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Ärgerliches Mädchen - Lichtenstein, Alfred - Gedichtanalyse

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Ärgerliches Mädchen - Lichtenstein, Alfred - Gedichtanalyse

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Ärgerliches Mädchen - Lichtenstein, Alfred - Gedichtanalyse

Alfred Lichtenstein · 1913 · Moderne und Expressionismus

Zielgruppe: Klasse 9–10 und 11–13

Kurzbeschreibung: „Es ist schon spät. Ich muß verdienen.“ Eine junge Frau steht nachts auf der Straße. Sie braucht Geld, ist müde und hofft auf einen Kunden. Doch ihre Hoffnung wird enttäuscht.

Du untersuchst das Gedicht mit 36 Versen. Du lernst, wie Sprache, Reime, Bilder und ein überraschender Schluss wirken.

Lernziele: Du kannst das Gedicht verstehen, Textstellen genau zitieren, Form und Sprache untersuchen und eine eigene Deutung schreiben.

Alfred Lichtenstein (1889–1914). Historische Fotografie von 1914, Fotograf unbekannt, gemeinfrei. Quelle: Wikimedia Commons.


Einleitung

Alfred Lichtenstein war ein deutscher Schriftsteller des Expressionismus. Sein Gedicht Ärgerliches Mädchen wurde erstmals am 4. Oktober 1913 in der Zeitschrift Die Aktion veröffentlicht.

Das Gedicht lässt eine Frau selbst sprechen. Ihre Sprache ist direkt, manchmal derb und manchmal komisch. Hinter diesem Ton steht eine ernste Lage: Sie braucht Geld und kann sich kaum eine Pause leisten.

Wichtig: Die Figur spricht im Gedicht. Sie ist nicht mit dem Autor gleichzusetzen.

Vorhandene Gedichtseite: Gedicht - Ärgerliches Mädchen - Lichtenstein, Alfred

Hier findest Du den Gedichttext. Dieser aiMOOC ergänzt ihn durch Analyse und Übungen. Es wird keine zweite Gedichtseite angelegt.

Berlin 1913: Historische Aufnahme vom Potsdamer Platz. Fotograf unbekannt, gemeinfrei. Das Bild zeigt den zeitlichen Hintergrund, nicht den im Gedicht genannten Ort.

Einstiegsfrage: Wie verändert Geldnot den Blick eines Menschen auf andere Menschen?


Quellfassung und Lesefassung


Quellfassung: Der historische Text

Die Quellfassung ist der Text, wie er in einer historischen Veröffentlichung vorliegt.

Der Erstdruck erschien in Die Aktion, Jahrgang 3, Nummer 40, am 4. Oktober 1913, Spalten 946–947.

Digitalisiertes Original:

Alfred Lichtenstein: Gedichte in Die Aktion, 1913 – Originalscan

Datei:Lichtenstein Die Aktion 40-1913.djvu

Historischer Zeitschriftendruck, 1913. Alfred Lichtenstein, Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin über Wikimedia Commons; gemeinfrei.

Eine weitere wichtige Quelle ist die Ausgabe:

Alfred Lichtenstein: Gedichte und Geschichten, Band 1, herausgegeben von Kurt Lubasch, Georg Müller, München 1919, Seiten 39–40.

Wikisource: korrigierter Gedichttext nach der Ausgabe von 1919

Die folgenden Verszitate beziehen sich auf diese überprüfte Ausgabe von 1919. Die Texte von 1913 und 1919 müssen bei einem genauen Fassungsvergleich getrennt betrachtet werden.


Lesefassung: Das Gedicht verstehen

Die Lesefassung macht den vollständigen Gedichttext gut zugänglich. Die historische Schreibweise wird dabei nicht stillschweigend verändert.

