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Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Bootsbauer - 2. Ausbildungsjahr

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Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Bootsbauer - 2. Ausbildungsjahr

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Einleitung

Du bearbeitest einen vollständigen, fiktiven Werftauftrag vom Kundengespräch bis zum dokumentierten Kompetenzcheck. Du sollst einen berufstypischen Auftrag analysieren, planen, begründet bearbeiten, prüfen, anpassen und verständlich übergeben. Das Jahresprojekt verknüpft die fünf Lernfelder des zweiten Ausbildungsjahres: Boote und Bootsteile transportieren und lagern (LF 5), Faserverbundteile herstellen (LF 6), Rumpfkonstruktionen auswählen (LF 7), Deckskonstruktionen auswählen (LF 8) und technische Anlagen einbauen (LF 9). Der KMK-Rahmenlehrplan sieht dafür zusammen 280 Unterrichtsstunden als Zeitrichtwerte vor (40 + 80 + 60 + 40 + 60); der konkrete schulische und betriebliche Ablauf richtet sich nach dem Landeslehrplan und dem betrieblichen Ausbildungsplan.

Jahresauftrag: Für ein 4,80 m langes, 1,90 m breites, fiktives GFK-Schulungsboot sollst du die Landlagerung planen, eine nichttragende Deck-Musterplatte als Faserverbundbauteil kalkulieren, Rumpf- und Deckdetails bewerten und den Einbau einer Lenzpumpe als ungefährliches Funktionsmodell bzw. Installationskonzept vorbereiten. Die fiktive Auftraggeberin möchte nachvollziehbare Kostenannahmen, klare Terminabsprachen, eine Fehlerliste und ein Abnahmeprotokoll. Namen, Messwerte und Bilder sind Übungsdaten und enthalten keine echten Kunden-, Betriebs- oder Schülerdaten.

Sicherheitsgrenze: Kranen, Anschlagen, Abpallen, Maschinenbetrieb, Arbeiten an tragenden Bootsteilen, Epoxidharzarbeiten, elektrische Anschlüsse an einem echten Boot sowie Arbeiten am oder auf dem Wasser finden ausschließlich nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Freigabe und unter Aufsicht befugter Fachkräfte statt. Wo das nicht möglich ist, führst du eine Papp-/Papiermodell-, Zeichnungs-, Trockenmontage- oder Software-Simulation durch. Ein Modell ist kein Nachweis der Seetüchtigkeit.


Auftrag klären, informieren und Arbeitsfluss planen


Bedarf und vollständige Handlung

In einer Werft ist ein Auftrag mehr als das Bauen eines einzelnen Bauteils. Du beschaffst Informationen, vergleichst Lösungen, entscheidest begründet, erstellst einen Arbeitsplan, führst die freigegebenen Schritte aus oder simulierst sie, kontrollierst das Ergebnis und reflektierst es. Dokumentiere die ganze Kette: Kundenwunsch → Bestandsaufnahme → technische Unterlagen → Gefährdungsbeurteilung und Freigaben → Konstruktion und Berechnung → Materialbereitstellung → Ausführung bzw. Modell → Prüfung → Übergabe.

Im fiktiven Gespräch fragst du: Welcher Bootstyp und welcher Einsatzzweck? Welche Schäden sind erkennbar? Wo liegen tragende Bauteile und mögliche Leitungen? Welche Nutzungsanforderung gilt für die Decksfläche? Welche Anlage ist vorhanden und welche Leistung wird benötigt? Was ist mit der Auftraggeberin ausdrücklich vereinbart? Kundenwünsche sind keine technische Freigabe; widersprüchliche Angaben werden mit der verantwortlichen Fachkraft geklärt.


Material- und Informationsfluss

Ein Materialfluss beschreibt die Wege von Warenannahme, Kennzeichnung, Lagerort, zugeschnittenem Material, Montageplatz bis zu Reststoffen und fachgerechter Entsorgung. Der Informationsfluss begleitet dies durch Zeichnungsstände, Stückliste, Sicherheitsdatenblätter, Herstellerhinweise, Freigaben und Prüfberichte. Halte bei Änderungen die Version fest: „Deckskizze V2, geändert: Lage der Pumpenleitung; geprüft durch fachkundige Aufsicht“. Vermeide anonyme private Fotos und speichere nur benötigte Übungsinformationen. Technische Dateien dürfen nicht unkontrolliert mit echten Kundendaten oder Werkstattgeheimnissen öffentlich geteilt werden.

Übungs-Lieferkette: Die drei angenommenen Gewebelagen treffen mit einer Chargenkennung ein, werden trocken und entsprechend ihrer Produkthinweise gelagert, als freigegebene Musterzuschnitte bereitgestellt und in der Materialliste verbucht. Ein auf dem Lieferschein abweichender Gewebetyp wird gesperrt und nachgefragt, nicht improvisiert ersetzt. Für die sichere Variante benutzt du Papierlagen statt reaktiver Harze.


