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Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Bootsbauer - 3. Ausbildungsjahr

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Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Bootsbauer - 3. Ausbildungsjahr

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Einleitung

Du arbeitest im dritten Ausbildungsjahr zum Bootsbauer oder zur Bootsbauerin. In diesem vollständigen Jahresprojekt übernimmst du einen fiktiven, berufstypischen Auftrag: Eine Inspektionsklappe an einem Sportboot lässt an der Dichtfuge Wasser in einen darunterliegenden, im Beispiel trockenen Stauraum gelangen. Du klärst die Ursache, planst Maßnahmen, berechnest Material und Kosten, baust eine ungefährliche Modelllösung, prüfst deren Funktion und dokumentierst eine fachlich begründete Übergabe. Die tatsächliche Reparatur an einem Boot ist nicht Gegenstand einer eigenmächtigen Übung.

Lernziel: Du kannst einen Auftrag aus dem Bootsbau analysieren, unter Beachtung von Sicherheit und Nachhaltigkeit planen, begründet bearbeiten, mit messbaren Kriterien prüfen und nachvollziehbar dokumentieren. Du unterscheidest zwischen Beobachtung, Hypothese, Nachweis, Freigabe und noch offenen Risiken. Die gemeinsamen Kompetenzen werden durch Aufgaben der Fachrichtungen Neu-, Aus- und Umbau sowie Technik ergänzt. Wähle die Spezialisierung, die zu deinem betrieblichen Ausbildungsplan passt.

Geltungsbereich: Laut Ausbildungsordnung vom 8. Juni 2011 dauert die reguläre Ausbildung 42 Monate; sie umfasst gemeinsame Inhalte und die beiden genannten Fachrichtungen. Der BIBB-Berufseintrag beschreibt für Neu-, Aus- und Umbau unter anderem Reparaturplanung, Rumpf- und Decksarbeiten, Werkstoffverarbeitung und Qualitätssicherung. Die Fachrichtung Technik ergänzt die Diagnose und Instandhaltung technischer Bordsysteme. Maßgeblich sind immer der aktuelle betriebliche Ausbildungsplan, die zuständige Kammer, die geltenden Rechtsgrundlagen und der Landeslehrplan. Dieser Kurs ist kein amtlicher Ausbildungsnachweis, keine Prüfungszulassung und keine Freigabe für Arbeiten an realen Booten.


Berufsauftrag, Zuständigkeit und Kompetenzprofil


Die vollständige berufliche Handlung

Ein Kundenauftrag ist mehr als eine Reparatur. Fachlich zusammenhängend gehören Informieren, Planen, Entscheiden, Ausführen, Kontrollieren und Bewerten dazu. Die Auftragssituation beginnt mit dem Befund „Wasser am Stauraum“; sie endet erst, wenn der zulässige Arbeitsumfang, die Ergebnisse der Qualitätskontrolle und verbleibende Unsicherheiten transparent sind. Ein bloßes „sieht dicht aus“ ersetzt weder die Ursachenklärung noch einen dokumentierten Test. Bei Zweifeln an der Tragfähigkeit von Deck, Schott oder Verschraubungen muss die verantwortliche Fachkraft eine weitergehende Prüfung veranlassen.

Phase Fachliche Leitfrage Nachweis im Projekt
Informieren Wo, seit wann und unter welchen Bedingungen zeigt sich Feuchte? Anonymisierte Befundskizze und Fragenkatalog
Planen Welche Werkstoffe, Maße, Risiken und Kontrollen sind relevant? Zeichnung, Stückliste und Gefährdungsbeurteilung
Entscheiden Welche fachlich zulässige Maßnahme passt zur nachgewiesenen Ursache? Begründeter Variantenvergleich mit Freigabevermerk
Ausführen Stimmen Bauteile und Arbeitsschritte mit der freigegebenen Planung überein? Sichere Modellfertigung und Arbeitsjournal
Kontrollieren Welche definierten Sollwerte werden am Modell erreicht? Prüfblatt mit Messwerten und Abweichungen
Bewerten Was ist behoben, was bleibt offen, und was wäre am echten Boot noch nötig? Übergabebericht und Reflexion

Werkstattbeispiel: Arbeitsplätze, Materialbereitstellung und Teamabsprachen beeinflussen den Auftragsfluss. Bild: Abdulrahman Mohammed 44, CC BY-SA 4.0, Herkunft und Rechte im OER-Abschnitt.


Gemeinsame und spezialisierte Jahreskompetenzen

Gemeinsam übst du Zeichnungen lesen, messen, Verbindungstechniken beurteilen, Oberflächen und Dichtungen unterscheiden, Arbeitsplätze vorbereiten, Gefährdungen abklären, Werkstoffverluste vermeiden, Kunden sachlich informieren und Prüfergebnisse nachvollziehbar sichern. Im dritten Ausbildungsjahr werden diese Fertigkeiten an einem zusammenhängenden Auftrag auf höherem Niveau verknüpft.

Neu-, Aus- und Umbau: Du vergleichst Untergrund und Auflagefläche, beurteilst die Zugänglichkeit der Dichtfuge, erstellst eine Schablone und erkennst Anzeichen, bei denen ein Strukturfachmann eingeschaltet werden muss. Ein Riss im tragenden Laminat darf niemals als bloßer kosmetischer Kratzer eingestuft werden.

Technik: Du verfolgst den möglichen Feuchteweg zu elektrischen Komponenten, erstellst einen Lage- und Funktionsplan, dokumentierst die sichere Abschalt- und Prüfzuständigkeit und bearbeitest im Kurs ausschließlich eine spannungsfreie Zeichnung oder eine getrennte Kleinspannungs-Simulation. An realen Bordnetzen, Batterien und Ladeanlagen wird nur durch dafür befugte Personen nach Freigabe gearbeitet.


