Distributionsnetze anhand von Anforderungen planen - Beschaffungslogistik und Distributionslogistik - Ausbildung
Distributionsnetze anhand von Anforderungen planen - Beschaffungslogistik und Distributionslogistik - Ausbildung
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Einleitung
Du planst als angehende Kauffrau oder angehender Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung im dritten Ausbildungsjahr ein Distributionsnetz für ein vollständig erfundenes Industrieunternehmen. Ziel ist nicht das billigste Netz um jeden Preis, sondern ein nachvollziehbarer Entwurf, der Lieferfristen, Kapazität, Kosten, Bestand, Qualität und Störungsrisiken gleichzeitig berücksichtigt.
Lernziele: Du kannst Anforderungen in überprüfbare Kriterien übersetzen, Direktverkehr und Hub-and-Spoke unterscheiden, ein Hybridnetz berechnen, Bestandsgrößen mit Einheiten bestimmen, eine Entscheidung begründen und bei Störungen ein alternatives Vorgehen formulieren. Alle Orte, Unternehmen, Mengen, Tarife und Laufzeiten des Ausbildungsfalls sind fiktiv. Berechnungen sind Übungen und keine belastbaren Realangebote.
Einordnung der Ausbildung (Quellenstand: 21.10.2026): Der KMK-Rahmenlehrplan vom 30.04.2004 regelt den berufsbezogenen Unterricht der Berufsschule. Im dritten Ausbildungsjahr nennt Lernfeld 13 „Distributionslogistik anbieten und organisieren“ einen Zeitrichtwert von 80 Stunden; behandelt werden unter anderem Distributionskonzept, Kommissionierung, Verteilung, Tourenplanung, Kostengrößen, Lagerreichweite und Lieferbereitschaftsgrad. Lernfeld 12 betrifft die Beschaffungslogistik und hat 40 Stunden Zeitrichtwert. Davon zu trennen ist die betriebliche Ausbildungsordnung des Bundes für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung vom 26.07.2004, geändert 25.05.2009. Ihr Ausbildungsrahmenplan bezieht sich auf betriebliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Die 36-monatige Ausbildung und der Bezug zur Planung logistischer Netzwerke werden beim BIBB beschrieben. KMK-Rahmenlehrplan · BIBB-Berufsprofil · Ausbildungsordnung.

Medienbeispiel einer Lieferkette; Quelle und Lizenz sind im OER-Abschnitt dokumentiert. Es zeigt nicht das fiktive Unternehmensnetz.
Anforderungen und Modellfall verstehen
Ein Distributionsnetz als System
Ein Distributionsnetz besteht aus Knoten wie Werk, Umschlagpunkt, Distributionszentrum und Kundenregion sowie Kanten, auf denen Güter bewegt werden. Zur physischen Verteilung gehören auch Informationen: Auftragsdaten, Bestandsmeldungen, Tracking, Lieferscheine und Reklamationen. Distributionslogistik koordiniert die Warenverteilung zum Abnehmer; Beschaffungslogistik betrachtet vor allem die Versorgung des Betriebs durch vorgelagerte Lieferanten. Die Schnittstelle liegt unter anderem im verfügbaren Lagerbestand und in der Produktionsplanung.
Pflichtenheft bedeutet in diesem Lernfall: überprüfbare Muss-Kriterien und gewünschte Kann-Kriterien. Muss-Kriterien sind bindend und dürfen nicht durch einen günstigeren Preis weggerechnet werden. Ein Service-Level-Agreement beschreibt hier vereinbarte Serviceziele, keine allgemeingültige Rechtsnorm.
