Korrosionsstellen im Reparaturkonzept berücksichtigen - Reparaturlackierung und Instandsetzung - Ausbildung
Korrosionsstellen im Reparaturkonzept berücksichtigen - Reparaturlackierung und Instandsetzung - Ausbildung
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Einleitung
Eine kleine Rostblase unter dem Lack kann auf eine größere verdeckte Schädigung hinweisen. In diesem aiMOOC lernst du, Korrosionsstellen an einem Fahrzeug systematisch zu beschreiben, ihre Bedeutung für den Reparaturumfang einzuschätzen und einen fachlich begründeten Reparaturplan zu entwerfen. Zielgruppe sind Auszubildende zum Fahrzeuglackierer und zur Fahrzeuglackiererin im zweiten Ausbildungsjahr. Die Übung arbeitet mit einem vollständig erfundenen Pkw-Schaden und ungefährlichen Papier- und Bildmodellen.
Nach dem Kurs kannst du typische Korrosionsbilder unterscheiden, eine Schadenskarte anlegen, die Grenzen einer kosmetischen Reparatur erläutern, eine Arbeitsfolge mit Prüf- und Freigabepunkten planen sowie Mengen, Zeiten und einen Modellpreis rechnerisch prüfen. Du trennst die Aufgaben der Fahrzeuglackierung von Entscheidungen über die Strukturfestigkeit, die hierfür qualifizierte Fachkräfte treffen müssen.
Sicherheitsgrenze: Die beschriebenen Arbeitsschritte sind Planungsmodelle, keine Arbeitsfreigaben. Kein Schleifen, Strahlen, Schweißen, Spritzen, Chemikalieneinsatz oder Demontieren an realen Fahrzeugen ohne betriebliche Vorgaben, Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und fachkundige Aufsicht. An sicherheitsrelevanten Karosseriestrukturen, Hochvoltsystemen, unter Druck stehenden Anlagen oder unbekannten Werkstoffen wird nicht selbstständig gearbeitet. Der Kurs ersetzt keine Befähigungsnachweise, Herstellerinformation oder verbindliche Rechtsprüfung.
Korrosion verstehen und Schäden unterscheiden
Was ist Korrosion?
Korrosion ist eine Reaktion eines Werkstoffes mit seiner Umgebung, die seine Eigenschaften beeinträchtigen kann. An eisenhaltigen Karosserieblechen entsteht Rost durch elektrochemische Prozesse in Gegenwart von Feuchtigkeit und Sauerstoff. Salzhaltiges Wasser fördert viele dieser Prozesse. Eine Beschichtung bildet eine Barriere; ein Kratzer, eine undichte Falz oder eine beschädigte Kante kann diese Barriere unterbrechen. Nicht jeder verfärbte Fleck ist Rost: Schmutz, Fremdrost und Rückstände müssen bei der Diagnose ausgeschlossen werden.
Unterrostung bedeutet, dass sich Korrosionsprodukte unter einer noch teilweise geschlossenen Lackschicht ausbreiten. Eine Rostblase ist ein Warnsignal; aus dem sichtbaren Durchmesser lässt sich die tatsächliche Ausdehnung nicht sicher ableiten. Lochfraß bezeichnet örtlich begrenzten Materialangriff. Durchrostung bedeutet einen Materialdurchbruch und erfordert eine andere Reparaturentscheidung als leichter Oberflächenrost. Die Farbschicht darf niemals eine unbekannte Materialschwächung lediglich überdecken.

Bildbeispiel: Durchrostung und Blasenbildung an einer Fahrzeugkarosserie. Aufnahme: Marek Ślusarczyk, Wikimedia Commons, CC BY 3.0. Es handelt sich nicht um den fiktiven Übungsfall.
Wo entstehen Korrosionsherde?
Prüfe auf Fotos besonders Radläufe, Steinschlagbereiche, Falze, Blechüberlappungen, Schweißnahtumfelder und Stellen, an denen Wasser oder Straßenschmutz stehen bleibt. Kantenkorrosion startet häufig dort, wo die Beschichtung dünn oder beschädigt ist. Spaltkorrosion kann in engen, feuchten Zwischenräumen entstehen und von außen verborgen sein. Von der Bilddiagnose darfst du nicht auf die unbeschädigte Rückseite oder ausreichende Festigkeit schließen.
