Zum Inhalt springen

Übung

Aus MOOCsWiki Staging
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Übung

QR-Code



Übung


Einleitung

Eine Übung ist eine Tätigkeit, die Du wiederholt ausführst, um Wissen zu festigen, eine Fertigkeit zu verbessern oder einen Ablauf sicherer zu beherrschen. Im Unterricht folgt Üben häufig auf das erste Verstehen eines Inhalts: Du lernst etwas kennen, wendest es an, prüfst Dich selbst und verbesserst Fehler.

Üben ist in fast allen Lernbereichen wichtig. Du übst beim Lesen, beim Schreiben, beim Rechnen, beim Sprechen einer Fremdsprache, beim Musizieren, im Sport und beim Erlernen praktischer Tätigkeiten. Entscheidend ist nicht nur die Anzahl der Wiederholungen. Gute Übungen sind verständlich, passend schwierig und geben Dir die Möglichkeit, Deinen Lernfortschritt zu erkennen.

Dieser aiMOOC richtet sich vor allem an Lernende der Sekundarstufe I. Du lernst, warum Üben wirkt, welche Übungsformen sinnvoll sind und wie Du Dein eigenes Üben verbessern kannst.


Was bedeutet Üben?

Beim Üben wiederholst Du nicht einfach immer dasselbe. Sinnvolles Üben verbindet Wiederholung, Rückmeldung und Verbesserung. Dadurch können Wissen und Fertigkeiten zunehmend sicherer verfügbar werden.

In der Pädagogik wird die Übung häufig als Lernform verstanden, die nach dem ersten Erarbeiten eines Inhalts zur Festigung und Anwendung dient. Moderne Übungsformen versuchen deshalb, bloßes mechanisches Wiederholen zu vermeiden und stattdessen Verständnis, Selbstständigkeit und problemlösendes Denken einzubeziehen.

Ein Beispiel: Wenn Du eine mathematische Regel verstanden hast, löst Du unterschiedliche Aufgaben dazu. Dabei lernst Du nicht nur den Rechenweg auswendig, sondern erkennst, wann und wie Du ihn anwenden kannst.


Verstehen und Üben gehören zusammen

Üben ist besonders wirksam, wenn Du weißt, was Du tust und warum Du es tust. Eine Handlung kann zwar durch häufige Wiederholung automatischer werden, doch bei komplexen Aufgaben ist zusätzlich Verständnis notwendig.

  1. Verstehen: Du erkennst eine Regel, einen Zusammenhang oder einen Ablauf.
  2. Anwendung: Du nutzt das Gelernte in einer Aufgabe.
  3. Rückmeldung: Du erkennst richtige und falsche Schritte.
  4. Verbesserung: Du passt Deine Strategie an.
  5. Festigung: Du kannst das Gelernte später erneut abrufen.


Wiederholung und Gedächtnis

Ein Teil neu gelernter Informationen wird mit der Zeit vergessen, wenn Du ihn nicht erneut nutzt oder abrufst. Der Psychologe Hermann Ebbinghaus untersuchte im 19. Jahrhundert systematisch das Vergessen und beschrieb Zusammenhänge, die später häufig mit einer Vergessenskurve dargestellt wurden.

Wiederholungen können dazu beitragen, Inhalte länger verfügbar zu halten. Dabei ist es meist sinnvoller, mehrere kürzere Übungsphasen über einen längeren Zeitraum zu verteilen, statt alles unmittelbar hintereinander zu wiederholen.

Diese Form heißt verteiltes Üben oder Spaced Repetition. Besonders hilfreich ist es, wenn Du zwischen den Wiederholungen versuchst, die Lösung erst selbst aus dem Gedächtnis abzurufen.


Aktives Abrufen

Beim aktiven Abrufen versuchst Du eine Information selbst zu erinnern, bevor Du die Lösung ansiehst. Das ist etwas anderes als bloßes Wiederlesen.

Beispiele:

  1. Du deckst die Rückseite einer Karteikarte ab und beantwortest die Frage selbst.
  2. Du erklärst einen Begriff ohne Buch oder Heft.
  3. Du löst eine Aufgabe zunächst ohne Musterlösung.
  4. Du stellst Dir selbst Prüfungsfragen.

Das Video zeigt verschiedene Strategien für aktives Lernen, darunter verteilte Wiederholung, Karteikarten und Übungstests.


Gute Übungsaufgaben

Eine gute Übung passt zu Deinem Lernstand. Ist sie zu leicht, lernst Du wenig Neues. Ist sie deutlich zu schwer, fehlt oft die notwendige Grundlage.

Hilfreiche Übungsaufgaben haben mehrere Merkmale:

  1. Sie verfolgen ein klares Lernziel.
  2. Sie verlangen eine eigene Denkleistung.
  3. Sie enthalten unterschiedliche Beispiele.
  4. Sie ermöglichen Rückmeldung.
  5. Sie lassen Fehler als Lernhinweise erkennen.
  6. Sie steigern die Schwierigkeit schrittweise.