Lies alle 36 Verse:

Vollständiger Gedichttext auf MOOCwiki

Lesefassung auf Wikisource

Zum ersten Lesen helfen diese unveränderten Textstellen aus der Ausgabe von 1919:

Verse Originalzitat Lesehilfe
1 „Es ist schon spät. Ich muß verdienen.“ Die Frau braucht Geld.
6 „Wirft mich die Alte hinaus.“ Sie fürchtet, ihre Unterkunft zu verlieren.
8 „Ich bin todmüde und friere sehr.“ Sie ist körperlich erschöpft.
10 „Ich laufe umher wie ein Stück Vieh –“ Sie fühlt sich entwürdigt.
25 „Ich denke: der wird mir ein großes Goldstück schenken.“ Sie hofft auf einen hohen Verdienst.
35–36 „Da kommt die Kitti an. / Und versaut den Mann.“ Ihre Hoffnung scheitert.

Leseauftrag: Finde im vollständigen Gedicht drei Stellen, an denen sich die Stimmung verändert.


Worterklärungen und Übersetzung

Der Originaltext ist bereits auf Deutsch. Deshalb ist keine Übersetzung in eine andere Sprache nötig.

Die folgenden Erklärungen sind Lesehilfen in heutigem Deutsch, keine neue Gedichtübersetzung.

Wort aus dem Gedicht Einfache Erklärung
blasierten überheblichen, eingebildeten
Glücksgroschen kleine Geldsumme
geprellt betrogen
vis-à-vis gegenüber
Kleddage Kleidung; historische umgangssprachliche Schreibweise
Kavalier höflicher Herr; hier möglicherweise ironisch gemeint
Bummel hier wohl das Umhergehen auf der Suche nach Kunden

Merke:

Quellfassung = historischer Wortlaut.

Lesefassung = zugänglich präsentierter Gedichttext.

Übersetzung = Übertragung in eine andere Sprache.

Interpretation = begründete Erklärung, was das Gedicht bedeuten kann.


Gedichtanalyse


Inhalt: Was geschieht?

Eine Frau ist nachts auf einer Straße unterwegs. Sie sucht offenbar Kunden für sexuelle Dienstleistungen.

Sie verdient bisher zu wenig Geld. Außerdem ist sie müde und friert. Ein Mann weckt ihre Hoffnung.

In Gedanken überlegt sie, wofür sie das Geld verwenden könnte: für Getränke, neue Schuhe oder einen freien Abend.

Doch dann erscheint Kitti. Die erwartete Begegnung kommt nicht zustande.

Hinweis: Das Gedicht nennt nicht alle Hintergründe. Wer „die Alte“ oder Kitti genau ist, bleibt offen.


Lyrisches Sprechen: Wer spricht?

Das Gedicht ist ein Rollengedicht. Eine weibliche Figur spricht fast durchgehend in der Ich-Form.

Beleg, Vers 1:

„Es ist schon spät. Ich muß verdienen.“

Du erfährst ihre Gedanken unmittelbar. Die Frau erzählt nicht ruhig im Rückblick. Ihre Aussagen wirken wie ein inneres Selbstgespräch.

Beleg, Vers 24:

„Er glotzt. Er winkt. Ich will schon bei ihm hingehn …“

Kurze Sätze zeigen ihre schnelle Wahrnehmung.

Deutung: Du erlebst die Unsicherheit und Hoffnung der Figur aus ihrer eigenen Sicht. Der Autor muss ihre Einschätzungen aber nicht teilen.


Form und Klang

Das Gedicht hat 36 Verse. Es arbeitet durchgehend mit aufeinanderfolgenden Reimpaaren, also Paarreimen.

Beispiel, Verse 3–4:

„Nicht einen Glücksgroschen wolln sie mir geben.

Es ist ein jämmerliches Leben.“

Die Wörter „geben“ und „Leben“ reimen sich.

Die Verse sind unterschiedlich lang. Ein gleichmäßiges Metrum lässt sich nicht durchgehend erkennen. Die Reime erinnern stellenweise an einen gesprochenen Liedtext.

