Umschlag und Lagerdauer gemeinsam interpretieren - Lagerkennzahlen und Abschlussauftrag - Ausbildung
Umschlag und Lagerdauer gemeinsam interpretieren - Lagerkennzahlen und Abschlussauftrag - Ausbildung
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Einleitung
Dein Auftrag: Du lernst, den Lagerumschlag beziehungsweise die Lagerumschlagshäufigkeit und die Lagerdauer nicht getrennt, sondern als zwei zusammenhängende Lagerkennzahlen zu beurteilen. Du rechnest mit vollständig erfundenen Warenbewegungen, vergleichst zwei Modelljahre und leitest einen begründeten Handlungsauftrag für die Beschaffungsplanung ab.
Zielgruppe: Auszubildende zur Fachkraft für Lagerlogistik, 3. Ausbildungsjahr. Nach diesem aiMOOC kannst du Eingangsgrößen kontrollieren, Durchschnitte bestimmen, die korrekten Einheiten angeben, Veränderungen erklären, Versorgungsrisiken erkennen und Ergebnisse adressatengerecht dokumentieren.
Sichere Lernumgebung: Die Firma, Mengen, Namen, Preise, Zeiträume und Entscheidungen sind vollständig fiktiv. Die Aufgaben sind Papier-, Tabellen- und Besprechungssimulationen. Gerätebedienung und praktische Arbeiten finden hier nicht statt. Eine mögliche betriebliche Umsetzung setzt zuständige Fachkräfte, Unterweisung, Aufsicht und betriebliche Vorgaben voraus. Der Kurs ersetzt weder Berechtigungen oder Befähigungsnachweise noch fachliche oder rechtliche Einzelfallfreigaben.

Lagerregal als Anschauung, nicht als Aufnahme aus dem erfundenen Betrieb. Foto: Axisadman, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Amtliche Einordnung (Stand der geprüften Quellen: 21.10.2026): Der KMK-Rahmenlehrplan für den Beruf Fachkraft für Lagerlogistik vom 25.03.2004 ordnet das Auswerten von Lagerkennzahlen im dritten Ausbildungsjahr dem Lernfeld 12 „Kennzahlen ermitteln und auswerten“ mit 80 Unterrichtsstunden zu; Grundlagen zu Umschlagshäufigkeit und Lagerdauer erscheinen auch in Lernfeld 3. Dies ist eine schulische Lernfeldzuordnung. Davon zu unterscheiden ist die betriebliche Ausbildungsordnung vom 26.07.2004 (LWLogAusbV), die betriebliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Prüfungsanforderungen regelt. Die Rechenkonvention mit 360 Tagen ist hier eine ausdrücklich vereinbarte Modellannahme, keine behauptete gesetzliche Frist.
Daten verstehen und sauber abgrenzen
Der fiktive Ausbildungsbetrieb
Das Musterlager Eichenfeld lagert ausschließlich ungefährliche, trockene, nicht verderbliche Industriebauteile: Montagebox A und Dichtungspaket B. Du unterstützt die fiktive Logistikleitung mit einer Auswertung zweier abgeschlossener Modelljahre 2025 und 2026. Für Kennzahlen zur durchschnittlichen Lagerdauer wird jedes Modelljahr einheitlich mit 360 Rechentagen angesetzt. Diese Modelljahre sind keine echten Buchführungsunterlagen.
Anfangsbestand bezeichnet Stück am ersten Tag eines Zeitraums; Zugänge sind eingebuchte Stück; Abgänge sind entnommene bzw. verbrauchte Stück; Endbestand ist der Bestand zum Periodenschluss. In dieser Lernrechnung gibt es keine Retouren, Inventurdifferenzen, Wertberichtigungen oder Umbuchungen. Die Bestandsgleichung muss stets stimmen: Anfangsbestand + Zugänge − Abgänge = Endbestand.