Schadensaufnahme, Kundenkommunikation und Sicherheitsentscheidung


Vom Symptom zur belastbaren Diagnose

Befund bedeutet eine nachvollziehbare Beobachtung, etwa „Papier unter der hinteren Klappenecke ist feucht“. Eine Ursachenhypothese könnte eine unterbrochene Dichtung sein; ebenso denkbar sind Kondenswasser, ein undichter benachbarter Beschlag, ein Ablaufproblem oder ein Riss im Untergrund. Eine Hypothese wird erst durch geeignete Prüfungen gestützt. Reihenfolge: Einsatzbedingungen erfragen, Bereich sicherstellen, Feuchteweg skizzieren, visuell untersuchen, betroffene Bauteile zuordnen, Prüfmethode mit der verantwortlichen Fachkraft vereinbaren. Ein Wassereintritt an elektrischen Komponenten, sichtbare Strukturbewegung oder unbekannte chemische Altbeschichtung ist ein Stopp-Signal.

Reparatur am Holzrumpf: Die Art des Untergrunds bestimmt die Schadensdiagnose und die zulässige Instandsetzung. Foto: Rémi Kaupp, CC BY-SA 3.0, Herkunft und Rechte im OER-Abschnitt.

Typischer Fehler: Eine feuchte Stelle wird ohne Ursachenanalyse vollständig überstrichen. Die Beschichtung kann die Feuchtigkeit einschließen, die Ursache bleibt bestehen und Schäden können sich ausweiten. Besser: Ort, Tiefe und Verlauf der Feuchte erfassen, Materialzustand beurteilen lassen und erst anschließend den Reparaturumfang festlegen.


Sachlich und datensparsam mit Kunden kommunizieren

Nutze für diesen Kurs ausschließlich erfundene Namen und Bauteilkennungen, beispielsweise „Auftrag M-03, Decksklappe A“. Frage nach Nutzung, Lagerung, aufgetretenem Wasser und bisherigen Eingriffen. Formuliere nicht „Das Boot ist wieder sicher“, wenn nur ein Modell geprüft wurde. Ein belastbarer Beispieltext lautet: „Wir haben die vermutete Dichtfuge als Prüfbereich eingegrenzt. Für das Modell liegt ein Maßnahmenplan vor; an Ihrem Fahrzeug wären vor einer tatsächlichen Freigabe zusätzliche technische Kontrollen durch zuständige Fachkräfte nötig.“

Der Informationsfluss ist ebenso wichtig wie der Materialfluss: Kundenanfrage → Auftragserfassung → Befund → Freigabe des Plans → Materialanforderung → Arbeitsdokumentation → Prüfbefund → Übergabe. Änderungen müssen mit Datum, Versionsnummer und verantwortlicher Freigabestelle dokumentiert werden. Nicht erforderliche Kontakt-, Foto- und Standortdaten gehören nicht in Lernplattformen; Gerätekennungen oder private Bootsfotos werden nur nach Berechtigung verarbeitet. Entwürfe im Kurs enthalten niemals echte Kunden- oder Betriebsdaten.


Arbeitsschutz, Umwelt und Zuständigkeiten

Bei der realen Bearbeitung von GFK, Altbeschichtungen, Holz und Harzsystemen sind Staub, Hautkontakt, Dämpfe, Brand- und Maschinengefahren zu beurteilen. Die DGUV Information 213-116, Oktober 2024 beschreibt Schutzmaßnahmen bei Epoxidharzsystemen und nennt für Nachbearbeitung im Bootsbau insbesondere abgesaugte Schleiftechnik. Vor Ort gelten die aktuelle Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung, Sicherheitsdatenblätter, die im Einzelfall einschlägigen Gefahrstoffregeln, Herstellerangaben, Jugend- und Arbeitsschutz sowie die Anordnungen der Aufsicht. Die Auswahl konkreter Handschuhe, Atemschutzmittel, Absauggeräte und Verfahren erfolgt nach der Gefährdung, nicht nach einem pauschalen Internetrezept.

Gefährliche praktische Tätigkeiten wie Harz/Härter ansetzen, schleifen, bohren, heben, an elektrischen Anlagen messen, Akkus abklemmen, unter Wasserlinie arbeiten oder eine tragende Verbindung reparieren finden nur unter befugter fachlicher Aufsicht und nach Freigabe statt. Sichere Praxisalternative: Vorgefertigte Modellplatte aus Karton oder Kunststoff, selbstklebendes Papierband statt Chemikalien, abgerundete Hilfsmittel, digitale Zeichnung und eine trockene virtuelle Schaltung. Für den unten beschriebenen Modell-Dichtigkeitstest gibt es nur wenig Wasser fern von elektrischen Komponenten.

Das Umweltbundesamt, aktualisiert Juli 2026 rät, die Notwendigkeit biozidhaltiger Antifouling-Produkte zu prüfen und umweltschonende Alternativen zu erwägen. Schleifstaub, Altanstriche, Harz- und Lösemittelreste dürfen nicht in Boden, Abfluss oder Gewässer gelangen. Prüfe für jeden realen Stoff die betriebliche Abfallzuordnung und geeignete Entsorgungswege. Im Modellauftrag fallen solche Gefahrstoffabfälle überhaupt nicht an.