Punkte, Gedankenstriche und Auslassungspunkte unterbrechen den Gedankenfluss.

Beleg, Vers 24:

„Er glotzt. Er winkt. Ich will schon bei ihm hingehn …“

Wirkung: Die kurzen Sätze wirken abgehackt. Die Auslassungspunkte lassen eine Erwartung offen.

Frage: Warum passt ein regelmäßiger Paarreim zu einer Stimme, die gleichzeitig unruhig wirkt?


Bildsprache und Vergleiche

Beleg, Vers 10:

„Ich laufe umher wie ein Stück Vieh –“

Das ist ein Vergleich. Die Sprecherin setzt ihre Lage mit der eines Tieres gleich.

Mögliche Wirkung: Der Vergleich zeigt, wie wenig menschliche Würde sie in ihrer Situation erlebt.

Beleg, Verse 21–22:

„Die Kerle kommen wie Fliegen

Ins Licht zu uns Ziegen …“

Die Männer werden mit Fliegen verglichen. Die Frauen bezeichnet die sprechende Figur selbst abwertend als Ziegen.

Mögliche Deutung: Die Bilder machen den Umgang zwischen den Menschen grob und entwürdigend. Sie können auch spöttisch wirken.

Ernst Ludwig Kirchner: Street, Berlin, 1913. Museum of Modern Art, New York. Gemeinfreies Werk, Wikimedia Commons.

Bildauftrag: Beschreibe zuerst zwei sichtbare Merkmale des Bildes. Vergleiche sie dann mit der Stimmung des Gedichts. Ein Gemälde ist kein Beweis dafür, was im Gedicht wirklich geschieht.


Ironie und Umgangssprache

Der Mann wird in Vers 23 als „Kavalier“ bezeichnet.

In Vers 24 steht dagegen:

„Er glotzt. Er winkt.“

Ein Kavalier soll höflich sein. Das Wort „glotzt“ wirkt jedoch grob.

Deutung: Der Gegensatz kann Ironie erzeugen. Die Sprecherin verwendet große Worte für eine wenig freundliche Situation.

Auch die derbe Umgangssprache passt zu ihrer unmittelbaren, emotionalen Rede.


Hoffnung und enttäuschender Schluss

Ab Vers 25 stellt sich die Frau eine bessere Zukunft vor.

Beleg, Vers 29:

„Oder ich kann neue Schuhe kaufen …“

Beleg, Verse 31–32:

„Oder … ich geh einmal nicht auf den Bummel hinaus.

Und ruhe mich von den Kerlen aus –“

Sie wünscht sich nicht nur Geld. Sie wünscht sich auch Erholung.

In den Versen 35–36 kommt die überraschende Wendung:

„Da kommt die Kitti an.

Und versaut den Mann.“

Deutungsmöglichkeit 1: Der Schluss wirkt komisch, weil eine große Hoffnung sehr schnell zusammenbricht.

Deutungsmöglichkeit 2: Der Schluss wirkt traurig, weil die Frau weiterhin in ihrer schwierigen Lage bleibt.

Beide Deutungen lassen sich mit dem Text begründen.


Moderne und Expressionismus

Der Expressionismus gehört zur literarischen Moderne. Besonders um 1910 bis in die 1920er-Jahre beschäftigten sich viele Künstlerinnen und Künstler mit Großstadt, Angst, Entfremdung und gesellschaftlichen Spannungen.

Auch dieses Gedicht zeigt eine harte Lebenswelt. Die Sprache ist direkt. Komik und Elend stehen nebeneinander.

Achtung: Nicht jedes Merkmal des Expressionismus kommt in jedem Gedicht vor. Die Zuordnung zur Epoche ersetzt keine Textanalyse.

Titelblatt von Alfred Lichtensteins Gedichtveröffentlichung Die Dämmerung, 1913. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.


