch Menschen dokumentierter Testfall) (!Eine lokale Datei ohne Schreibrecht)
8. Was ist die angemessene Reaktion auf einen vorgeschlagenen Zugriff auf private Daten? (Zugriff stoppen und Berechtigung und Zweck klären) (!Zugriff wegen der KI automatisch zulassen) (!Datei ins Internet hochladen) (!Daten ohne Prüfung in die App kopieren)
9. Warum genügt ein bestandener Test nicht als völliger Sicherheitsbeweis? (Tests decken nur geprüfte Fälle und Annahmen ab) (!Softwaretest ist bei KI generell verboten) (!Jeder bestandene Test beweist Fehlerfreiheit) (!Ein Test ersetzt sämtliche Rechteprüfungen)
10. Was bedeutet überprüfbare Autonomie im Lehrprojekt? (Begrenzte Aktionen mit Erklärung Nachweisen und menschlicher Entscheidung) (!Unbegrenzte Befehle ohne Protokoll) (!Selbstständige Freigabe für reale Maschinen) (!Löschen der Baseline nach jedem Durchlauf)
Rückmeldung zur Selbstkontrolle: Begründe nach jeder Quizantwort anhand einer konkreten Regel aus dem Kurs, warum dein Vorschlag zulässig oder unzulässig wäre. Die Auswertung erfolgt durch die Aufgabenfunktion; hier stehen keine separaten offen sichtbaren Lösungsbuchstaben.
Memory
Ordne die Begriffe ihren Beschreibungen zu. Erkläre anschließend ein passendes Beispiel aus der Messwert-App.
| Agentenaktion | Mit einem freigegebenen Werkzeug durchgeführter Arbeitsschritt |
| Baseline | Vorher unabhängig festgelegtes Vergleichsergebnis |
| Sandbox | Vom übrigen System begrenzter Arbeitsbereich |
| Testfall | Konkrete Eingabe mit erwarteter Ausgabe |
| Prompt Injection | Versuch einer unerlaubten Steuerung durch fremden Text |
| Diff | Darstellung der Änderungen zwischen zwei Dateiständen |
Drag-and-Drop
Verbinde die fünf Prüfhandlungen mit ihrer Funktion in der Ablaufkarte.
| Ordne die Handlung zu. | Passende Funktion |
|---|---|
| Eingabe validieren | Prüfen ob ein Messwert numerisch lesbar ist |
| Untergrenze anwenden | Vergleich einschließlich 19,95 Millimeter |
| Obergrenze anwenden | Vergleich einschließlich 20,05 Millimeter |
| Fehlerfall kennzeichnen | Unlesbaren Wert als ungültig ausgeben |
| Handergebnis abgleichen | App-Ausgaben mit dem unabhängigen Soll vergleichen |
Kreuzworträtsel
Sechs einwortige Lösungen aus dem Text. Die Hinweise enthalten keine Lösungswörter.
| Agent | KI-System, das mit erlaubten Werkzeugen mehrschrittige Ziele bearbeitet |
| Baseline | Unabhängig erstellter Vergleichsstand |
| Sandbox | Abgetrennter Arbeitsraum mit eingeschränkten Rechten |
| Testfall | Konkretes Eingabebeispiel mit erwarteter Ausgabe |
| Lizenz | Erlaubnisregel für die Nutzung fremder Werke |
| Protokoll | Nachvollziehbare Aufzeichnung der einzelnen Arbeitsschritte |
LearningApps
Nutze die thematische LearningApps-Suche als freiwillige Zusatzübung: Welche Zuordnung unterscheidet Agent, Werkzeug, Test und Baseline? Externe Angebote sind nicht vom Kursanbieter geprüft; keine Konten oder persönlichen Daten erforderlich. Ohne externes Angebot: Nutze das Memory-Spiel darüber.
Lückentext
Ergänze die Fachwörter anhand ihrer Bedeutung. Die Wörter werden im Lerntext erklärt; pro Satz gibt es genau eine Lücke.
Offene Aufgaben
Leicht
- KI-Agent: Erkläre mit eigenen Worten den Unterschied zwischen einem Sprachmodell, einer Codeassistenz und einem Agenten. Zeichne drei Kästen.
- Messwert: Übertrage die synthetischen Zeilen A bis G auf Papier und kennzeichne Einheit und zulässige Grenzen.
- Softwaretest: Schreibe für F und D jeweils Eingabe, erwartete Ausgabe und einen Satz zur Begründung.
- Datenschutz: Formuliere drei Aktionen, die die Papier-Messwert-App ausdrücklich nicht ausführen darf.
Standard
- Ablaufdiagramm: Zeichne die vollständige sechsteilige Ablaufkarte; gib zu jeder Karte Zweck, Ein- und Ausgabe an.
- Versionsverwaltung: Simuliere zwei Versionen einer Ablaufkarte und markiere ihre Änderungen wie in einem Diff.
- Qualitätssicherung: Entwirf eine Prüftabelle mit den Kriterien Zweck, Rechte und Hand-Baseline für sieben synthetische Zeilen.
- Fehleranalyse: Prüfe den fehlerhaften Agentenvorschlag aus dem Modellfall; beschreibe mindestens drei Fehler und eine zulässige Korrektur.
Schwer
- Prompt Injection: Erfinde einen harmlosen Manipulationssatz in einer Testdatei und erkläre, weshalb er keine Handlungsanweisung sein darf.