Die fiktive Ventora-Werk GmbH
Das ausgedachte Werk „F“ produziert ausschließlich harmlose, verpackte Wartungssets ohne Batterien, Gefahrstoffe oder sicherheitskritische Montageanleitungen. Pro Arbeitswoche mit fünf Tagen werden 1.200 Sets versendet: Region Blau erhält 600 Sets, Grün 400 und Gelb 200. Jedes Set ist für die Netzrechnung gleich groß. Auf eine Modellpalette passen genau 50 Sets; Teilpaletten werden in der Übung als äquivalente Palettenanteile behandelt, wenn die Anzahl nicht ganzzahlig wäre.
| Fiktive Kundenregion | Bedarf pro Woche | Maximal zulässige Laufzeit nach Versand | Anteil am Bedarf |
|---|---|---|---|
| Blau | 600 Sets | 1 Arbeitstag | 50 % |
| Grün | 400 Sets | 3 Arbeitstage | 33,33 % |
| Gelb | 200 Sets | 3 Arbeitstage | 16,67 % |
| Gesamt | 1.200 Sets | regionenspezifisch | 100 % |
Das Unternehmen verlangt zudem nachvollziehbare Sendungsverfolgung, eine maximale Hub-Durchsatzmenge von 30 Modellpaletten pro Woche, höchstens 16 verfügbare Stellplätze für den separaten Sicherheitsbestand und einen Zielwert des termingerechten Lieferanteils von mindestens 98 %. Die Lagerkapazität und der Durchsatz sind unterschiedliche Maße. Die gewählten Transitzeiten gelten nur als Modellannahmen, nicht als zugesicherte Verkehrszeiten.
Erster Rechenschritt: 1.200 Sets ÷ 50 Sets pro Palette = 24 Paletten pro Woche. Blau benötigt 12, Grün 8 und Gelb 4 Paletten. Prüfe bei jedem Ergebnis, ob der Nenner eine Menge in Sets, Paletten, Tagen oder Euro ist.
Netzformen und Verkehrswege vergleichen
Direktnetz, Hubnetz und Hybrid
Beim Direktnetz fährt eine Sendung ohne planmäßigen zentralen Umschlag vom Werk zur Kundenregion. Es gibt weniger zentrale Abhängigkeiten, jedoch möglicherweise viele getrennte Fahrten. Beim Hub-and-Spoke-Netz bündelt ein zentraler Umschlagpunkt die Mengen: „Hub“ bezeichnet die Nabe, „Spoke“ die Verbindungen zu den Regionen. Bündelung kann Kosten senken, fügt aber einen Umschlag und möglicherweise zusätzliche Zeit hinzu. Ein Hybridnetz kombiniert direkte Eilsendungen mit gebündelten Standardverkehren.

Vergleich der Strukturen; obere Hälfte Punkt-zu-Punkt, untere Hälfte Hub-and-Spoke. Nicht maßstabsgetreu und kein Routenplan des Modellfalls.
Deutschsprachiges Erklärvideo: „Das Hub-and-Spoke-System einfach erklärt“, Lagertastisch – der Logistik Kanal, 12.10.2025. Das Video ist extern eingebunden und wird nicht als frei lizenziert ausgegeben.
Konkrete Alternativen
Im fiktiven Angebot gelten folgende vollständig definierte Wochenkosten; die Zahlen sind pauschale Szenariotariefe ohne Umsatzsteuer und enthalten bereits die jeweils beschriebenen planmäßigen Transport- und Umschlagleistungen, nicht jedoch außergewöhnliche Störungen:
- Direktverkehr für jede Region: 9,00 € pro Set, ohne zusätzliche feste Hubkosten, angenommene Laufzeit jeweils 1 Arbeitstag.
- Ausschließlich Hub: 2.000 € feste Wochenkosten plus 4,00 € pro Set, angenommene Laufzeit jeweils 2 Arbeitstage, maximal 30 Paletten pro Woche.
- Hybrid: Region Blau direkt zum gleichen Direktpreis von 9,00 € je Set; Grün und Gelb über den Hub zu 4,00 € je Set, plus volle 2.000 € feste Hub-Wochenkosten. Laufzeit Blau 1 Arbeitstag, Grün und Gelb 2 Arbeitstage. Keine Preisaufteilung oder Doppelberechnung der Hub-Fixkosten.
