Adeline - Bürger, Gottfried August - Gedichtanalyse
Adeline - Bürger, Gottfried August - Gedichtanalyse
Einleitung
Adeline ist ein Liebesgedicht von Gottfried August Bürger (1747–1794). Es entstand nach den Angaben der Textüberlieferung 1770 und wurde erstmals 1778 gedruckt. Wir untersuchen die Fassung aus Gedichte (Ausgabe 1789), Erstes Buch. Lyrische Gedichte.
Das Gedicht hat 18 Verse in drei Strophen. Eine verliebte Stimme beschreibt Adeline. In einer feierlichen Umgebung erscheint sie fast wie ein Engel. Im Alltag wirkt sie dagegen nahbar und fröhlich.
Deine Lernziele: Du kannst das Gedicht verstehen, wichtige Verse erklären, sprachliche Bilder erkennen und eine kurze Gedichtanalyse schreiben.
Klassenstufe: 9–10. Zeitbedarf: etwa zwei bis drei Unterrichtsstunden.

Gottfried August Bürger. Porträt von Johann Heinrich Tischbein dem Jüngeren, 1771. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Wichtig: Bürger ist der Autor. Die Stimme im Gedicht nennen wir lyrische Stimme. Ihre Gefühle sind nicht automatisch Bürgers eigene Erlebnisse. Wer die historische Adeline war, lässt sich aus dem Gedicht allein nicht feststellen.
Die historische Textgrundlage
Die wichtigste Grundlage ist die vom Nutzer vorgegebene Ausgabe von 1789. Der Gedichttext ist auch in der TextGrid Digitalen Bibliothek nachgewiesen.
- Hauptquelle: Zeno.org: Adeline, Ausgabe 1789
- Kontrollquelle: TextGrid: Adeline, Ausgabe 1789
- Historisches Buch: Digitalisat der Göttinger Ausgabe von 1789
- Ältere Fassung: Wikisource: Ausgabe von 1778
Die ältere Fassung von 1778 schreibt einige Wörter anders, beispielsweise „Blik“ statt „Blick“. Diese unterschiedlichen Schreibweisen dürfen nicht unbemerkt vermischt werden.

Historische Buchseite aus Bürgers „Gedichte“, erster Teil, zweite Ausgabe, Göttingen 1789. Bayerische Staatsbibliothek / Wikimedia Commons, gemeinfrei. Sie zeigt einen Druckzeugen der verwendeten Ausgabe.
Das Gedicht
Quellfassung: Ausgabe 1789
Gottfried August Bürger: Adeline
Die Schreibweise folgt der TextGrid-Wiedergabe der Ausgabe von 1789. Die Versnummern wurden nur für den Unterricht ergänzt.
Erste Strophe
V. 1 Seh' ich, bei des Tempels Harmonieen,
V. 2 Ihr Gesicht von Seelenandacht glühen,
V. 3 Ach! so wähnt mein hochgetäuschter Blick,
V. 4 Eine Himmelsbraut in ihr zu schauen.
V. 5 Mir entsinket alle mein Vertrauen,
V. 6 Und die Liebe bebt vor ihr zurück.
Zweite Strophe
V. 7 Aber seh' ich, wie im Alltagskreise,
V. 8 Frei und fröhlich, doch nach Sitt' und Weise,
V. 9 Sie so mädchenhaft sich haben kann;
V. 10 Wie sie Scherz und Ernst so lieblich kleidet,
V. 11 Und um ihre Huld sich alles neidet:
V. 12 Dann wagt Liebe wieder sich heran.
Dritte Strophe
V. 13 Ehrfurcht neigt sich ihr im Engelglanze.
V. 14 Lieb' umschmeichelt sie, im Mädchenkranze
V. 15 Sanfter Myrten, ohne Himmelsschein.
V. 16 Ach! so himmlisch dünke sie stets allen!
V. 17 Aber meiner Liebe zu gefallen,
V. 18 Hold und magdlich meinem Blick allein!
Quellenangabe: Gottfried August Bürger, „Adeline“, in: Gedichte, Ausgabe 1789, Erstes Buch, Lyrische Gedichte. Textnachweis: TextGrid Repository. Der historische Gedichttext ist gemeinfrei.
Lesefassung in einfacher Sprache
Hinweis: Dies ist eine sinngemäße Erklärung in heutigem Deutsch, keine historische Quellfassung und keine Übersetzung aus einer anderen Sprache. Manche sprachlichen Feinheiten werden vereinfacht.
