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Ressourcen schonen im Arbeitsprozess - Elektroniker für Gebäudesystemintegration - 2. Ausbildungsjahr

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Ressourcen schonen im Arbeitsprozess - Elektroniker für Gebäudesystemintegration - 2. Ausbildungsjahr

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Einleitung

Wie kannst du bei einem Gebäudeautomationsauftrag Energie, Material, Arbeitszeit und Datenressourcen sparen, ohne Sicherheit, Beleuchtungsqualität oder Zuverlässigkeit zu verschlechtern? Dieser vollständige aiMOOC führt dich von der Bedarfsanalyse über die nachhaltige Planung bis zu Funktionsprüfung und Übergabedokumentation. Du arbeitest in der Rolle einer oder eines Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr des Berufs Elektroniker/-in für Gebäudesystemintegration. Du lernst, Verbrauchswerte kritisch zu bewerten, Sensoren und Aktoren sinnvoll einzusetzen, Abfall zu vermeiden und einen echten Nutzen durch Messungen nachzuweisen.

Kompetenzziel: Du analysierst einen anonymisierten Auftrag zur Beleuchtungssteuerung, planst mehrere Varianten, berechnest ihren Energie- und Kostenaufwand, führst einen ungefährlichen Modelltest aus und dokumentierst eine fachlich begründete Empfehlung. Dabei hältst du die Grenzen deiner Qualifikation ein. Netzspannungsarbeiten, Messungen in geöffneten Verteilungen und die Inbetriebnahme realer Installationen sind ausschließlich Aufgaben befugter Fachkräfte beziehungsweise erfolgen unter deren Leitung und Aufsicht.

Einordnung: Die seit 2021 bestehende Gebäudesystemintegratorausbildungsverordnung nennt Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie die digitalisierte Arbeitswelt ausdrücklich als während der Ausbildung zu vermittelnde Kompetenzen. Für die betriebliche Umsetzung sind der individuelle Ausbildungsplan, die zuständige Handwerkskammer, der Landeslehrplan, die örtlichen Bedingungen und der tatsächlich aktuelle Stand der Regeln maßgeblich. Dieser Kurs ist keine amtliche Prüfung oder Berufsqualifikation. Berufsprofil des BIBB · GSIAusbV.


Ressourcen verstehen und einen Auftrag analysieren


Welche Ressourcen sind gemeint?

Energie umfasst Betriebsstrom der Beleuchtung, Heizung, Lüftung und Kommunikationstechnik sowie zusätzliche Hilfsenergie von Steuergeräten. Material umfasst Leitungen, Sensoren, Aktoren, Gehäuse, Befestigungsmittel und Verpackungen. Zeit umfasst Anfahrt, Planung, Montage, Parametrierung, Fehlersuche und Nacharbeiten. Daten benötigen Speicher, Verarbeitung, Übertragung und Sicherung; unnötige personenbezogene Aufzeichnungen können zudem Datenschutzrisiken verursachen. Betriebsmittel wie Messgeräte, Akkus und Werkzeuge sollen lange nutzbar, sicher geprüft und reparierbar sein.

Ein Ressourcenvergleich muss die Lebensdauer eines Produkts berücksichtigen. Eine scheinbar sparsame neue Komponente kann durch Herstellung, Transport, Ersatzbedarf und Standby-Leistung insgesamt ungünstiger sein als die Weiterverwendung vorhandener, sicherer Technik. Umgekehrt kann eine zielgerichtete Nachrüstung dauerhaft Strom einsparen. Die fachliche Frage lautet deshalb nicht „Was ist neu?“, sondern „Welche Variante erfüllt die festgelegte Funktion mit geringem Gesamtaufwand?“

Lebenszyklusgedanke: Bedarf klären → Bestand prüfen → wiederverwenden oder beschaffen → materialarm installieren → energieeffizient betreiben → warten und reparieren → getrennt zurückgeben. Eine vollständige Lebenszyklusanalyse erfordert belastbare Produkt- und Herstellungsdaten; hier nutzen wir eine transparente vereinfachte Nutzungsphasenrechnung und kennzeichnen nicht quantifizierte Umweltwirkungen.


Vom Kundenwunsch zu prüfbaren Anforderungen

Beispiel: Ein fiktives Schulungsbüro ist während der Arbeitszeit häufig leer. Die vorhandenen zwölf LED-Leuchten sollen erhalten bleiben. Die Beleuchtung soll bei Nutzung sicher und ausreichend hell sein und außerhalb der Nutzung weniger Strom verbrauchen. Aus diesem Wunsch erstellst du eine Anforderungsliste mit Nutzung, Beleuchtungsfunktion, Bedienbarkeit, zulässigen Ausfallzuständen, Datenschutz, Budget, Wartung und Prüfkriterien. Begriffe: Ist-Zustand = gemessener oder plausibel ermittelter Ausgangszustand; Soll-Zustand = vereinbartes Ziel; Systemgrenze = Geräte, Zeiten und Verbräuche, die in den Vergleich eingehen.

Die wichtigste Unterscheidung lautet: Eine Annahme ist noch keine Messung. „Sechs Stunden Lichtnutzung täglich“ ist zunächst ein Planszenario. Ob diese Betriebsdauer erreichbar ist, muss nach Installation anhand geeigneter, möglichst aggregierter Betriebsdaten nachgewiesen werden. Die Anzeige eines Stromzählers kann beispielsweise ein Anfangs- und Endwert für eine festgelegte Messperiode liefern.