- Softwarearchitektur: Entwerfe zwei getrennte Rollen für das Schreiben eines Vorschlags und die unabhängige Abnahme; dokumentiere das Vier-Augen-Prinzip.
- Risikomanagement: Simuliere einen Grenzfall mit vertauschten Dezimaltrennzeichen und bewerte Auswirkung, Entdeckung und begrenzte Wiederherstellung.
- Technikfolgenabschätzung: Verfasse eine begründete Entscheidung, ob deine lokale Lehr-App nach bestandener Baseline-Prüfung nur angezeigt oder zur Nutzung freigegeben werden darf; grenzt Simulation und reale Maschinen ausdrücklich ab.


Lernkontrolle
- Anforderungsanalyse: Gib alle Voraussetzungen an, unter denen eine Agentenaktion „Messwertdatei lesen“ fachlich sinnvoll und rechtmäßig wäre.
- Grenzwert: Erkläre am Wert 20,05 mm den Unterschied zwischen kleiner als und kleiner gleich und zeige die Auswirkung auf die Baseline.
- Softwarefehler: Die Anzeige zählt fünf gültige Werte statt vier. Entwickle eine Diagnose mit mindestens zwei Hypothesen und unabhängigen Tests.
- Datensicherheit: Ein Tool schlägt Cloud-Upload einer Lehrdatei vor. Triff und begründe eine Entscheidung zu Zweck, Erlaubnis, Alternativen und Konsequenzen.
- Softwarequalität: Begründe, warum ein Agenten-Selbsttest ohne originale Hand-Baseline nicht ausreicht, und nenne eine unabhängige Prüfmethode.
- Künstliche Intelligenz: Vergleiche starre Automatisierung und Agentic Coding an derselben Ablaufkarte; benenne Chancen und neue Fehlermöglichkeiten.
Lernnachweis
Gib ein einseitiges Projektdossier ab: (a) Ablaufkarte mit sechs Schritten, (b) unabhängige Hand-Baseline mit 4 / 2 / 1, (c) Protokoll der Aktionen samt Zweck und Rechteentscheidung, (d) Abgleich aller sieben Fälle, (e) einen begründeten Fehlerfall samt Korrektur und erneutem Test, (f) eine Reflexion über die Grenzen selbstständiger KI. Optional darf ein ausschließlich lokal und offline ausgeführter Prototyp beigelegt werden; ein Programm ist für den Nachweis nicht nötig.
Bewertungsraster, je 0–2 Punkte: fachlich richtiger Ablauf, vollständige Rechteprüfung, korrekte Baseline, nachvollziehbare Fehlerkorrektur, begründete menschliche Abnahme. Höchstens zehn Punkte. Bei ungeklärten Rechten oder unbegründeter Differenz darf das Lernprodukt nicht als abgenommen gelten, unabhängig von der Punktzahl. Kein Realbetrieb, keine Maschinensteuerung, keine Sicherheitszertifizierung.
OER und Wikipedia
Recherche-Stand: 22.10.2026. Versionsstände unterscheiden sich; verlinkte Webseiten können später geändert werden. Quellen sind Recherche- und Prüfhinweise, keine Autorisierung zum Übernehmen fremder Daten oder zum Betreiben von Maschinen.
- NIST AI 600-1: Generative Artificial Intelligence Profile – Juli 2024, freiwilliges Risikomanagementprofil, englisch; kein produktspezifischer Sicherheitsnachweis.
- Model Context Protocol: Security Best Practices – Dokumentationspfad 2026-07-28, geprüft 22.10.2026, englisch; Berechtigungs- und Angriffsrisiken.
- OWASP: Secure Coding with AI Cheat Sheet – abgerufen 22.10.2026; Sicherheitsmaßnahmen und menschliche Verantwortlichkeit.
- heise: Agentic Coding: Vom Coder zum Code-Controller – 02.12.2025; deutschsprachige fachliche Einordnung.
- Wikipedia: Softwaretest – Grundlagen zu Anforderungen, Grenzen und Prüfungen.
- MOOCwiki-Grundlage – als Vorwissen verlinkt; Seiteninhalt bei externer Prüfung nicht zugänglich, daher nicht als geprüfte Quelle für Einzelbehauptungen benutzt.
Geprüfte offene Medien und Lizenznachweise (Wikimedia Commons):
| Datei | Originalseite | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|---|
| File:Software dev.svg | Commons | Heyinsun | CC BY 3.0 |
| File:GitWorkflow.svg | Commons | Antoine „hashar“ Musso nach Chad Horohoe | CC BY-SA 3.0 |
| File:Test-driven development.svg | Commons | Excirial, Jarozwj | CC BY-SA 3.0 |
| File:Contoh flowchart.png | Commons | Mistervip.wa | CC BY-SA 4.0 |
| File:Animation depicting the quickhull algorithm.gif | Commons | Maonus | CC BY-SA 4.0 |
| File:De-Softwarelösung.ogg | Commons | Jeuwre | CC BY-SA 4.0 |
Die Abbildungen sind teilweise englisch beschriftete Veranschaulichungen angrenzender Methoden, nicht behauptete Belege für Agentengenauigkeit. Beschreibungen und Alternativtexte stehen jeweils am Einsatzort. Audio und Video sind freiwillig; ohne Fremdmedien erfüllen Kursinhalt und Arbeitsblätter sämtliche Aufgaben. Videorechte für erneute Veröffentlichung wurden nicht zugesichert; deshalb nur Original-Link, keine eigene Kopie. Die direkte YouTube-Verfügbarkeit war beim Abruf nicht bestätigbar.
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