Auftragsplanung, Werkstoffe und Informationsfluss


Werkstoff- und Verbindungsentscheidung

Die sichtbare Schicht eines GFK-Decks ist nicht gleichbedeutend mit seiner gesamten Tragstruktur: Gelcoat bezeichnet eine schützende, oft farbige Oberflächenschicht; Laminat ist der Verbund aus Fasern und Matrix. Dichtung bezeichnet ein Element, das ein unbeabsichtigtes Durchtreten von Wasser an der vorgesehenen Trennfuge verringern soll. Toleranz ist die zulässige Abweichung von einem vorab festgelegten Nennmaß. Ob eine Dichtung an einem realen Boot geeignet ist, hängt von Einbauort, Profil, Druck, Bewegung, Medienbeständigkeit und freigegebenen Herstellerangaben ab.

Boot mit Sperrholzrumpf und beschichtetem Gewebe: Holz, Faserverbund und Fügeverfahren müssen als zusammenhängendes System beurteilt werden. Foto: Susan Davis, CC BY-SA 3.0, Herkunft und Rechte im OER-Abschnitt.

Vergleiche vor einer Bestellung die Varianten „Dichtung ersetzen“, „Untergrund zuerst fachlich prüfen“ und „komplette Klappe nach Herstellerfreigabe tauschen“. Den Ausschlag geben Schadensursache, mechanische Funktion, Zugänglichkeit, Dokumentationslage, Wiederverwendbarkeit und Lebenszykluskosten. Kleben, Schrauben oder Laminieren sind keine austauschbaren Standardrezepte. Für den Unterricht verwendete Querschnittsskizzen sind ausdrücklich nicht maßgebliche Einbauzeichnungen.

Geprüfte Video-Demonstration 1 – Glasgewebe mit Epoxidharz aufbringen: Das deutschsprachige Anschauungsvideo von NautiCare zeigt einen Ablauf an einer Holzprobe. Achte auf den Unterschied zwischen Anschauung und eigener Arbeitsberechtigung; Mischungsverhältnisse und Aushärtezeiten gelten ausschließlich für das jeweils beschriebene Produkt.


Materialbereitstellung und digitale Dokumentation

Ordne Arbeitsschritte erst nach Freigabe: Istmaßaufnahme → technische Rückfragen → Stückliste mit Einheit und Verschnitt → Materialverfügbarkeit und Chargenprüfung → vorbereiteter Arbeitsplatz → erlaubte Modellfertigung → Zwischenkontrollen → Abschlussprüfung → Rückgabe/Entsorgung und Dokumentation. Eine digitale Tabelle enthält Materialnummer, Werkstoff, Menge, Einheit, Sollpreis, Verfügbarkeit und Verantwortlichkeit. In realen Betrieben ergänzen Chargennummer und Sicherheitsdatenblatt die Rückverfolgbarkeit, soweit für das Material erforderlich.

Häufiger Planungsfehler Mögliche Auswirkung Vorbeugender Nachweis
Millimeter mit Metern verwechselt Falsche Bestellmenge Rechenweg mit jeder Einheit
Montagefläche nicht auf Ebenheit geprüft Dichtung nur punktuell belastet Ebenheits- und Sichtprüfprotokoll
Werkstofffreigabe fehlt Ungeeignete chemische oder mechanische Verbindung Herstellernachweis und Freigabe
Verschnitt nicht ausgewiesen Material fehlt während der Arbeit Netto- und Bestellmenge getrennt
Änderungsstand nicht übernommen Falsche Bauteilvariante Revisionsfeld auf Plan und Stückliste

Digitalisierung: Eine versionierte Zeichnung und ein gemeinsames, berechtigungsbeschränktes Prüfblatt vermeiden Medienbrüche. Für den Kurs nutze ausschließlich erfundene Dateinamen wie „M03_Pruefblatt_V2“, keine personenbezogenen Daten und keine vertraulichen Werftunterlagen. Änderungen müssen später anhand eines Änderungsprotokolls rückverfolgbar sein.


Durchgerechneter Praxisfall: Inspektionsklappe im Modell


Auftragsdaten und Sicherheitsgrenze

Fiktiver Auftrag M-03: An einer nichttragenden Inspektionsklappe mit Außenmaß 420 mm × 280 mm gibt es eine vermutete Unterbrechung der umlaufenden Dichtung. Es liegt kein Nachweis vor, dass die Klappe eines echten Bootes wieder wasserdicht oder seetüchtig wäre. Ziel ist deshalb ein maßstabsgerechtes Demonstrationsmodell mit dokumentierter Dichtlinienführung, nachvollziehbarer Kalkulation und einem ungefährlichen, begrenzten Funktionstest. Verwendet werden eine vorgefertigte Kunststoff- oder Kartonplatte mit gerundeten Kanten, Papierdichtband und ein Auffangbehälter; ohne Spanabnahme, Harz, Klebstoffchemikalien und Bordelektrik.

Geplantes Arbeitsergebnis: eine beschriftete Modellplatte mit umlaufender Dichtlinie, Maßzeichnung, Materialstückliste, Arbeitsplan, kalkulierter Musterrechnung, nachvollziehbarem Prüfbogen und einer Übergabenotiz. Die Prüfanforderungen sind eigens für die Lehrsimulation festgelegt; sie sind keine Normwerte für den realen Bootsbau.


Rechenweg: Länge, Reserve, Fläche und Preis

1. Umlauflänge: Für ein Rechteck mit Breite 0,420 m und Höhe 0,280 m beträgt der Umfang U = 2 × (0,420 m + 0,280 m) = 1,400 m. Dies ist die theoretische Dichtlinienlänge ohne erforderliche Herstellerdetails an Stoßstellen oder Ecken.