Video: Literatur des Expressionismus

STARK erklärt – Literaturgeschichte: Expressionismus

Sehauftrag: Notiere zwei Merkmale des Expressionismus. Prüfe danach, ob sie auch in „Ärgerliches Mädchen“ vorkommen.


Animation: Berlin im Wandel

Die Animation zeigt die Entwicklung Berlins. Sie bietet Hintergrundwissen zur Stadtgeschichte.

Datei:Geschichte der Hauptstadt Berlin (CC BY-SA 4.0).webm

ZDF/Terra X, Geschichte der Hauptstadt Berlin, 2020. CC BY-SA 4.0. Vollständige Namensnennung im Quellenverzeichnis.

Auftrag: Welche Veränderungen können das Leben in einer Großstadt prägen? Verbinde eine Beobachtung mit einer Textstelle.


Kunstvergleich: Die Großstadt

Ernst Ludwig Kirchner: Potsdamer Platz, 1914. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Das Gemälde entstand etwa zur gleichen Zeit wie das Gedicht. Es zeigt eine expressionistische Sicht auf die Großstadt.

Vergleiche: Welche Wirkung haben die Figuren im Bild? Wie entsteht im Gedicht ein Gefühl von Distanz oder Unsicherheit?

Ernst Ludwig Kirchner: Frauen am Potsdamer Platz, Holzschnitt, 1914. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Transfer: Vergleiche die Wirkung des Holzschnitts mit dem Gemälde. Was verändert sich durch Linien und Kontraste?


Hörvergleich: Die Stadt als Klangraum

Straßengeräusche aus Berlin, aufgenommen 2026. SchlurcherBot, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Wichtig: Die Aufnahme ist modern. Sie zeigt nicht, wie eine Straße 1913 geklungen hat.

Hörauftrag: Höre kurz zu. Welche Geräusche hörst Du? Welche Geräusche beschreibt Lichtenstein tatsächlich? Trenne Deine eigenen Vorstellungen von überprüfbaren Textbelegen.


So schreibst Du eine Gedichtanalyse

Ein guter Analyseabsatz besteht aus drei Schritten:

  1. Beobachtung: Was fällt Dir am Text auf?
  2. Beleg: Welcher Vers zeigt das?
  3. Deutung: Welche Wirkung kann das haben?

Beispiel:

Die Sprecherin fühlt sich entwürdigt. In Vers 10 vergleicht sie sich mit einem „Stück Vieh“. Dieser Vergleich zeigt, wie hart sie ihre Situation erlebt.


Video: Gedichtanalyse schreiben

musstewissen Deutsch – Wie schreibe ich eine Gedichtanalyse?

Auftrag: Verwende die Methode aus dem Video für einen eigenen kurzen Absatz. Nutze einen überprüften Versbeleg.


Gestufte Hilfen

Hilfestufe Hilfe
Hilfe 1 – Leicht Frage Dich: Was passiert? Was fühlt die Sprecherin? Markiere ein passendes Wort.
Hilfe 2 – Standard Verbinde Deine Beobachtung mit einem genauen Verszitat. Erkläre seine Wirkung.
Hilfe 3 – Schwer Formuliere eine Deutung. Prüfe danach eine andere mögliche Erklärung.

Satzanfänge:

„In Vers ... beschreibt die Sprecherin ...“

„Das Wort ... wirkt ..., weil ...“

„Eine mögliche Deutung ist ..., dafür spricht ...“

„Andererseits könnte die Stelle auch ... bedeuten.“


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Lies die jeweils genannten Verse. Wähle die richtige Antwort.