Deutschsprachiges Erklärvideo „Korrosion – verletzlicher Stahl“ von Max-Planck-Cinema: Warum Feuchtigkeit und Salz eine Rolle spielen. Video zum Verstehen, keine praktische Arbeitsanweisung.
Werkstoffe richtig unterscheiden
Stahl, verzinkter Stahl, Aluminium und Kunststoffe verlangen unterschiedliche Beurteilungen und geeignete Systemaufbauten. Eisenrost ist keine allgemeine Bezeichnung für jede Metallkorrosion. Ein zerstörter Zinkschutz auf Stahl muss im freigegebenen Beschichtungskonzept berücksichtigt werden. An Mischbauweisen kommen Kontaktkorrosion und materialabhängige Grenzen hinzu. Den tatsächlichen Werkstoff identifizierst du über sichere betriebliche Unterlagen und Freigaben, nicht allein über die Lackfarbe oder eine Bildvermutung.
Schadensaufnahme am fiktiven Kundenfahrzeug
Ausbildungsfall „Stadtflitzer F24“
Die frei erfundene Firma „Lernlack Musterwerkstatt“ erhält einen ebenso fiktiven silbernen Kleinwagen „Stadtflitzer F24“. An der rechten hinteren Radlaufkante ist ein Feld mit Blasen und Verfärbungen sichtbar. Messangaben ausschließlich im Übungsblatt: Schadensbild A umfasst ungefähr 14 cm × 8 cm. Zusätzlich ist an der unteren Falz im Bereich B eine dunkle Stelle von 3 cm × 4 cm zu sehen. Von der Rückseite gibt es zunächst keine Aufnahme. Die Kundin berichtet von Winterfahrten und einem früheren Steinschlag. Niemand hat das Material geöffnet, mechanisch bearbeitet oder eine Festigkeitsprüfung vorgenommen.
Dein Auftrag lautet nicht „einfach überlackieren“, sondern: Informationen sichern, offene Fragen kennzeichnen, Fachprüfung veranlassen und für einen erst nach Freigabe denkbaren Reparaturweg einen begründeten Modellplan erstellen.
Schadenskarte und Prüfkriterien
| Beobachtung | Dokumentation | Bedeutung für den Plan |
|---|---|---|
| A: Rostblasen am Radlauf, 14 cm × 8 cm | Lage, Fotoübersicht und Detail mit Maßstab, Vergrößerung und Sichtseite notieren | Verdacht auf Unterrostung; tatsächliches Ausmaß unbekannt |
| B: Verfärbung an der unteren Falz, 3 cm × 4 cm | Falz und sichtbare Naht fotografieren, Feuchte- und Salzexposition erfragen | mögliche Spaltkorrosion; Rückseite und Materialzustand abklären |
| Lackton silbern | Lackcode aus gesicherter Auftragsinformation sowie angrenzende Flächen erfassen | spätere Farbton- und Übergangsplanung |
| Rückseite nicht dokumentiert | Befund ausdrücklich „nicht geprüft“ | keine Aussage zur Tragfähigkeit oder Reparaturfähigkeit |
Ein Befund ist etwas Beobachtetes; eine Hypothese erklärt den Befund vorläufig; eine Freigabe ist eine qualifizierte Entscheidung auf Grundlage zulässiger Prüfungen. Halte diese drei Kategorien im Schadensbericht getrennt. Wenn perforierte oder sicherheitsrelevante Bereiche möglich sind, endet die eigenständige Planung am Freigabepunkt für eine geeignete Fachperson.
Die rote Linie: Wann ist keine Lackreparatur freigegeben?
Eine nach dem Reinigen erkennbare Öffnung, deutliche Schwächung, eine unbekannte tragende Struktur, Korrosion an sicherheitsrelevanten Anbindungen oder unzugängliche Feuchtigkeitspfade machen eine bloß kosmetische Lackierung unzulässig als Lösungsvorschlag. Dann sind fachliche Karosseriebeurteilung, weitere Diagnose und gegebenenfalls Bauteilersatz oder spezialisierte Instandsetzung zu prüfen. Der hier beschriebene Kurs legt keine zulässigen Blechdicken, Reparaturgrenzen oder verbindlichen Herstellerverfahren fest.