| Variante | Wochenrechnung | Ergebnis | Blau innerhalb der Frist? | Ergebnis der Muss-Prüfung |
|---|---|---|---|---|
| Direkt | 1.200 × 9,00 € | 10.800 € | Ja, 1 Tag | Zulässig |
| Hub | 2.000 € + 1.200 × 4,00 € | 6.800 € | Nein, 2 Tage | Nicht zulässig |
| Hybrid | 2.000 € + 600 × 4,00 € + 600 × 9,00 € | 9.800 € | Ja, 1 Tag | Zulässig |
Entscheidung: Der scheinbar günstigste reine Hub fällt wegen der Blau-Frist aus. Unter den beiden zulässigen Alternativen spart das Hybridnetz 1.000 € je Woche gegenüber dem Direktnetz (10.800 € − 9.800 €). Die fixe Hubgebühr wird auch bei nur teilweiser Nutzung vollständig angesetzt. 9.800 € ÷ 1.200 Sets = 8,1666… €, kaufmännisch gerundet 8,17 € je Set; Direkt: 9,00 € je Set. Das ist ein Vergleich unter den erfundenen Annahmen, keine allgemeine Aussage über Logistikpreise.
Hubkapazität, Bestand und Warenausgang dimensionieren
Durchsatz und Stellplätze sind verschieden
Im Hybrid fließen Grün und Gelb zusammen mit 400 + 200 = 600 Sets je Woche über den Hub. Bei 50 Sets je Palette sind das 12 Paletten pro Woche. Der zulässige Hubdurchsatz von 30 Paletten je Woche wird eingehalten; die rechnerische Durchsatzauslastung beträgt 12 ÷ 30 × 100 = 40 %. Sie ist keine Aussage zur Flächenauslastung und keine Fahrzeugauslastung.
Ein Distributionszentrum verbindet typischerweise Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Warenausgang. Kommissionieren heißt, Produkte anhand eines Kundenauftrags zusammenzustellen. Vor jeder Freigabe werden Setzahl, Zuordnung, Beschädigungen und Versanddaten geprüft. Das technische Bild dient nur der Anschauung und ist keine Bedienanweisung.

Automatisierte Lagerfördertechnik als reales Anschauungsbild. Bedienung nur durch befugte und unterwiesene Personen nach betrieblichen Vorgaben.

Fotografisches Material zu Distributionszentrum und Lagertechnik; das Bild belegt weder reale Preise noch eine bestimmte Lieferzeit.
Meldebestand als vereinfachtes Übungsmodell
Für Grün und Gelb zusammen wird ein gleichmäßiger Verbrauch von 600 Sets ÷ 5 Arbeitstage = 120 Sets je Arbeitstag angenommen. Die Wiederbeschaffungszeit beträgt in dieser Teilrechnung 2 Arbeitstage. Zusätzlich werden 120 Sets Sicherheitsbestand für eine modellhafte Störung vorgehalten.
Meldebestand = Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Sicherheitsbestand. Damit: 120 Sets/Tag × 2 Tage + 120 Sets = 360 Sets. Für ganze Stellplätze mit 50 Sets pro Palette benötigt das Unternehmen aufgerundet 360 ÷ 50 = 7,2, also 8 Palettenstellplätze. Die angenommenen 16 verfügbaren Stellplätze genügen. Der Sicherheitsbestand von 120 Sets allein entspricht aufgerundet 3 Palettenstellplätzen; der Meldebestand umfasst zusätzlich den erwarteten Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit. Achtung: Meldebestand und dauerhaft mittlerer Lagerbestand sind nicht dasselbe. Die 8 Stellplätze beschreiben hier nur einen Kapazitätscheck für den angenommenen Meldebestandsbestand, nicht automatisch den gesamten Lagerbedarf aller Waren.

Animierte schematische Vertikalförderung; aus einer technischen Illustration lässt sich keine Anlagenfreigabe oder Kapazitätszusage ableiten.
Hörbeispiel zu Fördertechnik: Die Aufnahme stammt ausdrücklich von einem Förderband aus dem Bergbau und nicht aus dem Modell-Distributionszentrum. Vergleiche lediglich die Geräuschkulisse mit der Forderung nach sicherer, überwachter Fördertechnik; leite daraus keine Diagnose ab.