Digitaler Stromzähler als Beispiel für die Erfassung von Verbrauchsdaten; nicht mit einem geeichten Nachweis für jede spezielle Anlage gleichsetzen. Foto: Aliva Sahoo, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.


Kennzahlen nachvollziehbar bilden

Elektrische Leistung wird in Watt (W), Energie in Wattstunden (Wh) oder Kilowattstunden (kWh) angegeben. Für konstante Leistung gilt: Energie E = Leistung P in kW × Zeit t in h. Dabei entsprechen 1.000 W einem kW und 1.000 Wh einer kWh. Bei wechselnden Leistungswerten musst du die Teilverbräuche aufsummieren oder geeignete Energiezähler verwenden. Eine Stromrechnung weist meist Energie und weitere Preisbestandteile aus; für Szenarien rechnen wir mit einem ausdrücklich angenommenen Arbeitspreis.

Typische Fehler: Watt mit Kilowattstunden verwechseln; die Standby-Leistung von Automationskomponenten vergessen; Tagesverbrauch und Jahresverbrauch vertauschen; Anwesenheit mit Beleuchtungsbedarf gleichsetzen; geschätzte Werte als reale Einsparung darstellen; die fehlende Lichtqualität nicht prüfen. Quellen zu grundlegender Energieeffizienz und Gebäudeautomation: DIN EN ISO 52120-1:2025-02 – Überblick und Gebäudeautomation.


Verbrauch durch intelligente Gebäudesysteme senken


Sensorik, Logik, Aktorik und Rückmeldung

Ein Sensor erfasst etwa Anwesenheit oder Beleuchtungsstärke. Eine Steuerungslogik verarbeitet diese Angaben und einen Zeitplan. Ein Aktor führt den Schalt- oder Dimmbefehl aus. Ein Rückmeldewert kann den Zustand oder den Verbrauch zur Kontrolle bereitstellen. Bei einer einfachen Beleuchtungsautomation lautet die Funktionskette: Präsenz erkannt und Tageslicht nicht ausreichend → Licht einschalten; keine Präsenz nach geeigneter Nachlaufzeit → Licht ausschalten. Ein Helligkeitssensor kann künstliches Licht bei ausreichendem Tageslicht reduzieren. Das ist kein Automatismus für beliebige Räume: Nutzungsart, Sehaufgabe, Arbeitsstättenanforderungen, Fluchtwege und Bedienung durch Menschen sind wichtiger als maximale Einsparung.

KNX ist ein offenes System zur Gebäudeautomation; DALI ist eine digitale Schnittstelle für Beleuchtungssteuerung. Für neue Lösungen prüfst du die Kompatibilität der Leuchten, Treiber, Schnittstellen, Herstellergeräte und vorgesehenen Softwareversionen. Wo geeignete Komponenten bereits vorhanden sind, kann eine Parametrierung nachhaltiger sein als zusätzliche Hardware. Auch ein Präsenzmelder braucht möglicherweise Energie; seine Eigenleistung gehört in die Bilanz.

Beispiel eines Bewegungsmelders. Ob er als Präsenzmelder in einem bestimmten Raum ausreicht, muss anhand des Erfassungsbereichs und der Anwendung geprüft werden. Foto: Raimond Spekking, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.


Energieeffizienz ist nicht gleich Funktionsqualität

Im Unterricht unterscheidest du Effizienz (gleiche Nutzfunktion mit weniger Ressourceneinsatz) von Suffizienz (unnötige Nutzung vermeiden) und Konsistenz (materialverträgliche, kreislauffähige Technik wählen). Eine Abschaltung spart Energie, ist aber fehlerhaft, wenn die Beleuchtung dadurch für die Arbeit unzureichend wird. Die DIN EN 12464-1:2021-11 behandelt die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen; konkrete Anforderungen werden nicht aus diesem Kurs abgeleitet, sondern anhand der jeweils einschlägigen Planung und der Originalregelwerke durch Fachkundige geprüft. DIN-Media-Nachweis.

Schlüsselkennzahlen für einen Vergleich sind Jahresenergie in kWh, Hilfsverbrauch in kWh, Einsparung absolut und in Prozent, Investition in Euro, einfache Amortisationsdauer in Jahren sowie Nutzungsqualität und Lebensdauer. Ergänze als qualitative Kriterien Wartbarkeit, Updatesicherheit, Ersatzteilverfügbarkeit und Demontierbarkeit.


Fachvideos zur Reflexion

Video: Intelligente DALI-Lichtsteuerung einer Lagerhalle, Beckhoff Automation. Beobachte, welche technischen Änderungen im Film beschrieben werden und weshalb deren dokumentierte Einsparung nicht ohne Weiteres auf unser Schulungsbüro übertragen werden darf. Der dargestellte Praxiswert ist kein allgemeiner Garantieprozentsatz.

Video: „Neue Beleuchtung ohne eigene Investition: LED-Beleuchtung effizient umrüsten“, Vortrag von Hellena Ebel bei MVeffizient / LEKA MV. Achte besonders auf Betriebsstunden, Sensorik, Beschaffung und die Abgrenzung einer Wirtschaftlichkeitsrechnung. Rechtliche Aussagen des Vortrags musst du stets mit dem aktuellen amtlichen Normen- und Gesetzesstand abgleichen.

Die öffentlich abrufbaren Videoeinträge wurden anhand ihrer jeweiligen Vimeo-Beschreibungen geprüft. Sie sind externe, urheberrechtlich geschützte Medien und werden nur verlinkt/eingebettet, nicht als frei nachnutzbare OER ausgegeben. Beim Aufruf können Daten an Vimeo übertragen werden.