Beispiel für langfristige starke Korrosion an einem abgestellten Fahrzeug; kein Prüfbeispiel für Restfestigkeit. Leonhard Lenz, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Reparaturentscheidungen und Korrosionsschutz planen
Drei Entscheidungspfade
Pfad Grün – kleiner oberflächlicher, freigegebener Befund: Erst nach gesicherter Werkstoff- und Umfangsprüfung kann die zuständige Fachperson eine geeignete Oberflächenvorbereitung und einen abgestimmten Korrosionsschutz- und Lackaufbau festlegen. Anschließend werden Flächenübergänge und Qualität geprüft.
Pfad Gelb – unklare Unterrostung oder Falz: Auftrag stoppen, zusätzliche zulässige Inspektion und Zustandsklärung durch qualifizierte Beschäftigte einplanen. Material- und Zeitansatz bleiben vorläufig; ein preisliches Festversprechen wäre verfrüht.
Pfad Rot – Durchrostung oder Strukturverdacht: Keine kosmetische Freigabe. An Karosserie-Instandsetzung oder befugte Fachstelle zur Reparaturfähigkeitsentscheidung weitergeben. Eine Lackierung allein stellt weder verlorene Festigkeit noch Korrosionsschutz in Hohlräumen wieder her.
Schichtsysteme und Schnittstellen
Ein funktionierendes Reparaturkonzept umfasst den überprüften Untergrund, geeignete Haftvermittlung und Korrosionsschutzschicht, Füller beziehungsweise Grundierfüller nach System, farbgebende Schicht und gegebenenfalls Klarlack sowie erforderlichen Kantenschutz und die Prüfung von Falzen/Hohlräumen. Die tatsächliche Auswahl und Reihenfolge ist werkstoff-, system- und herstellerabhängig. Nicht beliebig kombinieren: Mischsysteme, falsche Schichtdicken oder unpassende Aushärtebedingungen können Haftung und Haltbarkeit beeinträchtigen. Technische Datenblätter und betriebliche Freigaben sind maßgeblich.
Beilackieren bezeichnet die Anpassung einer Reparaturfarbfläche mit einem geeigneten Übergang zu angrenzenden Bereichen. Es kaschiert keinen Rost. Farbtonabgleich erfolgt mit Musterkarten, Lichtbeurteilung und betrieblichen Mess- und Prüfmethoden. Eine unsichtbare Lackgrenze hat keinen Vorrang vor der vollständigen Klärung des Korrosionsumfangs.
Deutschsprachiges Max-Planck-Cinema-Video „Korrosion – Rost gehört zum alten Eisen“: Forschung zu Schutzbeschichtungen; keine Anleitung und keine Zusage, dass spezielle selbstheilende Systeme an diesem Übungsfahrzeug verwendet werden könnten.
Rückfallschutz und Dokumentation
Zum Reparaturplan gehören Fragen nach Eintrittswegen von Wasser, geschädigten Schutzschichten, unzugänglichen Bereichen, Ablauföffnungen und späteren Kontrollpunkten. Eine schadensfreie Außenoptik ohne Bearbeitung der Ursache ist kein dauerhaftes Reparaturkonzept. Lege im Prüfplan fest, wer nach welchem freigegebenen Verfahren Untergrund, Schichtaufbau, Kanten, Farbton, Übergänge und Dokumentation beurteilt. Für verdeckte Falze dokumentiere auch, was nicht eingesehen werden konnte.
Datei:Alkorrosion.webm Wikimedia-Commons-Zeitraffer zeigt einen anderen Werkstoff: Aluminiumkorrosion in einer Laborreaktion. Quelle: Andif1, CC BY-SA 4.0. Das Video ist kein Fahrzeugreparaturverfahren. Die dargestellte Reaktion verwendet giftiges Quecksilber und bildet Wasserstoff; nicht nachmachen.
Arbeitsfolge, Kalkulation und Beispielentscheidung
Modellablauf als Freigabekette
Die Planung erfolgt in nachvollziehbaren Stationen: Auftrag erfassen → Foto- und Maßdokumentation → Befunde und Vermutungen trennen → kritische Zonen markieren → qualifizierte Prüfung der Reparaturfähigkeit → nach Freigabe geeignete Werkstoffe und Beschichtungsfolge bestimmen → Zeit und Bedarf kalkulieren → Farbton- und Übergangskonzept erstellen → Qualitätsprüfung und Übergabe dokumentieren. Die Station „qualifizierte Prüfung“ ist ein Sperrpunkt; ohne sie darf das Folgepaket nicht als freigegebene Ausführung gelten.