Kosten, Qualität und Nachhaltigkeit auswerten
Kennzahlen eindeutig definieren
Lieferbereitschaftsgrad wird in der Praxis unterschiedlich operationalisiert, etwa auftrags- oder mengenbezogen. Für diesen Kurs verwenden wir ausdrücklich den termingerechten Mengenanteil = fristgerecht zugestellte Sets ÷ zugesagte Sets × 100. Damit du Varianten vergleichen kannst, gilt in einem zweiten erfundenen Test: 1.188 von 1.200 Sets trafen fristgerecht ein. Der Kennzahlenwert beträgt 1.188 ÷ 1.200 × 100 = 99 %. Er erfüllt den Zielwert von mindestens 98 %. Dafür müssen mindestens 0,98 × 1.200 = 1.176 Sets pünktlich eintreffen. Beschädigungen und unvollständige Sendungen wären in einer betrieblichen Definition zusätzlich gesondert zu erfassen.
Produktivität der Versandabwicklung kann als bearbeitete Sets je Arbeitsstunde gemessen werden. Wenn in einer fiktiven Schicht 240 Sets in 12 Personalstunden bearbeitet werden, beträgt sie 20 Sets je Personalstunde. Ein höherer Wert darf nicht durch Sicherheits- oder Qualitätsmängel erkauft werden. Dokumentiere stets Zähler, Nenner und Zeitraum.
Einfacher Nachhaltigkeitscheck
Für die gleiche Musterwoche liefern fiktive, bereits abgestimmte Tourenskizzen folgende Summen: Direkt 2.200 Fahrzeugkilometer, reiner Hub 1.800 Fahrzeugkilometer und Hybrid 1.900 Fahrzeugkilometer. Dies sind angenommene Fahrzeugkilometer, keine extern überprüften Routen oder CO₂-Bilanzen. Hybrid liegt 300 Fahrzeugkilometer unter Direkt. Aus Kilometern allein folgt noch keine verlässliche Treibhausgasbilanz: Fahrzeugklasse, Kraftstoff, Auslastung, Leerfahrten und Energiebedarf müssten bekannt sein. Die Hubvariante ist weiterhin nicht fristgerecht, auch wenn ihre Kilometerzahl am kleinsten erscheint.
| Kriterium | Direkt | Hub | Hybrid |
|---|---|---|---|
| Kosten pro Woche | 10.800 € | 6.800 € | 9.800 € |
| Muss-Frist für Blau | Erfüllt | Verfehlt | Erfüllt |
| Hubdurchsatz pro Woche | Kein Hub | 24 von 30 Paletten | 12 von 30 Paletten |
| Modellkilometer pro Woche | 2.200 km | 1.800 km | 1.900 km |
| Entscheidung | Zulässig, teurer | Ausscheiden | Bevorzugte Modelllösung |
Sensitivität: Wenn die Hubfixkosten um 1.000 € je Woche steigen, kostet der Hybrid 10.800 € und liegt gleichauf mit Direkt. Dann entscheiden etwa Störungsreserven, Qualitätskennzahlen und Umweltwirkung; eine automatische Empfehlung für Hybrid wäre nicht mehr begründet. Der Vergleich zeigt, weshalb Angebote stets mit Annahmen, Gültigkeitszeitraum und Grenzen dokumentiert werden müssen.
Tourenplanung, Informationsfluss und Störungen
Vom Pflichtenheft zum überprüfbaren Netzplan
Ein sinnvoller Bearbeitungsablauf lautet: Kundenbedarf erfassen, Muss-Fristen festlegen, mögliche Netzknoten prüfen, Mengen auf Paletten umrechnen, Kosten vollständig kalkulieren, Laufzeiten und Hubkapazität testen, Bestandsbedarf ermitteln, Risiken bewerten und Entscheidung begründen. Für jede Transportkante im Modellplan hältst du Versender, Empfänger, Menge, Arbeitstag, Sendungskennung und Status fest. Echte Versand- und Tracking-Systeme dürfen in der Ausbildung nur mit autorisierten, nicht vertraulichen Testdaten genutzt werden.