Vers 1: „Es ist schon spät. Ich muß verdienen.“ Was ist die wichtigste Sorge der Sprecherin? (Sie braucht Geld) (!Sie sucht einen Dichter) (!Sie möchte verreisen) (!Sie wartet auf ihre Familie)




Vers 6: „Wirft mich die Alte hinaus.“ Welche Angst wird deutlich? (Die Sprecherin könnte ihre Unterkunft verlieren) (!Die Sprecherin hat ihre Schuhe verloren) (!Die Sprecherin möchte eine Reise machen) (!Die Sprecherin erwartet einen Brief)




Vers 8: „Ich bin todmüde und friere sehr.“ Was zeigt diese Aussage? (Körperliche Erschöpfung) (!Große Abenteuerlust) (!Sorgenfreien Reichtum) (!Vorfreude auf ein Fest)




Vers 10: „Ich laufe umher wie ein Stück Vieh –“ Welches Stilmittel wird verwendet? (Vergleich) (!Anapher) (!Personifikation) (!Rhetorische Frage)




Verse 15–16: Warum erscheint der Sprecherin ein älterer Mann günstig? (Sie erwartet von älteren Männern mehr Geld) (!Sie möchte seine Biografie hören) (!Sie kennt ihn aus ihrer Kindheit) (!Sie möchte mit ihm zur Schule gehen)




Vers 18: Was bedeutet das Wort „Kleddage“? (Kleidung) (!Kleingeld) (!Straßenlaterne) (!Unterkunft)




Verse 21–22: „Die Kerle kommen wie Fliegen / Ins Licht zu uns Ziegen …“ Was geschieht sprachlich? (Menschen werden mit Tieren verglichen) (!Die Sprecherin beschreibt echte Ziegen auf einer Wiese) (!Ein Bauernhof wird besucht) (!Die Sprecherin erzählt von einem Tierarzt)




Verse 23–24: Warum kann die Bezeichnung „Kavalier“ ironisch wirken? (Sein grobes Verhalten passt nicht zum höflichen Wort) (!Der Mann trägt einen Ritterhelm) (!Der Mann ist ausdrücklich ein König) (!Der Mann hält eine feierliche Rede)




Verse 29–32: Worauf hofft die Sprecherin unter anderem? (Auf neue Schuhe und einen Abend Ruhe) (!Auf eine Reise nach Amerika) (!Auf eine Einladung zum Studium) (!Auf eine Begegnung mit dem Autor)




Verse 35–36: Welche Wendung beendet das Gedicht? (Kitti erscheint und die Hoffnung der Sprecherin scheitert) (!Die Sprecherin findet einen Schatz) (!Der Mann schenkt ihr ein Haus) (!Die Sprecherin verlässt die Stadt)





Memory

Finde die zusammengehörenden Begriffe.

Ich-Form Innensicht der sprechenden Figur
Paarreim Zwei aufeinanderfolgende Reimverse
Kleddage Kleidung
Vergleich Stück Vieh
Kavalier Möglicherweise ironische Anrede
Kitti Überraschende Schlusswendung





Drag and Drop

Ordne den Abschnitten des Gedichts die passenden Inhalte zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Geldnot Zwang zum Verdienen
Körperliche Belastung Müdigkeit und Kälte
Erwartung Auftauchen eines möglichen Kunden
Wunschdenken Schuhe und Erholung
Enttäuschung Auftritt der Kitti





Kreuzworträtsel

LICHTENSTEIN Wie heißt der Nachname des Dichters?
PAARREIM Welche Reimform verbindet im Gedicht aufeinanderfolgende Verse?
KLEDDAGE Welches Wort verwendet die Sprecherin für Kleidung?
FLIEGEN Mit welchen Insekten vergleicht die Sprecherin die Männer?
KAVALIER Wie bezeichnet die Sprecherin den Mann in Vers dreiundzwanzig?
KITTI Wie heißt die am Schluss auftretende Person?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Alfred Lichtenstein gehört zur literarischen Epoche des

.
Das Gedicht wurde erstmals im Jahr

veröffentlicht.
Die Textausgabe auf Wikisource erschien ursprünglich im Jahr

.
Das Gedicht besitzt insgesamt

Verse.
Die sprechende Figur verwendet die

.
Der Text enthält viele

.
Die Sprecherin leidet unter ihrer

.
Mit dem Ausdruck Stück Vieh verwendet sie einen

.
Der Ausdruck Kleddage bedeutet

.
Die Bezeichnung Kavalier kann

verstanden werden.
Die Sprecherin träumt unter anderem von neuen

.
Der Auftritt von Kitti bewirkt eine

.