Für den fiktiven Fall ist Pfad Gelb die richtige Anfangsentscheidung: Die Radlaufblasen könnten flächiger unterrostet sein, und die Falzrückseite ist unbekannt. Die Materialkalkulation im nächsten Abschnitt ist eine bedingte Übung, keine Aussage über die Reparaturfähigkeit des Fahrzeugs.
Fläche und Beschichtungsbedarf mit Einheiten
Für eine nur hypothetisch freigegebene, rechteckig vereinfachte Beschichtungszone wird 0,70 m × 0,30 m = 0,21 m² angenommen. Diese Zone ist bewusst größer als die äußerlich erfasste Schadensstelle A: Übergänge und Arbeitsgrenzen benötigen zusätzliche Fläche. Eine fiktive Beschichtung habe rechnerisch 7,0 m²/L theoretische Ergiebigkeit bei der angesetzten Sollschicht. Der für das Modell vorgegebene Nutzungsgrad sei 70 %; er repräsentiert angenommene Verluste. Die wirkliche Ergiebigkeit hängt von Produkt, Schichtdicke und Verfahren ab.
Rechnung: 0,21 m² ÷ (7,0 m²/L × 0,70) = 0,04286 L ≈ 43 mL Beschichtungsstoff. Das Ergebnis betrifft nur eine angenommene Schicht und ist keine Mischanweisung. Unterschiedliche Grundier-, Basis- und Klarlackschichten werden gesondert auf Grundlage ihrer zulässigen Daten kalkuliert. Die beiden kleinen äußeren Schadensflächen A und B sind 112 cm² bzw. 12 cm²; sie dürfen wegen möglicher Unterrostung nicht einfach als endgültige Reparaturfläche addiert werden.
Zeit und Preis als Rechenmodell
| Modellposition | Zeitansatz | Zwischenergebnis |
|---|---|---|
| Annahme und Fotodokumentation | 0,50 h | Ausgangsbefund |
| Fachliche Befundbesprechung | 0,75 h | gesonderte Freigabe nötig |
| Plan- und Materialliste | 0,40 h | erst nach Befundentscheidung abschließen |
| Farbton- und Übergangsplanung | 0,60 h | Prüfkarte vorgesehen |
| Abschlusskontrolle und Protokoll | 0,35 h | offene Punkte notieren |
| Summe | 2,60 h | nur Modell-Planungszeiten |
Bei einem frei erfundenen Stundensatz von 64,00 €/h kosten 2,60 h × 64,00 €/h = 166,40 €. Mit einem ebenfalls angenommenen Material-/Dokumentationsbudget von 32,00 € ergeben sich 198,40 € netto. Ein rein beispielhafter Umsatzsteueransatz von 19 % ergibt nach Cent-Rundung 236,10 € brutto. Eine reale Rechnung kann anders aufgebaut sein; dieser Wert ist weder Angebot noch Kostenzusage und enthält keine Karosserie- oder Lackierausführung. Die rechnerischen 43 mL lassen sich nicht ohne Produktpreis als Eurobetrag bepreisen.
Musterentscheidung zum Kundenauftrag
Mustertext: „Die außen erkennbaren Korrosionsanzeichen am Radlauf und an der Falz sind dokumentiert. Der Zustand der Rückseite und der tatsächliche Materialverlust sind noch nicht geklärt. Wir schlagen deshalb zunächst eine qualifizierte Befundprüfung vor. Erst nach Freigabe kann die geeignete Instandsetzung mit Korrosionsschutz, Lackaufbau sowie Farbton- und Übergangskontrolle verbindlich geplant werden.“ Begründe selbst, warum das ein fachlich besserer Auftragstext ist als „Rost abschleifen und überlackieren“.
Qualität, Arbeitsschutz und Ausbildungskontext
Prüfplan: Was wird wann bewertet?