Materialien und Arbeitsabläufe ressourcenschonend planen


Bestandsaufnahme, Stückliste und Beschaffung

Dokumentiere zuerst vorhandene Leuchten, Steuerungen, Leitungswege, Datenpunkte, Schaltmöglichkeiten, Treibertypen und den sicheren Anlagenzustand – im Unterricht ausschließlich mit fiktiven oder freigegebenen, anonymisierten Angaben. Danach erstellst du eine Stückliste: Bauteil, Anzahl, Funktion, technische Eignung, Wiederverwendbarkeit, Lieferbarkeit, Wartbarkeit und Entsorgungsweg. Prüfe, ob Parametrierung bereits installierter Komponenten genügt. Plane Kabelwege sorgfältig, um Verschnitt, Verpackung und zusätzliche Bohrungen zu reduzieren. Halte geeignete Ersatzteile bereit, aber vermeide unkontrollierte Überbestände.

Beispiel für Verschnitt: Für eine simulierte 12-V-Installation werden 14 m Kleinspannungsleitung benötigt. Wenn du 16 m passend bereitstellst, beträgt der Verschnitt 2 m beziehungsweise 12,5 % der bereitgestellten Länge. Bei einer ungeplanten Bereitstellung von 20 m wären es 6 m oder 30 %. Die Beispielwerte sind keine Mindestlängen oder Leitungsvorgaben für echte Anlagen. Leitungsquerschnitte, Verlegeart, Schutz, Spannungsfall und Brandschutz sind im realen Projekt gesondert fachgerecht festzulegen.


Reparieren, getrennt sammeln und dokumentieren

Intakte Leuchten weiterzuverwenden spart potenziell Material. Beschädigte oder unsichere Betriebsmittel dürfen aber nicht aus Nachhaltigkeitsgründen weiterbetrieben werden. Verwertbare Metall-, Karton- und Kabelreste werden entsprechend betrieblichen Verfahren getrennt; Elektroaltgeräte werden nicht in den Restmüll gegeben. Das ElektroG verlangt die getrennte Erfassung von Altgeräten und zielt auf Wiederverwendung und Recycling; für Batterien und entnehmbare Lampen sind die konkreten Vorgaben zu beachten. ElektroG § 10. Reparaturfähigkeit bedeutet außerdem Zugriff auf Wartungsinformationen, sichere Ersatzteile und kompatible Software, nicht improvisierte Eingriffe.

Beispiele von Energiemessgeräten. Für die konkrete Auswahl zählen Messaufgabe, Genauigkeit, sichere Installation und Zulassung, nicht nur der Produktpreis. Foto: Acrel electric, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.


Digitale Planung selbst ressourcensparend gestalten

Verwende eine gemeinsame, versionierte Stückliste, klare Dateinamen und datensparsame Prüfprotokolle statt mehrfacher unnötiger Ausdrucke und Kopien. Lege Zuständigkeiten für Datenfreigabe, Updates, Datensicherung und sichere Löschung fest. Unterschiedliche Gewerke sollen widersprüchliche Steuerbefehle vermeiden: Beispielsweise dürfen Licht, Sonnenschutz und Heizung nicht unabhängig voneinander so geregelt werden, dass sie einander energetisch entgegenarbeiten. Fehlende Interoperabilität verursacht häufig Nacharbeit und Elektroschrott.


Durchgerechneter Praxisauftrag: Lichtsteuerung im Schulungsbüro


Ausgangslage, Ziel und Annahmen

Fiktiver Auftrag: In einem Schulungsbüro sind zwölf vorhandene LED-Leuchten mit jeweils 18 W installiert. Im Ausgangsszenario sind sie an 220 Nutzungstagen im Jahr durchschnittlich je 10 Stunden eingeschaltet. Du sollst prüfen, ob eine präsenz- und tageslichtorientierte Steuerung mit modellhaft nur 6 Stunden täglicher Lampenbetriebsdauer Ressourcen einspart. Die neue, für das Szenario angenommene Steuerung benötigt zusätzlich durchgehend 2 W. Strompreis für das Rechenmodell: 0,30 €/kWh; angenommener Emissionsfaktor: 0,35 kg CO₂e/kWh; gesamter einmaliger Preis für Material, Montage und fachliche Prüfung: 345 €. Alle Zahlen sind Lernannahmen, keine Messdaten, Herstellerwerte oder verbindlichen Tarife. Die 2 W müssen im echten Projekt durch Produktdaten oder Messung ersetzt werden. Die neue Steuerung ist nur akzeptabel, wenn Bedienbarkeit, Sehaufgabe, Schutz und erforderliche Beleuchtungsqualität erhalten bleiben.

Auftragsziel: Entwickle eine Systemskizze, einen Arbeitsplan, eine Berechnung, ein Prüfprotokoll und eine begründete Freigabeempfehlung für eine befugte Elektrofachkraft. Ein sicherer Unterrichtsversuch nutzt ein isoliertes, zertifiziertes 12-V-SELV-Trainingssystem oder eine reine Software-Simulation ohne Netzanschluss.


Energie-, Kosten- und Umweltrechnung

Schritt 1 – installierte Leuchtenleistung: 12 × 18 W = 216 W = 0,216 kW.

Schritt 2 – Ausgangsenergie: 0,216 kW × 10 h/Tag × 220 Tage/Jahr = 475,20 kWh/Jahr.