Fehler beim Üben

Fehler sind nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass eine Übung misslungen ist. Sie können zeigen, welcher Teil noch nicht sicher verstanden wurde.

Wichtig ist, dass Du Fehler nicht nur verbesserst, sondern ihre Ursache untersuchst. Frage Dich zum Beispiel: Habe ich die Regel falsch verstanden? Habe ich einen Arbeitsschritt ausgelassen? Habe ich die Aufgabe zu schnell gelesen?

Ein Fehlerprotokoll kann helfen. Du notierst dabei kurz den Fehler, seine Ursache und die richtige Strategie. Dadurch wird aus einem Fehler eine Information für die nächste Übung.


Üben in verschiedenen Bereichen

Üben sieht je nach Lernbereich unterschiedlich aus. Beim Vokabellernen steht das Abrufen von Bedeutungen und Formen im Mittelpunkt. In Mathematik übst Du Verfahren und ihre Anwendung auf wechselnde Probleme. Im Sport werden Bewegungsabläufe wiederholt und angepasst. Beim Musizieren werden technische Abläufe, Rhythmus und Ausdruck trainiert.

Trotz dieser Unterschiede gelten ähnliche Grundideen: ein klares Ziel, konzentrierte Wiederholung, Rückmeldung und schrittweise Verbesserung.


Üben planen

Eine einfache Übungsplanung kann aus vier Schritten bestehen:

  1. Ziel festlegen: Bestimme, was Du nach der Übung besser können möchtest.
  2. Kurz üben: Arbeite konzentriert an wenigen Aufgaben.
  3. Selbst prüfen: Teste, was Du ohne Hilfe kannst.
  4. Später wiederholen: Greife das Thema nach einer Pause erneut auf.

Auch Pausen gehören zum Lernen. Sie verhindern nicht das Üben, sondern können helfen, längere Lernphasen zu strukturieren.


Übung und Drill

Übung ist nicht dasselbe wie Drill. Drill bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch ein stark fremdbestimmtes, häufig mechanisches Wiederholen. Sinnvolles Üben soll dagegen zunehmend selbstständiges Handeln ermöglichen.

Das bedeutet nicht, dass Wiederholung unwichtig ist. Wiederholung wird dann besonders lernwirksam, wenn sie mit Verständnis, wechselnden Aufgaben und Rückmeldung verbunden ist.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist ein wichtiges Ziel einer Übung? (Wissen oder Fertigkeiten sicherer verfügbar machen) (!Möglichst viele Aufgaben ohne Rückmeldung bearbeiten) (!Nur neue Inhalte kennenlernen) (!Fehler vollständig vermeiden)




Was gehört zu sinnvoller Übung? (Rückmeldung und Verbesserung) (!Nur schnelles Wiederholen) (!Ausschließlich Abschreiben) (!Möglichst lange Lernphasen ohne Pause)




Was bedeutet aktives Abrufen? (Eine Antwort zuerst selbst aus dem Gedächtnis erinnern) (!Eine Lösung mehrfach lesen) (!Eine Aufgabe abschreiben) (!Nur die Überschrift ansehen)




Was beschreibt verteiltes Üben? (Mehrere Übungsphasen mit zeitlichen Abständen) (!Eine einzige sehr lange Lernphase) (!Lernen ausschließlich am Prüfungstag) (!Üben ohne Wiederholung)




Welche Aussage über Fehler beim Üben ist sinnvoll? (Fehler können Hinweise auf Lernlücken geben) (!Fehler müssen immer verborgen werden) (!Fehler zeigen grundsätzlich fehlende Begabung) (!Fehler dürfen nie analysiert werden)




Wann ist eine Übungsaufgabe besonders hilfreich? (Wenn sie zum Lernstand passt und Denken verlangt) (!Wenn sie immer gleich bleibt) (!Wenn sie keine Rückmeldung erlaubt) (!Wenn ihr Lernziel unbekannt ist)




Was sollte vor einer Übungsphase geklärt werden? (Das Lernziel) (!Die Anzahl der Seiten im Lehrbuch) (!Die Farbe des Stifts) (!Die Länge der Überschrift)




Was unterscheidet Übung von bloßem Wiederlesen? (Übung kann aktives Anwenden und Abrufen enthalten) (!Übung darf nie wiederholt werden) (!Übung ist immer körperlich) (!Übung funktioniert nur in der Schule)




Warum können zeitliche Abstände zwischen Wiederholungen sinnvoll sein? (Sie fördern erneutes Abrufen nach einer Pause) (!Sie verhindern jedes Vergessen vollständig) (!Sie ersetzen Verständnis) (!Sie machen Rückmeldung überflüssig)




Was ist ein sinnvolles Verhalten nach einem Fehler? (Ursache prüfen und Strategie verbessern) (!Aufgabe sofort vergessen) (!Nur die richtige Lösung abschreiben) (!Mit dem Üben vollständig aufhören)