Offene Aufgaben

Wähle eine Kernaufgabe in Deinem Schwierigkeitsgrad. Die weiteren Aufgaben dienen als Vertiefung. Die drei Niveaustufen eignen sich für unterschiedliche Klassen und Lernstände.


Leicht – Klasse 9–10

  1. Kernaufgabe – Gefühle beschreiben: Schreibe sechs Sätze über die Gefühle der Sprecherin. Verwende zwei genaue Textstellen.
  2. Textbelege finden: Suche drei Verse zu Geldnot, Hoffnung und Enttäuschung. Erkläre sie mit eigenen Worten.
  3. Wortschatz erklären: Wähle vier schwierige Wörter und erkläre sie in einfacher Sprache.
  4. Schluss beschreiben: Schreibe vier Sätze darüber, warum die letzten beiden Verse überraschen.


Standard – Klasse 9–10 oder 11–13

  1. Kernaufgabe – Analyseabsatz: Schreibe einen Absatz von etwa 120 Wörtern. Untersuche die Bildsprache mit zwei genauen Verszitaten.
  2. Reime untersuchen: Finde drei Paarreime. Erkläre, wie sie mit der umgangssprachlichen Rede zusammenwirken.
  3. Perspektivwechsel: Schreibe einen kurzen inneren Monolog aus der Sicht von Kitti. Kennzeichne Deine Ergänzungen als erfunden.
  4. Bild und Gedicht vergleichen: Beschreibe Kirchners Gemälde und vergleiche zwei Merkmale mit dem Gedicht.


Schwer – Klasse 11–13

  1. Kernaufgabe – Deutung mit Gegenposition: Schreibe eine Interpretation von 250 Wörtern. Prüfe, wie soziale Not und Komik zusammenwirken. Nutze mindestens drei genaue Zitate.
  2. Fassungen vergleichen: Vergleiche den Erstdruck von 1913 mit dem Druck von 1919. Dokumentiere nur Unterschiede, die Du an beiden Quellen tatsächlich überprüfen kannst.
  3. Gesellschaftskritik untersuchen: Entwickle eine These über wirtschaftlichen Druck und menschliche Würde. Belege und begrenze Deine These.
  4. Epochenvergleich: Vergleiche dieses Gedicht mit einem weiteren expressionistischen Gedicht. Untersuche Perspektive, Sprache und Großstadtdarstellung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Bearbeite die Aufgaben schriftlich. Entscheidend ist die Begründung, nicht das bloße Wiedergeben von Fakten.

  1. Perspektive: Erkläre, wie die Ich-Form unser Mitgefühl für die Sprecherin beeinflusst. Verwende einen Textbeleg.
  2. Form und Wirkung: Untersuche, warum regelmäßige Paarreime mit unterschiedlich langen und teilweise abgehackten Sätzen verbunden werden.
  3. Deutungshypothese: Ist das Gedicht eher komisch oder traurig? Formuliere eine These und prüfe eine Gegenposition.
  4. Bildanalyse: Vergleiche eine expressionistische Straßenszene von Kirchner mit dem Gedicht. Erkläre auch die Grenzen des Vergleichs.
  5. Literarischer Kontext: Zeige an zwei konkreten Textstellen, warum eine Einordnung in den Expressionismus sinnvoll sein kann.
  6. Quellenkritik: Erkläre, warum eine moderne Worterklärung nicht als Originalzitat verwendet werden darf.


Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. Inhalt und Handlungsverlauf des Gedichts selbstständig erklärst.
  2. die sprechende Figur vom Autor unterscheidest.
  3. Verse korrekt zitierst und ihre Fundstellen angibst.
  4. Paarreime, Sprachrhythmus und Satzzeichen untersuchst.
  5. Vergleiche, Umgangssprache und Ironie in ihrer Wirkung erklärst.
  6. mindestens zwei Deutungsmöglichkeiten prüfen kannst.
  7. Quellfassung, Lesefassung, Übersetzung und Interpretation auseinanderhältst.
  8. den Text begründet in die literarische Moderne und den Expressionismus einordnest.


OERs zum Thema

Wikipedia: Alfred Lichtenstein

Zum Gedicht selbst ist die geprüfte Wikisource-Ausgabe die wichtigere Textquelle.

Weiterführende Texte und vorhandene Kurse:

  1. Ärgerliches Mädchen – vorhandene Gedichtseite auf MOOCwiki
  2. Ärgerliches Mädchen – Wikisource
  3. Ärgerliches Mädchen – Versbuch mit Drucknachweis
  4. Vorhandener aiMOOC zum literarischen Expressionismus
  5. Vorhandener aiMOOC zum künstlerischen Expressionismus
  6. Lyrik des Expressionismus – ZUM Unterrichten
  7. Duden – Worterklärung Kledage


Quellen, Medien und Lizenzen

Textgrundlage:

Alfred Lichtenstein: Ärgerliches Mädchen. Erstdruck in Die Aktion, 4. Oktober 1913, Spalten 946–947. Zitierte Textfassung: Gedichte und Geschichten, Band 1, München 1919, Seiten 39–40, nach der korrigierten Wikisource-Ausgabe.

Das Gedicht ist in Deutschland gemeinfrei. Die historischen Schreibweisen wurden in den Zitaten beibehalten.

Wikimedia Commons – Bildnachweise:

  1. Alfred Lichtenstein 1914.jpg: Fotograf unbekannt, 1914; gemeinfrei.
  2. Lichtenstein Die Aktion 40-1913.djvu: Alfred Lichtenstein, 1913, Quelle Staatsbibliothek zu Berlin; gemeinfrei.
  3. Berlin, Potsdamer Platz 1913: Fotograf unbekannt, 1913; gemeinfrei.
  4. Die Dämmerung – Titelblatt: Alfred Lichtenstein, 1913; gemeinfrei.
  5. Street, Berlin: Ernst Ludwig Kirchner, 1913; gemeinfrei.
  6. Potsdamer Platz: Ernst Ludwig Kirchner, 1914; gemeinfrei.
  7. Frauen am Potsdamer Platz: Ernst Ludwig Kirchner, Holzschnitt 1914; gemeinfrei.

Audio und Animation:

  1. Straßengeräusche Berlin: SchlurcherBot, 2026, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Unverändert eingebunden.
  2. Geschichte der Hauptstadt Berlin: ZDF/Terra X/Gruppe 5/Friedrich Scherer/Jörg Adams/Mathias Meyer/Faber Courtial, Jörg Courtial, 2020. CC BY-SA 4.0. Unverändert eingebunden.

YouTube-Videos:

  1. Literaturgeschichte: Expressionismus: STARK erklärt.
  2. Wie schreibe ich eine Gedichtanalyse?: musstewissen Deutsch / funk.

Die YouTube-Videos bleiben externe Angebote der jeweiligen Rechteinhaber. Aus ihrer Einbettung folgt keine freie Lizenz zur Weiterverwendung. Bei Aufruf können Daten an YouTube übertragen werden.

Medienprüfung: Die genannten Commons-Dateien wurden anhand ihrer Dateibeschreibungen und Lizenzangaben ausgewählt. Die Quellenlinks führen zu den jeweiligen Lizenz- und Urheberinformationen. Historische Bilder und moderne Medien werden nicht als direkte Darstellungen der Gedichthandlung ausgegeben.


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