Schritt 3 – optimierte Leuchtenenergie: 0,216 kW × 6 h/Tag × 220 Tage/Jahr = 285,12 kWh/Jahr.

Schritt 4 – Hilfsenergie: 2 W = 0,002 kW; 0,002 kW × 24 h/Tag × 365 Tage/Jahr = 17,52 kWh/Jahr. Sie läuft in diesem Beispiel auch an arbeitsfreien Tagen.

Schritt 5 – Energie der Lösung insgesamt: 285,12 + 17,52 = 302,64 kWh/Jahr.

Schritt 6 – Nettoeinsparung: 475,20 − 302,64 = 172,56 kWh/Jahr; bezogen auf den Ausgangszustand 172,56 / 475,20 × 100 = 36,31 %.

Schritt 7 – angenommene Betriebskosteneinsparung: 172,56 kWh/Jahr × 0,30 €/kWh = 51,77 €/Jahr gerundet.

Schritt 8 – einfache Amortisation: 345 € / 51,768 €/Jahr = 6,66 Jahre. Das ist eine einfache Modellgröße ohne Finanzierung, Wartung, Energiepreisänderung, Geräteersatz oder Diskontierung.

Schritt 9 – illustrativer Klimaindikator: 172,56 kWh/Jahr × 0,35 kg CO₂e/kWh = 60,40 kg CO₂e/Jahr. Der angenommene Faktor beschreibt nur die Stromnutzung im Modell, keine vollständige Lebenszyklusbilanz der zusätzlichen Geräte.

Ergebnis: Bei Erfüllung aller Annahmen spart die Lösung jährlich 172,56 kWh. Über fünf Jahre wären es rechnerisch 862,80 kWh und 258,84 € Stromkosten. Die angenommenen 345 € einmaligen Kosten wären nach fünf Jahren noch nicht gedeckt. Dies ist ein Argument, die Restnutzungsdauer, Wartung, reale Präsenzzeiten und eine günstigere Parametrierung vorhandener Technik zu prüfen. Die beste Empfehlung kann auch sein, noch nicht nachzurüsten.


Arbeitsplan für die sichere Modellbearbeitung

Phase Konkrete Tätigkeit Prüffähiges Zwischenprodukt Verantwortungsgrenze
1. Analysieren Nutzungszeiten, bisherige Logik, Beleuchtungsanforderungen und Systemgrenze in einer fiktiven Fallakte festlegen Anforderungsliste und Baseline 475,20 kWh/Jahr Keine Eingriffe in Anlagen
2. Varianten bilden Weiterbetrieb, Umparametrierung des Bestands und neue Sensorsteuerung vergleichen Variantenmatrix mit Komfort, Kosten und Materialbedarf Freigabe realer Änderungen nur durch Befugte
3. Planen Funktionskette Sensor → Logik → Aktor → Leuchte zeichnen; datensparsame Schnittstellen und sichere Rückfallebene festlegen Schema, Stückliste, Risikobewertung und Arbeitsfolge Keine Netzspannungsverdrahtung durch Lernende
4. Simulieren Präsenz, Tageslicht und Nachlaufzeit am SELV-Modell oder in Software variieren Soll-Ist-Tabelle mit Schaltfällen und Zeitstempeln aus synthetischen Testdaten Ausschließlich gefahrloser Modellaufbau
5. Rechnen Jahresenergie einschließlich 2 W Hilfsleistung, Ersparnis, Kosten und Szenariorisiken prüfen Transparente Rechentabelle mit Einheiten Zahlen als Annahmen kennzeichnen
6. Bewerten und dokumentieren Lichtqualität, Bedienung, Datenschutz, Abfallwege und Folgekosten mitbeurteilen Prüfprotokoll, begründete Empfehlung und Übergabeblatt Reale Anlage nur nach Fachprüfung und Freigabe


Funktionsprüfung am 12-V-Modell

Prüfbedingung A: Simulierte Anwesenheit = ja, Tageslicht = gering. Soll: Leuchte am SELV-Trainer ein; Ist: durch Beobachtung dokumentieren.

Prüfbedingung B: Anwesenheit = nein, eingestellte Nachlaufzeit abgelaufen. Soll: Leuchte aus; Ist: dokumentieren und Verzögerung prüfen.

Prüfbedingung C: Anwesenheit = ja, ausreichend Tageslicht. Soll: gemäß vereinbarter Logik aus oder gedimmt; Ist: dokumentieren, ohne zulässige Lichtanforderungen zu unterstellen.

Prüfbedingung D: Sensorwert fehlt oder Netzwerk ist unterbrochen. Soll: zuvor vereinbarter sicherer Rückfallzustand und manuelle Bedienmöglichkeit; Ist: Fehlerreaktion protokollieren.

Prüfbedingung E: Wiederaufnahme des Modells nach einer Unterbrechung. Soll: definierte Zustände ohne unerwartetes Dauerlicht, Datenverlust oder Verlust der Bedienbarkeit; Ist: reproduzierbar protokollieren.

Prüfbares Arbeitsergebnis: Eine vollständige Tabelle enthält je Prüffall Eingaben, erwarteten Zustand, beobachteten Zustand, Ergebnis „bestanden/nicht bestanden“, Abweichung, Korrekturmaßnahme und erneuten Test. Als Nachweis der Energiewirkung dienen außerdem identische Zeitfenster und nachvollziehbar gebildete Energiekennzahlen. Eine simulierte Einsparung ist noch kein Nachweis am echten Gebäude.