Modelltour: Montags werden aus Werk F für Blau 120 Sets direkt und für den Hub 120 Sets Richtung Grün/Gelb bereitgestellt. Die restliche Wochennachfrage wird bei vereinfachter gleichmäßiger Verteilung entsprechend disponiert. Ein Tourenplan müsste zusätzlich konkrete Abfahrtzeiten, Fahrzeugkapazität, Fahr- und Ruhezeiten sowie reale Straßenbedingungen prüfen; das leistet dieses abstrakte Zahlenmodell ausdrücklich nicht.
Datei:Amazon warehouse BHX4 loading docks 2.webm Kurzvideo von realen Laderampen (Wikimedia Commons); es dient nur zur Beobachtung der Schnittstelle Warenausgang/Transport und begründet keine Kooperation mit dem gezeigten Unternehmen.
Störfall und qualitätsgesicherte Reaktion
Fiktiver Störfall: Der Hub ist an einem Tag nicht verfügbar; 100 Sets für Grün drohen sich zu verspäten. Disposition meldet die Abweichung, prüft Kapazität und verbindliche Kundenfristen, erstellt ein separat bepreistes Alternativangebot und dokumentiert die Freigabe. Eine direkte Ersatzfahrt darf erst nach betrieblicher Freigabe eingeplant werden; ihre Kosten sind im ursprünglichen Pauschaltarif nicht enthalten. Die Lösung muss außerdem neu prüfen, ob die 98-%-Vorgabe erreichbar bleibt. Falls 100 von 1.200 Sets verspätet wären, beträgt der termingerechte Anteil nur 1.100 ÷ 1.200 × 100 = 91,67 %, also klar unter Ziel. Wenn eine zulässige Ersatzdisposition mindestens 76 dieser 100 Sets rechtzeitig zustellt, erreichen insgesamt 1.176 Sets ihre Frist und damit genau 98 %.
Sicherheits- und Rechtsgrenze: Alle Tätigkeiten im Kurs sind Papier-, Tabellen- und Simulationsarbeiten mit erfundenen Daten. Kein Einsatz an Kranen, elektrischen Anlagen, Drucksystemen, Gefahrstoffen oder bewegten Fördermitteln ohne entsprechend qualifizierte Aufsicht, Unterweisung und betriebliche Vorgaben. Dieser Kurs ersetzt weder Befähigungsnachweise noch eine fachliche oder rechtliche Freigabe. Es werden keine Herstellerunterlagen, internen Betriebsdaten oder amtlichen Prüfungsaufgaben verwendet.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste dein Wissen
Beantworte die Fragen anhand des Modellfalls. Pro Frage ist genau eine Antwort richtig; nach jeder Frage folgt die begründete Rückmeldung.
Wie viele Modellpaletten ergeben 1.200 Sets bei 50 Sets je Palette? (24 Paletten) (!12 Paletten) (!30 Paletten) (!60 Paletten)
Rückmeldung: Teile die Setzahl durch die Sets je Palette. 1.200 Sets geteilt durch 50 Sets je Palette ergeben 24 Paletten.
Welche Region benötigt eine Lieferung innerhalb eines Arbeitstags? (Blau) (!Grün) (!Gelb) (!Alle Regionen haben drei Tage Frist)
Rückmeldung: Das Pflichtenheft gibt Blau einen Arbeitstag und den anderen Regionen höchstens drei Arbeitstage.
Weshalb scheidet das reine Hubnetz im Grundfall aus? (Es überschreitet die Frist für Blau) (!Sein Durchsatz überschreitet 30 Paletten) (!Es kostet mehr als das Direktnetz) (!Die Region Gelb erhält keine Sets)
Rückmeldung: Die Hub-Laufzeit beträgt in der Modellannahme zwei Tage, Blau verlangt höchstens einen Tag. Die Kostenersparnis darf diese Muss-Anforderung nicht ersetzen.
Welche Wochenkosten hat das Hybridnetz im Grundfall? (9800 Euro) (!6800 Euro) (!10800 Euro) (!7800 Euro)
Rückmeldung: Rechne 2.000 Euro fix plus 600 mal 4 Euro für den Hub und 600 mal 9 Euro für den Direktverkehr. Das ergibt 9.800 Euro.