Jahresphasen und Nachweis

Projektphase Schwerpunkt Prüffähiger Zwischenstand
Auftrag und Lagerkonzept LF 5, Kundengespräch, Lagerlayout, Gefährdungsbeurteilung Anonymisierte Auftragskarte, Lagerplan, Freigabefragen
Werkstoff- und Musterplanung LF 6, Schichtenaufbau, Materialbedarf und Schutzmaßnahmen Stückliste, Laminat-Skizze, Papiermuster
Konstruktion LF 7 und LF 8, Rumpfverband, Schott, Decksdurchführung Variantenvergleich und maßstäbliche Skizze
Technische Anlage LF 9, Pumpenprinzip, Einbauabfolge und Schnittstellen Systemschema, Trockenmontage, Prüfliste
Kompetenzcheck und Übergabe Fehleranalyse, Qualität, Wirtschaftlichkeit, Reflexion Mappenabgabe, Vergleich Soll/Ist, Fachgespräch

Dies sind didaktische Projektphasen, keine zusätzlichen gesetzlichen Zeitvorgaben. Stimme Reihenfolge, verfügbare Ausrüstung, Kammerzuständigkeit und Beurteilungskriterien vorab mit Berufsschule und Ausbildungsbetrieb ab. Maßgeblich sind Ausbildungsordnung, betrieblicher Ausbildungsplan, Landeslehrplan und die zuständige Kammer; dieser aiMOOC vermittelt keine amtliche Prüfungszulassung.


Boote und Bootsteile transportieren und lagern


Gewicht, Auflager und sichere Bewegungen

Verholen bedeutet, ein Boot am Liegeplatz oder in begrenztem Bereich zu bewegen. Kranen ist das Heben mit einem geeigneten Hebezeug. Abpallen heißt, den Bootskörper fachgerecht auf eine standsichere Lagerung abzustützen. Auflager dürfen nicht willkürlich an dünne Schalenbereiche gesetzt werden. Kräfte müssen über nachgewiesene tragfähige Zonen wie die dafür geeigneten Kiel-, Spant- oder Schottbereiche abgetragen werden. Gewicht, Schwerpunktlage, Hebepunkte, Anschlagwinkel, Wind, Untergrund, Tragfähigkeit, Zugang und Absperrung gehören in den durch Befugte erstellten Hebe- und Lagerplan. Nicht unter schwebende Lasten treten; nie selbstständig anschlagen oder kranen.

Bild: Kielauflager im Großschiff-Trockendock als Anschauung zum Lastabtrag; Maße und Bauart dürfen nicht auf ein Sportboot übertragen werden. Foto: Ross, CC BY-SA 2.0; Herkunft und Lizenz im Mediennachweis.


Fachrechnen: Lagerfläche und Last

Das Beispielboot misst 4,80 m × 1,90 m. Für eine reine fiktive Planfläche werden an Bug und Heck jeweils 0,80 m und an Backbord und Steuerbord jeweils 0,60 m Bewegungsraum angenommen. Länge = 4,80 + 0,80 + 0,80 = 6,40 m; Breite = 1,90 + 0,60 + 0,60 = 3,10 m; Rechteckfläche = 6,40 × 3,10 = 19,84 m². Dies ist keine verbindliche Sicherheits- oder Verkehrswegbreite. Reale Flucht- und Fahrwege, Stützen, Hallenhöhen und Brandschutzabstände sind vor Ort gesondert festzulegen.

Für die theoretische Lastabschätzung hat das Boot die angenommene Masse 540 kg, der Transportbock 90 kg. Gesamtmasse 630 kg; Gewichtskraft bei 9,81 m/s²: F = 630 × 9,81 = 6 180,3 N ≈ 6,18 kN. Daraus lässt sich weder die benötigte Krangröße noch die Zulässigkeit eines Anschlagmittels ableiten: Anschlaggeometrie, Lastverteilung, Sicherheitsfaktoren und Nachweise ermittelt eine befugte Person mit den vorhandenen technischen Unterlagen.

Typische Fehler: Masse mit Gewichtskraft verwechseln, eine Lagerfläche mit Fluchtweg gleichsetzen, Schwerpunkt und Mastüberstände ignorieren, ungeeignete Auflager unter eine GFK-Schale stellen. Sichere Ersatzhandlung: zeichne einen Lagerplan im Maßstab 1:50; verschiebe eine 4,8 cm lange Pappboot-Schablone auf einer maßstäblichen Hallenskizze, dokumentiere Konflikte und lasse den Plan fachlich prüfen.


Faserverbundteil auswählen, berechnen und qualitätssichern


Lagenaufbau, Funktion und Gefahren

Ein Faserverbundwerkstoff kombiniert lasttragende Fasern mit einer umgebenden Matrix (beispielsweise Harz), die Fasern fixiert und Kräfte überträgt. Ein Gewebe besteht aus miteinander verwobenen Fäden; ein Gelege aus ausgerichteten, meist fixierten Faserlagen. Ein Laminatplan benennt Material, Faserorientierung, Reihenfolge und Bauteilzonen. Beim Sandwichbauteil halten zwei Deckschichten Abstand durch einen geeigneten Kern; dies kann die Biegesteifigkeit bei geringem Gewicht verbessern. Ein Sandwichkern allein ist keine geeignete Befestigungszone für beliebige Beschläge: punktuelle Kräfte erfordern konstruktiv nachgewiesene Verstärkungen.

Bild: Glasfaser-Epoxid-Aufbau an einem Bootsrumpf mit Abreißgewebe; kein Auftrag zur Nachahmung ohne Freigabe. Foto: Aeroceanaute, CC BY-SA 4.0; Quellen im Mediennachweis.

Fachvideo (Deutsch), YACHT tv: Hohlkehlen ziehen und laminieren, 2022; zeige zunächst die Stellen mit Gelege und Abreißgewebe. Das Video ist ein urheberrechtlich geschütztes Anschauungsangebot, keine betriebliche Freigabe oder OER-Lizenz.