Bewertungsraster für den Musterauftrag

Kriterium Maximalpunkte Volle Punktzahl bei
Analyse und Anforderungen 15 Ausgangslage, Schutzziele, Systemgrenze, Annahmen und Lichtqualität nachvollziehbar
Ressourcenschonende Planung 20 Mindestens zwei Varianten, Wiederverwendung, Stückliste, Datenschutz und sichere Rückfallebene berücksichtigt
Energie- und Kostenrechnung 25 475,20 kWh Ausgangslage, 302,64 kWh Szenario, 172,56 kWh Nettoeinsparung und 6,66 Jahre einfache Amortisation mit Einheiten korrekt
Sicheres Modell und Prüfung 20 Sämtliche fünf Testfälle geplant, reproduzierbar ausgeführt, Ist/Soll sowie Abweichungen dokumentiert
Umwelt, Sicherheit und Dokumentation 20 Altgerätewege, Qualifikationsgrenzen, Datenminimierung, Quellen und reflektierte Empfehlung vollständig
Gesamt 100 Transparente Bewertung; keine amtliche Prüfungsnote

Interpretation des Rasters: 90–100 Punkte = sehr sicher und vollständig, 75–89 = tragfähig mit kleinen Lücken, 60–74 = Überarbeitung nötig, unter 60 = wesentliche Nachweise fehlen. Das Raster dient ausschließlich dem Unterricht. Ein erheblicher Sicherheitsmangel kann unabhängig von einer Punktzahl die praktische Freigabe ausschließen.


Sicherheit, Datenschutz und verantwortliche Übergabe


Arbeits- und Gesundheitsschutz gehen vor Einsparung

Elektrische Sicherheit, Brandschutz, Ergonomie und die erforderliche Beleuchtungsqualität haben Vorrang. Nach DGUV Vorschrift 3 müssen elektrische Anlagen durch Elektrofachkräfte oder unter deren Leitung und Aufsicht errichtet, geändert und instandgehalten werden. Vor Arbeiten an elektrischen Anlagen gelten – entsprechend der fachlich bewerteten Situation und durch berechtigte Personen anzuwenden – die fünf Sicherheitsregeln: Freischalten; gegen Wiedereinschalten sichern; Spannungsfreiheit feststellen; erden und kurzschließen; benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken. Diese Nennung ist keine Handlungsfreigabe für Lernende. Die fachliche Verantwortung umfasst passende Maßnahmen auch bei besonderen Anlagen- und Spannungsverhältnissen. DGUV Vorschrift 3 · DGUV-Hinweise zu Stromunfällen.

Für eine reale Änderung sind aktuelle Herstelleranleitungen, Schutzkonzept, erforderliche Prüfungen und die zutreffenden elektrotechnischen Regeln zu prüfen. Die DIN VDE 0100-600 behandelt Erstprüfungen von Niederspannungsanlagen. Zu ihr gibt es eine gültig geführte Ausgabe 2017-06 und einen getrennt als Entwurf gekennzeichneten Stand 2025-12; ein Entwurf ist nicht automatisch die gültige Norm. VDE-Verlag: Norm · VDE-Verlag: Entwurf. Es werden keine Normtexte kopiert.

Sichere Alternative: Verwende Papier-Funktionskarten oder eine reine Software-Simulation; falls reale Kleinspannungstechnik eingesetzt wird, ausschließlich geprüfte, schutzgetrennte 12-V-SELV-Ausbildungsgeräte entsprechend der schulischen Gefährdungsbeurteilung. Keine offenen 230-V-Aufbauten, keine Arbeit unter Spannung und keine Eingriffe in reale Kundenanlagen im Rahmen dieses Kurses.


Datenschutz und sichere Vernetzung

Ein Anwesenheitssensor kann personenbeziehbare Muster erzeugen, selbst wenn er lediglich Zustände meldet. Prüfe Zweck, Rechtsgrundlage, Datenminimierung, Speicherfristen, Rollenrechte, Verschlüsselung und Updatefähigkeit. Für unseren Übungsauftrag genügen synthetische Testfolgen und aggregierte Laufzeiten ohne Namen, Bildaufnahmen, reale Arbeitszeitprofile, IP-Adressen von Kundennetzen oder Raumbelegungsprotokolle echter Menschen. Lege Passwörter niemals in öffentlich lesbaren Übergabeprotokollen ab. Wo möglich: lokale Verarbeitung, minimaler Datenverkehr, getrennte Netzsegmente und dokumentierte Softwareupdates. BSI: Smart Home sicher einrichten.

Smart-Meter-Gateway als Beispiel vernetzter Messtechnik. Zugriffsschutz und Zweckbindung sind getrennt von einer Energieeinsparberechnung zu beurteilen. Foto: Pichiciago, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.


Qualitätsgesicherte Übergabe und Verbesserung

Zum Abschluss übergibst du ein fiktives Übergabeblatt mit Auftrag und Anforderungen, Komponenten/Versionen, Funktionsbeschreibung, Annahmen, Prüfergebnissen, Bedienhinweisen, Wartungs- und Updateverantwortung, Datenschutzkonzept, Material- und Entsorgungswegen, offener Mängelliste sowie einer Empfehlung zu späteren Realverbrauchsmessungen. Ändern sich Geräte, Normen, Nutzung oder gesetzliche Rahmenbedingungen, muss die technische Planung erneut überprüft werden. Die Gebäudeautomations-Norm DIN EN ISO 52120-1:2025-02 bietet einen Rahmen zur Beurteilung des Energieeffizienzbeitrags; sie ersetzt weder fachliche Auslegung noch Messung.