2. Planungsreserve: Als reine Unterrichtsannahme werden 10 % für Schnitt- und Ausrichtverlust angesetzt: 1,400 m × 0,10 = 0,140 m. Der kalkulierte Bedarf ist 1,400 m + 0,140 m = 1,540 m. Angeboten wird im fiktiven Lagerbestand eine Rolle mit 1,600 m. Bestellmenge 1,600 m, rechnerischer Rest 0,060 m. Reale Dichtungsprofile, Stoßverbindungen und Mindestlängen sind nach Herstellerdaten zu wählen; eine Reserve ersetzt diese Angaben nicht.

3. Fläche: A = 0,420 m × 0,280 m = 0,1176 m². Das Ergebnis beschreibt die projizierte Rechtecksfläche; es ist nicht die benötigte Querschnittsfläche der Dichtung.

4. Material- und Stundenkalkulation: Alle Preise sind frei erfundene netto Unterrichtswerte und keine aktuellen Marktangebote.

Position Rechnung Nettowert
Papierdichtband für Modell 1,600 m × 4,50 €/m 7,20 €
Acht Modellbefestigungen 8 × 0,80 € 6,40 €
Verbrauchsmaterial und Beschriftung Pauschale 5,00 €
Kalkulatorische Arbeitszeit 4,0 h × 55,00 €/h 220,00 €
Gesamtsumme netto 7,20 € + 6,40 € + 5,00 € + 220,00 € 238,60 €
Beispiel-Umsatzsteuer 19 % 238,60 € × 0,19 = 45,334 €, kaufmännisch gerundet 45,33 €
Beispielsumme brutto 238,60 € + 45,33 € 283,93 €

Die Mehrwertsteuer ist hier eine explizite Rechenannahme für ein deutsches Beispiel; ob und welche Steuer im wirklichen Auftrag anzuwenden ist, muss die kaufmännisch zuständige Stelle klären. Ein unverbindlicher Kostenvoranschlag ist nicht die tatsächliche Schlussrechnung.

5. Technik-Transfer ohne reales Bordnetz: Eine fiktive Inspektionsleuchte mit 6 W Leistungsaufnahme an 12 V würde rechnerisch I = P / U = 6 W / 12 V = 0,5 A benötigen. Bei 1,5 Stunden entspricht das E = P × t = 6 W × 1,5 h = 9 Wh beziehungsweise idealisiert 9 Wh / 12 V = 0,75 Ah. Das ist eine Energierechnung, keine Aussage über Leitungsquerschnitte, Absicherung, Batterieauslegung oder Freigabe einer elektrischen Installation. Du zeichnest dafür lediglich ein Symbolschaltbild ohne Anschluss an eine Batterie.


Arbeitsplan mit Verantwortlichkeiten

Schritt Zeit Tätigkeit am sicheren Modell Qualitätsnachweis
1. Befund und Auftrag 35 min Auftrag lesen, Feuchteweg auf Zeichnung markieren, Annahmen von Beobachtungen trennen Abgezeichnete Befundskizze
2. Maß- und Materialplanung 45 min Istmaße an vorgefertigter Platte kontrollieren, Bandbedarf und Stückliste berechnen, Gefährdungen bewerten Rechenblatt und freigegebener Modellplan
3. Modellfertigung 100 min Papierdichtband von Hand entlang der markierten Linie aufbringen, vorgegebene Befestigungspunkte mit abgerundeten Hilfsmitteln darstellen Fotos oder Zeichnungen vor und nach der Arbeit
4. Qualität prüfen 35 min Maße, Dichtlinienkontinuität, Sitz und optionalen Wasserbeobachtungstest am spannungsfreien Modell prüfen Ausgefülltes Prüfprotokoll
5. Übergabe und Reflexion 25 min Materialrest erfassen, Fehler und offene Punkte mitteilen, Fachrichtungsvariante auswerten Übergabenotiz und Selbsteinschätzung
Gesamt 240 min 4,0 Stunden Modellauftrag Vollständige Modellakte

Lehrprüfplan mit vorab definierten Sollwerten: Außenlänge 420 mm und Außenbreite 280 mm, am Modell jeweils mit selbst gewählter Übungstoleranz ±2 mm; der Prüfbogen nennt Messmittel, gemessene Werte und Datum. Dichtlinie umlaufend ohne absichtliche Lücken oder geknickte Bandenden. Materialreste werden gezählt und fachgerecht im Modellkontext getrennt. Für einen ungefährlichen Anschauungstest kann die verantwortliche Lehrkraft höchstens 20 ml Wasser am Modellrand aufgeben und nach 5 Minuten prüfen, ob ein trockenes Indikatorpapier sichtbar feucht wurde; nutze eine geeignete wassergeschützte Auffangunterlage, keine elektrischen Geräte und keine Kundenbauteile. Ergebnis bestanden nur, wenn alle eigens gesetzten Modellkriterien nachvollziehbar erfüllt sind. Ein nasses Papier führt zu nicht bestanden und zu einer dokumentierten Ursachenanalyse, nicht zu einer verdeckten Nachbesserung.

Durchgerechnete Musterprüfung: Angenommene Messwerte 420,8 mm und 279,2 mm ergeben Abweichungen von +0,8 mm beziehungsweise −0,8 mm. Beide liegen im Übungsbereich von ±2 mm. Das Indikatorpapier bleibt beim Demonstrationstest trocken, die Dichtlinie ist optisch geschlossen, die Stückliste stimmt mit 1,60 m eingesetztem Band überein. Daraus folgt allein: Die selbst gesetzten Modellkriterien wurden erfüllt. Daraus folgt nicht, dass eine echte Decksklappe zulässig instand gesetzt, dauerhaft wasserdicht oder geprüft ist.