Vor einer Maßnahmenfreigabe sind Werkstoff und Schadenstiefe zu beurteilen; vor der Beschichtung sind Untergrund und geeignete Systemkomponenten zu bestätigen; nach der Beschichtung folgen dokumentierte Kontrollen von sichtbarem Erscheinungsbild, Übergang, Deckung, Kantenbereichen sowie vorgegebenen Schicht- und Aushärteparametern. Für nicht geprüfte Merkmale lautet die Dokumentation „nicht geprüft“, nicht „in Ordnung“. Ein schönes Farbergebnis beweist keine verdeckte Korrosionsfreiheit.
Sicherheit und nachhaltige Planung
Die DGUV Regel 109-009 behandelt Gefährdungen bei Fahrzeuginstandhaltung; die DGUV Information 209-014 beschreibt Gefahren und Schutzmaßnahmen beim Lackieren und Beschichten. Bei Staub, Lackaerosolen, Entzündbarkeit und Gefahrstoffen sind betriebliche Schutzmaßnahmen und die konkret einschlägigen Dokumente zu beachten. Auszubildende führen praktische Arbeiten nur nach Unterweisung und unter erforderlicher Aufsicht aus. Abfälle, belastete Schleifmittel, Beschichtungsreste und Verpackungen sind betrieblich getrennt und rechtmäßig zu behandeln. In unserem Kurs wird ausschließlich mit Fotos, Texten, Tabellen und einem ungefährlichen Papiermodell gearbeitet.
Schulischer Rahmen und betriebliche Ausbildungsordnung
Schule: Der KMK-Rahmenlehrplan für Fahrzeuglackierer/Fahrzeuglackiererin (Beschluss vom 16.05.2003) nennt für das zweite Ausbildungsjahr unter anderem Lernfeld 6 „Instandsetzungsmaßnahmen durchführen“ mit 60 Unterrichtsstunden und Lernfeld 7 „Reparaturlackierungen ausführen“ mit 80 Unterrichtsstunden. Der Kurs verbindet Schadensanalyse, Planung und Lackierübergänge; er ersetzt keinen landesrechtlich umgesetzten Lehrplan. Der vom Auftrag vorgegebene KMK-Link verweist auf diesen 2003er Plan.
Betrieb: Die gesonderte Verordnung über die Berufsausbildung zum Fahrzeuglackierer/zur Fahrzeuglackiererin vom 03.07.2003 (FzgLackAusbV) definiert den betrieblichen Ausbildungsrahmenplan, unter anderem Auftragsplanung, Untergrundprüfung und Qualitätssicherung. Sie ist nicht identisch mit einem Lernfeldplan. Auch der Beruf „Maler und Lackierer“ besitzt eine eigene Ausbildungsordnung von 2021; beide dürfen nicht verwechselt werden. Stand der hier vorgenommenen Quellenprüfung: 21.10.2026. Normnummern oder technische Grenzwerte für konkrete Fahrzeugteile werden hier bewusst nicht behauptet.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Weshalb reicht die sichtbare Größe einer Rostblase nicht für die Reparaturplanung? (Unter der Beschichtung kann sich verdeckte Korrosion ausgebreitet haben) (!Eine Rostblase ist immer nur ein Lackfarbfehler) (!Der sichtbare Durchmesser zeigt stets die gesamte Schadensfläche) (!Rostblasen lassen keinen Rückschluss auf Feuchtigkeit zu)
Rost kann entlang des Untergrundes und in Falzen verborgen weiterwirken; die sichtbare Blase ist nur ein Befund.
Welcher Schritt ist beim fiktiven Fall zuerst sachgerecht? (Befunde dokumentieren und die unbekannte Falzrückseite fachlich klären lassen) (!Sofort den gesamten Radlauf silbern überlackieren) (!Die Rostblase ohne Befund beseitigen und dem Kunden nichts mitteilen) (!Alle Schäden allein anhand des Lackcodes ausschließen)
Ohne Kenntnis des tatsächlichen Korrosionsumfangs lässt sich kein fachlich belastbares Reparaturkonzept freigeben.
Was bedeutet Durchrostung? (Der metallische Werkstoff ist an einer Stelle durchbrochen) (!Ein Klarlack verliert seinen Glanz) (!Der Farbton wirkt im Schatten dunkler) (!Eine Oberfläche enthält nur Staub)
Ein Materialdurchbruch geht über einen oberflächlichen Lackschaden hinaus und benötigt eine eigene Instandsetzungsentscheidung.