Arbeitsschutz: Ungehärtete Epoxidharzsysteme können unter anderem Hautsensibilisierungen auslösen. Die Gefährdungsbeurteilung prüft Ersatzstoffe, Lüftung/Absaugung, Arbeitsorganisation, Kennzeichnung, passende Schutzhandschuhe und weitere Persönliche Schutzausrüstung gemäß Sicherheitsdatenblatt und Betriebsanweisung. Auch Faser- und Schleifstäube sind zu beurteilen; kein trockenes Schleifen ohne freigegebenen Schutz. Harzreste und kontaminierte Arbeitsmittel werden nach betrieblichem Entsorgungskonzept getrennt behandelt; nicht in Gewässer oder Abflüsse gelangen lassen. Das Mischungsverhältnis stammt immer aus dem konkreten, aktuellen Herstellerdatenblatt, niemals aus einem allgemeinen Onlinebeispiel.


Berechnetes Muster und Messgrößen

Eine nichttragende Unterrichts-Musterplatte von 600 mm × 400 mm hat eine Nettofläche von 0,60 m × 0,40 m = 0,240 m². Für eine Mengenrechnung mit drei angenommenen Gewebelagen zu je 300 g/m² und einer angenommenen Zuschnittzugabe von 10 % gilt: zugeschnittene Fläche je Lage 0,240 × 1,10 = 0,264 m²; gesamte Faser-Trockenmasse 0,264 × 3 × 300 = 237,6 g. Wird rein rechnerisch eine beispielhafte Gesamt-Harzsystemmasse von 1,5-mal der Fasermasse angesetzt, ergibt sich 1,5 × 237,6 = 356,4 g. Diese 1,5 ist eine Übungsannahme zur Bedarfsplanung, kein freigegebenes Harz-Härter-Mischverhältnis und keine allgemeine Fertigungsvorgabe. Tatsächliche Prozessmengen, Harzanteil, Temperatur, Topfzeit und Aushärtung müssen aus Konstruktion und Freigabe des konkreten Systems folgen.

Prüfbare Musterkriterien (nur Unterricht, keine Norm-Grenzwerte): Skizzenmaß 600 × 400 mm; für ein Papiermodell gilt eine selbst festgelegte Toleranz von ±2 mm; Lagenanzahl drei; Orientierungen in der Skizze markiert; keine im Modell sichtbaren Falten, Lücken oder falschen Zuordnungen; Materialrechnung mit Einheiten. Bei echtem Faserverbund werden Poren, Fehltränkung, Faserwinkel, Aushärtung, Dicke und gegebenenfalls zerstörungsfreie Prüfungen nur anhand projektspezifischer Vorgaben durch Fachpersonal bewertet.

Sichere Alternative: Lege drei farbig markierte Papier- oder Textillagen auf eine 600 × 400 mm große Kartonschablone, dokumentiere Orientierung und Zuschnittverlust; nutze Wasser oder unbedenkliche Demonstrationsmaterialien nur in einem dafür freigegebenen Schulversuch. Das Modell demonstriert Lagenlogik, aber nicht Festigkeit, Feuchtigkeitsbeständigkeit oder Aushärtung.


Rumpf- und Deckskonstruktionen auswählen


Rumpftragwerk und Zeichnungen

Spanten formen und versteifen den Rumpf quer zur Schiffslängsachse; Längsstringer steifen ihn längs aus; ein Schott kann Räume trennen und je nach Ausführung zur Aussteifung beitragen. Der Linienriss beschreibt die Rumpfform in verschiedenen Ansichten. Wichtige Varianten sind zum Beispiel GFK-Schalen, Holzbauweisen sowie Stahl- oder Aluminiumkonstruktionen. Materialwahl hängt von Belastung, Wartung, Fertigungsverfahren, Masse, Kosten und dem geforderten Gebrauch ab. Für das Schulungsboot wird ein bestehender, intakter GFK-Rumpf nur zeichnerisch untersucht; kein Ausschnitt und keine strukturelle Änderung ohne fachliche Freigabe.

Bild: Holzgerippe eines Boots im Bau; erkenne Querverbände und formgebende Teile und vergleiche sie gedanklich mit einer GFK-Struktur. Foto: Bill Bradley/Billbeee, CC BY-SA 3.0; Mediennachweis unten.

Bild: weitere Ansicht des Rahmengerüsts; markiere auf einer eigenen Skizze Spanten, Längsrichtung und mögliche Einbauzonen. Foto: Bill Bradley/Billbeee, CC BY-SA 3.0.

Konstruktionsentscheidung im Auftrag: Eine tragende Deckszone mit Pumpendurchführung verlangt andere Verstärkungen, Abdichtung und Zugänglichkeit als die frei stehende Musterplatte des Kompetenzchecks. Trage im Schnitt die gedachte Schale, Quer- und Längsverbände, Deckskante und Leitungstrasse ein. Begründe, weshalb du das Musterteil nicht als tragende Ersatzkonstruktion ausgibst.