Wie viel spart Hybrid gegenüber Direkt pro Woche? (1000 Euro) (!3000 Euro) (!2000 Euro) (!600 Euro)
Rückmeldung: Von den 10.800 Euro des Direktnetzes sind 9.800 Euro des Hybridnetzes abzuziehen. Die Differenz beträgt 1.000 Euro pro Woche.
Wie viele Paletten passieren im Hybridnetz pro Woche den Hub? (12 Paletten) (!24 Paletten) (!8 Paletten) (!30 Paletten)
Rückmeldung: Grün und Gelb erhalten zusammen 600 Sets. Bei 50 Sets je Palette ergeben sich 12 Paletten und damit 40 Prozent des Hubdurchsatzlimits.
Wie hoch ist der vereinfachte Meldebestand für Grün und Gelb? (360 Sets) (!120 Sets) (!240 Sets) (!600 Sets)
Rückmeldung: Tagesverbrauch 120 Sets mal zwei Tage Wiederbeschaffung ergibt 240 Sets. Mit 120 Sets Sicherheitsbestand sind es 360 Sets.
Wie viele Sets müssen mindestens fristgerecht eintreffen, um 98 Prozent zu erreichen? (1176 Sets) (!1188 Sets) (!1100 Sets) (!980 Sets)
Rückmeldung: Multipliziere die zugesagten 1.200 Sets mit 0,98. Es müssen mindestens 1.176 Sets fristgerecht eintreffen.
Wie hoch ist die termingerechte Mengenquote bei 1188 von 1200 Sets? (99 Prozent) (!98 Prozent) (!97 Prozent) (!90 Prozent)
Rückmeldung: 1.188 dividiert durch 1.200 ergibt 0,99; multipliziert mit 100 sind das 99 Prozent.
Was geschieht bei um 1000 Euro steigenden Hubfixkosten? (Hybrid und Direkt kosten beide 10800 Euro pro Woche) (!Hybrid kostet danach 6800 Euro) (!Hub erfüllt damit automatisch die Blau-Frist) (!Die Menge im Hub verdoppelt sich)
Rückmeldung: Der Hybrid steigt von 9.800 Euro auf 10.800 Euro und ist damit kostenmäßig gleichauf mit dem Direktnetz. Kapazität und Laufzeit ändern sich durch einen Preisaufschlag nicht.
Memory
Ordne jeden Fachbegriff der passenden einzigartigen Erklärung zu.
| Direktverkehr | Transport ohne planmäßigen zentralen Hubumschlag |
| Hub | Zentraler Sammel- und Verteilknoten |
| Meldebestand | Bestandsschwelle zum Auslösen einer Nachbestellung |
| Kommissionierung | Kundenauftragsbezogenes Zusammenstellen von Artikeln |
| Lieferfrist | Maximal vereinbarte Zeit bis zur Zustellung |
| Durchsatz | Abgewickelte Menge in einem bestimmten Zeitraum |
Drag and Drop
Ordne die Arbeitsschritte der jeweils passenden planerischen Funktion zu.
| Arbeitsschritt | Bedeutung |
|---|---|
| Bedarfserhebung | Sets je Region bestimmen |
| Fristprüfung | Laufzeiten mit Muss-Kriterien abgleichen |
| Kapazitätscheck | Palettenmenge gegen Hubgrenze prüfen |
| Kostenvergleich | Vollständige Wochenkosten gegenüberstellen |
| Störungsmanagement | Abweichung melden und Ersatzweg freigeben lassen |
Kreuzworträtsel
Finde sechs unterschiedliche einteilige Fachbegriffe.
| Hubnetz | Wie heißt ein Verteilnetz mit zentraler Nabe als einem Wort? |
| Direktnetz | Wie heißt ein Netz ohne planmäßigen zentralen Umschlag? |
| Puffer | Wie nennt man eine Menge für unerwartete Schwankungen? |
| Umschlag | Wie heißt der Wechsel einer Sendung zwischen Transport- oder Ladeeinheiten? |
| Laufzeit | Wie heißt die Dauer zwischen Versand und Ankunft? |
| Tourenplan | Wie heißt die dokumentierte Reihenfolge geplanter Fahrten? |
LearningApps
Suche nach ergänzenden, extern erstellten Übungen; ein konkretes Suchergebnis ist keine geprüfte Kursaufgabe.