Welche Beobachtung wird in der Schadenskarte ausdrücklich als unbekannt geführt? (Der Zustand der Rückseite der unteren Falz) (!Die angegebene Position am rechten Radlauf) (!Die äußere Größe des Schadensbildes A) (!Die silberne sichtbare Lackfarbe)
Die Rückseite wurde nicht inspiziert; nicht untersuchte Bereiche dürfen nicht als unbeschädigt gelten.
Wie groß ist Schadensbild A in der vereinfachten Rechteckrechnung? (112 Quadratzentimeter) (!22 Quadratzentimeter) (!112 Quadratmeter) (!8 Quadratzentimeter)
14 cm mal 8 cm ergibt 112 cm²; die reale Rostausdehnung kann dennoch abweichen.
Wozu dient ein Sperrpunkt in der geplanten Arbeitsfolge? (Er verhindert weitere Ausführung ohne erforderliche fachliche Freigabe) (!Er ersetzt die gesamte Qualitätskontrolle) (!Er macht eine Materialprüfung grundsätzlich überflüssig) (!Er berechnet automatisch den Lackfarbton)
Ein Sperrpunkt markiert eine fachliche Abhängigkeit, zum Beispiel die offene Entscheidung zur Reparaturfähigkeit.
Welche Aussage zu Farbtonübergängen trifft zu? (Ein gelungener Übergang setzt einen ausreichend geklärten und geschützten Untergrund voraus) (!Beilackieren entfernt automatisch tiefen Rost) (!Ein Farbtonübergang ersetzt jeden Korrosionsschutz) (!Eine gute Außenoptik beweist ausreichende Materialfestigkeit)
Farbton und optischer Übergang werden erst nach der sachgerechten Untergrund- und Schadensentscheidung geplant.
Wie viel Beschichtungsstoff ergibt das angenommene Modell gerundet? (43 Milliliter) (!3 Milliliter) (!430 Liter) (!210 Milliliter)
0,21 m² geteilt durch 7,0 m² je Liter und 0,70 Nutzungsgrad ergibt rund 0,04286 Liter.
Was ist bei Verdacht auf Korrosion einer tragenden Struktur richtig? (Die Entscheidung an qualifizierte Fachkräfte zur Zustandsbeurteilung geben) (!Die Stelle durch zusätzlichen Klarlack stabilisieren) (!Die Schädigung nur mit Farbmusterkarten bewerten) (!Ohne Freigabe einen großflächigen Schleifversuch starten)
Die Festigkeit tragender Fahrzeugstrukturen darf nicht durch eine kosmetische Lackierungsentscheidung ersetzt werden.
Welche Quelle beschreibt die schulischen Lernfelder des zweiten Ausbildungsjahres? (Der KMK Rahmenlehrplan für Fahrzeuglackierer) (!Eine beliebige Lackdose ohne Kennzeichnung) (!Das Werbeprospekt eines Fahrzeughändlers) (!Eine private unverifizierte Social Media Anleitung)
Der KMK-Rahmenlehrplan beschreibt schulische Lernfelder; für die betriebliche Ausbildung gilt zusätzlich die eigene Ausbildungsordnung.
Memory
Finde den Fachbegriff zur präzisen Erklärung.
| Unterrostung | Korrosion breitet sich unter einer teilweise vorhandenen Beschichtung aus |
| Durchrostung | Metall weist einen Materialdurchbruch auf |
| Schadenskarte | Geordnetes Protokoll über Lage und dokumentierte Beobachtungen |
| Sperrpunkt | Arbeitsfolge wartet auf eine qualifizierte Freigabe |
| Beilackieren | Geplanter Farbtonübergang zu angrenzenden Flächen |
| Nutzungsgrad | Rechenanteil des für die Zieloberfläche wirksam angesetzten Stoffes |
Drag-and-Drop
Ordne den Planungsschritten die jeweilige Aufgabe zu.