Decksaufbau und Durchführungen

Die Bucht bezeichnet die Wölbung des Decks quer zur Länge, der Sprung den Verlauf der Deckslinie in Längsrichtung. Beide beeinflussen Form, Wasserablauf und Gestaltung. Eine Decksdurchführung ist die Öffnung für Kabel, Schläuche oder Befestigungselemente; falsch ausgeführt kann sie Undichtigkeit, Kernschäden oder Kontaktkorrosion verursachen. Vergleiche Volllaminat, Sandwich und Holzdeck hinsichtlich Feuchtigkeitsschutz, Bauteildicke, lokaler Verstärkung, Gewicht und Wiederverwertbarkeit. Ein druckempfindlicher Sandwichkern ersetzt keinen tragfähigen Einbaupunkt.

Fehlerfall: Nach einer simulierten Regenprobe erscheint Feuchtigkeit an einer gezeichneten Durchführung. Mögliche Ursachen sind ein fehlender Abdichtungsnachweis, ungünstige Leitungsführung oder unpassende Dichtung; aus dem Symptom allein lässt sich keine Ursache beweisen. Lege in einer Fehlerbaumanalyse mögliche Prüfungen fest und leite eine Prüfsperre ein, statt die Dichtung ohne Diagnose zu überstreichen.

Fachvideo (Deutsch), YACHT tv: „Epoxy-Guide #4: spachteln und kleben von Beschlägen“, 2022; prüfe Aussagen zu Klebungen kritisch gegen aktuelle Produktdaten und Freigaben. Urheberrechtlich geschützt, keine OER-Lizenz.


Technische Anlagen einbauen und Schnittstellen beherrschen


Pumpe, Stromkreis und Hydraulik

Eine Lenzpumpe fördert Flüssigkeit aus der Bilge; zur fachgerechten Bordinstallation gehören unter anderem Einbaulage, Pumpenkennlinie, Leitungsweg, Sicherung, Wartungszugang und die für das konkrete Boot geeignete Auslassführung. Wähle nicht allein nach Werbewerten; Förderhöhe und Schlauchführung beeinflussen die tatsächliche Fördermenge. Trenne Funktionsschema (Was soll geschehen?) von Installationszeichnung (Wo verläuft was?). Änderungen an einem betriebsfähigen Boot erfordern die zuständigen Fachkräfte und freigegebene Planunterlagen.

Bild: manuelle Lenzpumpe als Vergleich für das Förderprinzip; nicht die im Beispiel rechnerisch angenommene elektrische 12-V-Pumpe. Foto: Jbasic, CC BY-SA 4.0; Mediennachweis unten.

Im Planspiel hat ein fiktives elektrisches Demonstrationsaggregat eine Nennspannung von 12 V und eine elektrische Leistungsaufnahme von 18 W. Mit P = U × I folgt I = P / U = 18 W / 12 V = 1,5 A. Dies ist nur der idealisierte Nennstrom; Einschaltstrom, Leitungsdimensionierung, Absicherung, Verpolschutz und Auswahl des Netzteils folgen den verbindlichen Angaben für die tatsächlich ausgewählten Komponenten. Aus 1,5 A darfst du nicht ohne weitere Daten einen Sicherungswert ableiten. Auch Niedervolt-Akkus können durch Kurzschluss hohe Ströme erzeugen.

Sicherer Praxisersatz: Baue eine inaktive Trockenmontage mit Schlauchattrappe, Pumpenmodell aus Karton und beschrifteten, nicht bestromten Kabelwegen. Optional darf eine vom Fachpersonal bereits aufgebaute, geschützte Niederspannungs-Lehranordnung vorgeführt werden; keine Eigenverdrahtung oder Wasser-Strom-Versuche ohne ausdrückliche Freigabe. Teste die Leitungsführung im Modell durch Besichtigung, Maßkontrolle und Anordnung der Bauteile, nicht durch unbeaufsichtigtes Einschalten.


Schnittstellen, Prüfung und Digitalisierung

Bevor eine Leitung verlegt wird, gleichen Decksbau und Technikteam die Positionen ab. Schnittstellenfragen lauten: Stört ein Spant die Schlauchführung? Bleibt die Anlage erreichbar? Sind Leitungen scheuer- und knickgeschützt? Ist ein möglicher Wassereintritt in die Konstruktion berücksichtigt? Wurden unterschiedliche Metalle, Korrosionsschutz und Feuchtebeanspruchung bedacht? Erfasse jedes Prüfergebnis als Soll – Ist – Abweichung – Ursache/Hypothese – Korrektur – Nachprüfung – Freigabe. Verknüpfe ein CAD-Modell oder eine Tabellenkalkulation mit Versionsnummern; anonymisiere Screenshots und veröffentliche keine internen Kundendaten.

Typische Fehler: fiktive Nennleistung als realen Betriebsstrom missverstehen, eine Kennlinie ignorieren, keine Serviceöffnung einplanen, bauliche Durchführungen ohne Strukturprüfung setzen, einen dokumentierten Mangel als „optisch in Ordnung“ abhaken. Relevante, beim Einsatz auf Aktualität zu prüfende Norm für Bordelektrik: DIN EN ISO 13297:2025-04; hier werden keine urheberrechtlich geschützten Norminhalte wiedergegeben. Fachverantwortliche und Herstellerunterlagen entscheiden über konkrete Umsetzung und Abnahme.