Merksatz: Ressourcenschonung ist ein nachweisbarer Verbesserungsprozess, kein bloßes Werbeversprechen. Erst die Kombination aus sicherer Funktion, realistischen Annahmen, geprüften Ergebnissen und Wartungsfähigkeit macht eine technische Lösung verantwortbar.


Interaktive Aufgaben


Fachquiz: Wissen und Anwenden

Welche Größe erhältst du aus Leistung in kW multipliziert mit Betriebszeit in Stunden? (Energie in kWh) (!Spannung in Volt) (!Stromstärke in Ampere) (!Leistungsfaktor ohne Einheit)




Welche Angabe darfst du im Musterauftrag zunächst nur als Planungsszenario behandeln? (Sechs Stunden angenommene tägliche Leuchtennutzung) (!Zwölf vorhandene Leuchten laut Aufgabenstellung) (!Achtzehn Watt je Leuchte laut Aufgabenstellung) (!Zweihundertzwanzig angesetzte Nutzungstage)




Welche Zusatzgröße muss bei einer neuen Automationslösung in den jährlichen Stromvergleich eingehen? (Der Eigenverbrauch der zusätzlich installierten Steuerung) (!Die Bildschirmauflösung des Planungsrechners als Leistungswert) (!Die Gehäusefarbe des Präsenzmelders) (!Die Anzahl der Ausdrucke als Stromzählerstand)




Welche Maßnahme prüfst du ressourcenschonend vor dem Neukauf eines Steuergeräts? (Ob geeignete bestehende Hardware durch Parametrierung genutzt werden kann) (!Ob alle funktionsfähigen Leuchten vorsorglich ersetzt werden) (!Ob sich zusätzliche Kabelwege ohne Bestandsprüfung bohren lassen) (!Ob Verpackungen als Ersatzteile eingebaut werden können)




Woran erkennst du eine fachlich geeignete Steuerungsfunktion im Schulungsbüro? (Sie erfüllt Beleuchtungsbedarf und sicherheitsrelevante Vorgaben auch bei Ausfällen) (!Sie schaltet bei jeder Bewegung ungeachtet der Sehaufgabe sofort aus) (!Sie überschreibt jeden manuellen Bedienwunsch dauerhaft) (!Sie funktioniert nur bei dauerhafter Speicherung von Personennamen)




Welche Aussage zur einfachen Amortisationszeit ist zutreffend? (Sie teilt den einmaligen Aufwand durch die modellierte jährliche Kosteneinsparung) (!Sie beweist automatisch eine vollständige ökologische Lebenszyklusbilanz) (!Sie ist immer identisch mit der technischen Nutzungsdauer) (!Sie berücksichtigt von selbst alle späteren Preisänderungen)




Welche Information gehört in einen datensparsamen Übungsnachweis? (Synthetische Testfälle mit aggregierten Energiekennzahlen) (!Reale Anwesenheitsprofile einzelner Kunden) (!Klarnamen aller Personen am Arbeitsplatz) (!Passwörter für das Kundennetz im öffentlichen Protokoll)




Wer trägt nach dem Grundsatz der DGUV Vorschrift 3 die fachliche Verantwortung für Änderungen an elektrischen Anlagen? (Eine Elektrofachkraft beziehungsweise deren Leitung und Aufsicht) (!Jede Person nach Bestehen eines Onlinequiz) (!Ein anwesender Kunde ohne elektrotechnische Befähigung) (!Ein beliebiger Softwareanbieter ohne Anlagenkenntnis)




Welche Maßnahme entspricht der getrennten Erfassung nach ElektroG? (Elektroaltgeräte dem vorgesehenen Sammel- oder Rücknahmeweg zuführen) (!Defekte Steuergeräte dem unsortierten Restmüll beimischen) (!Batterien ohne Prüfung in gemischte Metallabfälle werfen) (!Elektronische Komponenten zur Materialersparnis verbrennen)




Welche Feststellung rechtfertigt am ehesten die abschließende Projekteinschätzung? (Die prognostizierte Einsparung ist nachvollziehbar und die offenen Risiken bleiben ausgewiesen) (!Eine Simulation garantiert unverändert den künftigen Realverbrauch) (!Eine kurze Amortisation hebt Schutzanforderungen auf) (!Die installierte Sensortechnik macht eine Dokumentation überflüssig)





Memory: Fachbegriffe zuordnen

Systemgrenze Festlegung der im Vergleich berücksichtigten Geräte und Prozesse
Hilfsenergie Strombedarf von Regelung und Kommunikation neben dem eigentlichen Verbraucher
Präsenzmelder Erfasst eine Nutzungssituation als Eingang für eine Schaltlogik
Aktor Führt einen Steuerbefehl am angeschlossenen technischen System aus
Baseline Dokumentierter Ausgangsfall für die Bewertung einer Veränderung
Amortisation Vergleich des Investitionsaufwands mit einer jährlichen wirtschaftlichen Einsparung





Drag-and-drop: Schritte und Ergebnisse

Ordne den Handlungsschritt zu. Passendes Arbeitsergebnis
Anforderungen aufnehmen Abgestimmte Kriterien zu Beleuchtung und Sicherheit
Bestand bewerten Erfasste Komponenten und Wiederverwendungsmöglichkeiten
Verbrauch modellieren Nachvollziehbare Jahresrechnung mit Hilfsenergie
Funktionen simulieren Soll-Ist-Protokoll für definierte Testfälle
Übergabe vorbereiten Dokumentierte Risiken und Wartungshinweise





Kreuzworträtsel: Nachhaltige Gebäudetechnik

Sensor Welches Bauteil erfasst etwa Helligkeit oder Anwesenheit?
Aktor Welches Bauteil setzt ein Steuersignal in eine Schaltfunktion um?
Standby Wie bezeichnet man einen Bereitschaftszustand mit möglichem Eigenverbrauch?
Recycling Wie heißt die stoffliche Verwertung getrennt erfasster Materialien?
Wattstunde Welche Einheit beschreibt eine elektrische Energiemenge?
Tageslicht Welche natürliche Beleuchtungsquelle kann künstliches Licht teilweise ersetzen?