Fehleranalyse und fachrichtungsspezifische Ergänzung

Fehlerbild A: Papier wird nach 5 Minuten feucht. Prüfe zuerst, ob die Modellplatte plan liegt, ein Stoß offen geblieben ist oder die Auflage unterbrochen ist. Dokumentiere Hypothese, Beobachtung und Nachprüfung getrennt. Fehlerbild B: Die Außenmaße liegen außerhalb der Übungstoleranz. Prüfe Nullpunkt, Maßbezug, Ablesefehler und den Versionsstand der Zeichnung, bevor du das Modell veränderst. Fehlerbild C: Materialbedarf wurde mit 1,40 cm statt 1,40 m gebucht. Korrigiere die Einheit und vergleiche den Bedarf mit der verfügbaren Rolle.

Fachrichtung Neu-, Aus- und Umbau: Zeichne zusätzlich drei schematische Querschnitte für ebene, beschädigte und strukturell verdächtige Dichtauflagen. Lege für jeden Querschnitt dar, ob am realen Boot eine Fachfreigabe vor der Reparatur notwendig ist. Das Modell erhält keinerlei tragende Funktion.

Fachrichtung Technik: Erstelle ein getrenntes Blockschema „Stauraum – Leuchte – Schutzorgan – Batterie“ und erläutere, warum Wasserpfad, Isolierung und Freigabe vor einer echten Funktionsprüfung geklärt sein müssen. Die Rechenwerte der fiktiven Leuchte dürfen nicht als Auslegung eines realen Bordstromkreises verwendet werden.

Geprüfte Video-Demonstration 2 – Gelcoat-Reparatur: Eine deutschsprachige Fachvorführung von NautiCare veranschaulicht die Bearbeitung einer oberflächlichen Gelcoat-Beschädigung. Vergleiche die Oberflächenarbeit mit der grundlegenderen Prüfung einer undichten Dichtfuge; das Video ist keine Freigabe für chemische Arbeiten oder die Sanierung eines Strukturdefekts.


Qualitätssicherung, Übergabe und Jahresreflexion


Prüfen statt bloß behaupten

Qualität entsteht aus nachvollziehbaren Soll-Kriterien und Ist-Nachweisen. Für jedes Merkmal dokumentierst du Prüfmethode, Messmittel, Messwert/Beobachtung, Bewertung und etwaige Korrektur. Eine Abweichung ist kein persönliches Scheitern, sondern ein bearbeitbarer Befund. Eine unklare Ursache führt zu einem Sperrvermerk und fachlicher Rücksprache. Technische Arbeiten am Originalboot müssen entsprechend den freigegebenen Herstellervorgaben, einschlägigen Normen und betrieblichen Prüfplänen beurteilt werden; die Lehrsimulation ersetzt diese nicht.

Batteriehauptschalter in einer Segelyacht als Beispiel für die berufsbezogene Systemperspektive. Foto: PaterMcFly, CC BY 4.0, Herkunft und Rechte im OER-Abschnitt. Die Abbildung ist keine Aufforderung zum Bedienen einer fremden Anlage.

Prüfblatt M-03, Muster: Nennmaß 420 × 280 mm; Istmaß 420,8 × 279,2 mm; Übungsgrenze ±2 mm; Bandlänge 1,60 m; Dichtlinie vollständig; Indikatorpapier trocken; Modellprüfung bestanden; keine Aussage zur Gebrauchstauglichkeit am Boot. Das Arbeitsjournal verweist auf Zeichnung V2, Materialliste V2 und Prüfblatt V2. Ein bloßes Foto ersetzt keine Messwerte.


Bewertungsraster für den Kompetenzcheck

Die Lehrkraft oder ausbildende Fachperson bewertet die folgenden didaktischen Kriterien, nicht eine amtliche Prüfungsleistung. Insgesamt sind maximal 100 Punkte erreichbar. Sicherheit ist ein verpflichtendes Freigabetor: Bei unzulässiger Gefährdung, heimlicher Arbeit am Original oder Nutzung echter vertraulicher Daten ist die Durchführung unabhängig von der Punktzahl zu stoppen und fachlich aufzuarbeiten.

Kriterium Maximalpunkte Prüffähiger Beleg
Auftragsklärung und sachliche Kundenkommunikation 15 Eindeutige Fragestellung, begrenzter Leistungsumfang, keine falsche Freigabe
Diagnose, Gefährdung und Zuständigkeit 15 Beobachtung/Hypothese getrennt, Stopp-Signale, sichere Alternative
Arbeitsplan sowie Material- und Informationsfluss 20 Logische Reihenfolge, Versionen, Verantwortlichkeiten, vollständige Stückliste
Fachrechnen und Kostenübersicht 15 Formeln, Einheiten, nachvollziehbare Rundung, Plausibilitätskontrolle
Modellfertigung und Qualitätssicherung 15 Maßhaltigkeit, vollständige Dichtlinie, reproduzierbare Prüfergebnisse
Dokumentation und Übergabe 10 Prüfblatt, offengelegte Grenzen, Restpunkte, Datenschutz
Fehleranalyse, Nachhaltigkeit und fachlicher Transfer 10 Ursachenprüfung, Abfallvermeidung, Spezialisierungsaufgabe, Reflexion
Gesamt 100 Keine behördliche oder kammerbezogene Prüfungsentscheidung

Feedbackregel: Die Bewertenden markieren je Kriterium konkret erfüllte Nachweise und fehlende Evidenz. Beispiel: „Die Umfangsrechnung ist richtig, aber die Mengeneinheit fehlt in der Bestellung; ergänze Einheit und Revisionsstand.“ Vermeide pauschale Rückmeldungen wie „zu ungenau“. Die lernende Person vermerkt eine Korrekturmaßnahme samt erneuter Prüfung.