| Ordne den Fachschritt zu. | Ziel im Reparaturkonzept |
|---|---|
| Fotodokumentation | Äußere Schadensmerkmale und Lage nachvollziehbar sichern |
| Materialidentifikation | Werkstoffabhängige Beschichtungseignung vorab klären |
| Reparaturfreigabe | Zulässigkeit der weiteren Instandsetzung fachlich bestätigen |
| Materialkalkulation | Bedarfsmenge unter Verwendung einer Ergiebigkeit berechnen |
| Endkontrolle | Ergebnisse und verbleibende offene Punkte dokumentieren |
Kreuzworträtsel
Gesucht sind je ein deutscher Fachbegriff ohne Leerzeichen.
| Korrosion | Wie heißt die schädigende Werkstoffreaktion mit der Umgebung? |
| Rostblase | Wie nennt man eine örtliche Erhebung des Lackfilms infolge möglicher Unterrostung? |
| Radlauf | An welchem gekrümmten Karosseriebereich entlang eines Rades treten häufig Kantenprobleme auf? |
| Grundierung | Welche erste geeignete Beschichtungsschicht vermittelt abhängig vom System Schutz und Haftung? |
| Falz | Wie heißt die umgelegte Blechkante mit möglichem verdecktem Feuchteraum? |
| Sichtprüfung | Welche zerstörungsfreie erste Beurteilung erfolgt durch gezieltes Betrachten? |
LearningApps
Finde ergänzende Zuordnungs- und Lernangebote zum Thema. Die Suchergebnisse sind externe Angebote, keine automatisch geprüften Prüfungsaufgaben.
Lückentext
Offene Aufgaben
Arbeite bei allen Aufgaben nur mit dem fiktiven Fall, freigegebenen Bildmaterialien oder Papiermodellen. Keine realen Fahrzeuge oder Gefahrstoffe selbstständig bearbeiten.
Leicht
- Korrosion: Verfasse ein Glossar mit sechs Fachbegriffen, jeweils einem Beispiel und einer Verwechslungsgefahr.
- Schadensanalyse: Markiere auf einer gezeichneten Karosserieskizze die erfundenen Schadensbilder A und B und trenne Beobachtung von Vermutung.
- Fahrzeuglackierung: Erstelle drei Sätze, mit denen du einer Kundin erklärst, warum eine Rostblase nicht einfach überlackiert wird.
- Arbeitsschutz: Formuliere fünf Gründe, warum Foto- und Papieranalyse keine fachkundige Prüfung am Originalfahrzeug ersetzt.
Standard
- Unterrostung: Vergleiche drei erfundene Schäden zu Oberflächenrost, Falzrost und Durchrostung in einer Entscheidungstabelle mit Begründung.
- Kalkulation: Rechne die 0,21 m² große Modellzone mit 60 % statt 70 % Nutzungsgrad erneut und vergleiche den Bedarf in mL.
- Qualitätsmanagement: Entwickle einen Prüfplan mit drei Freigabepunkten und mindestens sechs nachvollziehbaren Prüffragen.
- Farbton: Beschreibe mit einer Papierfarbkarte, wie Licht und Übergangsfläche bei der Farbtonplanung berücksichtigt werden können.
Schwer
- Reparaturplanung: Entwirf zwei vollständige Entscheidungswege für den Fall B, je nachdem, ob die fachliche Prüfung oberflächliche Korrosion oder eine Durchrostung feststellt.
- Wirtschaftlichkeitsrechnung: Erstelle eine alternative Kalkulation mit 2,90 h Planungszeit zu 69 €/h und 39 € Modellkosten, jeweils netto und mit dem angenommenen Steuersatz.
- Korrosionsschutz: Begründe auf einer A4-Seite, weshalb Falz- und Kantenbereiche trotz optisch einwandfreier Deckschicht zusätzliche Planungsfragen aufwerfen.
- Kundenberatung: Verfasse ein zweiminütiges fiktives Beratungsgespräch oder ein Storyboard, das keine ungesicherten Reparaturzusagen macht.


Lernkontrolle
- Schadensbeurteilung: Ordne jeden Befund A und B einer möglichen Schadenshypothese und einer noch fehlenden fachlichen Prüfung zu; erkläre deine Unsicherheit.
- Reparaturentscheidungen: Begründe, warum bei unbekannter Falzrückseite zunächst der gelbe Entscheidungspfad und nicht eine sofortige Lackierung gewählt wird.
- Flächenberechnung: Rechne 0,70 m × 0,30 m nach, ermittle den Modellbedarf bei 7,0 m²/L und 70 % Nutzungsgrad und prüfe die Einheiten.