Durchgerechneter Jahres-Praxisfall mit Arbeitsplan und Kompetenzcheck


Auftragskarte und Entscheidungswege

Fiktiver Auftrag B-02: Ein 4,80 m × 1,90 m großes Schulungsboot (angenommene Masse 540 kg) soll im Werkstattbereich gelagert werden. Für die Planung ist ein Bock mit 90 kg berücksichtigt. Anhand einer Deckskizze wird die Geeignetheit einer nichttragenden Musterplatte (600 × 400 mm) geprüft. Eine Lenzpumpenanlage wird nur im Modell eingeplant; der Nennwert beträgt 12 V und 18 W. Die Auftraggeberin verlangt einen nachvollziehbaren Vergleich zwischen einer GFK-Volllaminat-Musterplatte und einem Sandwich-Muster sowie eine begründete Entscheidung. Du darfst keine Änderungen am realen Boot freigeben.

Vollständiger Arbeitsplan:

Schritt Maßnahme und zuständige Rolle Hilfsmittel / Informationsfluss Prüffähiges Ergebnis
1 Auftrag klären Auszubildende formulieren Rückfragen; Ausbildende prüfen Umfang Fiktives Kundengespräch, Auftragskarte Vier bestätigte Anforderungen, benannte Grenzen
2 Bestand aufnehmen Zeichnung und mögliche Störstellen prüfen Rumpf- und Deckskizze, Fotodummy Markierte Spanten, Durchführung, Konstruktionsannahmen
3 Sicherheit freigeben Befugte Fachkraft entscheidet, ob nur Modell oder Realpraxis zulässig ist Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Datenblätter Freigabe- oder Sperrvermerk; ohne Freigabe nur Modell
4 Lagern planen Auszubildende rechnen, Fachkraft prüft den Plan Maßstabsplan, Masseangaben, Lagerregeln Lagerlayout und 19,84 m² Planfläche, 6,18 kN nur Theorie
5 Konstruktion auswählen Varianten und Einbauorte anhand von Funktionsanforderungen vergleichen Schnittskizze, Materialeigenschaften Begründete Variantenmatrix für Rumpf und Deck
6 Musterbedarf kalkulieren Materialfluss und Musteraufbau berechnen Gewebefläche, Lagenplan, Stückliste 0,264 m² je Lage, 237,6 g Faser, 356,4 g nur theoretisches Harzsystem
7 Sicheres Bauteilmodell Papp-/Papierlagen zuordnen und Maße prüfen Schablone, Maßband, Farbstifte 600 × 400 mm Modell, drei unterscheidbare Lagen
8 Technikmodell planen Lage, Zugänglichkeit, Schlauchweg, Stromschema prüfen Nicht bestromte Pumpenattrappe, Plan Anschluss- und Wartungsskizze; theoretisch 1,5 A
9 Mängel nachprüfen Abweichungen protokollieren und korrigierte Variante vergleichen Prüfprotokoll V1/V2 Nachvollziehbare Fehleranalyse, neue Messwerte
10 Übergeben und reflektieren Ergebnis erläutern, offene Risiken kennzeichnen Fiktive Übergabenotiz, Bewertungsraster Vollständige Lernmappe und begründete Entscheidung


Rechnungsblatt und Modellabnahme

Prüfpunkt Rechnung oder Beobachtung Ergebnis und Status
Lagergrundfläche (4,80 + 2 × 0,80) × (1,90 + 2 × 0,60) 19,84 m² rechnerisch; reale Verkehrswege ungeprüft
Gewichtskraft (540 + 90) kg × 9,81 m/s² 6 180,3 N; kein Anschlagnachweis
Gewebezuschnitt 0,60 m × 0,40 m × 1,10 0,264 m² je Lage
Faserbedarf 0,264 m² × 3 × 300 g/m² 237,6 g trocken
Rein theoretischer Harzsystembedarf 237,6 g × angenommener Bedarfsfaktor 1,5 356,4 g; kein Mischrezept
Elektrischer Nennstrom 18 W / 12 V 1,5 A; keine Sicherungsauslegung
Mustermaß Soll 600 × 400 mm; Beispielmessung Ist 601 × 399 mm Differenzen +1/−1 mm; innerhalb der frei gewählten Unterrichtstoleranz ±2 mm
Lagenorientierung drei farbig gekennzeichnete Lagen gegen Skizze vergleichen Beispiel: dritte Lage gedreht; zunächst nicht bestanden, nach Korrektur erneut prüfen
Rohr-/Leitungsweg Trockenprüfung auf Knick, Kollision, Wartungszugang nur Modellfreigabe; keine echte Anlagenabnahme

Beispiel einer Fehleranalyse: Das Muster sieht äußerlich vollständig aus, doch die dritte Papierlage wurde gegen den Laminatplan um 90° gedreht. Feststellung: farbliche Orientierung weicht ab. Mögliche Ursache: Pfeilmarkierung in Arbeitskarte fehlt. Sofortmaßnahme: Modell kennzeichnen und nicht als bestanden melden. Korrektur: Arbeitskarte um Richtungspfeile und Vier-Augen-Prüfung ergänzen, Lage neu anordnen. Nachprüfung: drei Sollorientierungen und die neue Versionsnummer stimmen. Übertrage die Logik auf echte Fehler, ohne die Wirkung einer realen Laminatabweichung ohne Fachprüfung zu bewerten.


Bewertungsraster und Rückmeldung

Das folgende pädagogische Raster ist keine amtliche Prüfungsordnung. Vergib je Kriterium bis zur angegebenen Punktzahl und begründe Abzüge anhand konkreter Belege. „Voll“ heißt: fachlich schlüssig, überprüfbar und selbst erklärt; „teilweise“: einzelne belastbare Nachweise, aber Lücken; „nicht erfüllt“: wesentliche Berechnungen, Entscheidungen oder Dokumente fehlen.