Übergabe, Umweltbilanz und Reflexion

Die Übergabe unterscheidet zwischen freigegebenem Modell, offenen Prüfungen am Original, Mehrbedarf und Empfehlungen. Zur Nachhaltigkeitsbilanz gehören tatsächlich bestellte und gebrauchte Meter Dichtband, Rest- und Ausschussmengen, wiederverwendbare Hilfsmittel, Verpackung, Transportaufwand und vermiedene Gefahrstoffe. Ein kleiner Materialrest ist nicht automatisch vermeidbarer Abfall; bewerte, ob er fachlich sinnvoll lagerbar ist. Dokumentiere im Jahresrückblick außerdem, welche Fähigkeiten aus dem gemeinsamen Teil und aus deiner betrieblichen Fachrichtung neu kombiniert wurden.

Geprüfte Video-Demonstration 3 – Zweikomponenten-Kleber: Die deutschsprachige Anleitung von NautiCare veranschaulicht eine produktbezogene Verarbeitung. Vergleiche den dokumentierten Materialfluss mit der Modellalternative ohne Chemikalien. Betrachte das Video als herstellerbezogenes Anschauungsmaterial und niemals als Ersatz für Unterweisung, Produktdatenblatt und Sicherheitsentscheidung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Prüfe dein Fachwissen

Wähle je eine fachlich richtige Antwort. Die Rückmeldung der Lernplattform dient zur Selbstkontrolle; die Aufgaben behandeln berufliche Entscheidungen, Messwerte und Nachweise.

Was ist beim Verdacht auf Wasserzutritt neben einem Bordsystem der erste fachlich verantwortbare Schritt? (Bereich sichern und die Gefährdung mit der zuständigen Fachkraft abklären) (!!Mit dem Bordnetz einen Funktionstest durchführen) (!Die betroffene Stelle sofort ohne Prüfung überlackieren) (!Den Kunden über eine bereits bestätigte Dichtheit informieren)




Wodurch unterscheidet sich eine Ursachenhypothese von einem Befund? (Eine Hypothese erklärt einen möglichen Zusammenhang und muss geprüft werden) (!Ein Befund ist immer die endgültige Ursache) (!Eine Hypothese ersetzt eine Messung) (!Eine Hypothese ist bereits eine Reparaturfreigabe)




Wie groß ist der Umfang einer rechteckigen Modellklappe mit 500 mm Länge und 300 mm Breite? (1,60 m) (!0,80 m) (!1,50 m) (!160 m)




Welche Bestelllänge ergibt sich aus 2,00 m Nettobedarf und 15 Prozent Planungsreserve? (2,30 m) (!2,15 m) (!2,00 m) (!3,00 m)




Was ist ein angemessener Umgang mit einer unerklärten Abweichung der Dichtlinienprüfung? (Abweichung dokumentieren und vor Freigabe die Ursache klären) (!Den Messwert nachträglich an den Sollwert anpassen) (!Die Prüfung streichen und die Klappe übergeben) (!Nur die Fotodatei umbenennen)




Welche Information ermöglicht bei einer relevanten Materialcharge Rückverfolgbarkeit? (Materialkennung mit Charge und dokumentierter Entnahme) (!Nur die Farbe des Kartons) (!Der Vorname einer unbeteiligten Person) (!Die Reihenfolge der Werkstattpausen)




Welche Bewertung ist nach einem bestandenen Wasserbeobachtungstest am Unterrichtsmodell zulässig? (Die eigens definierten Modellkriterien wurden in diesem Versuch erreicht) (!Die reale Decksklappe ist unbegrenzt seetüchtig) (!Das gesamte Originalboot wurde amtlich geprüft) (!Die elektrische Bordinstallation ist automatisch sicher)




Welcher Umgang mit Epoxidharz-Schleifstaub passt zu der einschlägigen DGUV-Information? (Erforderliche Schutzmaßnahmen beurteilen und geeignete Absaugung nutzen) (!Staub zur besseren Sicht frei im Raum verteilen) (!Auf eine Gefährdungsbeurteilung grundsätzlich verzichten) (!Werkstücke ohne jegliche Schutzmaßnahme trocken abschleifen)




Welche Leistung ergibt sich bei 12 V Spannung und 0,25 A Strom im vereinfachten Gleichstrommodell? (3 W) (!48 W) (!0,25 W) (!12,25 W)




Was muss bei einer Erweiterung des Auftrags vor der Ausführung geklärt werden? (Geänderter Umfang, Kosten, Risiken und erforderliche Freigaben) (!Nur ein neuer Dateiname ohne Rücksprache) (!Die Streichung sämtlicher Qualitätskriterien) (!Eine rückwirkend erfundene Zustimmung)





Memory

Ordne die sechs eindeutigen Fachbegriffe ihren Definitionen zu.

Auftragsgrenze Dokumentierter Umfang, der nicht ohne Freigabe erweitert wird
Schadenshypothese Fachlich begründete, noch zu prüfende Erklärung eines Befundes
Maßtoleranz Vorab festgelegter zulässiger Bereich einer Maßabweichung
Chargennachweis Zuordnung eines verwendeten Werkstoffs zu einer Herstellungscharge
Sperrvermerk Kennzeichnung eines ungeklärten Zustands ohne weitere Freigabe
Übergabebericht Dokumentation von Ergebnissen, Einschränkungen und Restpunkten





Drag-and-drop

Ordne jedem Begriff seine passende Funktion im beruflichen Auftrag zu.