LearningApps

Nutze die thematische LearningApps-Suche als zusätzliche Übungssammlung. Prüfe vor einer Übernahme die Qualität einzelner Aufgaben; die Suchseite selbst stellt noch keinen geprüften Einzelkurs dar.


Lückentext: Vom Ist-Zustand zur Übergabe

Ergänze pro Satz den passenden Fachbegriff.
Die Festlegung der berücksichtigten Geräte heißt

.
Für konstante Leistung erhältst du die elektrische Energie aus Leistung mal

.
Die Einheit einer jährlichen Strommenge lautet

.
Die zusätzliche Elektronik verursacht unter Umständen eigene

.
Ein Gerät zur Erfassung von Anwesenheit heißt

.
Der Steuerbefehl wird am Verbraucher durch einen

ausgeführt.
Der dokumentierte Ausgangsfall wird auch als

bezeichnet.
Eine Zeitrechnung aus Investition und Ersparnis nennt man einfache

.
Für einen sicheren Unterrichtsaufbau ist ein geprüftes

-Trainingssystem geeignet.
Defekte Elektrogeräte gehören in die getrennte

.
Für die Funktionskontrolle vergleichst du erwartetes und tatsächliches

.
Die Übergabe enthält auch Hinweise zu Wartung und

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Energieverbrauch: Berechne aus drei angenommenen Leuchtenleistungen und zwei Nutzungsdauern eine kleine Tabelle mit Leistung, Stunden und Energie; überprüfe alle Einheiten.
  2. Ressourcenschonung: Erstelle eine bebilderte Begriffskarte mit Energie, Material, Zeit und Daten; ergänze je Ressource eine konkrete Handlung aus der Gebäudesystemintegration.
  3. Bewegungsmelder: Zeichne die Funktionskette eines Bewegungsmelders zu einer Kleinspannungsleuchte und markiere Sensor, Logik, Aktor und Ausgangssignal.
  4. Elektroaltgerät: Gestalte einen kurzen, quellenbasierten Aushang für die richtige Sammlung von Elektroaltgeräten und Batterien in einer fiktiven Lehrwerkstatt.


Standard

  1. Beleuchtungssteuerung: Entwickle am digitalen Modell drei Tests für Anwesenheit, Nachlaufzeit und Tageslicht; protokolliere Eingaben, Erwartungen und Beobachtungen.
  2. Stückliste: Vergleiche für das Schulungsbüro zwei fiktive Stücklisten – Neuteilbeschaffung und Wiederverwendung – nach Materialeinsatz, Wartbarkeit, technischem Risiko und Kosten.
  3. Energieeffizienz: Erstelle eine Tabellenkalkulation für 475,20 kWh Ausgangsverbrauch und 302,64 kWh Szenarioverbrauch; variiere Strompreis und Standby-Leistung und erläutere den Einfluss.
  4. Informationssicherheit: Entwirf für einen anonymisierten Gebäudecontroller eine Checkliste aus Zugriffsrechten, Updateplan, Netzwerksegmentierung und Datenminimierung.


Schwer

  1. Lebenszyklusanalyse: Stelle für Bestandsparametrierung und Sensornachrüstung eine qualitative Lebenszyklusmatrix auf und benenne fehlende Daten, ohne fiktive Herstellungswerte als Messwerte darzustellen.
  2. Wirtschaftlichkeitsrechnung: Untersuche das Praxisbeispiel zusätzlich für fünf, acht und zehn Jahre mit Wartungskosten und zwei Strompreisszenarien; begründe eine Entscheidung samt Unsicherheit.
  3. Fehlermanagement: Entwerfe für einen simulierten Sensorausfall eine sichere Rückfalllogik mit manueller Bedienung, Fehlermeldung und reproduzierbarem Prüfverfahren.
  4. Kundenberatung: Produziere einen kurzen anonymisierten Beratungsdialog oder Erklärfilm, der Nutzen, Grenzen, Datenschutz, Arbeitsschutz und mögliche Nicht-Nachrüstung transparent vermittelt.




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Lernkontrolle

  1. Auftragsanalyse: Lege für das fiktive Schulungsbüro fünf mess- oder prüfbare Anforderungen fest und erläutere, wie ein Zielkonflikt zwischen Stromersparnis und Beleuchtungsqualität gelöst wird.
  2. Energiebilanz: Rechne die Jahresenergie erneut, wenn die Steuerung statt 2 W nun 5 W Dauerleistung aufnimmt; bestimme den Unterschied und beurteile das veränderte Ergebnis.
  3. Investitionsentscheidung: Vergleiche die Sensornachrüstung mit einer reinen Umparametrierung bereits vorhandener Komponenten und nenne, welche Daten eine faire Entscheidung erfordert.
  4. Sicherheit: Erkläre die Grenze zwischen einer zulässigen SELV-Simulation durch Lernende und fachlich verantworteter Änderung einer Niederspannungsanlage; ordne passende Dokumentationsschritte zu.
  5. Datenschutz: Untersuche, warum reale Anwesenheitsprotokolle problematisch sein können, und entwickle eine datensparsame Alternative mit ausreichender Aussagekraft für den Energievergleich.
  6. Qualitätsprüfung: Erstelle fünf Prüffälle mit erwarteten Zuständen für Sensorik, Tageslicht, Nachlaufzeit, Fehlerreaktion und Bedienbarkeit; begründe, weshalb der Modelltest keinen Realnachweis ersetzt.