| Artikel | Modelljahr | Anfangsbestand in Stück | Zugänge in Stück | Abgänge in Stück | Endbestand in Stück |
|---|---|---|---|---|---|
| Montagebox A | 2025 | 500 | 3.000 | 3.200 | 300 |
| Montagebox A | 2026 | 300 | 2.900 | 3.000 | 200 |
| Dichtungspaket B | 2025 | 1.000 | 1.600 | 1.800 | 800 |
| Dichtungspaket B | 2026 | 800 | 1.550 | 1.350 | 1.000 |
Kontrollbeispiel: A im Modelljahr 2026: 300 + 2.900 − 3.000 = 200 Stück. B im Modelljahr 2026: 800 + 1.550 − 1.350 = 1.000 Stück. Prüfe jede Tabellenzeile, bevor du Kennzahlen berechnest.
Einheiten und Vergleichbarkeit
Bei einer mengenmäßigen Auswertung stehen im Zähler die Abgänge je Jahr in Stück und im Nenner der durchschnittliche Lagerbestand in Stück. Der Quotient gibt die Zahl der Umschläge je Modelljahr an; in Alltagssprache „x-mal im Jahr“. Die daraus hergeleitete Lagerdauer wird in Tagen ausgewiesen. Euro-Beträge lassen sich nur vergleichen, wenn Zu- und Abgänge konsistent auf derselben Wertbasis bewertet werden; Umsatzerlöse mit Einstandswerten zu mischen ist falsch.
Der hier genutzte Durchschnitt aus Anfangs- und Endbestand ist nur eine vereinfachende Näherung. Bei starken Bestandsbewegungen sind mehrere Stichtage oder Tagesdurchschnitte aussagekräftiger. Ein niedriger Umschlag ist kein automatischer Fehler: Lieferzeiten, Mindestmengen, Saisonalität und Versorgungsrisiken können Bestände begründen.

Palettenregal als sachbezogene Illustration. Foto: Onetechvietnam, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Durchschnittsbestand und Umschlag berechnen
Formeln und Rechenweg
Vereinfachter durchschnittlicher Lagerbestand = (Anfangsbestand + Endbestand) / 2, Einheit Stück.
Lagerumschlagshäufigkeit = Jahresabgang / durchschnittlicher Lagerbestand, Einheit Umschläge je Modelljahr. Bei einem Durchschnittsbestand von null ist dieser Quotient nicht definiert und darf nicht als null ausgegeben werden.
Montagebox A, 2025: (500 + 300) / 2 = 400 Stück. 3.200 / 400 = 8 Umschläge je Modelljahr.
Montagebox A, 2026: (300 + 200) / 2 = 250 Stück. 3.000 / 250 = 12 Umschläge je Modelljahr.
Dichtungspaket B, 2025: (1.000 + 800) / 2 = 900 Stück. 1.800 / 900 = 2 Umschläge je Modelljahr.
Dichtungspaket B, 2026: (800 + 1.000) / 2 = 900 Stück. 1.350 / 900 = 1,5 Umschläge je Modelljahr.
Was steckt in der Veränderung?
A dreht sich trotz leicht sinkender Jahresabgänge rechnerisch schneller: Der durchschnittliche Bestand sinkt von 400 auf 250 Stück, also um 37,5 %. Zugleich sinkt der Abgang nur von 3.200 auf 3.000 Stück, also um 6,25 %. Der Quotient wächst von acht auf zwölf Umschläge. Der Rückgang des Durchschnittsbestands erklärt den Anstieg wesentlich mit.
B zeigt den umgekehrten Effekt: Der Durchschnittsbestand bleibt 900 Stück, aber der jährliche Abgang sinkt von 1.800 auf 1.350 Stück. Damit sinkt die Umschlagshäufigkeit von zwei auf 1,5. Eine Nachfrageänderung ist eine Hypothese, keine durch die Kennzahl allein bewiesene Ursache.
Erklärvideo zu Lagerkennzahlen (deutsch), Kanal LagerLernen, veröffentlicht 11.05.2021; Video unterstützt Rechenregeln, unsere Modellwerte sind davon unabhängig.