Erste Strophe: Bewunderung
V. 1 Ich sehe Adeline bei feierlicher Musik im Gotteshaus.
V. 2 Ihr Gesicht zeigt tiefe Andacht.
V. 3 Meine Vorstellung täuscht mich vielleicht.
V. 4 Sie erscheint mir fast wie eine himmlische Braut.
V. 5 Deshalb verliere ich meinen Mut.
V. 6 Meine Liebe zieht sich ängstlich zurück.
Zweite Strophe: Nähe
V. 7 Doch im Alltag sehe ich sie anders.
V. 8 Sie ist fröhlich und verhält sich nach den Regeln ihrer Zeit.
V. 9 Sie wirkt wie ein gewöhnliches junges Mädchen.
V. 10 Sie kann scherzen und ernst sein.
V. 11 Viele Menschen wünschen sich ihre Zuneigung.
V. 12 Jetzt traut sich meine Liebe wieder näher heran.
Dritte Strophe: Ein persönlicher Wunsch
V. 13 Ich empfinde großen Respekt vor ihr.
V. 14 Gleichzeitig fühle ich Liebe für sie.
V. 15 Das Bild eines Myrtenkranzes zeigt ihre menschliche, liebenswerte Seite.
V. 16 Für andere darf sie weiterhin himmlisch wirken.
V. 17 Doch ich wünsche mir für meine Liebe etwas anderes.
V. 18 Mir soll sie als liebenswerte, menschlich nahe junge Frau erscheinen.
Merke: Die Lesefassung erklärt die Bedeutung. Für eine Analyse und für Zitate benutzt Du immer die Quellfassung.
Schwierige Wörter verstehen
| Wort im Gedicht | Bedeutung in einfacher Sprache |
|---|---|
| Tempel (V. 1) | Hier ein feierlicher, religiöser Raum, wahrscheinlich ein Gotteshaus. |
| Harmonieen (V. 1) | Zusammenklingende Töne oder Musik; historische Schreibweise. |
| Seelenandacht (V. 2) | Tiefe innere religiöse Hingabe. |
| wähnt (V. 3) | Glaubt oder bildet sich etwas ein. |
| Himmelsbraut (V. 4) | Religiöses Bild für eine beinahe überirdisch erscheinende Frau. |
| Alltagskreis (V. 7) | Das gewöhnliche Leben mit anderen Menschen. |
| Huld (V. 11) | Freundlichkeit, Gunst oder Zuneigung. |
| Ehrfurcht (V. 13) | Sehr großer Respekt. |
| Myrten (V. 15) | Pflanzen, die traditionell auch mit Liebe und Hochzeit verbunden werden. |
| magdlich (V. 18) | Historisch: mädchenhaft oder jungfräulich; der Ausdruck zeigt ältere Vorstellungen von Weiblichkeit. |
Verstehen und Analysieren
Erste Strophe: Adeline wirkt unerreichbar
Die lyrische Stimme sieht Adeline in einer religiösen Umgebung. Ihre Andacht beeindruckt sie.
Das Bild „Himmelsbraut“ (V. 4) lässt Adeline besonders rein und überirdisch erscheinen. Das bedeutet nicht, dass Adeline tatsächlich ein Engel oder eine Ordensfrau ist.
Die Liebe bekommt Angst: „die Liebe bebt vor ihr zurück“ (V. 6). Das ist eine Personifikation. Die Liebe wird dargestellt, als könne sie sich wie ein Mensch bewegen und zittern.
Deine Frage: Warum kann sehr große Bewunderung dazu führen, dass sich jemand nicht traut, eine andere Person anzusprechen?

Pieter Jansz. Saenredam: Kirchenraum in Haarlem, 1636. Wikimedia Commons, gemeinfrei. Das Bild veranschaulicht eine feierliche Umgebung, zeigt aber nicht den konkreten Ort des Gedichts.
Hören und beschreiben:
Johann Sebastian Bach: Orgelchoral BWV 621, digitale Klangrealisierung von Mathsci, Wikimedia Commons, CC BY 4.0. Dies ist kein historischer Mitschnitt und keine Vertonung von „Adeline“.
Höre einen Ausschnitt. Notiere zwei Wörter für die Stimmung. Prüfe dann, ob diese Wörter zu den Versen 1–6 passen.
Zweite Strophe: Adeline im Alltag
In Vers 7 beginnt ein deutlicher Wechsel: „Aber seh' ich“.