Lückentext
Ergänze die zentralen Konzepte unabhängig von LearningApps. Pro Satz fehlt nur ein Begriff.
Offene Aufgaben
Erstelle alle Ergebnisse nur mit den fiktiven Falldaten; verwende keine personenbezogenen Kundendaten.
Leicht
- Netzskizze: Zeichne Werk, drei Regionen und den Hub; markiere die Strecke für Blau im Hybrid besonders und erkläre deine Legende.
- Bedarfstabelle: Berechne den Palettenbedarf für jede Region und belege jede Umrechnung mit Einheit.
- Fristenplakat: Formuliere aus den drei Kundenvorgaben je ein überprüfbares Muss-Kriterium.
- Warenausgangskarte: Erstelle eine Checkliste für Auftragsmenge, Verpackungszustand, Empfänger und Sendungsstatus.
Standard
- Kostenblatt: Vergleiche alle drei Netze in einer selbst erstellten Tabellenkalkulation einschließlich fixer und variabler Kosten.
- Bestandsblatt: Rechne Meldebestand, aufgerundete Stellplätze und Hubdurchsatz aus und trenne die drei Größen begrifflich.
- Tourenskizze: Entwickle einen fiktiven Wochenfahrplan für Blau und den Hub; kennzeichne, welche realen Daten für eine betriebliche Tour fehlen.
- Qualitätsprotokoll: Definiere die 98-Prozent-Quote, prüfe das Beispiel 1188 von 1200 und beschreibe eine Dokumentationsregel.
Schwer
- Netzentscheidung: Erstelle eine Entscheidungsmatrix mit Muss-Prüfung, Kosten, Kilometerannahmen und zwei Risiken und verteidige das Hybridnetz.
- Störfallsimulation: Untersuche den Ausfall des Hubs für 100 Sets, berechne die drohende Quote und die mindestens rechtzeitig zu rettende Teilmenge.
- Tarifänderung: Analysiere eine Fixkostenerhöhung um 1000 Euro und formuliere, unter welchen qualitativen Annahmen Direkt vorzuziehen wäre.
- Umweltvergleich: Erläutere schriftlich, warum Fahrzeugkilometer allein keine CO₂-Bilanz liefern, und entwirf ein fiktives Datenerhebungsblatt.


Lernkontrolle
- Muss vor Kann: Begründe mit der konkreten Blau-Frist, weshalb die preisgünstigste Alternative nicht gewählt werden darf.
- Kosten herleiten: Weise für Direkt, Hub und Hybrid jede Position mit Einheit aus und berechne die Differenz der zulässigen Alternativen.
- Mengenbezug: Erkläre den Unterschied zwischen 12 Paletten pro Woche Durchsatz und acht notwendigen Palettenstellplätzen im vereinfachten Meldebestandsbeispiel.
- Servicequalität: Bestimme die pünktliche Mindestmenge für 98 Prozent und überprüfe die Quote bei 100 verspäteten Sets sowie bei 76 erfolgreichen Ersatzlieferungen.
- Risiken und Daten: Skizziere den Informationsfluss zwischen Werk, Hub, Disposition und Kunde und benenne drei benötigte echte Planungsdaten, die der fiktive Fall nicht enthält.
- Transfer: Prüfe die Netzempfehlung erneut, falls die Hubfixkosten um 1000 Euro steigen, ohne Kosten und Fristanforderungen zu vermischen.
Lösungskontrolle zum Modell: 24 Paletten gesamt; Hybrid 12 Paletten Hubdurchsatz beziehungsweise 40 % Kapazitätsauslastung; Hybrid 9.800 € statt 10.800 € für Direkt; Meldebestand 360 Sets, aufgerundet acht Plätze; 1.176 von 1.200 Sets entsprechen 98 %; ohne Ersatzdisposition bei 100 verspäteten Sets 91,67 %, mit 76 rechtzeitig geretteten Sets genau 98 %. Alle Rechenwege gelten ausschließlich für die festgelegten Modellannahmen.