Lagerdauer aus Umschlag herleiten
Rechenkonvention und Gegenseitigkeit
Durchschnittliche Lagerdauer = 360 Rechentage / Lagerumschlagshäufigkeit je Modelljahr. Gleichwertig: 360 Rechentage × durchschnittlicher Lagerbestand / Jahresabgang. Das Produkt aus Umschlagshäufigkeit und Lagerdauer beträgt im vereinbarten Modell 360 Tage. Die Kennzahlen sind hier daher keine zwei unabhängigen Messungen, sondern algebraisch verknüpft.
Für A: Modelljahr 2025 = 360 / 8 = 45 Tage; Modelljahr 2026 = 360 / 12 = 30 Tage. Die modellierte Lagerdauer verkürzt sich um 15 Tage, relativ um 15 / 45 = 33,33 %.
Für B: Modelljahr 2025 = 360 / 2 = 180 Tage; Modelljahr 2026 = 360 / 1,5 = 240 Tage. Die modellierte Lagerdauer steigt um 60 Tage, relativ um 60 / 180 = 33,33 %.
Die Aussage „hoher Umschlag bedeutet kurze rechnerische Lagerdauer“ gilt bei demselben Bezugszeitraum und derselben Berechnungsmethode. Die Formel sagt nicht, wie lange jedes einzelne Paket tatsächlich im Regal lag: Dafür bräuchtest du chargen- oder stückbezogene Buchungsdaten.
| Artikel | Modelljahr | Ø Bestand | Jahresabgang | Umschlag je Jahr | Ø Lagerdauer |
|---|---|---|---|---|---|
| A | 2025 | 400 Stück | 3.200 Stück | 8 | 45 Tage |
| A | 2026 | 250 Stück | 3.000 Stück | 12 | 30 Tage |
| B | 2025 | 900 Stück | 1.800 Stück | 2 | 180 Tage |
| B | 2026 | 900 Stück | 1.350 Stück | 1,5 | 240 Tage |
Fehlercheck: 1,5 Umschläge sind nicht 1,5 Tage. Auch darfst du 360 / 12 = 30 nicht mit 365 / 8 = 45,625 aus einer anderen Tagesbasis vergleichen, ohne die Konvention zu nennen.
Erklärvideo zu Lagerbestand, Umschlag und Lagerdauer (deutsch), Christian Hakenes, veröffentlicht 01.02.2022.
Kennzahlen interpretieren und Daten prüfen
Zahlenvergleich statt vorschnellem Urteil
A: Der Umschlag erhöht sich um (12 − 8) / 8 × 100 = 50 %, die Lagerdauer sinkt um 33,33 %. Ein kleinerer Bestand kann Kapital binden helfen, aber zu starkes Reduzieren gefährdet die Lieferfähigkeit. Im Modell kostet A konstant 25 Euro je Stück zum Einstandspreis: durchschnittliche Bestandswerte 2025 = 400 × 25 = 10.000 Euro, 2026 = 250 × 25 = 6.250 Euro. Die Differenz beträgt 3.750 Euro weniger durchschnittlich gebundenes Bestandkapital; dies ist keine errechnete Einsparung von Lagerkosten und kein Gewinn.
B: Der Umschlag sinkt um (1,5 − 2) / 2 × 100 = −25 %, die Lagerdauer steigt um 33,33 %. Das kann auf eine Nachfrageschwäche, eine größere Sicherheitsbevorratung oder ungeeignete Disposition hinweisen. Ursachen müssen mit Prognosen und Buchungsbelegen überprüft werden.
Datenqualität, Zeitraum und Kontext
Vergleiche nur gleiche Perioden, Mengen- oder Wertbasen, Bestandsdefinitionen und die gleiche Zahl von Rechentagen. Prüfe, ob Abgänge echte Verbrauchs- oder Verkaufsbewegungen darstellen und ob Buchungen vollständig sind. Beachte, dass Umschlag und Lagerdauer Durchschnittswerte sind: Sie verraten für sich nichts über einzelne Fehlteile, Nachfragespitzen, Lieferzuverlässigkeit oder Ladenhüter einzelner Chargen.