Im Alltag ist Adeline „Frei und fröhlich“ (V. 8). Sie verbindet außerdem „Scherz und Ernst“ (V. 10).
Die Stimme fühlt sich nun sicherer. „Dann wagt Liebe wieder sich heran“ (V. 12).
Deutung: Menschliche Nähe wird möglich, wenn die bewunderte Person nicht mehr nur als unerreichbares Ideal gesehen wird.
Mini-Aufgabe: Vergleiche Vers 6 mit Vers 12. Was verändert sich? Antworte in zwei Sätzen.
Dritte Strophe: Bewunderung und Liebe
In Vers 13 steht die Ehrfurcht im Mittelpunkt. In Vers 14 erscheint die Liebe.
Beide Gefühle werden wie handelnde Personen beschrieben.
Die Myrten (V. 15) sind Teil eines Pflanzenbildes. Myrte ist traditionell auch ein Zeichen für Liebe und Hochzeit.
Am Ende wünscht sich die lyrische Stimme, dass Adeline für alle besonders erscheint, für sie selbst aber menschlich und liebenswert bleibt.
„allen“ (V. 16) und „allein“ (V. 18) betonen den Unterschied zwischen der Wahrnehmung der anderen und dem persönlichen Wunsch der Stimme.

Gemeine Myrte, Fotografie von Iorsh, Wikimedia Commons, vom Urheber als gemeinfrei freigegeben. Das Foto zeigt die Pflanze, nicht einen Kranz aus Bürgers Zeit.
Weiterdenken: Die Stimme beschreibt Adeline fast ausschließlich aus ihrem eigenen Blickwinkel. Was erfahren wir wirklich über Adeline? Und was sind Wünsche oder Vorstellungen der Stimme?
Aufbau und sprachliche Mittel
Das Gedicht besteht aus drei Strophen mit jeweils sechs Versen.
In der zweiten und dritten Strophe lässt sich das Reimschema aabccb gut erkennen. In der ersten Strophe gibt es auch weniger genaue Klangentsprechungen. Lies die Versenden laut, statt nur die Buchstaben zu vergleichen.
| Gestaltung | Beleg | Mögliche Wirkung |
|---|---|---|
| Gegensatz | „Tempels“ (V. 1) und „Alltagskreise“ (V. 7) | Feiertägliche Ferne und menschliche Nähe werden verglichen. |
| Personifikation | „die Liebe bebt“ (V. 6) | Das Gefühl erscheint lebendig und ängstlich. |
| Personifikation | „Ehrfurcht neigt sich“ (V. 13) | Die Bewunderung wirkt besonders stark. |
| Bildliche Sprache | „Himmelsbraut“ (V. 4) | Adeline wird idealisiert. |
| Gegensatz | „allen“ und „allein“ (V. 16 und 18) | Der persönliche Wunsch tritt hervor. |
Gestufte Hilfe zur Analyse:
- Hilfe A: Markiere „Tempel“, „Alltagskreis“, „Liebe“ und „Ehrfurcht“ im Gedicht.
- Hilfe B: Formuliere zuerst: „In Vers ... fällt das Wort ... auf.“
- Hilfe C: Ergänze: „Dieses Wort zeigt ..., weil ...“
- Hilfe D: Schreibe anschließend: „Dadurch wird deutlich, dass ...“
Lyrische Stimme und Autor unterscheiden
Der Autor heißt Gottfried August Bürger. Die lyrische Stimme ist die im Gedicht sprechende Person.
Ein Gedicht kann persönliche Erfahrungen verarbeiten. Trotzdem dürfen wir aus der Ich-Form nicht schließen, dass jedes geschilderte Gefühl ein nachweisbares Erlebnis des Autors ist.
Lernvideo: Was ist ein lyrisches Ich?
Studyflix: „Lyrisches Ich | einfach erklärt“, veröffentlicht 2022. Externes Lernvideo, keine als frei lizenziert nachgewiesene OER-Datei.
Aufgabe: Schreibe einen Satz, in dem Du den Autor nennst, und einen Satz über die Wünsche der lyrischen Stimme.
Historischer Hintergrund
Bürger gehört zu den Autoren, die mit dem Sturm und Drang verbunden werden. In dieser literarischen Strömung spielten Gefühle und individuelle Empfindungen eine wichtige Rolle.
Auch in „Adeline“ stehen Gefühle im Mittelpunkt. Die religiösen Bilder und die geregelte Gedichtform zeigen aber, dass nicht jedes Merkmal eines Gedichts allein durch einen Epochennamen erklärt werden kann.