- Kostenermittlung: Prüfe die Summe von 2,60 h, 64 €/h und 32 € Nettozusatzkosten; berechne den Modell-Bruttobetrag bei 19 % und begründe seine Grenzen.
- Qualitätssicherung: Erstelle eine Mindestdokumentation mit Ort, Befund, offenen Fragen, Freigaben, Prüfkriterien und verantwortlicher Rolle.
- Lerntransfer: Unterscheide an einem neuen fiktiven Fall die Aufgaben des schulischen Lernfeldes von den Vorgaben der betrieblichen Ausbildungsordnung.
Lernnachweis
Dein Lernportfolio enthält eine beschriftete Schadensskizze, eine Tabelle „Befund – Hypothese – Prüfbedarf“, die begründete Pfadentscheidung, einen Freigabe- und Prüfplan, die nachvollziehbare Flächen-, Mengen- und Nettokalkulation mit Einheiten sowie einen kundenverständlichen Beratungstext. Ein guter Nachweis nennt die Grenzen der eigenen Einschätzung, verwechselt optische Qualität nicht mit Karosseriesicherheit und macht offene Punkte sichtbar. Bewertet werden Fachrichtigkeit, Rechenweg, Verantwortung, Dokumentation und begründeter Transfer, nicht die Durchführung gefährlicher Arbeiten.
OER und Wikipedia
Amtliche und fachliche Orientierung (Quellenprüfung 21.10.2026):
- KMK-Rahmenlehrplan Fahrzeuglackierer/Fahrzeuglackiererin, Beschluss 16.05.2003: Schulische Lernfelder, darunter Lernfelder 6 und 7 des zweiten Ausbildungsjahres.
- Fahrzeuglackiererausbildungsverordnung, 03.07.2003: eigenständige betriebliche Ausbildungsordnung und Ausbildungsrahmenplan.
- DGUV Regel 109-009 „Fahrzeuginstandhaltung“: Hinweise zu Gefährdungen und Schutzmaßnahmen in der Instandhaltung.
- DGUV Information 209-014 „Lackieren und Beschichten“: Gefährdungen und Schutzmaßnahmen beim Beschichten.
- Max-Planck-Cinema „Korrosion – verletzlicher Stahl“: naturwissenschaftliche Grundlagen.
- Max-Planck-Cinema „Korrosion – Rost gehört zum alten Eisen“: Forschungsbezug zu Beschichtungen.
- Wikipedia: Korrosion: ergänzender Überblick; für Aussagen zu Recht und Betrieb sind amtliche beziehungsweise betriebliche Quellen vorrangig.
Geprüfte Mediennachweise und Nutzungsrechte:
| Eingebundenes Medium | Quelldatei oder Veröffentlichung | Urheber | Lizenz beziehungsweise Rechtehinweis |
|---|---|---|---|
| File:025 Durchgerostet Karosserie - car bodywork rusted through in BMW 318i E46.jpg | Wikimedia Commons | Marek Ślusarczyk | CC BY 3.0, unveränderte Einbindung |
| File:Rusty car.jpg | Wikimedia Commons | Leonhard Lenz | CC BY-SA 4.0, unveränderte Einbindung |
| File:Alkorrosion.webm | Wikimedia Commons | Andif1 | CC BY-SA 4.0, unveränderte Einbindung |
| https://www.youtube.com/watch?v=KxLa6IcaQGM | Verlag / Projektseite des Films | Max-Planck-Cinema / Max-Planck-Gesellschaft | Externe YouTube-Wiedergabe; keine freie Nachnutzung behauptet |
| https://www.youtube.com/watch?v=dMI37DOa8XI | Verlag / Projektseite des Films | Max-Planck-Cinema / Max-Planck-Gesellschaft | Externe YouTube-Wiedergabe; keine freie Nachnutzung behauptet |
Beispiele und Zahlen des fiktiven Auftrags sind selbst erstellte Lehrmodellannahmen und keine technischen Freigaben. Medien von Wikimedia Commons bleiben unter den am jeweiligen Datei-Eintrag angegebenen Lizenzen; bei Weiterverwendung sind deren Bedingungen einzuhalten. Keine Originalfilme, Normtexte oder Herstellerunterlagen werden kopiert.
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