Animation einer Balkendiagramm-Darstellung (nicht die fiktiven Lagerdaten): Jonas Kress (WMDE), Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Übertrage die Idee der grafischen Gegenüberstellung auf die vier eigenen Umschlagwerte.
Hörauftrag als ergänzender Medienimpuls: Geräuschaufnahme eines Gabelstaplers bei Wikimedia Commons (Work With Sounds / Werstas, Aufnahme: Aki Laulajainen, CC BY 4.0). Höre sie optional mit angemessener Lautstärke. Sie verdeutlicht die betriebliche Umgebung, ist keine Messung von Lagerdauer, kein Nachweis einer bestimmten Arbeitsschutzbewertung und keine Aufforderung zum Bedienen von Flurförderzeugen.
Abschlussauftrag: zwei Artikel disponieren
Ein neuer fiktiver Planungshorizont
Die Logistikleitung benötigt eine Vorlage für die nächsten 90 Modell-Kalendertage. Neu bekannte Annahmen: A hat 200 Stück Ist-Bestand, prognostizierten Bedarf 900 Stück in 90 Tagen (vereinfachend gleichmäßig 10 Stück/Tag), normale Wiederbeschaffungszeit 12 Tage und geplanten Sicherheitsbestand 100 Stück. B hat 1.000 Stück Ist-Bestand und erwarteten Abgang 240 Stück in 90 Tagen; zunächst ist kein Wareneingang geplant. Alle Angaben sind Annahmen eines Papierfalls; Lagerdauerwerte aus den Vorjahren ersetzen keine aktuelle Bedarfsprognose.
Meldebestand A = Tagesbedarf × Wiederbeschaffungszeit + Sicherheitsbestand = 10 Stück/Tag × 12 Tage + 100 Stück = 220 Stück. Bei aktuell 200 Stück ist der Meldebestand um 20 Stück unterschritten. Ohne vorzeitige Lieferung würden nach zwölf Tagen 200 − 120 = 80 Stück verbleiben, also 20 Stück unter dem angenommenen Sicherheitsbestand. Das verlangt eine Prüfung mit Einkauf und Disposition, nicht eigenmächtiges Bestellen oder riskante Improvisation.
Vereinfachte Bestellmenge A zur Deckung von 90 Tagen bei Zielrestbestand von 100 Stück: 900 + 100 − 200 = 800 Stück, sofern es sonst keinerlei Zugänge gibt. Nach 90 Tagen blieben dann rechnerisch 200 + 800 − 900 = 100 Stück. Das garantiert keine durchgehend eingehaltene Sicherheitsreserve: Bei erst am Tag 12 eintreffender Lieferung fällt sie zuvor rechnerisch auf 80 Stück. Eine vorgezogene Lieferung bis zum Tag 10 oder eine andere freizugebende Überbrückungsmaßnahme ist deshalb gesondert abzustimmen.
Reichweite B bei konstanter Prognose = 1.000 Stück / (240 Stück / 90 Tage) = 375 Tage. Nach 90 Tagen wären 1.000 − 240 = 760 Stück vorhanden. Das rechtfertigt eine Prüfung von Bestellstopp bzw. geringeren Bestellmengen und Prognosequalität, aber keinen automatischen Abbau auf null. Weil B eine prognostizierte tägliche Abnahme von rund 2,67 Stück hat, ist diese Reichweite ein Modellwert.

Beispiel einer automatisierten Lagerumgebung; keine Darstellung des erfundenen Betriebs. QmcBeQ3G7DZCmY84uPgT, Wikimedia Commons, CC BY 4.0.