Lernvideo: Sturm und Drang
musstewissen Deutsch / funk, veröffentlicht 2017. Das Video erläutert den historischen Zusammenhang; es ist keine direkte Analyse von „Adeline“. Rechte am Video verbleiben beim jeweiligen Rechteinhaber.
Musik und Stimmung vergleichen
Orgelbeispiel von Kantor.JH mit Musik von Johann Sebastian Bach, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.

Animation zur Entstehung von Schall aus einem Lautsprecher, KyleThayer, Wikimedia Commons, CC0 1.0. Sie erklärt modernen Schall technisch und stellt kein Instrument aus Bürgers Zeit dar.
Hörauftrag: Welche Stimmung erzeugt das Orgelbeispiel bei Dir? Vergleiche Deine Eindrücke mit „des Tempels Harmonieen“ (V. 1). Es gibt mehrere begründbare Antworten.
Eine kurze Gedichtanalyse schreiben
Eine Gedichtanalyse verbindet Beobachtung und Erklärung. Nutze dafür drei Abschnitte:
- Einleitung: Nenne Autor, Titel, Ausgabe und Thema des Gedichts.
- Hauptteil: Erkläre die drei Strophen und zwei sprachliche Mittel mit Versbelegen.
- Schluss: Formuliere, wie sich das Verhältnis von Bewunderung und Liebe entwickelt.
Beispiel eines Analysegedankens:
„Das Wort ‚Aber‘ (V. 7) markiert einen Wechsel. Nachdem die lyrische Stimme Adeline zunächst als fast überirdisch empfindet, erscheint sie im Alltag menschlicher. Dadurch fasst die Liebe wieder Mut (V. 12).“
Schreibhilfe: Beobachtung → Zitat mit Versnummer → Wirkung → Deutung.
Interaktive Aufgaben
Die folgenden Übungen prüfen vor allem Textverständnis, Fachbegriffe und genaue Versbelege. Offene Deutungen werden anschließend im Gespräch oder durch eine Lehrkraft beurteilt.
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beobachtet die lyrische Stimme in Vers 1 und 2? (Adelines andächtiges Gesicht) (!Einen Wettkampf) (!Einen Tanz auf dem Markt) (!Einen Abschied am Meer)
Als was erscheint Adeline in Vers 4? (Als Himmelsbraut) (!Als Königin) (!Als Lehrerin) (!Als Kriegerin)
Was zieht sich in Vers 6 zurück? (Die Liebe) (!Die Musik) (!Der Winter) (!Die Sonne)
Welches Wort leitet in Vers 7 den Wechsel ein? (Aber) (!Denn) (!Trotzdem) (!Deshalb)
Wie wird Adeline in Vers 8 beschrieben? (Frei und fröhlich) (!Traurig und einsam) (!Wütend und laut) (!Müde und schweigsam)
Was verbindet Adeline laut Vers 10? (Scherz und Ernst) (!Krieg und Frieden) (!Sommer und Winter) (!Tag und Nacht)
Was geschieht in Vers 12 mit der Liebe? (Sie wagt sich wieder heran) (!Sie verschwindet für immer) (!Sie wird zu Musik) (!Sie verlässt das Gedicht)
Welches Gefühl neigt sich in Vers 13 vor Adeline? (Ehrfurcht) (!Neid) (!Zorn) (!Langeweile)
Welche Pflanze wird in Vers 15 genannt? (Myrte) (!Rose) (!Tulpe) (!Eiche)
Wer spricht im Gedicht über die Gefühle und Wünsche? (Die lyrische Stimme) (!Eine nachweisbare historische Augenzeugin) (!Der Buchdrucker der Ausgabe) (!Der Leser als handelnde Figur)
Memory
Verbinde jeden Ausdruck aus dem Gedicht mit seiner Bedeutung.
| Tempel | Gotteshaus |
| Seelenandacht | Innere Hingabe |
| Himmelsbraut | Überirdisches Ideal |
| Alltagskreis | Gewöhnliches Leben |
| Ehrfurcht | Großer Respekt |
| Myrten | Pflanzenschmuck |
| Personifikation | Vermenschlichung |
Drag and Drop
Ordne die Begriffe den passenden Bedeutungen zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Tempel | Sakralraum |
| Alltagskreis | Alltagsleben |
| Liebe | Annäherung |
| Ehrfurcht | Verehrung |
| Myrte | Kranzpflanze |
Kreuzworträtsel
Trage die gesuchten Wörter aus dem Gedicht ein.