Memory

Wiederholung Erneutes Bearbeiten eines Lerninhalts
Rückmeldung Information über die Qualität einer Lösung
Abrufen Wissen selbst aus dem Gedächtnis erinnern
Lernziel Beschreibung dessen, was erreicht werden soll
Fehleranalyse Untersuchung der Ursache eines Fehlers
Spaced Repetition Wiederholung mit zeitlichen Abständen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Lernziel Vor dem Üben festlegen, was Du können möchtest
Anwendung Gelerntes in einer Aufgabe nutzen
Rückmeldung Ergebnis und Vorgehen überprüfen
Verbesserung Fehlerursachen erkennen und Strategie anpassen
Wiederholung Inhalt nach einer Pause erneut bearbeiten






Kreuzworträtsel

Abrufen Wie heißt das selbstständige Erinnern von Wissen?
Feedback Welches englische Wort wird häufig für Rückmeldung verwendet?
Lernziel Was beschreibt, was nach einer Übung erreicht werden soll?
Wiederholung Wie heißt das erneute Bearbeiten eines Lerninhalts?
Gedächtnis Wo sollen gelernte Inhalte länger verfügbar bleiben?
Reflexion Wie nennt man das bewusste Nachdenken über das eigene Lernen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Übung soll Wissen oder Fertigkeiten

. Beim aktiven Lernen versuchst Du Informationen selbst aus dem

abzurufen. Wiederholungen mit zeitlichen Abständen werden als

bezeichnet. Gute Aufgaben passen zum eigenen

. Eine hilfreiche Rückmeldung zeigt, was bereits gelingt und was noch

werden kann. Fehler können Hinweise auf eine noch unsichere

geben. Vor einer Übungsphase sollte ein klares

festgelegt werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Übungsbeobachtung: Beobachte Dich zehn Minuten beim Üben und notiere, welche Tätigkeiten Du wirklich ausführst.
  2. Lernziel: Formuliere für ein aktuelles Schulfach ein konkretes Lernziel für eine kurze Übungsphase.
  3. Karteikarte: Erstelle fünf Karteikarten, bei denen Du die Antwort aktiv aus dem Gedächtnis abrufen musst.
  4. Fehleranalyse: Wähle einen eigenen Fehler aus einer Aufgabe und erkläre seine Ursache.


Standard

  1. Übungsplan: Entwickle einen Lernplan mit drei kurzen Wiederholungen an verschiedenen Tagen.
  2. Aufgabenvariation: Erstelle zu einem bekannten Unterrichtsthema drei unterschiedlich schwierige Übungsaufgaben.
  3. Erklärvideo: Produziere ein einminütiges Video, in dem Du erklärst, warum bloßes Wiederlesen nicht immer ausreicht.
  4. Lernexperiment: Vergleiche an zwei kleinen Lerninhalten einmaliges Lernen und verteilte Wiederholung.


Schwer

  1. Lernstrategie: Untersuche zwei unterschiedliche Übungsstrategien und bewerte ihre Vor- und Nachteile.
  2. Interview: Befrage eine Lehrkraft, Trainerin, einen Trainer oder eine andere Person dazu, wie gutes Üben gestaltet wird.
  3. Übungsdesign: Entwickle eine Übungsstation für eine Lerngruppe und begründe den Aufbau.
  4. Lernreflexion: Führe eine Woche lang ein Übungstagebuch und leite daraus drei Veränderungen für Dein Lernen ab.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transferaufgabe Übung: Erkläre, wie Du das Prinzip des verteilten Übens auf ein neues Unterrichtsthema anwenden würdest.
  2. Fehlerkultur: Begründe, warum eine Aufgabe mit einigen analysierten Fehlern lernwirksamer sein kann als eine vollständig abgeschriebene Musterlösung.
  3. Vergleich von Lernwegen: Vergleiche mechanische Wiederholung und aktives Abrufen an einem selbst gewählten Beispiel.
  4. Übungsplanung: Entwickle für eine bevorstehende Klassenarbeit einen realistischen Übungsplan und begründe die zeitliche Verteilung.
  5. Aufgabenqualität: Beurteile eine selbst gewählte Übungsaufgabe danach, ob sie Verständnis, Anwendung, Rückmeldung und Verbesserung ermöglicht.
  6. Fächerübergreifendes Üben: Übertrage die Grundprinzipien guten Übens auf zwei unterschiedliche Bereiche, zum Beispiel Mathematik und Sport.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. den Begriff Übung erklären kannst,
  2. zwischen bloßer Wiederholung und aktivem Üben unterscheiden kannst,
  3. den Nutzen von Rückmeldung und Fehleranalyse beschreiben kannst,
  4. das Prinzip verteilter Wiederholung verstehst,
  5. eine eigene Übungsphase planen kannst,
  6. geeignete Übungsstrategien für unterschiedliche Lernziele auswählen kannst,
  7. Dein eigenes Lernverhalten begründet reflektieren kannst.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche

aiMOOC-Projekte



Schulfach+




aiMOOCs



aiMOOC Projekte