Entscheidungsnotiz und Prüfprotokoll
Deine schriftliche Empfehlung enthält: 1. geprüfte Bestandsbilanz, 2. Berechnung mit Formel und Einheit, 3. Vergleich 2025/2026 samt relativer Änderung, 4. Kurzinterpretation mit Unsicherheiten, 5. Dispositionsvorschlag für A und B, 6. Zuständigkeit und Termin zur Überprüfung, 7. Hinweis auf Sicherheitsbestände und Lieferfähigkeit.
| Prüffrage | Erwartete fachliche Antwort |
|---|---|
| Warum reagierst du bei A? | Meldebestand unterschritten, und Standardlieferung lässt den Modellbestand vor Zugang unter die Sicherheitsreserve sinken. |
| Warum nicht sofort B nachbestellen? | 760 Stück Modellrest nach 90 Tagen und 375 Tage Reichweite deuten auf eine im Verhältnis zum Bedarf hohe Vorratsmenge hin. |
| Was begrenzt deine Sicherheit? | Prognosen sind unsicher, Anfangs-/Endmittel kann schwanken, und die tatsächlichen Liefertermine sind nicht belegt. |
| Wer entscheidet über Maßnahmen? | Zuständige betriebliche Fachkräfte nach Prüfung aktueller Bestände, Vertragssituation und betrieblicher Regeln. |
Merksatz: Lagerumschlag und Lagerdauer sind in dieser Rechnung zwei Blickrichtungen derselben Bestands-Abgangs-Beziehung. Entscheide nur zusammen mit Bedarf, Beschaffungszeit, Kosten, Servicegrad und Datenqualität.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Wie hoch ist der durchschnittliche Lagerbestand von Montagebox A im Modelljahr 2026? (250 Stück) (!200 Stück) (!300 Stück) (!500 Stück)
Begründete Rückmeldung: Aus 300 Stück Anfangsbestand und 200 Stück Endbestand folgt der vereinfachte Durchschnitt von 250 Stück.
Wie oft wird Montagebox A im Modelljahr 2026 rechnerisch umgeschlagen? (12-mal pro Modelljahr) (!8-mal pro Modelljahr) (!30-mal pro Modelljahr) (!250-mal pro Modelljahr)
Begründete Rückmeldung: 3.000 Stück Jahresabgang geteilt durch 250 Stück Durchschnittsbestand ergeben 12 Umschläge im Modelljahr.
Welche rechnerische Lagerdauer gehört zu zwölf Umschlägen bei der 360-Tage-Konvention? (30 Tage) (!12 Tage) (!45 Tage) (!360 Tage)
Begründete Rückmeldung: 360 Modell-Tage geteilt durch 12 Umschläge ergeben 30 Tage durchschnittliche Lagerdauer.
Wie verändert sich der Umschlag von Montagebox A gegenüber dem Vorjahr? (Er steigt von 8 auf 12 um 50 Prozent) (!Er sinkt von 12 auf 8 um 50 Prozent) (!Er bleibt unverändert) (!Er wächst um 4 Prozent)
Begründete Rückmeldung: Die relative Veränderung beträgt 4 geteilt durch 8 und damit 50 Prozent; vier Umschläge sind nur die absolute Differenz.
Welche Kombination beschreibt Dichtungspaket B im Modelljahr 2026 richtig? (1,5 Umschläge und 240 Tage) (!2 Umschläge und 180 Tage) (!12 Umschläge und 30 Tage) (!900 Umschläge und 1,5 Tage)
Begründete Rückmeldung: 1.350 Stück Abgang geteilt durch 900 Stück Durchschnitt ergeben 1,5; 360 geteilt durch 1,5 ergibt 240 Tage.
Was bedeutet eine steigende Lagerdauer bei vergleichbarer Berechnungsgrundlage? (Der Bestand verweilt rechnerisch länger im Lager) (!Der Warenausgang steigt zwingend) (!Die Ware ist automatisch beschädigt) (!Die Lieferfähigkeit ist immer besser)
Begründete Rückmeldung: Eine höhere Dauer ist zunächst ein Kennzahlensignal und muss mit Bedarf, Bestand, Risiken und Datenqualität geprüft werden.
Wie lautet der Meldebestand für Montagebox A bei zehn Stück Tagesbedarf, zwölf Tagen Lieferzeit und 100 Stück Sicherheitsbestand? (220 Stück) (!120 Stück) (!100 Stück) (!1.200 Stück)
Begründete Rückmeldung: Zehn Stück pro Tag mal zwölf Tage plus 100 Stück Sicherheit ergeben 220 Stück.