| Tempel | Welchen religiösen Raum nennt Vers 1? |
| Seelenandacht | Welches zusammengesetzte Wort in Vers 2 beschreibt tiefe innere Hingabe? |
| Himmelsbraut | Als was erscheint Adeline der Stimme in Vers 4? |
| Alltagskreise | In welchem Bereich begegnet die Stimme Adeline laut Vers 7? |
| Ehrfurcht | Welches Gefühl neigt sich laut Vers 13 vor Adeline? |
| Myrten | Welche Pflanzen werden in Vers 15 genannt? |
LearningApps
Finde weitere Übungen zu dem Gedicht und zu seiner Analyse. Die Suche kann auch allgemeine Übungen anzeigen.
Lückentext
Ergänze die fehlenden Wörter. Lies bei Unsicherheit im Original nach.
Offene Aufgaben
Die Aufgaben werden nicht automatisch bewertet. Begründe Deine Antworten und belege Textdeutungen mit Versnummern.
Leicht
- Gedichtvortrag: Lies die drei Strophen laut. Verändere Deine Stimme passend zu den Gefühlen. Hilfe: In Vers 6 ist die Liebe ängstlich, in Vers 12 mutiger.
- Wortschatz: Erstelle fünf Wortkarten zu schwierigen Ausdrücken und erkläre jedes Wort mit einem einfachen Beispielsatz.
- Bilder zum Gedicht: Suche auf Wikimedia Commons ein Bild, das zu einer Strophe passt. Begründe Deine Wahl und notiere die Bildquelle sowie die Lizenz.
- Perspektivwechsel: Schreibe vier Sätze darüber, wie Adeline die Bewunderung wahrnehmen könnte. Kennzeichne Deinen Text ausdrücklich als erfundene Perspektive.
Standard
- Gedichtanalyse: Schreibe einen kurzen Analyseabschnitt zu Vers 6 und Vers 12. Zeige, wie sich die Liebe verändert.
- Szenisches Spiel: Gestalte mit einer anderen Person zwei kurze Szenen: Adeline im feierlichen Raum und Adeline im Alltag. Erkläre anschließend, was an Eurer Darstellung Interpretation ist.
- Kreatives Schreiben: Verfasse eine Antwort Adelines in heutiger Sprache. Überlege, ob sie mit der Darstellung ihrer Person einverstanden wäre.
- Audioanalyse: Höre eine der Commons-Orgelaufnahmen und beschreibe, wie Musik die Wirkung eines Gedichtvortrags verändern könnte. Die Aufnahme darf nicht als Originalvertonung von „Adeline“ ausgegeben werden.
Schwer
- Quellenvergleich: Vergleiche zwei Schreibweisen der Ausgaben von 1778 und 1789 anhand von Wikisource und TextGrid. Erläutere, warum die Angabe der Textfassung wichtig ist.
- Interpretation: Prüfe die These: „Die lyrische Stimme liebt mehr ihr eigenes Bild von Adeline als Adeline selbst.“ Begründe Zustimmung oder Widerspruch mit mindestens drei Versbelegen.
- Medienkritik: Untersuche, wie Bilder oder Videos Erwartungen an historische Texte beeinflussen. Wähle ein Commons-Medium, gib seine Herkunft an und unterscheide Beleg und bloße Veranschaulichung.
- Historische Rollenbilder: Vergleiche die Aussagen über weibliches Verhalten in Vers 8, 9 und 18 mit heutigen Vorstellungen einer gleichberechtigten Beziehung. Schreibe eine begründete Stellungnahme ohne vorschnelle Behauptungen über Bürgers Privatleben.


Lernkontrolle
Diese Aufgaben verlangen eine eigene Erklärung. Sie werden nicht automatisch benotet.
- Perspektive: Erkläre, warum die lyrische Stimme Adeline unterschiedlich wahrnimmt, obwohl das Gedicht keinen tatsächlichen Wandel ihres Charakters belegt. Verwende zwei Versbelege.
- Sprachliche Mittel: Untersuche die Personifikation der Liebe in Vers 6 und 12. Was leistet dieses Stilmittel für die Darstellung der Gefühle?