Kriterium Maximalpunkte Nachweis für volle Punktzahl
Kundenauftrag und Informationsfluss 10 Anforderungen, Rückfragen und Versionsstand nachvollziehbar
Arbeitsplan und Materialfluss 15 vollständige Reihenfolge, Zuständigkeiten, Sperren, Stückliste
Fachrechnen und Einheiten 15 Lagerfläche, Lastabschätzung, Faserbedarf und Strom nachvollziehbar, Grenzen benannt
Rumpf- und Decksauswahl 15 Varianten mit Lastabtrag, Feuchte und Wartung begründet verglichen
Sicheres Modell und Anlagenkonzept 20 sauberes Maßmodell, Lagenkennzeichnung, nicht bestromte Einbauplanung
Fehleranalyse und Qualität 15 dokumentierter Soll-Ist-Vergleich, Korrektur, Nachprüfung
Übergabe und Reflexion 10 adressatengerechte Zusammenfassung, Restrisiken, nächster Schritt
Gesamt 100 keine amtliche Bestehensgrenze

Nicht kompensierbare Sicherheitsregel: Fehlen vorgeschriebene Unterweisung, betriebliche Freigabe oder ein sicherer Aufbau, wird die reale Tätigkeit nicht durchgeführt, unabhängig von Punkten. Der Kompetenzcheck kann dann vollständig über das geprüfte Modell, Zeichnungen und Fachgespräch geführt werden. Rückmeldung zum Lernnachweis nennt jeweils eine Stärke, eine fachliche Abweichung und eine konkrete Verbesserungsmaßnahme.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Fachwissen prüfen

Welche rechteckige Planfläche ergibt sich für das beschriebene Boot mit den angegebenen fiktiven Randzugaben? (19,84 Quadratmeter) (!9,12 Quadratmeter) (!11,52 Quadratmeter) (!28,44 Quadratmeter)




Welche Aussage ist für den Umgang mit der aus 630 Kilogramm berechneten Gewichtskraft fachlich richtig? (Die Kraftabschätzung ersetzt weder Hebeplan noch Prüfung der Anschlagmittel durch Befugte) (!Mit der Gewichtskraft ist automatisch die passende Krangröße festgelegt) (!Ein leichter Transportbock macht die Schwerpunktlage unerheblich) (!Die Last darf ohne Absperrung gehoben werden wenn sie langsam bewegt wird)




Welche Bauteile sind im Bootsrumpf typischerweise für die Querversteifung bedeutsam? (Spanten) (!Decksbeschichtungen) (!Lenzschläuche) (!Lackschichten)




Wie groß ist die berechnete Trockenmasse von drei Gewebelagen zu je 300 Gramm pro Quadratmeter bei 0,264 Quadratmeter Zuschnittfläche pro Lage? (237,6 Gramm) (!79,2 Gramm) (!720 Gramm) (!264 Gramm)




Welche Grundlage bestimmt das Mischungsverhältnis eines tatsächlich eingesetzten Epoxidharzsystems? (Das aktuelle Datenblatt des genau eingesetzten Herstellersystems) (!Eine beliebige allgemeine Internetformel) (!Die Farbe des Glasgewebes) (!Die Außentemperatur allein)




Was ist bei der Planung eines Beschlags auf einem Sandwichdeck besonders wichtig? (Die Last muss in eine dafür nachgewiesene lokale Verstärkung eingeleitet werden) (!Der weiche Kern reicht als Gewindeaufnahme immer aus) (!Jede Decksdurchführung ist ohne Abdichtung dicht) (!Die Decksfarbe bestimmt die zulässige Zugkraft)




Was beschreibt die Bucht einer Deckskonstruktion? (Die Querwölbung des Decks) (!Die elektrische Leitungslänge) (!Die maximale Bootsgeschwindigkeit) (!Den Wasserstand in der Bilge)




Welcher idealisierte Nennstrom folgt aus 18 Watt bei 12 Volt? (1,5 Ampere) (!0,67 Ampere) (!6 Ampere) (!216 Ampere)




Welche Vorgehensweise ist bei fehlender Freigabe für elektrische Arbeiten am Boot geeignet? (Die Leitungsführung mit einem nicht bestromten Modell prüfen) (!Eine beliebige Bordbatterie kurz anschließen) (!Die Pumpe ohne Sicherungsplanung direkt betreiben) (!Eine nasse Steckverbindung im Betrieb testen)




Was soll geschehen wenn das gelieferte Gewebe nicht dem freigegebenen Laminatplan entspricht? (Material kennzeichnen und bis zur Klärung durch Verantwortliche sperren) (!Abweichung ignorieren wenn das Material ähnlich aussieht) (!Ohne Änderung der Unterlagen eine andere Faserorientierung wählen) (!Den Wareneingangseintrag nachträglich löschen)





Memory

Ordne jeden eindeutigen Fachbegriff seiner passenden Funktion zu.

Abpallen Ein Boot zum Lagern fachgerecht auf Stützen und Auflager setzen
Laminatplan Dokument zur Reihenfolge und Orientierung von Faserlagen
Schott Querwand im Rumpf mit möglicher aussteifender Funktion
Bucht Wölbung eines Decks quer zur Schiffslängsrichtung
Bilge Tief liegender Innenbereich in dem sich Wasser sammeln kann
Gefährdungsbeurteilung Systematische Ermittlung von Risiken und erforderlichen Schutzmaßnahmen





Drag-and-drop

Ordne den Schritten im Werkstattauftrag die passende fachliche Bedeutung zu.