Was ergibt der Abgleich des aktuellen A-Bestands mit dem Meldebestand? (200 Stück liegen 20 Stück unter dem Meldebestand) (!200 Stück liegen 20 Stück darüber) (!200 Stück entsprechen dem Meldebestand) (!Der Meldebestand ist aus Lagerdauer identisch ableitbar)
Begründete Rückmeldung: Der fiktive Ist-Bestand liegt bei 200 Stück und der berechnete Meldebestand bei 220 Stück; eine Dispositionsprüfung ist fällig.
Welcher Restbestand von B ergibt sich ohne Zugang nach 90 Tagen bei 240 Stück prognostiziertem Verbrauch? (760 Stück) (!240 Stück) (!1.240 Stück) (!900 Stück)
Begründete Rückmeldung: 1.000 Stück Anfangsbestand minus 240 Stück erwarteter Abgang ergibt 760 Stück Restbestand.
Welche Schlussfolgerung ist fachlich sorgfältig? (Umschlag und Lagerdauer zusammen mit Lieferzeit und Bestandsrisiken auswerten) (!Alle niedrigen Bestände sofort auf null reduzieren) (!Beide Kennzahlen ohne Zeitraum und Einheit vergleichen) (!Kennzahlen allein als Beweis für perfekte Lieferfähigkeit ansehen)
Begründete Rückmeldung: Die Kennzahlen sind miteinander verknüpft; eine Maßnahme benötigt zusätzlich Bedarfsprognose, Versorgungsrisiko und verlässliche Daten.
Memory
Finde passende Begriffe und Beschreibungen. Jede Paarung ist genau einmal vorhanden.
| Anfangsbestand | Vorhandene Stückzahl zum Beginn des Auswertungszeitraums |
| Endbestand | Vorhandene Stückzahl am Ende des Auswertungszeitraums |
| Jahresabgang | Im betrachteten Jahr entnommene oder verbrauchte Stückzahl |
| Durchschnittsbestand | Vereinfachtes arithmetisches Mittel aus Anfang und Ende |
| Umschlagshäufigkeit | Jahresabgang geteilt durch Durchschnittsbestand |
| Meldebestand | Orientierungswert aus Bedarf während Lieferzeit und Sicherheitsreserve |
Drag-and-Drop
Ordne jeder Aussage die passende fachliche Bezeichnung zu. Es werden ausschließlich Texte zugeordnet.
| Gesuchter Begriff | Fachliche Beschreibung |
|---|---|
| Bestandsbilanz | Anfangsbestand plus Zugänge abzüglich Abgänge ergibt den Endbestand |
| Umschlag | Häufigkeit rechnerischer Bestandserneuerung in einem Modelljahr |
| Lagerdauer | Rechentage geteilt durch die Umschlagshäufigkeit |
| Reichweite | Ist-Bestand im Verhältnis zum erwarteten Tagesverbrauch |
| Sicherheitsbestand | Geplante Bestandsreserve für mögliche Abweichungen |
Kreuzworträtsel
Beantworte die sechs Begriffsfragen; jedes Lösungswort besteht aus genau einem Wort.
| Umschlag | Wie heißt die rechnerische Häufigkeit der Bestandserneuerung verkürzt? |
| Lagerdauer | Welche Kennzahl beschreibt die durchschnittliche Verweildauer in Tagen? |
| Bestand | Wie lautet der Sammelbegriff für die im Lager vorhandene Menge? |
| Abgang | Wie heißt eine aus dem Lager entnommene Warenmenge? |
| Prognose | Wie nennt man eine begründete Vorhersage künftigen Bedarfs? |
| Inventur | Wie heißt die systematische körperliche Bestandsaufnahme? |
LearningApps
Suche ergänzende Lernbausteine zu Umschlag, Lagerdauer und Lagerkennzahlen. Die externe Suche ist kein Ersatz für den eigenständigen Lückentext.
Lückentext
Ergänze die grundlegenden Begriffe und Modellwerte. Pro Satz ist höchstens eine Lücke gesetzt.