- Vergleich: Übertrage den Gegensatz zwischen feierlicher Bewunderung und alltäglicher Nähe auf eine erfundene heutige Begegnung. Zeige Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
- Quellenkritik: Erläutere, weshalb ein Zitat aus einer Ausgabe von 1778 nicht ohne Prüfung als wörtliches Zitat der Ausgabe von 1789 ausgegeben werden darf.
- Interpretationsvergleich: Formuliere zwei verschiedene Deutungen von Vers 16–18 und belege jede mit einem passenden sprachlichen Detail.
- Bewertung: Beurteile, welche Informationen über Adeline der Text wirklich liefert und welche Aussagen nur Vermutungen der lyrischen Stimme sind.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis erstellst Du eine kurze schriftliche Gedichtanalyse von ungefähr 250 bis 400 Wörtern oder eine gleichwertige mündliche Präsentation mit schriftlichen Versbelegen.
Dein Lernnachweis soll zeigen, dass Du:
- Autor, Titel und die verwendete Ausgabe von 1789 korrekt nennen kannst.
- Die drei Strophen in eigenen Worten zusammenfassen kannst.
- Die lyrische Stimme vom historischen Autor unterscheidest.
- Mindestens zwei sprachliche Mittel mit Versangaben analysierst.
- Den Wechsel von Ehrfurcht zu größerer Nähe erklärst.
- Eine eigene Deutung mit Textstellen begründest.
- Zwischen historischem Wortlaut und moderner Lesefassung unterscheiden kannst.
- Bei benutzten Fremdmedien Urheber, Fundstelle und Lizenz angibst.
Beurteilung: Entscheidend sind Textverständnis, passende Belege, nachvollziehbare Argumentation und die klare Trennung zwischen Tatsache und Interpretation. Offene Deutungen können unterschiedlich ausfallen, wenn sie gut begründet sind.
OERs zum Thema
Quellen und weiterführende Texte
- Zeno.org: Adeline, Ausgabe 1789. Historische Bezugsfassung.
- TextGrid: Adeline. Digitale Transkription der Ausgabe von 1789. Der Gedichttext ist gemeinfrei; TextGrids eigene Annotationen stehen unter einer gesonderten CC-BY-Lizenz.
- Wikisource: Adeline. Korrekturlesung der älteren Ausgabe von 1778; nur als Vergleich verwenden.
- Originalband von 1789. Digitalisat aus der Bayerischen Staatsbibliothek auf Wikimedia Commons.
- Gedichtinterpretation und Lyrik: Weiterführende Begriffe und Methoden.
Ein eigener Wikipedia-Artikel speziell über Bürgers Gedicht „Adeline“ wurde nicht als gesicherte Grundlage verwendet. Der folgende Artikel behandelt den Autor und dient nur zur Ergänzung.
Mediennachweise und Nutzungsrechte
Die folgenden Dateien wurden auf Wikimedia Commons anhand ihrer Dateibeschreibungsseiten überprüft.
- Porträt Bürgers: Johann Heinrich Tischbein der Jüngere, 1771. Commons-Dateiseite. Gemeinfrei.
- Buchseite von 1789: Gottfried August Bürger, Gedichte, Göttingen: Dieterich, 1789; Scanvorlage Bayerische Staatsbibliothek. Commons-Dateiseite. Gemeinfrei.
- Kirchenraum: Pieter Jansz. Saenredam, Interior of St. Bavo in Haarlem, 1636. Commons-Dateiseite. Gemeinfrei.
- Myrtenfoto: Iorsh, Myrtus communis, Aufnahme 2004. Commons-Dateiseite. Gemeinfrei durch Freigabe des Urhebers.
- Orgelmusik BWV 621: Mathsci, digitale Klangrealisierung, 2017. Commons-Dateiseite. CC BY 4.0; Namensnennung erforderlich.
- Orgelbeispiel „Bach Barock“: Kantor.JH, 2006. Commons-Dateiseite. CC BY-SA 3.0; Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen bei Bearbeitungen.
- Schallanimation: KyleThayer, 2025. Commons-Dateiseite. CC0 1.0.
- YouTube-Videos: Studyflix und musstewissen Deutsch / funk. Die Videos sind externe Bildungsangebote. Ihre Einbettung bedeutet keine Freigabe zur beliebigen Bearbeitung oder Weiterveröffentlichung.
Medienregel: Übernimm bei eigenen Projekten die Namensnennung und den Lizenzlink der jeweiligen Commons-Datei. Bei Änderungen ist dies kenntlich zu machen. Bildmaterial zur Veranschaulichung darf nicht mit historischen Belegen zum Gedicht verwechselt werden.
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