Passenden Arbeitsschritt zuordnen Beschreibung
Wareneingangsprüfung Gelieferte Werkstoffe mit Stückliste und Chargenangaben abgleichen
Konstruktionsabgleich Rumpfverbände und Decksdurchführung in den Plänen auf Konflikte prüfen
Modellmontage Vorhandene Lage- und Maßangaben an der sicheren Attrappe nachbilden
Soll-Ist-Vergleich Festgelegte Qualitätsmerkmale mit gemessenen Beobachtungen vergleichen
Übergabedokumentation Ausführungsergebnis und verbleibende Einschränkungen verständlich festhalten





Kreuzwort

Finde zu jeder eindeutigen berufsbezogenen Umschreibung das Fachwort.

Spant Quer zur Längsachse angeordnetes formgebendes Rumpfbauteil
Schott Trennendes Bauteil im Bootskörper das auch zur Aussteifung dienen kann
Deck Oberer Abschluss des Bootskörpers
Gelege Flächiges Faserhalbzeug mit gezielt abgelegter Faserrichtung
Lenzpumpe Einrichtung zum Fördern von Wasser aus dem Boot
Laminat Aus mehreren miteinander verbundenen Lagen aufgebauter Werkstoff





LearningApps

Suche passende zusätzliche Zuordnungsübungen. Die externen Suchtreffer werden vor einer Übernahme in den Unterricht fachlich geprüft; die Suchseite ist selbst keine zugesicherte geprüfte Einzelaufgabe.


Lückentext

Trage in jeder Aussage den fachlich passenden Begriff oder berechneten Wert ein. Verwende die Inhalte aus dem Praxisfall.

Ergänze die Aussagen zum Werftauftrag.
Ein formgebendes Rumpfbauteil quer zur Längsachse heißt

.
Die Anordnung von Faserlagen wird im

festgelegt.
Die für das Musterteil berechnete Trockenfasermasse beträgt

Gramm.
Die rein theoretisch geplante Harzsystemmasse beträgt

Gramm.
Die fiktiv berechnete rechteckige Lagerplanfläche beträgt

Quadratmeter.
Die Gewichtskraft von Boot und Bock beträgt näherungsweise

Kilonewton.
Die elektrische Stromstärke des fiktiven Pumpenaggregats beträgt

Ampere.
Zur Nachprüfung eines Fehlers gehören dokumentierte

.
Die quer verlaufende Deckswölbung heißt

.
Ohne betriebliche Freigabe erfolgt die Ausführung ausschließlich am

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Kundenauftrag: Erstelle eine anonymisierte Auftragskarte mit vier technischen Anforderungen, zwei offenen Kundenfragen und einer klaren Grenze zwischen Modell und Realpraxis.
  2. Bootslagerung: Zeichne im Maßstab 1:50 das fiktive Boot und die angesetzte Lagerplanfläche und kennzeichne noch zu klärende Fahr- und Fluchtwege.
  3. Spant: Beschrifte eine eigene Rumpfskizze mit Spant, Längsstringer, Schott und Kielbereich und erläutere jeweils die mögliche Funktion.
  4. Lenzpumpe: Fertige ein beschriftetes, nicht bestromtes Funktionsschema einer Pumpe an und erkläre Ansaugung, Förderung und Wartungszugang.


Standard

  1. Faserverbundwerkstoff: Berechne den trockenen Gewebebedarf für die Musterplatte und dokumentiere alle Flächen-, Lagen- und Verschnittannahmen mit Einheiten.
  2. Deckskonstruktion: Vergleiche für ein nichttragendes Muster Volllaminat- und Sandwichaufbau anhand von mindestens vier Kriterien; benenne die Grenzen des Vergleichs.
  3. Qualitätssicherung: Baue das dreilagige Papiermodell, miss Länge und Breite und dokumentiere an zwei Stellen Soll, Ist und mögliche Korrekturen.
  4. Betriebliche Kommunikation: Verfasse eine fiktive Rückfrage an die verantwortliche Fachkraft, weil Lieferbezeichnung und Laminatplan nicht übereinstimmen, ohne eine eigenmächtige Freigabe zu behaupten.