Offene Aufgaben
Erstelle schriftliche, überprüfbare Produkte. Nutze ausschließlich die fiktiven Werte; echte Buchungssysteme, Flurförderzeuge, Gefahrenbereiche und private Daten sind nicht erforderlich.
Leicht
- Lagerbestand: Prüfe die Bestandsgleichung für alle vier Tabellenzeilen und dokumentiere die vier Endbestände mit Einheiten.
- Durchschnittlicher Lagerbestand: Berechne für A und B beide vereinfachten Durchschnittsbestände; erläutere an einem Satz die Grenzen der Methode.
- Lagerumschlagshäufigkeit: Berechne die vier Umschlagwerte und kennzeichne den Zeitraum sowie die Zähler- und Nennereinheiten.
- Lagerdauer: Ermittle vier Lagerdauern mit der 360-Tage-Konvention und kontrolliere je einmal das Produkt aus Dauer und Umschlag.
Standard
- Kennzahlenvergleich: Entwickle eine Vergleichstabelle beider Jahre mit absoluten und relativen Änderungen für A und B; interpretiere beide Richtungen.
- Bestandsanalyse: Erstelle ein beschriftetes Balkendiagramm der Umschläge 2025/2026 und formuliere zwei zulässige sowie zwei unzulässige Schlussfolgerungen.
- Meldebestand: Rechne den Meldebestand von A und den prognostizierten Bestand bis zur normalen Anlieferung nach zwölf Tagen; schreibe eine sachliche Warnnotiz.
- Lagerreichweite: Bestimme B-Reichweite und 90-Tage-Restbestand und schlage begründet eine Prüfung der Beschaffungsplanung vor.
Schwer
- Bedarfsprognose: Simuliere für A einen um 20 Prozent höheren Tagesbedarf bei unveränderter Lieferzeit und Sicherheitsreserve; berechne neuen Meldebestand und bespreche das Risiko.
- Sensitivitätsanalyse: Untersuche für B einen Jahresabgang von 1.800 statt 1.350 Stück bei unverändertem Durchschnittsbestand; berechne Umschlag und Lagerdauer und erkläre den Einfluss.
- Qualitätsmanagement: Gestalte ein Prüfblatt für Datengüte mit Periodenabgrenzung, Buchungsvollständigkeit, Ausreißern, Rundung, Kennzahlendefinition und Verantwortlichkeit.
- Abschlussauftrag: Formuliere eine einseitige Entscheidungsvorlage für die fiktive Logistikleitung, einschließlich A-Bestellprüfung, B-Bestandsprüfung, Einheiten, Annahmen und Maßnahmenfreigabe.


Lernkontrolle
- Rechenprüfung: Erkläre anhand der A-Zeile für 2026, warum 300 + 2.900 − 3.000 = 200 Stück und wie daraus der durchschnittliche Lagerbestand entsteht.
- Zusammenhang: Leite die Beziehung zwischen Umschlag und Dauer algebraisch her und prüfe sie an einem A- und einem B-Datensatz mit der 360-Tage-Basis.
- Vergleichsanalyse: Begründe, warum A trotz sinkenden Abgangs eine höhere Umschlagshäufigkeit aufweist, und unterscheide absolute und prozentuale Änderungen.
- Entscheidungsrisiko: Zeige, warum der A-Meldebestand von 220 Stück bei 200 Stück Ist-Bestand eine Prüfung auslöst, aber allein keine sichere rechtliche oder betriebliche Freigabe einer Bestellung darstellt.
- Transfer: Bewerte die Aussage „B hat 240 Tage Lagerdauer, also ist jede Charge genau 240 Tage alt“ fachlich und erkläre, welche zusätzlichen Daten benötigt werden.
- Datenschutz und Sicherheit: Nenne drei Maßnahmen, um den Modellfall ohne echte Kunden-/Mitarbeiterdaten, Bedienung gefährlicher Technik oder vertrauliche Betriebsunterlagen zu bearbeiten.