Passenden Fachbegriff zuordnen Fachliche Funktion
Befundskizze Verortet beobachtete Schadensmerkmale ohne personenbezogene Angaben
Stückliste Ordnet geplante Mengen und Einheiten den Materialpositionen zu
Revisionsstand Zeigt die freigegebene Fassung eines Dokuments an
Soll-Ist-Vergleich Bewertet gemessene Ergebnisse anhand zuvor festgelegter Kriterien
Restpunkteliste Hält noch offene Prüfungen und Zuständigkeiten für die Übergabe fest





Kreuzwort

Trage die sechs Fachwörter als jeweils ein zusammenhängendes Wort ein.

Leckage Ungewollter Austritt oder Eintritt einer Flüssigkeit durch eine undichte Stelle
Dichtung Bauteil oder Element zur Begrenzung unerwünschten Flüssigkeitsdurchtritts an einer Fuge
Toleranz Festgelegter zulässiger Bereich einer Maßabweichung
Protokoll Schriftlicher Nachweis von Messungen und Beobachtungen
Freigabe Dokumentierte Erlaubnis durch die zuständige Stelle
Verschnitt Bei der Bearbeitung anfallender Materialrest durch Zuschnitt





LearningApps

Suche ergänzende Zuordnungsübungen zum Thema. Der folgende Verweis ist eine LearningApps-Suche und keine Behauptung, dass dort eine bestimmte Anwendung geprüft oder offiziell anerkannt wurde.


Lückentext

Ergänze die zentralen Fachbegriffe zu einer sachgerechten Auftragsbearbeitung; pro Satz fehlt genau ein Wort.

Ergänze die berufstypischen Aussagen.
Eine nachvollziehbare Beobachtung am Bauteil bezeichnet man als

.
Die noch zu prüfende Erklärung für den Wassereintritt nennt man

.
Die umlaufende Länge eines Rechtecks ist sein

.
Der zulässige Bereich einer Messabweichung heißt

.
Die geplanten Werkstoffe und Stückzahlen stehen in der

.
Eine dokumentierte Prüfung mit Sollwerten und Istwerten liefert einen

.
Bei ungeklärter sicherheitsrelevanter Abweichung fehlt die

.
Die schriftliche Darstellung von Ergebnissen und Restpunkten gehört zur

.




Offene Aufgaben

Bearbeite die zwölf Aufträge in der angegebenen Schwierigkeit. Nutze nur künstliche Beispieldaten und sichere Modelle oder Simulationen. Für jede echte Werfttätigkeit entscheidet die befugte Betreuung über Durchführung, Schutzmaßnahmen und Freigabe.


Leicht

  1. Schadensaufnahme: Markiere in einer schematischen Deckskizze drei denkbare Wege für Wasser zur Inspektionsklappe und unterscheide Sichtbefund von Vermutung.
  2. Kundenkommunikation: Formuliere fünf sachliche Rückfragen zum fiktiven Wassereintritt und eine datensparsame Auftragsbestätigung.
  3. Fachrechnen: Berechne den Umfang einer Modellklappe mit 350 mm und 250 mm Seitenlänge, kennzeichne alle Einheiten und führe eine Plausibilitätsprüfung aus.
  4. Arbeitsschutz: Erstelle zu Schleifstaub, Harz und Bordstrom jeweils eine sichere Modell- oder Simulationsalternative mit Begründung.


Standard

  1. Arbeitsvorbereitung: Plane die fünf Phasen des Modellauftrags mit Zeiten, Freigabepunkten und nachvollziehbaren Zwischenkontrollen.
  2. Materialwirtschaft: Entwickle eine fiktive Stückliste mit Nettobedarf, Planungsreserve, Bestellmaß und Verschnitt für zwei unterschiedliche Dichtungsprofile.
  3. Qualitätssicherung: Entwirf ein Prüfblatt mit Maßbezug, Toleranz, Beobachtungskriterium, Ergebnis und Sperrvermerk; wende es am sicheren Modell an.
  4. Fehleranalyse: Vergleiche bei einem nassen Indikatorpapier mindestens drei plausible Ursachen und erläutere geeignete gefahrlose Nachprüfungen.


Schwer

  1. Reparaturplanung: Vergleiche für Neu-, Aus- und Umbau drei Reparaturvarianten an einer schematisch beschädigten Deckauflage und benenne die Grenzen eigener Zuständigkeit.
  2. Bordelektrik: Stelle für Technik einen fiktiven Leuchtenstromkreis als spannungsfreie Simulation dar, berechne Leistung und Energiebedarf und begründe die notwendigen fachlichen Freigabeschritte am Original.
  3. Ressourceneffizienz: Erstelle eine Variantenrechnung mit Materialrest, Nacharbeitsrisiko, Kosten und Umweltwirkungen; trenne belegte Daten von Annahmen.
  4. Kundenauftrag: Präsentiere eine vollständige anonymisierte Modellauftragsakte mit Änderungsprotokoll, Prüfblatt, bewertetem Ergebnis und einer fachlich begrenzten Übergabeempfehlung.