Lernnachweis
Ein vollständiger Lernnachweis umfasst (1) beschriftete Netzskizze mit Knoten und Kanten, (2) tabellarisches Pflichtenheft mit Muss-Kriterien, (3) überprüfbare Mengen- und Kostenrechnung samt Formeln und Einheiten, (4) Meldebestands- und Kapazitätscheck, (5) begründete Wahl einer zulässigen Variante, (6) Kennzahlenprüfung und (7) schriftliche Störfallreaktion mit begrenzter Aussagekraft. Bewertet werden fachliche Richtigkeit, Transparenz der Annahmen, korrekte Rundung, Datenhygiene und Reflexion von Sicherheit, Umwelt und Grenzen. Niemand muss dafür realen Fahrbetrieb, Förderanlagen oder gefährliche Tätigkeiten durchführen.
OER und Wikipedia
Amtliche und fachliche Orientierung – geprüft am 21.10.2026:
- KMK, Rahmenlehrplan für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung, Beschluss vom 30.04.2004, insbesondere Lernfelder 12 und 13 (schulische Orientierung, nicht die Ausbildungsordnung).
- BIBB, Ausbildungsberuf und betriebliche Tätigkeitsfelder, mit getrennt aufgeführten Rechtsgrundlagen.
- Ausbildungsordnung des Bundes, Stammverordnung vom 26.07.2004 und Änderung vom 25.05.2009 laut BIBB, keine Wiedergabe eines geschützten Lehrwerks.
- TUP, Distributionszentrum – Funktionen und Kennzahlen als fachliches Glossar.
- Wikipedia: Distributionslogistik und Wikipedia: Hub and Spoke als frei zugängliche Nachschlagequellen; keine verbindlichen Normtexte.
Nachweise der eingebundenen Medien: Alle Dateinamen wurden auf konkreten Commons-Dateiseiten geprüft; die genannte Creative-Commons-Lizenz betrifft das jeweilige Medium, nicht automatisch fremde Videos oder den gesamten Kurs.
| Medium | Ursprungsnachweis | Urheber laut Dateiseite | Lizenz und Lizenznachweis |
|---|---|---|---|
| File:A company's supply chain (de).svg | Wikimedia Commons | Stern (Vorlage), Voskos (SVG-Bearbeitung) | CC BY-SA 3.0 |
| File:Comparison of point to point vs hub and spoke.svg | Wikimedia Commons | Cmglee | CC BY-SA 4.0 |
| File:Almacén automático de palets cabecera.jpg | Wikimedia Commons | Tecnowey | CC BY-SA 3.0 |
| File:Warehouse distribution-center-1136510.jpg | Wikimedia Commons | Rsherwin | CC BY-SA 4.0 |
| File:Paternoster-Effect Cycles.gif | Wikimedia Commons | KevinHannessen | CC BY-SA 4.0 |
| File:WWS Conveyorbelt.ogg | Wikimedia Commons | Work With Sounds / Konrad Gutkowski | CC BY 4.0 |
| File:Amazon warehouse BHX4 loading docks 2.webm | Wikimedia Commons | domdomegg | Commons-Dateiseite mit Lizenzinformationen |
| https://www.youtube.com/watch?v=vokNm1Qf8W4 | YouTube: Das Hub-and-Spoke-System einfach erklärt, 12.10.2025 | Lagertastisch – der Logistik Kanal | Externer Plattformbeitrag, keine freie Nachnutzungslizenz behauptet; nur Einbettung |
Hinweise zur Mediennutzung: Commons-Illustrationen und Beispielvideos zeigen reale oder schematische andere Anlagen, keine Ventora-Werk-Standorte. Bei Veränderungen von CC-BY-SA-Dateien gelten die jeweilige Namensnennung, Änderungskennzeichnung und Weitergabe unter kompatiblen Bedingungen. Ein YouTube-Embed bedeutet keine Übertragung von Verwertungsrechten.
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