Lernnachweis
Als Lernnachweis reichst du ein selbst erstelltes, anonymes Modell-Dossier mit fünf Teilen ein: (1) vollständig geprüfte Bestandsbilanzen; (2) Rechenblatt mit vier Durchschnittsbeständen, vier Umschlagshäufigkeiten und vier Lagerdauern; (3) Vergleichsgrafik mit korrekten Achsen und Angaben zum Modelljahr; (4) Entscheidungsvermerk zu A und B mit 220 Stück Meldebestand, 80 Stück Zwischenbestand vor Standardlieferung, 800 Stück rechnerischer Deckungsbestellung und 760 Stück B-Restbestand; (5) Reflexion zu Datenqualität, Bedarfsschwankung, Sicherheit und Zuständigkeiten. Bewertet werden korrekte Formeln und Einheiten, prüfbare Rechenwege, begründete Einordnung und die Trennung zwischen Modellrechnung und betrieblicher Entscheidung.
OER und Wikipedia
Amtliche und fachliche Orientierung (abgerufen und geprüft am 21.10.2026):
- KMK: Rahmenlehrplan Fachkraft für Lagerlogistik, Beschluss 25.03.2004, insbesondere Lernfeld 12 (Seite 19) und Lernfeld 3. Schulische Lernfelder; kein betrieblicher Ausbildungsrahmenplan.
- Ausbildungsordnung LWLogAusbV vom 26.07.2004, amtliche Veröffentlichung. Betriebliche Ausbildungsordnung, getrennt vom KMK-Lehrplan; gesetzliche Quelle statt Wiedergabe eines geschützten Fachtextes.
- BIBB: Informationen zum Ausbildungsberuf und zur Verordnung 2004.
- myfactory: fachliche Formeln für Abgänge, Durchschnittsbestand, Umschlag und Lagerdauer. Software-Hilfetext, keine amtliche Norm.
- Wikipedia: Lagerumschlagshäufigkeit als allgemeiner Einstieg; Aussagen bei Bedarf mit Originalquellen abgleichen.
Wikipedia-Artikel in deutscher Sprache:
Geprüfte Wikimedia-Commons-Medien und Nutzungsangaben: Die Bilder und Tonaufnahme zeigen reale Beispiele, keine echten Daten oder Arbeitsplätze des fiktiven Musterlagers. Lizenzpflichtige Namensnennungen erfolgen hier mit Datei, Autor, Lizenz und Quelle; es wurden keine Medien neu erzeugt.
| Datei / Video | Originalquelle | Urheber | Lizenz bzw. Rechtehinweis |
|---|---|---|---|
| File:Modern warehouse with pallet rack storage system.jpg | Wikimedia Commons | Axisadman | CC BY-SA 3.0 |
| File:Pallet Racking.jpg | Wikimedia Commons | Onetechvietnam | CC BY-SA 4.0 |
| File:WDQS - Bar Chart.gif | Wikimedia Commons | Jonas Kress (WMDE) | CC BY-SA 4.0 |
| File:Automated Storage and Retrieval System.jpg | Wikimedia Commons | QmcBeQ3G7DZCmY84uPgT | CC BY 4.0 |
| File:WWS Forklifttruck.ogg | Wikimedia Commons, Audiodatei | Work With Sounds / Werstas; Aufnahme Aki Laulajainen | CC BY 4.0 |
| https://www.youtube.com/watch?v=V68clLR4yRo | YouTube, Lagerkennzahlen einfach erklärt | LagerLernen | YouTube-Video; Rechte beim jeweiligen Rechteinhaber, Einbettung nach Plattformbedingungen |
| https://www.youtube.com/watch?v=8MBTjK_a9vI | YouTube, Lagerkennzahlen berechnen | Christian Hakenes | YouTube-Video; Rechte beim jeweiligen Rechteinhaber, Einbettung nach Plattformbedingungen |
Hinweis: Medien und Quellen wurden anhand öffentlicher Dateibeschreibungen und Videometadaten ausgewählt; daraus folgt keine fachliche, rechtliche oder betriebliche Gesamtfreigabe. Der Kurs enthält keine echten Personen-, Kunden-, Schüler- oder Betriebsdaten und keine offiziellen Prüfungsaufgaben.
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