Rückmeldungskriterien: Prüfe deine Ergebnisse auf sichere Funktionsweise, konsistente Systemgrenze, korrekte Einheiten, nachvollziehbare Annahmen, neutrale Variantenbewertung, datensparsame Belege und konkret benannte offene Punkte. Nutze die Rechenschritte und das Bewertungsraster im Fachkapitel zur Selbstkorrektur, ohne ein separates Quiz-Lösungsblatt zu verwenden.




Lernnachweis

Abgabeprodukt: Ein Portfolio „Ressourcenschonende Lichtsteuerung“ aus (1) anonymisierter Auftragsbeschreibung und Anforderungsliste, (2) Funktionsschema, (3) zwei Varianten und Stückliste, (4) reproduzierbarer Energieberechnung mit ausgewiesenen Annahmen und Sensitivität, (5) Arbeitsplan, (6) fünf ausgefüllten Modell-Prüffällen, (7) Gefährdungs- und Datenschutzbetrachtung, (8) Material-/Entsorgungsplan und (9) kurzer Entscheidungsvorlage für eine fiktive Kundschaft.

Belegbarkeit: Rechentabelle mit Formeln statt nur Endzahlen, Fotos nur des ungefährlichen eigenen Lehrmodells, Quellenliste mit Abrufdaten und ein Soll-Ist-Protokoll. Keine echten Namen, Adressen, Gebäudepläne, Zugangsdaten, Schülerdaten oder Betriebsgeheimnisse hochladen. Ein Ergebnis gilt als nachgewiesen, wenn ein anderer Lernender die Berechnung und die Simulation anhand der Unterlagen wiederholen kann. Bewerte das Portfolio mit dem 100-Punkte-Raster des Praxisauftrags und vermerke offene Fragen für die ausbildende Fachkraft.

Transfer: Übertrage den Ansatz auf Beschattung, bedarfsgerechte Lüftung oder einen Energiemesspunkt. Weise jeweils darauf hin, welche zusätzlich geltenden fachlichen Anforderungen erst geprüft werden müssen. Die Bewertung ist eine schulische Lernrückmeldung, keine offizielle Gesellenprüfung oder Zulassung.




OER und Wikipedia

Frei nutzbares Überblickswissen: Gebäudeautomation in der deutschsprachigen Wikipedia (CC BY-SA, im Artikel aufgeführte Autoren beachten). Ergänzend kannst du Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft zum Begriffsvergleich nutzen; Wikipedia ersetzt keine gültigen Arbeits- oder Installationsvorschriften.

Geprüfte Fach- und Rechtsquellen:

Bildmedien: Quellen und Lizenzen (Bilddateien wurden auf ihren Commons-Dateiseiten einzeln geprüft; Namensnennung und verlinkte Lizenzen bei Weiterverwendung beibehalten):

Im Kurs verwendete Datei Originaldateiseite Urheber Lizenz
File:Smart Electrical Meter.jpg Wikimedia Commons Aliva Sahoo CC BY-SA 4.0
File:Toom motion detector-2416.jpg Wikimedia Commons Raimond Spekking CC BY-SA 4.0
File:Energy meters.jpg Wikimedia Commons Acrel electric CC BY-SA 4.0
File:Smart-meter-gateway.jpg Wikimedia Commons Pichiciago CC BY-SA 4.0

Fachvideos: geprüfte Datensätze (keine freie Weiterverwendung behauptet):

Video Fundstelle Anbieter/Urheberangabe Nutzungshinweis
DALI-Lichtsteuerung in einer Lagerhalle Vimeo Beckhoff Automation Externe Videoveröffentlichung, nur verlinken/einbetten
LED-Beleuchtung effizient umrüsten Vimeo MVeffizient / LEKA MV; Vortrag Hellena Ebel Externe Videoveröffentlichung, nur verlinken/einbetten

Quellenlage und Grenzen: überprüft am 22.10.2026. Die Normseiten zeigen bibliografische und fachliche Einordnungen; kostenpflichtige Originalnormtexte wurden nicht übernommen. Alle Modellwerte und Arbeitsprozesse des Praxisbeispiels sind synthetisch. Übertragungen auf echte Anlagen brauchen aktuelle technische und rechtliche Prüfung.



Verknüpfte Lernbereiche

Projektverbindungen: Ein Energiemonitoring am SELV-Schulungsmodell kann mit Mathematik (Einheiten und Prozentrechnung), Informatik (Logik und Datensparsamkeit), Technik (Sensor-Aktor-Prinzip), Wirtschaft (Kostenvergleich) und Gemeinschaftskunde/Ethik (Verantwortung gegenüber Umwelt und Nutzern) verknüpft werden. Weitere eigene Projekte sind eine materialarme Stückliste, eine klimabezogene Szenariorechnung oder eine qualitative Wartungsstrategie. Der betriebliche Ausbildungsplan und die geltenden Vorgaben des Bundeslands steuern die zeitliche und fachliche Einbettung.


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