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Lernkontrolle

  1. Auftragsanalyse: Du erhältst zwei widersprüchliche Befundmeldungen zur gleichen Klappe. Welche zusätzlichen Beobachtungen benötigst du, und wie vermeidest du eine voreilige Reparaturfestlegung?
  2. Materialberechnung: Für eine Klappe von 0,55 m × 0,34 m soll eine hypothetische Reserve von 12 % kalkuliert werden. Weise Umfang, Nettomenge, Zuschlag, Bestellentscheidung und Einheiten vollständig nach.
  3. Risikoabwägung: Ein Vorschlag sieht das trockene Abschleifen unbekannter Altbeschichtungen durch eine nicht unterwiesene Person vor. Welche Entscheidung triffst du, welche Informationen forderst du an und welche sichere Alternative stellst du bereit?
  4. Maßprüfung: In einem Lehrprüfplan stehen 400 mm ±1 mm; gemessen werden 398,6 mm. Beurteile die Abweichung und skizziere einen fachlich nachvollziehbaren Korrektur- und Prüfpfad.
  5. Fachrichtungstransfer: Zeige, wie sich eine undichte Decksöffnung in der Fachrichtung Neu-, Aus- und Umbau anders bearbeiten lässt als in der Fachrichtung Technik, ohne gemeinsame Auftrags- und Sicherheitsstandards aufzugeben.
  6. Abnahme: Ein Kunde verlangt sofort die Aussage „vollständig wasserdicht“, nachdem nur das Modell geprüft wurde. Formuliere einen wahrheitsgemäßen Übergabetext mit Soll-Nachweisen und offenem Prüfumfang.
  7. Wirtschaftlichkeit: Vergleiche zwei zulässige Modellvarianten anhand von Zeit, Materialeinsatz und Nacharbeitsbedarf. Erkläre, warum das günstigere Material nicht immer zu den geringeren Gesamtkosten führt.




Lernnachweis

Abzugebende Projektmappe „M-03 – Kompetenzcheck, drittes Ausbildungsjahr“: Ein zusammenhängendes Dokument, vorzugsweise als datensparsame PDF-Ausgabe aus selbst erstellten Unterlagen, mit den folgenden nachvollziehbaren Nachweisen.

  1. Auftragskarte: fiktive Ausgangslage, Kundenfragen, Leistungsabgrenzung und dokumentierte Zuständigkeiten.
  2. Fachliche Diagnose: beschriftete Befundskizze, mindestens zwei alternative Ursachen und begründete Sicherheitsentscheidung.
  3. Planungsstand: bemaßte Zeichnung, Material- und Informationsfluss, Versionierung, Arbeitsplan und Mengenberechnung.
  4. Modellergebnis: vorgefertigte, unkritische Lehrplatte mit gekennzeichneter Dichtlinie oder eine gleichwertige vollständig digitale 2D-/3D-Simulation.
  5. Qualitätsakte: Sollwerte, Istmessungen, optionales ungefährliches Indikatorergebnis, Abweichungs- und Korrekturprotokoll.
  6. Fachrichtungsnachweis: Querschnittsdiagnose für Neu-, Aus- und Umbau oder spannungsfreies Blockschema und Energierechnung für Technik.
  7. Kundenübergabe und Reflexion: klare Aussage zur begrenzten Aussagekraft des Modells, Restpunkte, umweltbezogene Bilanz und konkrete fachliche nächste Schritte.

Lernnachweis-Kriterium: Die Mappe muss so verständlich sein, dass eine andere fachkundige Person die Annahmen, Rechnungen, Abläufe und Modellprüfungen nachvollziehen kann. Lege die oben dargestellte 100-Punkte-Rubrik bei; eine mögliche Selbsteinschätzung ersetzt nicht das fachliche Feedback. Bei fehlender Sicherheitseinweisung ist die reale Ausführung ausgeschlossen. Nutze nur erdachte Kundenangaben und selbst erzeugte, datenschutzkonforme Modelldokumente.




OER und Wikipedia

Berufliche und rechtliche Primärquellen, geprüft für diesen Kurs:

Bildnachweise und Lizenzen – geprüfte Commons-Dateiseiten, in diesem Kurs unverändert eingebunden:

Originaldatei Bildquelle Urheber Lizenz und Lizenzbeleg
File:Boat Manufacturing Workshop.jpg Wikimedia Commons Abdulrahman Mohammed 44 CC BY-SA 4.0
File:Wooden hull being repaired.jpg Wikimedia Commons Rémi Kaupp CC BY-SA 3.0
File:Sheet plywood boat under construction.jpg Wikimedia Commons Susan Davis CC BY-SA 3.0
File:Main battery switches in a sailboat.jpg Wikimedia Commons PaterMcFly CC BY 4.0

Fachvideos und Nutzungshinweis: Glasgewebe aufbringen, Gelcoat-Reparatur und Klebeharz verarbeiten sind deutschsprachige Videodemonstrationen von NautiCare, jeweils mit auf der Anbieterwebseite nachgewiesener YouTube-Einbettung. Urheber/Anbieter: NautiCare; keine geprüfte offene Nachnutzungslizenz. Es werden ausschließlich die Original-Video-Embeds verwendet, keine Videos kopiert oder als OER deklariert. Produkte und Beispiele sind keine allgemeingültigen Verarbeitungs- oder Sicherheitsfreigaben. Die jeweiligen Videolinks und Einbettungen wurden über die zugehörigen Anbieter-Seiten geprüft; eine unabhängige Überprüfung jeder gesprochenen Aussage ist damit nicht verbunden.



Verknüpfte Lernbereiche

Der Projektauftrag verbindet Bootsbau, Technisches Zeichnen, Fachrechnen, Werkstoffkunde, Faserverbundwerkstoff, Arbeitssicherheit, Qualitätssicherung, Kundenkommunikation, Umweltschutz und Digitalisierung. Die entsprechenden schulischen Lernfelder und betrieblichen Tätigkeiten sind mit der betreuenden Lehrkraft und zuständigen Ausbilderin oder dem Ausbilder abzugleichen.


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