Schwer

  1. Rumpfkonstruktion: Entwickle zwei Rumpfvarianten und vergleiche Quer- und Längsverband, Material, Fertigung und denkbare Einbauschnittstellen mit einer begründeten Entscheidungsmatrix.
  2. Technische Anlagen: Plane eine trockene Pumpenattrappe mit Leitungstrasse und Servicezugang; prüfe die Kollisionen mit Deck und Spanten, rechne den Nennstrom und begründe die nicht berechenbaren Schutzgrößen.
  3. Fehleranalyse: Simuliere zwei Qualitätsabweichungen wie falsche Faserorientierung und ungünstige Decksdurchführung; erzeuge einen Fehlerbaum, eine Prüfentscheidung und einen dokumentierten Nachweis der Korrektur.
  4. Arbeitsplanung: Erstelle ein vollständiges digitales Übergabedossier mit Materialfluss, sicherem Alternativverfahren, Meilensteinen, Qualitätsprotokoll, Kostenannahmen und einer reflektierten Verbesserung für den Folgeauftrag.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Auftragsanalyse: Du erhältst widersprüchliche Angaben zur Lage einer Schottwand. Erkläre, welche Angaben du vor einer Decksdurchführung beschaffen musst und wann du die Arbeit stoppst.
  2. Fachrechnen: Für ein zweites Boot mit 5,20 m Länge und 2,00 m Breite gelten dieselben fiktiven Randzugaben. Berechne die Planfläche mit nachvollziehbaren Zwischenschritten und unterscheide sie von rechtlich erforderlichen Fluchtwegen.
  3. Werkstoffauswahl: Begründe, weshalb drei Papierlagen ein sicheres Demonstrationsmodell, aber keinen Festigkeitsnachweis für ein GFK-Bauteil liefern.
  4. Montageschnittstelle: Erläutere an einem zeichnerischen Beispiel, wie eine Pumpenleitung und ein tragender Rumpfverband in Konflikt geraten können; schlage einen freigabepflichtigen Planungsweg vor.
  5. Qualitätsanalyse: Eine Musterplatte hat Sollmaß 600 × 400 mm, Istmaß 604 × 399 mm und eine verdrehte Lage. Beurteile sie anhand der im Kurs festgelegten Übungsmaßtoleranz und des Laminatplans und formuliere eine sachgerechte Rückmeldung.
  6. Kundenübergabe: Verfasse eine kurze, für Laien verständliche Übergabenotiz mit erledigten Modellarbeiten, fehlenden Realfreigaben, nachhaltigen Materialentscheidungen und offenen Fragen.




Lernnachweis

Dein konkreter Kompetenznachweis ist eine geschlossene Projektmappe zum fiktiven Auftrag B-02: (a) Auftragskarte und Rückfragen, (b) Lager- und Belastungsrechnung, (c) Rumpf-/Decksskizze mit Variantenvergleich, (d) Gewebe- und Materialrechnung, (e) dreilagiges Papiermodell oder digitale Modellansicht, (f) Pumpenschema mit 12-V-/18-W-Rechnung, (g) Soll-Ist-Prüfprotokoll mit dokumentierter Fehlerkorrektur, (h) freigegebene sichere Ausführungsart sowie (i) ein kurzes Übergabegespräch und Reflexion. Ein Prüfungsgespräch kann mit drei Fragen geführt werden: „Warum diese Konstruktion?“, „Wie wurde ein Mangel erkannt?“ und „Warum darf die reale Anlage noch nicht in Betrieb genommen werden?“.

Bewertung und Feedback: Nutze das 100-Punkte-Raster aus Kapitel 6. Lehrkräfte oder Ausbildende begründen die erreichten Punkte anhand der konkreten Nachweise und vereinbaren eine Verbesserung mit Termin und erneuter Prüfmöglichkeit. Eigene Reflexion: Wo hast du technische Annahmen von nachgewiesenen Tatsachen getrennt? Welcher Arbeitsschritt verursachte unnötigen Verschnitt? Wo hättest du früher mit einem anderen Gewerk sprechen müssen? Die Mappe ersetzt weder den betrieblichen Ausbildungsnachweis noch eine Gesellen- oder Abschlussprüfung.

Nachhaltigkeit und Datenschutz: Dokumentiere Verschnittmenge, Materialtrennung, reparaturfreundliche Zugänglichkeit und energiebezogene Entscheidungen. Verwende ausschließlich fiktive Kundendaten, öffentlich nutzbare Medien und nicht vertrauliche technische Zeichnungen; für Lernprodukte ist nur die erforderliche Datenmenge aufzubewahren.




OER und Wikipedia

Maßgebliche Fach- und Rechtsquellen (auf Aktualität und betriebliche Geltung prüfen):

Offene Bildquellen mit geprüfter Dateibezeichnung, Urheberschaft und Lizenz:

Eingebettete Commons-Datei Quelldatensatz Urheber Lizenz und Beleg
File:Keel blocks, Belfast Dry Dock - geograph.org.uk - 878916.jpg Commons-Dateiseite Ross CC BY-SA 2.0
File:Coque en préparation fibre de verre epoxy du Trait d'Union.jpg Commons-Dateiseite Aeroceanaute CC BY-SA 4.0
File:Boat-building-timber-frames.jpg Commons-Dateiseite Bill Bradley / Billbeee CC BY-SA 3.0
File:Boat-frames.jpg Commons-Dateiseite Bill Bradley / Billbeee CC BY-SA 3.0
File:Manual bilge pump.jpg Commons-Dateiseite Jbasic CC BY-SA 4.0

Die genannten Commons-Abbildungen werden hier unverändert eingebunden; ihre Urheber- und Lizenzhinweise stehen direkt an den Bildern und nochmals in der Tabelle. Für Bearbeitungen sind die jeweiligen Lizenzbedingungen, insbesondere Namensnennung, Lizenzlink, Änderungshinweis und Weitergabe unter gleichen Bedingungen, zu beachten. Die Videoeinbettung bietet Anschauung, aber keine Freigabe für riskante Tätigkeiten.



Verknüpfte Lernbereiche

Weitere Projektanschlüsse: ein klassenübergreifender Vergleich von Volllaminat- und Sandwichmodellen; eine digitale Lagerflächenplanung mit Kollisionskontrolle; ein fiktives Reparaturgespräch mit Änderungsauftrag; ein Vergleich von papierbasiertem und digitalem Prüfprotokoll. Fachübergreifend wirken Mathematik, Physik, Chemie, Wirtschaft, Recht, Kommunikation, Nachhaltigkeit und Digitaltechnik mit.


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